Brücken zueinander bauen

Erlebnispädagogik in zeitbegrenzen Räumen mit christlichem Kontext

Der geniale Erfinder und Universalgelehrte Leonardo da Vinci hat u. a. verschiedene Brücken entworfen. Mit dieser Übung wird seiner Genialität nachgegangen und versucht, eine Brücke zu bauen.

Lernziel

Die Teilnehmenden erfahren, welche Brücken in ihrem Gruppenalltag von besonderer Bedeutung sind. Die Teilnehmenden …

  • lernen, welche Rollen es in einem Team gibt und welche sie ggf. in der Übung einnehmen.
  • erkennen, dass alle Mitglieder für ein Team wichtig sind und gebraucht werden.
  • erwerben Selbstbewusstsein und lassen sich von etwaigen Misserfolgen nicht demotivieren.
  • lernen Bilder für komplizierte theologische und heilsgeschichtliche Zusammenhänge kennen und können diese verbalisieren. Konkret geht es darum zu zeigen, wie Jesus durch die Überwindung der Schuld und Sünde uns den Zugang zu Gott ermöglicht. Die Teilnehmenden sind herausgefordert, übernommene Glaubenssätze in eigenen Worten auszudrücken.
BibelstelleJohannes 14,6
Art der ÜbungKommunikation, Kooperation, Problemlösung
Gruppengröße6 bis 12
Dauer30 bis 45 Minuten
Geländeebene Freifläche (30 bis 40 qm)
Material28 bis 31 Vierkantholzstäbe (z. B. in der Größe 1,3 x 1,3 x 100 cm), optional Augenbinden und Gehörschutz

Aufbau

Die Vierkantholzstäbe werden von der Leitung bereitgelegt.

Instruktion

Eure Aufgabe ist, eine sich selbst tragende Brücke mit möglichst großer Spannweite aus den Vierkantholzstäben zu bauen. Die Brücke ruht dabei auf nur vier Punkten; die Stäbe dürfen nicht flach auf dem Boden liegen, sondern nur an vier Punkten den Boden berühren. Alle Stäbe sind zu verbauen. Ich bin gespannt, ob ihr eine Lösung findet.

Verlauf

Zunächst versuchen die Teilnehmenden vermutlich, einzelne Stäbe aneinander zu stellen (vgl. Lagerfeueraufbau). Oftmals gehen diese Versuche ins Leere, die Stäbe fallen um. Möglich ist, dass die Gruppe schnell die Motivation verliert. Manche Teilnehmenden kennen Leonardos Brücke und legen ggf. ohne die Gruppe „mitzunehmen“ los. Hier kann zeitweise mit Handicaps wie Augenbinde und/oder Gehörschutz gearbeitet werden.

Für den Aufbau der Brücke sind alle Teilnehmenden gefragt, da die Brücke leicht einstürzen kann. So können auch zurückhaltende oder ablehnende Teilnehmende eingebunden werden, um die Brücke stabil zu halten. Gruppen, die keine Lösungsidee haben, können durch Tipps zur Lösung geleitet werden (z. B. Wie könnten einzelne Stäbe unter Spannung gesetzt werden?). Wenn die Brücke einstürzt, sind motivierende Worte hilfreich. Die Verwendung von Smartphones sollte nur erlaubt werden, wenn die Gruppe nach mehreren eigenen Versuchen keinen Lösungsansatz entwickelt.

Lernimpulse/Transfer

In der Übung stecken personale und gruppenpädagogische Erfahrungsmöglichkeiten sowie Aspekte der konfessionellen Jugendverbandsarbeit. Die Teilnehmenden können erfahren, dass jedes Mitglied der Gruppe für den Erfolg/Brückenbau notwendig ist. Würde man nur einen Stab aus der Brücke weglassen, entfernen oder mit zu wenig Aufmerksamkeit versehen, würde die Brücke einstürzen. In jeder Gruppe braucht es Ideengeber, Umsetzer und Mitmacher. Mithilfe einer Selbst- und Fremdeinschätzung erfahren die Teilnehmenden mehr über ihre Rolle während der Aufgabe und ggf. im Alltag (Rollenklärung, ggf. werden Rollenkonflikte offengelegt). Jede/jeder ist wichtig, alle werden mit den jeweils eigenen Begabungen gebraucht.

Auch religionspädagogische Aspekte können mit der Übung thematisiert werden. Mit dem Bild bzw. der konkret entstandenen Brücke können vielfältige Bereiche beleuchtet und besprochen werden.

Beispiel: Welche Brücken entstehen in der Arbeit mit Gruppen? Brücken (Beziehungen) zwischen den Teilnehmenden, zwischen Mitarbeitenden und Teilnehmenden, zwischen Gott und Teilnehmenden. Im Gespräch mit den Teilnehmenden zeigt sich, wie wichtig persönliche Beziehungsbrücken untereinander für das persönliche Engagement sind. Oftmals engagieren sie sich, weil ihnen von Mitarbeitenden eine Beziehungsbrücke in die Jugendarbeit ermöglicht wurde. Diese möchten bzw. können sie selbst für andere sein.

Weitere biblische Bezüge findet die Übung in der Frage, wie ein Mensch zu Gott kommt. Theologisch betrachtet handelt Gott immer zuerst, der Mensch antwortet mit seinem Leben auf Gottes Handeln. Welche Brücken baut Jesus? Wie kann ich über diese Brücke gehen? Gibt es andere Wege zu Gott als Jesus? Jesus überwindet durch seinen Tod am Kreuz und die Auferstehung die Trennung von Gott und Mensch. Jesus überbrückt den tiefen Graben aus Sünde und Schuld, um uns einen Zugang zu Gott zu ermöglichen.

Auswertung in der Gruppe

Einstieg 1: Die entstandene Brücke wird betrachtet. Die Gruppe wird danach gefragt, was zum Erfolg des Brückenbaus beigetragen hat. Wichtig ist dabei, sich nicht nur mit einzelnen Worten oder Satzfetzen zu begnügen, sondern eventuell von den Teilnehmenden genannte Stichwörter (wie z. B. Teamarbeit) genauer erläutern zu lassen. Hier können die unterschiedlichen Rollen und Aufgaben der Teilnehmenden beleuchtet (Ideengeber, Umsetzer, Mitmacher usw.) sowie etwaige verteilte Handicaps reflektiert werden.

Einstieg 2: Jede/jeder Teilnehmende nimmt sich nach der Übung einen der Brückenstäbe. Alle Stäbe wurden benötigt, jeder Stab wurde von mindestens zwei weiteren Stäben gehalten. Frageimpulse:

  • Welchen Beitrag hat dein Stab zum Bauprojekt geleistet?
  • Welche Voraussetzungen mussten gegeben sein, damit dein Stab die Aufgabe als Brückenträger erfüllen konnte?
  • Was denkst du, ist deine Aufgabe im Alltag?
  • Was brauchst du, um diese Aufgabe zu erfüllen?

Vertiefung/Transfer 1: ln einem gedanklichen Schritt auf die Metaebene können die genannten Zusammenhänge wie Brücken in der Jugendarbeit besprochen werden. Welche Brücken gibt es in der Jugendarbeit bzw. welche Brücken baut ihr in der Jugendarbeit? Hier wird auf die besondere Bedeutung von tragfähigen Beziehungen in der Jugendarbeit hingewiesen.

Vertiefung/Transfer 2: Ein weiterer Schritt in der Auswertung kann die Frage nach Gottes Handeln sein. In welcher Weise baut Gott oder Jesus auch Brücken zu uns? Wie sehen diese Brücken aus bzw. wie funktionieren sie?

Variante

Veränderungen der Aufgabenstellung: Die Aufgabe kann auch mit Holzdielen mit einer Stärke von > 4 cm, mit einer Länge von > 130 cm und einer Breite von > 8 cm oder mit Rundhölzern mit mind. 8 cm Durchmesser gebaut und sogar begangen werden. Entsprechend lassen sich auch echte Gewässer überbrücken.

Link

Passendes Bauaterial findet man unter
www.metalog.de/de/leonardo-s-bridge.html (letzter Zugriff am 24.03.2026).

Erlebnispädagogik in zeitbegrenzen Räumen mit christlichem Kontext

Die zentralen Fragen „Was hält mich?“ und „Worauf vertraue ich?“ werden für die Teilnehmenden erfahrbar, wenn sie blind auf einem zusammengeklappten Tisch stehen, der dann vermeintlich in die Höhe gehoben wird. Den Teilnehmenden wird zugesichert, dass ihnen nichts passiert. Dann werden sie gebeten, einen großen Schritt nach vorn über die Tischkante hinaus zu machen.

Lernziel

Die Teilnehmenden können die Zusage in Vertrauen umsetzen. Sie setzen sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinander, indem sie sich bewusst werden, wie ihr persönlicher Entscheidungsfindungsprozess verläuft. Ihre Sprach- und Dialogfähigkeit über Entscheidungsprozesse wird gefördert und gestärkt. Die Übung erweitert Entscheidungsprozesse um die Dimension des Glaubens und bietet damit an, diese im Kontext der biblischen Zusage zu erleben und zu reflektieren.

