Wunderkerzen-Segen

Für den Wunderkerzen-Segen benötigt jeder Kirche Kunterbunt Besucher eine Wunderkerze. Außerdem ist es sinnvoll mehrere Feuerzeuge zur Verfügung zu stellen, denn die Wunderkerzen sollen alle zeitgleich entzündet werden. Der Segen ist ein toller Abschluss für eure Kirche Kunterbunt. Am besten wirkt er natürlich im Dunkeln. Ihr solltet außerdem auf die Gefahr des Verbrennens an Wunderkerzen hinweisen und in geschlossenen Räumen die Brandmelder vorab checken.

Text für den Wunderkerzen-Segen

Wie diese dünne, graue Wunderkerze kommt uns unser Leben oft fade und langweilig und unbedeutend vor. Aber Gott legt eine Bedeutung in dein Leben. Er zündet dich an! Er ist das Licht!

Wunderkerze anzünden.

Gott, der Vater, segne dich, wenn du fröhlich bist und vor Freude und Energie sprühst.

Jesus, der Sohn, der als Licht in die Welt gekommen ist, segne dich. Er segne den Sternenregen, der von dir ausgeht und der Licht in das Leben anderer Menschen bringt.

Gott, der heilige Geist, segne dich, wenn du abgebrannt und verkohlt bist und kein Licht mehr da ist. Er gebe dir neues Feuer und erleuchte deine Dunkelheit.

So segne dich Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Dieses Gebet haben wir entwickelt, damit Eltern mit Kindern zusammen für die Ukraine beten können. Gerne könnt ihr die Idee mit euren Familien teilen, aber ihr könnt das Gebet auch in der Feier-Zeit eurer Kirche Kunterbunt gemeinsam beten.

Material: ausgedruckte Vorlage (je 1x auf weißem, blauem und gelbem Papier) , Schere

Druckt euch die Vorlage 3x aus und schneidet euch 6 gelbe und 7 blaue Dreiecke aus. Die weiße Vorlage dient als Untergrund.
Jetzt wird das Gebet wird gelesen. Legt nach jedem Satz ein Dreieck auf die Vorlage. Ihr könnt abwechselnd immer ein gelbes und ein blaues Teil verwenden.

Vorbereitung für das Gebet

Gebet

Gott, unsere Welt weint
(ein Dreieck legen)
denn während wir ein Bett haben
(Dreieck legen)
verlieren andere ihr Zuhause.
(Dreieck legen)
Während wir mit Menschen über Kleinigkeiten streiten
(Dreieck legen)
sagen andere Menschen für immer Lebwohl.
(Dreieck legen)
Gott unsere Welt weint.
(Dreieck legen)
Menschen ziehen Grenzen
(Dreieck legen)
und schließen Andere aus.
(Dreieck legen)
Manche denken, sie seien die Wichtigsten.
(Dreieck legen)
Dabei gehören wir doch alle zusammen.
(Dreieck legen)
Kannst du all das Chaos wieder zusammenpuzzeln?
(Dreieck legen)
Denn in dein Herz Gott, da passt doch die ganze Welt.
(letztes Dreieck legen)
Amen.

Während des Gebets werden die Dreiecke auf die Vorlage gelebt.
Amen. Am Ende ist das herz für die Ukraine fertig!
Hier findet Ihr eine Anleitung wie ihr als Familie für die Menschen im Krieg in der Ukraine beten könnt.
Hier findet ihr eine Anleitung, wie ihr als Familie für die Menschen im Krieg in der Ukraine beten könnt.

Ein Gebet, das ihr für ein Land im Krieg formulieren könnt. Das Gebet wird mit einem Luftballon gesprochen, den man zwischendurch aufpustet, beschriftet und dann hochfliegen lässt.

Gebet
Gott kannst du bei den Menschen in der Ukraine (oder in einem anderen Land) sein?
Kannst du ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind?

Gott-Vater
Sei du wie die Luft, die uns umgibt, bei den Menschen in Not.

(in den Luftballon pusten)
Gott-Jesus
Sei du die Kraft in ihrem Körper, die sie stark macht.

