Siehe, ich mache alles neu! (Off 21,5)
Die Jahreslosung für 2026 berührt eine Sehnsucht: dass nicht alles beim Alten bleibt, sondern etwas neu wird – in unserem Leben, in unseren Familien und Häusern, bei der Arbeit, in unserer Kirche, in unserer Welt.
Es ist ein Versprechen, das Gott gibt: Der Tag wird kommen, an dem Gott alles neu macht und manchmal dringt schon jetzt aus Gottes Welt ein Lichtstrahl dieses neuen Lebens in unseren Alltag. Dann kann Neues aufbrechen – auch wenn wir das nie für möglich gehalten hätten.
Das Andachtssammlung soll dazu ermutigen, hinzusehen und das Neue zu entdecken, das Gott schenkt.
(Das Liederbuch 2, 131)
„Du gibst mir ein neues Leben. Aus Gnade allein schenkst du mir ein neues Leben, unverdient bin ich ganz dein.“
Es gibt Tage, da bin ich mir ganz sicher, da glaube ich voller Gewissheit, da weiß ich: Es gibt mehr, als ich mir vorstellen kann. Wie ein fest verwurzelter Baum bin ich dann, mit einem starken Halt. Es gibt Tage, da bin ich mir ganz und gar nicht sicher, da ist mein Glaube durchzogen von bohrenden Fragen. Da ist mehr Zweifel als Gewissheit, mehr Frage statt Antwort. Wie ein Baum im Sturm bin ich dann, und alles gerät ins Wanken. Jesus hilf mir! Ich glaube, hilf meinem Unglauben. Ich will mich daran festhalten: Du bist da. Mitten im Sturm. Dennoch. Trotz allem. Ich beginne zu verstehen: Nicht der Baum trägt die Wurzel, sondern die Wurzel den Baum. Nicht ich trage meinen Glauben, sondern mein Glaube trägt mich. Du bist es, in dem ich verwurzelt bin. Wer mich im Zweifel hält, bist Du. Und darum glaube ich nicht etwas, ich glaube Dir! Cornelius Kuttler, Das Liederbuch 1 S. 227
Vielleicht ist es ein Blitzgedanke, ein Gedanke aus heiterem Himmel sozusagen. Vielleicht kommt dir ein Wort in den Sinn und du kannst nachspüren, welche Bedeutung es haben könnte oder was du damit anfangen kannst.
Heute ist ein richtiger Mist-Tag! Nichts klappt! Das fängt schon beim Aufstehen an. Erst mal bist du schlaftrunken gegen die halb geöffnete Tür gerannt und hast dir ordentlich den Schädel angeschlagen. Deine Haare stehen in alle Richtungen ab und überhaupt findest du gar keinen Gefallen an deinem Spiegelbild. Dann hättest du auch noch fast den Bus verpasst, weil deine Jacke nirgends zu finden war. Der Vokabeltest in Französisch war auch nicht so der Hit. „Warum fällt es mir bloß so schwer, die paar Vokabeln in mein Hirn zu ballern? Andere können das doch auch!”, denkst du. Eine witzig gemeinte Bemerkung deiner Freundin bringt dich auf die Palme und bricht fast einen Streit vom Zaun. Zu Hause kippst du dir deine Apfelschorle über die Hausaufgaben und kannst noch mal von vorn beginnen. Dein Handy funktioniert nicht mehr richtig, weil es dir neulich aus der Hosentasche direkt ins Klo gefallen ist. Und deine Eltern sind heute auch schräg drauf. So ein Mist-Tag!
Manchmal geht es uns so. Da geht einfach alles schief und wir können uns selbst nicht leiden. Allen Beteuerungen anderer, dass sie uns toll finden und uns mögen, können wir nicht glauben. Wir stempeln das als billigen Trost ab und trauen der Wahrheit nicht. Sollte uns wirklich jemand lieben können, so wie wir sind? Mark Forster kann ein Lied davon singen, wie uns diese schlechten Gedanken über uns selbst ausbremsen. Und wie wir uns auch selbst unter Druck setzen und das Bild erfüllen möchten, das wir von uns selbst im Kopf haben.
