Die Feindesliebe – Impuls und Gespräch

Anmerkungen zum Text für Mitarbeiter:

  • Der Abschnitt gehört zur Feldpredigt bei Lukas (parallel Bergpredigt bei Matthäus).
  • Jesus gibt diese Anordnungen seinen Jüngern.
  • Die Wörter „Feindesliebe“ und „Nächstenliebe“ spielen ebenso wie das allgemeine Wort „Liebe“ in der Bibel (speziell bei Jesus) eine große Rolle.
  • Die griech. Vokabel für „lieben“ an dieser Stelle kann auch mit „hochschätzen“ übersetzt werden.
  • Das Schlagen ins Gesicht steht für Beleidigung und Verachtung. Hier ist weniger der Schmerz gemeint, sondern mehr an die Schmach gedacht.
  • Vers 31 wird als „goldene Regel“ der christlichen Nächstenliebe bezeichnet.
  • Nicht „wie du mir, so ich dir“ sondern „vergeben statt vergelten“.
  • Jesus macht die Jünger ganz frei von der Spirale „Hass erzeugt wieder Hass“. Es wäre doch genial, wenn der Spott, der Hass und die Gewalt der „Feinde“ an unserer Liebe zu den „Feinden“ verpuffen würden. „Liebe erzeugt wieder Liebe?“
  • Dieser Text bricht unseren üblichen Egoismus. Er fordert uns auf, unsere Mitmenschen nicht um unserer Selbst willen zu lieben, sondern um Gottes willen. Weil Gott auch die Menschen liebt, die ihn nicht lieben, fordert Jesus uns auf, dasselbe zu tun.
  • Die von Jesus geforderte Liebe ist völlig selbstlos.

Fragen zum Text / Gesprächsimpulse:

  • Stellt Jesus mit diesen Anordnungen die Welt, wie wir sie kennen und
    erleben, nicht auf den Kopf? Sind seine Anordnungen nicht eine
    Nummer zu heftig?
    Realität und Reaktion der Jugendlichen auf diesen Text könnte sein:
    • „Wenn mir einer eine rein haut, dann …
    • „Wenn mir einer mein Fahrrad klaut, dann …
    • „Wenn mich jemand angreift, dann …
    • … schlag ich zurück.“
  • Wer oder was ist für dich ein Feind? Wie gehst du mit solchen Typen um?
  • Was unterscheidet die Liebe, von der Jesus hier spricht, von der menschlichen Liebe?
  • Warum sollen wir die Anordnungen umsetzen? Was bringt’s?
  • Welche Beziehung zu einem Mitmenschen an deiner Schule oder in deinem Bekanntenkreis könnte durch das Befolgen dieser Anordnungen positiv verändert werden?
  • Wie kann das praktisch aussehen? Was kannst du Gutes tun und wie deinen Feind lieben? (Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, kleines „Präsent“)

Hintergründe zum Bibeltext:

Mitten im Markus-Evangelium:

Die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling findet zeitlich vor der „Tempelreinigung“
statt. Jesus verlässt Galiläa und befindet sich nun in Judäa (vgl. Mk.10, 1), mit dem Ziel Jerusalem. Jesus setzt sich immer wieder mit Pharisäern über Fragen des Gesetzes auseinander, wobei die Pharisäer (=strenge Gesetzeslehrer) ihn auf die Probe stellen (Mk.10, 2). Die heutige Geschichte passiert unterwegs, östlich des Jordans. Mit dem reichen Jüngling begegnet ihm ein wirklich Suchender/Fragender, der
um die Stellung Jesu weiß und ernsthaft an einer Auskunft interessiert ist. Er stellt ihn nicht
auf die Probe, sondern erwartet von Jesus eine ehrliche Antwort auf seine grundlegende Frage (V.17).

Vers für Vers:

V. 17:

Der Name des Mannes ist nicht bekannt. Er wird als „Junger Mann“ (Jüngling: Mt. 19,20)
beschrieben, wobei er wohl nicht sehr jung ist, denn er wird an anderer Stelle als ein
Oberer bezeichnet, also als reicher und angesehener Mann (Lukas 18,18). Man weiß
nicht genau wie alt er war, jedenfalls besitzt er viel Geld und hat einen großen Besitz an
Gütern. Der Mann hält sich treu an die Gebote und spürt doch einen Mangel und ein
Ungenügen! Diese innere Not drängt ihn dazu, zu Jesus zu kommen. Er läuft auf Jesus
zu, um ihm die Frage zu stellen, die ihm unter den Nägeln brennt. Er weiß also, von wem
er die Antwort bekommen kann! Dass er vor Jesus auf die Knie fällt und ihn „Guter
Lehrer“ nennt, verdeutlicht, was er Jesus zutraut und wie er Ihm wirklich vertraut und dass er
bei Ihm an der richtigen Adresse ist. Er stellt die Frage: Was muss ich hier auf dieser Welt
leisten, damit Gott mich annimmt und ich einmal bei ihm sein werde?

V. 18:

Jesus beginnt mit einer Gegenfrage, die im ersten Moment komisch erscheint. Wichtig: Damit bestreitet er nicht, dass er selber gut ist, denn Jesus ist der „heilige, gottwohlgefällige Sohn“ (vgl. Mk. 1,11; 9,7). Vermutlich will er herausfinden, ob der Mann Jesus auch als den sieht, der er ist: Gott!

V. 19+20:

Jesus zählt ihm einige der Zehn Gebote auf (vgl. 2. Mose 20), die sich zusammenfassen
lassen in: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt.19,19). Der Mann erwidert ohne zu zögern, dass er noch nicht eines dieser Gebote gebrochen hat. Damit scheint Jesus dem Mann zu bestätigen, dass er sich auf einem guten Weg befindet und doch kann es nicht alles sein, denn sonst hätte der Mann nicht zu Jesus kommen müssen. Jesus kennt ihn ganz genau, respektiert seine Antwort und nennt ihm kein weiteres Gebot, sondern stellt ihn vor eine Entscheidung.

V. 21:

Jesus sieht ihn und er gewinnt ihn lieb! Der Mann wächst ihm wirklich ans Herz und es folgt eine Berufungsgeschichte. Jesus bietet ihm an, dass er ihm, dem Rabbi, nachfolgt (wenn ein Rabbi zur Nachfolge gerufen hat, war das damals etwas sehr Besonderes und eine Ehre!). Doch Jesus will den Menschen gewinnen und sagt als Hilfestellung zum Denken: „Eins fehlt Dir!“ Da wurde der Mann wohl sehr hellhörig, er erwartete wahrscheinlich ein weiteres Gebot, stattdessen fordert ihn Jesus auf: Geh los. Verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen. Das war jetzt kein Gebot, das pauschal für jeden gelten muss, sondern speziell für ihn war.
Jesus möchte wirklich, dass er das ewige Leben bekommt, aber dazu muss er ihm mit seinem ganzen Leben nachfolgen und da hindert ihn bisher noch eine Sache: sein Reichtum – für diesen Mann bedeutet das alles. Und ironischer Weise macht es ihm seine Geldliebe unmöglich, Jesus nachzufolgen und damit auch das erste Gebot zu halten: Nichts (auch nicht sein Geld) höher zu achten als Gott. (Und am Anfang hatte Jesus ihm ja schon klar gemacht, dass er Gottes Sohn ist und damit den gleichen Status hat.) Ihm wird auch noch bewusst: Er kann sich doch nicht an alle Gebote halten, denn wenn er den anderen gleich lieben würde wie sich selbst, würde er von seinem Reichtum geben.
Dabei möchte Jesus, dass der Mann ihm vertraut, da er bei Jesus genug hat und noch viel mehr bekommt. (Vgl. Mt.13,44) Jedoch müsste er seine weltlichen Sicherheiten aufgeben, um Jesus nachzufolgen! (Damit ist nicht gemeint, dass man sich das ewige Leben erkaufen kann!) Interessanterweise beantwortet Jesus die Frage nach dem ewige Leben mit: Folge mir nach!
Folgende Bibelstellen können hier weiterhelfen:
Joh. 17,3: Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
Joh. 14,1-14: …Wenn ihr mich erkannt habt, dann erkennt ihr auch den Vater…