BibelstelleMatthäus 8,23-27; Markus 4,37-41; Lukas 8,22-25
Art der ÜbungVertrauen
Gruppengröße6 bis 20
Dauer45 bis 60 Minuten, pro Person 4 Minuten plus Einführung und Auswertung (ca. 40 min)
Geländedrinnen, zwei Räume
Material28 bis 31 VieAugenbinde, stabiler und zusammenklappbarer Tisch, Bilderkarten mit Motiven stürmischer Lebenssituationen (z. B. Klingenberger, Hubert: Bildkarten zur Biografiearbeit. Mein Weg ist mein Weg, Don Bosco, München 82016), Sticker mit Kopf und Herz, Bibelverse auf Kärtchen, Klebstoff/Klebefilm, Notizpapier und Stifte

Aufbau

Ein zusammengeklappter Tisch wird mit der Tischfläche nach oben in die Mitte des Raumes gelegt, sodass im Umfeld genügend Platz ist. Die Gruppe befindet sich in einem anderen Raum. Die Leitung holt sich vier Personen (Mitarbeitende oder Teilnehmende) zur Unterstützung. Diese stellen sich jeweils an eine Ecke des Tisches.

Instruktion

Die Übung setzt sich aus drei Teilen zusammen: In einer Hinführung (Preloading) setzen sich die Teilnehmenden mit dem Thema „Stürme im Leben“ und mit ihrer persönlichen Entscheidungsfindung in solch stürmischen Lebenssituationen auseinander: Was hält mich? Worauf vertraue ich? Anschließend führt jede/jeder Teilnehmende die Übung allein aus. Als Abschluss erfolgt eine Auswertung des Erlebten.

Preloading

Nach einer inhaltlichen Hinführung durch die Leitung bearbeiten die Teilnehmenden folgende Fragestellung (individuell oder in Partnerarbeit, evtl. mit schriftlichen Notizen):

  • Welche Stürme gibt/gab es in deinem Leben?
  • Welche (existenz-)bedrohenden Situationen hast du erlebt?
  • Wie verhältst du dich in einer solchen Situation?
  • Wie gehst du mit deiner Angst um?
  • Wie kommst du in einer stürmischen Situation zu einer Entscheidung? Worauf hörst du dabei mehr: auf deinen Verstand (Kopf) oder auf dein Bauchgefühl (Herz)?

Methodisch werden dazu von den Teilnehmenden Bilder ausgewählt, die eine stürmische Lebenssituation darstellen. Mithilfe der Sticker, auf denen entweder Kopf oder Herz abgebildet ist, wird von den Teilnehmenden gewichtet, ob sie ihre Entscheidungen in stürmischen Zeiten mehr mit dem Verstand oder mit dem Gefühl treffen.

Übung

Einer ersten Teilnehmerin / einem ersten Teilnehmer werden die Augen verbunden. Anschließend wird sie/er in den Raum mit dem Übungsaufbau geführt. Sie/er soll in der Mitte des zusammengeklappten Tisches zum Stehen kommen, sodass sie/er mit den Zehenspitzen an einer langen Tischkante steht.

Wir werden dich jetzt in die Höhe heben und dann (oben) absetzen.

Die Leitung legt die Hände der/des Teilnehmenden auf ihre Schultern. Während die vier Helferinnen/Helfer den Tisch lediglich einige Zentimeter hoch halten, daran wackeln und dann wieder absetzen, geht die Leitung in die Knie und vermittelt der/dem Teilnehmenden dadurch das Gefühl, dass sie/er sich viel höher befindet. Am Ende geht die Leitung so weit nach unten, dass der Handkontakt auf der Schulter abreißt und die/der Teilnehmende frei steht. Die Leitung spricht ab jetzt von unten zu ihr/ihm.

Vertraue mir. Dir passiert nichts. Wagst du den Schritt ins Ungewisse? Brauchst du Hilfestellungen?

Sollte eine Teilnehmerin / ein Teilnehmer trotz guter Zurede und mehrfachen Versprechen, dass ihr/ihm nichts passieren wird, den Schritt nicht wagen, kann ihr/ihm als Hilfe die Hand der Leitung angeboten werden. Diese sollte ihr/ihm „von unten“ entgegengestreckt werden. Sollte dies ebenfalls nicht funktionieren, kann man ihr/ihn „eine Stufe tiefer“ stellen, indem der Tisch nochmals kurz angehoben und wieder abgesetzt wird. Oder sie/er kann sich auf den Tisch setzen und so über die Tischkante „absteigen“.

Das „Vertraue mir!“ sollte der Teilnehmerin / dem Teilnehmer auf jeden Fall zugesprochen werden, da darauf später in der Auswertung eingegangen wird. Des Weiteren sollte die Leitung keine Falschaussage machen, z. B. zur Höhe, in der sich die/der Teilnehmende befindet, damit ihre Glaubwürdigkeit und Vertrauenszusage nicht darunter leiden.

Nach dem erfolgreichen Schritt wird der/dem Teilnehmenden die Augenbinde abgenommen, sodass sie/er realisieren kann, wie niedrig die Ausgangshöhe eigentlich war. Dann wird ihr/ihm ggf. ein Kärtchen mit einem Bibelvers gegeben (s. Auswertung) oder die Leitung wiederholt ihr Versprechen: „Ich hatte dir zugesprochen: Vertraue mir. Dir passiert nichts.“

Verlauf

Das Preloading sollte am besten in einem separaten Raum stattfinden, sodass der Aufbau im Vorfeld nicht sichtbar ist. Ein Austausch zwischen Teilnehmenden, die die Übung bereits erlebt haben, und denen, die sie noch vor sich haben, sollte vermieden werden. Eine weitere Aufsichtsperson kann hilfreich sein, wenn sich die Teilnehmenden in verschiedenen Räumen befinden.

Die Leitung sollte darauf achten, dass auch während der Übung weder durch die Helfenden noch durch die restliche Gruppe eine Interaktion besteht. Nachdem die Teilnehmenden die Übung beendet haben, können sie entweder den Raum verlassen und das Erlebte individuell reflektieren oder im Raum verbleiben und weitere Teilnehmende beobachten. Diese Beobachtungen können die spätere gemeinsame Auswertung unterstützen. Die Leitung sollte auf jeden Fall ein Augenmerk darauf haben, dass sich durch die Beobachtung niemand auf den Arm genommen oder bloßgestellt fühlt.

In dieser Übung wird bewusst ein Schritt anstelle eines Sprungs gewählt, da bei einem Sprung ein deutlich höheres Verletzungsrisiko für die Teilnehmenden besteht. Des Weiteren löst ein Sprung meist eher Unbehagen aus und zieht eine für die Teilnehmenden unangenehmere Landung nach sich, da die/der Teilnehmende noch nicht auf die Landung eingestellt ist, wenn sie/er auf dem Boden ankommt. Dennoch sollte auch beim Schritt der/des Teilnehmenden eine gewisse Unterstützung gegen Umknicken/Stürzen durch die Leitung erfolgen, ohne die Teilnehmende / den Teilnehmenden direkt zu halten. Konzentration auf die Bewegungen und bereit sein, bei Bedarf schnell unter die Arme zu greifen.

Lernimpulse/Transfer

Die Übung lädt die Teilnehmenden ein, sich mit ihren persönlichen Verhaltensweisen und ihrem Entscheidungsprozess in Krisensituationen auseinanderzusetzen. Dabei werden Überlegungen angestellt, inwieweit jede/jeder ihre/seine Entscheidung bzw. ihr/sein Verhalten mit dem Verstand oder „aus dem Bauch“ heraus trifft und und inwieweit dies bewusst bzw. unbewusst geschieht, da es nicht möglich ist, sich nicht zu entscheiden.

In der Übung wird zudem thematisiert, dass es Lebenssituationen geben kann, in denen man sich sowohl gegen den Verstand als auch gegen das Gefühl entscheiden muss. In diesem Fall kann der Glaube hilfreich sein, um in einer solchen Situation eine Lösung zu finden oder um sie aus einer anderen Sichtweise bewerten zu können.

Dabei sollte die Tatsache nicht vernachlässigt oder verdrängt werden, dass es Situationen im Leben geben kann, in denen man sich gar nicht gehalten fühlt. Dieses Gefühl stellt sich vielleicht erst in der Rückschau ein, wenn man bemerkt, dass man gar nicht so weit gefallen ist.

Die Reflexion geschieht anhand der biblischen Geschichte der Sturmstillung (Mt 8,23-27; Mk 4,37-41; Lk 8,22-25), die die genannten Aspekte sehr bildlich aufzeigt.

Die abschließende Auswertung mit den Teilnehmenden nimmt die eingangs der Übung gemachten Gedanken zu den Stürmen des Lebens und der Entscheidungsfindung in diesen Lebenssituationen wieder auf und erweitert diese um die Dimension des Glaubens. Dies geschieht, indem den Teilnehmenden die zentrale Frage Jesu gestellt wird (Mk 4,40 GNB): „Warum habt ihr solche Angst?“, fragte Jesus. „Habt ihr denn immer noch kein Vertrauen?“

Durch Angst kann es zu einer Lähmung der Gedanken und einem Ersticken des Herzens kommen, sodass in solchen Situationen auf beides, den Verstand und das Gefühl, kein Verlass mehr ist. Dies kann meist bei sich selbst nicht wahrgenommen werden, was die Situation nur schwerer und auswegloser erscheinen lässt. Jesus jedoch kann von diesen Ängsten befreien, sodass wieder eine objektivere Sicht auf die Dinge und damit eine angstfreie Entscheidung erfolgen kann. Diejenigen, die diesen Zuspruch in Frage stellen oder noch zu tief in einer Krise stecken, sodass (noch) keine rückblickende Beurteilung der Situation möglich ist, können mit den Jüngern fragen: „Wer ist nur dieser Mann [Jesus], dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen“ (Mk 4,41 NGÜ)? Methodisch kann diese Reflexion entweder in der Gruppe oder einzeln direkt nach der Übung erfolgen.

