1. Anders als erwartet

Das Ziel

Starter

Ich kann mich in jeder Situation vertrauensvoll an Jesus wenden. Weil er mich niemals hängen lässt, muss ich keine Angst haben.

Checker

Manchmal wird unser Glaube sehr auf die Probe gestellt. Doch Jesus ermutigt und belohnt dich, wenn du trotz allem ihm vertraust.

Der Text an sich

Kontext: Jesus heilte im nicht-jüdischen Gebiet der Gerasener einen Besessenen, wurde aber trotz Wunder von den Menschen dort abgelehnt. Nun kommt er in „seine“ Umgebung bei Kapernaum zurück. Hier ist er sehr „fame“ und wird gleich von einer Menschenmasse umringt – von Leuten, die an ihn glauben, solchen die auf dem Weg zum Glauben sind und auch Skeptikern.

Ereignisse: Innerhalb von kurzer Zeit ereignet sich hier eine unglaubliche Szene nach der anderen:

Jairus, ein Synagogenvorsteher, der zur respektierten geistlichen Elite gehört, demütigt sich in aller Öffentlichkeit vor dem „Wanderprediger“ Jesus, indem er ihm zu Füßen fällt. Normalerweise werfen sich Männer dieses Ranges nur vor Gott nieder. Entweder glaubte er bereits, dass Jesus Gottes Sohn war oder es zeigt einfach, wie verzweifelt er war, sodass er in Jesus den einzigen Ausweg und die einzige Hoffnung sah. Er hat eine genaue Bitte, wie Jesus seiner Tochter helfen soll. Spannend, dass Jesus sich auf diese Vorstellungen von Jairus tatsächlich später einlässt (V 41), obwohl er sich dadurch verunreinigt, weil er eine Leiche anfasst.

Doch bis dahin muss Jairus eine Gefühlsachterbahn durchleben. Sein Vertrauen wird sehr auf die Probe gestellt, denn es gibt ein Zwischenfall, der zu großen Verzögerungen führt. Eine blutflüssige Frau wird heimlich geheilt und Jesus „übergeht“ das nicht, sondern rollt diesen Vorgang öffentlich auf. Einerseits wird dadurch die Größe Gottes für die Umstehenden deutlich und der Glaube der Frau gestärkt, doch andererseits stirbt genau in dieser Zeit das Mädchen. Es war die einzige Tochter und mit ihren 12 Jahren nach jüdischer Sitte an der Schwelle zum Erwachsen werden und Heiraten.

Hier übergeht Jesus die Nachricht. Entgegen den hoffnungsvernichtenden Worten der Todesnachricht, ermutigt Jesus Jairus weiterzuglauben. Er wählt wenige Zeugen (die Jünger Petrus, Johannes und Jakobus sowie die Eltern des Mädchens) für das bevorstehende Wunder aus. Jesus will kein live-Auferstehungs-Spektakel performen, sondern es geht ihm um die göttliche Antwort auf den festen Glauben eines Menschen.

Die Verwandten und Nachbarn weinen. Dieses Klagen ist ein Brauch im Orient, in dem man durch lautes Heulen seinen Schmerz offenkundig zeigt. Jesus fordert auch die Heul-Klage-Gruppe durch seine Schlaf-Aussage zum Glauben auf. Doch sie reagieren mit Unglauben und lachen ihn aus. Sie dürfen nicht Zeuge von der Auferweckung werden.

Jesus weckt nun ganz schlicht das Mädchen zum Leben auf und entwaffnet den Tod. Er stärkt nicht nur das Mädchen mit Essen, sondern auch den Glauben der ganzen Familie.

Der Text für mich

Echt krass, wie Glauben und Unglauben hier thematisiert werden. Mich beeindruckt, was Jairus aus seinem Glauben zu Jesus alles tut. Ihm ist dabei sein Stolz und das, was andere über ihn denken, egal. Er ist auf Jesus und seine Hilfe fokussiert. Und trotzdem wird dieses Vertrauen im Laufe der Geschichte immer wieder erschüttert, zum Beispiel als sich Jesus trotz Notfallsituation aufhalten lässt, als die Todesnachricht eintrifft oder bei der „Schlaf-Aussage“ (V39) von Jesus. Was muss das für ein inneres Ringen zwischen Verzweiflung und Hoffnung und um den Glauben an Gottes Macht, trotz der dagegensprechenden Faktenlage, gewesen sein.

Es tröstet mich, dass Jesus um meine inneren Kämpfe weiß und mich ermutigt an ihm dranzubleiben. Denn täglich gibt es genug Situationen, in denen ich mich entscheiden muss, ob ich Gott tatsächlich mehr glaube als allem anderen. Das ist nicht leicht, aber es lohnt sich! Und – by the way: dadurch werde ich auch ein authentisches Glaubensvorbild für andere sein.

Der Text für dich

Jedes Kind kennt Situationen, in denen man sich völlig hilflos fühlt und verzweifelt ist, weil niemand helfen kann: schlechte Noten, Mobbing, Streit oder Scheidung der Eltern, schwere Krankheiten in der Familie, Tod in der Verwandtschaft, Kriege, Corona, Klimawandel bzw. ungewisse Zukunft. Hier kann eine gute Identifikation mit Jairus stattfinden. In der existenziell bedrohlichen Lage wendet er sich voll Vertrauen an Jesus, der alle Macht besitzt und dem nichts unmöglich ist. Er KANN helfen, selbst wenn alles gegen ihn spricht. WIE er eingreift, entspricht nicht immer unseren Vorstellungen. Aber er ist der Herr der Lage und immer bei uns.  Das gibt wirklich Hoffnung und Mut seinen Glauben nicht aufzugeben!

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Spiel: Finde den Schlüsselcode im Kot

Vorbereitung: Ein oder mehrere Hundehaufen mit feuchter Erde nachbilden und da hinein einen Karton mit einem Schlüsselcode verstecken. Einen Karton in dem der echte Schlüssel liegt mit einem Codeschloss versehen. Den/Die Hundehaufen vor dem Gemeindehaus unauffällig hinlegen. Je nachdem, ob man nur ein Kind oder mehrere Kinder einspannen möchte, verändert sich die Anzahl der Hundehaufen und der Codes.

Aufgabe: Die Tür zum Gemeindehaus ist abgeschlossen. Die Kinder müssen den richtigen Schlüsselcode finden, um den Karton mit dem Schlüssel darin zu öffnen und hineinzukommen. Innen wartet eine Überraschung (Erfrischungsgetränk) auf sie.

Schwerpunkt: Die Schwierigkeit ist, dass der Schlüsselcode in dem nachgebildeten Hundkot versteckt ist. Um diesen zu finden, brauchen die Kinder Hilfe des Mitarbeiters (Tipp: „der Code ist im Kot“) und Vertrauen in die Aussage des Mitarbeiters, dass es wirklich kein echter Hundekot ist, in den sie reinfassen müssen, um den Schlüsselcode herauszuholen. Da müssen sie mit sich Ringen, ob sie glauben und es wagen oder nicht …

Idee 2

Experiment: Vertrauens-Fall

Entweder wird das Experiment von einem freiwilligen Kind (Person A) mit dem Mitarbeiter (Person B) oder von allen Kindern in Zweiergruppen gemacht.

Die Experiment-Anweisung lautet:

Person A macht sich so steif wie ein Brett und lässt sich rückwärts auf den Boden fallen, ohne sich zu verletzen. Sie darf dabei nicht ihre Knie beugen oder einen Ausfallschritt nach hinten machen. Es dürfen keine Hilfsgegenstände (Kissen, Decken oder Sofas) verwendet werden. Finde heraus wie das klappen kann!

Lösung: Person B stellt sich hinter Person A und fängt sie auf, wenn diese sich fallen lässt. Dabei müssen die Kinder zwei Hürden überwinden: 1. Sie müssen Person B um Hilfe bitten. 2. Sie müssen vertrauen, dass sie aufgefangen werden, wenn sie sich fallen lassen.

Verkündigung

Verkündigungsart: Mitmachgeschichte

Im Stuhlkreis:

  • Wie schwer fällt es dir, andere um Hilfe zu bitten? Wie ging es dir gerade beim Spiel/Experiment? (Teilnehmer antworten)

Mir geht es so, dass ich erst mal probiere allein klar zu kommen. Erst, wenn ich echt nicht mehr weiterweiß, komme ich auf die Idee jemanden um Hilfe zu bitten. Meistens bereue ich, dass ich so lange gewartet habe, weil ich bereits viel Zeit, Mühe und Kraft verschwendet habe*. Außerdem hätte mir zum früheren Zeitpunkt leichter geholfen werden können.

  • Kennst du das? (evtl. Das Spiel/Experiment wäre viel schneller fertig gewesen, wenn du gleich gefragt hättest.)

In diesem Zusammenhang ist noch eine Frage zu klären: nämlich WEN ich um Hilfe bitte.

  • Wie entscheidest du, wer der richtige Helfer für dich ist? (Teilnehmer antworten)
  • (Kompetenz, Beziehung stimmt, Anwesenheit der Person etc – wenn wenig kommt, kann man auch noch Beispiele geben: Wenn du Zahnschmerzen hast, fragst du sicher nicht den Schornsteinfeger um Hilfe, sondern …?)

Jairus braucht auch dringend Hilfe – das heißt nicht ER, sondern sein einziges Kind. Ob er da den Richtigen fragt und welch spannende Wende das Ganze nimmt, erleben wir am besten gemeinsam. Ich lese die Geschichte vor und bitte euch, euch die Situation vorzustellen und meine Gesten nachzumachen. Noch Fragen? Okay, dann begeben wir uns jetzt rund 2000 Jahre zurück nach Israel an den See Genezareth, wo Jesus gerade mit seinen Jüngern im Boot unterwegs ist.

Mitmachgeschichte vorlesen und Gesten vormachen (siehe Downloadbereich)

Was für eine Geschichte! Ihr dürft euch alle wieder setzten. Vielen Dank fürs Mitmachen. Wie ging es euch denn dabei? Was fandet ihr eindrücklich? Teilnehmer antworten

Jairus holt sich für sein todkrankes Mädchen Hilfe bei Jesus.

  • Ist er die richtige Adresse? Warum kniet sich ein angesehener Synagogenvorsteher vor Jesus hin? Wie habt ihr euch kniend gefühlt? Teilnehmer antworten

Jairus muss sehr verzweifelt gewesen sein. Wahrscheinlich konnte bislang kein Arzt helfen. Er sah in Jesus die letzte Hoffnung. Der Einzige, der seiner Tochter noch helfen kann. Jesus ist sofort bereit zu helfen. Doch auf dem Weg ereignet sich ein Zwischenfall, eine Verzögerung – und dann erreicht Jairus die Nachricht, dass seine Tochter gestorben ist.

  • Wie hat sich wohl Jairus gefühlt? Teilnehmer antworten

In so einer Situation trotzdem zu glauben ist ganz schön schwierig. Ähnlich wie bei unserm Eingangsspiel. Da musstest du auch, entgegen allen innerlichen Einwänden, dich dazu entscheiden zu vertrauen, dass es nur Erde ist, nicht wahr? Wie cool, dass Jesus weiß, wie Jairus sich fühlt und ihn ermutigt. Er sagt: „Erschrick nicht, hab nur Vertrauen!” (Hand aufs Herz). Genau das, macht Jairus. Obwohl es so aussieht, als ob alles verloren ist, vertraut er Jesus. Und dann geschieht das Unglaubliche – Jesus weckt das Mädchen wieder auf – so wie wenn man einen Schlafenden aufweckt. Obwohl sie tot war! Das können alle bestätigen. Deshalb hatten ja die Verwandten und Nachbarn so laut geklagt und geweint. Stell dir das mal vor! Sowas kann nur Jesus – er ist sogar stärker als der Tod!

  • Was haben die Trauernden wohl für Gesichter gemacht, als sie plötzlich das Mädchen lebend und etwas essend sahen? (Teilnehmer zeigen Gesichtsausdruck)
  • Und wie haben sich die Leute gefühlt, die vorher Jesus ausgelacht haben? (Teilnehmer antworten)
  • Und was hat wohl Jairus am Abend über dieses Ereignis in sein Tagebuch geschrieben? (Teilnehmer antworten)

Das war ein Gefühlsachterbahntag … Jairus war verzweifelt und wandte sich vertrauensvoll an Jesus. Die Todesnachricht schien das Ende zu sein, aber Jairus hatte keine Angst und glaubte trotzdem, dass Jesus irgendwie helfen wird. Und Jairus durfte als „Belohnung“ tatsächlich miterleben, wie seine Tochter wieder lebendig wurde. Wie Jesus eingreift ist ganz unterschiedlich, aber DASS er unser Bitten hört, in der schwierigen Situation mit uns ist und uns hilft, ist ganz sicher.

Das war sicher einer der schrecklichsten, schwierigsten und zugleich wundervollsten Tage im Leben von Jairus!

* Das kann man auch allgemeiner formulieren: „Viele probieren erst mal allein klar zu kommen …“

Die andere Idee

Bilder zu dieser Geschichte ausdrucken und bunt gemischt auf den Boden legen.

Teilnehmer müssen die Bilder in der Reihenfolge hinlegen, wie sie denken, dass die Geschichte sich ereignet hat. Teilnehmer begründen ihre Version der Geschichte.

Manchmal würden wir die Geschichte „glatter“ oder anders ablaufen lassen, aber Jesus weiß, was er tut. Jairus Vertrauen wird auf die Probe gestellt und im Endeffekt gestärkt und belohnt.

Der Text gelebt

Gespräch

In Kleingruppen aufteilen und gemeinsam bei einer Erfrischung (Eis, Getränk, Snacks) oder während dem Gestalten des Merkverses über folgende Fragen nachdenken:

  • Was mache ich, wenn ich in Schwierigkeiten bin? Wen frage ich um Hilfe?
  • Warum ist Jesus eine gute Adresse, um Hilfe zu bekommen?
  • In welcher alltäglichen Situation muss ich vertrauen, damit ich belohnt werde? (Ich vertraue, dass der Bus kommt, obwohl er weit und breit nicht zu sehen ist und dafür nimmt er mich mit. Strom, Wasserhahn, Samen einsäen etc.)
  • Wann fällt es mir besonders schwer Gott zu vertrauen? Was bezweifle ich?
  • Was verändert sich, wenn ich trotzdem Gott vertraue?

In diesem Gespräch wäre es sehr wichtig, dass der Mitarbeiter persönliche Vertrauens-Erlebnisse mit Gott als Beispiel erzählt. Vorbilder und Erfahrungsberichte helfen den Teilnehmern sehr.

Merkvers  

Jesus sagt: „Erschrick nicht, hab nur Vertrauen!“ Markus 5,36

Diesen Vers kann man sehr gut mit Gebärden unterstreichen.

Nachzuschauen auf der Homepage: https://signdict.org

Jesus  Nägelmale andeuten: mit Mittelfinger der rechten Hand in die Mitte der Handfläche der linken Hand deuten und danach mit dem linken Mittelfinger dasselbe in der rechten Handfläche machen
sagtMit Zeigefinger ein Wort andeuten, das aus dem Mund herauskommt: Zeigefinger an Mund legen und nach vorne bewegen
erschrickHände offen vor dem Körper ruckartig zu dem Körper hinbewegen
nichtZeigefinger vor Körper von rechts nach links bewegen
habflache Hand auf Brust legen
nurmit Zeigefinger Nasespitze berühren und Finger nach vorne bewegen
Vertrauenbeide Hände als Faust auf das Herz legen und dann die Hände öffnend nach vorne vor den Körper bewegen, sodass die Handflächen nach oben offen sind (das Herz geben)

Gebet

Überlege dir eine Sache, in der du Jesus um seine Hilfe bitten möchtest. Wenn alle ihre Bitte haben, lassen wir sie als Gebetsrakete zu Jesus starten.

Gebetsrakete: Während der Zeit zum Überlegen, wird ein Stehkreis gebildet. Der Reihe nach darf ein Kind seine Faust mit Daumen hoch in die Mitte des Kreises strecken, während es eine Bitte an Jesus laut oder leise ausspricht. Der Nächste dockt auf dem Daumen des Vorgängers an, nimmt ihn in die Faust und streckt den eigenen Daumen nach oben, dass der Nächste darauf andocken kann. So entsteht eine lange Rakete aus Händen. Wenn alle fertig sind, zählt man von 10 runter bis 0, und ruft „Amen“, indem man alle Hände nach oben in die Luft fliegen lässt.

Kreatives

Alle Teilnehmer bekommen ein Papier und einen weißen Wachsmalstift. Mit diesem Stift schreiben sie den Merkvers auf das Blatt. Es ist noch nichts sichtbar.

Aber wenn sie mit der Hilfe von Wasserfarben über die Schrift malen, wird die Schrift deutlich lesbar. Wieviel Vertrauen oder Glauben jemand hat, kann man wie die weiße Schrift auf weißem Papier nicht sehen. Aber in schwierigen Situationen (Wasserfarben) kommt zum Vorschein, wenn wir wirklich Jesus vertrauen. Dieser Vers soll als Erinnerung und Ermutigung dienen. 

Spielerisches

Kicke die Dose!

Ein Fänger bekommt eine leere Dose, die er in der Zeit, in der sich alle anderen verstecken, an einen Ort stellt. Nachdem er auf 40 gezählt hat, beginnt das Spiel.

Das Ziel ist, dass die Versteckten unbemerkt vom Fänger sich heranschleichen und die Dose umkicken. Der Fänger versucht dies zu verhindern, indem er achtsam nach den Versteckten sucht. Sobald er jemanden ausfindig gemacht hat, rennt er zur Dose, stellt den Fuß auf die Dose und sagt den Namen des Gefundenen. Falls der Gefundene schneller an der Dose ist und diese umkickt, ist er wieder frei und kann sich erneut verstecken. Wer gefangen ist, muss bei der Dose bleiben. Er muss auf die Hilfe der Nichtgefangenen hoffen. Sobald diese die Dose umgekickt haben, sind alle Gefangenen wieder frei und eine neue Runde beginnt. Wenn der Fänger alle Versteckten fängt, ohne dass die Dose umgekickt wird, hat er gewonnen.

(T)Extras

Lieder

  • Jesus, dir kann ich vertraun
  • Spar dir deine Sorgen

Spiele

Fake oder Real? Was ist glaubenswürdig und was nicht?

Jedes Kind hat Zeit sich eine Geschichte zu überlegen. Es dürfen Ereignisse sein, die echt stattgefunden haben (Real) oder ausgedachte Geschichten (Fake). Jedes Kind erzählt seine Geschichte und die anderen raten, ob es sich um eine Real oder Fake Geschichte handelt. Wer richtig geraten hat, bekommt einen Punkt.

Weiterführende Hinweise

Bilder für die Geschichte können unter https://freebibleimages.org kostenlos heruntergeladen werden.

Gebärden können unter https://signdict.org angeschaut werden.

Das Ziel

Starter

Es ist okay, wenn du Zweifel hast und dich vielleicht nicht sofort zu 100% auf Jesus einlassen kannst. Jesus liebt dich trotzdem unendlich und ist für dich da.

Checker

Es ist okay, Zweifel zu haben. In der Jungschar hast du die Möglichkeit, deine Fragen und Zweifel loszuwerden. Auch wenn du vielleicht noch gar nicht genau weißt, wie du zu Jesus stehst, er interessiert sich für dich!

Der Text an sich

Nachdem Jesus viele Wunder vollbracht hat, kehrt er in Markus 6 mit seinen Jüngern in seine Heimatstadt Nazareth zurück. Die Stadt, in der er aufgewachsen ist und als Zimmermann gearbeitet hat. Wie auch sonst, geht er am Sabbat in die Synagoge, um zu lehren. Viele seiner Zuhörer sind erstaunt über seine Weisheit und die Wunder, die er tut. Aber anstatt herauszufinden und zu erkennen, wer er wirklich ist, äußern sie nun Kritik gegen die Person, die ihnen doch eigentlich bekannt war. Sie nennen ihn den „Zimmermann“. Als Zimmermann gehörte Jesus damals zu der gehobenen Mittelschicht. Er ist kein Schriftgelehrter und stammt aus keinem Priestergeschlecht. Hinter der Betonung seines Berufs steckt möglicherweise, dass die Leute nicht glauben konnten, wozu Jesus nun gekommen ist, denn sie kannten ihn noch von früher. Sie zählen dann die Mutter von Jesus und seine Geschwister auf. In der jüdischen Welt ist es eher ungewöhnlich, dass die Mutter benannt wird, doch lässt sich das am einfachsten damit erklären, dass Josef bereits gestorben ist.   

Dann heißt es, dass die Leute Jesus ablehnen. Sie waren wohl nicht bereit, ihn als Sohn Gottes anzuerkennen. Vielleicht hätten sie ihn eher angenommen, wenn er als mächtiger Held nach Nazareth zurückgekommen wäre? Vielleicht sind sie ihm aber auch einfach nur mit größter Vorsicht begegnet und haben sich gefragt, was wäre, wenn er ein falscher Prophet ist?