Dabei gibt es einen, der hat ganz andere Gedanken über uns im Kopf. Gott selbst, der uns als sein Ebenbild geschaffen hat. Er leidet da-runter, wenn wir uns von ihm entfernen. Wenn wir selbst Gott nicht mehr glauben, dass wir gewollt und geliebt sind. Wenn wir von uns Unmenschliches erwarten und dann an den eigenen Vorstellungen scheitern. Es macht ihm etwas aus, wenn wir die ursprüngliche Idee, mit ihm gemeinsam unterwegs zu sein, verlassen und unser Leben mit eigener Kraft auf die Reihe kriegen wollen. Manchmal klappt’s ja. Aber manchmal geht auch ordentlich was schief. Gott lässt nicht locker! Er sucht uns. Er will uns zurückholen! Weil er uns liebt!
Lass dich von Gott lieben! Hör auf seine guten Gedanken, die er über deinem Leben spricht! Lass dich feiern. „Genauso ist bei Gott im Himmel mehr Freude über einen Sünder, der ein neues Leben anfängt” (Lk 15,7 GNB). Gott feiert ein Fest im Himmel, weil er dich wieder lieben darf. Er lässt Konfetti für dich regnen. Du hast sogar noch eines auf der Stirn. Oder an der Wange. Hast du schon mal in den Spiegel geschaut? Die braunen Punkte, ob groß oder klein, in deinem Gesicht und an deinem Körper sind „Abdrücke” der Konfettis Gottes!
Bäm! Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Die Welt steht Kopf, „alles glänzt, so schön neu“. Wäre das nicht was? Einfach neu anfangen? Alles hinter sich lassen, was bedrängt, ängstigt, einengt, frustriert?
Der Berliner Musiker Peter Fox haut mit seinem Song „Alles neu“ voller Energie, radikal und bildgewaltig eine Schneise ins Lebensuniversum: „Ich jag’ meine Bude hoch, alles, was ich hab’, lass’ ich los.“ Wenn das doch so einfach wäre.
Aber: Ist so ein fundamentaler Neustart überhaupt dran? Wonach sehne ich mich in meinem Leben? Was soll sich verändern? Was fühlt sich an „wie ’n labbriger Toast“? Will ich wieder klar sehen in einer staubigen Welt? Wieder frei atmen in verbrauchter Luft? Leben mit allen Sinnen, in vollen Zügen?
Wenn es so einfach wäre, meine eigene Geschichte umzuschreiben … Aber „hey“ schreit Peter – „wenn’s dir nicht gefällt, mach es neu.“
Vielleicht steckt viel mehr in mir, als ich bisher entdeckt oder zugelassen habe. Wie könnte ich aktiver werden und dabei merken: „Mir wächst ’ne neue Reihe Beißer“? Ja – ich kann über mich hinauswachsen. Wouh!
Ich pack’s einfach an. „Schluss mit Larifari, ich lass’ all die alten Faxen sein.“ Bleib konsequent dran, „ich will nie mehr lügen, ich will jeden Satz auch so mein’n“. Es bleibt ein Prozess. Ich merke: „Mir platzt der Kopf, alles muss sich verändern.“ Ich kann und will was bewegen, „bereit, die Welt zu retten, auch wenn das vielleicht zu viel gewollt ist“.
Was hilft anzupacken, dranzubleiben? Was sagt Gott zu all dem? Raus aus dem Trott. Schluss mit dem, was mich klein hält. Das Alte hinter mir lassen, etwas Neues wagen. Gut zu wissen, er ist mittendrin auf meinem Lebensweg (Jes 43,18-19 BB). Den lebe ich nach vorn, weil das, was war – war. Gott eröffnet mir die neue Sicht. Deshalb schau ich immer wieder hoch, „weil oben frischer Wind weht“. Wouh!
Tipp: Lied „Alles neu“ anhören und mit Jes 43, 18+19 BB in Verbindung bringen. Was hat es mit mir zu tun? Wo bin ich gefragt? Was kann ich von Gott erwarten?
(LB 135)
Viel weiß ich nicht mehr vom Spanienurlaub meiner Kindheit. Ein Bild hat sich mir eingeprägt: Wir waren wandern. In einem Gebiet, das kurz vorher einen Waldbrand erlebt hat. Wie war ich enttäuscht, als wir dort ankamen. Außer ein paar schwarzen, verkohlten Bäumen sah die Landschaft nicht viel anders aus als überall sonst. Für mich war Spanien trocken, felsig und ziemlich trostlos. Heute weiß ich, die Landschaft war alles andere als trostlos und verlassen. Ich habe Bilder von damals gesehen. Von Vögeln am Himmel. Von kleinen Pflänzchen, die sich unter der Kohle hervordrückten. Von Echsen, die sich auf Steinen sonnten. Bilder vom Leben an einem Ort, an dem ich es nicht erwartet hätte.
