Gott lässt seine Leute nicht im Stich. Wie Gott sein Volk aus Ägypten befreit hat, so befreit er sie immer wieder aus der Hand der Feinde. Wer sich auf Gott verlässt, der ist nicht verlassen, auch nicht im schwierigen Alltag. Darum kann er/sie sich mutig zu Gott bekennen.
Wie kamen Juden nach Persien, wo die Geschichte der Ester spielt?
Nach der Landnahme und den Königen Saul, David und Salomo trennte sich Israel wegen Thronstreitigkeiten in zwei Reiche: das Nordreich, genannt Israel, und das Südreich, genannt Juda. In beiden Reichen regierten Könige, die unterschiedlich ungehorsam Gott gegenüber waren. Darum und aufgrund falscher politischer Entscheidungen wurde das Nordreich Israel 722 v. Chr. von den Assyrern besiegt. 597 v. Chr. wurde das Südreich von den Babyloniern besiegt, die die Oberschicht und die wehrfähigen Männer mit nach Babylon verschleppten. 538 v. Chr. wurde Babylonien von den Persern besiegt und die Kriegsgefangenen befanden sich nun im persischen Reich. Der neue König Cyrus erlaubte den Judäern, in ihre Heimat (die jetzt zum persischen Reich gehörte) zurückzukehren, um den Tempel und die Stadtmauer in Jerusalem wieder aufzubauen (nachzulesen bei Esra und Nehemia). Einige Juden waren aber in Persien geblieben. Dazu gehörte Ester. Die Juden dort bildeten in Persien eine Minderheit. Sie hielten an Gott und ihren Bräuchen fest, was oft auf Unverständnis und Widerstand bei der persischen Bevölkerung stieß. So kam es immer wieder zu Übergriffen auf Jüdinnen und Juden. Davon handelt das Ester-Buch.
Verschiedene Lebensbereiche werden auf ein großes Plakat geschrieben (Familie, Freundinnen/Freunde, Klassenkameradinnen/-kameraden, Lehrkräfte, Sportgruppen, CVJM/Gemeinde …). Anschließend erhalten alle Mädchen 3 Klebepunkte, die sie zu den Bereichen kleben, wo es ihnen am schwersten fällt, zu ihrem Glauben zu stehen. Anschließend erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse durch die Mitarbeiterin und evtl. eine kurze Gesprächsrunde.
Da das Buch Ester 10 Kapitel umfasst und es sehr lange dauern würde, sie alle in der Gruppenstunde zu lesen, hier eine Inhaltsangabe zum Vorlesen mit Zwischenstopp zum Selberlesen und -denken:
Unbeschreiblich weiblich …
… ist Königin Waschti. Sie ist mit Ahasveros verheiratet, der in Persien von 485 bis 465 v. Chr. als König herrscht. Er ist ein reicher König und zeigt durch ein halbjähriges Gelage seine ganze Größe und Macht. Gegen Ende des Gelages will er, dass Königin Waschti sich vor den betrunkenen Männern präsentiert. Sie lehnt ab. Damit sie mit ihrem Widerstand gegen den König kein Vorbild für alle Frauen im Volk ist, sich ungehorsam ihren Männern gegenüber zu verhalten, muss sie abgesetzt werden. Eine neue Königin wird gesucht.
Mordechai, ein Jude, der schon länger am Hof des Königs arbeitet, sorgt dafür, dass seine Kusine Ester unter die Jungfrauen kommt, aus denen sich der König seine neue Frau aussuchen will. Weil Gott Ester führt, wird sie die neue Königin. Allerdings verrät sie dem König nicht, dass sie Jüdin ist.
Nach einiger Zeit deckt Mordechai einen Komplott gegen den König auf und rettet ihm damit das Leben. Mit Haman, dem Ersten Minister, steht er allerdings auf Kriegsfuß. Haman will, dass sich alle vor ihm niederwerfen. Mordechai tut es nicht, da er allein Gott anbeten will. Haman ist darüber so erbost, dass er im Namen des Königs einen Erlass veröffentlicht, der beinhaltet, dass in knapp einem Jahr alle Juden an einem Tag vernichtet werden sollen.
Jetzt geht es weiter mit Kapitel 4, das alle gemeinsam lesen.
Mithilfe folgender Fragen soll nun eine Gesprächsrunde eröffnet werden:
Je nach Gruppe kann über die folgenden Inhalte von 1. und/oder 2. eine Gesprächsrunde eröffnet werden.
1. Gott hält zu denen, die zu ihm halten. Das gibt Mordechai die Gewissheit, dass Gott helfen wird, auch wenn es noch überhaupt nicht so aussieht. Dass sein Leben und das seines Volkes gerettet wird, ist nicht von Esters Handeln abhängig, sondern allein von Gott selbst. Es lohnt sich immer wieder, in scheinbar aussichtslosen Situationen Gott zu vertrauen, dass er es gut macht.
2. Gott hat den ersten Schritt gemacht. Jetzt ist Ester dran. Obwohl König Ahasveros sie aus vielen ausgewählt und geheiratet hat, könnte man meinen, er will sich gern mit ihr unterhalten. Das entspricht aber nicht den persischen Hofsitten. Esters Leben steht auf dem Spiel. Ihre Bedingung an ihre Glaubensgeschwister lautet: »Setzt euch bei Gott für mich ein. Betet und fastet für mich, damit ich nicht ums Leben komme.« Es ist wichtig, dass Christinnen und Christen füreinander einstehen. Wir können uns gegenseitig ermutigen und füreinander um Mut beten, um uns zu unserem Glauben zu bekennen!
Happy End – wie die Geschichte mit Ester ausgeht:
Nachdem dieser Erlass von Haman im Land bekannt wurde, ist es an Ester, sich zu outen und ihr Volk zu retten. Sie bittet um eine Audienz beim König und lädt ihn zum Essen ein. Außerdem soll Haman zu Gast sein. Noch hat Ester ihre Bitte nicht vorgetragen, da läuft Haman mit stolzgeschwellter Brust an Mordechai vorbei. Der hält es nicht für nötig, vor Haman aufzustehen, weil er schon an den Sieg Gottes glaubt. Haman hat die Faxen dicke und lässt hinter seinem Haus einen Galgen aufrichten, an dem Mordechai gehängt werden soll. In dieser Nacht kann der König nicht schlafen und lässt sich aus der Chronik vorlesen. Dadurch wird er an das Ereignis erinnert, als Mordechai dem König das Leben rettete. Am nächsten Morgen, als Haman auf dem Weg zum König ist und um Erlaubnis bitten will, Mordechai zu hängen, beauftragt der König Haman, mit Mordechai durch die Straßen zu ziehen und in dafür zu ehren, dass er dem König das Leben gerettet hat.
Nun eröffnet Ester dem König, dass sie Jüdin ist und Haman angeordnet hat, ihr Volk zu töten. Der König ist wütend und lässt Haman an den Galgen hängen, den er für Mordechai gebaut hat. Da der Erlass der Judenvernichtung nicht mehr ungültig gemacht werden kann, schreiben Mordechai und Ester einen neuen Erlass, der die Juden bevollmächtigt, sich gegen die Perser an diesem Kampftag zu wehren. Aus Angst vor den Juden laufen viele zu ihnen über. Die Juden gewinnen siegreich und feiern ihren Gott am Tag nach dem Kampf. Dieses Fest ist auch bekannt als Purimfest. Pur heißt Los und geht zurück auf Haman, der den Tag der Judenvernichtung auslosen ließ.