Sowohl in der Übung als auch in der Auswertung wird lediglich die intrapersonelle Entscheidungsfindung (Ich höre auf mich selbst.) betrachtet. Die interpersonelle Komponente (Ich halte mich an einen Rat von einer anderen Person.) kommt nur indirekt im Zuspruch der Leitung vor.

Auswertung in der Gruppe

Teil 1: Vertrauenszuspruch: Es werden Bibelverse (Zusprüche) ausgelegt oder ausgegeben und vorgelesen. Jede/jeder sucht sich denjenigen Vers aus, der für sie/ihn in der Situation am besten passt. In einer ersten Austauschrunde können die Beweggründe der Entscheidung erfragt werden.

Teil 2: Warum fällt uns das Vertrauen so schwer? Dennoch frage ich mich, warum ihr während der Übung mehr oder weniger gezögert habt. Habt ihr mir nicht vertraut, trotz der Zusage „es passiert dir nichts Schlimmes“?

Mögliche Auswertungsfragen:

  • Warum zögerst du in solchen Situationen?
  • Warum fällt es dir schwer zu vertrauen?
  • Was spricht gegen das Vertrauen (z. B. Rationalität?)?
  • Warum hast du den Sprung (nicht) gewagt?

Die Geschichte von der Sturmstillung wird vorgelesen bzw. erzählt. Anschließend wird der Bogen zum Preloading gespannt. Mögliche Auswertungsfragen dazu sind:

  • Was sind die Stürme deines Lebens ?
  • Wie viel Kraft investierst du für den Versuch, die Probleme selbst zu lösen?
  • Wie schwer ist es für dich in solch einer ausweglosen Situation, den Blick „nach oben“ zu wenden?
  • Was ändert sich für dich an der Situation, wenn du weißt, dass du nicht tiefer fallen kannst als in Gottes Hand?
  • Inwieweit hilft dir der Zuspruch Gottes oder das Vertrauen auf Gott bei der Bewertung von schwierigen Situationen?
  • Traust du Jesus zu, Herr über deine Stürme und deine Ängste zu sein?

Abschließend wird die eingangs gewählte und beklebte Bildkarte mit dem ausgewählten Bibelvers (oder einem Vers aus der Sturmstillung) beklebt, und damit eine weitere Herangehensweise an solche Lebensstürme verdeutlicht.

Variante Downgrade

Kein Fall ist tiefer als in Gottes Hand
Vor dem Tisch („Landefläche“) wird eine überdimensional große, aus Papier ausgeschnittene Hand gelegt, die mit einem Bibelvers bedruckt ist. Durch den Verzicht auf das Preloading und durch diese Hand lässt sich der Satz „Du kannst niemals tiefer fallen als in Gottes Hand“ erfahrbar machen. Die daran anschließende Reflexion sollte zum einen die vermeintlich hohe Fallhöhe thematisieren und zum anderen die Tatsache, dass die Hand Gottes viel näher ist als vermutet.

Variante Upgrade

Zeitdimension einbeziehen: Die Teilnehmenden schätzen lassen, wie lange es gedauert hat, bis ihre Entscheidung für oder gegen den Schritt gefallen ist. Dies kann auf die Dimension des Glaubens übertragen werden: Wie lange habe ich Zweifel und/oder habe ich den Schritt schon gemacht?

Gemeinsam sind wir stark!

SPIELERKLÄRUNG

Die Ausgangssituation
Ihr seid fünf verschiedene Städte, und jede Stadt kann nur einen einzigen Rohstoff herstellen:

  • Holz-Stadt („Ephesus“)
  • Ton-Stadt („Jerusalehm“)
  • Schnur-Stadt („Korinth“)
  • Stein-Stadt („Rom“)
  • Stoff-Stadt („Philippi“)

Ziel: Mit diesen Rohstoffen soll am Ende eine große neue gemeinsame Stadt „Name an dem der 5-Sternesommer stattfindet“ entstehen – mit Mauern, Brücken, Häusern, Türmen, Marktständen und vielen liebevollen Details.

Wichtig: Niemand kann die Stadt alleine bauen!

Fast alle Gebäude brauchen mehrere unterschiedliche Rohstoffe. Deshalb sind Handel, Absprachen, Kooperation und Teamwork notwendig.

Grober Ablauf

  • Spielidee erklären + Teams bilden + Rollen verteilen
  • Spielphase 1 – Rohstoffe verdienen (ca. 30–40 Minuten)
  • Spielphase 2 – Handel und Tausch (ca. 20–30 Minuten)
  • Spielphase 3 – Bauen (ca. 40–50 Minuten)
  • Abschluss (ca. 10–15 Minuten)

Präsentation jeder Stadt

Reflexion

  • Bemerkung: Spielphasen überlappen sich und sind in den einzelnen Teams unterschiedlich.

WIE DAS SPIEL FUNKTIONIERT

Teams & Städte

  • Die Spielgruppe wird in 5 Teams eingeteilt.

Jedes Team wird eine Stadt und erhält genau einen Rohstoff, den nur dieses Team herstellen kann:

  • Holz
  • Ton
  • Schnur
  • Stein
  • Stoff

Nur dieses Team darf diesen Rohstoff verdienen!

Auftrag erhalten

Zu Beginn erhält jede Stadt einen Bauauftrag. Sobald die benötigten Rohstoffe erhandelt wurden, darf die Stadt einen neuen Auftrag ziehen.

Rohstoffe verdienen

Für Rohstoffe müssen Aufgaben gelöst werden. Es gibt drei Grundtypen:

  • Wissensaufgaben
  • Bewegungs-/Sportaufgaben
  • Knobelaufgaben

Für jede gelöste Aufgabe erhält die Stadt eine Einheit ihres Rohstoffs.

(z. B. 1 Holzbündel, 1 Handvoll Ton ca. 100gr, 1 Stück Schnur, 1 „Steinplatte“ z.B. Bierdeckel als Fundament eines Gebäudes, 1 Stoffstück).

Die Aufgaben erhalten die Teams an dafür eingerichteten Stationen (Empfehlung: 1 Station für jedes Team).

Zusatz-Aufgaben (laufend lösbar)

Bis zum Ende des Spiels müssen zusätzliche Aufgaben erfüllt werden: Zusatzaufgaben „Stadt“. Diese Aufgaben werden gleich zu Beginn vergeben und erklärt.

  • Zeichnet ein Stadtlogo passend zu eurem Rohstoff.
  • Erfindet einen Stadt-Spruch und tragt ihn vor.
  • „Verkauft“ uns euren Rohstoff – eine kleine Werbe-Präsentation.
  • Kreuzworträtsel lösen (Vorlage: Rätseldino).

Zum Abschluss:

  • Jede Stadt präsentiert kurz ihren Rohstoff, ihre Bauwerke und ihr Stadtlogo.

Handeln mit anderen Städten

Jede Stadt wählt einen Händler / eine Händlerin. Der Händler (und nur der) darf mit den zwei Nachbar-Städten kommunizieren, Rohstoffe tauschen, anbieten oder verhandeln, Absprachen treffen, Rohstoffe transportieren

Aber: Der Händler entscheidet nicht allein – das Team bestimmt gemeinsam, ob ein Handel angenommen wird.

Die Stadt bauen

Mit den erarbeiteten und getauschten Rohstoffen dürfen echte Gebäude entstehen. Beispiele:
Dächer aus Holz, Schnur und Stoff; Brücken aus Holz und Schnur; Türme aus Stein und Ton; Marktstände aus Holz, Stoff und Schnur.

Regel:

  • Es darf nur mit vorhandenen Rohstoffen gebaut werden.
  • Jede Stadt erhält Bauauftrags-Karten mit benötigten Materialien.

Gemeinsames Ziel

Es gewinnt kein Team allein. Das Spiel wird nur gewonnen, wenn am Ende:

  • eine stabile, große Stadt entsteht
  • aus echten, erarbeiteten Rohstoffen
  • mit mehreren Gebäuden
  • die als eine zusammenhängende Stadt erkennbar ist
  • und jede Stadt ihren Beitrag geleistet hat

Reflexionsmöglichkeiten (optional)

  • Am Schluss wird gemeinsam besprochen:
  • Welche Stadt hat was beigetragen?
  • Was hat besonders gut funktioniert?
  • Wo war Zusammenarbeit wichtig?
  • Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?