Jesus hat bestimmt gedacht, dass er in seiner Heimat gehört werden würde. Sonst würde es in Vers 6 nicht heißen: „Und er wunderte sich über ihren Unglauben.“

Davor heißt es aber noch im Text, dass Jesus aufgrund des Unglaubens der Leute dort auch keine Wunder tun konnte. Die Frage, die sich hier stellt, ist: Warum hat er keine Wundertaten getan? Wollte er es nicht? Oder konnte er es nicht?
Letzteres würde seine Vollmacht infrage stellen. Erst zuvor hat Jesus verschiedene Wunder vollbracht: Dämonen ausgetrieben, einen Sturm gestillt, eine Frau geheilt und sogar ein Mädchen vom Tod auferweckt. Dass er keine Wunder tat, hat also nichts damit zu tun, dass seine Heilskraft an den Glauben der Menschen gebunden wäre.

Jesus legt im weiteren Vers ja dann trotzdem einigen Kranken die Hände auf und heilt sie. Das Hindernis liegt also nicht bei Jesus, sondern bei den Menschen. Er selbst ist immer bereit, Wunder zu vollbringen, zu helfen und in Liebe zu dienen. Doch da, wo sich Herzen vor seiner Liebe verschließen, will er nicht einfach wirken.

Der Text für mich

Bevor man sich mit den Kindern darüber austauscht, wie sie zu Jesus stehen, ist es hilfreich, sich selbst Gedanken darüber zu machen. Als Mitarbeitende sind wir für die Kinder Vorbilder. Sie merken, ob wir authentisch sind und ob wir das, was wir erzählen, auch glauben. Das heißt nicht, dass wir keine Zweifel haben dürfen oder alles wissen müssen.

Wie sieht es denn gerade bei dir persönlich aus? Bist du offen für Jesus und sein Wirken? Oder zweifelst du an ihm wie die Leute aus der Geschichte?

Manchmal wird unser Denken sehr von der Meinung anderer beeinflusst. Wir werden vielleicht verunsichert, wenn unsere Freunde Jesus ablehnen. Doch sollte das keinen Einfluss darauf haben, wie wir persönlich zu Jesus stehen.

Ich finde eine Beobachtung aus dem Text besonders wertvoll. Jesus tritt hier nicht als jemand auf, der keine Rücksicht auf die jeweilige Situation nimmt. Der sein Programm einfach nur abspult, als wären wir als sein Gegenüber einfach Objekt seines Handels. Wir sehen dadurch, dass unsere Einstellung für sein Handeln eine entscheidende Bedeutung hat. Jesus lädt uns damit quasi ein, mit ihm in Beziehung zu treten. Unsere Reaktion auf seine Einladung bestimmt mit darüber, wie es zwischen Jesus und uns weitergeht.

Was wir auf jeden Fall wissen dürfen, ist, dass Jesus uns liebt. Ganz unabhängig davon, ob wir zweifeln oder gerade eine Phase haben, in der wir für ihn nicht so offen sind. Ein Gedicht von Lothar Zenetti bringt das schön auf den Punkt:

Was Jesus für mich ist? – Einer, der für mich ist!

Was ich von Jesus halte? – Dass er mich hält!

Der Text für dich

Starter

Kinder, die Jesus nicht oder kaum kennen, haben möglicherweise Schwierigkeiten, sich auf Jesus einzulassen. Sie waren vielleicht bisher nur in einem Umfeld, in dem Jesus und seine Wundergeschichten abgelehnt wurden. Da das Nachdenken darüber, was andere von einem denken, dass Selbstbild der Kinder in dem Alter zunehmend beeinflusst, kann es schwer sein, sich trotz der Ablehnung anderer auf Jesus einzulassen. Es ist wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass es ok ist, Zweifel zu haben und sie sich nicht sofort auf alles einlassen müssen. Macht ihnen deutlich, dass Jesus sie trotz Zweifel liebt.

Checker

Auch wenn Kinder schon viele Geschichten von Jesus kennen und bereits Erfahrungen im Glauben gemacht haben, sind sie vielleicht manchmal unsicher, wie sie zu Jesus stehen. Kinder begegnen in der Schule möglicherweise ersten Kommentaren, wie bspw.: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Jesus solche Wunder gemacht hat.“

Es ist gar nicht so leicht, trotz Ablehnung von anderen, zu Jesus zu stehen. Die Jungschar kann ein Ort sein, wo sie Ermutigung erleben, zu Jesus zu stehen. Aber auch ein Ort, an dem sie ehrlich sein dürfen, falls sie selber Zweifel haben. Es ist wichtig, die Kinder, da wo sie stehen, zu sehen und zu unterstützen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Quiz – Wie viel weißt du über deine Heimat

Jesus kehrt in Mk 6 in seine Heimat zurück. Für die meisten Kinder aus der Jungschar ist das Dorf/die Stadt, wo ihr euch trefft, wahrscheinlich auch ihre Heimat. Aber wie viel wissen sie eigentlich darüber?

Gestaltet ein Quiz, in dem ihr den Kindern Fragen zu eurem Ort stellt. Dafür könnt ihr euch eine Quiz-Form eurer Wahl aussuchen. Beispielsweise eignet sich „Jeopardy – Der große Preis“ gut. Dabei gibt es mehrere Kategorien (Einwohner, Geschichte, Sehenswürdigkeiten o.Ä.) mit je fünf Fragen. Die Fragen sind mit einer Punktzahl versehen (z.B. 20, 40, 60, 80, 100), wobei die schwierigen Fragen mehr Punkte ergeben als die leichten Fragen. Die Kinder werden in zwei oder mehr Gruppen eingeteilt, dürfen sich nacheinander eine Frage aussuchen und müssen diese beantworten. Für jede richtige Antwort gibt es die entsprechende Punktzahl. Die Gruppe mit den meisten Punkten gewinnt das Quiz.

Idee 2

Spiel – Wer ist der beste Zimmermann?

Als Zimmermann, so wie Jesus es früher in Nazareth war, muss man handwerklich begabt und geschickt sein. Baut etwas mit den Kindern, entweder zusammen oder in Gruppen getrennt. Beispielsweise könnt ihr mit Bauklötzen einen hohen Turm oder aus Schuhkartons das „schönste Haus“ bauen. Eine weitere Idee ist eine Murmelbahn aus Klopapier- und Küchenrollen. Dabei könnt ihr Gegenstände mit einbeziehen, damit die Murmelbahn von einem hohen Startpunkt immer weiter nach unten verläuft (z.B. mithilfe einer Leiter).

Verkündigung

Verkündigungsart:

Erzählung mit einem Sketchboard (Vorlage siehe Anhang)

MalenErzählen
Geheimschrift Jesus + Bild aufkleben    Heute geht es um eine Person, die ihr sicher alle kennt = Jesus. Nachdem er viele Wunder getan hat, ging er zusammen mit seinen Jüngern zurück in seine Heimatstadt.
Kinder fragen   Geheimschrift NazarethWisst ihr, wie die Heimatstadt von Jesus heißt? Nazareth = Die Stadt, in der er aufgewachsen ist und als Zimmermann gearbeitet hat. 
    Kinder fragenWie auch sonst, ging er am Sabbat in die Synagoge, um zu lehren. Das heißt, dass er dort aus dem Alten Testament, der Bibel vorlas und den Menschen erklärte, was Gott ihnen damit sagen möchte. Wisst ihr denn was Sabbat ist? (= Der Sabbat gilt im Judentum als ein Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf).  
Menschen malen       Geheimschrift ZweifelIn der Synagoge waren viele Menschen, die ihm zuhörten. Viele von ihnen waren erstaunt darüber, dass er so klug ist und so viele Wunder tun kann. Aber einige hatten Zweifel an Jesus. Ggf.: Wisst ihr was Zweifel sind? Die Leute stellten Jesus viele Fragen: „Weshalb kann er so gut reden? Von wem hat er das gelernt, was er da von sich gibt? Und wie kriegt er diese Wunder überhaupt hin? Ist das nicht dieser Zimmermann, einer der Söhne von Maria? Und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Wohnen nicht seine Schwestern hier um die Ecke?“  
Daumen runterDie Menschen dort ärgerten sich echt total über Jesus und lehnten ihn ab. Sie wollten nichts mehr von Jesus hören und glaubten nicht an seine Wunder.
 Daraufhin ging Jesus weg und heilte andere Menschen.
 
      Kinder fragenDie Menschen in der Geschichte waren nicht offen für Jesus und hatten Zweifel.   Kennst du das auch?
Fragezeigen in 1. GedankenblaseFragst du dich auch manchmal, ob das alles wahr ist, was wir hier in der Jungschar von Jesus erzählen?  
Nein in 2. GedankenblaseVielleicht verunsichern dich deine Freunde, die nichts von Jesus halten und ihn auch ablehnen, wie die Leute in der Geschichte?
Bibel + Fragezeichen in 3. GedankenblaseVielleicht verstehst du auch nicht immer alles, was in der Bibel steht und hast Fragezeichen?
 Vielleicht geht es dir manchmal so. Vielleicht aber auch nicht. Ich selbst kenne alle drei Gedanken. Vor allem hat es mich schon öfter verunsichert, wenn Freunde von mir gesagt haben, dass sie nichts von Jesus halten. Ich habe mich auch schon manchmal gefragt, ob das alles, was ich glaube, richtig ist.
Geheimschrift „liebt mich trotz“Wenn ich so was erlebe, versuche ich mich immer an eine ganz wichtige Sache zu erinnern: „Jesus liebt mich trotz Zweifel.“   Und das gilt auch für dich. Egal, ob du manchmal zweifelst oder nicht. Jesus liebt dich unendlich. Und wenn du vielleicht noch gar nicht genau weißt, wie du zu Jesus stehst, er interessiert sich für dich!

Die andere Idee

Erzählung als Nachrichtensprecher

Erzählt die Geschichte in Form eines Nachrichtensprechers. Der Titel dafür könnte lauten: „Jesus kommt zurück in seine Heimatstadt.“ Ein Mitarbeiter spricht dafür im Nachrichtensprecher-Stil, was passiert. Währenddessen können andere Mitarbeitende die Inhalte schauspielerisch darstellen.

Der Text gelebt

Gespräch

Bei diesem Text bietet es sich gut an, in kleineren Gruppen über Fragen zu sprechen. Folgende Fragen können bei der Vertiefung des Textes helfen:

  • Was glaubt ihr, warum lehnen die Leute in der Geschichte Jesus ab?
  • Habt ihr Freunde oder Verwandte, die Jesus auch ablehnen? Wenn ja, wie findet ihr das?
  • Hattet ihr auch selber schon mal Zweifel an Jesus und an den Geschichten über ihn? Wenn ja, was tut ihr dann?
  • Welche Fragen würdet ihr Jesus gerne mal stellen wollen?

Gebet

Zweifel ans Kreuz nageln

Schreibt gemeinsam mit den Kindern eure Zweifel auf Zettel (jeder für sich) und nagelt sie anschließend an ein Holzkreuz (oder pinnt sie an). Macht dabei deutlich, dass es nicht schlimm ist, Zweifel und Fragen zu haben und wir sie immer und zu jederzeit zu Jesus bringen können. Betet dann gemeinsam.

Kreatives

Stammbaum malen

In der Geschichte werden die Mutter und Geschwister von Jesus erwähnt. Es geht darum, wo Jesus herkommt. Gestaltet mit den Kindern zusammen Stammbäume, bei denen sie sich auch überlegen, wo sie herkommen. Dafür können sie den Stammbaum ganz frei gestalten oder ihr gebt ihnen eine Vorlage, wo sie die Namen ihrer Familie einzeichnen.

Spielerisches

Stadt/Dorf-Rallye

Erstellt eine Rallye zu eurer Stadt/eurem Dorf. Dazu könnt ihr euch Fragen und Aufgaben passend zu eurem Ort überlegen (z.B. Wie viele Stufen hat die Rathaustreppe; Welche Farbe hat das Haus im Musterweg 3; Wann schließt am Samstag Rossmann; Bringt Blätter von 10 unterschiedlichen Bäumen mit …).

Schickt die Kinder dann entweder zusammen oder in einzelnen Gruppen los und überlegt euch einen Preis für die beste Gruppe oder für die ganze Jungschar.  Vereinbart im Vorfeld Regeln, die ihr den Kindern mit auf den Weg geben wollt, damit Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

(T)Extras

Lieder

  • Spar dir deine Sorgen (Mike Müllerbauer)
  • Ich geh mit Gott durch dick und dünn (Dorothea Gisler-Kreiß)
  • Schenk mir dein Herz (Marion & Gilbrecht Schäl)

Spiele

Wahr oder Falsch mit allgemeinen Aussagen

Jedes Kind erhält zwei Zettel: eins mit einem grünen Haken und eins mit einem roten Kreuz. Nun liest ein Mitarbeitender von euch Aussagen zu verschiedenen Themen aus der Lebenswelt der Kinder vor. Die Kinder halten nach jeder Aussage einen Zettel in die Höhe, je nachdem, ob sie die Aussage als wahr oder falsch erachten. Fragt die Kinder zwischendurch, warum sie sich so entschieden haben („Was hat euch dabei geholfen, euch so zu entscheiden?“, „Warum fällt es manchmal schwer, etwas zu glauben?“). Aussagen zu diesem Spiel könnt ihr euch selber ausdenken oder findet ihr im Internet.

Wahr oder Falsch mit persönlichen Aussagen

Jedes Kind kann etwas aus seinem Leben erzählen, das auch gerne etwas ungewöhnlicher sein darf. Die anderen müssen dann erraten, ob es wahr oder falsch ist.

Das Ziel

Starter

Jesus kann aus wenig viel machen und er kann jeden gebrauchen, um Großes zu vollbringen.

Checker

Was ich besitze, kann ich für Jesus einsetzen. Auf welche Dinge kann ich verzichten und welche Gaben habe ich, um sie für Gott einzusetzen?

Der Text an sich

Jesus hatte seine Jünger ausgesandt, um in den umliegenden Dörfern zu predigen und Kranke gesund zu machen. Nun kommen sie zu Jesus zurück und sind überwältigt von der Kraft Gottes, die sie erlebt haben und den Wundern, die Gott durch sie bewirkt hat. Von all diesen Erlebnissen berichten sie Jesus, doch wie so oft, versammelt sich um Jesus eine Menschenmenge, sodass die Jünger nicht einmal Zeit zum Essen, geschweige denn zum Ausruhen finden. Jesus weiß, dass sie Zeit brauchen, um mit ihren Kräften aufzutanken und die Erlebnisse zu verarbeiten.

Die Ruhe, die sie eigentlich benötigen, können sie dort nicht finden. So beschließen sie, mit dem Boot an eine abgelegene Stelle des Sees zu fahren. Doch der Plan geht nicht auf. Noch bevor Jesus und die Jünger anlegen, hat sich auch dort bereits eine große Menschenmenge versammelt. Aus der ganzen Gegend sind die Menschen herbeigeströmt.  

Jesus blickt in die Menge der Menschen und sieht ihre Not. Er erkennt, dass sie keinen haben, der sie führt, beschützt und für sie sorgt. Er hat Mitleid mit diesen Menschen und beginnt zu ihnen zu sprechen. Nach vielen Stunden fordern die Jünger Jesus auf, die Menschen nach Hause zu schicken. Doch Jesus ist noch nicht bereit, die Menschen gehen zu lassen. Nachdem er für ihr geistiges Wohl gesorgt hat, will er jetzt auch für ihr leibliches Wohl sorgen. Doch was Jesus nun fordert, ist für die Jünger undenkbar. Um diesen Menschen zu essen zu geben, wäre ein kleines Vermögen, eine für die Jünger unvorstellbare Summe notwendig. Doch Jesus hat schon etwas anders im Blick. Er fordert sie auf, ihm das zu bringen, was sie haben. Nicht mehr und nicht weniger. Aus Johannes 6 wissen wir, dass die fünf Brot und zwei Fische von einem kleinen Kind stammen. Im Blick auf die Menge von 5000 Männern, zu denen noch Frauen und Kinder dazukommen, ist das nicht mehr als ein Witz. Und dann geschieht das Unglaubliche. Die Bereitschaft, Jesus alles hinzulegen was die Jünger haben, ist für Jesus ausreichend, um über 5000 Menschen satt zu machen und zusätzlich noch 12 volle Körbe übrig zu haben. Aus diesem wenigen lässt Jesus Großes entstehen. Aus dem wenigen, das er bekommt, macht Jesus eine riesige Menge. Alle bekommen mehr als genug.

Der Text für mich

Für mich wird in unserem Text ganz deutlich, dass Jesus immer genau weiß, was wir benötigen. Nach besonderen Ereignissen brauchen wir auch Ruhephasen. Keiner kann die ganze Zeit powern. Zur Ruhe kommen heißt für mich auch immer wieder, mich neu auszurichten und mir von Jesus Kraft geben zu lassen. Ich will lernen, mich von Gott gebrauchen zu lassen und meine Gaben, die er mir geschenkt hat, einzusetzen. Im Moment ist das bei euch die Jungschar, die Gott euch auf das Herz gelegt hat. Vielleicht kommt noch mal etwas anderes. Ich möchte immer bereit sein für Jesu Handeln und das tun, was er mir sagt. Ich denke manchmal: nur fünf Brote und zwei Fische, wie wenig. Lasst uns immer wieder darauf vertrauen, dass Gott Großes daraus macht. Von den Wundern aus der Bibel und den Wundern in unserem Leben müssen wir einfach weitererzählen. Das Kind, das die fünf Brote und zwei Fische mitgebracht hat und alle, die dabei waren, werden den Tag nicht vergessen. Den Tag, an dem Jesus in unser Leben getreten ist, vergessen wir hoffentlich auch nicht.

Der Text für dich

Viele Kinder in unseren Gruppen wachsen im Überfluss auf und häufig haben sie nicht gelernt mit anderen zu teilen. In unserer Gesellschaft und in vielen Familien steht der Egoismus an erster Stelle. Die, die nichts haben, sind selbst schuld an ihrer Situation. Durch die aktuelle Situation mit dem Krieg in der Ukraine und der Pandemie wird unser Blick wieder dafür geweitet, Dinge abzugeben und unseren Reichtum zu teilen. Vielen fällt es trotzdem noch schwer. Doch wenn wir bereit sind, den Blick von uns und unseren Möglichkeiten wegzulenken und das, was wir haben, mit anderen zu teilen und vor allem Jesus zur Verfügung zu stellen, dann kann er Großes daraus machen. Das gilt auch für die Kinder. Egal wie viel oder wenig sie zu bieten haben, für Jesus ist es genug, um für viele andere zum Segen zu werden.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Aus wenig wird viel

Den Kindern wird ein kleines Glas mit Popcornmais gezeigt. Sie dürfen Vermutungen anstellen, für wie viele Personen man daraus Popcorn machen kann. Danach könnt ihr mit den Kindern das Popcorn in der Mikrowelle oder einem großen Topf machen (Rezepte unter Weiterführende Hinweise). Das Erstaunliche ist, dass aus einer kleinen Menge Mais viel mehr Popcorn wird als man erwartet.

Während die Kinder ihr Popcorn genießen, könnt ihr in die Geschichte starten.

Idee 2: Was brauchen wir wirklich

Wir legen 20 Karten auf einen Tisch und schreiben Begriffe darauf, die die Kinder unbedingt brauchen. Nun soll die Gruppe entscheiden und vier Begriffe wegnehmen, die nicht unbedingt nötig sind. Danach noch mal vier. Das machen wir so lange, bis nur noch vier Begriffe über sind. Wir schauen dann einmal, auf was die Kinder nicht verzichten können oder wollen.

Verkündigung

Verkündigungsart: Nachrichtensendung

Die Geschichte wird in eine Nachrichtensendung verpackt. Wir benötigen dazu den Nachrichtensprecher (N), den Reporter vor Ort (R) und den Jungen Levi ben Lukas (L), das Kind mit den fünf Broten und zwei Fischen, der vom Reporter befragt wird. Der Reporter und der Befragte befinden sich in einer Ecke des Raumes, während sich der Nachrichtensprecher in einer anderen Ecke des Raumes befindet.

N: Hier ist das Erste Kapernaumer Fernsehen mit den Nachrichten. Guten Tag, Kapernaum. Alles wird teurer. Die Brot- und Fischpreise sind schon wieder gestiegen. Außerdem wird in unserer Gegend von vielen Krankenheilungen berichtet. Genaueres ist noch nicht bekannt. Soeben erreicht uns eine Nachricht vom See Genezareth, dass es dort einen riesigen Volksauflauf geben soll. Wir schalten jetzt live zu unserem Reporter vor Ort. Hallo Harry, kannst du mich hören? Was ist da los?

R: Ja, hallo, mein Name ist Harry und ich bin hier live am See Genezareth. Hier spielen sich unglaubliche Szenen ab. Das hat noch kaum einer gesehen. Es sind ca. fünftausend Männer hier und dazu kommen noch viele Frauen und Kinder. Da stellt man sich ja die Frage, was die hier wollen. Soweit ich das bisher herausfinden konnte, hören sie einem Menschen zu. Den ganzen Tag ist er schon am Reden und eigentlich wäre es an der Zeit für all die Menschen nach Hause gehen. Es wird langsam dunkel und hier gibt es nichts zu essen. Kein Supermarkt ums Eck, nicht mal eine Pommesbude ist hier zu finden. So wie es aber aussieht, setzen sich gerade alle hin. Ich verstehe das wirklich nicht.

