Deine Hand ist über mir

Zielgedanke

Die Kinder sollen erfahren, was Segen bedeutet.

Merkvers

Der Herr denkt an uns und segnet uns. Psalm 115,12a

Situation der Jungscharler

Unsere Gesellschaft hat leider kein gutes Bild von Gott. Er wird von vielen als der Strafende und Ermahnende gesehen, also als strenger Richter und totale Spaßbremse, oder als der Distanzierte, der keine Ahnung vom Leben hat.

Kinder werden auch von dem geprägt, was große Teile unserer Gesellschaft denken. Deshalb ist es umso wichtiger, ihnen Gott als wertschätzend, liebevoll, beschenkend, fürsorglich, … einfach total positiv darzustellen. Sie haben ein Recht darauf, den genialen, lebendigen Gott kennenzulernen – und nicht nur ein verbogenes Schattenbild!

Gott hat Freude am Leben und Freude an den Menschen. Deshalb ist es so wichtig, den Kindern Freude, echte Lebensfreude, zu vermitteln, und Wertschätzung. Und deshalb sollen ihnen auch unsere Treffen Spaß machen.

Erklärungen zum Text

Mose befindet sich mit dem Volk Israel immer noch im Gebirge Sinai, wo er von Gott die steinernen Tafeln bekommen hatte (2. Mose 20). Aber der Aufbruch steht kurz bevor. Sehr bald werden sie durch die Wüste weiterziehen. Sie haben noch einen weiten Weg vor sich. Deshalb ist Gottes Segen umso wichtiger.

Segnen heißt beschenken, Gutes geben und auch gute Worte zusprechen. Das war nicht nur Priestern überlassen, sondern im AT haben z. B. auch Eltern ihre Kinder, Kinder ihre Eltern, der König das Volk usw. gesegnet.

In unserem Text hat das Segnen nichts mit irgendwelchen äußerlichen Handlungen zu tun, sondern ist einfach an Gottes Worte gebunden. Aaron und seine Nachkommen sollen diese Worte dem Volk zusprechen, aber der eigentlich Segnende ist Gott selbst (V.27)!

Der dreieinige Gott handelt im Segen – Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist (wie auch in 2. Kor 13,13). So ist auch unser Text in drei Segensaussagen unterteilt. Sie sind keine bloßen Wünsche oder Bitten, sondern Gottes Versprechen.

V.24-26: „der Herr …“ – Hier steht im hebräischen das Wort „Jahwe“. So hat Gott sich dem Mose am brennenden Dornbusch (2. Mose 3) vorgestellt. Jahwe bedeutet „Ich bin da“ (bzw. auch „Ich war da“ und „Ich werde da sein“). Es ist ursprünglich ein Verb, und zwar ein Verb, das ein Objekt braucht. In unserer deutschen Sprache ist z. B. das Verb „umarmen“ solch ein Verb. Denn der Satz „Ich umarme“ ist unvollständig und erfordert die Frage: Wen denn? – Jahwe heißt also nicht nur „Ich bin da“, sondern „Ich bin da für dich/euch“. Das ist Gottes Programm; er ist da für dich und mich.

V.24: „Der ‚Ich bin da für dich‘ segne dich und behüte dich.“ Unser genialer und liebevoller Gott will beschenken und beschützen. Und mit den Geschenken ist Gott nicht geizig! Siehe z. B. Johannes10,10 („Leben im Überfluss“) und auch Psalm 23,5 („übervoll“; Gott lässt den Becher überfließen).

V.25: „Lasse sein Angesicht leuchten über dir“ bedeutet ein frohes, strahlendes Gesicht. Wie z. B. eine Mutter auf ihr Kind sieht. Gott strahlt über dich! Er freut sich über dich!

Das Wort gnädig hängt von seiner Bedeutung im Hebräischen ganz eng mit dem Wort „sich herabneigen“ zusammen. Gott neigt sich zu uns herab wie eine Mutter oder ein Vater, die sich tröstend ihrem Kind zuwenden und dadurch mit ihm auf Augenhöhe sind.

