Shift your ground

Worum geht’s?

Eineinhalb Jahre Corona. Viele Lockdowns. Jugendarbeit fand entweder online, mit Abstand und Maske oder gar nicht statt. Jugendliche sind seit Monaten darauf fokussiert, ihren eigenen Alltag mit sich ständig ändernden Regelungen zu meistern. Welche Rolle spielt dabei ihr Glaube? Uns brennt auf dem Herzen, dass Jugendliche wieder ganz neu ihren Alltag aus Gottes Perspektive sehen können: Welche Geschichte schreibt Jesus in meinem Leben? Wie kommen seine und meine Welt zusammen? Wie kann ich seine Liebe weitergeben?

Dafür haben wir SHIFT your ground entwickelt. Drei interaktive Abende mit Games und Tiefgang sollen dabei helfen, deine Jugendgruppe neu zu beleben und den Glauben in den Alltag zu holen. Wir stellen dir alles zur Verfügung, was du dafür brauchst. Anhand des Materials kannst du die Abende selbst gestalten.

Inhalte der Abende

1. Abend: SHIFT your ground_Know your story

Was hast du mit Gott bisher schon erlebt und was hast du weiterzuerzählen? Entdecke die Geschichte, die dein Leben erzählt.

2. Abend: SHIFT your ground_Unite your world

Dir kommt es so vor, als gäbe es eine Welt mit christlichen Freunden und eine mit allen anderen? Manchmal kostet es ganz schön viel Kraft, beide Welten auseinanderzuhalten. Doch was, wenn beide aufeinander träfen? Entdecke mit Jesus neue Perspektiven.

3. Abend: SHIFT your ground_Love your school

Was wäre, wenn Gott die Leute in deiner Schule liebt? Was würde sich ändern, wenn du mit Jesus zur Schule gehst? Entdecke wie seine Liebe deine Schule verändern kann.

Die Abende bauen inhaltlich aufeinander auf. Trotzdem sind sie so konzipiert, dass Teilnehmende an jedem Abend neu mit dazukommen können. Um den inhaltlichen Bogen kennenzulernen, empfehlen wir, im Vorfeld die Entwürfe für alle drei Abende durchzulesen. Am dritten Abend kann eine gemeinsame Aktion entstehen.

Ihr könnt die Abende selbst gestalten und an eure Situation vor Ort anpassen.

Auf www.shiftyourground.smd.org und direkt hier beim Stundenentwurf auf jo findet ihr alle zusätzlichen Materialien zu den Entwürfen (Vorlagen für Kleingruppen, Poetry-Text …) zum Download.

Um SchülerInnen gut begleiten zu können, ist uns der persönliche Kontakt zu ihnen wichtig. Und wir können mit euch überlegen, wie wir euch über SHIFT hinaus unterstützen und mit euch zusammenarbeiten können. Ein Besuch von uns bietet sich deshalb besonders am dritten Abend an. Über shiftyourground.smd.org könnt ihr einen Termin mit uns vereinbaren. Für die Unterstützung vor Ort haben wir ein Team aus Ehren- und Hauptamtlichen, die euch gerne besuchen.

HINWEISE ZUR GESTALTUNG

Wenn es in eurer Jugendgruppe einen bewährten Ablauf für eure Treffen gibt, überlegt, ob ihr die Entwürfe darin gut integrieren könnt oder ob ihr an diesen Abenden bewusst davon abweichen wollt. Hinweise für die Gestaltung der einzelnen Abende findet ihr in den jeweiligen Entwürfen. Die Entwürfe sind so konzipiert, dass sie in 45-60 Minuten durchgeführt werden können. Zeit für gemeinsames Singen/ Lobpreis, persönlichen Austausch, Ansagen… sind in die Zeit nicht mit eingerechnet. Vorschläge, wie ihr das Rahmenprogramm gestalten könnt, zusätzliche Spielideen und passende Lieder findet ihr in den jeweiligen Entwürfen.

Gemeinsam zu essen, hilft anzukommen und erleichtert, miteinander ins Gespräch zu kommen. Überlegt, ob ihr den Abend mit einem gemeinsamen Essen starten oder beenden könnt. Vielleicht lassen sich hier ja auch Erwachsene aus der Gemeinde gewinnen, für diese drei Abende ein Essen oder kleine Snacks vorzubereiten.

MIT ANDEREN JUGENDGRUPPEN

Jugendliche finden es interessant, andere Jugendliche kennenzulernen. Oft sind Schüler- Innen aus demselben Ort in unterschiedlichen Schulen und Gemeinden. Einige kennen sich und sind miteinander im Gespräch, andere würden feststellen, dass es noch andere Christen an der Schule gibt, die eine Jugendgruppe besuchen. Solche Begegnungen stärken die Gemeinschaft von ChristInnen an einer Schule und helfen ihnen, ihren Glauben im Schulalltag zu leben. Daher ist SHIFT eine ideale Möglichkeit,

andere Jugendgruppen einzuladen und die Abende gemeinsam zu gestalten. Dies fördert nicht nur die Begegnungen von Jugendlichen, sondern erleichtert euch auch die Durchführung. Jede Jugendgruppe kann einen ganzen Abend oder Teile davon übernehmen und gegebenenfalls auch Gastgeber sein.

Statt alle Abende gemeinsam zu gestalten, kann auch jede Jugendgruppe die ersten beiden Abende für sich durchführen und ihr macht aus dem dritten Abend ein gemeinsames Event. Hier könnte z.B. jede Gruppe einen Gang zu einem gemeinsamen Essen beisteuern.

Für die Abende gemeinsam mit anderen Jugendgruppen bieten sich folgende Elemente an:

Hängt eine große Stadtkarte auf und markiert darauf die Schulen. Die Jugendlichen kleben ein Post-it mit ihrem Namen zu der Schule, auf der sie sind bzw. waren. Markiert, an welchen Schulen es eine christliche Schülergruppe (SBK) gibt. Weist darauf hin, dass die Schüler-SMD SchülerInnen darin unterstützt, ihren Glauben an der Schule zu leben und eine Gruppe zu gründen. Näheres dazu am dritten Abend bzw. an dem Abend mit einem Gast der Schüler-SMD. Nehmt euch Zeit, um gemeinsam für Schulen zu beten. Dies kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise geschehen. Ihr könnt euch beispielsweise in Gruppen nach Schule bzw. Stadtteil oder Ort zusammenstellen. Die Jugendlichen tauschen sich in ihrer Gruppe über Gebetsanliegen aus und beten füreinander und für ihre Schulen.