Von Trostlosigkeit singt auch Gungor in seinem Lied „Beautiful Things“. Er singt von Schmerzen, dem Wunsch, den eigenen Weg zu finden und Veränderung im Leben zu spüren. Von der Frage, ob Verlorenes in dieser Welt wiedergefunden werden kann. Und ob ein neuer Garten aus altem Boden entstehen kann.
Vielleicht findest du dich in diesen Gedanken wieder. Ich erkenne mich immer wieder darin. Wenn ich Nachrichten sehe, wirkt Vieles in dieser Welt kalt, hart und trostlos. Wenn Krankheit oder Tod meiner Familie, Freundinnen, Freunden oder mir das Leben schwer machen, fühle ich mich verloren. Wenn die täglichen Aufgaben zur Last werden, frage ich mich, ob es je wieder leichter wird.
Doch das Lied endet nicht mit Hoffnungslosigkeit. Gott kann so viel mehr, als uns oft bewusst ist. Er schafft Neues, sogar aus Staub. Er macht uns neu und schafft mit und durch uns Außergewöhnliches. Mit seinem Blick auf die Welt und die Menschen sehe ich Licht und Hoffnung. Ich sehe die guten Nachrichten. Ich glaube dann, dass Krankheit und Tod nicht das Ende unserer Geschichte sind. Ich vertraue ihm. Er findet mich. Immer.
Was macht dein Leben gerade schwer und trostlos? Wo wünschst du dir, dass Gott etwas Neues schafft? Versuche, eine Woche täglich dafür zu beten.
If the stars were made to Worship – so will I (LB2 57)
Ich sitze in Namibia, mitten in der Wüste. Es ist Nacht und über mir breitet sich ein Sternenhimmel aus, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Millionen, Milliarden von Lichtpunkten, bis tief in die Milchstraße hinein. Ich habe noch nie so viele Sterne gesehen. Sie scheinen zu flimmern, zu singen, sich umeinander zu drehen. Kein Lärm, keine Lichtverschmutzung, nur Stille und Weite. Ich fühle mich klein – aber nicht verloren. Im Gegenteil: Ich spüre, dass da ein Gott ist, der mich sieht. Und der auch mit diesem Himmel zu mir spricht.
Das Lied „So will I“ fasst genau das in Worte: „If the stars were made to worship – so will I.“ Wenn die Sterne Gott ehren, will ich es auch. Wenn das ganze Universum durch seine Schönheit Gottes Größe zeigt – warum
nicht auch mein Leben?
Das Lied erzählt von einem Gott, der mit seiner Stimme Galaxien entstehen lässt, der Leben schafft, der spricht – und es geschieht. Und es erzählt von einem Gott, der nicht fernbleibt. Der uns sucht, uns liebt, sogar seinen Sohn für uns gegeben hat. „If You gave Your life to love them – so will I.“ Wenn Gott sich so verschenkt, dann will ich das auch lernen.
Doch oft ist das schwer. Im Alltag vergesse ich schnell zu staunen. Ich bin abgelenkt, mein Kopf ist voll wie ein überfüllter Rucksack – mit Terminen, Erwartungen und innerem Lärm. Vor lauter Ablenkung kommt mir Gott abhanden.
Dann muss ich mal raus – aus meinem Alltag, aus dem Lärm, aus dem Gewohnten. An einen Ort, an dem ich neu sehen und hören kann. Wo ich wieder staune. Wo ich spüre: Gott ist da. Ich werde mir dessen bewusst und ehre damit Gott. Es muss ja nicht unbedingt Namibia sein. Vielleicht reicht auch das Garagendach, auf dem ich schon immer mal sitzen und die Sterne beobachten wollte.
Zum Nachdenken: Gott lädt dich ein, ihm mit deinem Leben zu antworten. Was ist deine Art, Gott zu antworten?
Diese Sammlung enthält Andachten, die anhand von bekannten Songs unterschiedlicher Musikgenres Alltagsthemen von Jugendlichen mit Glaubensinhalten verknüpfen.
Der Wind ist eisig, die Wellen werden immer höher und bedrohlicher. Das Wasser schlägt wie eine schallende Ohrfeige immer wieder ins Gesicht. Das Boot ist kaum noch zu steuern. Das Ruder wird von den Wellen durch das dunkle Wasser hin- und hergerissen. Die Jünger geraten in Panik und sehen dem Tod entgegen. Gerade noch glitt das Boot sanft über den See und nun tobt ein Sturm um sie herum. Die Jünger klammern sich verzweifelt am Boot fest. Das Wasser steigt und steigt. Was sollen sie nur tun? Das Boot droht zu kippen, die Jünger werden ertrinken! Wer kann sie noch retten?