Ester hat alles aufs Spiel gesetzt und alles gewonnen. Und das nicht nur, weil sie unbeschreiblich weiblich ist. Sondern weil sie auf Gott und seine Macht gesetzt hat. Nur weil sie voller Vertrauen auf Gott alles riskiert hat, hat sie Gottes Größe erlebt. Ihr Beispiel soll uns Mut machen, uns ganz an Gott zu halten. Er lässt seine Frauen nicht im Stich. (Die Männer natürlich auch nicht!)
Je nach (geistlicher) Reife der Mädchen kann Folgendes im Anschluss gemacht werden:
»Es ist gar nicht so einfach, immer das Richtige zu verstehen – und dabei ist das meistens von entscheidender Wichtigkeit!«
Hier könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen: Führt ihr das Interview als Rollenspiel auf? Oder habt ihr sogar die Möglichkeit, einen Podcast nachzustellen und zu filmen? Dann könntet ihr das per Beamer auf einer Leinwand zeigen, es den Teilnehmenden direkt auf das Handy schicken. Siehe unten.
Gibt es Fragen von euch? Habt ihr alles verstanden?
In einem gemeinsamen Gespräch versucht nun, Antworten auf diese Fragen zu finden:
Ja, als Frau hat man es in dieser Welt nicht leicht. Oder als FLINTA*-Person. Das erleben wir immer wieder. Auch wenn wir nicht in dem Ausmaß davon betroffen sind wie Collien Fernandes, Gisèle Pelicot oder die Frauen aus den Epstein-Akten: Wir erleben an der einen oder anderen Stelle, mal ganz offen und noch öfter verdeckt, Anfeindungen durch Männer. Und dass, obwohl wir in vermeintlich »modernen Zeiten« leben.
Vielleicht ist in dir auch schon mal das Gefühl aufgetaucht, dass wir in einigen Bereichen der Gleichberechtigung eher die Rolle rückwärts machen, als nach vorne zu kommen. Und Gender-Gerechtigkeit über die CIS-Heteronormativität hinaus immer weniger Raum bei uns bekommt. Jetzt stell dir mal vor, wie krass schlechter die Selbstwirksamkeit von Frauen, ihre Gleichberechtigung und Wertschätzung dann zu den Zeiten gewesen sein muss (oder in den Regionen noch ist), in der die Menschen ganz selbstverständlich in patriarchalen Strukturen gelebt, gewirkt und nichts von Frauen-(FLINTA*)-Rechten gewusst haben.
Und dann ist da Debora. Die hat definitiv in einer Zeit gelebt, in der es bei weitem keine Selbstverständlichkeit gewesen ist, in das Amt einer Richterin gewählt zu werden. Als Frau von (fremden) Männern um Rat gebeten zu werden. Zu erleben, dass andere auf sie hören. Und auch Barak hatte ja seine Schwierigkeiten damit, ihr gänzlich zu vertrauen. Aber sie ist ihren Weg gegangen.Sie ist ihn mit Gott gegangen. Sie hat ihm vertraut. Und sie durfte erleben, dass sich für sie auf diese Weise neue Wege eröffnet haben. Das Türen für sie aufgingen, die anderen verschlossen blieben. Ja – das war damals keine Selbstverständlichkeit. Und wir kennen viele Lebenswege von Frauen, die ihren Weg im Vertrauen auf Gott gegangen sind und nicht zu einem Happy End kamen. Aber sie wussten sich von Gott begleitet. Und das hat ihnen gereicht.
Dich möchte ich ermutigen: Geh deinen Weg. Geh ihn mit Gott. Und lass dich davon überraschen, was dir dann alles möglich wird und was du Neues entdeckst.
Ehud war vor Debora ein berühmter Richter und mutiger Mann, der das Volk Israel aus der Hand des Königs von Moab führte. »Richter« waren damals Menschen, die sich als Anführer profilierten und als von Gott gesandt galten und sich zum Wohl des Volkes einsetzten.
Die große Zahl der Streitwagen zeigt die Übermacht des Gegners, der damit quasi als unbesiegbar galt.
Propheten waren Menschen, die von Gott berufen waren, sein Wort an die Menschen zu richten. Er sprach durch sie. Propheten traten hinter ihren Botschaften zurück und setzten sich dafür ein, in allen Bereichen des Lebens so zu handeln, wie Gott es den Menschen gebot und in allem auf Gottes Führung und sein Handeln zu vertrauen.
Debora selber vertraut so dem Wort Gottes, dass sie sich als Frau auf diese gefährliche Reise begibt. Weil der eigentlich so tapfere Barak dem Wort Gottes, übermittelt von Debora, aber nicht vertraut, muss er erleben, wie einer Frau der Sieg über Sisera geschenkt wird.
In diesem Buch wird die Geschichte des Volkes Israel erzählt, wie sie sich zwischen dem Tod Josuas und der Errichtung des Königtums abgespielt hat. Auffallend ist das immer wiederkehrende »Richter«-Schema: Das Volk Israel entfernt sich in seiner Lebensform von Gott und seinem Wort, fällt daraufhin den Feinden in die Hände und wird später durch einen von Gott berufenen Retter (Richter) wieder befreit.
Viele berühmte Personen sind in diesem Buch zu finden: neben Debora sind es z. B. Gideon und Simson. Auffallend ist, dass es für einzelne Geschichten bzw. Personen mehrere Kapitel gibt und andere Richter nur am Rande erwähnt werden.
Die Grundsituation ist in allen Geschichten gleich: Stets ist der entscheidende Kampf ein Kampf, den Gott selbst für sein Volk führt, auch wenn große israelitische Heere zur Verfügung stehen, kämpft nur ein kleiner Teil davon – aber immer im Namen des Herrn.
Am Ende des Buches steht die Erwartung des Volkes, dass Gott ihnen endlich einen König voranstellt, der die Geschicke des Volkes leiten soll.
Host: Halli hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von …
Wie ihr alle wisst, trifft man hier nicht die Stars und Sternchen, die man auf dem roten Teppich Hollywoods bejubelt – hier treffen wir auf Menschen, die echt was erlebt haben. So wie unser Gast heute. In einer Zeit, in der Frauen kaum etwas zu melden hatten, schütteten ihr die Männer das Herz aus, um von ihr einen guten Rat zu bekommen. Sie konnte Siege prophezeien und Niederlagen vorhersehen. Und so versteht sich ihr Lebensmotto vielleicht von ganz alleine: »Wer auf Gott hört, erlebt wunderbare Dinge«. Begrüßt mit mir: Debora!
Debora, wie hast du das damals nur angestellt, dass die Männer dir nicht nur zuhörten, sondern sich auch extra auf die Reise zu dir begaben, um dich um Rat zu fragen?