 WENN CORONA ES ZULÄSST

Wir wissen nicht, was coronabedingt möglich sein wird, wenn ihr die Abende durchführt. Die Entwürfe gehen davon aus, dass bei der Durchführung reale Treffen möglich sind. Ihr müsst situationsbezogen entscheiden, was davon stattfinden kann und welche Regelungen dafür zu beachten sind. Welche Spiele könnt ihr spielen? Ist Singen möglich? Könnt ihr gemeinsam essen? Dürfen andere Jugendgruppen zu Besuch kommen? … Passt die Entwürfe kreativ an eure Situation an.

Shift your ground

Worum geht’s?

Eineinhalb Jahre Corona. Viele Lockdowns. Jugendarbeit fand entweder online, mit Abstand und Maske oder gar nicht statt. Jugendliche sind seit Monaten darauf fokussiert, ihren eigenen Alltag mit sich ständig ändernden Regelungen zu meistern. Welche Rolle spielt dabei ihr Glaube? Uns brennt auf dem Herzen, dass Jugendliche wieder ganz neu ihren Alltag aus Gottes Perspektive sehen können: Welche Geschichte schreibt Jesus in meinem Leben? Wie kommen seine und meine Welt zusammen? Wie kann ich seine Liebe weitergeben?

Dafür haben wir SHIFT your ground entwickelt. Drei interaktive Abende mit Games und Tiefgang sollen dabei helfen, deine Jugendgruppe neu zu beleben und den Glauben in den Alltag zu holen. Wir stellen dir alles zur Verfügung, was du dafür brauchst. Anhand des Materials kannst du die Abende selbst gestalten.

Auf dieser Website sind alle Infos zu SHIFT zu finden:
https://www.smd.org/schueler-smd/mitmachen/fuer-jugendgruppen/

Inhalte der Abende

1. Abend: SHIFT your ground_Know your story

Was hast du mit Gott bisher schon erlebt und was hast du weiterzuerzählen? Entdecke die Geschichte, die dein Leben erzählt.

2. Abend: SHIFT your ground_Unite your world

Dir kommt es so vor, als gäbe es eine Welt mit christlichen Freunden und eine mit allen anderen? Manchmal kostet es ganz schön viel Kraft, beide Welten auseinanderzuhalten. Doch was, wenn beide aufeinander träfen? Entdecke mit Jesus neue Perspektiven.

3. Abend: SHIFT your ground_Love your school

Was wäre, wenn Gott die Leute in deiner Schule liebt? Was würde sich ändern, wenn du mit Jesus zur Schule gehst? Entdecke wie seine Liebe deine Schule verändern kann.

Heute geht es um den dritten Abend:
Love your school

Entdecke, wie Gottes Liebe deine Schule verändern kann.

Zeit
in min
PhaseInhaltMaterialienMethodeWer?
2EinstiegBegrüßung, anknüpfen an den letzten Abend, ÜbersichtPlenumLeitung
2SMD-Gast vorstellenInterviewLeitung
5Icebreaker-SpielSpielLeitung
1HinführungEinleitung ins aktuelle ThemaBubbles bzw. Schul-Bubble vom zweiten AbendPlenumLeitung
3Spoken WordAudioclip, Abspielgerät und LautsprecherboxPlenum + HörenLeitung + Technik
5HauptteilÜberleitung zur
Gruppenphase inkl. Vorstellung der Gruppen
PlenumLeitung bzw.
GruppenleiterInnen
20GruppenphaseBlatt für die Gruppe, StifteGruppenarbeitGruppenleiterInnen
Jugendliche
6Bericht aus den GruppenPlenumGruppenleiterInnen
Jugendliche
5Call to ActionKonkret werdenBlatt für die Gruppe,
Stifte
GruppenarbeitGruppenleiterInnen
Jugendliche
2Vorfreude teilenAufziehspielzeugPlenumLeitung
Jugendliche
5AbschlussGebetszeitDekomaterialien für GebetseckePlenum und/ oder GruppenBand, Leitung
3Commitment/SegenLiedtext/SegenstextPlenumLeitung
2SHIFT abschließen, SMD-Gast verabschiedenPlenum

GEDANKEN ZUM THEMA

Zielgedanke

Der Abend führt die Gedanken des ersten Abends (es ist gut, Jesus zu kennen und mit ihm zu leben) und des zweiten Abends (als ChristIn in allen Bubbles authentisch leben) weiter. Die Jugendlichen bekommen eine Idee davon, wie ihr Glaube im Schulalltag konkret wird und sie dadurch Gottes Liebe praktisch weitergeben können. Sie entscheiden, in welcher Form sie das tun und erfahren, wie ihr als Gemeinde und die Schüler-SMD sie dabei unterstützen können.

Hörerperspektive

Die Situation an den jeweiligen Schulen ist sehr unterschiedlich. An manchen Schulen gibt es viele Christen, andere fühlen sich als einzige/r ChristIn allein an der Schule. Die Schulen sind unterschiedlich offen für aktiv gelebtes Christ- sein: Gründung einer Gruppe (Schülerbibelkreis), Aktionen an der Schule… So empfinden die SchülerInnen es unterschiedlich heraus- fordernd, ihren Glauben an der Schule aktiv zu leben. Manche werden sich daher auf das Planen gemeinsamer Aktionen freuen. Andere Jugendliche werden sich eher zögerlich darauf einlassen. Dieser Jugendkreis kann jedoch zeigen, dass die Motivation durch eine gemeinsame Aktion steigen kann. Als Gemeinschaft unterwegs zu sein, stärkt das Selbstvertrauen, Glauben weiterzugeben.

Biblischer Hintergrund

Grundlage ist kein einzelner Bibeltext, sondern eine Grundbotschaft der Bibel, nämlich das Doppelgebot der Liebe: Liebe Gott über alle Dinge und deinen Nächsten wie dich selbst (Markus 12,29-31). Jesus ermutigt seine NachfolgerInnen, die empfangene Liebe an ihre Mitmenschen (= Nächsten) weiterzugeben. Diese Liebe zeigt sich auch im konkreten Tun. Jesus selbst ist darin Vorbild. Wie er das Licht der Welt ist, sollen wir Licht sein und unsere guten Taten leuchten lassen (Matthäus 5,14-16). Für die SchülerInnen sind ihre MitschülerInnen ihre Nächsten und der beste Ort zum Leuchten der, wo sie in ihrem Alltag viel Zeit verbringen: die Schule.

TIPPS FÜR DEN ABEND

Raumgestaltung und Dekoideen

Ihr könnt die Schul-Bubble-Idee des zweiten Abends aufgreifen und den gesamten Raum mit Schulmaterialien gestalten.