V.26: „Erhebe sein Angesicht über dich“ – Wenn du jemand ignorieren willst, siehst du ihn nicht an. Du meidest Kontakt, auch Blickkontakt. Aber der „Ich bin da für dich“ macht das Gegenteil: Er nimmt dich wahr, er sieht dich an, er beachtet dich, er schätzt dich sehr.

Das hebräische Wort, das mit „gebe“ übersetzt wurde, ist besser mit „richte auf“, „schaffe“ zu übersetzen. Und das Wort „Friede“ ist das bekannte hebräische Wort „Schalom“. Das bedeutet viel mehr als Friede: Wohlsein durch und durch, Unversehrtheit, Heil, Glück, Gesundheit, Sicherheit, Ruhe, Freude, … Das alles will Gott schenken.

V.27: Er will sogar mit seinem Volk ganz zusammengehören: Durch die Segensworte soll Aaron Gottes Namen auf die Menschen legen. Er verbindet seine Person mit seinem Volk.

Treffpunkt    

Spiele

Bonbons fangen

Jeder Teilnehmer erhält ein Bonbon, welches an einer langen Schnur hängt. Die Bonbons werden in die Mitte gelegt und alle stehen im Kreis herum und halten ihren Faden fest. Ein Spieler ist der Fänger. Er hat einen Eimer in der Hand. Es wird Musik eingespielt. Wenn die Musik stoppt, dann muss der Fänger ganz schnell den Eimer über die Bonbons stülpen und die anderen Mitspieler müssen ihre Bonbons wegziehen. Der Fänger darf alle Bonbons behalten, die unter dem Eimer sind.

Bonbons essen

Jeder Mitspieler erhält einen Bonbon, den er sofort essen muss. Die Aufgabe besteht nun darin, das Bonbon auszuwickeln. Dabei darf er seine Hände nicht benutzen. Man kann dieses Spiel auch als Wettbewerb durchführen, dann wird die Zeit gestoppt, die ein Spieler braucht, bis er sein Bonbon ohne Papier im Mund hat.

Bonbons angeln

Zur Vorbereitung wird an Bonbons eine Büroklammer befestigt. Außerdem wird eine Angel gebaut. An einen Stock wird ein Bindfaden geknotet und an das Ende des Bindfadens wird ein Magnet befestigt. Die Bonbons mit den Büroklammern kommen in eine Schüssel. Sie werden hinter ein Tuch gestellt, sodass die Schüssel nicht mehr zu sehen ist. Jeder Teilnehmer hat nun drei Versuche, Bonbons zu angeln. Er darf die geangelten Bonbons behalten.

Eingefrorene Gummibärchen

Zur Vorbereitung werden bei der Herstellung von Eiswürfeln Gummibärchen eingefroren. Jeder Mitspieler erhält nun einen solchen Eiswürfel. Er muss ihn in den Mund nehmen und das Gummibärchen freilutschen. Wer als erstes sein Gummibärchen befreit hat, hat gewonnen.

Aktion

Gemeinsames Essen

Da es heute darum geht, zu beschenken und Gutes zu geben, sind die Kinder gleich am Anfang zu einem leckeren Essen eingeladen: Auf einem schön geschmückten Tisch stehen einige Leckereien wie z. B. Kuchen, Donuts, Kekse, Käsestangen, … Ankommen und die Gemeinschaft genießen.

Knackpunkt

Nach dem Essen sollte möglichst der Raum gewechselt werden, um für den Knackpunkt nicht mehr vom Essen abgelenkt zu sein.

Jetzt kann kräftig gesungen werden. Die Kinder dürfen sich Lieder wünschen. Das ist auch eine gute Art, die Kinder für den Knackpunkt etwas ruhiger werden zu lassen.