(in den Luftballon pusten und zuknoten)
Gott-Heiliger Geist
Sei du derjenige, der sie innerlich tröstet.

(auf den Luftballon mit einem wasserfesten Stift den Namen des Landes, einer Stadt oder von Menschen in Not schreiben oder auch Strichmännchen malen).
Sei du wie die Hoffnung, die hochsteigt.
(Luftballon hochwerfen)
Amen

Danach könnt ihr ja versuchen den Luftballon so lange wie möglich in der Luft zu halten und dabei an die Menschen in Not denken oder weiter für sie beten.

Wir kämpfen mit den Gefühlen der Ohnmacht und der Fassungslosigkeit über den Krieg in der Ukraine. Während die weltpolitische Kriegsbühne uns medial in Atem hält, gibt es hunderttausende Schicksale, die uns durch Menschen auf der Flucht nahekommen. 

3 Dinge die du tun kannst, um zu helfen:

Beten

Als Christ:innen glauben wir an die Kraft des Gebets. Nicht weil Gott sonst nicht handeln würde oder es von uns braucht, um zu helfen, sondern weil im Gebet eine Kraft verborgen liegt, die unsere Vernunft und unsere logischen Systeme übersteigt. In aller Ohnmacht, Trauer und Wut ist Gebet das Erste, was wir tun können. Im Gebet verbinden wir uns mit Gott und seinem „Mittendrin-Sein“ dort wo Menschen leiden und in Angst nach ihm rufen. Wir verbinden uns mit einer Kraft, die bereits handelt und uns aufruft, mitzumachen.

Vielleicht als Jugendkreis oder in deiner Familie, als Gemeinde oder unter Freund:innen: Trefft euch und betet regelmäßig. Auch online gibt es einige Angebote für gemeinsames Gebet für Frieden und Menschen in Not.

Barmherziger Gott,
wir haben Angst vor dem Krieg, der so viel Leid bringen wird –
für Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa.
Wir beten für all die Verantwortlichen in Russland, der Ukraine,
Belarus, den USA und der EU,
dass sie Wege aus der Eskalation finden.
Lass uns alle abrüsten mit Worten und Taten.
Erweiche die Herzen derer, die hart geworden sind.
Bewahre uns vor der Willkür der Mächtigen dieser Welt
und bringe sie zur Erkenntnis ihrer Grenzen.
Segne uns mit deinem Frieden, damit dein Friede sich auf Erden ausbreite!

Auszug aus dem Friedensgebet von der EKD, 24. Februar 2022

Organisieren

Als christliche Gemeinschaften, Gemeinden und Kirchen haben wir wichtige Ressourcen dieser Herausforderung zu begegnen: Wir sind schon organisierte Gruppen, wir haben Raum und wir sind bereit zu helfen.

Hier ein paar Ideen, wie ihr das tun könnt:

  1. Erstellt eine Messenger-Gruppe für alle aus eurer Gemeinde/Gruppe, die helfen möchten und tragt zusammen, was ihr an Ressourcen habt (Zeit, Güter, Wohnplätze).
  2. Tragt alles Wissen über regionale Hilfsinitiativen und Möglichkeiten zusammen und recherchiert, wenn nötig, nach weiteren.
  3. Kontaktiert eure regionalen Gemeindeverbände / Kirchenleitung und fragt, wo es vielleicht schon Möglichkeiten gibt zu helfen und ob sie schon Kontakt zu Behörden aufgenommen haben.
  4. Vernetzt euch mit Organisationen in eurer Stadt oder Region, die sich auf die Hilfe für Geflüchtete spezialisieren und fragt nach konkreten Nöten und wo sie Unterstützung gebrauchen könnten. TIPP: Schreibt ihnen wie viele ihr seid, was ihr anbieten könnt und bittet um konkrete Aufgaben, die ihr untereinander verteilen könnt.
  5. Kontaktiert die lokalen Behörden und Zuständigen, die für die Organisation der Geflüchteten zuständig sind und bietet ihnen Unterstützung in Form von Ehrenamt und  – wenn möglich –  Raum für Unterbringung an.
  6. Sammelt Kleidung, Dinge des täglichen Bedarfs, Spielzeug für Kinder. Wenn es schon Aufnahmestellen gibt, ruft vorher an und fragt nach, was gerade benötigt wird oder ob sie schon zu viel bekommen haben. Die Bereitschaft zu helfen ist insgesamt sehr hoch.
  7. Die Behörden können oftmals – wenn überhaupt  – nur für die grundlegenden Bedürfnisse sorgen: Unterkunft, Essen, Medizin. Menschen brauchen aber auch Beistand, Herzenswärme und offene Arme. Wenn sich in eurer Gegend ein Geflüchteten-Aufnahmeort etabliert, organisiert in Absprache mit der Leitung Besuchsdienste. Übersetzer:innen sind immer eine wichtige und knappe Ressource.