Hängt eine große Stadtkarte auf und markiert darauf die Schulen, auf die eure Jugendlichen gehen. Die Jugendlichen kleben ein Post-It mit ihrem Namen zu der Schule, auf der sie sind bzw. waren. Markiert, an welchen Schulen es eine christliche Schülergruppe (SBK) gibt.

Ideen zur Gestaltung des Rahmenprogramms

Begrüßt die Jugendlichen persönlich und bittet sie, ihr Post-it zu kleben (siehe oben).

Wie wäre es, SHIFT your ground am Ende des Abends ausklingen zu lassen?

Feierlich, indem ihr beispielsweise Cocktails vorbereitet und mit den Jugendlichen auf die Abende anstoßt?

Oder lebhaft, indem ihr das Lieblingsspiel der letzten Abende spielt.

Liedvorschläge

History Maker (Delirious?)
Jesaja 61 (Outbreakband)
Stadt, Land, Welt (Oliver Stehmann, Markus Wäsch)
Where you go, I go (Jesus Culture)
Every Move I Make (Hillsong)

 

DURCHFÜHRUNG DES ABENDS

Hinweis:

Gerade bei diesem dritten Abend und nach diesen drei Abenden am Stück kann wirklich etwas aufbrechen und losgehen. Wir wünschen uns, dass eure Jugendlichen aktiv werden. Habt das gerne auch für die Zukunft eurer Jugendgruppe auf dem Schirm. Fragt nach, wie die Aktionen anlaufen oder gelaufen sind und macht ihnen Mut dranzubleiben. Räumt immer wieder Zeit ein, dass sie erzählen können, was sie erlebt haben. Oder wiederholt eine Planungszeit, damit neue Projekte ausgetüftelt werden können.

Einstieg

Herzlich willkommen zum Finale von „SHIFT your ground!“ Heute ist der dritte und letzte Abend dieser Reihe. Vielleicht bist du heute das erste Mal dabei – gar kein Problem. Ich geb‘ dir ein kurzes Sumup zu dem, was bisher passiert ist. Bei SHIFT your ground geht es um eine neue Perspektive auf den Alltag. „Know your story“, der erste Abend, drehte sich darum, die Geschichte zu entdecken, die Jesus mit deinem Leben schreibt und schon geschrieben hat. Am zweiten Abend, „Unite your world“, haben wir sehen dürfen: Christsein authentisch leben, das geht überall, egal in welcher Bubble du dich bewegst. Der Abend heute steht unter dem Titel „Love your school“: Entdecke, wie Gottes Liebe deine Schule verändern kann.

Es erwarten dich ein Spiel und was auf die Ohren, du kannst dir aussuchen, wie du heute praktisch werden willst und Gebet wird auch nicht zu kurz kommen.

[Wenn niemand von der Schüler-SMD dabei ist, folgt hier kurz die Vorstellung der Schüler-SMD]: Die Idee zu SHIFT your ground kommt von der Schüler-SMD. Die Schüler-SMD ist ein Netzwerk von Christen aus unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden. Sie brennen für ihre Vision: von Jesus bewegt Schule zu bewegen. Deshalb haben sie SHIFT entwickelt und sind jetzt im ganzen Land in Jugendgruppen unterwegs. Denn nicht nur wir, sondern viele andere machen mit bei SHIFT your ground. Heute wird es praktisch, heute wird es nice. Let’s go.

1.) SMD-Gast vorstellen

Als erstes stelle ich euch aber einen Gast vor. Gegebenenfalls folgt hier die Vorstellung des Gastes. Neben den Hard Facts (Name, Alter, Wohnort) kann auch ein kleiner persönlicher Einblick gegeben werden, um etwas von der Fremde abzubauen, die man als Gast mitbringt. Beispielsweise: „Eine wirklich peinliche Story aus meinem Leben bzw. meiner Schulzeit.“

2.) Icebreaker

Um Kopf und Körper in Bewegung zu bringen, starten wir mit einem Spiel. Wir schlagen „Ha-Ha-Hu“ vor. Es ist, falls nötig, auch auf Distanz möglich und nicht unbedingt jeder Gruppe bekannt. Es ermöglicht einen lässigen Einstieg auch mit ggf. unbekannten Gästen. Außerdem bewegt man sich ein wenig. Die Spiel-Anleitung ist bei den Download-Materialien zu finden.

Hinführung

1) Anknüpfung an den zweiten Abend, Einleitung ins aktuelle Thema

Beim letzten Abend ging es um die unterschiedlichen Bubbles, in denen wir uns bewegen. Heute soll es um Schule als eine dieser Bubbles gehen. Dazu habe ich euch eine Story mitgebracht. Hört rein.

2)    Spoken Word (Audio)

Diese Audio – ein extra für diesen Abend verfasstes Spoken Word – gibt es im Downloadbereich für den heutigen Abend.

Hauptteil

1. Überleitung zur Gruppenphase und Vorstellung der Gruppen

Ich träume davon, dass das passiert. Dass Schüler und Schülerinnen ihre Schule lieben. Nicht weil ihre Schule so liebenswürdig ist. Vielleicht auch. Aber vor allem, weil sie Gottes Traum leben: Alle Menschen sollen seine Liebe erleben. Zu lieben ist das wichtigste Gebot, sagt Jesus: Liebe Gott über alle Dinge und deinen Nächsten wie dich selbst (Markus 12,29-31). Liebe deine Mitmenschen, so wie Gott dich liebt. In deiner Schul-Bubble kannst du zum Sprachrohr für seine Liebe werden.

Wir wollen heute gemeinsam entdecken, wie Gottes Liebe eure Schulen verändern kann. Wir schmeißen heute Abend unser Know-how zusammen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie wir den Leuten um uns herum Gottes Liebe zeigen können. So, dass es zu dir und zu deiner Schule passt. Denn um deine Schule zu lieben, dafür gibt es keine Patentlösung und keinen Stufenplan.

Lass dir von Gott Liebe für deine Schule schenken, die du weiter verschenkst. Deine Schule verändert sich durch dich. Du bist Teil von Gottes Crew, die deinen Leuten in der Schule zeigt, dass Gott sie liebt. – Und das wird sie verändern. Du weißt am besten, wie es um deine Schule steht und wie es den Leuten darin geht. Du kennst das Schulklima und die Stimmung in deiner Klasse. Du bist der/die ExpertIn. Das Wissen zapfen wir an und haben dann heute Abend Folgendes vor: …

Die Gruppen werden von der Gruppenleitung im Plenum vorgestellt. Die Jugendlichen können selbst entscheiden, an welcher Gruppe sie teilnehmen. Wenn möglich, sollte pro Gruppe ein/e MitarbeiterIn dabei sein, der/die den Ablauf der Gruppenphase kennt und die Gruppe leitet.
Wenn jemand von der Schüler-SMD zu Gast ist, bietet es sich an, dass er/sie in der Gruppe A) „Wie können wir gemeinsam Schule bewegen“ ist bzw. diese leitet.