Debora: Tja, jede Frau hat so ihre kleinen Geheimnisse, meinst du nicht auch? Aber ganz im Ernst: Ich glaube, die Menschen merken seit jeher, dass ich mich nicht so wichtig nehme. Und vor allem, dass es nicht meine eigene Meinung ist, die ich äußere – sondern dass Gott zu mir spricht, mir hilft und ich voll und ganz auf ihn vertraue.
Host: Du meinst, Gott spricht zu dir? Wie soll ich mir das vorstellen? Schon damals war es ja nicht so, dass er nur kurz zum Telefon greifen musste, um jemanden anzurufen. Also, wie konnte Gott zu dir sprechen, wenn er doch gar nicht auf der Erde war?
Debora: Das ist nicht so einfach zu erklären. Es gibt tatsächlich Situationen, in denen ich so etwas wie eine innere Stimme höre, die zu mir spricht. Andere Leute würden vielleicht von ihrem Gewissen sprechen – aber ich merke, dass es dann Gottes Worte sind, die zu mir sprechen. Halt nur, dass ich sie in meinem Kopf höre. Ich weiß, dass klingt verrückt.
Host: Ja, das ist wirklich nicht das, womit ich gerechnet hätte. Aber gibt es noch andere Momente? Momente, wo du Gottes Willen anders erfährst?
Debora: Naja, manchmal ist es wie ein Gedanke, der sich in meinen Kopf und in mein Herz stiehlt und auf den ich immer wieder zurückkomme. Der lässt sich nicht vertreiben und ich kann mich auch nicht ablenken. So wie bei einem Ohrwurm tönt es immer wieder durch mein Herz. Dabei handelt es sich dann aber um etwas, womit ich zu dem Zeitpunkt gar nicht gedanklich beschäftigt war. Aber trotzdem ist ganz plötzlich dieser Gedanke da.
Host: Und für dich ist das dann eine Nachricht von Gott?
Debora: Ich wüsste nicht, wie ich das sonst erklären könnte. Und das Krasse ist: Die Menschen erkennen sich ja in dem wieder, was ich ihnen erzähle. Darum merken sie auch, dass ich nicht nur spreche, weil ich mich gerne reden höre.
Host: Was die Menschen mir ja auch immer gerne unterstellen. Aber was sind das dann für Dinge, über die du sprichst – oder über die Gott zu dir spricht?
Debora: Na, das sind ganz unterschiedliche Dinge. Meist schlichte ich Streit zwischen den Leuten die zu mir kommen, weil alle wissen dass ich niemanden bevorzuge. Aber manchmal bekomme ich auch einen konkreten Auftrag von Gott. Das wird dann besonders spannend. Dann frage ich mich, ob die Leute wohl auf mich hören werden?!
Host: Da sollen ja auch ganz wichtige Menschen dabei gewesen sein, zu denen Gott dich geschickt hat!
Debora: Ja, das stimmt. Vom Bettler bis zum Feldherr habe ich damals gesprochen – und jedes Gespräch war so anders! Manche verliefen gut, andere hörten nicht auf mich und mussten dann mit den Konsequenzen leben.
Host: So wie der Feldherr Barak. Mit der Geschichte beschäftigen wir uns gleich … Aber erst etwas Musik!
Vielleicht hast du dich über diesen Titel gewundert? Traumfrau und Bibel, das passt ja auch nicht so richtig zusammen. Mit »Traumfrau« verbinden wir entweder unerreichbare Ideale oder die Reduzierung auf Äußerlichkeiten. Und mit »schönem Schein« kann die Bibel wenig anfangen. Da geht es – ja, um was geht es eigentlich in der Bibel, wenn’s dort um Frauen geht? Warum kommen so wenige Frauen (namentlich) in der Bibel vor? Wie war ihre gesellschaftliche Stellung? Wie sahen die Männer, die die Bibel geschrieben haben, die Frauen? Wie sieht Gott uns Frauen? Mehr dazu findet ihr in den Büchern, die ich unten aufgelistet habe.
»Traumfrau« meint in diesem Fall eine Frau, die mich ins Träumen bringt, meine Sehnsucht nach Leben, nach (mehr) Gott in meinem Leben weckt. Oder mich stärker mit meiner Sehnsucht verbindet. Vielleicht, weil ich mich in ihrer Geschichte wiederfinde. Oder weil mir ihre Geschichte vor Augen führt: Es gibt noch mehr … Noch mehr Perspektiven auf Gott. Noch mehr Wege, ihn zu vermissen, ihn zu suchen, mit ihm zu ringen, ihn zu erleben. Noch mehr zu entdecken über Gott und wie er in den Höhen und Tiefen unseres Lebens mit uns unterwegs ist. Es gibt noch so viel mehr!
Mein Traum für uns Frauen ist, dass wir uns wach küssen lassen von Gottes Geist (Das hebräische Wort ruach ist übrigens weiblich!). Und dass wir uns entdeckerfreudig und neugierig auf den Weg machen, mehr darüber rauszufinden, was Gott über uns denkt, wie sehr er an uns interessiert ist und wie er mit uns unterwegs ist. Dass wir tiefer verstehen: Seine bedingungslose Liebe und Annahme gilt uns allen – egal, wie schräg oder nervig wir uns gegenseitig finden. Und jede von uns erlebt sie auf einzigartige Weise, so wie es zu ihr passt.
Darin liegt wiederum ein Schatz für uns alle. Wenn wir uns gegenseitig erzählen, was wir mit Gott erleben, wie wir ihn sehen, beschenken wir uns mit unterschiedlichen Facetten und neuen Perspektiven. Das Bild jeder Einzelnen, das sie von Gott hat, kann bunter werden. Manchmal empfinden wir das als wohltuende Bereicherung, manchmal auch als Zumutung, Herausforderung oder sogar als Angriff. Weil es unsere eigene Sicht, unsere Überzeugung und Erfahrung auch in Frage stellen kann.
Ich möchte euch ermutigen, das mit den Mädels zusammen auszuhalten. Und gemeinsam mit ihnen darin zu wachsen, einander stehen zu lassen in eurer Unterschiedlichkeit. Es geht hier nicht um richtig oder falsch. Ihr braucht euch und eure Sichtweise nicht gegenseitig zu bewerten. Gott hält unsere Unterschiede, Widersprüche und Ungereimtheiten locker aus.
Übrigens: Was wir über Gott sagen, sagt mehr über uns selbst aus und darüber, wie wir die Welt und Gott begreifen, als dass es die Wahrheit über Gott wäre. Also dürfen wir uns auch locker machen und neugierig darauf sein, was wir voneinander erfahren werden, wenn wir uns gemeinsam auf Entdeckungsreise begeben.
Ganz bewusst habe ich mich entschieden, euch keine fertige Bibelarbeit an die Hand zu geben, sondern euch zu animieren, mit den Mädels gemeinsam selbst mit der Bibel zu arbeiten. Denn dadurch gewinnen alle Beteiligten mehr als durch eine »Instant-Bibelarbeit«. Durch das Selbst-aktiv-Werden können die Mädels …
Und nicht zuletzt eure Wertschätzung erfahren, denn indem ihr sie fragt, ihnen Raum gebt und ihnen zuhört, signalisiert ihr ihnen: Deine/eure Sicht ist uns wichtig.