TIPP: Es gibt eine einfache bundesweite Liste, in welcher man Privatunterkünfte/ Unterbringungen anbieten kann: www.unterkunft-ukraine.de

Spenden

In diesen Tagen unter Beschuss benötigen die Menschen in der Ukraine und auch die Menschen auf der Flucht dringend und akut Hilfe zum Überleben.

Dieser Überblick zeigt euch, wer aus unserem Netzwerk gerade wie hilft und wie ihr ihre Arbeit finanziell unterstützen könnt: 

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Es kann sehr schwer sein, angesichts des Leidens in der Welt zu beten. Wo soll man nur anfangen? Was kann man sagen? Da es den Engagierten bei Tearfund Deutschland oft genau so ergeht, haben sie einen Gebetsleitfaden entwickelt, der euch eine Starthilfe geben kann.

In dem Leitfaden findet ihr Gebete der Dankbarkeit, Klage und Hoffnung: für die gesamte Schöpfung, für unsere globalen Mitmenschen und für Politiker und Politikerinnen.

Hier könnt ihr den Gebetsleitfaden Für das Klima beten (PDF) herunterladen.

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Das Weg-Gebet ist eine Gebets-Aktion, die vor allem im Freien eingesetzt werden kann. Sie thematisiert die Herausforderungen einer Familie und motiviert sich der eigenen Ressourcen bewusst zu werden. Am Ende bringt die Familie ihr Anliegen vor Gott und „hüpft“ gemeinsam das Weg-Gebet. Die Familie erfährt Zuspruch und Segen für ihren Weg.

Stationsbeschreibung Teil 1 „Unser Weg“:
Wie ist das bei euch als Familie? Welche Veränderungen stehen bei euch an? Welche Herausforderung wartet auf euch? Wohin seid ihr als Familie unterwegs?


Gemeinsam gestaltet ihr einen Wegweiser!
Euer Wegweiser-Holzschild steht für die aktuell anstehenden großen Veränderungen in eurem Leben als Familie, z.B. „Umzug“, „Einschulung“ oder „Geschwisterchen“. Nehmt euch Holz und Farben und malt ein Symbol oder Stichwort auf ein Holz!

Wegweiser-Holzschild

Material

  • kleine Holz-Wegweiser
  • Farbe und Pinsel zum Anmalen der Wegweiser
  • Holzpfosten zum Annageln der Wegweiser
  • Hammer, Nägel
  • Straßenmalkreide und einen großen Platz zum damit malen

Stationsbeschreibung Teil 2 „Weg-Gebet“:
Euren Wegweiser-Holzschild legt ihr jetzt auf den Boden. Dann malt ihr mit Kreide in der angezeigten Richtung drei bis fünf erste Wegstücke (wie Hüpfekästchen).

Jetzt überlegt: Was ist euch wichtig auf eurem Weg als Familie? Was braucht ihr, damit ihr den Weg gut schafft? Beispiel: Zusammenhalt, Geduld, Zeit zum Spielen, Pausen…

Schreibt ein Wort in jedes Hüpfkästchen. Und dann betet ihr gemeinsam das Weggebet. (evtl. ist es für die Familien hilfreich, wenn es jemanden gibt, der mit ihnen betet und sie evtl. anleitet.)