V. 22-27:

Die Anforderung Jesu ist für den reichen Mann zu krass, er geht unglücklich (auch verdüstert) weg. Jesus lässt ihn ziehen! Er ruft ihn nicht zurück und sagt: „Hey war nur ein Spaß, gib einfach deinen Zehnten, das ist dann okay“. Nein. Nachfolge und Halbherzigkeit passen nicht zusammen. (Vielleicht hätte die Geschichte eine andere Wendung genommen, wenn der Mann bekannt hätte: „Ich schaffe das nicht! Hilf mir Jesus!“). Jesus ist bestimmt auch traurig über seine Entscheidung. Er weiß aber welchen
Einfluss der Besitz im Leben des Mannes hatte. Das ewige Leben herrscht da, wo Gott herrscht und herrschen darf. Dazu war der Mann nicht bereit. Jesus möchte, dass wir an ihm hängen (von ihm abhängig sind) und nicht am Geld oder sonstigen Dingen.
Das Bild vom größten lebenden Tier im Land, das durch die kleinste bekannte Öffnung der damaligen Zeit soll, verdeutlicht die Unmöglichkeit. Die Frage der Jünger zeigt, dass es für uns Menschen sehr schwer sein kann, sich ganz auf Gott zu verlassen. Doch was ein Mensch nicht machen kann, das kann Gott schenken. Dazu braucht es ein Wunder!

V. 28-31:

Jesus verspricht den Jüngern einen Lohn, die für ihn alles aufgegeben bzw. zurückgelassen haben. Bei Jesus geht es um Prioritäten und er möchte die Nr. 1 auf unserer Prioritätenliste sein. Das ist sein Anspruch.

Der Text und die Lebenswelt der Jugendlichen:

  • Der Text zeigt einen Menschen, der aufrichtig nach Gott und seinem Weg mit ihm
    sucht: Viele Jugendliche sind ebenfalls auf der Suche und fragen: Gibt es Gott?
    Was muss ich tun, um zu diesem Gott zu gehören? Ist dieser Gott erfahrbar? Hier
    kann der Text Antworten geben und man kann gemeinsam darauf schauen, was
    Jesus zu diesem Thema sagt. Außerdem muss sich der Mann gegenüber Jesus
    positionieren. Auch hier sind die Jugendlichen dran. Sie treffen ihre ersten wichtigen
    Entscheidungen, auch ob sie Jesus nachfolgen möchten oder nicht.
  • Als Jugendlicher will ich die Welt gewinnen/erobern. Gott verlangt in der Geschichte, alles aufzugeben und das kann bei den Jugendlichen schon mal aufstoßen und das ist gut. Kann Jesus das wirklich verlangen? Was hat er zu bieten, wenn ich ihm mein Leben gebe?

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Die Fragen des Predigers aufnehmen die aus dem Powerstart zuvor gestellt wurden!
  • Wie hättest Du an Stelle des Mannes gehandelt?
  • Wieso möchte Jesus, dass der Mann alles aufgibt?
  • Wie findest du diesen Anspruch von Jesus?
  • Können wir heute noch alles aufgeben?
  • Wie kann ich Jesus heute nachfolgen?
  • Warum lohnt es sich, Jesus nachzufolgen?

Methoden zur Texterarbeitung:

  • Die Karten-Methode:

Du fertigst folgende Karten an. (Wenn du magst mit Grafik.) Jeder Teenie und Mitarbeiter
hat dabei sein eigenes Karten-Set:
Beispiel für eine Karte:

  • Ich ärgere mich!
  • Ich stimme zu!
  • Frage!
  • Neue Erkenntnis!
  • Joker!
    Nach einem kleineren Textabschnitt lässt Du jeden eine Karte ausspielen, die für ihn/sie
    gerade am besten passt. Der Joker bedeutet dabei: Alle anderen Kategorien passen nicht.
    Komme über die ausgespielten Karten ins Gespräch: Worüber ärgerst Du dich? Was ist
    Deine Frage? …
    Vielleicht fallen Dir auch noch andere Kategorien ein? Dann erfinde einfach welche dazu.
  • Västeras-Methode:
    • Material: Post it-Streifen, die am Bibeltext seitlich platziert werden, Stifte…
    • Es gibt drei Zeichen:
      • ! Diese Stelle halte ich für besonders wichtig
      • ? Diese Stelle verstehe ich nicht.
      • ^ Diese Stelle berührt mich (ärgert mich, freut mich,…)
    • Mit diesen Zeichen werden die einzelnen Verse markiert. Es darf jedes Zeichen mehrmals verwendet werden. Es muss nicht jeder Vers ein Zeichen bekommen.
    • Dann geht man gemeinsam Vers für Vers bzw. den Zeichen nach („Wer hat ein Fragezeichen?“) den Text durch.
  • Szenen-Gedankenblasen-Methode:

Die Gruppe wird aufgeteilt, eine Kleingruppe übernimmt jeweils eine Person der Geschichte (Jesus, Jüngling, Jünger…). Ihr teilt die Geschichte schon vorher in verschiedene Szenen auf. Nachdem ihr eine Szene vorgelesen habt. überlegen sich die Gruppen, was ihre Person in dieser Szene wohl gedacht haben könnten. Das geht dann mit jeder weiteren Szene so. Am Ende kann man den Text und die dazugehörigen
„Gedankenblasen“ der Gruppen vorlesen.

Themensammlung mit Bausteinen und Einheiten zum großen Oberthema „Beziehungen“ – zwischen Mensch und Mensch, aber auch zwischen Gott und Mensch – mit dabei Bibelarbeiten, Hintergrundartikel und ein Verweis auf ein Video

Auslegung für Mitarbeiter:

Petrus und Johannes werden festgesetzt, weil sie von der Auferstehung der Toten reden
und im Namen von Jesus ein gelähmten Mann geheilt wurde (Kap.3).

  • Das gleiche „Tribunal“ (Hoher Gerichtshof, Hoher Rat, Gerichtsbeamte) wie beim Prozess
    gegen Jesus tritt zusammen und nimmt die beiden in ein Kreuzverhör.
  • Dass Petrus und Johannes als einfache Leute im Tempel predigen, muss die Priester
    provozieren. Der Inhalt ihrer Predigt umso mehr. Jesus ist auferstanden von den Toten – Für
    die Sadduzäer (die jede Totenauferstehung bestreiten / Mk 12,18) eine große Provokation.
  • Die Apostel sind durch die Ereignisse von Pfingsten keine eingeschüchterten jungen
    Männer mehr. Gott hat Kraft! Das merken sie. Menschen finden zum Glauben, auch als die
    Apostel schon in Untersuchungshaft sitzen.
  • Die Frage des Hohen Rats ist nicht: Wie habt ihr das gemacht? Sondern: Wer steckt hinter
    dieser ganzen Sache?
  • Ohne Angst (der Heilige Geist ist in ihm) redet Petrus freimütig und mutig und weist dabei
    nicht auf sich selbst, sondern redet von Jesus und von seiner Herrlichkeit.
  • Er malt dem Hohen Rat vor Augen, dass sie etwas falsch gemacht haben. Jesus war der
    Eckstein – der schon in den Schriften beschrieben wurde – er wurde von ihnen verworfen.
  • Dennoch ist er nun der eine, ohne den keine Rettung für uns Menschen da ist. In keinem
    anderen ist das Heil. Der Absolutheitsanspruch von Jesus wird hier deutlich.
  • Der Text zeigt, wie Gott Petrus führt und ihm die richtigen Worte schenkt. Er ist
    unangenehm mit dem, was er sagt, und doch sagt er es.
  • Jesus hat den Tod besiegt – wir dürfen Zeuge davon sein und von einer Hoffnung sprechen,
    die durch Jesus uns zuteil wird. Durch Kreuz und Auferstehung – Jesus nimmt
    alles Trennende zwischen Gott und uns weg. Das macht kein anderer, nur er allein.
  • Deshalb können wir frei sagen: Ja – nur Jesus kann das für uns tun, niemand sonst.