Kurzfassung für Kinder

Ihr seid fünf Städte. Jede Stadt kann nur einen Rohstoff herstellen. Durch Aufgaben verdient ihr euren Rohstoff. Damit ihr Gebäude bauen könnt, müsst ihr miteinander handeln. Am Ende baut ihr eine echte Stadt aus Holz, Ton, Schnur, Stein und Stoff. Nur zusammen schafft ihr das!“

Rollen der Mitarbeitenden:

  • Spielleitung
    gibt Aufträge raus, klärt offene Fragen
  • Aufsicht der Händler
    die Aufsicht überprüft, dass die Händler bei den Absprachen sich an die Regeln halten
  • Aufgabensteller (5 Aufgabensteller, jeweils eine/r für eine Stadt
    stellt Aufgaben und gibt bei der richtigen Lösung Rohstoffe aus)

Materialliste:

AnzahlMaterial
200–250Eisstiele              
100Holzstäbe           
5Naturholz (Äste)             
5–7 kgBeutel Ton        
30–40 m (in 20–30 cm Stücken)Schnur    
2–3 kgKieselsteine       
1–2 kgDeko-Steine      
2–3 m² (20×20 cm)         30–40Stoffreste           Stoffstücke
25Bierdeckel, Karton à Als Fundament/ Stein
(10×10 cm)         20–30Stoffstücke
10Scheren              
5Wasser-Schalen              
5Bauunterlagen  
20Sortier-Schalen 
5Rohstoff-Kisten/Eimer
5Tücher/Küchenrolle        
5Müllbeutel
2 m²Bodenplatte(n)
2 RollenKreppband
5Kleine Sägen

Einheit: Leben in Gemeinschaft

Lara zieht und zerrt an einem Baumstamm, den sie im Unterholz entdeckt hat. Allein schafft sie es einfach nicht. Währenddessen sind Julia, Klemens und Natascha damit beschäftigt, das Dach mit Schnüren festzumachen: „Sollen wir nicht doch eher das Dach wie ein Zelt machen?“ – „Nee, nicht stabil genug. Und außerdem reicht die Schnur nicht ganz.“ – „Der Pflock an der Seite ist nicht fest.“ Sam und Mary sammeln trockenes Gras, um den Boden in der Ruheecke auszupolstern. Eine andere Gruppe macht aus gleich langen Stöcken einen Zaun, um das Gelände abzugrenzen. „Wir lassen eine Seite offen, damit wir das Haus zur Not noch vergrößern können.“ Klaus, der bislang still und beobachtend am Wegrand gestanden hat, sieht, wie sich Lara abmüht, und kommt ihr zu Hilfe. Gemeinsam tragen sie den Baumstamm zur Gruppe.
Am Ende sind alle mit dem Bauwerk zufrieden. Lisa erzählt dem Reporter der Zeitung: „Ich hätte nie gedacht, dass wir das hinkriegen.
Am Anfang waren unsere Pläne so verschieden. Aber gemeinsam haben wir ein Haus konstruiert, das für alle offen ist und noch ausgebaut werden kann.“ Und Mark ergänzt: „Wir sind immer flexibel geblieben, hatten zwar Baugruppen, die für was Bestimmtes zuständig waren. Aber wir haben einander auch geholfen, wo es nötig war.“ Das Zeichen am Eingang aus Rinde und Blumen ist ein Symbol der Freundschaft. „Alle sind in unserem Haus willkommen, egal, welcher Kultur oder Religion sie angehören.“

ZielEin gemeinsames Bauprojekt, das Kompromisse und eine gute Zusammenarbeit erfordert, wird geplant und durchgeführt.
Gruppengröße15 bis 30 Teilnehmende
MaterialBaumaterial, z. B. unterschiedlich lange Seile, Schnur, Scheren, Plane aus Plastik, Hammer, Nägel, Pflöcke, eine Säge, Holzbretter (je weniger Zusatzmaterial, umso schwieriger die Aufgabe); als Planungsmaterial Stifte und DIN-A3-Papier
Dauerca. 2 Stunden

Vorbereitung

Die Materialien für die Planungs- und Bauphase werden auf einem geeigneten Bauplatz ausgelegt. Dieser Ort kann im Wald oder auf freiem Feld sein. Spannender wird der Bau auf freiem Feld, weil Material erst beschafft werden muss. Im Wald können Bäume für den Bau mitgenutzt werden.

Durchführung

Einführung

Manchmal muss man miteinander diskutieren, Kompromisse machen und zusammenarbeiten. Jetzt bekommt ihr als Gruppe die Aufgabe, ein Haus der Gemeinschaftskultur zu bauen. Dazu habt ihr bestimmtes Baumaterial zur Verfügung. Bevor ihr loslegt, braucht ihr erst einmal einen Plan, den ihr in Kleingruppen entwerfen sollt. Welche Idee verkörpert euer Haus? Ist es einladend für andere? Gibt es verschiedene Bereiche zum Wohlfühlen, Ausruhen, Gemeinschaft erleben? Heißt euer Haus andere willkommen? Ist es flexibel und ausbaufähig oder eine feste sichere Burg? Danach sollt ihr euch in der Gruppe auf einen Plan einigen und ihn umsetzen. Für den Bau habt ihr insgesamt eine Stunde Zeit.

Planungsphase (20 Minuten)

Die Gruppe wird in drei bis vier gleich große Kleingruppen unterteilt. Jede Gruppe erhält Papier und Stifte und soll einen Entwurf gestalten. Die Baumaterialien dürfen dazu besichtigt werden.

Diskussionsphase (20 Minuten)

Im Plenum muss sich die Gruppe jetzt auf einen Entwurf einigen. Jede Kleingruppe präsentiert dazu ihre Idee des Hauses. Anschließend wird diskutiert, welche Vor- und Nachteile die Pläne haben bzw. wo sich am ehesten Zustimmung findet. Mischformen zwischen zwei Entwürfen sind ebenfalls denkbar. In der Planungszeit können auch Zuständigkeiten für den Bau bzw. Baugruppen ausgehandelt werden. Die Gruppe soll selbst organisieren, wer welche Aufgabe übernimmt. Wichtig ist es, hier nur begrenzte Zeit zur Verfügung zu stellen. Falls in dieser Zeit keine Einigung entsteht, wird das Signal zum Bau dennoch gegeben. Zwischenmeldungen zum Zeitstand helfen der Gruppe bei ihrer Einigung. Die Leitung greift in der Planungszeit nicht ein.

Bauphase (60 Minuten)

Mit dem selbst gesuchten und dem bereit gestellten Material wird nun das Haus gebaut. Die Mitarbeitenden beobachten den Prozess genau und nutzen die Beobachtungen in der Auswertungsphase.

Interview-Auswertung (20 Minuten)

Ein „Reporter“ der lokalen Zeitung besucht das Bauteam und befragt es nach dem Haus selbst und nach der Zusammenarbeit. Vorschläge für Interviewfragen:

  • Ein tolles Haus ist eurem Team gelungen. Wie würdet ihr eure Zusammenarbeit beschreiben?
  • Gab es Konflikte auf dem Weg zum fertigen Haus?
  • Welche Idee steckt im Konzept und wie wurde sie umgesetzt?
  • Wurden die Aufgaben in verschiedener Weise verteilt?
  • Wer hat welche Rolle übernommen?
  • Was war schwierig in der Planungsphase und wie habt ihr Schwierigkeiten
  • überwunden?
  • Übertragung auf den Alltag: Was habt ihr für eure Zusammenarbeit
  • als Gruppe gelernt?
  • Rückblick: Was würdet ihr im Nachhinein in der Planungs- und Bauphase
  • anders machen?

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

  • Manchmal kommt es beim Hausbau selbst zu Konflikten. Die Gruppe sollte diese selbst lösen. Wenn der Bau stagniert, kann ein kleines Zwischeninterview eingefügt werden, in dem Ideen zur Verbesserung der Zusammenarbeit gesammelt werden.
  • Manche beteiligen sich anfangs nicht oder kaum an Bau und Planung. Auch hier sollte der Gruppe überlassen werden, diese Jugendlichen zu integrieren.
  • Verletzungsgefahr beachten: Je nach Alter sollten die Gerätschaften zum Bau ausgewählt werden. Die Leitung muss alle Jugendlichen gut im Blick haben und notfalls einschreiten können. Erste-Hilfe-Kenntnisse sind notwendig.
  • Besonders wichtig ist die gute Auswertung am Schluss und eine Übertragung auf den Alltag: Was hat die Gruppe gelernt? Welche Schwierigkeiten sind aufgetreten, und was könnte man noch verbessern?

Varianten

  • Bei schlechtem Wetter kann der Hausbau auch im geschlossenen Raum stattfinden. Hier sollten die Materialien verändert werden, z. B. kann man Stühle, Kissen, Decken, große Kartons nutzen.
  • Miniatur-Haus: Die Gruppe erstellt ein Miniaturhaus aus Papier, Karton, Strohhalmen, kleinen Stöcken usw. Dafür ist nur eine begrenzte Menge an Material vorhanden. Der Ablauf bleibt gleich.

Einheit: Leben in Gemeinschaft

„Spielen wir noch mal Menschenschach?“, fragen mich ein paar Jugendliche in der Mittagspause. Andere rufen aus dem Hintergrund: „Oh nee, nicht schon wieder!“ Wie so oft. Bei Menschenschach gehen die Meinungen auseinander. Mir leuchtet das ein, denn einerseits erfordert das Spiel hohe Konzentration und Kommunikationsfähigkeit. Andererseits bietet Menschenschach auch einen Wettbewerb. Und so werden die belohnt, die es schaffen, ohne Worte eine Gewinnstrategie zu entwickeln.
Ich habe das Spiel gern noch mal gespielt. Es eignet sich etwa als Warm-up für eine Gruppe, die sich schon kennt. Es eignet sich auch als Einstieg in das Thema „Leben in Gemeinschaft“. Am Ende der Einheit schlage ich einige Impulsfragen vor, die die Jugendlichen zum Diskutieren anregen sollen.

ZielDie Jugendlichen werden mit verschiedenen Aussagen zu den Themen Akzeptanz / Toleranz / Konflikte usw. konfrontiert und sollen sich dazu zustimmend oder ablehnend verhalten. Die Jugendlichen kommunizieren in einer Wettbewerbssituation ohne Worte, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.
Gruppengröße10 bis 16 Teilnehmende, ein Team besteht aus 5 bis 8 Jugendlichen. Bei einer Schulklasse bietet es sich an, 4 Teams zu bilden, die auf
2 Feldern gegeneinander spielen.
MaterialKlebeband / Seil / Kreide, um das Feld zu markieren
Dauerca. 30 Minuten

Vorbereitung

Vor der Durchführung wird ein rechteckiges Feld markiert, das eine Größe von etwa fünf mal zehn Meter umfasst. Die Jugendlichen werden in zwei Teams aufgeteilt.