Für eure Mädels-Gruppe geht es mir um mehr, als dir eine Idee für eine Andacht über eine Frau in der Bibel zu liefern. Ich möchte dich und die Mädels, mit denen du unterwegs bist, einladen, euch miteinander auf eine Entdeckungsreise zu begeben. Dabei gehört der Weg dahin wesentlich mit zum Ziel. Denn beim Suchen und Forschen und Fragen werdet ihr Schätze für euer Leben entdecken:
Eine Reise braucht Vorbereitung. Sie kostet etwas. Sie birgt Überraschungen. Und sie schafft Verbindung zwischen den Weggefährtinnen. Bist du bereit, dich mit deinem Team und den Mädels auf diese Reise zu begeben?
Dazwischen gehen die Mädels auf Entdeckungsreise und schauen mal, was sie über biblische Frauen rausfinden können.
Bildet 2er- oder 3er-Gruppen.
1. Runde: Schreibt in 2 Minuten so viele biblische Frauennamen auf wie möglich.
2. Runde: Schreibt in 2 Minuten so viele biblische Männernamen auf wie möglich.
Lest einander die Namen vor.
(Bei den Links findet ihr eine Liste mit allen Frauennamen, die in der Bibel vorkommen.)
Was ist euch leichter gefallen? Frauen- oder Männernamen zu finden?
(Siehe Material-Anhang)
Bildet etwa gleich große Gruppen. Reihum kommt aus jeder Gruppe eine nach vorne. Sie zieht einen Frauennamen und eine Karte, auf der steht, auf welche Art sie die Frau vorstellt. Bei der Pantomime darf sich die Akteurin bei Bedarf eine weitere dazu holen.
Aktionen: Zeichnen, Pantomime, einzelne Stichworte nennen (wie bei Tabu).
Tipp: Gebt zu Beginn den Hinweis, dass nicht jede der gesuchten Frauen mit Namen bekannt ist.
… findest du im Steckbrief Sarai/Sarah im Anhang.
Gebt den Mädels am Ende der 1. Einheit die Aufgabe mit, zu recherchieren, welche biblischen Frauen es gibt und welche sie am meisten interessieren. Ob sie dazu die Bibel aufschlagen, die Mama oder den Relilehrer oder Google fragen, ist ihre Sache. Für mich selbstverständlich: Auch ihr Mitarbeiterinnen macht das.
In der 2. Einheit tragt ihr die Recherche-Ergebnisse zusammen und entscheidet miteinander, welche biblischen Frauen euch am meisten interessieren. Schreibt die Namen der Frauen auf je eine Karte und verteilt diese im Raum. Dann sucht sich jede von euch aus, in welcher Gruppe sie mitmachen möchte. Nehmt euch eine Stunde Zeit für die Arbeitsphase. Sollte es nicht reichen und die Mädels sind voll bei der Sache, verabredet ihr, ob sie sich privat treffen oder ihr euch nächstes Mal nochmal Zeit nehmt.
Überlasst es den Mädels, wie sie die Frau vorstellen wollen: indem sie den Steckbrief im Anhang ausfüllen, eine Collage erstellen, eine Frauengestalt aufmalen und ihre Entdeckungen dazu schreiben, sich ein Anspiel oder ein Quiz ausdenken… Wichtig ist: es soll den Mädels entsprechen, ihnen Spaß machen und sie miteinander ins Gespräch bringen.
Ob es den Mädels mehr dient, wenn ihr euch auch in jeweils einer Gruppe mit einbringt oder ohne feste Gruppe für Fragen zur Verfügung steht, wisst ihr selbst am besten.
Fragt zuerst eure Mädels, was sie die Frauen gerne fragen würden. Wenn ihr es spielerisch angeht, beflügelt das ihre Phantasie. Beispiel: »Stellt euch vor, ihr wärt Journalistinnen, die für eine Zeitschrift ein Interview mit einer Frau aus der Bibel vorbereiten. Welche Fragen möchtet ihr dieser Frau stellen? Was könnte eure Leserinnen interessieren?«
Hier findet ihr ein paar Beispiele für Fragen, falls von den Mädels wenig kommt:
Alternativ könnt ihr auch diese bekannte Bibellese-Methode nehmen. Hilfreicher Hinweis für die Mädels: Du musst nicht zu jedem einzelnen Finger etwas sagen.
Daumen: Was bewunderst du an dieser Frau? Oder: Was gefällt dir an ihrer Geschichte besonders gut?
Zeigefinger: Worauf weist dich ihre Geschichte hin?
Mittelfinger: Was ärgert dich an ihr/an dem, was sie erlebt?
Ringfinger: Wie wird in ihrer Geschichte für dich Gottes Treue sichtbar?
Kleiner Finger: Was kommt dir in ihrer Geschichte zu kurz? Was hättest du gerne noch erfahren?
Sucht euch eine oder zwei davon aus.
Diese Idee eignet sich ergänzend oder alternativ zum oben Beschriebenen. Wenn ihr zum Beispiel eine Gruppe habt, mit der es eher schwierig ist, in Kleingruppen Steckbriefe über biblische Frauen zu erarbeiten, dann wählt doch einfach diesen Weg, über Frauen ins Gespräch zu kommen. Auch hier ist ein entscheidender Punkt, dass ihr mit den Mädels zusammen Fragen auswählt, die sie wirklich interessieren.
Wie wäre es, wenn ihr dieses Thema nutzt, um Frauen aus eurer Gemeinde näher kennen zu lernen? Überlegt zusammen mit den Mädels, welche Frauen sie gerne in euren Kreis einladen oder besuchen möchten.
Dann bittet diese Frauen, sich selbst kurz vorzustellen und euch von einer (biblischen) Frau zu erzählen, die ihr viel bedeutet. Gebt ihnen für ihre Vorbereitung eure Fragen oder einen Steckbrief mit (den im Anhang oder einen, den ihr selbst erstellt habt). Gebt ihr auch einen Zeitrahmen mit, damit ihr noch genügend Zeit habt, miteinander über diese Frau ins Gespräch zu kommen. Wenn ihr mögt, bittet die Frau, euch am Ende einen Segen mit auf den Weg zu geben.
Vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, euch noch mehr mit inspirierenden Frauen zu beschäftigen? Auch außerhalb der Bibel gab und gibt es viele faszinierende Frauen zu entdecken. Frauen, die lange vor uns gelebt haben und Frauen unserer Zeit. Frauen in unserer Familie, Gemeinde, Nachbarschaft und Frauen, die in anderen Kulturen und Ländern unterwegs sind. Frauen, die als Mädchen schon Geschichte(n) geschrieben haben und andere, die im Alter besonderes getan oder erlebt haben. Frauen, die viele Menschen kennen und Frauen, die zwar nicht berühmt sind, doch für manche eine ganz besondere Bedeutung haben. Frauen, die es tatsächlich gibt/gab und Frauen, die in Märchen, erdachten Geschichten und Filmen eine besondere Rolle spielen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Frauen_in_der_Bibel
Hier findet ihr alle Frauennamen, die in der Bibel vorkommen. (Stand: 2026-04-08)
Um Suchen und Finden bzw. Verstecken geht es heute auch in unserer Bibelgeschichte. Wir befinden uns im Buch Josua und es geht um die Prostituierte Rahab.