Für die Gruppenphase braucht ihr bis zu vier Räume bzw. Bereiche, in denen sich die Gruppen treffen können.

Jede Gruppe beginnt, falls nötig, mit einer kurzen Vorstellungsrunde und mit einer Austauschrunde, warum die Jugendlichen diese Gruppe gewählt haben und was ihre Erwartungen sind.

Am Ende der Gruppenphase soll jeweils Zeit sein, dass die Einzelnen konkrete persönliche nächste Schritte festhalten und verabreden, wer anschließend im Plenum kurz aus der Gruppe berichtet und Ergebnisse vorstellt.

2)   Gruppenphase

Für jede Gruppe gibt es eine Vorlage zum Ausdrucken mit allen Infos zur Gruppenphase. (» siehe Downloadmaterial)

Gruppe A) Wie können wir gemeinsam Schule bewegen?

Hier geht es darum, eine Gruppe (SBK) an der Schule zu gründen.

Es gibt Hilfestellungen zur Gründung und Material zur Gestaltung.

Gruppe B) Wie kann ich allein Schule bewegen?

Hier geht es darum, wie die SchülerInnen als einzelne ihren Glauben im Schulalltag leben können. Zum einen ist Zeit, dass die Jugendlichen eigene Ideen und Gedanken dazu austauschen und sich dadurch gegenseitig ermutigen und inspirieren. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, Beispiele kennenzulernen und in der Gruppe zu diskutieren, was sich die einzelnen vorstellen können, selbst auszuprobieren.

Gruppe C) Eine Aktion gemeinsam planen

Hier geht es darum, eine Aktion an der Schule durchzuführen.

Von der Schüler-SMD bieten wir Material für zwei Aktionen an: Im Dezember zu Advent/Weihnachten und im Februar zu den Halbjahreszeugnissen.

Die  Aktionen werden den Jugendlichen vorgestellt und es wird besprochen, was passieren müsste, dass die Aktion stattfindet. Danach wird entschieden, ob sie die Aktion durchführen möchten. Natürlich nach Absprache mit der Direktion der Schule.

Gruppe D) Das weiße Blatt

Hier geht es darum, ganz eigene Ideen zu entwickeln, wie die Jugendlichen ihren Glauben im Schulalltag leben können.

Ihr könnt das Thema frei wählen. Vielleicht ist im Rahmen der SHIFT-Abende eine Idee aufgekommen, die ihr hier konkretisieren wollt. Vielleicht habt ihr als Gemeinde Kontakt zu einer Schule und überlegt mit den Jugendlichen wie sich eure Jugendgruppe bei einem bestehenden Projekt (Schüler-Café, Schulgottesdienste, Hausaufgabenhilfe …) engagieren kann oder überlegt, welches neue Projekt ihr entwickeln könnt.

3)    Berichte aus den Gruppen/ Ergebnisse vorstellen

Nach der vereinbarten Zeit kommen alle wieder im Plenum zusammen.

Wir hatten eine kreative/inspirierende/… Zeit in der Gruppe. Ich bin gespannt, von euch zu hören, worüber ihr gesprochen habt und welche Ideen ihr uns präsentiert.

Ermutigt die Jugendlichen, ihre Ergebnisse vorzustellen. Jede Vorstellung und Idee wird durch wertschätzende Kommentare oder auch durch Applaus gewürdigt. Je nach Gruppe sind die Ergebnisse wahrscheinlich auf einem unterschiedlichen Stand. Wenn eine Idee Potenzial hat, aber noch etwas Anschubkraft bräuchte und auch Jugendliche da wären, die die Aktion eigentlich umsetzen würden, nehmt euch doch gern nach dem Abend noch Zeit, hier Hilfestellung zu geben.

Wenn jemand von der Schüler-SMD mit dabei ist, kann er/sie an dieser Stelle die SchülerInnen darauf hinweisen, wie er/sie die Jugendlichen unterstützen kann. Wenn niemand vor Ort ist, bietet es sich sehr an, die Unterstützungsangebote der Schüler-SMD hervorzuheben und Interessierte mit dem/der jeweiligen RegionalreferentIn in Kontakt zu bringen. Wir unterstützen euch gerne tatkräftig mit Beratung, Begleitung, Gebet, Materialen etc. www.schueler.smd.org > Kontakt

4)   Konkret werden

Damit die Ideen aus der Gruppenphase auch Realität werden, kann es hilfreich sein, gleich an diesem Abend möglichst konkret zu vereinbaren, wie die Gruppe weiterarbeiten will bzw. ein nächstes Treffen zu vereinbaren. Dazu stellen sich die Jugendlichen nochmal kurz in ihren Gruppen zusammen. Die Mitarbeitenden dürfen an dieser Stelle gerne Hilfestellung geben, dass die Jugendlichen hier mit konkreten Vereinbarungen heraus gehen.

Ihr habt jetzt in eurer Gruppe noch ein paar Minuten Zeit, um abzusprechen wie ihr weitermachen wollt.

5)   Vorfreude teilen

Besorgt euch zur Veranschaulichung ein Aufziehspielzeug (z.B. Auto, tanzende Figur, hüpfender Hase …) und passt den folgenden Text entsprechend an.

Ich bin begeistert, von euren Ideen und total gespannt, was daraus entsteht. Gespannt, wie … (Spielzeug zeigen), das voll aufgezogen ist (Spielzeug aufziehen). Ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht. Ich freue mich drauf, dass … (Hier einfügen, worauf du dich besonders freust und Spielzeug starten). Worauf freust du dich? Stell dir vor, du setzt um, was du dir vorgenommen hast und es gelingt: Woran freust du dich besonders? (Blitzlichter in der großen Gruppe teilen.)

Abschluss

Love your school. Ihr habt jetzt viele praktische Ideen gesponnen, wie ihr von Jesus bewegt, eure Schule bewegen könnt. So gut! Ein wichtiger erster Schritt ist damit getan. Ich weiß nicht, wie es dir damit nun geht. Vielleicht bist du voller Tatendrang, endlich etwas zu bewegen. Vielleicht kannst du es gar nicht mehr abwarten, loszulegen. Vielleicht bist du aber auch noch etwas skeptisch oder hast Angst, was das jetzt bedeuten könnte. Wir haben jetzt eine Zeit, wo du all das vor Gott bringen kannst. Lass dich ausrüsten mit dem, was du gerade brauchst. Lass dich erinnern, dass Jesus dich nicht nur losschickt, sondern dass er selbst mitgeht. Jesus liebt deine Schule. Er schenkt dir seine Liebe und du darfst sie weitergeben.