Fragen zum Einstieg ins Gespräch:

  • Gerichtsszene aufgreifen (Gerichtsshows). Warum sitzen sie wohl vor Gericht?
    Wie hättest du im Gericht reagiert?
  • Hast du dich schon einmal auf etwas verlassen und bist enttäuscht worden? Petrus meinte nach dem Tod von Jesus, verlassen zu sein – Interessant wie Gott ihn wieder aufbaut, so dass er überzeugend reden kann.
  • Ist das für euch eine Provokation, dass Petrus sagt: „Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringen. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt rettet sie.“
  • Warum ist ausschließlich Jesus für unsere Rettung so wichtig?
  • „Auf diese Steine können sie bauen!“ – Petrus behauptet, dass Jesus der Eckstein ist, auf dem man sein Leben bauen kann. Wie wichtig ist der Stein Jesus für dich?
  • Gibt es Ecksteine, die ersetzt werden? Worauf bauen heute viele Menschen ihr Lebenshaus?
  • Petrus und Johannes werden wegen ihres Glaubens und des öffentlichen Redens vor Gericht gestellt. Fällt es dir schwer, darüber zu sprechen, woran und was du glaubst?

Nacherzählung in kurzen Worten:

Jesus war im Ort seines ersten Wirkens Kana. Ein Beamter des Königs aus Kapernaum hatte gehört, dass Jesus dort wäre. Er machte sich auf den Weg. Sein Sohn war schwer krank. Die Reise würde zwei Tage
dauern. Bei Jesus angekommen, bat er diesen mitzukommen, um seinen Sohn zu heilen. Er
setzte großes Vertrauen in Jesus. Dieser sagte: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht,
glaubt ihr nicht an mich.“ Aber der Beamte ließ nicht locker, sein Glaube war groß. Da sagte
Jesus: „Gehe hin, dein Sohn ist geheilt“. Der Beamte machte sich auf den Heimweg. Auf der Reise kam ihm sein Knecht entgegen. Er berichtete, dass sein Sohn völlig geheilt sei. Auf Nachfrage wurde ihm bewusst, dass die Heilung genau zu dem Zeitpunkt passierte, als Jesus es aussprach.
Er und sein ganzes Haus glaubten von diesem Moment an an Jesus.

Gedanken und Ziele:

  • Glaube kann Berge versetzten.
  • Jesus heilt auch heute noch.
  • Mit Jesus leben lohnt sich, denn er ist ein lebendiger Gott. Deswegen kann man auch
    heute noch um Heilung beten.
  • Glauben und Vertrauen, noch vor den Zeichen und Wundern, zahlt sich aus.
  • Der Mann im Dienste des Königs hat ganz schön etwas auf sich genommen und ist
    zwei Tage lang gereist, um Jesus zu treffen und ihn um die Heilung seines Kindes zu
    bitten. Eine Reise, die zwei Tage dauert, und dann weiß man danach nicht einmal, ob
    es etwas bringt. Der Mann investiert also und setzt all seine Hoffnung auf Jesus. Er
    traut Jesus etwas zu.
  • Was trauen wir Jesus heute noch zu? Traust du ihm überhaupt etwas zu?
  • Wenn du so verzweifelt wärst wie dieser Mann – wer oder was wäre deine Hoffnung?
  • Jesus sagt: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht an mich“ (V 48). Musst du auch etwas sehen – ein Zeichen oder ein Wunder – um an Gott
    glauben zu können? Meinst du Jesus tut auch heute noch Zeichen und Wunder?
  • Der Glaube des Mannes hat sich absolut ausgezahlt: Sein Kind wurde in dem Moment gesund, als Jesus den Satz „Dein Sohn lebt!“ aussprach. Wie würde es dir gehen, wenn du in der Situation wärst?

Glauben – trotz Mangel an Beweisen?

In jedem guten Krimi braucht es stichhaltige Beweise, um den Verdächtigen hinter Gitter zu bringen. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse müssen belegt werden, bevor sie an die Öffentlichkeit gelangen. Und nicht zuletzt muss, wenn man in manche Länder einreisen möchte, der Pass als Nachweis der jeweiligen Identität vorgezeigt werden. Beweise spielen in unserem Leben eine große Rolle, weil wir sicher sein wollen, dass das, woran wir glauben und wofür wir uns einsetzen, wahr, richtig und gerecht ist. Jesus leidet unter dieser Haltung (V. 48). Er hat den Eindruck, dass die Wunder, die er tut und die auch seine Allmacht beweisen (Wasser zu Wein, Kranke heilen etc.), für die Menschen wichtiger sind als seine Botschaft vom kommenden Reich Gottes. Aber Glaube bedeutet nun einmal zu vertrauen – deshalb müssen viele Menschen, die Jesus um ein Wunder bitten, zuerst zeigen, dass sie ihm auch vertrauen (V. 50).

Anmerkungen und Impulse zum Text:

  • Der Abschnitt steht am Anfang der Berichte über Jesu Wirken in Galiläa. Im Gegensatz zu Matthäus (4,18-22) und Markus (1,16-20) weitet Lukas seinen Bericht über die Berufung der Jünger aus. Dieser Abschnitt findet sich so nur im Lukasevangelium.
  • Nachdem Jesus sich zuerst der Menge zugewandt hatte, wandte er sich anschließend einem
    Einzelnen zu – Petrus.
  • Aller Erfahrung nach würde Petrus zu dieser Tageszeit mit den Netzen, die er besaß, nichts
    fangen, denn die Netze reichten nicht tief hinunter, jedoch schwammen die Fische bei der Hitze des Tages unten.
  • Die Anrede „Meister“ (Herr) wird im Lukasevangelium nur von Jüngern gebraucht. Das, was Petrus sagt und tut, ist das, was einen Jünger auszeichnet.
  • Jesus fordert Vertrauen auch gegen den Augenschein und manchmal auch gegen bisherige
    Erfahrungen. Wer sich darauf einlässt, wird erfahren, dass Gott sein Wort hält.
  • „Auf dein Wort…“ – Dieser Ausdruck ist ein Zeichen dafür, dass Petrus Mut und Vertrauen
    zeigt. Wann zeige ich Vertrauen?
  • Petrus ist zum Vorbild geworden. Er nimmt an und tut das, was er hört, ohne Zweifel und
    ohne Vorbehalte.
  • Jesus beauftragt Petrus mit neuen Aufgaben. Welche Aufgaben hat Jesus mir übertragen?
    Was kann ich in „seine Arbeit“ (sein Reich) einbringen?
  • Petrus nennt sich einen Sünder. Er erkennt damit, dass es zwischen ihm und Jesus eigentlich
    keine Gemeinschaft geben kann. Er merkt, dass Jesus mehr ist, als nur ein Mensch – ein
    göttlicher Herr.
  • Sünde ist in ihrem Wesen Zielverfehlung. Der Mensch lebt an Gott vorbei, der eigentlich die
    Mitte des Denkens und des Verhaltens bilden soll.

mögliche Fragen fürs Gespräch mit den Jugendlichen:

  • Reihum: Jeder sagt, was einem komisch vorkommt (MA fängt an, das machts leichter…)
  • Teenies fragen, was sie gut können! Situation: Jemand kommt, hat anscheinend keine
    Ahnung und glänzt durch Verbesserungsvorschläge, die total bescheuert sind. Wie würdest
    du reagieren?
  • Warum laufen diesem Jesus gleich Massen an Menschen hinterher? Hat der echt was zu
    sagen gehabt oder waren die Leute nur einem Wahn verfallen?
  • Die Jugendlichen laufen heutzutage der Botschaft von Jesus nicht gerade hinterher. Was hindert
    sie heute an der Verkündigung? Warum kommen manche Konfis nur selten in den
    Gottesdienst?
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen dem, was Jesus predigte (lehrte) und der
    Aufforderung an Petrus, zum Fischzug hinauszufahren?
  • Petrus vertraut Jesus gegen seinen Verstand. Was könnten für ihn die Gründe gewesen sein?
    Was könnte für dich ein Anlass sein, Jesus zu vertrauen? Was hindert dich, ihm zu
    vertrauen?
  • Wie ist das möglich, am helllichten Tag Fische zu fangen? Das ist doch ein Ding der
    Unmöglichkeit!
  • Kann man heute überhaupt noch an Wunder glauben? Würdest du noch einmal rausfahren?
  • Was wäre, wenn ich Petrus wäre?
  • Warum erkennt Petrus nach dem Fischfang, dass er ein Sünder ist? Ist das nicht eine
    übertriebene Reaktion?
  • Was ist für dich Sünde – ein moralisches Vergehen oder Trennung von Gott? Jugendlichen sollen
    den Begriff Sünde in eigenen Worten umschreiben.
  • Was hindert dich daran, Jesus „nachzufolgen“? (Freunde, Beziehungen, Familie, Schule)