Die Jünger sind nicht allein unterwegs. Jesus ist auch im Boot, aber er schläft. Warum schläft Jesus und warum merkt er nicht, dass sie ertrinken? Die Jünger wecken ihn panisch. Jesus steht auf und spricht: „Sei still! Schweige!” – Und der Sturm legt sich. Jesus stillt den Sturm und rettet somit sich und den Jüngern das Leben (vgl. Mk 4,35-41).
Er rettet auch dich. Jesus rettet dich in deinen Stürmen. Wenn die Welt um dich tobt, die Aufgaben, Ansprüche und Hürden im Leben unüberwindbar scheinen. Wenn du verzweifelt oder einsam bist und nur noch aufgeben möchtest, dann kann Jesus dein Retter sein und dir neue Hoffnung geben.
Sunrise Avenue schreibt in ihrem Lied übersetzt: „Oh mein Freund, du streckst deine Hand aus. Ich nehme sie wie ein Ruder aus der Tiefe.” Jesus streckt dir die Hand entgegen wie ein rettendes Ruder. An diesem Ruder kannst du dich festhalten und dich aus der Tiefe ziehen lassen. Du wirst gerettet. Jesus sortiert dich nicht nach Aussehen oder Fähigkeiten aus. Bei Jesus musst du auch nicht die beste Kleidung, das neuste Handy und die neuste Musik hören. Jesus rettet dich so, wie du bist. Nicht nur das: Jesus vergibt dir! Er vergibt dir dein Verhalten. Alle Worte, die du gesagt hast, aber vielleicht doch gar nicht sagen wolltest und die andere sehr verletzt haben. Jesus nimmt dir die Schuld und die Last. Jesus stärkt dich und lässt dich im Streit mit deinen Eltern oder Geschwistern nicht allein. Er steht dir bei und begleitet dich. Er zieht dich aus deiner persönlichen Tiefe, auch wenn du den Eindruck hast, dass Jesus dir fern ist. Dass er dich gar nicht beachtet, dich vergessen hat und schläft.
Einfach so? Ja, einfach so! Weil ihm so viel an dir liegt! Du fragst dich, wie das geht, dass Jesus eingreift? Mach es wie die Jünger! Sie wecken ihn und bringen ihr Anliegen und ihre Angst zu ihm. Wende dich an Jesus, denn er hebt die Hand und stillt den Sturm. Leg dein Vertrauen in Jesus. Sag ihm, welche Stürme um dich toben und was dir die Kraft im Leben nimmt. Dazu musst du aber nicht wie die Jünger in Todesgefahr sein. Sag ihm auch die kleinen Dinge, die dir schwer fallen oder wo du Angst hast und nicht allein sein möchtest. Du darfst jederzeit Jesus sagen, wie es dir geht. Er begleitet dich und fängt dich immer wieder auf, wenn du fällst. Und noch viel mehr: Er stärkt dich und lädt dich ein, Kind Gottes zu sein.
Jetzt liegt es an dir. Greifst du nach dem rettenden Ruder? Lässt du dich von Jesus retten? Ich wünsche es dir.
Tim hatte genug. Er ließ sich auf sein Bett fallen und starrte an die Decke. Ist das wirklich alles, was das Leben zu bieten hat? Täglich lief das gleiche „Alltags-Lied”, als hätte jemand den Repeat-Modus angeschaltet: das nervige Klingeln des Weckers, raus aus dem Bett, rein in die Klamotten, ab zur Schule, später wieder nach Hause, Hausaufgaben machen, schnell etwas essen, Aufgaben zu Hause erledigen, mit Freunden schreiben, Musik hören, abschalten, müde ins Bett fallen mit immer den gleichen Gedanken: So ist also der „Song meines Lebens”?
In seinem Kopf begannen die Gedanken Achterbahn zu fahren. Warum war sein Leben so, wie es war? Und warum erlebten immer nur die anderen die krassen Storys? Wann kommt endlich der Tag, an dem er von „voll den Wundern” auf dem Schulhof berichten konnte? Wunder hatte er schon abgeschrieben. Was sollte schon wundervolles passieren?