1)    Gebetszeit

Hier soll es die Möglichkeit geben, das Gedachte vor Gott zu bringen. Angepasst auf die individuellen Bedürfnisse soll es drei Stationen geben. Diese werden zu Beginn vorgestellt.

a.  Gebet jeder für sich allein im Stillen

Schafft in einer Ecke des Raumes eine angenehme Atmosphäre, zum Beispiel mit ein paar Kerzen oder Lichterketten und einem kleinen Kreuz. Gegebenenfalls könnten hier auch Zettel liegen, auf denen die Ideen, die über den Abend hinweg gesponnen wurden, stehen. Das gibt konkrete Ideen, für was alles gebetet werden kann.

b.  Gebetsgemeinschaft

Für diejenigen, die gemeinsam als Gruppe (z.B. auch die Gruppe „Aktion“ zusammen) beten möchten, können das als Gebetsgemeinschaft gemeinsam tun. Vorher können auch in Bezug auf die Konkretionen des Abends Gebetsanliegen gesammelt werden.

c.   Sich segnen und aussenden lassen

Es soll wirklich praktisch werden! Doch der erste Schritt erfordert viel Mut. Da tut es gut, zu wissen, dass man nicht allein ist. Hier sollen die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, sich von Mitarbeitenden segnen und an ihre Schulen aussenden zu lassen.

2)   Commitment/Segen

Als Abschluss der Gebetszeit kommt wieder zusammen. Beziehungsweise stellt euch schon jetzt in einen großen Kreis. Singt eins der Lieder: „Stadt, Land, Welt“ (Oliver Stehmann, Markus Wäsch) oder „History Maker“ (Delirious?). Das gemeinsame Lied bietet den Jugendlichen die Chance, es als persönliches Commitment zu singen.

Abschließend könnt ihr euch gegenseitig segnen. Macht dazu einen großen Kreis. Dann hebt jeder die rechte Hand über die linke Hand seines rechten Nachbarn. Die rechte Hand formt dann so etwas wie einen Schirm, mit der er/ sie Segen weitergibt. Die linke Hand formt eine Schale, mit der man sozusagen den gegebenen Segen empfängt und wird jeweils unter die Segen gebende Hand gehalten.

Wenn wir gesegnet werden, erinnern wir uns daran, dass Gott bei uns ist und durch uns wirkt.

Sprecht gemeinsam:

Der Herr segne dich.

Seine Liebe lebt in dir

und strahlt durch dich nach außen.

Der Herr behüte dich.

Sein Wort weist dir den Weg.

Der Herr bleibe bei dir.

Seine Gnade ist jeden Tag neu.

Der Herr umgebe dich.

Durch deine Story werden Menschen zu Gottes Frieden eingeladen.

Amen.

(» Präsentationsfolie befindet sich im Downloadbereich)

Ideen rund um eine Kinderfreizeit zur biblischen Rut – Geschichte

Sie war noch nie hier. Diese Umgebung ist ihr fremd. Den einzigen Menschen, den sie kennt, ist mit ihr hierher gekommen. Wie wohl die anderen so ticken? Werden sie sie mögen? Wird sie sich alleine fühlen? Was kommt wohl auf sie zu? Und was ist dran an diesem Gott, von dem hier alle reden?

Wenn Kinder mit Mitarbeitenden in eine Freizeit starten, betreten sie Neuland. Nicht jeder kennt jeden. Nicht jeder war schon mal hier. Nicht jeder kennt das typische Freizeitprogramm. Und nicht jeder kennt Gott. Kinder und Mitarbeitende, die solches Neuland betreten, finden in Rut eine „Komplizin“. Sie erleben in 6 biblischen Geschichten, welche Abenteuer Rut in ihrer neuen Heimatstadt Bethehem erlebt: Vom mutigen Aufbruch ins Ungewisse, der lohnenden Treue zu Gott und Menschen, von einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte bis hin zu dem einen Gott, der mit jedem seine eigene Geschichte schreibt.

Diese Freizeitreihe bietet eine kurze Einführung in das Buch Rut, 6 biblische Einheiten mit einer dazu passenden Rahmengeschichte als Anspiel in der heutigen Zeit (Stadtkind verbringt Ferien auf dem Bauernhof), Geschichten, Spiele, eine Interview-Idee und weitere kreative Ideen rund um das Freizeitprogramm, sowie ein weiterer pädagogisch wertvoller Artikel. Die meisten Ideen sind auch sehr gut in der Gruppe als Themenreihe über mehrere Wochen umsetzbar.

Spiel und Spaß mit Boas

Ein Geländespiel für Freizeiten zum Thema Rut oder abgewandelt auch für andere Themen. Boas veranstaltet eine Bauernolympiade, damit seine Angestellten noch mehr Spaß bei der Arbeit haben. Besonderheiten Es muss sehr viel Material besorgt werden, das nicht unbedingt in jedem Haushalt zu finden ist, z. B. sehr große Eimer und je nach Spiel werden einige Strohballen benötigt.

Da Boas Landwirtschaft betrieb und auch viele Angestellte hatte, gibt es selbstverständlich ein Geländespiel dazu. Boas wollte, dass seine Leute Spaß bei der Arbeit haben und deshalb veranstaltete er einmal im Jahr eine Bauern-Olympiade, die heute wieder stattfindet. Nachfolgend eine Spielidee für ein Nachmittags- oder Abendprogramm. Das Besondere hierbei ist, dass immer alle Kleingruppen/ Zeltgruppen gleichzeitig gegeneinander antreten.

Spielvorbereitung

Für die Olympiade wird eine große Wiese benötigt, auf der alle Gruppen gleichzeitig spielen können. Um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können ist es wichtig, dass alle Materialien vor Spielbeginn so parat stehen, dass schnell ab-, um- und wiederaufgebaut werden kann. So werden lästige Pausenzeiten vermieden. Am besten ist es, im Vorfeld einzuteilen, wer welches Spiel auf- und wieder abbaut. Ebenso gibt es Mitarbeitende, die bei den Kindern während des Spiels sind, ein Mitarbeitender achtet auf den Spielausgang, einer notiert für alle Gruppen die Punkte, einer (Boas) erklärt die Spiele und führt durch den Abend. Je klarer die Absprachen im Vorfeld gemacht werden, desto einfacher wird die Durchführung sein.
Einige Materialien müssen im Vorfeld besorgt oder gebastelt werden – siehe Materialliste.
Zu Beginn des Spiels setzen sich die Kinder zeltweise zusammen oder werden in Kleingruppen eingeteilt. Sie werden von Boas ganz herzlich zu seiner Bauern-Olympiade begrüßt und dann kann es auch schon mit dem ersten Spiel losgehen.