Hintergründe zum Bibeltext:

Der Abschnitt, um den es geht, ist Teil der Bergpredigt (Matthäus 5-7). Das ist eine der größten Reden Jesu im Matthäus-Evangelium. In der Bergpredigt beschreibt Jesus, was er von seinen Nachfolgern
erwartet. Diese Erwartungen sind nichts für „Warmduscher“. Sie sind sehr herausfordernd. Es geht
darum, dass Christen durch Denken und Handeln ganz klar als Jesu Nachfolger erkennbar sind. Sie
heben sich als „Salz und Licht“ (Mt. 5,13ff.) vom Rest der Welt ab. Wie das funktioniert? Die Gesetze
des Alten Testaments werden von Jesus so ausgelegt, wie sie von den Menschen gelebt werden
sollen. Dabei verschärft er sogar noch manche Gebote. Beispielsweise beginnt Töten schon damit,
dass man seinen Bruder einen Idiot nennt (Mt. 5,21). Eine der krassesten Forderungen Jesu in der
Bergpredigt kommt in unserem Text: „Liebe deine Feinde“.

Vers für Vers:

V. 38:

Im Alten Testament hatte diese Bestimmung den Sinn, hemmungsloser Rachsucht klare Grenzen zu setzen. Eine Spirale der Gewalt sollte damit durchbrochen werden, indem Gleiches mit Gleichem und nicht Gleiches mit Schlimmeren vergolten wird. (Vergleiche mal: 2.Mose 21,24)

V. 39-42:

Jesus hatte allerdings etwas anderes im Sinn, als er die Bestimmung des Alten Testaments
neu auslegte: Es geht nicht nur um ein Durchbrechen der Gewaltspirale. Es geht Ihm darum, dass
durch das Verhalten der Nachfolger Jesu deutlich wird: Bei Gott ist es anders. In seinem Reich gibt es
keine Gewalt mehr, es ist ein Reich des Friedens.
In drei Beispielen macht Jesus deutlich wie Gewaltverzicht in verschiedenen Situationen aus dem
damaligen Alltag aussehen kann:

  • Wenn dir jemand eine Ohrfeige gibt, dann halte auch die andere Wange hin.
  • Wenn das Gericht dir etwas pfändet, gib mehr als du müsstest.
  • Wenn du zur Arbeit gezwungen wirst, mach mehr als du müsstest.

In den Beispielen erzählt Jesus von Leuten, die von Anderen unterdrückt werden. Im Text selber wird nicht begründet, welchen Sinn es hat, so zu handeln. Im Zusammenhang mit dem nachfolgenden Abschnitt wird jedoch deutlich: „Ihr sollt aber vollkommen sein, so wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (V.48) Dieser Vers bezieht sich meines Erachtens auch auf die Verse 38-42:
So sieht praktizierte Feindesliebe aus. Wenn ihr euch so verhaltet, dann spiegelt ihr Gottes Liebe wider
und bringt Menschen dazu, nach Gott zu fragen.

Welche Situationen aus deinem Alltag fallen dir ein, in denen du schon einmal auf Gegengewalt
verzichtet hast oder, in denen du das nächste Mal darauf verzichten könntest?

V. 43:

Das Gebot, den Feind zu hassen steht nicht in 3. Mose 19,18 und auch sonst nicht so wörtlich im Alten Testament. In 5. Mose 7,1-5 kannst du allerdings einen Text finden, der in diese Richtung geht. Es wird davon ausgegangen, dass das Gebot der Nächstenliebe damals von jüdischen Gelehrten oft
so ausgelegt wurde: „Liebe deinen Nächsten und hasse deinen Feind“. Jesus stellt dem seine
Auslegung gegenüber.
Forsche im Alten Testament und lies selbst die angegebenen Texte nach!

V. 44-48:

Wer sind unsere Feinde? Durch die Wortwahl im griechischen Urtext wird deutlich: Es geht
schwerpunktmäßig um die Feinde der christlichen Gemeinde. Das sind Feinde von Menschen, die
Jesus in ihrem Leben haben. „Bestechliche Steuereintreiber“ (V.46) und „die, die Gott nicht kennen“ (V.47) waren wohl solche „Feinde“. Jesus selbst lebt vor, wie er sich das vorstellt: Er isst mit Zöllnern und lädt einen ein, mit ihm zu kommen. (Markus 2,14ff., Berufung des Jüngers Levi.) Er kümmert sich auch um Menschen, die keine Juden sind, d.h. die Gott nach damaliger Auffassung nicht kannten (Mt. 8,5 ff., Hauptmann von Kapernaum). Jesus zeigt seine Liebe Menschen, die von anderen ausgeschlossen werden und handelt sich gerade damit jede Menge Ärger ein.

Jesus geht es bei seiner Forderung („Liebt eure Feinde! Betet für sie“) darum, klarzumachen: Gottes
Liebe ist nicht auf einen bestimmten Personenkreis begrenzt. Gottes Liebe ist grenzenlos. Und so soll
die Liebe der Menschen auch sein. So eine Art der Liebe kennzeichnet diejenigen, die zu den
Nachfolgern Jesu gehören.

„Vollkommen sein“ meint Matthäus dabei durchaus so wie er es schreibt: Vollkommen ist, wer Gottes
Gebote ohne Abstrich befolgt. Durch diese Vollkommenheit soll sich die Gemeinde von denen, die
nicht dazu gehören, unterscheiden. Wie soll das jemals jemand erfüllen können? Vollkommenheit ist für
Matthäus eine AUFGABE, vor der wir Christen stehen. Eine Aufgabe, die alle in Bewegung setzt. Auf
dem Weg, zur Bewältigung der Aufgabe, können verschiedene Leute unterschiedlich weit sein. Das
heißt: Nicht in Denkmuster verfallen, die dir sagen: „das schaff ich doch nie, also lass ich es ganz“,
sondern immer wieder versuchen weiterzukommen. Gott selbst ist dabei derjenige, der das
Weiterkommen ermöglicht.

Im Matthäusevangelium ist immer wieder wichtig: Christsein ist mehr als eine Einstellung. Es geht
auch darum, wie du dich verhältst. Gottes Liebe kann es dir sogar möglich machen, deine Feinde zu
lieben. Kannst du dir vorstellen, wie sich so etwas anfühlen kann? Im Text steht nicht: Feinde werden
zu Freunden durch die Liebe. Feinde bleiben Feinde und deine Aufgabe ist es, sie zu lieben. Wie kann
das gelingen? Wie sieht das konkret aus? Versuche doch mal für deinen „Feind“ zu beten, wie es
Jesus selbst vorschlägt. Und als Nächstes klappt vielleicht auch das Freundlichsein…

Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen:

Die Jugendlichen erleben Benachteiligung und kennen „Feinde“. Ich habe schon so einige Jugendgruppen erlebt. Was mir dabei auffiel: Es gibt meistens ein oder mehrere „Opfer“, auf denen der Rest der Gruppe rumhackt. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Jemand fällt aufgrund der finanziellen Situation seiner Familie, aufgrund einer Krankheit oder wegen Verhaltensauffälligkeiten auf. Manchmal gibt es auch „Opfer“ ohne ersichtlichen Grund. Dass jemand also „Feinde“ innerhalb seiner Gruppe oder seiner Schulklasse hat, ist leider fast schon alltägliches Erleben geworden. Ihr habt die Chance, durch diesen Text, mit euren Teenies ins Gespräch zu kommen, über ihren Alltag und auch darüber, wie innerhalb der Gruppe miteinander umgegangen wird. Nutze diese Chance!