N: Kannst du uns denn berichten, um welche Person es sich bei dem Redner handelt?

R: Ja, es geht um einen Mann namens Jesus. Wie man hört, hat er schon viele Kranke geheilt und auch sonst einige Wunder getan. Ich versuche mal, jemanden ans Mikrofon zu bekommen.

N: Vielen Dank erst mal, wir schalten später noch einmal an den See Genezareth. Wir machen weiter mit dem Wetter. Die nächsten Tage bleiben trocken. Die Temperaturen klettern auf 40 °C und auch die Nächte bleiben mit 27°C sehr warm. Oh, ich höre gerade, am See Genezareth gibt es schon etwas Neues. Unser Reporter hat einen Interview-Partner gefunden. Hallo Harry, kannst du mich hören? Wer ist dort bei dir vor Ort und welche Neuigkeiten gibt es?

R: Ja, hallo nach Kapernaum. Hier bei mir steht Levi ben Jakob, ein Junge von etwa 10 Jahren. Hey Levi, erzähl doch mal, was du gerade erlebt hast.

L: Ja, also, das war so: Ich wollt heute Morgen unbedingt mit zu Jesus. Der ist hier echt der neue Superstar. Er erzählt immer so tolle Geschichten und außerdem sind meine Freunde auch alle dabei. Zum Glück durfte ich mit und meine Mutter hat mir noch Proviant mitgegeben: fünf Brote und zwei Fische. In all der Aufregung heute bin ich noch gar nicht dazu gekommen, etwas zu essen. Deshalb hatte ich noch alles, als die Männer von Jesus vorhin rumgingen und alle nach etwas zu essen fragten. Obwohl mein Magen schon ganz schön knurrte, habe ich ihnen die Brote und die Fische gegeben, denn sie sagten, Jesus würde sie brauchen.

R: Dann muss dein Magen ja immer noch ganz schön knurren, oder?

L: Nein, gar nicht, ich bin pappsatt.

R: Wie kann das denn sein? Du hast doch deinen Proviant weggegeben???

L: Ich bin ja auch noch nicht fertig mit erzählen. Wir sollten uns dann alle in Gruppen auf den Boden setzen und dann betete Jesus und fing an, meine Brote und Fische zu verteilen. Und wisst ihr was? Immer, wenn er etwas abgab, war seine Hand immer noch voll! Das ging dann so lange, bis alle Leute, die hier sind – und das sind echt viele! – genauso satt waren wie ich. Und die Reste hättest du mit Sicherheit nicht aufessen können. Es blieben nämlich noch 12 volle Körbe mit Essen übrig!

R: Das gibt es doch gar nicht, wie kann das denn sein?

L: Das war wieder so ein Wunder, das Jesus getan hat. Ist doch toll, was aus meinem Essen geworden ist, oder?

R: Das stimmt! Vielen Dank, Levi. Ich versuche jetzt mal, noch näher an diesen Jesus und seine Leute heranzukommen. Vielleicht gibt es ja eine Erklärung dafür. Aber jetzt erst mal zurück zu unserem Nachrichtensprecher.

N: Vielen Dank, Harry. Wir bleiben in Verbindung. Die nächsten Nachrichten gibt es nach dem Krimi in ca. 2 Stunden. Bis dahin weiter gute Unterhaltung mit unserem Programm.

Die andere Idee

Die Geschichte wird erzählt und an verschiedenen Punkten unterbrochen. An diesen Stellen wird jeweils ein Spiel gemacht. Die Spiele findet Ihr im Anhang.

  • Erster Stopp nach Vers 33, Spiel 1
  • Zweiter Stopp nach Vers 34, Spiel 2
  • Dritter Stopp nach Vers 40, Spiel 3
  • Vierter Stopp nach Vers 41 Spiel 4
  • Fünfter Stopp nach Vers 42, Brot backen bzw. essen (s. Rezept)
  • Sechster Stopp nach Vers 43, Spiel 5

Der Text gelebt

Wiederholung

Zur Wiederholung könnt ihr gemeinsam das Lied „1,2,3,4,5 (Brote in der Tasche)“ von Daniel Jakobi und Sebastian Cuthbert singen oder abspielen.

Gespräch

Unterhaltet euch über folgende Fragen:

  • Wie hat der Junge reagiert als die Jünger nach Essen fragten?
  • Wie viel hat er abgegeben? (alles)
  • Hättet ihr an seiner Stelle alles abgegeben?

Ich finde es unglaublich, was Jesus aus dem wenigen gemacht hat, das der Junge abgegeben hat. Der Junge hatte gar nichts Besonderes dabei. Es war auch nicht besonders viel, aber er war bereit, Jesus einfach das zu geben, was er hatte. Nicht mehr und nicht weniger und für Jesus war das genug, um daraus ein unglaublich großes Wunder zu machen.

Gibt es etwas, das du Jesus geben könntest, so wie es der kleine Junge gemacht hat?

Vielleicht gibt es etwas, das du besitzt und z. B. einem Kind aus der Ukraine schenken könntest, das gerade nicht so viel hat. Vielleicht gibt es auch etwas, das du gut kannst und jemandem damit helfen oder ihm eine Freude machen könntest. (Überlegt gemeinsam, was für Dinge das bei euch als Gruppe und für die Kinder sein könnten.) Denn wenn wir das, was wir haben, Jesus geben, egal ob es viel oder wenig ist, dann kann er etwas Großes daraus machen.

Merkvers

„Und vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. An solchen Opfern hat Gott Freude.“ Hebräer 13,16 (HfA).

Im Downloadbereich findet ihr ein Arbeitsblatt. Auf diesem Blatt streicht ihr alle Zweien und Fünfen, danach sollte der Merkvers stehen bleiben. Wenn alle das Rätsel gelöst haben, kann der Vers noch einige Male gemeinsam laut gesprochen werden.

Kreatives

Backt und esst gemeinsam ein Fladenbrot. (Evtl. muss der Teig vorher zubereitet werden, um ihn in der Stunde nur noch zu backen)

Fladenbrot

Zutaten:

  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 400 ml lauwarmes Wasser
  • 2 TL Salz
  • 500 g Mehl

Anleitung:

  • die Zutaten vermengen
  • den Teig 20-30 Minuten „gehen“ lassen
  • den Teig auf ein bzw. zwei Bleche „fließen“ lassen (ergibt 2 Fladen)
  • mit grobem Salz und getrockneten Kräutern bestreuen, mit der Gabel einstechen und etwas Olivenöl darüber tropfen
  • den Teig nochmals 20 Min. gehen lassen
  • den Ofen auf 230°C vorheizen und wie folgt backen:
  • 10-15 Min 230°C  
  • 10 Min 190-200°C (evtl. auch kürzer, je nach gewünschter Bräunung)

Spielerisches

Fische angeln

Material: Augenbinden, Fischlis oder Gummibärchen, Teller

In der Mitte des Raumes sitzt ein Kind mit verbundenen Augen auf einem Stuhl. Darunter liegt ein Fischli auf einem Teller. Die anderen Kinder versuchen nun das Fischli unter dem Stuhl zu klauen. Dabei muss es absolut still sein. Denn sobald das Kind auf dem Stuhl ein Geräusch hört ruft es „Stopp“ und zeigt in die entsprechende Richtung. Stimmt die Richtung, muss das entdeckte Kind stehen bleiben und für den Rest der Runde aussetzen.

(T)Extras

Lieder

  • 1,2,3,4,5 / Brote in der Tasche (Daniel Jakobi, Sebastian Cuthbert)
  • Hast du heute schon danke gesagt

Spiele

Spiel 1: (nach Vers 33) Die Menschen sammeln sich um Jesus

Die Kinder werden in Gruppen aufgeteilt. Jeder Gruppe werden jeweils 35 Spielfiguren in einer Farbe zugeordnet. Die Spielfiguren werden wahllos im Raum verteilt (sie müssen aufrecht stehen). Jeder Gruppe wird ein Tisch zugeordnet. Nun erhält jedes Kind 2 Schaschlik-Spieße. Nach dem Startkommando geht das erste Kind jeder Gruppe los und holt eine Spielfigur seiner Farbe, indem es mit den beiden Hölzern den Kopf der Spielfigur einklemmt und legt diese dann auf den Tisch. Nun ist das nächste Kind an der Reihe. Welche Gruppe hat zuerst alle 35 Figuren auf ihrem Tisch liegen?

Spiel 2: (nach Vers 34) Jesus beginnt zu predigen

Durch seine Botschaft ermutigt Jesus die Menschen und richtet sie auf. Die Spielfiguren sind noch immer auf dem Tisch verteilt. Einige davon sind beim Ablegen umgekippt. Jedes Kind erhält einen hölzernen Trinkhalm. Nach dem Startsignal beginnt das erste Kind, die erste Spielfigur auf dem Tisch mit dem Trinkhalm anzusaugen und aufrecht hinzustellen. Welche Gruppe hat zuerst alle Figuren seiner Farbe aufgestellt?

Spiel 3: (nach Vers 40) Die Menschen setzten sich in Gruppen

Jede Gruppe erhält einen Zollstock. Dieser wird komplett ausgeklappt. Das erste Kind hält den ausgeklappten Zollstock an einem Ende fest und versucht nun, mit dem anderen Ende auf dem Tisch 5 Figuren zu einer Gruppe zusammenzuschieben, sodass sie sich leicht berühren, aber stehen bleiben. Dann ist das nächste Kind an der Reihe. Fällt eine Figur hin, darf sie von Hand wieder hingestellt werden. Welche Gruppe hat zuerst alle Figuren gruppiert? Bei kleineren Kindern kann der Zollstock auch nur bis 1.60 m ausgefahren werden.

Spiel 4: (nach Vers 41) 5 Brote und 2 Fische

Mit den Spielfiguren soll die Gruppe ein Brot und einen Fisch formen. Welche Gruppe schafft dies am schnellsten und am schönsten? Der Mitarbeiter entscheidet! Sollte dies in einem Durchgang nicht klappen, können auch nacheinander in 2 Durchgängen zuerst das Brot und dann der Fisch geformt werden.

Spiel 5: (nach Vers 43)12 volle Körbe

Jede Gruppe erhält 12 Bierdeckel. Ein Bierdeckel wird auf den Tisch gelegt, dann werden auf dem Bierdeckel einige Figuren verteilt und der nächste Bierdeckel auf die Figuren gelegt. Auf diese Weise sollen alle 12 Bierdeckel übereinandergestapelt werden. Welche Gruppe schafft dies am schnellsten? Am Ende kann versucht werden, aus den Deckeln und Figuren aller Gruppen einen möglichst hohen Turm zu bauen.

Weiterführende Hinweise

Hier bekommt ihr Spielfiguren: https://www.premiergames.de/spiele/brettspiele/ersatzspielfiguren-halma-ludo-etc-6×20-stueck.html

oder https://www.connexxion24.com/Spielmaterial/Halmakegel/Halmakegel-Holz:::153_98_116.html?MODsid=jljqfrdr6uau9h575omrn0v77b

oder www.denkspiele24.de

Rezept für Popcorn im Topf: https://www.chefkoch.de/rezepte/1252341230473990/Perfektes-suesses-Popcorn.html

Rezept für Popcorn in der Mikrowelle: https://www.chefkoch.de/rezepte/3810441580048545/Mikrowellen-Popcorn-in-der-Tuete.html

Das Ziel

Starter

Es gibt nichts, das größer oder stärker ist als Jesus.

Checker

Jesus lädt dich ein, deine Angst bei ihm abzugeben.

Der Text an sich

Jesus und seine Jünger haben einen langen Tag hinter sich. Jesus hatte eine große Menschenmenge gelehrt und durch ein unglaubliches Wunder satt gemacht. Noch bevor die Menge aufbricht, schickt Jesus die Jünger los, um mit dem Boot auf die andere Seite des Sees zu fahren. Jesus selbst bleibt zurück. Nachdem er die Menschenmenge verabschiedet hat, zieht er sich auf einen Berg zurück, um in der Einsamkeit und Stille Zeit für das Gespräch mit Gott zu haben. Anstatt sich nach dem langen Tag auszuruhen, sucht Jesus ganz bewusst die Gemeinschaft mit Gott. Er braucht diese Zeit, um sich neu auf seinen Auftrag auszurichten und Kraft zu schöpfen. Diese Zeit hat für Jesus höchste Priorität.

Obwohl Jesus sich an Land befindet, sieht er den Kampf der Jünger mit dem Sturm, der um sie tobt. Ob Jesus dabei das Boot (trotz der einbrechenden Dunkelheit) tatsächlich vom Berg aus sehen kann oder einfach weiß, in welcher Not die Jünger sich befinden, wird nicht deutlich. Zwei Dinge fallen allerdings auf.

Jesus sieht, wie sehr sich die Jünger abmühen, doch anscheinend reagiert er nicht sofort, denn der Kampf mit dem Sturm dauert bis zur vierten Nachtwache. Erst kurz vor dem Morgengrauen, zwischen drei und sechs Uhr, begegnet Jesus den Jüngern auf dem See. Dass Jesus auf dem Wasser geht, wird dabei wie selbstverständlich, fast schon nebenbei erwähnt. Was für uns unvorstellbar ist, ist für den Sohn Gottes eine Kleinigkeit.  

Die Jünger wollen mit dem Boot nach Betsaida, das vermutlich am Nordufer des Sees lag, übersetzen. Doch der Sturm bringt selbst die erfahrenen Fischer und Seemänner an ihre Grenzen. Sie treiben so weit ab, dass sie schließlich am Westufer bei Genezareth an Land kommen. Neben dem kräfteraubenden Sturm herrscht um die Jünger die Finsternis der Nacht, als sie auf einmal eine Gestalt auf dem Wasser erblicken. Dass es sich dabei nicht nur um eine Halluzination handeln kann, wird schnell klar, denn jeder von ihnen kann die Gestalt sehen und das versetzt die gestandenen Männer in echte Angst und Panik. Obwohl sie die Kraft Jesu gerade erst erlebt hatten, können sie sich die Situation nicht anders erklären, als dass ihnen ein echtes Gespenst begegnet.

Mit Vers 50 ist ein Wendepunkt in der Geschichte zu erkennen. Denn als Jesus die Angst der Jünger sieht, zögert er keinen Moment. Er gibt sich ihnen mit den Worten „Ich bin es“ zu erkennen. Mit einer sehr ähnlichen Formulierung hat sich auch Gott Mose im Alten Testament vorgestellt. Jesus macht also deutlich, dass ihnen hier niemand anderes als Gott selbst begegnet. Und mit der Gegenwart Jesu verändert sich die Situation komplett. Als Jesus ins Boot steigt, legt sich der Wind und der Sturm ist augenblicklich zu Ende. Jesus ist größer als die Gewalten der Natur. Das Meer ist für ihn wie fester Boden und der Sturm muss ihm gehorchen.

Obwohl die Jünger hier schon zum zweiten Mal an einem Tag die Größe und Macht von Jesus erleben, haben die sie immer noch nicht verstanden, dass er der Sohn Gottes und der versprochene Retter ist.

Der Text für mich

Obwohl ich mit meinem Verstand begriffen habe welche Kraft Jesus hat und manchmal sogar wie die Jünger erlebt habe, dass Jesus Unmögliches möglich macht, gibt es in meinem Leben immer wieder Situationen, in denen die Angst die Oberhand gewinnt und es mir schwerfällt zu vertrauen, dass Jesus alles in seiner Hand hat. Manchmal frage ich mich auch, warum Jesus wartet und erst in der vierten Nachtwache auftaucht, wenn er doch den Kampf der Jünger oder meinen Kampf ganz genau sieht. Trotzdem fasziniert es mich, dass sich mit der Gegenwart Jesu die Situation schlagartig verändert. In dem Moment, in dem er sich zu erkennen gibt, ist unmissverständlich klar, dass ihm alles gehorchen muss und in seiner Gegenwart kein Raum mehr für die Angst bleibt.

Als Mitarbeiter/innen dürfen wir den Kindern gegenüber ehrlich zugeben, dass auch wir manchmal am kämpfen sind. Gleichzeitig können wir dadurch von dem berichten, was uns hilft, die Angst bei Jesus abzulegen und ihm zu vertrauen.

Der Text für dich

Die Jünger erleben in diesem Sturm echte Angst und Panik. Dieses Gefühl können viele Kinder gut nachvollziehen. Neben Albträumen, die in diesem Alter häufig auftreten, können Streit im Elternhaus, ein Test in der Schule, Mobbing oder Ausgrenzung für reale Ängste sorgen. Aber auch Bilder aus Filmen oder gruseligen Geschichten können die Angst vor einem echten Gespenst für Kinder sehr real werden lassen.

Die Jünger erleben, dass Jesus nicht alle Schwierigkeiten sofort beseitigt und uns manchmal zumutet etwas auszuhalten, aber die gute Botschaft für die Kinder ist, dass Jesus ihre Situation ganz genau kennt. Wir können ihm vertrauen, denn es ist keine Frage, wer der Stärkste ist.  

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Was macht dir Angst?

Auf einem großen Plakat steht die Frage: Was macht mir Angst?

Die Kinder bekommen Stifte und dürfen auf dem Plakat alles aufschreiben was ihnen Angst macht – egal ob es sich um kleine oder große Dinge handelt.

Wenn die Kinder sich schwertun vor allen aufzuschreiben, was ihnen Angst macht, kann alles auf einzelne Zettel geschrieben, anonym eingesammelt und anschließend (ebenfalls anonym) vorgelesen werden.

Idee 2: Mitten im Sturm

Alle Kinder sitzen in einem eng gestellten Stuhlkreis. Dabei bleiben 1-2 Stühle frei. Ein Kind steht in der Mitte und hat die Aufgabe, sich auf den freien Stuhl zu setzen. Allerdings setzt ein Sturm ein, sobald das Kind in der Mitte steht. Die anderen Kinder im Stuhlkreis bilden die Wellen und rutschen von Stuhl zu Stuhl im Kreis herum. Durch die Kommandos ‚rechts‘ und ‚links‘ gibt das Kind in der Mitte die Richtung an, in der die anderen Kinder im Kreis rutschen und versucht so eine Lücke zu finden, um sich auf den freien Stuhl zu setzen. Gelingt es dem Kind einen Platz zu finden, muss das Kind rechts oder links des Platzes in die Mitte.

Verkündigung

Verkündigungsart: Mitmachgeschichte

Die Mitmachgeschichte wird vorgelesen. Immer wenn in der Geschichte eine Person auftaucht, müssen die Kinder kurz von ihrem Platz aufstehen und sich anschließend wieder hinsetzen.

Hinter Jesus und seinen Jüngern lag ein langer und anstrengender Tag. Sie hatten ein unglaubliches Wunder erlebt. Jesus hat mit zwei Fischen und fünf Broten 5000 Menschen satt gemacht. So etwas hatten sie noch nie erlebt. Inzwischen war es Abend geworden und Jesus sagte zu den Jüngern: „Steigt in das Boot und fahrt auf die andere Seite des Sees. Ich bleibe noch hier.“ Denn Jesus wollte sich Zeit nehmen um, in Ruhe mit Gott, seinem Vater, zu reden.

Die Jünger hatten schon eine ganze Weile gerudert und waren inzwischen mitten auf dem See Genezareth. Und so langsam taten ihnen auch die Arme ein bisschen weh. Immer wieder hoben sie den Kopf und schauten in die Dämmerung. Es war ein wirklich schöner Abend und das Wasser war ganz ruhig. Doch wie die Jünger so ruderten, veränderte sich auf einmal etwas. Der Himmel wurde dunkler. Ein paar Wolken zogen auf und ein leichter Wind brachte das Boot zum Schaukeln. Erst ein kleines bisschen und dann immer mehr. Der Himmel wurde immer dunkler und die Wellen immer größer. Das Wasser spritzte rechts und links am Boot hinauf und ein paar der Jünger klammerten sich mit den Händen am Bootsrand fest, um nicht umzufallen. Da kam auch schon die nächste Welle auf sie zu. Sie platschte mit voller Wucht gegen das Boot und die Jünger bekamen eine riesige Ladung Wasser ab. Jetzt hatten sie nicht mehr nur nasse Füße, immer mehr Wasser sammelte sich im Boot. Ein Blitz zuckte über den Himmel und der Donner krachte so laut, dass ihnen die Ohren wehtaten. „Wir müssen das Wasser aus dem Boot schöpfen“, rief einer der Jünger durch den Sturm. Die Jünger begannen mit den Händen das Wasser aus dem Boot zu schöpfen, doch sofort kam neues Wasser ins Boot geschwappt.

Manchen Jüngern war schon ganz schlecht von dem Geschaukel der Wellen. So kämpften sie Stunde um Stunde gegen den Sturm an, damit das Boot nicht unterging. Es war mitten in der Nacht, sie waren völlig müde und platt. Den Jüngern taten die Arme und Beine weh. Da fing auf einmal einer der Jünger an voller Panik zu rufen und zeigt mit der Hand in den Sturm: „Ein Gespenst, ein Gespenst, da direkt vor uns“. Auch die anderen entdeckten die Gestalt mitten im Sturm und begannen vor Angst und Panik durcheinander zu rufen. Doch da hörten sie eine Stimme: „Fürchtet euch nicht! Ich bin es, ihr braucht keine Angst zu haben!“ Alle Jünger waren wie erstarrt. Konnte das wahr sein? Stand da wirklich Jesus mitten auf dem See vor ihnen? Konnte er einfach so auf dem Wasser laufen? Die Jünger schauten sich unsicher an.