Weg-Gebet
Die Familie stellt sich nah zum Wegweiser-Holzschild.

Am Wegweiser: 
„Lieber Gott, unser Leben ist voller Veränderungen. Bei Familie ___________ heißt es gerade (Thema der Familie). Segne die Familie auf dem Weg.

Schenke ihnen…

Beim ersten Wegstück: „1. …“ (1. Wegstück laut vorlesen und drauf stellen)
Beim zweiten Wegstück: „2. …“ (2. Wegstück vorlesen und drauf stellen)
Beim dritten Wegstück: „3. …“ (3. Wegstück vorlesen und drauf stellen) usw.
Beim letzten Wegstück: „Schenke ihnen Mut und Vertrauen für den Aufbruch in die Zukunft.
Achtung, fertig, los!“
(alle fassen sich an den Händen und springen vom letzten Wegstück ins Unbekannte)
„Amen.“


Zum feierlichen Abschluss wird der eigene Wegweiser an den Pfosten genagelt.

Wegweiser am Ende des Weg-Gebets

„Warum streiten sich meine Eltern?“ – „Wieso bin ich immer so alleine?“ – „Hörst du mich wirklich?“ – „Bitte verzeih mir meine Fehler.“ – „Danke, dass es mich gibt.“

Schülerinnen und Schüler beschäftigt so vieles mitten im Alltag. Und oft haben sie keinen Ort, an dem sie diese Fragen, Sorgen und Bitten ausdrücken können – ohne dass sie bewertet oder kommentiert werden.

Ein Prayerspace bietet solch einen Raum mitten im Schulalltag und kann gleichzeitig eine Begegnung mit dem lebendigen Gott ermöglichen.

Was ist die Idee hinter Prayerspaces?

Mitten im Schulalltag bietet Prayerspaces einen Ort für Schülerinnen und Schüler, über sich selbst (ihr Selbstbild und ihre Identität), über ihre Beziehungen (Freunde oder Familie und anderen Menschen aus ihrem Umfeld), über ihren Platz in der Welt (wie sie Gerechtigkeit leben und Verantwortung wahrnehmen) nachzudenken und darüber, was sie fühlen und glauben. Obwohl die Gebetsstationen von Christen gestaltet werden, sprechen sie nicht ausschließlich Christen an. Sie sind einladend und relevant für alle Menschen – unabhängig von Religion, Kultur und Glaube.

Was genau ist ein Prayerspace?

Ein Prayerspace findet in einem Klassenraum oder einem anderen im Schulgebäude verfügbaren Raum statt. Dieser wird für ein bis zwei Tage oder sogar für eine Woche als kreativer Gebetsraum umgestaltet. Klassenweise können die Schülerinnen und Schüler den Raum mit ihren Religions- und Ethikkursen besuchen. In einem Prayerspace gibt es verschiedene Gebetsstationen, die Schülerinnen und Schüler erkunden können. Jede Station hat ein Thema, mit dem sich Jugendliche leicht identifizieren können, z. B. „Große Fragen“, „Mein Traum“, „Unsere Stadt“ oder „Masken“.

Wie lange dauert es, einen Prayerspace vorzubereiten?

Am besten funktioniert ein Prayerspace, wenn man in einem Team arbeitet. Im Vorfeld gibt es zwei Dinge, die Zeit in Anspruch nehmen: Die Gestaltung des Raumes und die Organisation der Besucherklassen des Prayerspace. Wir empfehlen, mindestens sechs Wochen vor der Durchführung mit den Vorbereitungen zu starten.

Was sind die ersten drei Schritte, um einen Prayerspace zu organisieren?

  1. Besucht unsere Website (www.prayerspacesinschulen.de), informiert euch und lasst euch kostenfrei die Zugangsdaten zum Materialdownload geben.
  2. Betet für eure Schule.
  3. Welche Person bzw. welche Ortsgemeinde könnte mit euch gemeinsam das Projekt planen und durchführen? Erzählt der Person von eurer Idee.

Wer und was hilft bei der Organisation?