Methoden zur Texterarbeitung:

  • Die Karten-Methode:

Du fertigst folgende Karten an. (Wenn du magst mit Grafik.) Jeder Jugendliche und Mitarbeiter hat dabei sein eigenes Karten-Set:
Beispiel für eine Karte:

  • Ich ärgere mich!
  • Ich stimme zu!
  • Frage!
  • Neue Erkenntnis!
  • Joker!

Nach einem kleineren Textabschnitt lässt du jeden eine Karte ausspielen, die für ihn/sie gerade am besten passt. Der Joker bedeutet dabei: Alle anderen Kategorien passen nicht.

Komme über die ausgespielten Karten ins Gespräch: Worüber ärgerst du dich? Was ist
deine Frage? …
Vielleicht fallen dir auch noch andere Kategorien ein? Dann erfinde einfach welche dazu.

  • Streichholzrunde:

Eine Streichholzschachtel wird rumgereicht. Die Person, bei der die Schachtel gerade ist, nimmt ein
Streichholz raus und zündet es an. Solange es brennt darf die Person über das Thema „Feindesliebe“
und/oder über den Bibeltext reden. (Nur bei redefreudigen Gruppen!!! Sonst wird es wohl eher eine
schweigsame Runde…)

  • Rundherum-Gespräch:

Jeder Teilnehmer hat ein Blatt vor sich. Auf dieses schreibt er eine Aussage oder Frage zum Bibeltext.
Die Blätter werden nach rechts weitergegeben. Der Nebenmann schreibt eine Antwort oder Aussage
dazu. Dann wird wieder weitergegeben. Das wird so lange gemacht, bis die Blätter wieder beim
Fragesteller sind. Er/Sie hat jetzt viele Antworten und Kommentare. Darüber kann im Anschluss ins
Gespräch gekommen werden.

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Wie findest du die Forderungen, die Jesus hier stellt?
  • Wie kommt hier Jesus bei dir rüber?
  • Kennst du dich aus mit dem Thema „Mobbing“? Evtl. erlebst du es in der Schule oder irgendwo anders. Was würde sich Jesus von Dir wünschen? (wwjd!)
  • Gibt’s etwas, dass du dir konkret vornimmst, wie du in Zukunft mit deinem „Feind“ umgehen
    möchtest?
  • Impuls (siehe Einstieg): Was ist dir persönlich beim Vorbereiten wichtig geworden?
    Was möchtest du den Teenies mit auf den Weg geben?

Vers für Vers:

V. 29:

Jesus war mit seinen Jüngern (Schülern) 2-3 Jahre in Israel unterwegs. Er lehrte, predigte und erzählte in den Städten von Gott. Außerdem hat er immer wieder Menschen gesund gemacht. Außer den Jüngern, die die ganze Zeit mit Jesus unterwegs waren, gab es auch immer wieder eine unterschiedlich große
Volksmenge, die Jesus nachging.

V. 30:

Dass Kranke am Straßenrand saßen, war nichts Außergewöhnliches. Sie baten um Gaben, die ihnen das Überleben sicherten, da sie aufgrund ihrer Krankheit nicht arbeiten konnten.
Sie scheinen gewusst zu haben, wer dieser Jesus ist und was er tut. Sie rufen ihn laut und bitten ihn um Erbarmen. Sie nennen ihn Jesus „Sohn Davids“. Jesus stammt tatsächlich auch vom großen jüdischen König David ab (vgl. Matthäus 1,6). Außerdem war „Sohn Davids“ damals noch ein besonderer Titel. Die Menschen erwarteten einen „Sohn Davids“, der mit viel Weisheit und Macht (auch über Krankheit) dem Volk helfen würde. Die Blinden erwarten von Jesus, dass er ihnen hilft.

Was erwartest du von Jesus?

V. 31:

Den Menschen ist das laute Rufen der Blinden lästig. Sie befehlen ihnen daher zu schweigen. Doch die beiden lassen sich davon nicht abhalten. Sie rufen nur noch lauter.

Hast du es schon erlebt, dass andere Menschen dich davon abhalten wollten, nach Jesus zu rufen oder an ihn zu glauben? – Wie ging es dir? Was hast du gemacht?

V. 32:

Jesus bleibt stehen. Das Rufen der beiden lässt ihn anhalten. Er ruft die Blinden zu sich. Jesus fragt sie, was er für sie tun soll. Warum fragt er das? Ist es nicht eigentlich offensichtlich, was sie brauchen? Jesus fragt trotzdem. Er will, dass sie es ihm selbst sagen. Denn plötzlich sehen zu können, bedeutet für sie eine
dramatische Lebensveränderung. Sie werden nicht mehr jeden Tag betteln gehen. Sie werden arbeiten müssen. Sie werden einen völlig anderen Alltag haben. Sie werden sich von allem, was sie gewöhnt sind, verabschieden müssen. Jesus fragt sie: Wollt ihr das wirklich?

Wenn Jesus dich fragt, was du von ihm willst: Was antwortest du? Was würde sich damit in deinem Leben ändern?

V. 33:

Die Beiden antworten Jesus klar und deutlich: Herr! Wir wollen sehen! Die beiden Blinden nennen Jesus „Herr“.

Wer ist Jesus deiner Meinung nach? Wer ist Jesus für dich? Freund, Helfer, guter Mensch, Arzt, Prediger, Menschenkenner, Herr?

V. 34:

Jesus hat Mitleid mit den beiden. Wörtlich steht da: Ihm drehte sich der Magen um. Jesus zeigt Gefühl. Es tut ihm weh, die Not der beiden zu sehen. Jesus ist nicht cool und distanziert. Er fühlt mit.
Was denkst du, was Jesus fühlt, wenn er dir gegenübersteht?
Und Jesus greift ein. Als er ihre Augen berührt, können sie sofort sehen und sie gehen mit Jesus. -> Sehen und Gehen. Das gehört für die beiden direkt zusammen.

Wo wünschst du dir solche Wunder von Jesus?
Wo begegnest du Jesus?
Welche Auswirkungen hat es in deinem Leben, wenn du Jesus triffst?

Methoden zur Texterarbeitung:

  • Szenen nachstellen:
    • Material: VIELE Lego- bzw. Playmobilfiguren
    • Den Text in Szenen aufteilen
    • Ein bis zwei ausgewählte Szenen mit den Figuren nachstellen. Wer möchte:
      Mit einem Handy festhalten
    • Ins Gespräch kommen: Was gefällt euch an dieser Szene? Wie könnte es
      danach weiter gehen? (Fortsetzungsgeschichten überlegen.)
  • Bibel teilen:
    • Beim stillen Lesen wählt jeder einen Satz/Satzteil aus, der für ihn besonders ist. (z.B. besonders gefällt, besonders ärgert, besonders unverständlich ist…)
    • In einer ersten Runde liest jeder UNKOMMENTIERT (von sich selbst und
      anderen!) seinen Satz.
    • In einer zweiten Runde sagt jeder, warum er diesen Satz gewählt hat. Immer
      noch UNKOMMENTIERT.
    • Erst in der dritten Runde wird aufeinander Bezug genommen. Z.B. werden
      Fragen geklärt, sich miteinander über gemeinsame Lieblingsstellen gefreut,
      aufgenommen, was sie ärgert usw. Hier kann auch folgende Frage
      herausgearbeitet werden: Was ist für uns jetzt und heute wichtig geworden?!
  • Västeras-Methode:
    • Material: ausgedruckten Bibeltext und Bleistifte (nicht jeder schreibt gerne in seine Bibel…, obwohl ich immer dazu ermuntern würde, die eigene zu benutzen.)
    • Es gibt drei Zeichen:
      ! –> Diese Stelle halte ich für besonders wichtig
      ? –> Diese Stelle verstehe ich nicht.
      ^ –> Diese Stelle berührt mich (ärgert mich, freut mich,…)
    • Mit diesen Zeichen werden die einzelnen Verse markiert. Es darf jedes
      Zeichen mehrmals verwendet werden. Es muss nicht jeder Vers ein Zeichen
      bekommen.
    • Dann geht man gemeinsam Vers für Vers bzw. den Zeichen nach („Wer hat
      ein Fragezeichen?“) den Text durch.
    • Tipp bei Fragen: Es bringt viel eine Frage an die Gruppe weiterzugeben.
      Vielleicht hat einer der Teenies eine gute Antwort dazu. Wenn ihr als Mitarbeiter
      zu schnell Antworten gebt, wird sich bald keiner mehr trauen, selbst nach
      Antworten zu suchen.