Lest gemeinsam Josua 2
Das Buch Josua knüpft direkt an den Tod von Mose an. Das Volk Israel ist 40 Jahre in der Wüste unterwegs gewesen und steht nun kurz davor, das verheißene Land einzunehmen. Gott beruft Josua, das Volk über den Jordan in das verheißene Land Kanaan zu führen. Dabei stoßen sie immer wieder auf Herausforderungen. Erste große Herausforderung: die befestigte Stadt Jericho. Josua sendet zwei Kundschafter aus, die das Land erkunden sollen. Die Ankunft der Fremden bleibt in der Stadt nicht unbemerkt und wird dem König von Jericho gemeldet.
Die Kundschafter kommen zu Rahab, einer Prostituierten. Der König von Jericho erfährt davon, möchte sie festnehmen und sendet Booten aus. Diese sollen Rahab zur Herausgabe der Israeliten bringen. Doch Rahab versteckt die zwei Israeliten auf dem Dach ihres Hauses (unter Bündeln von Flachstängeln). Den Booten versichert sie, dass die Israeliten die Stadt bereits wieder verlassen hätten.
Warum tut sie das? Rahab bekennt: »Der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden.« (Josua 2,11.) Sie weiß wie mächtig die Israeliten sind – und vor allem der Gott an ihrer Seite. Daher bittet sie um Rettung für sich und ihre Familie, wenn die Israeliten die Stadt einnehmen. Als Zeichen dafür hängt sie ein rotes Seil aus dem Fenster. Durch ihren Mut und ihre Tat entkommen die Kundschafter. Sie rät ihnen, sich im Gebirge im Westen zu verstecken, weil sie die Verfolger auf eine falsche Fährte in den Osten geschickt hat. So rettet Rahab die Kundschafter und verhilft ihnen zur Flucht. Auch sie wird später gerettet (Josua 6) und im Neuen Testament taucht sie sogar im Stammbaum Jesu auf. (Mt. 1,5) Rahab hat eine Schlüsselrolle in dieser Geschichte und ist ein wichtiger Teil von Gottes Plan.
Lest Josua 2 und sammelt Punkte über Rahab. Wer ist sie? Was macht sie aus? Was hat sie riskiert?
Was für eine Geschichte, was für eine Rettung. Gott gebraucht hier eine Frau, die wir auf den ersten Blick vielleicht nicht direkt wählen würden. Rahab, nicht Israelitin, gehört zu einem fremden Volk, ist Außenseiterin, Prostituierte. Doch Gott kann sie gebrauchen, sie berufen, ihr Einsicht in seinen Plan gewähren. Und das, obwohl sie Fehler hat, sündigt, nicht perfekt ist.
Gott gebraucht sie trotzdem. Und das ist ein Muster, das sich durch die gesamte Bibel zieht. JA, Gott verurteilt die Sünde, möchte nicht, dass wir sündigen, und dennoch definiert uns unsere Vergangenheit nicht. Sie hindert uns nicht daran, Teil von Gottes großem Plan zu werden.
Fallen euch weitere Personen ein, die »Fehler haben«, sündigen und nicht perfekt sind und trotzdem von Gott gebraucht werden?
Und so beruft Gott uns auch heute immer wieder in seinen Dienst – mit all unseren Schwächen, Stärken, Fehlern … Für Gott sind wir gut so, wie wir sind. Du musst nicht perfekt sein, damit Gott dich gebrauchen kann, deine Vergangenheit disqualifiziert dich nicht. Wir müssen nicht erst etwas Besonderes leisten oder irgendetwas gut können. Manchmal sind sogar genau deine Schwächen das, was Gott nutzt.
Sei offen für sein Wirken, sein Eingreifen, sein Senden und Berufen und seinen Plan.
Jeder bekommt ein Stück rotes Seil/ Garn als Erinnerung daran, dass Gott uns gebraucht, uns retten will und wir ihm vertrauen dürfen. Das ist nicht bloß eine Deko, sondern ein Reminder: Gott sieht mehr in dir, als du vielleicht manchmal selbst.
Die neue KON-Einheit stellt Frauen und Mädchen vor, die Großartiges geleistet oder mit Gott erlebt haben. Beleuchtet wird auch, wie Gesellschaft und Politik das Frauenbild geprägt haben und auch heute noch prägen.
In Stundenentwürfen geht es um unbekannt gebliebene Frauen, die trotz patriarchaler Strukturen Geschichte geschrieben haben. Interaktive Bibelarbeiten zeigen (Traum)Frauen der Bibel, die durch ihr Handeln ein wichtiger Teil in Gottes Plan wurden und heute noch Vorbilder für den Glauben sind.
Aus der Partnerschaft des CVJM-Westbundes mit dem YMCA Ghana ist ein gemeinsamer Beitrag entstanden, der Mädchen und Frauen inspiriert, sich mit den Lebensrealitäten anderer Frauen und Mädchen weltweit auseinanderzusetzen. In dem Zusammenhang gibt das Angebot für ein digitales Treffen mit den Mädchen und Frauen in Ghana, um sich gegenseitig auszutauschen und zu ermutigen.
Eine Frau salbt Jesus die Füße: Dieser Text ist im Grunde eine Liebesgeschichte – nicht romantisch, aber existentiell. Es geht um eine große Liebe, es geht um Eifersucht, um Macht, um Gerüchte, um Missverständnisse, um Verstand und Gefühle – alles drin!
Eine Frage steht im Mittelpunkt: »Wer liebt am meisten?« Dann muss man weiterfragen: Kann man Liebe denn messen? Was ist der Maßstab?
Lest zunächst nur den kleinen Abschnitt mitten innerhalb der Geschichte vor, das »Rätsel«, das fast für sich alleine stehen könnte: Lk.7, 41–43 [lesen, Antwort offen lassen].
Frage an die Gruppe: Na, wie würdet ihr diese Frage beantworten? – Kurzer Austausch.
Okay, das ist ein ziemlich einfaches »Rätsel«, mit einer logischen Antwort. Warum stellt Jesus wohl diese Frage? Und – was ist die »Moral von der Geschichte«? Dass man Schulden erlassen soll? Oder sogar viele Schulden machen und dann viel lieben?
Es ist ein Gleichnis, eine Beispielgeschichte – solche Beispiele benutzt Jesus ziemlich gerne, und meistens haben sie einen konkreten Anlass oder Hintergrund.
Ich habe eine Challenge für euch: Stellt euch vor, ihr solltet jemandem eure Liebe beweisen. Wie würdet ihr das anstellen? Woran würde man merken, dass ihr den- oder diejenige wirklich liebt? Oder umgekehrt: Was könnte jemand anderes tun, um euch zu beweisen, dass er oder sie euch liebt? Sammelt in der Gruppe ein paar Ideen.
Wir wollen uns gemeinsam eine Geschichte ansehen – eine Liebesgeschichte. Nicht romantisch, aber sehr persönlich. Es geht um eine große Liebe, es geht um Eifersucht, um Macht, um Gerüchte, um Missverständnisse, um Verstand und Gefühle – alles drin! Und es geht um die Frage, wer am meisten liebt, und ob man das eigentlich beweisen kann.