Auf unserer Website findet ihr eine ausführliche Beschreibung, wie man ein Prayerspace organisieren kann. Dort gibt es auch rund 100 Vorschläge für Gebetsstationen zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Altersstufen. Außerdem haben wir eine kreative Feedbackhilfe zum Abschluss eines Prayerspace erarbeitet.

Ebenso findet ihr sowohl auf der Website als auch direkt hier auf jo bei dieser Einheit einen Informationsflyer als PDF zum Downlaod, der dient zur Vorstellung bei der Schulleitung oder der Religionsfachlehrerschaft.

Wie lassen sich die Inhalte von Prayerspaces mit Lehrplanzielen vereinbaren?

Prayerspaces fördert vor allen Dingen die Selbstkompetenz und die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler. An vielen Stationen geht es um den Umgang mit den eigenen Gefühlen. Angst, Sorge, Dankbarkeit, Wut, Trauer u. a. werden thematisiert. Die Kinder und Jugendlichen lernen dabei, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Das kann sehr unterschiedlich konkret und kreativ aussehen: Es gibt Stationen, an denen die Schülerinnen und Schüler malen, basteln, kneten, schreiben oder einfach nur etwas symbolisch hinterlassen oder mitnehmen können.

Viele Stationen thematisieren den Umgang mit nahestehenden Menschen (Familie und Freunden). Hier wird die Sozialkompetenz gestärkt. Stationen wie „Versöhnungsreißverschluss“, „Ich in der Gemeinschaft“, „Freundschaftsblume“ oder „Familienbaum“ helfen Schülern, das soziale Miteinander zu reflektieren und konkrete Maßnahmen zu dessen Verbesserung zu entwickeln.

Der Prayerspace ist vorbereitet und die Schüler kommen: Wie sieht die Durchführung praktisch aus?

Eine Unterrichtsstunde von 45 Minuten bietet sich an den meisten Schulen für einen Besuch eines Prayerspace an. Nach dem Ankommen der Schülerinnen und Schüler gibt es eine kleine Einführung zum Thema, anschließend haben die Jugendlichen rund 30 Minuten Zeit, den Raum zu erkunden und ihn für sich zu nutzen. Dabei bleibt es ihnen überlassen, ob sie sich die Gebetsstationen nur anschauen und sich vielleicht mit den aufgeschriebenen Gebeten anderer identifizieren, ob sie im Stillen nachdenken und beten oder selbst etwas aufschreiben wollen. An manchen Stationen haben sie auch die Möglichkeit, eine symbolische Handlung durchzuführen oder etwas mitzunehmen.

Am Ende der Zeit haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, die Gruppe nochmal für fünf Minuten für eine „Blitzlichtrunde“ zu sammeln. Sie können dann entweder ihren Gesamteindruck aussprechen oder auf einen Zettel schreiben und diesen beim Verlassen des Raumes abgeben oder an die Tür heften.

Es hat sich bewährt, den Prayerspace zusätzlich in den Pausen zu öffnen. Gut geeignet für einen Prayerspace sind auch der Tag der offenen Tür oder eine Projektwoche.

Welche Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrern, Eltern gibt es bereits?

Lehrer und Schüler berichten von einem positiven Einfluss auf das Schulklima. Vor allem dann, wenn die gesamte Schule beteiligt ist oder mehrere Jahrgänge parallel teilnehmen. Einige Schulen haben deshalb schon mehrere Prayerspaces organisiert.

Hier einige Stimmen:

„Die Ängste und Hoffnungen der anderen waren den meinen sehr ähnlich.“ – Schülerin

„Alle begleitenden Lehrer staunten, wie ruhig die Schülerinnen und Schüler tatsächlich waren.“ – Lehrerin

„Die Sorgenwand fand ich am besten. Zu Hause bete ich nie, aber über manche Sachen kann man einfach nicht mit anderen reden.“ – Schüler

„Prayerspaces haben mich angeregt, darüber nachzudenken, wer im Himmel lebt und warum ich lebe.“ – Schüler

Theologischer Hintergrund

Den katholischen Schwestern und Brüdern ist diese Aktion meist gut vertraut: Zu Beginn der 40-tägigen Passionszeit an Aschermittwoch feiern diese in der Regel Gottesdienste, die die Symbolhandlung „Aschekreuz“ beinhalten. Hintergrund ist die Bußwilligkeit von Menschen, also die Umkehrbewegung des Menschen, der Verstrickung in Unrecht, Krisen, Sackgassen, Begrenzungen erfährt und persönliche Schuld einsieht und zu spüren bekommt: Konflikte, Spannungen, Verluste, Krankheit und Tod jagen den Moder des endlichen Lebens in alle Glieder.