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Kennst du jemanden, der blind ist? Hast du schon einmal einen Blindenparcours durchlaufen? Wie stellst du es dir vor, blind zu sein?
  • Teilt die Gruppe in vier Kleingruppen (Jünger, Jesus, Volk, Blinder): Jede Gruppe soll sich in einen der jeweiligen Charaktere hineinversetzen. Was würdet ihr denken/fühlen/sagen/tun, wenn ihr das live miterlebt hättet? – Tauscht euch darüber in der großen Runde aus.
  • Jesus hat Mitleid mit den beiden Blinden. Es dreht ihm den Magen um. Jesus hat Mitgefühl. Was fühlt Jesus, wenn er dir gegenübersteht? (Stolz, Trauer, Mitleid, Liebe, Hoffnung, Freude…)
  • Die beiden Blinden nennen Jesus „Herr“. Wer ist Jesus deiner Meinung nach? Wer ist Jesus für dich? Freund, Helfer, guter Mensch, Arzt, Prediger, Menschenkenner, Herr?
  • Evtl. kurzer Impuls eines Mitarbeiters: Warum bist du mit Jesus unterwegs? Hast du schon einmal ein Wunder von Jesus erlebt? Wie war das? Wenn du noch kein Wunder erlebt hast: warum bist du dann trotzdem mit Jesus unterwegs?
  • Das Leben der Blinden verändert sich radikal. Was soll sich in deinem Leben verändern? Was müsste passieren, damit du mit Jesus mitgehst?

Hintergründe zum Bibeltext:

Was davor und danach passiert:

Vom ersten Tag an, als Jesus öffentlich auftritt (Kap 4,14f), tut er zwei Dinge: den Menschen von Gott erzählen (V. 16-30) und jeden gesund machen, der zu ihm kommt V. 31-41). Es ist also nachvollziehbar, dass Jesus schon ziemlich bekannt ist, als er da am Ufer steht und predigt.
Nach der Berufung des Simon und seiner Kameraden geht’s im Grunde so weiter: Jesus macht Menschen gesund (einen Aussätzigen und einen Gelähmten) und ruft andere (Zöllner Levi) dazu auf, mit ihm zu leben.

Vers für Vers:

V. 1 – 3:
Als Jesus predigt, dauert es nicht lange und die Menschenmenge wird so groß, dass sie kaum mehr Platz am Strand haben. Jesus ist unkompliziert und kreativ – ein Fischerboot als schwimmende Kanzel. Und Simon sitzt hinter Jesus und hört aus nächster Nähe, was dieser sagt.

V. 4:
Jesus hat die Menschen im Blick. Sogar beim Predigen! Er merkt, dass Petrus niedergeschlagen ist von der vergangenen Nacht. Wahrscheinlich hat er am Ufer schon gesehen, dass die Kameraden mit ihren leeren Netzen nicht so gut drauf waren. Kein Wunder, wenn man stundenlang vergeblich arbeitet.
Jesus will aber den Simon gewinnen – für sich! Er will, dass er ihm vertraut. Deshalb die ungewöhnliche Aufforderung.

V. 5 – 7:
Und Simon lässt sich drauf ein. Anfänglich zögert er noch – wen wunderts. “Aber wenn du es sagst” – wörtlich heißt es hier: “Auf dein Wort” – probier ich’s doch noch. Simon vertraut dem Wort von Jesus und wird nicht enttäuscht. Das Boot ist derart voll, dass sie alleine gar nicht mehr fertig werden.

V. 8 – 10a:
“Als Petrus begriff…!” In diesem Moment gehen dem Simon die Augen auf. Plötzlich merkte er, dass es Jesus nicht in erster Linie um einen guten Fischfang oder eine erfolgreich abgeschlossene Arbeitsnacht ging. Dass Jesus Wunder tun kann, “wusste” er im Prinzip schon, seit dieser im Haus seiner Schwiegermutter war und diese geheilt hatte (Kap 4,38f). Jetzt aber betrifft es sein eigenes Leben. Er merkt: Jesus kümmert sich nicht nur um mein leeres Boot, sondern im Grunde um mein leeres
Leben. Und gleichzeitig geht ihm auf: Ich passe nicht zu Gott. Mein ganzes Leben ist so dreckig, dass ich gar nicht verdient habe, bei diesem Jesus zu sein.

V. 10b:
“Fürchte dich nicht!”, so heißt es im Original. Jesus befreit uns von dem Dreck unseres Lebens und füllt unser leeres Leben. In Weihnachten, Ostern und Pfingsten hat Jesus für die Sünde der Welt bezahlt und uns durch seinen Geist zu seinen Kindern gemacht. Auch den Petrus. Auch dich und mich! Deshalb brauchen wir weder vor Gott, noch vor uns oder irgend einem Menschen Angst haben. Menschen,
die mit Jesus leben, dürfen angstfrei leben! Jesus befreit uns nicht nur von dem alten Leben, er befreit uns auch zu einem neuen Leben! Mit dieser Befreiung gibt es einen neuen Auftrag für Simon: Menschen
fischen. Genaugenommen fordert Jesus ihn gar nicht auf, sondern stellt es wieder durch sein mächtiges Wort klar: Du wirst In Zukunft Menschen fischen! Was für eine Kraft!

V. 11:
„Sobald sie am Ufer angelegt hatten,…“. Die Szene spielte sich also gerade noch im Fischerboot ab, das da auf dem Wasser schaukelte. Wenn man überwältigt ist von einem Erlebnis, ist man schnell beeindruckt. Gefühle aller Art können uns zu allen möglichen Entscheidungen bringen. Ob es ernst ist, zeigt sich, wenn der Alltag wieder kommt. Simon wusste jetzt, wer dieser Jesus ist. Er hatte gehört, dass Jesus ihm einen
neuen Auftrag gegeben hatte. Nachdem er wieder festen Boden unter seinen Füßen hatte, blieb er bei seinem Entschluss – er gab sein altes Leben auf und lebte ab jetzt mit Jesus. Seine Freunde machten es ebenso.

Mögliche Methoden zur Texterarbeitung:

  • Bibel teilen:
    • Beim stillen Lesen wählt jeder einen Satz/Satzteil aus, der für ihn besonders ist. (z.B. besonders gefällt, besonders ärgert, besonders wichtig oder auch unverständlich ist…)
    • In einer ersten Runde liest jeder UNKOMMENTIERT (von sich selbst und anderen!) seinen Satz vor
    • In einer zweiten Runde sagt jeder, warum er diesen Satz gewählt hat. Immer noch UNKOMMENTIERT.
    • Erst in der dritten Runde wird aufeinander Bezug genommen, z.B. Fragen klären, sich miteinander über gemeinsame Lieblingsstellen freuen, ansprechen, was uns ärgert usw. Hier kann auch herausgearbeitet werden: Was ist für uns jetzt und heute wichtig geworden.
  • Hör zu-Methode:
    • Ein Freiwilliger liest den Text vor (evtl. auch ein Mitarbeiter. Es ist wichtig, dass gut gelesen wird). Die anderen hören einfach zu. Ist der Text zu Ende gelesen, darf in einer kurzen Pause jeder in Stichpunkten aufschreiben, was er noch weiß. Anschließend versuchen alle zusammen die Geschichte nachzuerzählen.
    • Danach: den Text nochmal lesen. Was habt ihr vergessen beim Nacherzählen? Was habt ihr anders in Erinnerung?
  • Szene nachstellen:
    • Material: VIELE Lego- bzw. Playmobilfiguren
    • Den Text in Szenen aufteilen
    • Ein bis zwei ausgewählte Szenen mit den Figuren nachstellen. Wer möchte:
      Mit einem Handy festhalten
    • Ins Gespräch kommen: Was gefällt euch an dieser Szene? Wie könnte es
      danach weiter gehen? (Alternative Geschichten überlegen.)
  • Bibel-Puzzle:
    • Achtung: Bei dieser Methode gibt es einen anderen Ablauf. Hier NICHT VORHER den Text lesen, er wird hinterher gelesen!!!
    • Bastle dir ein Bibel-Puzzle. Drucke dazu den Bibeltext aus
    • Zerschneide ihn bei den Absätzen und mische gut durch. (Bis hierhin bitte alles VOR Beginn erledigt haben.)
    • Dann drücke jedem Jugendlichem einen Abschnitt in die Hand und gib ihnen den Auftrag, den Text in die richtige Reihenfolge zu puzzeln.
    • Sind die Teenies fertig, schlage mit ihnen die Bibel auf und lest, ob euer Puzzle stimmt.