Durchführung

Einführung

Wir spielen Menschenschach. Ihr seid die Schachfiguren. Zwei Teams treten gegeneinander an. Jedes Team stellt sich an einer kurzen Seite des Rechtecks auf. Euer Team gewinnt, wenn ein Teammitglied die Grundseite der anderen Mannschaft erreicht oder ihr alle gegnerischen Teammitglieder abschlagt.
Dafür gilt:

  • Ihr dürft während des ganzen Spiels nicht reden. Das gilt auch für die geschlagenen Teammitglieder.
  • Ihr könnt springen. Die Teams sind abwechselnd am Zug. Es springt je ein Teammitglied in beliebiger Abfolge. Ihr dürft nach vorne/hinten oder nach links/rechts springen, aber nicht schräg. Ihr müsst mit beiden Füßen aufkommen.
  • Ihr könnt schlagen. Wenn jemand nach dem Sprung ein gegnerisches Teammitglied berührt, ohne dabei umzukippen (!), ist das Teammitglied geschlagen und stellt sich an den Rand. Ihr könnt so mehrere Personen zugleich schlagen.

Spiel

Es wird ausgelost, welches Team beginnt. Das Spiel wird nach den oben beschriebenen Regeln durchgeführt. Damit diese eingehalten werden, benötigt es unbedingt eine unparteiische Schiedsrichterperson. Entweder übernimmt diese Rolle eine Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter oder eine Jugendliche / ein Jugendlicher. Werden Regeln nicht eingehalten, schlage ich folgende Konsequenzen vor:

  • Wer schräg springt oder nicht mit beiden Füßen aufkommt, geht zurück an die Grundlinie.
  • Ebenso geht zurück, wer umkippt.
  • Wer redet, wird disqualifiziert und gilt als geschlagenes Teammitglied.

Auswertung

Nach dem Spiel können folgende Fragen von den Jugendlichen diskutiert werden:

  • Was ist euch gut / weniger gut gelungen?
  • Wie habt ihr ohne Worte kommuniziert?
  • Welches Team war erfolgreicher? Warum?
  • Welche Rolle hast du eingenommen?
  • Wie beurteilt ihr die anderen – hat jemand die Führung übernommen oder habt ihr demokratisch eine Strategie entwickelt?
  • Welche Konflikte sind in eurem Team aufgekommen?
  • Was könnt ihr als Team verbessern?

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

  • Die Jugendlichen testen die Grenzen der Regeln aus. Diese sind deshalb unbedingt einzuhalten, damit das Spiel auch aus Perspektive der Jugendlichen fair verläuft. Besonders wichtig dabei: mit beiden Füßen aufkommen, nicht umkippen, nicht reden!
  • Es bietet sich an, das Spiel zu unterbrechen und gemeinsam Konsequenzen festzulegen, wenn Regeln nicht eingehalten werden. Meine Vorschläge dazu habe ich oben beschrieben. Konsequenzen können aber auch zu Anfang von den Mitarbeitenden festgelegt und bei der Instruktion kommuniziert werden.
  • Unter den geschlagenen Teammitgliedern kommt oft Unmut auf. Es gilt trotzdem, dass auch diese nicht reden dürfen. Sie können eingebunden werden, indem sie von der Seitenlinie Zeichen geben.

Varianten

  • Das Spiel ist herausfordernd, weil es eine gemeinsame Strategie zu entwerfen gilt, ohne dabei zu reden. Eine Strategie braucht es, um das Spiel zu gewinnen. Ich kann mir vorstellen, dass …
  • … den Teams vor oder während des Spiels Zeit eingeräumt wird, sich zu beraten.
  • … jedes Team eine Person wählt, die reden darf.
  • … alle geschlagenen Teammitglieder reden dürfen.

Einheit: Leben in Gemeinschaft

Alle schweigen dabei, doch das ist nicht das Ungewöhnlichste. Einer scheint bei jeder Karte, die er legt, die anderen um Erlaubnis zu bitten. Ein anderer gestikuliert wild vor sich hin. Er scheint seinen Mitspielern und Mitspielerinnen etwas mitteilen zu wollen, doch diese beachten ihn kaum. An einem anderen Tisch bekommt eine Spielerin einen Stein als Zeichen, dass sie gewonnen hat. Sie wirkt sehr überrascht. Nach und nach finden sich alle damit ab, dass sie zu Beginn verschiedene Regeln vorgesetzt bekommen haben, und entwickeln Routinen und Kompromisse für ein gemeinsames Spiel. Doch bald müssen erneut von jedem Tisch zwei Personen aufstehen und am nächsten Tisch weiterspielen. Was erwartet sie dort? Nach welchen Regeln wird dort gespielt? Können sie ihre Regeln behalten oder müssen sie sich anpassen? Sind die Kompromisse, die eben geschlossen wurden, auch hier tragfähig?

ZielDie Jugendlichen erleben Konfliktsituationen, die entstehen, wenn Menschen unterschiedlichen Regeln folgen und somit verschiedene Verhaltensweisen an den Tag legen. Ohne zu sprechen suchen sie nach Kompromissen und Handlungsmöglichkeiten. Sie können ihre eigene Reaktion beobachten und verschiedene Lösungsstrategien ausprobieren, analysieren und reflektieren. So können sowohl Konfliktlösungs- als auch interkulturelle Kompetenzen gefördert werden.
Gruppengröße12 bis 20 Teilnehmende
Material4 verschiedene Spielregeln für Mau-Mau (siehe Anhang); 4 Skatkartensätze; kleine Steinchen oder Ähnliches für Gewinnerinnen und Gewinner; 4 Tische mit Stühlen
Dauerca. 30 bis 45 Minuten

Vorbereitung

Im Raum werden vier einzeln stehende Tische mit Stühlen bereitgestellt. Auf jedem Tisch liegen ein Skatkartensatz und eine Spielregel.

Durchführung

Einführung

Manchmal muss man miteinander diskutieren, Kompromisse machen und zusammenarbeiten. Jetzt bekommt ihr als Gruppe die Aufgabe, ein Haus der Gemeinschaftskultur zu bauen. Dazu habt ihr bestimmtes Baumaterial zur Verfügung. Bevor ihr loslegt, braucht ihr erst einmal einen Plan, den ihr in Kleingruppen entwerfen sollt. Welche Idee verkörpert euer Haus? Ist es einladend für andere? Gibt es verschiedene Bereiche zum Wohlfühlen, Ausruhen, Gemeinschaft erleben? Heißt euer Haus andere willkommen? Ist es flexibel und ausbaufähig oder eine feste sichere Burg? Danach sollt ihr euch in der Gruppe auf einen Plan einigen und ihn umsetzen. Für den Bau habt ihr insgesamt eine Stunde Zeit.

Planungsphase (20 Minuten)

Die Gruppe wird in drei bis vier gleich große Kleingruppen unterteilt. Jede Gruppe erhält Papier und Stifte und soll einen Entwurf gestalten. Die Baumaterialien dürfen dazu besichtigt werden.

Diskussionsphase (20 Minuten)

IDas interkulturelle Mau-Mau braucht keine ausführliche Einführung. Im Gegenteil: Es lebt von der Überraschung, die beim Aufeinandertreffen der verschiedenen Spielregeln entsteht.
Ihr dürft gleich gemütlich Mau-Mau spielen. Teilt euch bitte in vier Gruppen auf. Jede Gruppe bekommt von mir eine schriftliche Anleitung, nach welchen Regeln sie spielt. Lest sie euch ganz genau durch, denn während der gesamten Spielzeit dürft ihr nicht reden! Wer gewonnen hat, meldet sich bitte, ich gebe euch dann so ein kleines blaues Steinchen. Danach mischt ihr die Karten neu und fangt noch mal von vorne an. Viel Spaß beim Spielen!

Erste Spielrunde

Nachdem die Regeln von allen gelesen wurden, werden sie wieder eingesammelt. Wichtig ist, dass die Jugendlichen wirklich still bleiben und nicht sprechen. Die Jugendlichen beginnen nach den gemeinsamen Regeln zu spielen.

Weitere Spielrunden

Nach drei bis vier Minuten müssen je zwei Jugendliche pro Tisch an den nächsten Tisch aufrücken. Hier spielen sie für ca. fünf Minuten weiter. Danach müssen wieder zwei weiterrücken. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Gruppen immer stärker mischen und nicht so nachgerückt wird, dass die Ausgangsgruppen wiederhergestellt werden. Gewinnt jemand, bekommt er oder sie ein kleines Steinchen (oder Ähnliches). Nach vier Spielphasen dürfen die Spielerinnen und Spieler endlich ihr Schweigen brechen.

Auswertung

Direkt nach Spielende haben die Jugendlichen ein enormes Mitteilungsbedürfnis. Unverstandenes wird nachgefragt, Frust endlich ausgesprochen, aber auch über manches Missverständnis gelacht. Dem sollte Raum gegeben werden, bevor es zur gemeinsamen Reflexion kommt. Dabei kann beim Thema „Konflikte“ stärker auf entstandene Konfliktsituationen und Lösungsstrategien eingegangen werden. Geht es um interkulturelle Kompetenzen, kann das Spiel stärker auf verschiedene Kulturen mit unterschiedlichen Verhaltensweisen übertragen werden.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

  • Je nach Persönlichkeit und Konfliktkompetenz kann dieses Spiel die Jugendlichen sehr aufwühlen und Konflikte erzeugen. Dies sollte unbedingt in der Auswertung aufgefangen werden.
  • Es empfiehlt sich, nach dem Spiel eine Pause einzuplanen und dann einen Programmpunkt folgen zu lassen, der die Stimmung wieder ausgleicht.