Doch Jesus kam Schritt für Schritt auf sie zu und stieg zu den Jüngern in das Boot. Da passierte etwas Unglaubliches. Von einem Moment auf den anderen wurde es ganz ruhig um das Boot. Das Wasser war plötzlich ganz glatt und es war weit und breit keine Welle mehr zu sehen. Auch der Wind, der die Jünger grade noch fast aus dem Boot geworfen hätte, war mit einem Mal ganz verschwunden. Den Jüngern blieb der Mund offen stehen. Ihre Angst war auf einmal wie weggeblasen, denn sogar der Wind und die Wellen gehorchten Jesus. Es gibt wirklich nichts, das größer oder stärker ist als Jesus.

Die andere Idee

Lest den Bibeltext (Mk 6,45-52) gemeinsam in einer kindgerechten Übersetzung (z. B. Basisbibel). Achtet darauf, dass jedes Kind den Text vor sich hat. Anschließend bekommt jedes Kind die Zeit den Text noch mal alleine zu lesen. Sie sollen sich Gedanken machen, welchen Teil sie auf Anhieb klasse finden, was sie ärgert oder sie nicht verstehen und was ihnen noch nie aufgefallen ist (siehe Gesprächskarten im Downloadbereich). Kommt anschließend darüber ins Gespräch, indem ihr Vers für Vers laut vorlest. Nach jedem Vers können die Kinder eine Gesprächskarte hochhalten.

Tipp: Es ist nicht schlimm, wenn es eine Frage gibt, auf die du keine Antwort hast. Du kannst die Frage des Kindes trotzdem wertschätzen und dich bei Bedarf bis zum nächsten Mal schlau machen.

Der Text gelebt

Gespräch

Folgende Fragen können euch helfen, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen:

  • Was denkt ihr, wie es den Jüngern ging, als der Sturm aufkam?
  • Hast du schon mal eine Situation erlebt, in der du richtig Angst hattest? Erzähl davon, wenn du möchtest.
  • Was machst du, wenn du Angst hast? Gibt es etwas, das dir dann hilft?
    • Die unterschiedlichen Ideen könnt ihr mit einer anderen Farbe auf dem Plakat aus der Hinführung ergänzen.
  • Was ist passiert, dass die Jünger auf einmal keine Angst mehr hatten?
    • Jesus war da. Die Jünger haben gemerkt, dass Jesus stärker ist als der Sturm. Jesus ist stärker als alles, was ihnen Angst macht.

Gebet

Im Gebet sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, etwas, das ihnen Angst macht oder sie belastet, bei Jesus abzugeben.

Dafür erhält jedes Kind einen Stein als Symbol für die Dinge, die ihm Angst macht. Außerdem wird an einer anderen Stelle im Raum ein Schild mit der Aufschrift „JESUS“ oder ein passendes Symbol aufgestellt.

Die Kinder bekommen Zeit, um still zu beten und Jesus zu sagen, was ihnen Angst macht oder sie beschäftigt. Wer möchte, kann zu „JESUS“ gehen und seinen Stein bei ihm ablegen. Ein/e Mitarbeiter/in kann anschließend ein Abschlussgebet sprechen.

Kreatives

Material: Walnüsse, buntes Papier, Zahnstocher, Korken, Heißkleber / Alleskleber

Bastelt kleine Boote aus Walnussschalen. Eine Anleitung findet man hier: http://www.schule-und-familie.de/bastelvorlage-drucken/boote-aus-nussschalen-basteln.html

Alternativ könnt ihr auch einfache Boote aus Papier falten. Eine Anleitung findet man hier: https://malvorlagen-seite.de/papierschiff-falten-papierboot-basteln/

Mit den fertigen Booten könnt ihr anschließend ein Wettrennen veranstalten. Dafür werden in einer großen Schüssel Wasser zwei oder mehrere Boote gegenüber voneinander aufgestellt. Durch Pusten müssen die Kinder ihr Boot so schnell wie möglich auf die andere Seite bringen.

Spielerisches

Material: Gegenstände für einen Parcours

Die Jünger hatten Mühe Jesus im Sturm zu erkennen. Wenn um uns herum Angst und Chaos herrschen, kann es auch für uns schwierig sein, die richtige Stimme zu erkennen. Das soll in diesem Spiel deutlich werden.

Im Raum wird aus Tischen, Stühlen u. Ä. ein Parcours aufgebaut. Dann werden einem Kind die Augen verbunden und ein zweites Kind wird ausgewählt, um die Kommandos für den Parcours zu geben. Alle anderen Kinder erhalten die Aufgabe möglichst viel Lärm zu machen und falsche Kommandos zu rufen. Die Aufgabe kann noch spannender gestaltet werden, wenn Gegenstände wie eine Mausefalle, Stolpersteine o. Ä. eingebaut werden.

Rätselhaftes

Material: Tuch, Strahler / helles Licht

Im Raum wird ein Tuch aufgehängt und von hinten angestrahlt. Mehrere freiwillige Kinder werden ausgewählt und gehen vor die Tür. Nun kommt immer ein Kind zurück in den Raum und bewegt sich wie ein Gespenst hinter der Leinwand. Wer zuerst den Namen des Kindes errät, erhält einen Punkt.

(T)Extras

Lieder

  • Sei mutig und stark (Mike Müllerbauer)
  • Felsenfest und stark (Daniel Kallauch)
  • Je-Je-Jesus ist größer (Larissa Zimmermeyer)
  • Niemals geh‘ ich ohne dich (Ilka Mix)

Das Ziel

Starter

Ich habe schon von Jesus gehört, aber wer ist er eigentlich? Ein Wundermacher, ein Pfarrer oder einer, der die ganze Zeit herumreist? Ich möchte Jesus kennenlernen.

Checker

Jesus kenne ihn schon von vielen Menschen, die ihn in der Bibel beschreiben und sagen, wer er ist. Aber wer ist Jesus denn für MICH?

Der Text an sich

Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs. Sie haben schon so manches mit ihm erlebt. Er hat Kranke geheilt, Essen vermehrt – einfach Wunder getan. Was für ein besonderer Mann! Gerade in letzter Zeit hatte er die 4000 und die 5000 Leute mit wenig Brot statt gemacht. Gerade noch hatte er einen Blinden geheilt und gerade noch hat er wichtige Worte zu seinen Jüngern gesagt. Jetzt sind sie in Richtung Cäsarea Philippi unterwegs. Sie wollen weg von Betsaida. Cäsarea Philippi war eine Gegend, in der Jesus mit seinen Jüngern sein konnte – einfach so. Der Herrscher des Gebietes „Philippus“ war Jesus wohlgesonnen und bot ihm einfach so sein Gebiet als Rückzugsmöglichkeit an. Und dahin war Jesus jetzt unterwegs.

Ja, und wie das so ist, wenn man auf einer Wanderung ist – man unterhält sich nebenbei. Oft sind es belanglose Themen, manchmal entstehen aber auch tiefe Gespräche. Mit der Frage die Jesus stellt, schneidet er eher ein tieferes Thema an. Das ist nichts, das man mal so kurz nebenbei bespricht. Und vor allem ging es bei Jesus schon auch um was. Es waren ja so manche Ansichten über ihn im Umlauf. Als Besessener, Unzurechnungsfähiger, als Abgelehnter … die Leute waren nicht alle „pro Jesus“. Aber Jesus stellte die Frage. Eine Frage, die die Jünger zum Nachdenken brachte. Na ja, zuerst nicht, da es ja erst mal um „die Leute“ geht. Was sagen die denn so über mich? Über andere reden fällt ja nicht so schwer, deswegen kommt auch schnell eine Antwort.
Johannes der Täufer, Elia, ein anderer Prophet. Bei Johannes und Elia geht man davon aus, dass Jesus ein Auferstandener ist – einer, der schon mal lebte und jetzt wieder da ist. Das setzte voraus, dass man an die Auferstehung der Toten glaubte. (Das war eine weit verbreitete Überzeugung. Nur die Sadduzäer glaubten nicht an die Auferstehung.) Außerdem waren alle drei Antworten so, dass die Menschen davon ausgingen, dass Jesus ein Prophet ist. Allerdings … alle drei Antworten zeigten auch, dass die Menschen nicht glaubten, dass Jesus der Messias ist. Also irgendwie haben sie schon eine gute Meinung von Jesus, aber sie haben auf alle Fälle nicht wirklich verstanden, wer er ist.

Und dann die andere Frage: Was glaubt ihr, wer ich bin? Petrus gibt eine Antwort stellvertretend für den Jüngerkreis. Jetzt kommt das Bekenntnis. Petrus sagt das, was die anderen Menschen nicht so sehen. „Du bist der Christus.“ Christus ist das griechische Wort für das hebräische „Messias“ (das heißt „der Gesalbte“). Gesalbt wurden Könige und Priester. Jesus ist also der Gesalbte, der König, der Priester, der Sohn Gottes. Das ist das, was Christen von anderen unterscheidet. Jesus, allein er, ist der Christus, ist der Messias.

Der Text für mich

Wie wäre es dir wohl anstelle der Jünger gegangen? Klar, die Antwort von „den Leuten“, die kann man gut geben. Aber was ist, wenn ich Farbe bekennen muss? Was ist, wenn mich heute jemand fragt, wer Jesus eigentlich ist? Habe ich eine Antwort – also eine Antwort von MIR? Nicht die „christliche“ oder die „politisch richtige“ Antwort, sondern MEINE Antwort. Mein Bekenntnis.
Wir machen Jungschar und sind mit den Kindern unterwegs. Klar, da erzählen wir ja von Jesus. Aber von „einem“ Jesus, von dem „Bibel-Jesus“ oder von MEINEM Jesus?
Petrus hat Jesus als den Messias, den Gesalbten, den lang ersehnten Retter beschrieben. Hm … der lang ersehnte Retter. Ja, wir leben in der Zeit nach Jesus, aber ist Jesus trotzdem der, nach dem ich mich sehne?

Der Text für dich

Ob Kinder schon die Frage gestellt bekommen haben, wer Jesus ist, ist vermutlich sehr unterschiedlich. Aber Kinder kennen es auf alle Fälle, dass sie Fragen stellen und eine Antwort wollen. So schön, dass wir auch mit Antwortgeber sein dürfen. Wir dürfen mit unserer Antwort, mit unserem Glauben, den Kindern zeigen und sagen, wer dieser Jesus ist. Für Kinder ist es wichtig den Raum zu haben, wo sie fragen dürfen und ehrliche Antworten bekommen – ehrliche, denn Kinder können gut unterscheiden ob das „eine“ Meinung oder „meine“ Meinung ist.
Wir dürfen den Kindern mit unseren Antworten Hilfestellungen geben, dass sie selbst eines Tages die Frage „Wer ist Jesus für dich?“ beantworten können.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Steckbrief

Jedes Kind bekommt einen Steckbrief, den es ausfüllt. Alle Steckbriefe werden eingesammelt. Dann werden einzelne Angaben aus einem Steckbrief vorgelesen und die Kinder sollen erraten, von welchem Kind der Steckbrief ist. Auf wen passt die Beschreibung?

Idee 2: Wortwolke

Viele kleine Zettel und ein großes Plakat sind vorbereitet. Auf dem Plakat steht groß „Jesus“ oder es ist eine Jesus-Figur aufgemalt. Jedes Kind darf nun auf ein paar Zettel schreiben, was es denkt, wie und wer Jesus ist. Danach wird im Kreis herum jeweils ein Zettel auf das Plakat gelegt und gesagt, wer Jesus ist.

Verkündigung

Wir erzählen die Geschichte heute draußen. Im Voraus musst du schon einen Weg vorbereitet haben. Ihr macht euch mit den Kindern gemeinsam auf den Weg. Immer wieder gibt es Punkte, an denen mit Straßenmalkreide etwas auf den Boden gemalt ist. Da macht ihr eine Pause und erzählt weiter.

Station 1: Gleich bei euch vor der Tür ist ein Ortsschild mit Straßenmalkreide auf den Boden gemalt. „Betsaida“ ist oben durchgestrichen, unten steht „Cäsarea Philippi“. Du kannst auch noch eine Augenbinde und ein Brot dazu malen. Hier beginnt die Erzählung.

Jesus war gerade in Betsaida gewesen. Er hatte einen blinden Mann gesund gemacht. Das war schon verrückt. Der Blinde konnte ja nicht alleine unterwegs sein und so haben ein paar Leute ihn zu Jesus gebracht. Sie hatten wohl die Hoffnung, dass Jesus was machen könnte. Und das konnte Jesus auch. Er spuckte dem Blinden in die Augen und legte seine Hände darauf und so geschah es, dass der blinde Mann wirklich wieder sehen konnte (Markus 8,22-26). Das ist schon verrückt, was Jesus alles kann – einfach so. Auch die Tage davor waren ja besonders. Jesus hatte mal wieder Geschichten erzählt und gepredigt und die Leute waren gekommen und hatten voller Spannung zugehört. So war die Zeit vergangen und die Leute saßen da und saßen da und … irgendwann hatten sie natürlich Hunger. Aber es war nichts zu essen da. Na ja, nicht genug. Sie hatten ein paar Brote und ein bisschen Fisch – und über 4000 Leute. Au Mann, wie sollten die satt werden? Aber Jesus machte die Leute satt. Er betete und teilte aus und das Brot reichte einfach für alle Leute. Keiner musste hungrig nach Hause gehen. Und es war sogar noch jede Menge übrig. Verrückt (Markus 8,1-10). So ähnliche Geschichten hatten die Jünger in der letzten Zeit schon oft mit Jesus erlebt. (An dieser Stelle kann man die Kinder auch fragen, was für Geschichten von Jesus sie kennen.) Ja, und dann hatte Jesus die ganze Zeit auch noch mit vielen Leuten geredet und ihnen erklärt, wie das mit Gott ist. Und jetzt … jetzt war eben die Geschichte mit dem Blinden gerade geschehen und nun wollte Jesus weiter. Er sagte zu seinen Jüngern „Wir gehen nach Cäsarea Philippi“. Und so machten sie sich auf den Weg.

Station 2: Mit den Jungscharlern geht der Weg weiter. Nach einem guten Stück ist die nächste Zeichnung am Boden zu sehen. Eine Sprechblase ist auf den Boden gemalt. Darin kann stehen „Was sagen die Leute?“

Als Jesus ein Stück mit seinen Freunden, den Jüngern, gegangen war, stellte er eine Frage. „Für wen halten mich eigentlich die Leute?“
Hmm, was war das für eine Frage? Jesus wollte wissen, was die Menschen denken, wer er ist. Ist das wichtig? Ist es wichtig zu wissen, was andere über einen denken? Eigentlich doch nicht. Ja, wir machen uns da manchmal schon auch Gedanken darüber. Aber eigentlich ist es doch nicht wichtig, was andere über mich denken. Aber Jesus war es wichtig. Er wollte wissen, ob die Leute verstanden haben, wer er wirklich ist. Die Jünger konnten es ihm sagen. „Es gibt Leute, die sagen, dass du Johannes der Täufer bist.“ Johannes der Täufer war ein Mann, der gleich alt war wie Jesus. Er war meistens in der Wüste unterwegs und predigte. Er erzählte den Leuten hauptsächlich, dass mal ein „Messias“ kommen wird und der wird ihr Leben neu machen. Johannes taufte die Menschen auch. Viele kamen zu ihm, weil sie es total spannend fanden, was er erzählte und viele glaubten ihm auch und glaubten so an Gott. Das war echt sehr genial! Ja und jetzt dachten manche Leute, dass Jesus der Mann aus der Wüste ist, der die Leute taufte. (Wenn du dich noch ein bissen über Johannes den Täufer informieren möchtest, findest du seine Geschichte unter anderem in Lukas 1, Markus 1, Lukas 7,18ff, Matthäus 14)
Aber die Jünger sagten noch: „Manche sagen auch, dass du Elia bist.“ Elia war ein Mann, der über 800 Jahre vor Jesus auf der Erde lebte. Er war ein Prophet, also einer, der eine Botschaft von Gott an die Menschen weitergab. Elia hatte damals dem König von Israel gesagt, dass das gar nicht okay ist, wenn er andere Götzen anbetet. Er soll doch mit Gott reden und an ihn glauben. Das ging damals wirklich schief. (Mehr über Elia findest du ab 1.Könige 16,29) Bei Elia waren echt ein paar spannende Geschichten passiert. Und jetzt glaubten manche Leute, Elia ist wieder auferstanden und jetzt hier.
Und dann sagten die Jünger noch: „Manche glauben einfach, dass du irgendein anderer Prophet bist.“ Also irgendwie glaubten die Leute schon, dass Jesus ein Botschafter von Gott war. Aber … was für einer er wirklich war, das wussten sie nicht so richtig.

Station 3: Der Weg geht weiter. Ihr lauft also wieder ein gutes Stück mit den Jungscharlern bis zum nächsten gemalten Bild auf der Straße. Hier ist einfach ein großes Fragezeichen aufgemalt.

Irgendwie war Jesus mit seiner Fragestunde noch nicht durch. Er stellte den Jüngern noch eine Frage. „Was sagt ihr denn, wer ich bin?“

Puh, jetzt wurde es spannend, jetzt wollte Jesus wissen, was sie selber denken. Petrus war der, der als Erster antwortete. „Du bist Christus!“, sagte er. Jesus Christus, der Sohn von Gott, der Messias. Das war die Antwort von Petrus. Hatte er es richtig verstanden, wer Jesus ist?
Ja, er hatte das gesagt, was passt. Jesus ist der Sohn von Gott. Jesus ist der Messias, also der, der als ganz besonderer Mensch und als Gott auf die Erde kommt um uns Menschen zu retten.

Jetzt könnt ihr noch ein Stück weiterlaufen und euch einfach irgendwo mit den Kindern hinsetzen, um ins Gespräch zu kommen.

Die andere Idee

Die Geschichte von heute ist sehr kurz. Lest mit den Kindern den Text in der Bibel. Im Anschluss sollen sich die Kinder Symbole überlegen, die zu den Versen passen. Die malen die Kinder dann auch auf. Aufgrund der Symbole könnt ihr dann die Geschichte wiederholen und mit euren Ausführungen (die ihr dem oberen Verkündigungsvorschlag und aus „Der Text an sich“ entnehmen könnt – und natürlich mit euren eigenen Gedanken) wiederholen. 

Der Text gelebt

Gespräch

Hier noch ein paar Fragen, mit denen ihr mit den Kindern ins Gespräch kommen könnt.

  • Wurdest du schon einmal gefragt, wer Jesus ist?
  • Was könnte man da alles sagen? (Wenn ihr die Wortwolke zur Hinführung gemacht habt, überschneidet sich das.)
  • Was ist für dich das Wichtigste, was Jesus auf der Erde getan hat?
  • Wer ist Jesus für DICH? (Du kannst die Kinder die Antwort auch auf einen Zettel schreiben lassen, manche tun sich evtl. schwer, das laut zu sagen.)

Jesus kam nicht einfach so auf die Erde, um den Leuten, und auch uns, Geschichten von Gott zu erzählen und Wunder zu tun. Er kam, weil er die Aufgabe hatte, die Menschen zu retten, den Menschen ihre Sünden wegzunehmen. Deswegen ist Jesus am Kreuz gestorben. Und das kann nicht irgendein Mann machen, nicht irgendwer – das kann nur der Sohn von Gott. Das kann nur Jesus machen, der selbst keine Fehler gemacht hat.

Sehr gut wäre es, wenn du selber dein Denken und das, was Jesus für dich persönlich ist, auch sagen könntest. Also ein Zeugnis von dir zum Schluss =)

Merkvers

Alle werden anerkennen, dass Jesus Christus der Herr ist, und werden damit Gott, dem Vater, die Ehre geben. Philipper 2,11
Um den Merkvers zu lernen, kann folgendes Spiel gemacht werden:
Der Vers wird in einzelnen Worten oder immer 2-3 Worte zusammen auf ein Blatt geschrieben. Das hängt davon ab, wie viele Kinder ihr habt. Der Bibelvers wird zu Beginn einmal laut vorgelesen. Nun werden die Zettel auf den Rücken der Kinder befestigt. Ein paar Kinder (2-3) müssen ohne Zettel übrig bleiben. Nun gibt es zwei Varianten:

  • die Kinder mit den Zetteln stellen sich in beliebiger Reihenfolge auf. Die Kinder ohne Zettel müssen sie nun richtig sortieren. Dazu sagen sie: „Karl, tausche den Platz mit Leon.“ – „Luisa, stelle dich neben Stefanie.“
  • die Kinder mit den Zetteln dürfen sich im Raum frei bewegen. Die Kinder ohne Zettel müssen versuchen zu lesen, was auf dem Rücken steht und die Kinder dann so sortieren. Bei dieser Variante sollte man evtl. mehr Kinder ohne Zettel haben, sonst wird es zu schwierig.