Da er nicht schlafen konnte, stand er noch einmal auf, um sich in der Küche etwas aus dem Kühlschrank zu holen. Auf dem Weg dorthin musste er am Wohnzimmer seines Opas vorbei, der, wie jeden Abend, in seinem Ohrensessel saß und immer das Gleiche tat: Er las in der Bibel. Weil Opa sich immer freute, wenn jemand bei ihm war, setzte er sich einen Moment zu ihm. Er fragte ihn: „Opa, sag mal, warum gibt es auf dieser Welt keine Wunder mehr zu erleben?” Opa sah ihn mit einem Blick an, der seine ganze Lebenserfahrung ausstrahlte. Er blätterte durch die Bibel und zeigte auf einen Satz. Er sagte: „Lies mal, mein Junge!” Ohne große Erwartungen an das Buch begann er, den Teil, auf den Opa zeigte, vorzulesen: „Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern” (Ps 66,5 Lu). „Ja, Opa, ich weiß schon, dass Gott viel Gutes gemacht hat. Aber ich habe das noch nie erlebt.” Opa schaute ihn an und sagte: „Hast du schon einmal richtig hingeschaut?”
Am nächsten Tag bat Opa Tim, mit ihm ein paar Schritte zu gehen – Opa sagte nicht viel, außer: „Schau mal hin!” Sie wohnten an einem See mit einem wunderbaren Blick auf die Berge. Als sie stehen blieben, legte Opa die Hand auf Tims Schulter und sagte: „Schau hin! Und du glaubst nicht an Wunder?” Tim sah hin und begann zu verstehen: Alles um ihn herum war ein Puzzle aus perfekt zusammenpassenden Teilchen. Jedes noch so kleine Detail war wichtig dafür, dass die Welt funktioniert. Und dazu war sie auch noch wunderschön. Lange hatte er nicht mehr richtig hingesehen und hingehört. Die majestätischen Berge, der tiefblaue See. Die Menschen um ihn herum – jede und jeder einzigartig und besonders. Keiner wie der andere. Und mittendrin: er selbst.
Ein paar Tage später lief Opa an Tims Zimmer vorbei. Die Tür stand offen. Tim lag auf seinem Bett und hörte Musik. Opa musste schmunzeln, da der Vers aus der Bibel, den er Tim gezeigt hatte, neben seinem Bett lag. Tim sah ihn und sagte: „Opa, komm mal her! Dein Bibelvers, der passt voll gut zu dem Lied, das ich gerade höre.” Gut, es war nicht die Musik, die Opa sonst hörte, aber er spürte: Sie hatten gemeinsam etwas entdeckt. Gott hat eine „Welt der Wunder” erschaffen.
Und die Antwort auf Opas Frage am See war klar: „Doch!” Viel Spaß beim Hingucken und Wunder erleben!
Manchmal braucht es einfach einen Neuanfang. Weil es da, wo man gerade ist, keine Perspektive mehr gibt. Weil einen die Abenteuerlust packt. Weil man endlich nicht nur erwachsen sein, sondern sich auch so fühlen und benehmen will. Einfach raus aus dem alten, eintauchen in ein neues Leben.
Einem jungen Mann, von dem Jesus eine Beispielgeschichte erzählt geht es haargenau so (vgl. Lk 15,11-32). Er ist in einem Alter angekommen, wo er sich überlegen muss, in welche Richtung sich sein Leben weiterentwickelt. Bleibt er im Betrieb seines Vaters, gliedert sich in der Familienhierarchie irgendwo ein und lebt ein ziemlich herkömmliches Leben, was sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung gewesen wäre? Oder lässt er sich sein Erbe auszahlen und wagt in einer anderen Stadt einen Neuanfang? Er entscheidet sich für die zweite Option. Das war gar kein so seltener Fall für die damalige Zeit. Denn wie auch heute pulsiert das Leben nun mal in der Stadt und auf dem Land gibt es einfach weniger Chancen. Nun kommt der Tag, an dem er fortgeht von zu Hause. Und vielleicht geht ihm so etwas wie dieses Lied durch den Kopf:
Lied „Wieder am Leben” einspielen
Was für eine mega Befreiung das für diesen jungen Mann wohl war. Und was für eine Befreiung ist es für uns, wenn wir aufbrechen in die Selbstständigkeit oder zu einem großen Urlaub, zu einer neuen He-rausforderung. Klar, das kann auch Angst machen. Aber es kann auch richtig Energie freisetzen! Und so geht die Reise los in die unbekannte Stadt. Geld hat der junge Mann genug dabei und er findet auch gleich Gelegenheit, es zu investieren. Natürlich kommt der Spaß in den ersten paar Wochen auch nicht zu kurz. Mit ihm sind noch viele andere Leute in seinem Alter unterwegs. Schnell findet er Freunde. Zumindest denkt er das. Er kennt sie ja kaum, aber der Fun-Faktor stimmt und so verrinnt die Zeit wie im Flug. Mit ihr geht aber auch sein Geld ziemlich schnell flöten und ehe sich der junge Mann versieht, ist von seinem Vermögen nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Hinzu kommt die schlechte wirtschaftliche Lage, die sich plötzlich entwickelt hat. Das Wenige, das er noch hat, ist nichts mehr wert. Mit einem Mal wird ihm klar, dass sein Plan, sich ein neues Leben aufzubauen, nicht aufgegangen ist. Weil er am Ende ist. Ganz schön ernüchternd. Er hatte doch so viel vor. Und jetzt? Alles ist beim Alten.