Der Geschmack des Endlichen und des Schuldiggewordenseins fand nach biblischer Tradition seinen Ausdruck darin, dass die Bußfertigen zu Beginn der Bußzeit ein Bußgewand überstreiften und mit Asche bestreut wurden. Und durch Gottes Vergebung wurde diesem Eingeständnis, ja Bekenntnis zu persönlicher Verstrickung ein Neustart des Lebens möglich.

Je nach Situation, kann man die Symbolhandlung somit inhaltlich eher auf „Schuld und Neuanfang“ oder aber „Endlichkeit und Leben“ ausrichten.

Die Symbolhandlung als Baustein für die Praxis

Setzt man für den Verlauf eines Gottesdienstes bzw. einer Andacht den klassischen 4-Schritt an (Eröffnung, Verkündigung, Mahlfeier und Sendung), so empfiehlt es sich, die Symbolhandlung dort zu platzieren, wo normalerweise die Mahlfeier vorgesehen ist, also als dritte Phase. Auf diese Weise gewinnt dann die Verkündigung an sinnlicher Tiefe, und es wird eine Art „Verkostung“ des Wortes Gottes erlebt. Nach Predigtimpuls und Lied kann man dann folgendermaßen weitergehen:

1. Anmoderation
Erläutern, was nun folgt und um was es geht: Dabei kann auf die theologischen Hintergründe zurückgegriffen werden (s. oben).
Exemplarisch: Immer wieder stoßen wir an Grenzen und spüren, wie schnell Leben sich ändern kann: Beziehungen, Situationen, Interessen… Wie schnell Enttäuschung der Dankbarkeit, Scheitern dem Erfolg, Tränen dem Lachen, Bitterkeit der Weitherzigkeit folgt: Spuren der Endlichkeit unseres Lebens. Auch Spuren des eigenen Schuldigwerdens.

Menschen des Glaubens haben diese Erfahrung immer wieder mit einer Asche-Handlung verbunden – dies wollen wir nun auch: Wir bilden einen Kreis und beten miteinander, danach habt ihr Gelegenheit, euch Asche in Form eines Kreuzes auf die Stirn zeichnen zu lassen und dabei etwas von den eigenen Grenzen, aber auch etwas von der Güte Gottes zu spüren. Wem die Stirn nicht recht ist, kann das Kreuz auch in die Innenfläche seiner rechten Hand gezeichnet bekommen. Wem beides nicht recht ist, darf einfach so mit dabei sein.

So lasst uns nun beten und Gottes Leben suchen…

2. Beichtgebet
Entweder stehen die Mitfeiernden dabei noch am Platz oder sie haben einen Kreis vor dem bzw. um den Altar gebildet.
Exemplarisch: Gott, immer wieder laufe ich gegen die Wand, bin schnell zum Streit, schlage mit Worten auf andere ein und der Raum zum Leben wird klein. Meine Liebe reicht so oft nur bis zur eigenen Haustür: den leidenden Fremden davor oder in der Ferne vergesse ich. Ich bin nicht der, der ich sein soll. (kurze Pause lassen) Jetzt aber holst du mich ein: Begegne mir, berühre mich, bewege mich. Amen