Gebet

Ihr braucht so viele Luftballons wie Kinder und Mitarbeiter (es ist super, wenn die Mitarbeiter auch mitmachen =) ). Es gibt drei unterschiedliche Farben. Außerdem braucht ihr noch Musik – irgendwelche Kinderlieder, die ihr abspielen könnt.
Zu Beginn sagt ihr den Kindern, was die Farben der Luftballone bedeuten. Zum Beispiel:
blau = Jesus, ich danke dir für …
rot = Jesus, du bist für mich/ du bist mein …

gelb = Jesus, ich bitte dich …

Die Musik startet, während sie läuft, ist die Aufgabe der Kinder alle Luftballons in der Luft zu halten – also immer nach oben zu schlagen. Dabei hat kein Kind „seinen“ Luftballon. Wenn die Musik dann irgendwann von euch unterbrochen wird, schnappt sich jedes Kind einen beliebigen Luftballon. Nun stellen sich immer die mit derselben Farbe in einem Kreis zusammen. Dann startet das Gebet und die Kinder machen in ihrem Kreis eine Runde, in der jeder, der mag, den angefangenen Satz vervollständigt. Z. B. „Jesus, du bist für mich mein bester Freund.“
Nach 1 Minute geht die Musik wieder an und die Kinder schlagen die Luftballons wieder in die Luft. So kann man ein paar Runden mit den Kindern beten.

Kreatives

Es können mit den Kindern kleine Bilder gestaltet werden, auf dem jedes Kind sein persönliches Bekenntnis festhält. Mit Bildern und Worten. Dazu kleine Bilderrahmen (A6), entsprechend große dickere Papiere und schöne Stifte dabeihaben. Die Kinder gestalten individuell ihr Blatt.

Rätselhaftes

Gitterrätsel

In diesem Gitterrätsel sind Namen/Bezeichnungen versteckt, die Jesus hat. Die Namen sind vorwärts, rückwärts, diagonal, von unten nach oben – eben in alle Richtungen – zu finden.
Gerne könnt ihr die Kinder erst mal so suchen lassen. Für euch als Hilfe hier die versteckten Namen: Christus, Retter, Jesus, Prophet, Lamm, Sohn Gottes, Messias, Gesalbter, Prediger, Freund

(T)Extras

Lieder

Hey, hey, wer ist Jesus?

Wer ist der König des Dschungels?

Es geht um Jesus

Je-Je-Jesus ist größer

Spiele

Wer bin ich?

Jedes Kind bekommt einen kleinen Zettel. Auf diesen Zettel schreibt es ein Tier/eine berühmte Person/ … (die Kategorie muss von euch im Voraus festgelegt werden). Den beschrifteten Zettel klebt man mit Kreppklebeband an die Stirn des linken Nebensitzers. Der darf natürlich nicht wissen, was auf dem Zettel steht. Wenn jeder seinen Zettel an der Stirn hat, beginnt das Spiel. Reihum werden Fragen gestellt die mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Bei einer Ja-Antwort darf noch eine weitere Frage gestellt werden. Bei der Antwort Nein ist der nächste Spieler dran. Es werden so lange Fragen gestellt, bis jeder herausgefunden hat, wer er ist.

Wer ist das?

Dieses Spiel braucht noch ein bisschen Vorbereitung von euch. Entweder:

  • ihr erstellt das Spiel am PC mit einer Präsentation
  • ihr nehmt Bilder, die ihr zerschneidet (wie ein Puzzle)
  • ihr habt Bilder und legt darauf Kartonteile, die das Bild abdecken

Das Spiel geht so … Ihr habt Bilder von unterschiedlichen Menschen – das können Kinder von euch sein, Leute aus der Gemeinde, berühmte Menschen … Die Bilder sind am Anfang gar nicht zu sehen. Dann wird immer mehr sichtbar, indem ein Teil das das Bild abdeckt, heruntergenommen wird (oder ein Teil dazugelegt wird, beim Puzzle – je nachdem für welche Variante ihr euch entscheidet). So wird immer mehr vom Bild sichtbar. Die Kinder sollen nun erraten, wer das ist, der da auf dem Bild drauf ist. Gerne können Punkte vergeben werden. Wenn ihr 10 Teile habt, die das Bild abdecken, bekommt man, wenn man das Bild mit 2 aufgedeckten Teilen erkannt hat, 8 Punkte, bei 3 aufgedeckten Teilen 7 Punkte, usw.

Das Ziel

Starter

Die Kinder erfahren, dass Jesus sich ganz für sie interessiert.

Checker

Die Kinder erfahren und erleben, dass Jesus ihnen so begegnet, dass sie ihn verstehen können.

Der Text an sich

31: Jesus begibt sich mit seinen Jüngern in heidnisches Gebiet. Er wandert erst nach Tyros, dann noch weiter in den Norden nach Sidon und kommt schließlich durch das Zehnstädtegebiet von Südosten an den See Genezareth. Dort leben einige Juden, aber vor allem Heiden. Schon früher war Jesus in diesem Gebiet unterwegs und heilte dort einen von Dämonen besessenen Mann (vgl. Mk 5,1ff.). Viele der Menschen haben daher bereits von Jesus gehört. Als er jetzt wieder in dieses Gebiet kommt, machen sich viele auf den Weg und bringen ihre Kranken zu Jesus (vgl. Mt 15, 29-31).

32: Voller Vertrauen in Jesus bringen die Menschen auch einen Taubstummen zu ihm. Die Tatsache, dass der Mann nichts hören kann, hat dazu geführt, dass er bis auf ein paar wenige Worte auch nicht sprechen kann. Nun erwarten die Menschen von Jesus, dass er ihm die Hände auflegt, um den Mann zu heilen.

33-35: Doch Jesus reagiert anders als die Menschen es vermutlich erwarten. Denn Jesus macht aus dieser Heilung kein großes Event, sondern er führt den Mann weg von der großen Masse und nimmt sich Zeit für ihn. Was für uns zunächst merkwürdig klingt, zeigt wie sehr sich Jesus auf diesen Menschen einlässt. Er spricht nicht einfach Heilung über dem Mann aus, sondern verwendet symbolische Handlungen, sodass der taube und stumme Mann genau nachvollziehen kann, was mit ihm passiert. Speichel wurde im Judentum häufig zu Heilungszwecken verwendet. Als Jesus dem Mann die Finger in die Ohren legt und seine Zunge mit Speichel berührt, weiß er also genau, dass Jesus ihn heilen will. Anschließend schaut Jesus zum Himmel auf und macht damit auch für den tauben Mann deutlich, dass es die Kraft Gottes ist, durch die er gesund wird. Dann spricht Jesus die Worte „Öffne dich!“ und der Mann wird augenblicklich geheilt. So wie kurz vorher der Wind und die Wellen dem Befehl von Jesus gehorchen mussten, so muss ihm jetzt auch diese Krankheit gehorchen. Dabei passiert genau genommen ein doppeltes Wunder. Denn der Mann kann nicht nur hören, sondern auch fehlerlos sprechen. Normalerweise hätte er das Schritt für Schritt erlernen müssen.

36-37: Die Menschen sehen dieses Wunder und geraten nicht nur ins Staunen, sondern sie sind völlig außer sich. Sie können kaum glauben, was sie hier sehen. Die Menschen betonen, dass er sogar die Tauben und Stummen gesund macht. Im Vergleich zu anderen Wundern ist diese Erkenntnis von großer Bedeutung, denn schon der Prophet Jesaja sagt im Alten Testament voraus, dass der von Gott geschickte Retter, der Messias, Taube und Stumme gesund machen wird (vgl. Jesaja 35,1-10). An diesem Wunder kann man also erkennen, wer Jesus wirklich ist. Doch genau deshalb verbietet Jesus den Menschen auch von diesem Wunder zu erzählen. Er ist der versprochene Retter, doch zu diesem Zeitpunkt soll das den Menschen noch verborgen bleiben.

Der Text für mich

Mich beeindruckt an diesem Text, wie sehr sich Jesus auf diesen Menschen einlässt. Für ihn ist er nicht nur einer unter vielen anderen Kranken, sondern Jesus nimmt sich Zeit für ihn und begegnet ihm auf ganz besondere Weise. Jesus selbst hat diese symbolische Handlung nicht nötig, um den Mann heilen zu können. Ein Wort von Jesus hätte dafür ausgereicht. Doch Jesus weiß genau, was dieser Mann, der vor ihm steht, braucht, um zu verstehen, was hier passiert. Vermutlich hat er schon oft erlebt, dass um ihn herum Dinge passieren, die er nicht nachvollziehen kann. Doch bei Jesus ist das anders. Jesus begegnet ihm so, dass er ihn verstehen kann. Und Jesus weiß auch genau, was es braucht, damit wir ihn in unserer Situation verstehen können.

Der Text für dich

Für Kinder, die erst wenig von Jesus wissen, kann die Bibel ein komisches oder schwer verständliches Buch sein. Vielleicht wissen sie auch gar nicht, was darinsteht. Manchmal sprechen wir aber auch selbst davon, dass uns die Bibel rätselhalft erscheint oder schwer zu verstehen ist. Die Kinder hingegen, die schon viel von Jesus gehört haben, kennen sich oft gut in den Standardantworten oder Floskeln aus, die wir Mitarbeiter/innen gerne verwenden. Aber was diese Sätze wirklich bedeuten, ist vielen Kindern nicht klar.

Für Kinder kann der Eindruck entstehen, dass es besonders schwierig ist zu verstehen, was Jesus uns sagen möchte oder dass sie besonders schlau sein müssten, um zu verstehen, was in der Bibel steht. Diese Geschichte macht das Gegenteil deutlich. Jesus kann und möchte jedem Kind so begegnen, dass es ihn versteht. Jesus kennt jedes Kind ganz genau und weiß deshalb auch, wie er zu ihm sprechen muss, damit es ihn verstehen kann.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Pantomime

Bis auf ein Kind verlassen alle anderen Kinder den Raum. Diesem Kind wird eine Szene beschrieben, die es pantomimisch darstellen soll. Nun kommt Kind 2 in den Raum und sieht sich die pantomimische Szene an. Dann wechseln die Rollen. Kind 3 kommt in den Raum und Kind 2 spielt ihm die Szene vor, die es gerade selbst gesehen hat. So wird die Geschichte von Kind zu Kind weitergegeben.

Beispiel für eine Szene: Eine Person malt heimlich ein Graffito[AE1]  an eine Wand. Plötzlich sieht sie, dass die Polizei kommt und läuft deshalb schnell weg.

Fragen für ein anschließendes Gespräch:

  • Was habt ihr beobachtet?
  • Was für eine Geschichte solltet ihr darstellen?
  • Wie ist es, wenn man nichts erklärt bekommt und nur beobachten kann?

Idee 2: Stummes Singen

Wenn wir nichts hören und nicht miteinander sprechen können, bleiben nur Bewegungen übrig. Versucht eure bekannten Jungscharlieder ohne Text und nur mit Bewegungen zu singen. Alternativ können auch ein oder zwei Kinder die Bewegungen eines Liedes vormachen und die anderen erraten den passenden Text.

Verkündigung

Verkündigungsart: mit Emojis

Die Geschichte wird mithilfe von Emojis (siehe Downlaodbereich) aus der Sicht des Taubstummen Mannes erzählt. Die Fragen aus Idee 1 können als Einstieg in die Geschichte dienen.

🙂Ich möchte euch von einem Mann erzählen, dem es oft ganz ähnlich ging wie euch bei diesem Spiel. Wir wissen nicht, wie er richtig heißt, aber wir nennen ihn einfach Paul.
❓  Paul erlebte ziemlich oft Situationen, in denen er nicht verstand, was um ihn herum passiert. Manche Menschen bemühten sich ihm mit den Händen irgendetwas zu zeigen, aber manche sind ihm auch einfach schnell ausgewichen, weil sie nicht wussten, wie sie mit im umgehen sollten.
🔇Denn Paul hatte ein Problem. Er konnte nicht hören. Er sah immer wie die Menschen den Mund bewegten, aber er konnte nicht hören was sie sagten.  
🤐  Und weil er nicht hören konnte und nicht wusste, wie die Wörter klingen, konnte er auch nicht sprechen. Oder zumindest fast nicht. Ein paar ganz einfache Worte hatte er gelernt. Aber das war richtig harte Arbeit für ihn und strengte ihn jedes Mal ziemlich an. Und so saß er oft alleine da. Denn wenn man nichts hören und mit den Menschen nicht reden kann, ist es schwer sich mit anderen auszutauschen.
🤔Doch heute war irgendetwas anders als sonst. Paul beobachtete, wie die Menschen auf der Straße hin- und herliefen und konnte sehen, dass sie ganz aufgeregt miteinander redeten, aber er hatte keine Ahnung was heute anders sein sollte als gestern. Immer mehr Menschen versammelten sich auf der Straße. Große Menschenmassen mochte Paul nicht besonders. Da passierte so viel auf einmal und die Menschen redeten irgendetwas miteinander, das er nicht hören konnte.
😳  Doch auf einmal kamen sie auf Paul zu. Sie wedelten mit den Armen vor seiner Nase und wollten ihm irgendetwas erklären, aber so ganz kapiert hatte er nicht, was sie von ihm wollten. Da packten sie ihn einfach am Arm und zogen ihn mit sich. Was soll denn das jetzt? Dachte er sich. Als er sah, dass sie genau auf die Menschenmasse zusteuerten, wäre er am liebsten umgedreht. Er wurde schon ein bisschen unruhig, aber sie schoben ihn einfach weiter und quetschten sich durch die Menge durch, bis sie ganz vorne ankamen. Jetzt kapierte er auch, warum die Menschen auf der Straße waren. Sie hatten sich alle um einen Mann herum versammelt. Er hätte gerne gefragt, wer der Mann ist, aber das ging ja schlecht.
👀Gerade dachte er seine Begleiter hätten angehalten, da schoben sie ihn noch weiter nach vorne. Direkt auf den Mann zu. Paul wusste immer noch nicht, was hier passierte, aber seine Begleiter sagten irgendetwas zu dem Mann und alle schauten ihn voller Erwartung an. Das konnte er an ihren Augen sehen. Irgendwas passiert jetzt gleich, dachte sich Paul.
🤲🏻  Da nahm ihn dieser Mann an der Hand und führte ihn ein Stück weg von der Menschenmasse. Und dann passierte etwas Merkwürdiges. Der Mann drückte mit seinen Fingern auf Pauls Ohren. Erst wusste Paul nicht, was da passierte.
👅Doch dann berührte er Pauls Zunge mit Speichel. Das fühlte sich komisch an. Aber Paul hatte das schon öfter beobachtet. Man machte das bei kranken Menschen, damit sie wieder gesund werden sollen. Und langsam kapiere Paul, was der Mann tat. Er wollte ihn gesund machen. Er wollte seine Ohren und seine Zunge heilen.
☁  Doch das war noch nicht alles. Der Mann schaute nach oben zum Himmel und sagte etwas. Paul konnte die Worte nicht verstehen, aber er kapierte sofort, dass es Gott war, der ihn gesund machen sollte.
🎉  Und da veränderte sich plötzlich etwas bei Paul. Ihm blieb der Mund offen stehen. Denn auf einmal konnte er hören, was die Menschen sagten. Er drehte sich in alle Richtungen und hörte, wo die Geräusche herkamen und dann machte er den Mund auf fing einfach an zu reden. Obwohl er die Wörter nie gelernt hatte, konnte er auf einmal alles sagen was er wollte.
🥳Paul konnte kaum glauben, was hier passiert war. Der Mann, die Menschen nannten ihn Jesus, hatte Paul durch Gottes Kraft gesund gemacht. Aber Jesus wusste auch ganz genau was Paul braucht. Er wusste, dass Paul die großen Menschenmassen nicht mochte und obwohl er nicht hören konnte, hatte Jesus so mit Paul geredet, dass Paul ihn ganz genau verstanden hat. So etwas hatte er noch nie erlebt!

Die andere Idee

Alternativ könnt ihr die Geschichte erzählen und mit Figuren nachstellen. Dafür eigenen sich Playmobil oder Lego. Interessant wird das Ganze aber auch, wenn ihr dafür Süßigkeiten, wie z. B. Gummibärchen verwendet. Die Hauptpersonen könnt ihr dabei durch besonders große Gummibärchen oder eine bestimmte Farbe hervorheben. Anschließend könnt ihr die Gummibärchen gemeinsam genießen.

Der Text gelebt

Wiederholung

Die Kinder bekommen die Aufgabe die Emojis in die richtige Reihenfolge zu legen und die Geschichte kurz nachzuerzählen.

Gespräch

Passend zur Geschichte könnt ihr die Fragen auf verschiedene Emojis schreiben und in die Mitte legen. Dann können die Kinder ein Emoji aussuchen und die Frage beantworten.

  • Welches Problem hatte Paul?
  • Wie hat Jesus geredet, damit Paul ihn verstehen konnte?
  • Spricht Jesus auch heute noch mit uns?
  • Wie kann Jesus zu uns sprechen? (durch Gebet, durch die Bibel, durch einen Freund, …)
  • Hast du schon mal erlebet, dass Jesus zu dir geredet hat? (Hier kann auch ein/e Mitarbeiter/in ein persönliches Beispiel erzählen.)

Gebet

Gebet heißt mit Gott reden, aber auch hören, was er uns sagen möchte. Oft sind wir damit beschäftigt zu reden und vergessen das Hören.

Sprecht (gemeinsam) ein Gebet und bittet Gott, dass er zu euch spricht. Lasst anschließend einen Moment Stille, in dem jedes Kind hören kann, ob Gott ihm etwas sagen möchte. Die Kinder müssen dafür nichts Besonderes tun, sondern einfach einen Moment still sein.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch anschließend darüber austauschen, ob Gott zu jemandem gesprochen hat. Wenn nicht, ist das kein Problem, denn es gibt ja noch viele andere Wege, wie Gott zu den Kindern sprechen kann.

Kreatives

Material: Dosen/Einmalbecher; Scheren, Schnur, Hammer und Nagel

Zum Thema Hören und Verstehen könnt ihr mit den Kindern Dosentelefone basteln. Dafür könnt ihr richtige Konservendosen oder Einmalbecher aus Plastik oder Pappe verwenden. Je nach Material wird mit Hammer und Nagel oder einer Schere jeweils ein Loch in den Boden des Bechers / der Dose gestochen. Anschließend werden die Enden der Schnur jeweils durch das Loch gefädelt und gut verknotet. Damit die Schnur nicht durch das Loch zurückrutscht, kann auch ein Streichholz oder eine Perle mit eingeknotet werden.

Spielerisches

Geräusche-Memory: Sammelt mit den Kindern unterschiedliche Gegenstände die Geräusche verursachen (Sand, Mehl, Erbsen, Kieselsteine, …) und packt sie in Blickdichte Dosen oder Flaschen (Filmdosen, Überraschungseier, …). Die verschiedenen Paare könnt ihr durch eine kleine Markierung am Boden kennzeichnen. Anschließend müssen die richtigen Paare durch Schütteln zusammengefunden werden.  

Alternative: Die unterschiedlichen Dosen werden im Haus / auf dem Gelände versteckt. Auf einem Spielplan werden mehrere Fragefelder (F) und Aktionsfelder (A) eingezeichnet. Die Kinder bilden Gruppen und laufen durch Würfeln auf dem Spielplan vorwärts. Auf den F-Feldern müssen Fragen zur Geschichte oder zum Thema Hören beantwortet werden. Auf den A-Feldern erhalten die Gruppen eine Geräusche-Dose und müssen das passende Gegenstück dazu finden, bevor sie weiterlaufen dürfen. Zusätzlich können auch Sportaufgaben o.Ä. eingebaut werden.

Rätselhaftes

Experiment zum Thema Hören:

  1. Jedes Kind bekommt eine ca. 1,5 Meter lange Schnur.
  2. In die Mitte der Schnur wird ein Löffel gebunden.
  3. Die beiden Enden der Schnur werden um die beiden Zeigefinger gebunden.
  4. Nun steckt man sich die beiden Zeigefinger in die Ohren, damit man so wenig wie möglich hören kann. Der Löffel an der Schnur muss dabei frei vor dem Körper hängen.
  5. Eine zweite Person schlägt mit einem zweiten Löffel den ersten Löffel an.

Das Ziel

Starter

Gott hat Mose im Blick – und sieht auch dich!

Checker

Gott wollte dieses Mosekind unbedingt – Gott will auch DICH unbedingt!

Der Text an sich

Nachdem Josef in Ägypten zum Stellvertreter aufgestiegen war, siedelten sein Vater Jakob und seine Brüder in dieses Land über. Dort wurde aus ihnen ein großes Volk. Pharaonen kamen und gingen und irgendwann war ein Pharao an der Macht, der Josef nicht mehr kannte und dem das Volk Israel in Ägypten zu groß wurde – die Zeit der Sklaverei begann für die Israeliten. Aus Angst, dass das versklavte Volk immer noch größer werden würde, wollte der Pharao das Volk schwächen. So erließ er den Befehl, alle neugeborenen Söhne der Israeliten zu töten (vgl. 1. Mose 1,16; 22).

V.1: Ganz sachlich und ohne die Namen zu nennen, wird hier von der Hochzeit zwischen einem Israeliten (Amram) und einer Israelitin (Jochebed) berichtet.