Lest den ganzen Text: Lukas 7,36–50
Eine Geschichte kann lebendig werden, wenn wir sie uns im Einzelnen vor Augen malen und sie wie einen Film angucken – und zwischendurch die »Pause«-Taste drücken, um uns Einzelheiten genauer anzusehen. Vielleicht schreibt/malt ihr die einzelnen Begriffe oder Symbole jeweils auf Blätter oder Karten, damit man sie besser vor Augen hat:
Fazit: Die Pharisäer hatten ein durchaus ernsthaftes Anliegen, Gott zu gefallen, in seine Nähe zu kommen – aber aus dem vermeintlichen Heiligenschein wurden leider oft Scheinheilige.
Bei ihr wollen wir noch etwas genauer hinsehen, weil sie ein paar wichtige Details mit sich bringt:
Sie ist emotional, kehrt ihr Innerstes nach außen. Sind die Tränen Ausdruck von Freude? Erleichterung? Reue? Oder Dankbarkeit? Scham? Auf jeden Fall ist sie in dem Moment überwältigt!
Die trägt sie offen – damals galt das als erotisch, ungehörig – es weist vielleicht auf ihre Vergangenheit hin. Die Haare einer Frau galten in der damaligen Kultur als ihr Schmuck – und ausgerechnet damit berührt sie die dreckigen, staubigen Füße …
Liebevoll, demütig, sehr nah, ehrerbietig, körperlich … und für die Umstehenden wahrscheinlich auch peinlich.
Ein wahrscheinlich sehr teures Parfum (300 Denar – das ist zu der Zeit der Jahreslohn eines einfachen Arbeiters). Es ist auf der einen Seite kosmetisch, aber es hat andererseits auch eine symbolische Bedeutung. Gesalbt wurden damals Könige – und die Toten vor ihrer Beisetzung. Das heißt, die Frau könnte mit dem teuren Öl angedeutet haben, dass Jesus der König bzw. der Messias ist, oder sie könnte auch seinen bevorstehenden Tod angedeutet haben. Dieses Öl ist etwas ganz Besonderes, reserviert für eine ganz besondere Gelegenheit und einen ganz besonderen Menschen.
Weiter in der Geschichte: Der Pharisäer denkt sich seinen Teil – »Wenn Jesus wüsste, wer diese Frau ist, der würde sie nicht so nah an sich ranlassen! Aber er sagt doch, er sei ein Prophet – dann müsste er sie doch durchschauen! Wenn der wüsste …«
Jesus weiß es! Er weiß nicht nur, wer die Frau ist – er kennt auch die geheimen Gedanken von Simon! Ohne, dass der seine Frage gestellt hat, antwortet Jesus ihm mit einer Beispielgeschichte – für Simon als Pharisäer eine scheinbar leichte Übung (»Lass mal hören!«), er ist ja theologische Diskussionen und Rätsel gewöhnt. Trotzdem ist er vorsichtig bei der Deutung: »Ich nehme an …«, so antwortet er etwas vorsichtig – vielleicht vermutet er eine Falle oder eine Fangfrage.
Es ist ein leichtes Rätsel mit einer leichten Lösung – aber schafft Simon auch die Übertragung? Das ist die spannende Frage! Versteht er, was Jesus mit diesem verdächtig leichten Rätsel meint? Jesus hilft ihm dabei: »Sieh diese Frau an!« – das ist wie ein Blick in den Spiegel, in dem Simon sich selbst erkennt. Was er nicht getan hat, hat die Frau für Jesus getan – und noch viel mehr, viel liebevoller, viel herzlicher. Sie hat auf ihre ganz eigene Weise ihre Liebe zu ihm ausgedrückt und dafür ihre eigene Sprache und Symbole gefunden. Fantasie ist die Schwester der Liebe!
Die Frau schenkt alles, was sie hat: all ihren Mut, ihren wertvollsten Besitz, ihre ganze Zuneigung, all ihre Fantasie … Und Jesus schenkt etwas zurück: Er sieht sie an, er gibt ihr An-sehen! Während alle im Raum sie peinlich finden und sich fremdschämen und am liebsten weggucken würden, sieht Jesus sie an und würdigt, was sie da tut.
Und plötzlich sind die Rollen vertauscht: Der Pharisäer (der sich für »gerecht« vor Gott hält) zieht den Kürzeren gegenüber dieser »Sünderin« (die auf einmal vor dem ganzen Publikum als »gerechtfertigt« dasteht).
Überhaupt ist die Geschichte ein einziger Rollentausch:
Am Ende steht die Frage der Gäste: »Wer ist der?« – und im Grunde geben sie die Frage an uns heute weiter: »Wer ist Jesus – für dich? Wie stehst du zu ihm?«
Die Frage vom Anfang: »Wer liebt am meisten?« würde ich gerne umformulieren in die Frage, die Jesus selbst gestellt hat: »Liebst du mich? Hast du mich lieb?« Das hat er an anderer Stelle seinen Freund Petrus gefragt – sehr intensiv, gleich dreimal hintereinander, nachdem dieser – als es drauf ankam – dreimal behauptet hatte, Jesus nicht zu kennen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach unserer Liebe zu Jesus. Er fordert nicht einen Beweis, sondern eine Antwort.
Simon wollte nichts empfangen und konnte deshalb auch nichts weitergeben (er war von der Korrektheit seiner Frömmigkeit überzeugt). Worauf kommt es an? Was denkst du, was Jesus von dir erwartet?
»Das habe ich noch nie versucht, also bin ich völlig sicher, das ich es schaffe.« (Pippi Langstrumpf) Mit der richtigen Einstellung geht meistens mehr, als man denkt oder sich im Vorfeld zugetraut hat.
Das neue KON-Thema »…weil ich’s kann« startet mit viel Selbstbewusstsein ins neue Jahr: Themenartikeln für MitarbeiterInnen und Bibelarbeiten für Gruppen vermitteln Stärke trotz Schwäche, einen konstruktiven Umgang auch mit Niederlagen und geben Tipps, wie inklusive Jugendarbeit funktionieren kann. Dazu werden Stundenentwürfe mit kooperativen Spielideen vorgestellt.
Bewegte Bibelarbeit zu Hebr 12, 1+2: Gemeinsam laufen, dranbleiben und ermutigt werden. Mit Blick auf Jesus lohnt sich das Durchhalten – im Ziel wartet die große Party!
„Dann können wir mit Ausdauer in den Kampf ziehen, der vor uns liegt. Dabei wollen wir den Blick auf Jesus richten.“ (aus Hebräer 12,1+2)
Ihr entscheidet selbst, wie die Strecke eures Laufs verläuft. Empfehlenswert ist ein Rundlauf, bei dem einfach mehrere Runden gelaufen werden müssen. Baut an der Strecke Stationen auf (beispielsweise drei Stationen), an denen es kleine Snacks (z. B. Riegel oder Bananen) und Getränke für die Teilnehmenden gibt. Pro Runde wird eine neue Station »freigeschaltet«. Zusätzlich zur Verpflegung bekommen alle Teilnehmenden jeweils einen kleinen Zettel an jeder Station (pro Runde einen Zettel). Auf diesem Zettel stehen kleine Ermutigungen und der Hinweis, dass im Ziel eine große Party auf sie wartet. Wichtig ist, dass während der gesamten Zeit des Laufs deutlich wird, dass es völlig egal ist, wie schnell oder entspannt die Teilnehmenden den Lauf absolvieren. Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, durchzuhalten. Sobald alle Teilnehmenden im Ziel angekommen sind, gebt ihnen einen kleinen Impuls zu Hebräer 12, 1+2 mit (siehe unten). Dann kann die Party starten
Herzlich willkommen zu unserer Party nach diesem spektakulären Lauf! Ihr habt es alle geschafft und seid ans Ziel gekommen. Jetzt warten hier erfrischende Getränke und leckeres Essen auf euch. Gönnt euch Erholung und Entspannung. Ihr seid wirklich toll und deswegen wollen wir euch diese Party schenken.