Olympische Bauernspiele

Pro Spiel ist darauf zu achten, dass jede Gruppe dieselbe Anzahl an Kindern hat, evtl. tritt ein Kind doppelt an oder setzt mal aus.

Eselrennen

Die Arbeit zur Zeit Boas auf dem Feld und Hof war nicht gerade einfach, da es schwere körperliche Arbeit war. Es gab noch keine Traktoren oder sonstige Maschinen so wie heute, und so war man über einen Esel sehr froh. Ob ihr gut mit Eseln umgehen könnt, dürft ihr bei dem folgenden Spiel unter Beweis stellen.
Alle Zeltgruppen stellen sich hintereinander an der Linie auf. Jeweils das erste Kind bekommt einen Esel (wie ein Steckenpferd: Im Vorfeld einfach aus großen Kartons Eselsköpfe aufmalen, ausschneiden, anmalen, Mähne an einen Holzstiel ankleben, fertig.). Auf „los“ muss eine festgelegte Strecke mit dem Esel zurückgelegt werden. Aber, auf der Strecke muss ein Hindernis übersprungen werden (z. B. ein Karton), ein Stück weiter liegen viele Bonbons auf dem Boden, von denen sie eines auf- und mitnehmen, dann reiten sie an einer Schüssel mit Steinen vorbei und nehmen einen Stein mit.
Ihr könnt euch weitere Aufgaben ausdenken, die unterwegs bewältigt werden müssen, evtl. in einem Rundparcours, bevor alle wieder zu ihrer Gruppe zurückreiten. Dort bekommt das nächste Kind aus der jeweiligen Gruppe den Esel und muss dieselbe Strecke zurücklegen. Dies geht so lange, bis jede Gruppe einmal durch ist. Die Siegergruppe bekommt (z. B. bei insgesamt 10 Gruppen) 10 Punkte, die Zweitplatzierten 9 Punkte, die Drittplatzierten 8 Punkte, usw.

Material: Linienmarkierung, ein „Steckenesel“ pro Gruppe, ein Karton, Bonbons in der Anzahl der Kinder, Steine in der Anzahl der Kinder, eine Schüssel

Bestes Team

Für Boas war es auch ganz wichtig, dass er seinen Leuten vertrauen konnte und sie als Team gut zusammenarbeiteten. Er machte dazu folgendes Spiel mit ihnen:
Die Gruppen stehen hintereinander an der Linie und haben immer zwischen sich und dem Vordermann einen Luftballon. Somit ergibt es eine lange Schlange mit Kindern, die immer einen Luftballon zwischen sich und dem anderen Kind (vor und hinter sich) haben. Auf das Startsignal müssen sie eine festgelegte Strecke vorwärtsgehen, ohne dass ein Luftballon herunterfällt. Damit es etwas leichter wird, dürfen sie sich am Vordermann festhalten.
Bei diesem Spiel ist es wichtig, die Strecke nicht zu lange zu machen, da es nicht einfach ist, so zu gehen. Auch geht bei jeder Gruppe ein Mitarbeitender nebenher. Fällt ein Luftballon auf den Boden, muss die Gruppe stehen bleiben, der Mitarbeitende nimmt den Luftballon, gibt ihn dem entsprechenden Kind, dieses klemmt ihn zwischen seinen Bauch und den Rücken des Vordermannes und dann kann es weitergehen. Sieger ist natürlich die Gruppe, die als erste über die Ziellinie geht. Entsprechend ihrer Leistung, bekommt jede Gruppe die Punkte gutgeschrieben (siehe Eselrennen).

Material: pro Gruppe ein Luftballon weniger, als es Kinder in der Gruppe gibt

Schafe eintreiben

Boas hatte auch viele Schafe, die abends wieder in den Stall gebracht werden mussten. Das machen wir jetzt auch.
Überall auf der Wiese verteilt liegen ganz viele Luftballons, die Schafe. Es werden mehr Luftballons benötigt, als Kinder insgesamt mitspielen. Die Gruppen stellen sich wieder hintereinander an der Linie auf, und die jeweils ersten bekommen eine zusammengerollte Zeitung in die Hand. Die Aufgabe besteht nun darin, mit der Zeitung ein Schaf (Luftballon) hinter die eigene Linie (Stall) zu treiben. Sobald es hinter der Linie ist, bekommt der nächste Spieler die Zeitung und bringt ebenfalls ein Schaf in den Stall. Es wird solange gespielt, bis auch das letzte Schaf im Stall ist, wobei es gegen Ende natürlich einen Kampf um die letzten Schafe geben wird. Sind alle Schafe eingetrieben, werden sie gezählt und die Gruppe mit den meisten Schafen ist Sieger. Auch hier werden die Punkte so verteilt, wie beim Eselrennen beschrieben.
Damit die Schafe, wenn sie hinter der Linie sind, nicht wegfliegen können, ist es gut, wenn die Gruppen sie in große Müllsäcke stopfen.

Material: viele Luftballons, pro Gruppe eine zusammengerollte Zeitung und einen großen Müllsack

Acker bewässern

Boas Leute mussten regelmäßig die Äcker bewässern, damit auch alles wachsen konnte. Aber zuerst musste das kostbare Wasser dort hintransportiert werden.
Dazu stellen sich die Gruppen an der Linie auf und jede Gruppe bekommt einen Eimer mit Wasser, sowie einen großen Pappbecher, der seitlich ein paar Löcher hat. Auf „los“ füllt das erste Kind den Becher mit Wasser, setzt ihn sich auf den Kopf (der Becher darf festgehalten werden) und durchläuft einen Parcours (über etwas balancieren, irgendwo unten durch krabbeln, Slalom laufen, usw.) mit verschiedenen Hindernissen. Am Ende des Parcours steht für jede Gruppe ein Eimer, in den man das restliche Wasser leert. Nun schnell zur Gruppe zurückrennen und den Becher dem nächsten Kind übergeben. Für dieses Spiel haben die Gruppen 8 Minuten Zeit. Nun wird von jeder Gruppe das Wasser gemessen. Sieger ist, wer am meisten Wasser transportieren konnte. Entsprechend gibt es dann die Punkte (siehe Eselrennen).