V.2: Weil das Kind, das die israelitische Frau zur Welt bringt, scheinbar besonders schön ist, beschließt die Frau, es zu verstecken. Drei Monate scheint ihr das auch zu gelingen. – Eine beachtliche Zeitspanne, wenn man bedenkt, wie laut ein Neugeborenes schreien kann …

V.3: Jochebed hat einen Plan: Sie baut ein Kästchen aus Schilfrohr (Papyrus laut BasisBibel), dichtet es mit Pech und Asphalt ab und setzt es ins Schilf. Damit lässt sie ihren kleinen Sohn los und vertraut ihn und seine Rettung komplett der Fürsorge Gottes an. – Was für eine mütterliche Leistung!

V.4: Mirjam (die Schwester des kleinen Mose, auch sie wird hier nicht namentlich genannt) lässt das Körbchen mit ihrem Bruder nicht aus den Augen. Zu groß ist die Sorge um den kleinen Bruder. Ob Mutter und Tochter das im Vorfeld so vereinbart hatten, bleibt an dieser Stelle offen.

V.5: Die Tochter des Pharaos kommt, um zu baden. Ob das die Lieblingsbadestelle der Frau war und Jochebed und Mirjam sie dort erwartet haben, wird ebenfalls nicht beschrieben. Auch das beantwortet der Bibeltext nicht. Auf jeden Fall wird die Tochter des Pharao auf das schwimmende Körbchen aufmerksam und bittet eine ihrer Dienerinnen, es zu holen.

V.6: Als die Frau das Kästchen öffnet, entdeckt sie ein weinendes Baby und erkennt in diesem sofort einen hebräischen Jungen. Ihr erster Gedanke ist nicht der Todesbefehl ihres Vaters hebräischen Neugeborenen gegenüber, sondern sie ist überwältigt von Mitleid.

V.7.8: Jetzt sieht Mirjam ihre Chance gekommen und tritt mutig aus der Deckung hervor. Sofort schlägt sie vor, unter den Hebräerinnen eine Frau zu suchen, die gerade stillt und dieses Baby hier ebenfalls noch mit versorgen könnte. Natürlich denkt sie dabei an ihre eigene Mutter – ein cleverer Schachzug, von Gott eingefädelt!?

V.9: So erhält Jochebed ihren Sohn zurück – als Leihgabe sozusagen – und wird sogar dafür bezahlt, ihn zu stillen und zu versorgen.

V.10: Damals wurden Kinder gestillt, bis sie etwa drei Jahre alt waren. Mose darf so lange also in seiner Familie aufwachsen. Erst nach dieser Zeit wird er von der Tochter des Pharao adoptiert und wächst am Königshof heran. Die Tochter des Pharao ist es auch, die ihm seinen Namen gibt: Mose (der aus dem Wasser Gezogene).

Erklärende Begriffe
Kästchen aus Papyrus (BasisBibel): Gemeint ist hier Schilfrohr, das mit Asphalt, einem natürlich vorkommenden Rohstoff, und Pech abgedichtet wird. Die ganze Aktion erinnert an den Bau der Arche (vgl. 1. Mose 6,14).

Der Text für mich

Mich fasziniert der Text sehr – in zweierlei Hinsicht. Zum einen beeindruckt mich die Mutter. Sie versucht alles, um ihrem Kind das Leben zu erhalten. Drei Monate schafft sie das auch, obwohl das bestimmt anstrengend war, den Geräuschpegel ihres Neugeborenen zu reduzieren und zu hoffen, dass niemand das Kind entdeckt. Sicher stand die Frau permanent unter Anspannung in dieser Zeit. Als sie merkt, dass es nicht mehr geht, lässt sie ihr Kind los, gibt es ganz in die Hände Gottes und vertraut darauf, dass er es retten wird. – Wow!

Ebenfalls faszinierend finde ich, dass Gott dieses kleine Baby im Blick behält. Er hat einen Plan für dieses Kind und mit seinem Volk. Und so ungewöhnlich dieser Plan auch ist, er funktioniert! Mir zeigt diese Geschichte wieder neu: Ich kann mich auf diesen Gott verlassen! Er verliert auch mich nicht aus den Augen!

Der Text für dich

Kinder erleben es immer wieder, nicht gewollt zu sein. Im Kleinen z. B. beim Spielen mit anderen, die keinen Platz mehr haben in ihrer Gruppe oder keine Zeit. Oder auch bei Geburtstagen, wo sie nicht eingeladen werden. Auch im Großen können Kinder dieses Gefühl der Ablehnung haben, z. B. wenn sie keine Freunde finden, wenn sie das Gefühl haben, dass Eltern sich keine Zeit nehmen oder ihre Schulkameraden sie ablehnen. – Wie gut tut es dann, zu wissen, dass sie Gott wichtig sind, dass er sie sieht und wertschätzt, dass er sie nie aus den Augen verliert, dass er sie so annimmt, wie sie sind! – Mit diesem Bibeltext haben wir die Chance, den Kindern das zu vermitteln – nutzen wir sie!

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“

Im Bibeltext geht es darum, gesehen zu werden, gewollt zu sein, nicht übersehen und vergessen zu werden. Da passt das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ganz gut. Spielt eine Runde (evtl. so, dass jedes Kind einmal drankommt und sich einen Gegenstand aussuchen darf, der gesucht/gesehen werden soll) und leitet dann über zum Bibeltext: Heute geht es auch um etwas bzw. jemanden, der fast übersehen wurde …

Idee 2: Baby versorgen

Bringt zwei ähnlich aussehende Babypuppen mit, die angezogen werden können. Teilt die Gruppe in zwei Kleingruppen. Überlegt euch dann ca. 4–5 Aktionen, die die beiden Kleingruppen mit dem Puppenbaby jeweils als eine Art Wettkampf machen sollen, z. B.

  • Das nackte Puppenbaby so schnell als möglich komplett anziehen (die Anzahl der Kleidungsstücke sollte dabei natürlich bei beiden Gruppen gleich sein).
  • Das Puppenbaby im Puppenwagen (oder in einem anderen Gefährt) eine bestimmte Strecke über und unter Hindernissen hindurch fahren.
  • Dem Puppenbaby in der Kleingruppe ein kurzes Gute-Nacht-Lied singen.
  • Aus den für die Aktion zu entbehrenden Klamotten der Kinder in der Gruppe eine Krabbeldecke am Boden legen – so groß wie möglich.
  • Einer aus der Gruppe muss anstelle des Puppenbabys so schnell wie möglich einen Becher Milch austrinken.

Verkündigung

Verkündigungsart: Am Wasser mit Stationen auf dem Weg dorthin

Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann erzählt die Geschichte doch hautnah an einem Fluss und gebt dort im Vorfeld tatsächlich ein Schilfkörbchen mit Puppe hinein und versteckt dieses am besten so, dass es von den Kindern nicht gleich gesehen wird, wenn sie am Fluss ankommen. Wenn es möglich ist, dann nutzt den Weg zum Flussufer für eine kleine „Schnitzeljagd“. Je nach Gelände verteilt ihr kleine Bändchen an den Bäumen, um so den Weg zu markieren oder ihr arbeitet mit Pfeilen, die ihr im Vorfeld mittels Ästen auf den Weg legt oder auf den Boden mit Kreide aufmalt. Zwischendurch befestigt ihr insgesamt 5 verschiedene Briefumschläge, die jeweils ein paar Infos zur Situation der Israeliten damals gut wiedergeben und die die Kinder auf das Geschehen am Fluss vorbereiten. Die Briefumschläge müssen von der Gruppe unterwegs gefunden werden und machen den Weg noch ein bisschen spannender.

Mögliche Inhalte könnten sein:

1. Nachdem Josef, der ehemalige Lieblingssohn seines Vaters (kennt ihr den noch?) sich mit seinen Brüdern und seinem Vater versöhnt hatte, zogen die Brüder mit ihren Familien sowie dem Vater zu Josef nach Ägypten. Nach und nach wurde aus der Großfamilie ein großes Volk. Viele Jahre lebten sie recht friedlich in Ägypten zusammen.

2. Doch irgendwann kam ein Pharao (König) an die Macht, der Josef nicht mehr kannte und der das Volk der Israeliten spüren ließ, dass sie eigentlich nur Fremde waren in diesem Land: Er ließ die Israeliten kräftig für sich arbeiten. Von nun an waren sie Sklaven in Ägypten und mussten hart arbeiten, um zu überleben.

3. Trotz der harten Arbeit wurde das Volk Israel immer größer und größer und das gefiel dem Pharao gar nicht. Er hatte Angst, dass die Israeliten zu mächtig werden und anfangen, sich gegen die Sklaverei zu stellen und die Arbeit zu verweigern.

Deshalb beschloss er: Jeder neugeborene Junge der Israeliten soll sterben. – Eine grausame Idee …

4. Es gab eine Mutter, die wollte nicht zulassen, dass ihr kleiner neugeborener Junge sterben sollte. Sie versuchte, ihn zu Hause zu verstecken und war sofort zur Stelle, sobald er anfing zu weinen und zu schreien. – Ganz schön anstrengend war das!

5. Drei Monate ging das gut, dann wurde die Stimme des kleinen Jungen lauter und es ließ sich kaum noch verbergen, dass in dem Haus ein kleines Baby wohnte. – Doch was sollte die Mutter des kleinen Jungen tun? Sie bat Gott um Hilfe – und dann hatte sie eine Idee …

Am Flussufer angekommen, kommt ihr mit den Kindern ins Gespräch, was das für eine Idee sein könnte und erzählt so die Geschichte anhand des Schilfkörbchens und der Puppe weiter. – Natürlich ist es auch möglich, dass der Fortgang der Geschichte von ein paar Mitarbeiterinnen gespielt wird und die Kinder sich am Flussufer ein schönes Plätzchen zum Zuschauen suchen.

Die andere Idee:

Mirjams Tagebuch

Gestaltet im Vorfeld einen Auszug aus Mirjams Tagebuch (Schwester des Mose), in dem sie in der Ich-Perspektive erzählt – angefangen bei der Geburt ihres kleinen Bruders und den widrigen Umständen über den Entschluss von Mutter und/oder Tochter, den Kleinen im Schilfkörbchen auszusetzen bis hin zur Begegnung am Fluss mit der Pharaotochter und der Wiederaufnahme des Bruders in den Kreis der Familie (zum Stillen und ersten Aufziehen).

Nehmt dafür tatsächlich ein Notizbuch oder ein echtes Tagebuch mit Schloss und schreibt die Texte entweder per Hand oder klebt sie computergeschrieben in das Buch ein. Wenn ihr mögt, könnt ihr auch hier und da noch eine Skizze oder ein Bild dazu gestalten (z. B. vom Schilfkörbchen oder ihr klebt ein Babyfoto ein).

In der Gruppenstunde könnt ihr dann auf das Tagebuch aufmerksam machen, indem ihr den Kindern erzählt, dass ihr dieses auf dem Dachboden (oder am Flussufer oder wo auch immer) gefunden habt. Dann lest ihr gemeinsam in dem Buch, sodass ihr die Kinder beim Lesen mit einbezieht.

Der Text gelebt

Gespräch

Folgende Fragen könnt ihr für eine Gesprächsrunde in Kleingruppen oder im Plenum verwenden:

  • Was meint ihr, wie ging es der Mutter Jochebed wohl, als sie ihren kleinen Sohn in das Schilfkörbchen gelegt hat?
  • Woher hatte sie wohl den Mut, ihr Baby herzugeben und in das Körbchen im Fluss zu legen?
  • Was meint ihr, wer hat besonders gut auf das Mosebaby aufgepasst, als es dort ganz allein auf dem Fluss herumschipperte?
  • Gott wollte unbedingt, dass Mose überlebt und hatte einen Plan mit ihm. Was meinst du, hat Gott auch einen Plan für dein Leben? Und wie findest du das?
  • Du bist Gott wichtig. Er sieht dich. Genauso, wie ihm das kleine Mosebaby wichtig war. Glaubst du das?

Merkvers

Du bist ein Gott, der mich sieht! (1. Mose 16,13)

Gestaltet gemeinsam ein Plakat mit einem selbst gemalten Bild oder Foto von jedem Kind. In die Mitte des Plakates könnt ihr den Bibelvers schreiben und das Plakat als Erinnerung in eurem Gruppenraum aufhängen.

Alternativ könnt ihr mit den Kindern einen kleinen Spiegel gestalten, auf den sie den Bibelvers schreiben und als Erinnerung mit nach Hause nehmen dürfen.

Kreatives

Idee 1: Mose im Körbchen

Für eher jüngere und bastelbegeisterte Kinder bietet es sich an, ein kleines Mosekörbchen zu gestalten. Hierfür könnt ihr z. B. eine halbe Walnussschale verwenden mit einem angemalten Streichholz als Baby und einem kleinen Stück Stoff als Decke. Damit könntet ihr dann, wenn ihr mögt auch noch ein paar kleine Wettspiele machen (eine bestimmte Strecke auf dem Wasser schwimmen lassen, verstecken und von den Kindern so schnell als möglich suchen lassen, …).

Oder aber ihr bastelt aus Tonkarton eine kleine Schilfkulisse mit Körbchen – eine Vorlage findet ihr hier: https://i.pinimg.com/originals/e1/10/14/e11014638640a745466fb22cfe60377f.jpg

Idee 2: Körbchen aus Peddigrohr

Eine andere kreative Idee, eher für ältere Kinder, ist es, ein kleines Körbchen aus Peddigrohr zu gestalten. Eine Adresse, wo man so was als fertiges Bastelset bestellen kann, wäre z. B. diese hier: https://www.bastelschachtel.at/collections/sets-aus-peddigrohr-83/products/mini-korbchen-mit-griff-311

Wenn ihr mögt, könntet ihr das Körbchen dann noch „füllen“ – entweder mit einem gebastelten Mosebaby oder mit einem Zettel, wo der Merkvers draufsteht oder auch mit einem „Glotzer“ von der Marke Trolli (das ist ein essbares Gummibonbon-Auge) als Erinnerung daran, dass Gott jedes einzelne Kind sieht und wahrnimmt.

Spielerisches

Wenn ihr die Verkündigung am Fluss gewählt habt, könnt ihr an dieser Stelle gut ein paar Wasserspiele einbauen. Dafür bietet es sich an, das Material schon im Vorfeld dort bereit zu legen. Je nach Flussufer und den Möglichkeiten, die sich euch dort bieten, könnt ihr verschieden Wasserspiele aussuchen, die zu eurer Gruppe und den Gegebenheiten vor Ort passen.

1. Erklärungen zum Text

V.4-8:

Im Buch der Prediger spielt das Thema „Vergänglichkeit“ eine wichtige Rolle. Der Prediger fängt seine Gedanken ein und lenkt sie auf ein besonders sinnloses Unterfangen. Es geht um Arbeit, Reichtum und Erbe. Und es geht um einen Menschen, der nichts anderes im Leben hat. Keinen anderen Menschen, der mit ihm unterwegs ist. Das Leben dreht sich um Arbeit und Reichtum. Es ist sein ganzer Lebensinhalt. Doch irgendwann kommt die Frage: „Warum mache ich das? Für wen arbeite ich? Warum tue ich mir nichts Gutes?“ Das Ergebnis, zu dem der Prediger kommt, ist erschreckend: Es ist alles vergeblich. Ein äußerst schlechtes Geschäft, auf das sich dieser Mensch eingelassen hat. Es ist wohl der Inbegriff für Sinnlosigkeit: Ein Mensch sammelt pausenlos Reichtümer, gönnt sich nichts Gutes und hat am Ende niemanden, dem er seinen Reichtum überlassen könnte.

V.9-11:

Der Prediger sucht einen Schlüssel – und er findet ihn! Er erkennt, dass eine gute Beziehung ein weitaus höheres Gut ist als alle Reichtümer der Welt. Es lebt sich nicht nur besser zusammen. Es arbeitet sich auch besser gemeinsam. Aber nicht nur in guten Zeiten ist es die bessere Option. Auch wenn das Leben uns zusetzt, sind andere Menschen entscheidend. Denn an manchen Stellen können wir uns selbst nicht helfen. Wir brauchen einen anderen Menschen, der uns zur Seite steht und uns wieder auf die Beine stellt, wenn wir fallen. Denn auch das ist klar: Wenn uns niemand hilft, nützt uns unser ganzes Geld nichts. Jesus greift im Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lk 12) eine ähnliche Geschichte auf und spitzt sie im Blick auf ein verfehltes Lebensziel zu.

V.12:

Der Prediger greift hier ein altes Sprichwort auf, das deutlich macht, dass ein aus drei Schnüren geflochtenes Seil stabiler ist und möglichen Beschädigungen besser standhält. Auch wenn es nicht explizit benannt ist, könnte die dreifache Schnur ein Hinweis darauf sein, dass Gott in einer solchen Beziehung ein stabiler Faktor ist und die Festigkeit erhöht.

2. Bedeutung für heute

Man könnte diese Geschichte 1:1 ins Heute übertragen. Wie oft dreht sich das Leben um diese Dinge: Wir mühen uns um eine gute Bildung, einen lukrativen Beruf. Wir suchen nach einem gutbezahlten Job und opfern diesem Beruf unser Privatleben. Beziehungen kommen zu kurz, weil sie binden und nicht in das Konzept passen. Es fällt vor lauter Geschäftigkeit nicht auf, bis irgendwann klar ist: Da ist niemand, dem ich meinen Reichtum vererben kann. Letztlich habe ich vergeblich gelebt.

Es gibt viele Lebensbereiche und Nöte, die hier anklingen und sehr aktuell sind:

  • Alte Menschen vereinsamen, weil sie keine Familie und keine Freunde haben. Die Pflege wird professionalisiert und zehrt ein vorhandenes Vermögen schnell auf.
  • Die Zahl der Singles nimmt beständig zu. Gerade im städtischen Bereich leben viele Menschen allein. Die Pandemie hat zu einer regelrechten Vereinsamung von Menschen geführt. Sogar das verbliebene Sozialleben am Arbeitsplatz musste dem Homeoffice weichen. Und an vielen Stellen wird künftig aus dieser Not eine vermeintliche Tugend.
  • Manche Unternehmenskonzepte verlagern das Leben komplett an den Arbeitsplatz.
  • Für viele Menschen ist es nach wie vor das höchste Ziel Wohlstand zu erlangen. Wir hören von Topmanagern, die Millionen verdienen, aber sich nichts Gutes tun können, sondern sich in 70-Stunden-Wochen systematisch verheizen.
  • Diana Kinnert beschreibt in ihrem Buch „Die neue Einsamkeit“, die um sich gegriffen hat. Offensichtlich ist es ein brandaktuelles Thema. (Diana Kinnert: Die neue Einsamkeit: Und wie wir sie als Gesellschaft überwinden können, Hoffmann und Campe-Verlag)
  • Gerade bei der Berufswahl junger Menschen werden wichtige Weichen gestellt. Welches Ziel wird definiert? Möglichst schnell zu Reichtum zu kommen? In Ellenbogenmanier und im Alleingang die oberen Etagen erklimmen, um zu den „Reichen und Schönen“ zu gehören?
  • Immer mehr junge Menschen erleiden erschreckend früh einen Burnout. Diese Krankheit ist nicht unbedingt auf eine Überlastung zurückzuführen, sondern hängt stark mit der Frage der Sinnhaftigkeit zusammen. Erfüllt mich das, wofür ich mich einsetze? Bereichert es mein Leben? Ist es meine Berufung, in der ich mich auch für Gott und andere Menschen einsetzen kann? Oder macht es mich zunehmend einsam? Ich kenne manche Führungskräfte, die Sinnkrisen erleben und in der Folge ausbrennen.

3. Methodik für die Gruppe

Impulsfrage:

Schreibt auf ein großes Papier: „Gott der HERR sprach:

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen – ein Gegenüber, das ihm entspricht.“ (Genesis 2,18). Legt das Blatt in die Mitte und überlegt miteinander, warum es nicht gut ist und warum Gemeinschaft für uns Menschen so wichtig ist. Anschließend lest den Text aus Prediger 4,7-12.

Schlagzeilen:

Sucht im Internet oder in Zeitungen nach Schlagzeilen, in denen es um Reichtum, Einsamkeit und Sinnlosigkeit geht.

Bildkarten:

(z. B. Claus Heragon: Emotionen, Bildimpulse maxi, Heragon-Verlag)

Lest den Bibeltext. Anschließend legt die Bildkarten in die Mitte und wählt die Karten, die eurer Meinung nach am besten zum Ausdruck bringen, was der Bibeltext aussagt. Begründet eure Auswahl.

Genießen:

Der Text spricht davon, sich etwas Gutes zu Gönnen. Gestaltet den Abend mit einem guten Essen, schönen Cocktails, guter Musik, etc., um anschaulich zu machen, dass Genießen ebenfalls eine Form des Gottesdienstes ist, wenn wir die Dinge dankbar aus Gottes Hand nehmen.