Varianten

  • Das Prinzip kann auch auf andere Spiele wie z. B. Mensch ärgere dich nicht, UNO® … übertragen werden. Dabei ist es wichtig, dass es genügend Unterschiede und auch Widersprüche zwischen den Regelvarianten gibt.
  • In größeren oder kleineren Gruppen kann die Anzahl der spielenden Gruppen angepasst werden. Ggf. muss eine weitere Variante der Spielregeln geschrieben werden. Drei bis fünf Spieler pro Gruppe sind ideal.

Bei dieser Themeneinheit können sich Jugendliche anhand von Spielen, Workshops oder Übungen mit (interkultureller) Gemeinschaft auseinandersetzen.

Einheit: Meine Zeit

Die Bälle fliegen kreuz und quer durch den Raum. Alina ruft laut den Namen von Marcel, aber der ist voll damit beschäftigt, den Fußball weiterzureichen, während er von der anderen Seite einen Tennisball auffangen muss. Es wird lauter im Raum, bis schließlich der erste Ball zu Boden fällt und das entstandene Durcheinander von der Leiterin unterbrochen wird und die Auswertung beginnt.
„Was hat besonders gut funktioniert?“ „Wenn wir uns die Namen laut zurufen und gleichzeitig am besten noch anschauen. Dann fällt der Ball nicht runter.“ „Es muss irgendwie mehr Ordnung rein. Am Schluss waren wir einfach überfordert mit den vielen Gegenständen.“ „Man braucht eine Menge Aufmerksamkeit und Konzentration.“
„Wir wollen uns ja mit dem Thema Stress beschäftigen. Könnt ihr euch vorstellen, was diese kleine Balljonglage mit eurem Leben zu tun hat?“ Alina fängt an nachzudenken. Sie muss schon ziemlich viele Bälle gleichzeitig in ihrem Alltag in der Luft halten.

Wortproduktion

ZielEine möglichst schnelle und effektive Produktion von verschiedenen Wörtern durch geschickte Zusammenarbeit auf Zeit
Gruppengröße10 bis 15 Teilnehmende
MaterialDIN-A4-Papier; Stifte; Regeln auf Flipchart
Dauerca. 1 Stunde

Vorbereitung

Anleitung und Erklärung der Regeln

In dieser Übung sollt ihr so viele Wörter wie möglich aus selbst gerissenen einzelnen Papierbuchstaben produzieren. Dafür gibt es folgende Regeln:
Ihr könnt euch in der Planungsphase Wörter überlegen, die ihr produzieren wollt. Die Wörter müssen alle deutsch sein, sie dürfen aber denselben Wortstamm haben (z. B. „Haus“ und „Häuser“). In der Planung solltet ihr euch auch eine Arbeitsaufteilung überlegen. In der Produktionsphase dürfen sich diese Zuteilungen auch wieder ändern.

Jedes Wort besteht aus einzelnen Buchstaben, die ihr produziert und dann zu einem Wort legt. Buchstaben dürfen nur in Fünfer-Packs produziert werden. Für überschüssig produzierte Buchstaben gibt es Abzug. Das heißt, es soll möglichst wenig Ausschuss produziert werden. Wenn z. B. der Buchstabe „X“ für ein Wort benötigt wird, muss er fünfmal produziert werden und alle fünf Buchstaben müssen für Wörter verwendet werden. Jedes Wort muss einzeln gelegt werden. Buchstaben, die einmal in einem Wort gelegt sind, dürfen nicht doppelt verwendet werden.

Die Buchstaben werden aus DIN-A4-Papier gefaltet und gerissen. Ein Blatt muss dafür dreimal gefaltet werden, damit acht DIN-A7 Formate in der passenden Größe entstehen (am besten ein Beispielblatt zeigen). Ist das Papier vorbereitet, wird der Buchstabe auf das kleine zusammengefaltete Blatt geschrieben. Anschließend wird der Buchstabe ausgerissen und kann für das Legen von Wörtern verwendet werden. Zerrupfte Buchstaben geben Abzug. Jede Gruppe bekommt nur zwei Stifte, es können also nur zwei Personen gleichzeitig schreiben.

Zeit für Rückfragen geben. Die Regeln sollten an das Flipchart geschrieben werden und während der Planung und Produktion sichtbar bleiben.

Auswertung

Jedes Wort mit einer Silbe bekommt 1 Punkt. Worte mit zwei Silben bekommen 2 ­Punkte, Worte mit drei Silben bekommen 5 Punkte. Jeder Buchstabe, der zu keinem Wort gelegt wurde, gibt 1 Punkt Abzug. Für jedes unfertige Wort gibt es die entsprechende Buchstabenanzahl Abzug, da auch diese gelegten Worte wie überzählige Buchstaben als Ausschuss behandelt werden.

Planungsphase (15 bis 20 Minuten)

Die Jugendlichen überlegen, wie sie die Aufgabe am besten lösen können. Dazu können sie die Rollen verteilen, sich Wörter vorher überlegen, eine Vorgehensweise ausdenken.

Durchführung

Produktionsphase (20 Minuten)

Die Wörter dürfen nun produziert werden. Währenddessen wird immer wieder die Zeit angesagt. Am Ende beendet ein Countdown die Übung.

Variante bei vielen Jugendlichen: Zwei oder drei Gruppen bilden und gegeneinander spielen lassen.

Auswertung

Die Jugendlichen sollen am Ende ihre Zusammenarbeit unter Stress und Zeitmangel reflektieren. Mögliche Reflexionsfragen:

  • Was war euer Erfolgsrezept?
  • Wie hat die Zusammenarbeit funktioniert? Habt ihr euch an die Rollenaufteilung in der Planungsphase gehalten?
  • Welche Verbesserungsvorschläge hättet ihr für die nächste Runde?
  • Was hätte sich ohne Zeitdruck geändert? (Meist nichts, denn es liegt an der guten Zusammenarbeit und der Arbeitsteilung)
Abschluss

Wir können das Spiel auf das eigene Leben übertragen. Oft müssen wir vieles gleichzeitig machen, an verschiedenen Punkten Dinge tun, und das verursacht Stress und Unruhe. Die Planung vorher hilft manchmal, aber im Spiel selbst ist auch Flexibilität je nach Aufgabe notwendig. Als Gruppe habt ihr gemerkt, dass es gut ist, manchmal dort einzuspringen, wo Hilfe gebraucht wird, und von eurer ursprünglichen Rolle in eine andere zu wechseln.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

Manche Gruppen sind nach dem Verlieren sehr demotiviert und frustriert. Das sollte durch gute Reflexion der Gründe für das Scheitern aufgefangen werden. Besonderes Augenmerk sollte auf der Sammlung von Verbesserungsvorschlägen für ein weiteres Kooperationsspiel liegen. Dadurch gewinnen die Gruppen Einsicht in Faktoren, die eine bessere Zusammenarbeit ermöglichen. Anschließend kann eine weitere Gruppenübung stattfinden.

Bankräuber

ZielErlebnispädagogisches kurzes Spiel mit dem Ziel, in möglichst kurzer Zeit ohne Kommunikation den Banksafe zu knacken.
Gruppengröße10 bis 30 Teilnehmende
Material1 Seil; Karten mit so vielen Zahlen wie ­Jugendliche von 1 bis x
Dauerca. 20 Minuten

Vorbereitung

In einem abgetrennten Raum wird das Seil als Kreis auf den Boden gelegt und symbolisiert damit das Zahlenfeld für die Eingabe des Codes. Die vorbereiteten Zahlkarten von 1 bis x werden bunt durcheinander verteilt im Kreis platziert.

Durchführung

Einführung

Ihr seid Bankräuber und sollt den Safe knacken. Der Code besteht in der Reihenfolge der Zahlen von 1 bis x (je nach Gruppengröße). Der Code wird eingegeben, indem ihr als Gruppe alle Zahlen in der richtigen Reihenfolge von 1 bis x antippt. Jede Person darf aber nur eine Zahl mit dem Fuß berühren und ihr dürft den Kreis nur nacheinander betreten, sodass zu jeder Zeit nur eine Person im Kreis ist. Im Raum sind Sensoren angebracht, die auf jedes Geräusch und jede Kommunikation reagieren. Ihr dürft also weder miteinander sprechen noch euch Zeichen geben. Der Alarm geht an, wenn zwei Personen gleichzeitig im Kreis sind, wenn ihr miteinander kommuniziert oder die Zeit (2 Minuten) abgelaufen ist. Ihr habt jetzt kurz Zeit, euch eine Taktik zu überlegen, mit der ihr möglichst schnell und effektiv und ohne Fehler den Code eingeben könnt, um den Safe zu öffnen. Seid ihr bereit für diese Herausforderung?

Planungszeit

Die Jugendlichen bekommen eine kurze Planungszeit (etwa 10 Minuten), in der sie sich eine Lösung für das Problem überlegen.