Lied „Alles beim Alten” einspielen
Werde ich auf ewig ein Suchender sein? Und wo gehöre ich eigentlich hin? Habe ich jetzt so richtig versagt? Diese Fragen gehen dem jungen Mann jetzt vielleicht durch den Kopf. Das ist auch in unserer Welt, die scheinbar alle Möglichkeiten bietet, die wohl beste Frage, die man sich stellen kann. Einerseits wollen wir alle Freiheiten, die wir haben, auskosten und ausleben. Dagegen spricht auch überhaupt nichts. Und doch werden wir irgendwann merken, dass wir so etwas wie einen Heimathafen brauchen. Einen Ort, an dem wir uns sicher und geborgen fühlen, wo Menschen sind, die uns vertraut sind, die uns kennen. Einen Platz, wo wir auch trotz unserer Fehler willkommen sind. Der junge Mann aus der Bibelgeschichte hat keine Ahnung, wo er solche Menschen oder Orte finden kann. Die Freunde aus seinem neuen Leben sind nicht mehr da, weil auch sein Geld nicht mehr da ist. Das waren keine stabilen Beziehungen, es war nur eine Täuschung. Und die aus seinem alten Leben? An die will er eigentlich gar nicht denken. Weil er genau weiß, wie ihn sein Bruder anschauen würde, käme er mit leeren Händen wieder heim. „Hab ich es dir nicht gleich gesagt?”, würde sein Blick sagen. Und sein Vater? Er würde ihm sicher die Tür vor der Nase zuschlagen. Das Geld, das sein Vater hart erarbeitet hat, ist jetzt weg. Unwiederbringlich. Der junge Mann hat ihn auf ganzer Linie enttäuscht. Nach langem Nachdenken wird ihm aber klar, dass er keine andere Chance hat, als nach Hause zurückzugehen. Er will für seinen Vater arbeiten und so versuchen, es irgendwie wieder gutzumachen. Als er nach einer langen Reise zu Hause ankommt, wird er bereits von seinem Vater erwartet. Sehnsuchtsvoll. Denn der ist alles andere als sauer. Er ist überglücklich, weil er seinen Sohn wieder in seine Arme schließen kann. Es tritt das genaue Gegenteil ein von dem, was der junge Mann befürchtet hatte. Und eigentlich ist es das, was man sich von einem liebenden Vater auch erhofft. Alles, was schief gegangen ist, rückt in den Hintergrund. Weil die Tatsache, dass der Sohn am Leben ist und nach Hause zurückkehrt, wichtiger ist als alles Geld der Welt. Durch seine Geste, dass der Vater ihm sogar entgegenrennt, zeigt er ihm: Ich vergebe dir! Und nun vergib du auch dir! Und sei nicht so hart zu dir selbst!
Lied „Hey” einspielen
Du bist bei mir wieder willkommen, sagt der Vater seinem Sohn in der Bibelgeschichte. Und das sagt uns auch Gott, jedem persönlich. Er gibt uns durch seine Liebe zu verstehen, dass bei ihm der Heimathafen unseres Lebens ist. Weil es nicht auf unsere Leistung ankommt. Nicht auf unser Haben. Sondern einfach auf unser Sein. Bei ihm dürfen wir auch Fehler machen. Bei ihm dürfen wir uns irren und verirren. Er kennt uns genau, weiß um unsere Schwächen. Aber Gott kann sie ertragen und uns wieder aufhelfen, wenn wir gefallen sind. Und dann sind wir erst recht am Leben.
Lied „Ich bin wieder am Leben” noch einmal einspielen
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