Fragen zum Text:

  • Welche Schlagzeilen, Personen und Geschichten fallen euch zu diesem Thema ein?
  • Gott ist ein Gott der Gemeinschaft. Glaube ist keine Solodisziplin, sondern eine „Mannschaftssportart“. Welche biblischen Geschichten fallen euch ein, die einen Gegensatz zu dem Text in Prediger bilden?
  • Wie können wir Beziehungen fördern und dafür sorgen, dass Menschen nicht in die „Einsamkeits- und Sinnlosigkeitsfalle“ tappen, die der Prediger beschreibt?
  • Der Bibeltext wird oft als Trauspruch verwendet. Was lernen wir aus dem Text für eine gesunde und tragfähige Partnerschaft?

4. Ergänzendes Material

Videoclip: Ein Seil entsteht

Ein Seil entsteht – YouTube

Dieser kurze Videoclip beschreibt die Entstehung von Seilbahn-Seilen, die eine enorme Tragkraft aufweisen. Dieser Clip kann als Einstieg für den Bibeltext genutzt werden.

Viktor E. Frankl und der Sinn des Lebens

Videoclip: Viktor Frankl – Der Sinn des Lebens – YouTube

Viktor Frankl ist der Begründer der Logotherapie. Er hat sich sehr grundlegend mit der Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt. Schaut gemeinsam den Videoclip und tauscht euch aus: Wie hängen Frankls Erkenntnisse mit dem Bibeltext zusammen. Welche Antworten trägt der christliche Glaube dazu bei?

Filmtipp: „Dein Weg“ – Martin Sheen

Ein erfolgreicher Arzt begibt sich nach dem Unfalltod seines Sohnes auf dessen Spuren und wandert den Jakobsweg.

Das Ziel

Starter

Die Kinder erfahren, dass Ungerechtigkeit nicht von Gott gewollt ist, doch es gibt verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren.

Checker

Die Kinder erleben Wertschätzung für ihren Ärger über Ungerechtigkeit und hören, dass sie darin – wie Mose – Gott ähnlich sind.

Der Text an sich

Vorher geht es um Moses Geburt, die Rettung aus dem Nil, das Aufwachsen bei seiner hebräischen Familie und anschließend im Palast des Pharao. Nun werden fünf Ereignisse berichtet:

Tag 1: Mose will zu seinen hebräischen „Brüdern“. Er beobachtet, wie ein Ägypter einen Hebräer schlägt und erschlägt daraufhin heimlich den Ägypter.

Tag 2: Mose beobachtet einen Streit zwischen Hebräern und will ihn schlichten. Dabei erfährt er Ablehnung durch zwei Fragen: nach seiner Autorität (Wer hat dich zum Richter eingesetzt?) und nach seinen Mitteln (Willst du mich auch töten?). Mose bekommt Angst.

Kurz darauf: Der Pharao erfährt von dem Vorfall und will Mose töten lassen. Dieser flieht.

In Midian: Mose beobachtet am Brunnen, wie weibliche Hirten ungerecht behandelt werden. Sie haben Wasser für ihre Tiere geschöpft, nun wollen männliche Hirten sie wie sonst auch wegdrängen. Mose beschützt die Frauen und hilft ihnen beim Tränken. Sie berichten ihrem Vater davon (Reguel, an anderen Stellen Jitro, Priester in Midian). Der lädt Mose zum Bleiben ein und gibt ihm Zippora zur Frau.

Viele Jahre später: Der alte Pharao ist zwar gestorben, die Situation der Israeliten in Ägypten ist aber unverändert: sie leiden unter der Sklaverei. Sie schreien zu Gott um Hilfe. Gott hört ihr Schreien, erinnert sich an seinen Bund mit ihren Vorvätern, wendet sich ihnen zu und kümmert sich um sie. Mose wendet sich ebenfalls ungerecht behandelten Menschen zu und kümmert sich um sie. Er versucht dreimal auf verschiedene Weise, Gerechtigkeit herzustellen:

  • Indem er den ungerechten Ägypter tötet und dabei selbst ungerecht handelt (was ihm bewusst ist!) – Nach dem Verständnis „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zahlt er dem Unterdrücker Gleiches mit Gleichem heim.
  • Indem er durch ein Gespräch versucht, den Streit innerhalb der eigenen Gruppe zu schlichten und den Täter zu Solidarität mit seinem „Bruder“ zu bewegen.
  • Indem er sich schützend vor die (fremden) Frauen stellt und selbst mit anpackt, dass sie zu ihrem Recht kommen und das selbst geschöpfte Wasser auch selbst nutzen können.

Auch wenn die Versuchung groß ist, Moses Tun moralisch zu bewerten, liegt der Kern der Geschichte von Mose darin, dass Gott sich den Menschen seines Volkes zuwendet und sich um sie kümmert. Er gebraucht dafür Menschen wie Mose, die sich von Ungerechtigkeit bewegen lassen.

Anmerkungen:

  • Keiner hat Mose um Hilfe gebeten, aber die Not bewegt ihn zum Handeln. Gott wendet sich erst dann dem Volk Israel zu, als es um Hilfe schreit.
  • Die Midianiter sind Nachfahren von Abraham und seiner Frau Ketura und galten damals vermutlich auch als Hebräer. Mose findet also bei seiner sehr entfernten Verwandtschaft eine neue Heimat.

Der Text für mich

Ich entdecke in diesem Text viel Ungerechtigkeit und Züge von Rassismus. Denn die Zugehörigkeit zu einem Volk entschied darüber, welche Position man innehatte (Hebräer = Fronarbeiter, Ägypter = Aufseher). Die Hebräer waren ursprünglich Wirtschaftsflüchtlinge in Ägypten und gern gesehene Gäste. Später wurden sie aus Neid zu Sklaven. Mose, der als Sohn der Prinzessin gilt, bildet unter den Hebräern eine privilegierte Ausnahme. Er sehnt sich aber nach Zugehörigkeit zu den Hebräern. Sie verweigern sie ihm, weil er zu anders ist. Der Pharao will ihn töten, weil er mit dem Mord am Ägypter seine Loyalität zu den Hebräern gezeigt hat – eine Bedrohung für die Ägypter! In Midian wurde Mose als Ägypter angesehen und für sein helfendes Handeln wertgeschätzt. Er wurde durch Heirat in die angesehene Priesterfamilie aufgenommen.

Doch was mache ich, wenn ich Ungerechtigkeit wahrnehme? Versuche ich Gleiches mit Gleichem heimzuzahlen oder suche ich das Gespräch? Ich erlebe ähnliche Reaktionen wie Mose – woher kommt meine Autorität? Und wie beurteile ich, wer im Streit im Recht ist? Wen nehme ich als hilfebedürftig oder Opfer wahr? Stelle ich mich an die Seite der Opfer und packe tatkräftig mit an? Ganz ehrlich: Meistens warte ich, bis jemand um Hilfe bittet und schalte mich nicht einfach ein.

Der Text gibt mir keine moralischen oder ethischen Richtlinien. Er erzählt nur von Moses Erfahrungen, in denen scheinbar sehr klar war, wer im Recht war und wer benachteiligt wurde.

Der Text für dich

Kinder erleben in ihrem Alltag viele Ungerechtigkeiten: mit Erwachsenen, anderen Kindern oder durch Strukturen. Sie erkennen Ungerechtigkeiten meist sehr sensibel. Umso mehr, wenn es um jemand aus der eigenen Gruppe geht. Sie können sich daher gut mit Mose identifizieren:

  • mit seinen Versuchen, zu helfen
  • mit der Eindeutigkeit, wer im Recht ist
  • mit den Methoden: Auge um Auge/durch Gespräch schlichten/Mit-Anpacken
  • mit dem Frust, nicht gehört zu werden
  • mit der Angst vor Konsequenzen

Häufig haben sie Ungerechtigkeit aber auch selbst erlebt und wissen daher gut, wie es ist ein Betroffener bzw. ein ‚Opfer‘ zu sein. Zudem erleben Kinder eine starke moralische Wertung für die unterschiedlichen Wege, um anderen zu helfen, bzw. haben diese auch als Bewertungsmaßstab zum Beurteilen Anderer verinnerlicht. Dieser Text kann daher

  • erleichtern: Auch Mose musste üben, um Gerechtigkeit herzustellen.
  • herausfordern: keine negative Bewertung für Mose! Aber: Konsequenzen.
  • ermutigen: Gott wendet sich seinem Volk zu und kümmert sich um sie, z.B. durch Menschen wie Mose, die sich von Ungerechtigkeit bewegen lassen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Material: Schärpen in rot (2x), blau (3x), grün (2x), Äpfel, kleines Messer

Spielleitung: „Wir zeigen euch jetzt 3 Szenen und hinterher stelle ich euch dazu ein paar Fragen. Ich beende jede Szene durch In-die-Hände-Klatschen.“

Szenen:

  1. Kennzeichnen: A (rot), B (blau), C (rot und blau)
    • A schlägt B an den Arm. C schlägt A an den Arm. A und C schlagen sich ein paarmal gegen den Arm. Spielleitung klatscht in die Hände.
  2. Kennzeichnen: A (rot), B (blau), C (blau)
    • A und B streiten sich (z.B. wer besser in der Schule ist). A beleidigt B, ist aber im Unrecht (hat die schlechteren Noten). C fragt B, warum er sich mit A streitet, obwohl sie Freunde sind. B fragt, was C von ihm will und sagt „Schlag mich doch.“ Spielleitung klatscht in die Hände.
  3. Kennzeichnen: A (rot) und B (grün), C (rot)
    • A schneidet Äpfel für alle Mädchen (sollte darin schlechter sein als B). B will zuerst die geschnittenen Äpfel den Jungs geben und „schnell für alle Jungs Äpfel schneiden“. C hindert ihn daran und hilft A beim Schneiden der Äpfel für die Mädchen. Dann ist B dran.

Fragen zu jeder Szene:

  • Wer war im Recht, wer war im Unrecht?
  • Warum hat C sich eingemischt?
  • Wie hat C sich eingemischt?
  • War das Einmischen erfolgreich?
  • Welchen Effekt hatte das Einmischen für A, B, C / wie haben sie das Einmischen erlebt / sich hinterher gefühlt? (ggf. die Schauspieler fragen)

Idee 2

Es gibt mehrere Runden kurzer Gruppen-Wettkampf-Spiele. Die Gruppen werden nach jeder Runde neu zusammenstellen, dabei werden jeweils andere ungerechte Verhältnisse hergestellt.

Spielideen z.B.

  • Völkerball-Variante: Die Mannschaften stehen sich in zwei Feldern gegen über und müssen sich gegenseitig abwerfen. Wer getroffen wurde, muss raus. Wer zuerst alle Gegner abgeworfen hat, gewinnt.
  • Bierdeckel-Schlacht: Die Mannschaften stehen sich in zwei Feldern gegen über und müssen alle Bierdeckel aus dem eigenen in das gegnerische Feld werfen. Es darf immer nur ein Bierdeckel geworfen werden. Es gibt ein Zeitlimit, dann wird verglichen.
  • Peak-a-who: zwei MA halten eine Decke zwischen zwei Mannschaften hoch. Je eine Person der Mannschaft sitzt vorn an der Decke. Die MA lassen die Decke fallen, wer dann zuerst den Namen der Person aus der gegnerischen Mannschaft ruft, hat gewonnen. Die andere Person scheidet aus.
  • Streichhölzer-Stapeln: Die Mannschaften sitzen abwechselnd in einem Kreis. Reihum stapelt jeder ein Streichholz auf einen Flaschenhals. Die Gruppe, bei der der Turm fällt, bekommt einen Minuspunkt.

Ungerechte Bedingungen je nach Gruppe und Spiel, z.B.: Jungs gegen Mädchen; Große gegen Kleine; ältere gegen jüngere; neue gegen „schon lange da“.

JOKER: Die TN können während des Spiels (nicht vorher!) einen MA um Hilfe bitten. Diese Regel wird aber nicht erklärt, sondern kommt nur zum Einsatz, wenn ein TN einen MA fragt.

Verkündigung

Verkündigungsart: Geschichte lesen und visualisieren

Die Kinder lesen die Geschichte abschnittweise vor. Nach jedem Abschnitt wird darüber gesprochen und die Situation auf einer Flipchart o.Ä. visualisiert.

Vers 11-12. Fragen:

  • Zu welchem Volk gehörte Mose? (Hebräer)
  • Warum musste er keinen Frondienst leisten? (Ziehsohn der Prinzessin)
  • Was ist Frondienst und warum mussten die Hebräer ihn leisten? (Hebräer wurden zu viele Menschen; die Ägypter haben sie unterdrückt; sie mussten Ziegel herstellen; Ungerechtigkeit aufgrund von Zugehörigkeit zu Hebräern)
  • Visualisieren: höhergestellter Ägypter, unterdrückter Hebräer haben einen Konflikt
  • Was wollte Mose wohl bei den Hebräern? (vielleicht dazugehören? Helfen?)
  • Was hat er beobachtet? Wie hat er darauf reagiert? (nacherzählen lassen)
  • Visualisieren: Mose steht zwischen den Völkern und den Positionen, schlägt sich auf die Seite der unterdrückten Hebräer, handelt selbst nach dem Motto „Auge um Auge“
  • War Moses Handeln besser als das vom Ägypter? Warum, warum nicht?
  • Hat der Mord etwas an der Ungerechtigkeit gegenüber den Israeliten gebracht? (Nein, es ist ein zu großes Problem für einen Einzelnen. Es war die falsche Herangehensweise von Mose.)
  • Und hat er dabei geholfen, dass Mose den Israeliten näher war? (offen)

Vers 13-14. Fragen:

  • Wer hat jetzt einen Konflikt miteinander?
  • Visualisieren: Hebräer – Hebräer, also gleichgestellt, aber einer ist dennoch im Unrecht
  • Wie versucht Mose den Konflikt zu lösen? (Gespräch)
  • Ist Mose erfolgreich darin, die Ungerechtigkeit zu lösen? (Jein. Situation ist unterbrochen, das ist gut, aber gelöst – eher nicht. Der Mann im Unrecht wird durch seine Vorwürfe mächtig gegenüber Mose als Helfer!)
  • Warum ist Mose eigentlich noch mal hingegangen? (Idee: Sehnsucht dazuzugehören)
  • War er darin erfolgreich? (Nein.)

Vers 15-22. Fragen:

  • Zwischen wem passiert der nächste Konflikt?
  • Visualisieren: midianitische Frauen und midianitische Hirten. Dasselbe Volk, Geschlechtsunterschied, Statusunterschied Priester-Töchter / Hirten. Hintergrund erklären: Frauen weniger wert, schwächer. Eigentlich höflich, den Frauen zu helfen. Wegdrängen = Ausdruck von Abwertung. Midianiter als entfernte Verwandte, also auch Hebräer).
  • Wie schaltet Mose sich ein? (Er hindert die Hirten am Wegdrängen und hilft beim Tränken.)
  • War er erfolgreich darin, die Ungerechtigkeit zu lösen? (Jein – für den Moment ja. Zukunft ungewiss. Allerdings wird er ja dann Hirte für Jitros Schafe. Vorbildhandeln. Dankbarkeit der Frauen und ihres Vaters.)
  • Und war er erfolgreich darin, ein Teil einer hebräischen Familie zu werden? (Ja.)

Vers 23-25. Fragen:

  • Was sind Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Gott und Mose?
    • Bedeutung Bund: Zugehörigkeit zum Volk, Versprechen an die Vorväter des Volkes
    • Gott reagiert, als die Menschen um Hilfe rufen, Mose hat einfach so geholfen
    • Beide haben ein Schützer- und Helfer-Herz, wenden sich Menschen zu
    • Gottes Macht für so große Probleme wie die Ungerechtigkeit an einem ganzen Volk ist viel größer. In den weiteren Geschichten werden wir noch sehen, wie Gott aber Mose durchaus gebrauchen möchte, um das Problem anzugehen! Moses Herz ist genau das richtige dafür.

Die andere Idee

Geschichte aus der Perspektive der Sonne erzählen: „Sie schien fröhlich wie immer über dem Land Ägypten, brutzelte aus Lehm und Stroh, das die Menschen in Kästen stopften, harte Ziegel, lachte über die Ägypterinnen, die im Nil schwimmen gingen und beobachtete erhitzte Gemüter …“

Anregungen:

  • Sonne beschreibt als neutrale Person die Unterschiede zwischen den Völkern (Recherchieren und etwas die Fantasie spielen lassen: woran konnte man Ägypter und Hebräer unterscheiden? Wie sah Mose aus? Keine Stereotypen aus Filmen, sondern echt mal drüber nachdenken!)
  • Formulierungen über die Sonne möglichst passend einbauen (brennt, sticht, lacht vom Himmel, scheint, geht auf, geht unter, versteckt sich hinter Wolken)
  • Mit Zoom spielen: „genauer hinsehen“, „aus der Ferne betrachten“, …

Der Text gelebt

Wiederholung

In 5 Gruppen aufteilen – jede Gruppe malt eine der fünf Szenen als Comic.

Gespräch

  • In welchen Situationen erlebst du Ungerechtigkeit und möchtest gerne helfen?
  • Was hast du schon ausprobiert?
  • Kinder aufstehen lassen: Wer hat schon mal auf folgende Weise geholfen? Auge um Auge/Gespräch/Mit-Anpacken;
  • Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, um zu helfen?
  • Wo hast du schon mal Hilfe erlebt, als du ungerecht behandelt wurdest? Wie war das für dich?
  • Hast du schon mal erlebt, dass Gott dir geholfen hat? Magst du erzählen?

Merkvers

2. Mose 2,25: Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich um sie.

Leitung spricht vor, Kinder sprechen gemeinsam nach. Einen Satzteil nach dem anderen hinzufügen und das bisherige komplett wiederholen. Jeder Satzteil hat eine eigene Geste.

  • Gott (nach oben zeigen)               
  • Gott wandte sich (zum linken Nachbarn drehen)                    
  • Gott wandte sich den Israeliten zu (auf alle in der Gruppe zeigen)
  • Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich (Hände nach vorne geöffnet ausstrecken)
  • Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich um sie. (Hände überkreuz auf die eigene Brust legen.)
  • Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich um sie. 2. Mose 2,25 (zwei Mal zwei Finger nach vorne strecken (2. Mose und Kapitel 2), dann die ganze Hand (für die gesprochene 5), dann wieder zwei Finger (für die gesprochenen zwanzig).
  • Vers komplett sagen und wiederholen lassen
  • Einzelne Kinder aufsagen lassen

Gebet

Anliegen sammeln, wo die Kinder mitbekommen, dass Menschen ungerecht behandelt werden oder wo es Streit gibt. Ermutigen, dass jedes Kind ein stilles Gebet dafür sprechen kann. Leitung spricht ein Gebet für alle gesammelten Anliegen:

  • Dank für Gottes Helfer- und Schützer-Herz und dass er unsere Not sieht.
  • Bitte, dass er sich uns zuwendet und um uns kümmert.
  • Bitte um Mut, dass wir erkennen, was wir tun können und sollen und wo wir etwas Gott überlassen können

Kreatives

Auf Holzbrettern mit unterschiedlichen Methoden Formulierungen wie „Du gehörst dazu“, „Du bist nicht allein“ oder auch den Lernvers gestalten (Vorlagen im Downloadbereich):

  • Mit Brandmalkolben (Brenn-Peter) einbrennen
  • Nägel einschlagen, ggf. mit der Fadentechnik verschönern
  • Mit wasserfesten Stiften aufschreiben (Outdoor-Edding)

Rätselhaftes

Das Quiz (siehe Vorlage Downloadbereich) wird verteilt. Als Belohnung gibt es für jeden, der mindestens 4 der 6 Fragen richtig beantwortet hat, ein High Five.

Die Belohnung erst verteilen, nachdem alle mitgemacht haben oder in der Abschlussrunde feierlich verteilen.

  1. Wie heißt der Mann von Zippora?
  2. Welche zwei Fragen stellt der Hebräer Mose?
  3. Wer erschlägt wen?
    • Der Hebräer erschlägt Mose.
    • Mose erschlägt den Ägypter.
    • Der Ägypter erschlägt Mose.
  4. Was macht Mose, um die Frauen zu beschützen?
    • Er erschlägt die Hirten.
    • Er bedroht, beschimpft und beleidigt den Anführer der Hirten.
    • Er hilft den Frauen beim Tränken der Schafe und Ziegen.
  5. Wo steht der Lernvers?
  6. Mit wem hatte Gott einen Bund geschlossen?

Das Ziel

Starter

Jedes Kind ist zum Einsetzen seiner Gaben und Fähigkeiten berufen. Welche das sind, weiß der Geber, nämlich Gott am besten.

Checker

Gott will jedes Kind gebrauchen und so deinem Leben einen Sinn geben. Mit Ausreden lässt er sich nicht abspeisen.

Der Text an sich

Mose war nach seiner Flucht aus Ägypten in das Land „Midian“ geflüchtet. Hier leben die Nachkommen Abrahams aus seiner zweiten Ehe mit Ketura (1. Mose 25,2). Dieses Land kann nicht exakt lokal festgelegt werden. Es liegt östlich von Ägypten, am Ostufer vom Golf von Akaba, dem östlichen Arm des Roten Meeres im heutigen Saudi Arabien. Dort hat er Zippora, die Tochter eines Priesters geheiratet. Zur Zeit der Berufung des Mose haben die beiden einen Sohn, Gerschom. In 2. Mose 18,3 ist noch von einem zweiten Sohn, Elieser, die Rede.