Material: pro Gruppe ein Eimer mit Wasser und einer ohne Wasser, für jede Gruppe einen großen Pappbecher mit Löchern an den Seiten, Messbecher und pro Gruppe Material für den Parcours

Heuballen stapeln

Wenn das Heu in Ballen zusammengepresst ist, muss es in die Scheune gebracht und dort gestapelt werden.
Da wir jetzt natürlich nicht so viele Heuballen organisieren können, wie man für dieses Spiel benötigt, nehmen wir als Alternative Luftballons. Jede Gruppe bekommt eine Rolle Kreppklebeband, viele Luftballons und einen 10l-Eimer. Sobald das Startsignal ertönt, müssen die Luftballons aufgeblasen, verknotet und dann in den Eimer reingeklebt werden. Das Ziel des Spiels ist es, mit den Luftballons einen hohen Turm über den Eimer hinaus zu bauen, so dass er stehen bleibt und nicht umfällt. Dafür ist es wichtig, dass die Ballons mit dem Kreppband aneinanderkleben. Für dieses Spiel haben die Gruppen 10 Minuten Zeit. Wer den höchsten Heuballen-Turm hat, ist Sieger und bekommt entsprechend die Punkte notiert.

Material: pro Gruppe einen 10l-Eimer, 50 Luftballons, je eine Rolle Tesakrepp, ein Maßband, um die Höhe der Türme zu messen

Verflixter Keks

Zu jedem Fest gehört natürlich auch etwas zu essen, aber selbst daraus macht Boas ein Spiel für seine Angestellten.
Jede Gruppe steht hinter der Linie. Ertönt das Startsignal, rennt das erste Kind bis zur anderen Linie, an der ein Stuhl für jedes Kind steht. Sobald das Kind sitzt, muss es den Kopf nach oben strecken und bekommt einen großen runden Keks auf ein geschlossenes Auge gelegt. Die Aufgabe besteht nun darin, den Keks nur durch Bewegen der Augen, Backen und des Mundes in den Mund zu bringen, ohne dass der Keks auf den Boden fällt. Ist der Keks im Mund, rennt das Kind zurück, schlägt das nächste seiner Gruppe ab und dann ist dieses an der Reihe. Gewonnen hat die Gruppe, die als erste einmal durch ist und natürlich am wenigsten Kekse auf dem Boden lagen.
Wichtig: Bei diesem Spiel muss bei jedem Stuhl ein Mitarbeitender sein, um die Kekse auf die Augen zu legen.

Material: pro Kind ein großer runder Keks und pro Gruppe ein Stuhl

Bauerngolf

Boas spielt leidenschaftlich gern Golf und so hat er sich überlegt, wie er dies in seine Olympiade einbauen kann. Dazu kam ihm folgende Idee: Für jede Gruppe wird ein Parcours aufgebaut, bestehend aus einem Hula-Hoop-Reifen (bzw. um etwas durchzuschießen), einer Wippe (Holzbrett und Rundholz) und einem Slalom (Pylonen oder Ähnliches). Der Reifen muss von Mitarbeitenden gehalten werden.
Das erste Kind beginnt, es bekommt eine Schaufel und einen Fußball. Mit der Schaufel muss der Ball nun den Parcours durchgeführt werden. Ist man einmal durch, wird der Ball mit der Schaufel zurückgerollt. Jetzt bekommt das nächste Kind das Spielgerät und darf starten. Sieger ist die Gruppe, die als erste einmal durch ist. Der Parcours kann natürlich variiert werden, hier sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Material: pro Gruppe ein Hula-Hoop-Reifen, eine Wippe, Pylonen für den Slalom, eine Schaufel und ein Fußball

Die Reise nach Bethlehem

Um seinen Leuten auch eine kleine Abkühlung zu verschaffen, spielt Boas mit ihnen „Die Reise nach Bethlehem“, die so ähnlich geht wie „Die Reise nach Jerusalem“.
Jede Gruppe wählt ein Kind aus, das mitspielt. In die Mitte kommen (wenn wir von 10 Kleingruppen ausgehen) neun große Eimer, die mit Wasser gefüllt sind. Diese werden kreisförmig aufgestellt. In einem Abstand von ca. 9 bis 10 m von den Eimern weg wird ein Kreis (um die Eimer herum) auf die Wiese gemalt. Die Eimer stehen quasi in der Kreismitte. Beginnt die Musik nun zu spielen, krabbeln die Kinder auf allen Vieren um den äußeren Kreis herum. Sobald die Musik stoppt, rennen sie in die Mitte und setzen sich in einen mit Wasser gefüllten Eimer. Wer keinen Eimer ergattern konnte, scheidet aus. Gespielt wird solange, bis der Sieger feststeht. Gewertet wird nach demselben Schema wie bisher.
Dieses Spiel macht einen Heidenspaß. Um die Eimer herum wird der Boden mit der Zeit matschig, deshalb das Spiel am besten als letztes spielen.

Material: große Eimer, gefüllt mit Wasser in der Anzahl der Gruppen minus 1, Markierung für den Kreis, Musik, Musikabspielgerät

Spiele, um Umbaupausen zu überbrücken

Da manche Spiele etwas mehr Zeit zum Aufbauen benötigen, hier eine Spielidee, wir ihr die Zeit überbrücken könnt:

Wer bin ich?

Boas war ein lustiger Kerl und machte jeden Spaß mit. So spielte er seinen Leuten auch mal gern Tiere vor, die sie dann erraten mussten.
Ein Mitarbeitender stellt sich in die Mitte, so dass alle ihn gut sehen können. Jede Gruppe bekommt ein Blatt Papier und einen Stift. Boas stellt das erste Tier pantomimisch dar und jede Gruppe schreibt für sich auf, was sie denkt, um welches Tier es sich handelt. Hat jede Gruppe etwas geschrieben, wird das nächste Tier dargestellt. Am Ende werden die Zettel eingesammelt und ausgewertet. Gewonnen hat die Gruppe, die am meisten Tiere richtig erraten konnte.

Material: pro Gruppe ein Zettel und ein Stift

Weitere Ideen: eine Rätselrunde zum Thema „Bauernhof“ oder ein Quiz zu den schon gemachten Bibelarbeiten, usw. Einfach Zettel und Stifte an jede Gruppe austeilen, die Frage stellen und Antworten von den Gruppen notieren lassen. Danach werden die Zettel eingesammelt und ausgewertet.
Am Ende werden alle Punkte zusammengezählt und Boas kürt sein bestes Team.