Versuche, den Safe zu knacken

Der erste Versuch beginnt mit einem Countdown, an dessen Ende die Tür zum Saferaum geöffnet wird. Die Gruppe betritt nun schweigend den Raum und beginnt mit der Eingabe des Codes. Es wird abgebrochen, sobald ein Fehler passiert, z. B. sich zwei Personen gleichzeitig im Kreis befinden. Dann werden die Zahlen neu gemischt und der zweite Versuch startet. Die Übung ist erfolgreich beendet, wenn die Umsetzung problemlos gelingt. Dann kann die Zeit verkürzt werden, um die Schwierigkeit zu steigern. Eine weitere Schwierigkeitssteigerung besteht in der Veränderung des Codes. Die Reihenfolge der Zahlen geht dann nicht von 1 bis x (je nach Gruppengröße), sondern die Gruppe muss sich eine bestimmte Zahlenkombination einprägen und diese Kombination dann „eingeben“.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

Reflexion in der Gruppe und Abschluss durch eine Person aus dem Mitarbeitendenteam: Ihr habt gemerkt, dass zum Gelingen der Aufgabe eine gute Planung von vornherein notwendig war. In der Situation selbst durftet ihr nichts mehr absprechen und das bedeutete auch, dass alle immer aufmerksam sein mussten, um ihren Teil der Aufgabe zu erfüllen. Überlegt mal, wie man diese Schwierigkeiten auf das Leben übertragen kann.

Ball-Jonglage

ZielVerschiedene Bälle oder Gegenstände sollen in der im Kreis stehenden großen Gruppe geworfen werden (Anlehnung an Namensball). Jeder Ball oder Gegenstand wird einem potentiell stressbeladenen Lebensbereich zugeordnet: Schule, Stress mit Freunden, Eltern, Lernen für eine Klassenarbeit.
Gruppengröße10 bis 30 Teilnehmende
Materialverschieden große Bälle, z. B. Fußball, Volleyball, Basketball, Federball, Tischtennisball und verschiedene thematisch passende Gegenstände
Dauer10 bis 15 Minuten

Einführung

Ihr habt jetzt die Aufgabe, als Gruppe zu jonglieren. Normalerweise jongliert man, indem man gleichzeitig verschiedene Bälle in der Luft hält. Hier sollt ihr als ganze Gruppe mehrere Bälle auf Zuruf in der Luft halten.

Durchführung

Balljonglage

Begonnen wird mit einem Ball, der die Reihenfolge der Werfenden festlegt: Die Jugendlichen werfen sich den Ball kreuz und quer im Kreis zu und merken sich, von wem der Ball kam und an wen sie weiterwerfen. Dazu sollen sie die Namen derer rufen, zu denen der Ball geworfen wird. Dann wird nach und nach die Schwierigkeit erhöht, indem weitere Bälle und Gegenstände in die Runde gegeben und in der gleichen Reihenfolge weitergeworfen werden. Kein Gegenstand darf den Boden berühren. Die Leitung ruft jeweils in den Raum, welchen Lebensbereich der neue Gegenstand symbolisiert, der neu in die Gruppe gegeben wird. Verwirrung, Koordinationsschwierigkeiten und Durcheinander sind gewollt und werden anschließend reflektiert.

Schwierigkeitssteigerungen

Stufe 1: Ein Ball wird in beliebiger Reihenfolge in die Runde geworfen. Jeder Werfer bestimmt den nächsten Werfer. Diese Reihenfolge wird dann beibehalten.
Stufe 2: Zusätzlich kreist ein Gegenstand in die eine Richtung und wird nicht geworfen, sondern weitergegeben.
Stufe 3: Mehrere Bälle folgen in der gleichen Richtung aufeinander.
Stufe 4: Steigerung der Geschwindigkeit.
Stufe 5: Ein weiterer Gegenstand folgt in umgekehrter Wurfreihenfolge und ein zweiter Gegenstand kreist entgegengesetzt.
Für das Werfen und Weitergeben können größere und kleinere Bälle (Volleyball, Fußball, Tennisball …) oder Gegenstände (Schachtel, Kuscheltier …) verwendet werden.

Auswertung

Alles, was wir in unserem Leben tun, muss jongliert werden. Wir haben nur selten Pause, müssen uns gut organisieren, damit nichts zu Boden fällt. Oft sind nicht nur die Fänger schuld, wenn etwas daneben geht, sondern auch die Werfer. Das zeigt uns, dass Stress auch durch verschiedene Aufgaben und zwischenmenschliche Probleme verstärkt werden kann. Eine gute Absprache bzw. Zusammenarbeit mit anderen (z. B. nach Hilfe fragen, jemanden ansprechen) kann unseren Stress verringern. Manchmal fällt etwas zu Boden, nicht alles gelingt uns im Leben, aber das ist nicht schlimm. Wir können es aufheben und von vorn starten.

Einheit: Meine Zeit

Alena ist erleichtert. Auch die anderen in der Gruppe haben ähnliche Sorgen wie sie. Dabei hatte sie gedacht, mit ihrer Angst vor dem Englischunterricht stünde sie allein da. Ihre größte Sorge ist jedoch, dass sich ihre Eltern trennen, weil sie sich in letzter Zeit häufiger mal streiten. Jetzt erfährt sie, dass auch andere solche Sorgen beschäftigen. Zum Beispiel Paul, der den größten Stress dann hat, wenn er auf mehr als eine Klassenarbeit lernen muss, weil er sich einfach nicht organisiert kriegt. Das zu wissen, tut ihr gut und beruhigt sie ein wenig. Aber was machen die anderen, um damit klar zu kommen? Auf einem Plakat sammeln die Jugendlichen eine Menge von Möglichkeiten. Alena nimmt für sich eine Idee mit: Künftig möchte sie mit anderen mehr über das reden, was ihr Stress macht.

ZielDie Jugendlichen entwickeln ein Bewusstsein dafür, welche Situationen sie als Stress in ihrem Leben empfinden und wie sie die Ereignisse jeweils als leicht, mittel oder schwer belastend einstufen. Dadurch wird eine Differenzierung der Ereignisse und Gefühle, die dabei empfunden werden, erreicht. In einem zweiten Schritt tauscht sich die Gruppe über wirkungsvolle Strategien aus, mit belastenden Situationen umzugehen.
Gruppengröße10 bis 15 Teilnehmende
Materialgrüne, gelbe, rote DIN-A6-Karten; Stifte; Kreppklebeband; 3 farbige DIN-A4-Blätter mit der Aufschrift „noch alles okay“ (grün), „Alarmzone“ (gelb), „Panikzone“ (rot); Flipchart und Edding oder kleine Kärtchen; Stuhlkreis
Dauerca. 1 Stunde

Vorbereitung

In die Mitte des Stuhlkreises wird eine Linie als Säule mit Kreppklebeband geklebt (das lässt sich leicht wieder vom Boden entfernen). Darauf werden die drei Bereichs-Blätter rot (unten) und gelb (Mitte) und grün (oben) mit einigem Abstand gelegt. Im Kreis liegen drei Stapel mit grünen, gelben und roten Kärtchen sowie Stifte.

Durchführung

Phase 1: Das Stress-Barometer

Sammlung von Stresssituationen

Was zieht euch runter? Was belastet euch? In dieser Übung sollt ihr benennen, welche Ereignisse bei euch schlechte Gefühle wie Wut, Traurigkeit, Ärger, Sorgen auslösen. Wir machen daraus ein Belastungsbarometer. Wisst ihr, was ein Barometer ist? (Auf Antworten warten) Ein Barometer zeigt den Luftdruck an. Wir benutzen es, um den inneren Druck, der auf uns lastet, darzustellen. Ihr sollt jetzt auf die farbigen Karten schreiben, welche Situationen oder Ereignisse bei euch diese Gefühle verursachen. Am besten schreibt ihr eine möglichst genaue Situation auf, also nicht nur „Schule“, sondern „Mathe, weil ich das nicht gut kann“.
Ihr dürft alles auf die Karten der entsprechenden Farbe schreiben, was euch Sorgen, Angst, wütend oder traurig macht, das kann aus der Schule, der Familie, der Freizeit sein, einfach alles, was euch einfällt. Die Ergebnisse werden nachher anonym vorgelesen.

Danach legt ihr die Karten in den drei Bereichen des Barometers verdeckt ab:
Der grüne Bereich – noch alles okay: Dort legt ihr die Situationen oder Erlebnisse hin, die euch ein bisschen besorgt, wütend oder traurig machen, die man aber noch ziemlich leicht vergessen oder in den Griff bekommen kann.
Der gelbe Bereich – Alarmzone: Dort legt ihr die Situationen oder Erlebnisse hin, die euch mehr Sorgen, Ängste oder Wut machen.
Der rote Bereich – Panikzone: Dort werden die Karten mit den Ereignissen oder Situationen hingelegt, die euch wirklich sehr belasten.

Anschließend wird genügend Zeit gelassen, um die Karten zu beschriften und in den verschiedenen Zonen zu verteilen.

Aufdeckung der Situationen auf dem Barometer

Nun werden die Karten verdeckt gesammelt, nach Reihenfolge der Farben umgedreht und von einer Person aus dem Mitarbeitendenteam vorgelesen. Danach werden die Karten aufgedeckt in die drei Bereiche gelegt.

Gespräch mit Impulsfragen
  • Was fällt euch auf?
  • Welche Ähnlichkeiten gibt es, welche Unterschiede?
  • Warum sind auf den Karten gleiche Inhalte, aber die Karten haben
  • verschiedene Farben?
  • Woran liegt es, dass wir unterschiedliche Belastungsempfindungen haben?
Auswertung

Ihr habt gemerkt, dass jede und jeder eine andere Belastungsgrenze und andere Sorgenbereiche hat. Etwas, das einer Person wenig ausmacht, belastet die andere viel stärker. Im grünen und gelben Bereich können wir noch mehr kontrollieren und ausgleichen als im roten Bereich. Dort brauchen wir oft Hilfe von anderen. Manche Menschen vertrauen auch auf Hilfe von Gott und vertrauen ihm ihre Sorgen an. Das, was uns belastet, führt dazu, dass wir wütend, traurig, ängstlich oder besorgt werden. Gegen diese Gefühle können wir erst einmal nichts tun, sie sind einfach da.