Vers 1: Da die Weiden im Gebiet Midian sehr karg waren, mussten die Hirten mit ihren Herden sogar bis weit in den Süden der Sinaihalbinsel ziehen. Dort liegt der Berg Horeb.

Vers 2-5 : Man könnte meinen, dass es ganz gewöhnlich ist, wenn in der sengenden Sonne ein dürrer Busch anfängt zu brennen. Das wäre für Mose nichts Außergewöhnliches gewesen. Doch dieser Busch verbrennt nicht. Das erinnert an die Flammen in Apg. 2,2-3. Dort sind diese Flammen ein Zeichen für die Anwesenheit des Heiligen Geistes. Hier erscheint Mose zunächst „der Engel des HERRN“, dann erblickt er den brennenden Busch und schließlich spricht Gott selbst aus dem Dornbusch zu Mose. Mose begegnet damit einer Form der Dreieinigkeit Gottes (Vater, Sohn und Heiliger Geist). In diesem Text wird Gott erstmals mit HERR betitelt. Das ist in der gesamten Bibel die deutsche Version des Tetragrammaton JHWH, mit dem sich Gott in Vers 14 vorstellen wird. Dieses Tetragrammaton wird nur für diesen unvokalisierten Gottesnamen benutzt.

Vers 6: Obwohl Mose am Hof des ägyptischen Pharao erzogen wurde, wusste er von seiner Herkunft (2,11) und kannte den Gott seines Volkes Israel. Er weiß, dass er unwürdig ist, diesem Gott entgegenzutreten und schlägt die Augen nieder. Erst viel später getraut er sich, Gott darum zu bitten, ihn sehen zu dürfen (K. 33,18-20).

Vers 7-9: Gott sieht, hört, erkennt und handelt. Er will die Israeliten retten. Und was er sich vornimmt, das geschieht. Wie Gott schon Abraham die Verheißung für das Land Kanaan gegeben hat (vgl. 1. Mose 12,7; 15,18-21; 17,8), so verheißt Gott dem Volk Israel durch Mose erneut, dass er ihnen das ganze Land Kanaan geben wird. Das umfasst das bisherige Wohngebiet der hier benannten Stämme. Das sind jeweils Nachkommen des Kanaan, des Enkels von Noah. Das Land umfasst die Gebiete rund um den Jordan von nördlich des See Genezareth (Land der Hetiter) bis an den Südrand des Toten Meeres.

Vers 11: Im Gegensatz zu K. 2,12-13 ist Mose sehr bescheiden geworden. Er stürmt nicht mehr spontan los, sondern erkennt seine Unfähigkeit.

Vers 12: „Ich will mit dir sein“ (Luther) oder „Ich werde dir beistehen“ (GNB). Das ist der wichtigste Satz des ganzen Textes. Für Mose und auch für alle Menschen.Und wer dieses „ICH“ ist, klärt Gott in den folgenden Versen.

Vers 14-15: Dieser Name Gottes ist unfassbar groß. Denn das Wort „sein“ lässt sich in unterschiedlichen Zeitformen übersetzen. Es kann heißen ‚Ich bin, der ich bin‘ ‚Ich war, der ich war‘ oder ‚ich werde sein, der ich sein werde‘. Damit lässt das Wort keine Unsicherheit zu. Es drückt eine konstante Existenz Gottes in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus. Dieses so genannte Tetragrammaton JHWH wird Jahweh ausgesprochen. Es ist der einzigartige Gottesname und wird sonst niemals verwendet. Spannend dabei ist, dass sich Jesus später selbst mit der Formulierung „Ich, ich bin …“ vorstellt (vgl. Joh 6,35; 8,12; …).

Kapitel 4,1-17: Nun folgt ein Gespräch zwischen diesem HERRN und Mose. Der sucht viele Ausreden, die Gott davon überzeugen sollen, dass er dieser Aufgabe nicht gewachsen ist (Unglaube der Israeliten, eigene Sprachhemmungen). Doch Gott selbst hat Mose begabt und für diese Aufgabe ausgesucht. Dem kleinen Makel der Sprache hilft Gott aus, indem er ihm seinen sprachbegabten Bruder, Aaron, zur Seite stellt. Immer wieder fordert Gott Mose auf: „Geh hin!“ Und er sagt ihm immer wieder zu: „Ich will mit dir sein.“ Und auch hier klingt der Name Gottes „Ich werde sein“ mit an. Er ist die konstante Größe und der zuverlässige Halt.

Der Text für mich

Diese Geschichte ist ein zentraler Text für alle Menschen. In ihm stellt sich Gott mit seinem Namen vor, der ihn in seiner Ewigkeit, Allgegenwart, seiner Allmacht und Zuverlässigkeit vorstellt. Dieser Name ist wie ein geschliffener Diamant, der das Licht in viele Facetten bricht. Dieser Gott beruft den Mose. Dieser Gott beruft jeden Menschen. Jeder ist von diesem Gott ausgerüstet mit Begabungen. (Begabung bedeutet ja, dass man die Fähigkeiten bekommen hat.) Wir sind berufen, diese Gaben in Gottes Auftrag und in seinem Projekt einzusetzen. So hat das Leben einen ewigen Sinn.  Manche müssen/dürfen ganze Völker führen, manche eine Familie. Egal, wie groß oder klein die Aufgabe ist, Gott wird mit mir sein. Dafür steht er mit seinem Namen.

Der Text für dich

Das Wort „Berufung“ klingt nach etwas Großem, Außergewöhnlichem. Für Mose war es das auch. Die Berufung dazu, das Volk Israel aus Ägypten weg zu führen, erschien ihm zu groß. Er hat Angst vor dieser Aufgabe. Doch Gott weiß, welche Fähigkeiten und Begabungen in Mose schlummern und gibt nicht nach. Mose ist nicht auf sich allein gestellt, Gott sichert ihm seine zuverlässige Hilfe zu.

Diese Zusage gilt auch für alles, wofür Gott die Kinder beruft. Das mögen Aufgaben sein, die sie leicht ausführen können, aber auch solche, die sie an ihre Grenzen bringen und bei denen sie Angst haben, ihnen nicht gewachsen zu sein.

Gott lässt sich auf Zwiegespräche ein. Er ist dabei, wenn es in unserem Kopf oder Herzen hin und her geht. Wie Mose dürfen wir ihm diskutieren. Aber wenn man sich auf die Aufgaben Gottes einlässt, bekommt das Leben einen tiefen Sinn. Gott beauftragt, aber er überfordert nicht. Er gab Mose die Hilfe, die er brauchte. Und auch wir dürfen wie Mose an den Aufgaben wachsen, denn Gott wird immer mit uns sein.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Jedes Kind wird zu einer Aufgabe „berufen“. Diese Aufgabe mag auf den ersten Blick eine Überforderung sein, ist aber leistbar, wenn sich das Kind drauf einlässt, seine Angst oder Scheu zu überwinden.

Beispiele:

  • Spiele uns auf der Gitarre ein Lied vor. (Das Kind bekommt von einem Mitarbeiter kurz gezeigt, dass man auf einer Saite eine Melodie zupfen kann.)
  • Schreibe ein kurzes Gedicht und trage es vor.
  • Tanze zu einer eingespielten Musik.
  • Schlage 2. Mose 3 auf und lies uns den Vers 8 vor.
  • Lies folgenden Satz ganz schnell vor: Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid.
  • Nimm eine offene, große Wasserflasche, vollgefüllt, in die Hand, strecke den Arm seitlich aus und halte das so lang wie möglich lang.

Idee 2

Alle nennen die Berufe ihrer Eltern und sagen dann, welchen Beruf sie später gerne ergreifen wollen. Sie entdecken, dass das Wort „Beruf“ von „rufen“ und „berufen“ kommt. In der folgenden Geschichte geht es um einen Mann, der auch berufen wird.

Verkündigung

Verkündigungsart: Erzählung anhand eines selbst hergestellten Filmes (siehe Kreatives)

Anhand der gemalten Bilder und des damit hergestellten Filmes wird die Geschichte erzählt. Dazu läuft leise Instrumentalmusik im Hintergrund.

Mose als Hirte im Sinai (sandiges, steiniges, gebirgiges Gelände mit Grasbüscheln und einzelnen grünen Büschen):

Wie jeden Tag in den vergangenen Jahren hütet Mose die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro. Er ist weit weg von seinem Zuhause. Mit seinen Schafen ist er vom Land Midian bis zum Berg Horeb gezogen.

Brennender Dornbusch:

Da sieht Mose auf einmal einen brennenden Busch. Zuerst denkt er: „Ach, da hat die Sonne mal wieder einen trockenen Busch entzündet. Ist ja auch kein Wunder bei der Hitze.“ Doch als Mose weitergehen will fällt ihm auf, dass dieser Busch ja gar nicht verbrennt! Neugierig geht er näher an den Busch heran, da hört er auf einmal eine Stimme:

Mose vor dem Dornbusch (Mose steht vor dem brennenden Dornbusch. Aus dem Dornbusch und über Mose sind leere Sprechblasen zu sehen.):

„Mose, Mose!“ Verdattert antwortet Mose: „Ja, Herr, hier bin ich.“ „Komm nicht näher!“, befiehlt die Stimme. „Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden! Ich bin der Gott deiner Vorfahren, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ich habe gesehen, wie schlecht es meinem Volk in Ägypten geht, und ich habe auch gehört, wie sie über ihre Unterdrückung klagen. Deswegen will ich dich dorthin senden, damit du mein Volk aus Ägypten führst.“ „Oh, nein, nein!“, ruft Mose. „I-i-i-ich soll nach Ägypten gehen? Wer bin ich denn schon? Ich bin doch nur ein kleiner Schafhirte!“ Da antwortet Gott: „Ich will mit dir sein. Und wenn ihr dann aus Ägypten herausgezogen seid, werdet ihr hierher auf diesen Berg kommen und mir ein Opfer darbringen!“ Mose entgegnet: „Aber, wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage, dass der Gott ihrer Vorfahren mich zu ihnen gesandt hat, werden sie mich nach seinem Namen fragen. Was sage ich dann?“ Gott antwortet: „Ich bin, der ich bin. Ich werde sein, der ich sein werde. Das ist mein Name. Alle kommenden Generationen sollen mich mit diesem Namen anreden, wenn sie zu mir beten.

Bild mit Tetragrammaton: JHWH

Also los, geh nun nach Ägypten und sage den Israeliten, dass jetzt Schluss ist mit der Unterdrückung. Ich will sie in ein Land führen, in dem Milch und Honig fließen. Sie werden auf dich hören und dir glauben. Der Pharao zwar nicht gleich. Aber ich werde ihn dazu zwingen.“ Für Mose geht das alles viel zu schnell: „Sie werden ganz bestimmt nicht glauben, dass du mir erschienen bist.“ Da sagt Gott: „Wenn sie dir nicht glauben, dann mach Folgendes …“  

Hirtenstab

„… wirf deinen Hirtenstab auf den Boden.“

Schlange

Erschrocken läuft Mose weg. „Ah, eine Schlange!“ Aber Gott fordert ihn auf: „Pack die Schlange beim Schwanz!“ Mose greift nach ihr und im gleichen Moment wird sie wieder zum Stab. Gott sagt: „Wenn du das tust, werden sie dir glauben, dass ich, der ‚Ich bin‘ dir erschienen ist. Hier ist noch ein Zeichen: Steck deine Hand in dein Gewand!“ Mose steckt die Hand in sein Gewand und als er sie wieder herauszieht, ist sie schneeweiß und voller Aussatz!

Weiße Hand

Dann soll Mose die Hand nochmal in sein Gewand stecken. Und als er sie herausnimmt ist wie wieder ganz gesund.  

Hand

„Wenn die Israeliten dir dann immer noch nicht glauben, gebe ich dir sogar noch einmal etwas zum Staunen: Schöpfe Wasser aus dem Nil, …“

Fluss Nil

„… und gieße es auf das Land. Das Wasser wird zu Blut werden!“

Blutpfütze

Mose vor dem Dornbusch (Mose steht vor dem brennenden Dornbusch. Aus dem Dornbusch und über Mose sind leere Sprechblasen zu sehen.):

Mose will immer noch nicht so richtig. Er wagt noch einen Versuch, um Gott diesen Auftrag auszureden: „Ach Herr, ich bin noch nie ein guter Redner gewesen. Irgendwie kommen mir nicht die richtigen Worte über die Lippen. I-i-ich …“ Doch Gott lässt nicht locker: „Geh jetzt! Ich bin bei dir und sage dir, was du reden sollst.“ „Ach Herr, sende doch bitte einen anderen“, versucht es Mose noch einmal. Doch da wird Gott richtig zornig und erwidert: „Ich weiß, dass dein Bruder Aaron sehr gut reden kann. Er ist schon unterwegs und kommt dir entgegen. Er wird sich freuen, wenn er dich wiedersieht. Sag ihm einfach, was er den Israeliten ausrichten soll. Ich werde bei euch sein, wenn ihr reden müsst und ich werde euch zeigen, was ihr tun sollt. Endlich ist Mose einverstanden und lässt sich auf dieses große Abenteuer ein.“

Die andere Idee

Die Geschichte aus 2.Mose 3,1 – 4,17 wird mit den Kindern in der Bibel gelesen. Einer übernimmt die Rolle des Sprechers, einer die von Mose und einer liest das, was Gott sagt.

Der Text gelebt

Gespräch

  • Die Kinder werden gefragt, wie sie mit Beauftragungen, Aufgaben, Bitten der Eltern o.Ä. umgehen. Oft werden sie antworten, dass sie keine Lust dazu haben. Andere sollen das tun. Die Kinder werden dann gefragt, wie sie reagieren, wenn ihnen die Aufgaben zu schwer vorkommen. Dabei können die Aufgaben der Hinführung aufgegriffen werden.
  • Das Leben läuft nicht nach Lust und Laune. Das Miteinander kann nur dann gelingen, wenn es auch ein Füreinander gibt. Wenn man sich einsetzt, Aufgaben übernimmt, die dem anderen helfen. Gott hat sich das so gedacht. „Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe!“ (1.Petrus 4,10).
  • Gott hat jedem Fähigkeiten gegeben. Das ältere Wort „Gabe“ oder „Begabung“ zeigt, dass wir diese Fähigkeiten von jemandem bekommen haben – und zwar von Gott. Begabung sind Gaben von Gott. Er hat uns geschaffen und kennt uns. Er weiß auch ganz genau, welche Fähigkeiten er uns gegeben hat. Wie Mose ruft Gott auch uns dazu auf, diese Fähigkeiten für andere und für die Gemeinschaft einsetzen.
  • Wenn Gott uns zu etwas aufruft, kann man auch sagen, er ‚beruft‘ uns. Dieses Rufen sollten wir ernst nehmen und nicht aus Faulheit, Unlust, Bequemlichkeit, Egoismus, oder Angst ablehnen. Gott beruft uns nämlich nicht für unsinnige Dinge.
  • Wenn wir das tun, wozu Gott uns beruft, dann bekommt unser Leben einen ganz neuen Sinn. Mose wäre bis an sein Lebensende Schafhirte in der Wüste geblieben, wenn er Gottes Berufung abgelehnt hätte. Mose konnte etwas Großes leisten, weil er sich für Gottes Auftrag zur Verfügung gestellt hat.
  • Leider spricht Gott zu uns oft nicht so deutlich wie bei Mose. Wir müssen lernen gut zuzuhören, denn manchmal gibt uns Gott z.B. einen Gedanken in den Kopf oder ein Gefühl ins Herz, sodass wir erkennen was wir tun sollen.
  • Die Kinder werden gefragt, ob sie so etwas schon mal erlebt haben. Ein Mitarbeiter kann ein eigenes Beispiel erzählen.
  • Wenn Gott uns so eine Aufgabe gibt, kann das auch etwas ganz Normales oder unauffäliges sein. Z.B. kann es sein, dass Gott möchte, dass wir unsere Fähigkeiten nutzen, um jemandem zu helfen. Und manchmal kann es auch sein, dass Gott uns eine herausfordernde Aufgabe gibt. Aber egal was es ist, Gott verspricht uns, dass er immer bei uns ist und zeigen möchte, was wir tun sollen – so wie er es auch Mose versprochen hat.

Merkvers

„Ich will mit dir sein.“ 2. Mose 3,12 (Luther)

Gemeinsam wird überlegt, was diese Zusage in unterschiedlichen Situationen im Alltag bedeuten könnte. So wird der Vers in den Alltag der Kinder übersetzt und in ihren eignen Worten ausgedrückt, was er bedeutet.

Kreatives

Material: Deckel einer Bananenkiste, 2 Holzstäbe jeweils 60 cm lang (Besenstiel halbieren), Malblätter DIN A 3, dicke Malstifte, Kleber, 3 Bogen schwarzes Tonpapier, Schere

Eine Filmvorführkiste bauen:

  • Vergrößere das Loch im Deckel der Bananenkiste als „Bildschirm“ entsprechend der Größe der Malblätter und beklebe diesen mit schwarzem Tonpapier.  
  • Bohre rechts und links des „Bildschirmes“ oben und unten Löcher für die Stäbe, führe diese hindurch. Stelle nun den Bildschirm z.B. auf ein dickes Buch, damit die Stäbe nach unten etwas überstehen können.
  • Die benötigten Bilder werden von den Kindern auf die DIN A 3 Blätter im Querformat gemalt und anschließend zu einem Film aneinandergeklebt.
  • Dann wird das Ende des Films am rechten Stab (wenn man hinter der Kiste steht) festgeklebt dann aufgewickelt. Der Filmanfang wird am linken Stab festgeklebt.

Benötigte Bilder:

  • Mose als Hirte im Sinai (sandiges, steiniges, gebirgiges Gelände mit Grasbüscheln und einzelnen grünen Büschen)
  • brennender Dornbusch
  • 2x Mose vor dem Dornbusch(Mose steht vor dem brennenden Dornbusch. Aus dem Dornbusch und über Mose sind leere Sprechblasen zu sehen.)
  • JHWH
  • Stab
  • Schlange
  • Hand
  • aussätzige Hand
  • Nil
  • Blutpfütze

Spielerisches

Berufe-Fangen:

Die Kinder werden in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Als Spielfeld wird eine Mittellinie und rechts und links davon jeweils eine Ziellinie markiert.

Gruppe 1 erhält eine kurze Beratungszeit und wählt einen Beruf aus. Dann stellen sich die Gruppen an der Mittellinie auf. Zwischen den Gruppen ist ca. 1 Meter Abstand.

Dann sagt Gruppe 2: „Zeigt uns euren Beruf!“ Daraufhin macht Gruppe 1 ihren ausgewählten Beruf pantomimisch vor. Wer aus Gruppe 2 meint, es erraten zu haben, ruft den Beruf laut aus. Ist der Beruf richtig, muss Gruppe 2 die Kinder aus Gruppe 1 fangen. Ist es der falsche, dann fängt Gruppe 1 die Kinder aus Gruppe 2. Wer es über die Ziellinie schafft, ist vor den Fängern sicher. Wer gefangen wurde, gehört ab sofort in die andere Gruppe.

Nun ist Gruppe 2 dran, einigt sich auf einen Beruf und stellt sich an der Mittellinie auf.

Berufe raten:

Alle sitzen im Kreis. Jedes Kind bekommt einen Klebestreifen aus Kreppband auf die Stirn geklebt. Darauf steht ein Beruf. Das Kind selbst weiß nicht, welchen Beruf es auf der Stirn trägt. Die Aufgabe ist nun, durch geschicktes Fragen herauszufinden, welchen Beruf man selbst auf der Stirn trägt. Es dürfen nur Fragen gestellt werden, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind. Ein Kind beginnt zu fragen und darf so lange Fragen stellen, bis es eine „Nein“-Antwort bekommt. Dann ist der Sitznachbar dran.

Rätselhaftes

Konjugiere des Wortes „sein“ in den verschiedenen Zeiten:

Präsens:          ich bin                                    ich bin, der ich bin

Präteritum:     ich war                                    ich war, der ich war

Perfekt:           ich bin gewesen                     ich bin gewesen, der ich gewesen bin

Plusquamperfekt: ich war gewesen              ich war gewesen, der ich gewesen war

Futur 1:           ich werde sein                        ich werde sein, der ich sein werde

Futur 2:           ich werde gewesen sein         ich werde gewesen sein, der ich gewesen war

Auf all diese Weisen lässt sich der Name Gottes ausdrücken.

(T)Extras

Lieder

Ich will nicht mehr sagen: Ich kann das nicht (Daniel Kallauch)

An der Hand eines Starken zu gehen (Kerstin Linke)

Felsenfest und stark (Andy Park/Daniel Kallauch)

Immer und überall (Daniel Kallauch)

Aktionen

Aus dem erwachsenen Bekanntenkreis werden Leute angefragt, ob sie ihren Beruf oder ihr Ehrenamt vorstellen. Sie bekommen im Jungscharraum jeweils einen Platz zugewiesen, an dem sie auf ihre Art ihre Arbeit vorstellen. Das können vielfältige Arten von Präsentation sein. Die Kinder haben dann die Möglichkeit, diesen „Markt der Möglichkeiten“ zu besuchen, sich an den Tischen aufzuhalten, zu schauen, zuzuhören…

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