Bei diesem Lauf ging es nicht um Schnelligkeit, sondern nur darum, durchzuhalten und am Ende im Ziel anzukommen. Es war völlig egal, ob ihr die gesamte Strecke gerannt seid oder einen großen Teil auch einfach gegangen seid. Hauptsache, ihr seid dabeigeblieben und habt das Ziel nicht aus den Augen verloren. An der Strecke waren ein paar Stationen aufgebaut, an denen ihr diese Zettel bekommen habt. Kleine Erinnerungen, dass am Ende diese Party auf euch wartet und sich das Durchhalten lohnt. Das Leben kann manchmal echt anstrengend sein. Und auch ein Leben mit Jesus bedeutet nicht, dass es für uns immer leicht und schön ist. Aber ein Leben mit Jesus lohnt sich! Und wenn es mal hart ist und ihr eigentlich keinen Bock mehr darauf habt, dann hilft meist ein Blick darauf, warum ihr überhaupt mit Jesus unterwegs seid: Weil er euch unendliche Liebe schenkt. Verständnis, Trost, offene Arme, die auf euch warten. Und, weil am Ende eine Riesen-Party auf uns wartet. Ein bisschen viel größer als das, was ihr heute hier bekommen habt. Die beste Party, die ihr euch vorstellen könnt! Es lohnt sich also durchzuhalten – auch in schwereren Zeiten – und immer wieder auf Jesus zu schauen. Er ist bei dir.
An manchen Tagen kommt es mir so vor, als ob ich mein Leben überhaupt nicht im Griff habe. Dann wird mir angst und bange. Kennst du das Gefühl auch? Dann sehe ich auf all die Herausforderungen, die sich mir so stellen und ich sehe für mich überhaupt keinen Weg, wie ich damit nur umgehen soll. Wie ich alles schaffen soll. Wenn ich mich dann bei Instagram und Co. umschaue und mit anderen vergleiche, wird alles nur noch schlimmer. Scheinbar gelingt allen anderen, was mir verwehrt bleibt. Die sind klüger, erfolgreicher, beliebter als ich – und die Liste lässt sich beliebig erweitern. Und dann habe ich noch nicht auf die Lage der Weltpolitik geschaut.
An solchen Tagen wird es für mich Zeit, meinen Focus wieder neu auszurichten und mich auf das zu besinnen, was wirklich zählt. Und dann lande ich nicht selten bei Paulus. Komm mit und erfahre, was ich heute noch von Paulus (immer wieder neu) lernen kann.
Ankommen, gemeinsames Singen
die Gruppe wird in 2-3 Kleingruppen aufgeteilt; jede KG bekommt ein Set Tierfotos, einen Klebestift und ein Plakat. Die Tier-Bilder findest du hier: https://www.suedkurier.de/ueberregional/panorama/Die-15-toedlichsten-Tiere-der-Welt;art409965,9750018
Aufgabe:
»Sortiert die abgebildeten Tiere in der Reihenfolge ihrer tödlichen Angriffe auf Menschen und klebt sie entsprechend auf euer Plakat«
Vergleich der Ergebnisse und Auflösung
Ihr merkt: Man muss nicht groß sein, um etwas auszurichten. Der Dalai Lama hat es mal so formuliert: „Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.“ Aber auch, wenn wir das wissen, erleben wir doch oft das Gegenteil.
sammelt gemeinsam Situationen und Momente, in denen ihr euch zu »klein«, »machtlos« oder »schwach« gefühlt habt. Dazu schreiben alle jeweils eine Antwort auf einen Zettel, falten den und werfen ihn in eine kleine Schale – so bleibt es anonym und es fällt den Teilnehmenden leichter, sich zu öffnen. Nachdem alle fertig sind, mischt du die Zettel in der Schale nochmal durch und liest sie nacheinander vor.
Jemand aus der Gruppe erstellt ein Plakat, auf dem zu jedem Zettel ein Stichwort notiert wird – und wenn sich ähnliche Momente/Situationen ergeben, wird hinter das entsprechende Stichwort ein weiterer Zählstrich gemacht. (Tatsächlich erwarte ich, dass sich viele Situationen/Momente sehr ähneln bzw. wiederholen. Denn so etwas kennen in der Regel alle.)
Nach dem Erstellen der Liste wollen wir darauf schauen, wie es uns gelingen kann, in genau solchen Situationen und Momenten, in denen wir uns zu »klein«, »machtlos«, »schwach« … gefühlt haben, nicht gänzlich die Hoffnung zu verlieren. Dazu schauen wir uns die Person des Paulus an.
Erzähl über das Leben von Paulus in deinen eigenen Worten (»Vom Saulus zum Paulus«, Apostelgeschichte 7–9) und stell heraus, was für einen Wandel sein Leben genommen hat.
Um mit den Mädchen anschließend den Inhalten des 2. Briefes an die Korinther auf die Spur zu kommen, könnt ihr euch gemeinsam das Youtube-Video vom „BibelProject“ anschauen. Das kannst du entweder kostenfrei für deine Gruppe runterladen oder du bestellst dir das Plakat auf https://bibleproject.visiomedia.org/ und erzählst anhand der Bilder die Geschichte.
»Aber der Herr hat zu mir gesagt: Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«
Diese Worte von Paulus machen mir Mut. Machen mir Mut an den Tagen, an denen ich mein Leben nicht mehr im Griff habe, an denen mir angst und bange wird. Sei es, weil ich die Herausforderungen sehe, die durch Familie, Schule bzw. Beruf, Freunde etc. auf mein Leben einprasseln – sei es, dass ich bei einem Blick auf die Weltpolitik (fast) alle Hoffnung verliere.
»Aber der Herr hat zu mir gesagt: Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«
Paulus war schon ein echt krasser Typ. Jemand, der keine Kompromisse gemacht hat. Als er Jesus noch nicht erkannt hatte, hat er sich mit vollem Engagement für den Glauben Israels eingesetzt und dabei auch nicht vor Opfern Halt gemacht. Nach seiner Berufung hat er mit genau derselben Intensität den Menschen von Jesus erzählt und sie zu Jesus eingeladen. Dabei hat er nicht auf sich selbst geachtet, hat seinen Ruf bei den Israeliten aufs Spiel gesetzt, hat bei seinen vielen Reisen seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt und bei seinen Gefangennahmen auch sein Leben aufs Spiel gesetzt. Paulus hat genug Situationen erlebt, in denen ihm angst und bange werden konnte. Und dennoch hat er weitergemacht, ist weitergereist und hat Menschen von Jesus erzählt.