Den Kindern wird erklärt, in welcher Situation sich Mose und das Volk Israel befinden (noch im Sinai, kurz vor dem Aufbruch, weiter Weg vor sich, …). Dann werden die Kinder gefragt, was sie jemandem sagen würden, der eine weite Reise vor sich hat. Es werden vermutlich solche Sätze fallen wie: „Komm gut wieder“, „Pass auf dich auf“, „Gute Reise“, …Das sind gute Wünsche, gute Worte. Bevor Mose mit dem großen Volk Israel aufbrach, hat Gott ihnen auch Gutes gesagt. Gute Worte sagen und Gutes tun sind schöne Geschenke. Gott schenkt so gern! Dieses Schenken wird auch „Segnen“ genannt. Es ist ein Segensspruch, den Gott selbst seinen Leuten zusagt. Es ist wie ein großes Versprechen vom liebenden Gott an seine Menschen.

Um den Kindern nun nach und nach den „Aaronitischen Segen“ beizubringen, wird jeweils ein Bild gezeigt und einige erklärende Worte dazu gesagt.

  1. Bild: Geschenk – für „der Herr segne dich“

Wenn jemand ein Geschenk bekommt, ist das immer ein schönes Ereignis. Es stellt sich die spannende Frage: was wird drin sein? Wenn es dann ausgepackt wurde, ist meistens die Freude groß und der Beschenkte merkt: Hier hat jemand etwas Gutes für mich getan. Wenn Gott uns segnet gibt er uns ein Geschenk. Er tut uns etwas Gutes.

  • Bild: Hut – für „und behüte dich“

Was habt ihr für Kopfbedeckungen und welchen Sinn hat es überhaupt, dass man eine Mütze oder einen Hut aufsetzt. Jetzt werden verschiedene Antworten gegeben zum Beispiel Schutz vor Sonne oder Regen oder Kälte, auch Schutz vor Verletzungen (Helm). Der Hauptgrund ist immer Schutz. Gottes Segen ist ein Schutz für jeden von uns persönlich.

  • Bild: strahlender Smiley/Gesicht – für „der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir“

Habt ihr schon einmal jemanden beobachtet, der ein Geschenk auspackt. In dem Geschenk entdeckt er etwas, was er sich schon ganz lange gewünscht hat. Wie sieht dann sein Gesicht aus? Er lächelt, seine Augen glänzen und er strahlt. Jeder kann es sehen, dass seine Freunde riesengroß ist. Er ist glücklich. Solch einen glücklichen Gesichtsausdruck hat Gott, wenn er dich sieht und dir seinen Segen zuspricht.

  • Bild: Erwachsener, der sich zu einem Kind hinunterneigt – für „und sei dir gnädig“

Stellt euch vor ein kleines Kind ist hingefallen. Es hat sich das Knie aufgeschrammt und dicke Tränen rollen aus den Augen. Dann kommen die Eltern des Kindes dazu. Was tun sie? Sie beugen sich zu dem Kind hinunter, trösten es. Keine Eltern stellen sich daneben hin und sagen: „Wenn du Hilfe brauchst, dann kannst du zu uns hochkommen.“ Gott macht es wie ein Vater oder eine Mutter. Er beugt sich herab und ist mit mir ganz persönlich auf Augenhöhe.

  • Bild: freundliche Augen – für „der Herr erhebe sein Angesicht über dir“

Seine Augen sehen mich freundlich an. Man kann Menschen auf unterschiedliche Art und Weise anschauen. Man kann sie genervt anschauen oder wütend oder mitleidig, man kann sie aber auch liebevoll und freundlich anschauen. Genauso liebevoll schaut uns Gott an, wenn er uns das Geschenk des Segens überreicht.

  • Bild: Friedenstaube – für „und gebe dir Frieden.“

Die Taube kommt schon in der Geschichte von Noah und der Sintflut vor. Noah schickte eine Taube von der Arche los und die kam wieder mit einem Olivenzweig im Schnabel. Das macht deutlich, dass Leben auf der Erde wieder möglich ist und der Mensch Frieden mit Gott schaffen kann. 1949, nach dem 2.Weltkrieg, fand in Paris ein weltweiter Friedenskongress statt. Der Künstler Pablo Picasso schuf dafür ein Logo, die Silhouette einer Taube. Seitdem ist die Friedenstaube ein weltweites Symbol dafür, dass Frieden möglich ist. Der Segen macht besonders deutlich, dass Frieden zwischen Menschen und Gott möglich ist.