Phase 2: Strategien zum Umgang mit Stress

Überleitung

Jede und jeder von uns hat bereits Strategien, mit Problemen umzugehen. Dabei können wir vor allem im grünen und gelben Bereich viel tun, damit es uns nicht so schlimm runterzieht. Und dazu wollen wir nun im zweiten Schritt das zusammentragen, was euch hilft, mit Sorgen und Problemen klarzukommen. Was habt ihr bisher gemacht, wenn euch eine Sorge beschäftigt hat? Wie seid ihr zurechtgekommen? Würdet ihr diese Idee den anderen ebenfalls empfehlen?

Ideensammlung Strategien

In der Gruppe werden anschließend an das Stress-Barometer Ideen gesammelt, wie mit den unterschiedlichen Belastungen umgegangen werden kann. Diese Strategien werden für alle sichtbar an das Flipchart oder auf Karten geschrieben. Es macht Sinn, die drei Bereiche gelb, grün und rot dazu voneinander zu trennen und zu überlegen, welche Möglichkeiten zur Bewältigung für den jeweiligen Bereich oder eine spezielle Sorge mehr oder weniger geeignet sind. Dazu werden die Jugendlichen ermutigt, Beispiele aus der eigenen Erfahrung zu nennen.

Auswertung

Ihr habt gesehen, dass euch ziemlich viel einfällt und ihr sehr kreativ im Umgang mit Problemen seid. Ich möchte euch dazu ermutigen, für euch das herauszufinden, was euch guttut, wenn ihr Stress habt. Nicht für jedes Problem ist jede Strategie geeignet. Für manche Sorgen, vor allem für die im roten Bereich, kann man nicht schnell eine Lösung oder einen Trost finden. Dann vertraut euch jemandem an, sprecht über eure Sorge. Und vielleicht kann euch bereits das entlasten oder jemand hat einen guten Rat für euch.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

  • Manchmal können Einzelne nichts nennen oder ihnen fällt nicht für jeden Bereich etwas ein. Das ist gar nicht schlimm, sie sollen für sich in Ruhe überlegen und müssen nicht für jede Farbe eine Sorge aufschreiben.
  • Die Methode sollte mit einem Gespräch beendet werden. Alternativ kann eine weitere Methode angeschlossen werden, die den Umgang mit belastenden Ereignissen thematisiert (z. B. ein Schreibgespräch, Ressourcen-Karussell).
  • Beim Sammeln von Strategien brauchen die Jugendlichen manchmal ein anleitendes Gespräch darüber, was hilfreich sein könnte und was eher hinderlich ist. Zum Beispiel ist Ablenkung durch andere Aktivitäten bei manchen Sorgen hilfreich, bei anderen eher nicht.

Varianten

  • Zu jeder einzelnen Sorge sammelt die Gruppe eine Strategie. Dazu werden die im Barometer geäußerten Sorgen in Form der beschrifteten Karten im Raum verteilt und in einem Schreibgespräch oder alternativ in Kleingruppen Möglichkeiten zum Umgang damit gesammelt. Aus den Strategien kann sich jede und jeder Jugendliche eine „Wohlfühl-Kiste“ als „Erste-Hilfe-Paket“ zusammenstellen und mit nach Hause nehmen.
  • Im Anschluss an das Barometer bilden sich Kleingruppen, die über einzelne Problembereiche und den Umgang damit sprechen.

Einheit: Meine Zeit

Simon ist überrascht. Er hatte sich nie Gedanken gemacht, wie viel Zeit er wofür aufwendet. Würde er dieses mal eben schnell einschätzen, würde sich das Schätzergebnis enorm von dem unterscheiden, was er nun am Ende des Reflexionsprozesses vor Augen hat. Auch als er sich aufschreibt, wofür er prozentual gern wie viel seiner Zeit einsetzen würde, staunt er über die Abweichung von seiner momentanen realen Zeiteinteilung. Dies bringt Simon zum Nachdenken. Er realisiert, dass seine Zeit begrenzt ist. Ihm wird bewusst, dass er sich für Dinge, die ihm wirklich wichtig sind, aktiv Zeiträume schaffen muss. In der Auswertungsrunde erzählt er ergriffen, dass ihm die Beziehung zu seiner jüngeren Schwester viel bedeutet und dass er gern mehr Zeit mit ihr verbringen würde. Leider fehlt ihm hierzu oft die Zeit. Er nimmt sich vor, in den nächsten Wochen bewusst Zeitfenster zu schaffen, um diesem Wunsch nachzukommen.

ZielDie Jugendlichen überlegen, was ihnen in ihrem Alltag unverzichtbar und wichtig ist und wie viel Zeit sie hierfür gern einsetzen würden. Sie erkennen, dass ihnen täglich nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung steht, und lernen, sich über Prioritätensetzung Gedanken zu machen. Die Methode eignet sich besonders gut als Einführung zum Workshop Zeitmanagement.
Gruppengrößemax. 10 Teilnehmende
Materialgroße Gläser (z. B. Marmeladengläser); Steine in verschiedener Größe, die beschriftet werden können; Kieselsteine; Sand; Filzstifte; evtl. vorbereitete Arbeitsblätter mit eingezeichneten Gläsern nach Teilnahmezahl; 1 großer Tisch und Stuhlhalbkreis; evtl. Vase, mehrere Wassergläser, Etiketten und Wasser
Dauerca. 1 Stunde

Vorbereitung

Ein großer Tisch, auf dem die Gläser und alle übrigen Materialien stehen, muss für alle gut sichtbar im Raum aufgestellt werden. Evtl. einen Stuhlhalbkreis um diesen Tisch herum aufstellen.

Durchführung

Einführung

Wie verbringe ich meine Zeit? Die Gläser auf diesem Tisch symbolisieren die uns zur Verfügung stehende Zeit. Steine, Kiesel und Sand stehen für die verschiedenen Aktivitäten, mit denen wir unsere Zeit verbringen.

Vorführung

Befüllen des ersten Glases: Der oder die Anleitende stellt gut sichtbar zwei der großen Gläser auf. Neben jedem der beiden Gläser liegt das gleiche Material, um diese zu befüllen. Zunächst wird gut sichtbar das erste Glas befüllt, indem zuerst der Sand, dann die Kiesel, dann die kleinen Steine in das Glas getan werden. Die großen Steine kommen zum Schluss und finden keinen Platz mehr in dem Glas. Es ist mehr Material vorhanden, als in das Glas passen kann.

Gemeinsames Befüllen des zweiten Glases

Gemeinsam mit den Jugendlichen kann nun überlegt werden, wie man das zweite Glas besser befüllen kann, sodass möglichst viel darin Platz findet. Schnell werden die ­Jugendlichen darauf kommen, dass die großen Steine zuerst in dem Glas platziert werden müssen. Die Kiesel und der Sand können später dazukommen, um das Glas aufzufüllen. Auch hier bleiben wieder einige kleine Steine übrig.

Individuelle Reflexionsphase

Alle haben ausreichend Zeit sich zu überlegen, wofür die großen Steine, die kleinen Steine, die Kiesel und der Sand in ihrem Leben stehen sollen. Die Größe muss hierbei nicht für die Menge an Zeit stehen, die die jeweilige Aktivität einnimmt, sondern für die Relevanz, die diese im Leben der Jugendlichen hat. Wenn möglich bekommen die Jugendlichen hierfür jeweils kleine und große Steine, die sie mit Filzstiften beschriften und in ihr persönliches Zeit-Glas legen können. Alternativ können die Steine auch aus Papier ausgeschnitten und in ein zuvor aufgemaltes Glas geklebt oder hineingemalt werden. Einige Steine bleiben übrig. Die Jugendlichen sind hier aufgefordert zu überlegen, auf welche Aktivität sie am ehesten verzichten könnten.

Auswertung

Abschließend kann über eventuell gewonnene Erkenntnisse gesprochen werden. Wer möchte, darf seine großen und kleinen Steine vorstellen. Es kann darüber gesprochen werden, inwieweit diese Steine im Wochenplan einen Platz finden und inwiefern sich die persönliche Prioritätensetzung im täglichen Zeitmanagement niederschlägt.

Persönliche Konsequenzen

In manchen Gruppen bietet es sich an, nach der Auswertungsrunde noch einmal Zeit zu lassen und die Jugendlichen anzuregen, persönliche Konsequenzen aus der gemachten Erfahrung zu ziehen und sich eventuell Vorsätze für eine veränderte Zeiteinteilung mit einem verstärkten Fokus auf das jeweils Wesentliche zu nehmen.

Varianten

  • Je nachdem, wie viel Zeit zur Verfügung steht und wie eigenständig die ­Jugendlichen arbeiten, können diese auch gleich nach der Einführung mit dem Befüllen ihrer individuellen Gläser beginnen. Die Überlegung, dass die großen Steine zuerst einen Platz finden müssen, fällt dann in die Auswertungsrunde.
  • Einfacher und ebenfalls sehr anschaulich ist das Befüllen von Gläsern mit Wasser. Hier kann eine große Vase aufgestellt werden. Daneben stehen viele kleine Gläser. Diese werden jeweils mit Zeitelementen beschriftet und mit einer bestimmten Wassermenge befüllt. Am Ende wird alles in die große Vase zusammengegossen. Hierbei gilt es gut zu überlegen, welcher Glasinhalt zuerst hineingegossen wird, um auf jeden Fall einen Platz in der großen Vase zu finden.
  • Die Methode eignet sich auch gut als Station bei einer Lernstraße zum Thema „Stress“.
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