Und gleichzeitig hat er immer wieder diese Abwehr von Menschen erlebt, die ihn klein gemacht haben, verspottet haben, nicht ernst genommen haben. Das waren nicht nur Israeliten, die treue Anhänger des Judentums waren, sondern auch andere Apostel. Also Christen, die dasselbe wie Paulus glaubten und Menschen einluden, ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Dabei hatte er, im Gegensatz zu diesen anderen Aposteln, eine direkte Begegnung mit dem auferstandenen Jesus selbst erlebt. Das hat ihn immer wieder mit neuer Kraft erfüllt. Und die hat er auch gebraucht. Denn gleichzeitig litt Paulus an einer chronischen Erkrankung– dass ist mit dem »Stachel« gemeint, wenn er selber sagt: »Ich habe unbeschreibliche Dinge geschaut. Aber damit ich mir nichts darauf einbilde, hat Gott mir einen »Stachel ins Fleisch« gegeben: Ein Engel des Satans darf mich mit Fäusten schlagen, damit ich nicht überheblich werde. Dreimal habe ich zum Herrn gebetet, dass der Satansengel von mir ablässt. Aber der Herr hat zu mir gesagt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.«
Ich lebe heute. Ich habe Jesus nicht so erlebt wie damals seine Jünger. Ich habe Jesus nicht so erlebt wie sein Apostel Paulus. Aber ich darf darauf vertrauen, dass die Zusage Jesu auch für mich heute gilt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.« Ich muss nicht alles selbst schaffen. Ich muss nicht alles selbst im Griff haben. Ich muss die Welt nicht retten. Das hat Jesus schon getan.
Das Einzige, was ich machen kann und machen will: Ich will Jesus vertrauen! Jeden Tag aufs Neue. Auch wenn ich den Weg nicht sehe. Auch wenn ich die Hoffnung manches Mal fast verliere. Ich will auf seine Zusage vertrauen, dass er in meiner Schwachheit seine Größe zeigen wird. Ich will auf seine Zusage vertrauen, dass er in meinem Leben ist. Und das jeden Tag. Immer. Amen.
Material: Zettel und Stifte
Ablauf: Jede Person bekommt einen Zettel und schreibt darauf 2–3 Stärken (Eigenschaften/Hobbys, Stärken, Talente …) Die Zettel werden eingesammelt und gemischt. Eine Person zieht einen Zettel und die Gruppe muss raten, wessen Stärken/Eigenschaften … das sind, bis alle Zettel zugeordnet wurden.
Überleitung: Die Bibel spricht oft anders über Stärke, als wir es erwarten. Was bedeutet es für euch »stark« zu sein? Ist Stärke eher körperlich, mental, emotional oder geistlich? „Darf“ man als Christ auch schwach sein?
Material: Augenbinden, Parcours mit Hindernissen (Stühle, Seile, Rucksäcke)
Ablauf: Die Gruppe wird in 2er- oder 3er-Gruppen aufgeteilt. Eine Person bekommt (wenn sie das möchte) die Augen verbunden. Die anderen Personen führen sie nur mit Hilfe der Stimme langsam durch einen Parcours, danach wird getauscht.
Auswertung:
Glaube und Leben bedeutet oft blindes Vertrauen – in mich selbst, in mein Können und meine Stärken und vor allem in Gott. Gott verspricht uns nicht, dass der Weg leicht wird, aber dass er uns führt und uns Stärke schenkt. Ein Bibelvers, der genau in diese Situationen spricht, ist Philipper 4,13: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht: Christus.“ (Phil 4,13/Schlachter)
Frage an die Gruppe: Wenn ihr diesen Vers hört, was kommt euch spontan in den Kopf, was bedeutet er für euch?
Typische Antworten sammeln: Erfolg, keine Angst, alles schaffen, immer glücklich sein, keine Probleme, etc.
Ich vermag alles durch den, der mich stark macht. Ein ziemlich kraftvoller und hoffnungsvoller Bibelvers, der aber doch immer wieder aus dem Kontext gerissen wird. Genau diesen Kontext wollen wir nun genauer betrachten. Dazu lesen wir gemeinsam Philipper 4,10–13 (evtl. verschiedene Übersetzungen). Als Leitfragen können dienen: In welcher Situation schreibt Paulus diesen Vers? Was erlebt Paulus gerade? Was meint er mit »alles«?
Als Paulus den Philipperbrief schreibt, sitzt er im Gefängnis. Für die Verbreitung des Evangeliums hat er bereits weite Reisen und viele Hürden auf sich genommen. In seinem früheren Leben war Paulus ein Verfolger der Christen, doch nun steht er im Dienst Jesu und möchte die gute Nachricht auf der ganzen Welt verbreiten. Christus ist mittlerweile sein Lebensmittelpunkt, er verlässt sich nicht mehr nur auf seine Kraft und Stärke, sondern auf Gottes Wirken, Stärke und Eingreifen. Nicht er baut Gottes Reich, sondern Gott baut sein Reich durch ihn.
Egal, was und wo Paulus war, Gott war stets an seiner Seite – in den guten wie auch in den schlechten und herausfordernden Zeiten, wie hier im Gefängnis. Paulus kennt beide Situationen, daher kann er sowohl Mangel leiden als auch im Überfluss leben, Hunger haben und satt sein, schwach sein und stark sein. Für ihn zählen nicht mehr weltliche Dinge, sondern allein Christus.
»Alles« bedeutet für Paulus also nicht, alles zu bekommen, was man möchte, sondern auf Gott zu vertrauen. Das beinhaltet auch, auszuhalten und standzuhalten, wenn es schwierig wird – im Wissen darum, dass Gott stärkt, begleitet, führt und mitgeht.
Paulus verdeutlicht in diesem Vers, dass christliche Stärke nicht heißt, dass wir alles hinbekommen, keine Probleme oder Sorgen haben, denn Paulus kennt Leid, Angst und Unsicherheiten sehr gut. Aber er ist sich sicher, dass Gott mit ihm jeden Weg gehen wird, egal wie steinig dieser sein wird. Er weiß, dass allein Jesus zählt und nicht weltliches Glück oder Besitz. Die Stärke, die Gott ihm schenkt, ist, das alles auszuhalten, damit Paulus seine Aufgabe/Berufung, das Evangelium unter allen Menschen zu verbreiten, nachgehen kann. Jesus stärkt uns also auch in den Niederlagen unseres Lebens, in den Verlusten, den Problemen, dem Herzschmerz, wie auch in Zeiten des Erfolgs und Wohlergehens. Diese Stärke kommt dabei aus der Beziehung zu Gott und nicht aus Selbstoptimierung. Die Quelle unserer Stärke sind nicht wir, sondern Christus, der uns stark macht.
Phil 4,13 ist kein bloßer Motivationsspruch der sagt, dass wir uneingeschränkt alles können und bekommen, was wir uns wünschen, sondern es ist ein Vers des Vertrauens. Stärke heißt nicht, immer alles allein im Griff zu haben, sondern auf Gott zu vertrauen und sich von ihm tragen zu lassen – auch, wenn das einfacher klingt, als es ist … Gebet
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