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Hattest du schon mal ein Erlebnis, dass dich “umgehauen” hat?
  • Stell dir vor, du wärst einer dieser Fischer. Hättest du das Netz nochmal
    rausgeworfen?
  • Was müsste heute passieren, damit du Jesus nachfolgst?
  • Wie kann denn das “Menschenfischen” praktisch aussehen. Hast du das
    schon mal probiert?


Hintergrund zum Bibeltext:

Mitten im Matthäus-Evangelium:

Jesus war mit seinen Jüngern jetzt schon viel unterwegs gewesen. Sie haben viel miteinander erlebt: Streitgespräche mit den Pharisäern (die waren oft gegen Jesus; z.B. in Kap. 12), Menschen
wurden geheilt (Kap. 8 und 9) und Jesus hat seinen Jüngern schon viel über den Glauben und Gott
erzählt (z.B. von Kap. 5 bis 7).
Direkt vor der Geschichte auf dem See hatten Jesus, seine Jünger und über 5000 Menschen den
Tag gemeinsam verbracht. Am Ende des Tages hatten alle Hunger. Doch die Jünger konnten gerade
einmal 5 Brote und 2 Fische auftreiben. Jesus sprach ein Gebet und dankte Gott dafür. Daraufhin
wurden 5000 Männer mit ihren Frauen und Kindern satt.
Ein paar Kapitel vorher war Jesus schon einmal mit seinen Jüngern auf dem See Genezareth
unterwegs (Mt. 8,23-27). Damals gab es auch einen heftigen Sturm, doch Jesus war mit den
Jüngern im Boot und sprach dann ein Machtwort, sodass der Sturm und die Wellen sofort
aufhörten.

Vers-für-Vers-Erklärung:

V. 22+23: Sofort danach schickte Jesus seine Jünger zum Boot zurück und befahl ihnen, ans
andere Ufer überzusetzen, während er die Menschen nach Hause entließ. Dann stieg er allein in die Berge hinauf, um dort zu beten. Als es dunkel wurde, war er immer noch allein dort oben.

Schon den ganzen Tag waren Jesus und seine Jünger am Ufer des Sees Genezareth. Da hatten sie
einen vollen Tag mit weit über 5000 Menschen gehabt. Jesus hatte Menschen geheilt und sich mit
vielen unterhalten. Als es Abend wird, wird den Jüngern bewusst, dass sie weit weg von jeglicher
Zivilisation sind, dass alle ein Abendessen brauchen und von den Jüngern natürlich keiner
so viel dabei hat. Für Jesus ist das kein Problem. Er dankt für das bisschen Essen, das da ist, und
ein Wunder geschieht, sodass es für alle Menschen reicht (5000 Männer + Frauen + Kinder!).
Nach so einem Tag braucht jeder Mal eine Pause. Mindestens vier der Jünger waren Fischer und
kannten sich damit aus, wie man ein Boot fährt, und so schickt Jesus sie schon mal vor an die
andere Seite des Ufers.
Der See Genezareth ist 21 km lang, an der breitesten Stelle 12 km breit und circa 40 m tief.
Es gibt dort viele Fische und die Jünger, die von Beruf Fischer waren, hatten auf diesem See schon
viel Zeit verbracht.
Jesus kommt auf andere Art zur Ruhe. Er geht allein auf einen Berg und nimmt sich Zeit, um zu
beten, mit Gott zu reden. Sicher hat er mit Gott den Tag besprochen, ihm erzählt, was für ihn gut
oder auch anstrengend war.

V. 24: In der Zwischenzeit gerieten die Jünger weit weg vom Ufer in Seenot, denn ein starker
Wind war aufgekommen, und sie hatten gegen hohe Wellen anzukämpfen.

Der See Genezareth liegt zwischen zwei Bergketten und die Hänge steigen rasch an. Diese
geografischen Gegebenheiten sorgen dafür, dass sich starke Winde entwickeln können, die schnell
aufziehen und in kürzester Zeit für Unwetter und Stürme sorgen können.
Wenn ein Schiff in Seenot gerät, dann bedeutet das für die Besatzung Lebensgefahr. Die Männer
haben dagegen angekämpft, dass das Schiff untergeht und sie mit ins Wasser reißt. Hier ging es wirklich um Leben und Tod!

V. 25+26: Gegen drei Uhr morgens kam Jesus über das Wasser zu ihnen. Als ihn die Jünger
sahen, schrien sie entsetzt auf, denn sie hielten ihn für einen Geist.

Endlich passiert etwas. Mitten in der Nacht, während die Jünger gegen den Sturm kämpfen, sieht
jemand etwas auf dem Wasser. Das, was sie sehen, sieht aus wie ein Geist – zumindest wäre das eine Möglichkeit, denn wer hat schon einmal einen Geist gesehen? Den Jüngern ist sofort klar, dass das kein normaler Mensch sein kann. Wer auch immer das ist, entweder er kann zaubern, oder er hat etwas mit Gott zu tun. Das macht den Jüngern Angst. Erst dieser schreckliche Sturm und jetzt auch noch ein Geist, der auf dem Wasser geht – das waren zwei Dinge, gegen die sie überhaupt nichts ausrichten konnten. Hier passierte etwas in ihrem Leben, über das sie keine Kontrolle haben.

V. 27: Doch Jesus sprach sie sogleich an: »Es ist gut«, sagte er. »Ich bin es! Habt keine Angst.«

Jesus weiß, was er in den Jüngern auslöst – schließlich stammte er aus der gleichen Kultur. Deshalb sorgt er sofort dafür, dass das Angstgefühl ein Ende hat. Er ergreift die Initiative und spricht die Jünger an. Wenn Jesus Menschen anspricht, dann möchte er Leben verändern. Das gilt auch noch für uns heute. Jesus will dein Leben verändern und hat dir was zu sagen. Vielleicht war es für die Jünger gar nicht so leicht, die Stimme von Jesus aus dem Lärm des Sturms herauszuhören. Bei unserem vollen Alltag, kann es auch leicht passieren, dass wir so beschäftigt und abgelenkt sind, dass wir gar nicht mitbekommen, dass Jesus uns etwas sagen möchte. Bei diesem Bibelvers ist es auch ganz spannend verschiedene Bibelübersetzungen zu lesen. (Fasst Mut! Habt keine Angst! Erschreckt nicht! Seid getrost!) Alle diese Aussagen sagen dir: Wer Jesus begegnet, der braucht keine Angst zu haben. Jesus ist auch im Sturm dabei und lässt dich nicht allein.

V. 28+29: Da rief Petrus ihm zu: »Herr, wenn du es wirklich bist, befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.« »Dann komm«, sagte Jesus. Und Petrus stieg aus dem Boot und ging über das Wasser, Jesus entgegen.