3. Aschekreuz-Handlung

  • Ich bringe etwas Asche aus der Schale an den Daumen (oder Mittel- und Zeigefinger) und ziehe damit einen senkrechten Strich auf die Stirn (oder eben Handinnenfläche), dabei spreche ich der Person zu: „Von Erde bist du genommen, zu Erde wirst du wieder werden.“
  • Dann (evtl. nochmals Asche an den Finger bringen) folgt ein waagerechter Strich mit den Worten: „Doch Christus hat sich für dich hingegeben, damit du lebst.“
  • Wir schenken uns eine Zeit der Stille (im Stehen).
  • Diese Sequenz wird mit einem biblischen Zuspruch, einer Verheißung  Gottes beendet, die ich mit größtmöglicher Zuwendung ggü. den Menschen zum Ausdruck bringe, also am besten auswendig! 
  • Exemplarisch könnte es heißen: „Christus spricht: Ich lebe, und du sollst auch leben! Sein Leben gilt dir. Amen.“

Hinweise

  • Die meisten werden das Kreuz auf die Stirn zulassen, manchen aber ist es vielleicht angenehmer, eine offene Handinnenfläche hinzuhalten.
  • Überhaupt ist es entscheidend für die Atmosphäre, dass Symbolhandlungen (egal welcher Art) immer freundlich- werbend als Angebot eingeführt werden. Druck und Zwang öffnen keinen Weg!
  • Wie bei einer Salbungs-Handlung kann diese Aschekreuz-Aktion tief unter die Haut gehen. Emotional ergriffene Reaktionen sind wahrscheinlich, denn Menschen spüren ja in diesem Moment Belastendes und Befreiendes zugleich! Ihnen wird bewusst: „Ich bin endlich, ohnmächtig, vergänglich – und doch gilt mir die Güte Gottes.“  – Haben wir Ressourcen, um sie ggf. darin nicht allein zu lassen (seelsorgerliche Begleitungsangebote)?
  • Asche ist nicht gleich Asche: Es gibt dunkle und helle Ascheteilchen. Kann dies die in der Handlung eröffnete Erfahrung noch zusätzlich anschaulich vertiefen?

Mit diesem Gebet beten wir um eine gute Grundhaltung für Kirche Kunterbunt und unser Leben. Es beinhaltet die fünf Grundwerte von Kirche Kunterbunt:

  1. gastfreundlich
  2. generationen-übergreifend
  3. kreativ
  4. fröhlich feiernd
  5. christus-zentriert

Es ist sowohl im Mitarbeiter:innen Team, als auch in der Feier-Zeit einer Kirche Kunterbunt einsetzbar.

Beschreibung:

Für das Gebet zu den 5 Grundwerten von Kirche Kunterbunt stehen alle auf. Sinnvoll ist, dass eine:r das Gebet spricht (schwarze Schrift) und eine:r andere die Bewegungen dazu macht.

Grundwerte-Gebet
Jesus,
Mit DIR ist das Leben bunt.
mit Jubelruf Arme ausbreiten
Alle sind willkommen.
mit offenen Armen die anderen anschauen und anlachen
Junge und Alte, Kleine und Große gehören dazu.
auf alle in der Runde zeigen
Wir probieren Vieles aus und spüren, was in uns steckt.
mit den Fingern in die Luft zählen und dann beide Fäuste ballen wie ein Sieger
Gemeinsam feiern wir das Leben.
Jubelsprung (gerne mit Jubelruf)
In allem richten wir uns an DIR aus.
Arme nach oben und nach oben schauen

Jesus,
in unserem Leben gibt es so viel zu entdecken.
eine Hand über die Augen und entdeckend umschauen
Das ist toll – ein großes Geschenk.
Daumen nach oben
Danke.
verneigen
Amen

Bewegungen zum Grundwerte-Gebet

Bei Freunden eingeladen, der erste Jugendkreis nach dem Lockdown, ein bunter Jugendgottesdienst oder mal wieder zu Besuch bei netten Menschen – es ist ein besonderes Gefühl willkommen geheißen zu werden. Arme und Türe sind geöffnet. Du bist willkommen und wirst freundlich begrüßt. Daran knüpft die Jahreslosung 2022 an, wenn Jesus sagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!“ (Johannes 6, 37)

Zur Jahreslosung findest Du hier einen Gottesdienstentwurf, Ideen fürs Bible-Art-Journaling, Lieder- und Filmvorschläge. Viel Freude damit!

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