Nachdem der Inhalt des „Aaronitischen Segens“ erklärt wurde, wird er nun noch erlebt. Dazu werden die Begriffe, die auf den Bildern zu sehen sind pantomimisch dargestellt (schenken, Hut, strahlend, hinunterbeugen, freundlich, friedvoll – z. B. jemand die Hand reichen)

Die Pantomime wird nun nach und nach wiederholen und dazu wird der Segenstext gesprochen.

Es ist für die Kinder eine Hilfe, den Text auch lesen zu können. Deshalb sollte er Stück für Stück an eine Wand geklebt, auf eine Tafel geschrieben oder auf den Boden vor die Kinder gelegt werden.

Doppelpunkt

Zum Vertiefen des Segenszuspruchs werden verschiedene Möglichkeiten durchgeführt.

Eine Fotowand erstellen

Die Kinder machen entsprechend der 6 Bilder bzw. der 6 Pantomimen zum Segenszuspruch ihre eigenen Fotos. Viele Kinder haben Handys dabei, mit denen sie fotografieren können. Man kann aber auch einfache Kameras zur Verfügung stellen. Diese Bilder werden angeschaut oder sofort ausgedruckt. Wenn das nicht möglich ist, sollte man sie auf alle Fälle bis zum nächsten Mal ausdrucken und dann mit den Kindern auf einen Tonkarton kleben. Dazu werden passend die jeweiligen Worte des Segens geschrieben.

Gutscheine gestalten

Die Kinder machen sich Gedanken darüber, was sie jemand anderem schenken könnten. Dann bekommen sie Papier, Stempel, Sticker, Stifte, Kleber …, um sich einen Gutschein für diese Person basteln zu können.

Wunschspiele spielen

Einige Kinder sind immer am meisten begeistert, wenn sie ein bestimmtes Spiel, zum Beispiel Fußball oder Verstecken im Dunkeln spielen dürfen. Deshalb wäre es gerade heute eine Chance, die Kinder damit zu „beschenken“, dass sie ausgiebig ihr Lieblingsspiel spielen dürfen.

Den Merkvers lernen

Der Merkvers aus Psalm 115,12a ist eine knappe Zusammenfassung des ausführlichen Aaronitischen Segens. Die Worte „Der“, „Herr“, „denkt“, „an“, „uns“, „und“, „segnet“, „uns“ werden ausgedruckt und laminiert. Anschließend packt man diese Worte in Geschenkpapier und versteckt sie im Gemeindehaus oder auf dem Gelände. Die Kinder suchen die Worte, packen sie gemeinsam aus und bringen sie in die richtige Reihenfolge.

Schlusspunkt

Alle können sich einander singend segnen mit dem Segenslied „Der Vater im Himmel segne dich“.

Anschließend segnet ein Mitarbeiter die Kinder mit 4. Mose 6,24-26. Am Ausgang bekommt jedes Kind diesen „Aaronitischen Segen“ auf einem Zettel laminiert geschenkt. Diese laminierten Zettel könnten auch in Geschenkpapier gepackt sein. Der Text kann auch einfach als kleine Schriftrolle zusammengebunden werden (bei dieser Form sollte er natürlich nicht laminiert sein).

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach spitze

  • Nr. 14 Vom Anfang bis zum Ende
  • Nr. 15 Gottes große Liebe
  • Nr. 41 Von oben und von unten
  • Nr. 62 Nichts, nichts kann uns trennen
  • Nr. 150 Der Vater im Himmel segne dich

Aus: Kinder feiern Jesus

  • Nr. 134 Es ist supermegastark

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zur Wüstenwanderung des Volkes Israel aus JUMAT 1/17. In der Reihe sind einzelne, besondere Begebenheiten zusammengefasst. Die drei großen Geschichten sind: Der Aussatz von Mirjam, die Bileamserzählung und der Bericht über die eherne Schlange. Außerdem enthält die Reihe eine Einheit zum Thema Segen, bei der der aaronitische Segen der Ausgangspunkt ist.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

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