Petrus hat schnell geschaltet. Er kennt Jesus jetzt schon ein paar Monate, und er ist sich sicher, dass Jesus ihn nicht verarscht. Er sagt ja auch „Herr“ zu Jesus und zeigt damit, dass er Jesus vertraut und glaubt, dass er hier keinen Albtraum hat, sondern dass alles Realität ist. Und wenn Jesus wirklich auf dem Wasser gehen kann, dann glaubt Petrus auch, dass er es mit der Hilfe und dem Glauben an Jesus auch kann. (Petrus sagt ja nicht: „Jesus warte mal, ich komm auch.“ Sondern er weiß, dass er nur auf dem Wasser gehen kann, wenn Jesus ihm den Auftrag dazu gibt und ihm dabei hilft.) Jesus nimmt den Glauben von Petrus ernst. Das finde ich ziemlich beeindruckend und sehr wertschätzend von Jesus!

V. 30: Als er sich aber umsah und die hohen Wellen erblickte, bekam er Angst und begann zu versinken. »Herr, rette mich!«, schrie er.

Petrus ändert seine Blickrichtung. Er schaut nicht mehr auf Jesus, sondern er schaut auf die Wellen, und plötzlich merkt er, in was für eine verrückte Situation er geraten ist. Das was ihm vorhin im Boot schon Angst gemacht hat, ist jetzt wieder seine größte Sorge. Und dann passiert es: er zweifelt daran, dass er mit Jesu Hilfe auf dem Wasser gehen kann und sinkt in das Wasser. Doch dann macht Petrus das einzig Richtige: er bittet Jesus darum, dass er ihm hilft.
Manchmal ist das bei uns im Leben ähnlich. Da hat man schon gemerkt, dass Jesus in schwierigen
Situationen hilft, aber auf einmal ist man doch wieder völlig ratlos und hilflos. Diese Geschichte
zeigt auch, dass man selbst, wenn man an Jesus glaubt und ihm vertraut, immer wieder Zweifel
haben kann.

V. 31: Sofort streckte Jesus ihm die Hand hin und hielt ihn fest. »Du hast nicht viel Glauben«, sagte Jesus. »Warum hast du gezweifelt?«

Jesus lässt sich nicht zweimal bitten. Er hilft sofort!
Ich glaube nicht, dass die Frage „Warum hast du gezweifelt?“, von Jesus rhetorisch gemeint war.
Jesus will Petrus nicht bloßstellen. Er möchte, dass Petrus darüber nachdenkt, was ihn davon
abgehalten hat, Jesus so zu vertrauen, wie in dem Moment, in dem er aus dem Boot gestiegen ist.

V. 32+33: Als sie schließlich zurück ins Boot stiegen, legte sich der Wind. Da beteten ihn die Jünger an. »Du bist wirklich der Sohn Gottes!«, riefen sie.

Ist dir schon aufgefallen, dass es die ganze Geschichte über gestürmt hat und sich der Sturm erst
JETZT legt? Jesus hat den Sturm mit den Jüngern durchlebt. Wer an Jesus glaubt, der merkt auch,
dass es „Stürme” gibt – Zeiten, in denen alles durcheinander geht – aber Jesus ist dabei. Wenn Du
es wagst, Jesus zu vertrauen, dann lässt er dich nicht hängen!
Jetzt haben die Jünger sicher gewusst: Jesus ist wirklich ein ganz Besonderer. Er ist der Sohn Gottes, und sie wollen auch in Zukunft ihr Leben mit ihm teilen.

Der Text und die Lebenswelt der Jugendlichen:

  • In diesem Bibeltext wird uns davon berichtet, wie das Leben der Jünger aus den Fugen gerät.
    Der Sturm war so wild, dass sie um ihr Leben gefürchtet haben. Jugendliche erleben auch viele
    Stürme im Leben: die Eltern trennen sich, die Schule fordert zu viel, und sie bringen nicht die
    nötigen Leistungen, man wird von anderen Jugendlichen gemobbt oder muss dabei zusehen,
    dass sich der beste Freund oder die beste Freundin etwas antut, weil er oder sie nicht mit dem
    Druck zurecht kommt. Wer hilft einem da? Was gibt da noch Halt?
    In diesem Bibeltext können die Jugendlichen einen Jesus erleben, der in den Stürmen dabei
    bleibt und hilft, wenn man ihn bittet.
  • Es ist gar nicht so leicht, sich auf Jesus einzulassen. Immerhin können wir ihn heute nicht mehr sehen. Jugendliche haben viele Angebote und Möglichkeiten. Sport, Feuerwehr, Party, … das alles soll nicht schlecht gemacht werden, aber gönnen sie sich auch die Möglichkeit, etwas mit Jesus zu erleben? Es ist schwierig, bei all den Optionen die Stimme von Jesus zu hören.
  • In Vers 33 sind sich die Jünger einig: Jesus ist Gottes Sohn. Was sagen die Jugendlichen dazu? Wer ist Jesus? Ein frommer Spinner, ein Zauberer, eine Legende, …?
  • Als Jugendlicher will man was erleben – wer will schon ein langweiliges Leben? Leider können sich viele nicht vorstellen, dass man mit Jesus etwas erleben kann. Vielleicht können die Mitarbeiter etwas davon erzählen, was sie mit Jesus erlebt haben?

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Welche Situationen gibt es in deinem Leben, bei denen du Angst hast, dass sie dir über den
    Kopf wachsen, du sie nicht in den Griff bekommst und du darin untergehst?
    • Das könnte man auch allgemein in die Runde fragen: „In welchen Situationen kann es sein,
      dass man Angst hat?“
    • Oder anonym auf Zettel schreiben lassen.
  • Hättest du dich getraut, Jesus beim Wort zu nehmen und aus dem Boot zu steigen?
  • Was für Situationen gibt es bei dir, die dich daran zweifeln lassen, dass du Jesus vertrauen kannst?
  • Was könnte dabei helfen, aus dem Boot auszusteigen und auf Jesus zuzugehen?
  • Was hättest Du am Ende gesagt, wenn Du einer der Jünger gewesen wärst, der im Boot sitzen
    geblieben ist?
  • Welches alternative Ende hätte es zu Vers 33 geben können?

Methoden zur Texterarbeitung:

  • Die Puzzle-Methode:

Drucke den Bibeltext gut leserlich (in großer Schrift aus). Schneide ihn dann in Einzelteile. Hier kannst unterschiedliche Schwierigkeitsgrade machen: Für eine Gruppe, die sich schon besser in der
Bibel auskennt, können die Textabschnitte pro Schnipsel kürzer sein. Für eine Gruppe, die sich noch
nicht so gut auskennt, kannst du etwas längere Textabschnitte machen.
• Lass die Gruppe die Textschnipsel sortieren.
• Tauscht euch dann darüber aus, was euch aufgefallen ist.
• Lest den Originaltext noch einmal.
• Fällt euch etwas auf? Habt ihr Textteile an eine andere Stelle sortiert und wenn ja, warum?
Wenn ihr eine große Gruppe seid, kannst du auch mehrere Puzzlesets machen und die Gruppe in
Kleingruppen einteilen. Dann könnt ihr nach dem Sortieren eure Ergebnisse vergleichen.

  • Västeras-Methode:
    • Material: Post it-Streifen, die am Bibeltext seitlich platziert werden, Stifte…
    • Es gibt drei Zeichen:
      ! –> Diese Stelle halte ich für besonders wichtig
      ? –> Diese Stelle verstehe ich nicht.
      ^ –> Diese Stelle berührt mich (ärgert mich, freut mich,…)
    • Mit diesen Zeichen werden die einzelnen Verse markiert. Es darf jedes Zeichen mehrmals
      verwendet werden. Es muss nicht jeder Vers ein Zeichen bekommen.
    • Dann geht man gemeinsam Vers für Vers bzw. den Zeichen nach („Wer hat ein Fragezeichen?“)
      den Text durch.
  • Szenen-Gedankenblasen-Methode:

Die Gruppe wird aufgeteilt. Eine Kleingruppe übernimmt jeweils eine Person der Geschichte (Jesus,
Petrus, Jünger). Ihr teilt die Geschichte schon vorher in verschiedene Szenen auf. Nachdem ihr eine
Szene vorgelesen habt, überlegen sich die Gruppen, was ihre Person in dieser Szene wohl gedacht
haben könnten. Das geht dann mit jeder weiteren Szene so. Am Ende kann man den Text und die
dazugehörigen „Gedankenblasen“ der Gruppen vorlesen.


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