Jesus ist nachts mit seinen besten Freunden in einen Garten gegangen, um zu beten. Seine Freunde sollten wach bleiben. Doch sie waren zu müde und schliefen immer wieder ein. Dieses Nachtgeländespiel orientiert sich an dieser Szene in der Bibel. An verschiedenen Stationen müssen die Gruppen einzeln versuchen, Aufgaben zu lösen.

Wichtig hierbei sind die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen für ein Nachtgeländespiel. Alle Spieler sollten das Spielgebiet genau kennen. Durch Wege oder Absperrband und, wenn nötig, genug Mitarbeitende an den Grenzen, sollte das Spielgebiet gekennzeichnet sein. Die Gruppen gehen durch das Gelände und müssen die Stationen finden und die Aufgaben lösen. An jeder Station sitzt ein Mitarbeitender und erklärt die Aufgabe. Ist die Aufgabe erledigt, notiert der Mitarbeitende das Ergebnis und zeichnet die Station mit seiner Unterschrift ab. Sollte eine Gruppe gerade eine Aufgabe lösen, muss die ankommende Gruppe weiterziehen oder in entsprechendem Abstand warten. Hat eine Gruppe alle Aufgaben gelöst, wird ein Signal gegeben. Dann kommen alle Kinder zurück an den Ausgangspunkt und geben ihre Laufzettel ab. Das Spiel wird ausgewertet. Die Sieger erhalten einen Preis.

Spiel und Aktionen

Feuerwache

Immer eine Gruppe hat für eine bestimmte Zeit Feuerwache. Feuer ist nachts wichtig, um sich zu wärmen und wilde Tiere fernzuhalten. Das Problem ist nur, dass nicht viel Feuerholz da ist. Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Einmal mit wenig Holz versuchen, das Feuer am Leben zu halten. Oder ein Teil der Gruppe macht sich auf den Weg, Feuerholz zu besorgen, während die anderen das Feuer bewachen. Und nun kommen die „wilden Tiere“ ins Spiel. Mitarbeitende versuchen, sich der Feuerstelle zu nähern und Feuerholz zu stehlen. Wird ein Mitarbeitender erwischt und abgeschlagen, darf er in dieser Runde nicht mehr mitmachen. Wenn die nächste Gruppe die Feuerwache hält, ist er aber wieder mit dabei. Welche Gruppe hat am Ende noch das meiste Feuerholz und die meisten wilden Tiere erlegt?

Geräusche erkennen

Nachts sieht man nicht so viel wie am Tag. Das versuchen wir mit einem anderen Sinnesorgan auszugleichen: dem Gehörsinn. An dieser Station muss die Gruppe eine Reihe von Geräuschen erkennen, die von einem Mitarbeitenden aus einem Gebüsch vorgespielt werden. Verschiedene Tiere, Maschinen oder auch die Stimmen von bestimmten Mitarbeitenden. Pro erratenes Geräusch gibt es einen Punkt.

Gebet Jesu

Jesus hat zu seinem Vater im Himmel gebetet. Ein Gebet von Jesus ist in Johannes 17 aufgeschrieben. Die Gruppe hat 5 Minuten Zeit, so viel wie möglich von diesem Gebet abzuschreiben. Schwierigkeiten machen das schlechte Licht und die fehlende Zeit. Erschwerend kann der Mitarbeitende versuchen, einen anderen Text parallel vorzulesen und so die Gruppe zu stören. Gewinner dieser Station ist die Gruppe, die den größten Teil des Textes fehlerfrei abgeschrieben hat. Pro Fehler wird ein Wort abgezogen.

Schlafmütze

Ein Mitarbeitender ist doch tatsächlich irgendwo im Gelände eingeschlafen. Durch leichte Schnarchgeräusche, die er von sich gibt, ist er zu finden. Jetzt muss er noch geweckt werden. Doch der Mitarbeitende stellt sich hartnäckig schlafend. Jetzt sollte die Gruppe kreativ werden. Wie? Das ist ganz der Gruppe überlassen. Nicht immer lustig für den Mitarbeitenden. Welche Gruppe braucht zum Aufwecken die kürzeste Zeit?

Was duftet da?

Nachts bietet sich auch ein Riechtest an. Verschiedene Düfte müssen hier erkannt werden. Ob Gewürze, Tees, Obst oder verschiedene Duschgels – vollkommen egal. Hier kann alles verwendet werden, was einen Geruch abgibt. Auch ein stinkender Käse oder ein Socken. Die Gruppe mit den meisten Treffern gewinnt diese Runde.

Es gibt in der Bibel einige Geschichten, die mich persönlich, aber sicher auch viele andere Menschen, ganz schön herausfordern. Weil sie anders sind, außergewöhnlich und auch ein bisschen sonderbar. Weil sie mit uns Bekanntem brechen und auch weil sie uns Gott manchmal so ganz anders präsentieren, als wir uns ihn bisher vorgestellt haben und vielleicht auch vorstellen wollen. Um ehrlich zu sein: Auch die Geschichte von Jesus und der Tempelreinigung ist solch eine »sonderbare« Geschichte für mich. Wenn ich so darüber nachdenke, hat sie mein Bild von Jesus vielleicht zunächst etwas durcheinandergewirbelt, aber im Nachhinein unglaublich bereichert. Deshalb soll diese Bibelarbeit auch ein Versuch sein, nicht nur den biblischen Inhalt auszulegen, sondern auch meine persönliche Erfahrung wiederzugeben – mit einem Jesus, der mir in dieser Geschichte ganz neu begegnet ist.

Wo lesen wir davon?

Die Geschichte von der Tempelreinigung ist in allen vier Evangelien der Bibel zu finden. Allerdings steht sie nicht immer an der gleichen Stelle. Während sie bei den Synoptikern Matthäus, Markus und Lukas relativ weit hinten steht, ist sie bei Johannes schon in Kapitel 2 zu finden. Warum ist das so? Die Synoptiker stellen die Tempelreinigung anders als Johannes an den Anfang der Passionsgeschichte, also der Leidensgeschichte Jesu, die bis zu seiner Kreuzigung, aber auch zu seiner späteren Auferstehung führt. Für diese Einordnung haben die Synoptiker allen Grund, denn Jesus verhält sich in der Geschichte von der Tempelreinigung anders, als er es zuvor getan hat. Man könnte sagen, er wurde durch sein Verhalten den damals herrschenden Römern und dem jüdischen Hohen Rat gefährlich, weshalb diese wiederum schnell überlegten, wie sie ihn am besten aus dem Weg schaffen konnten. Es steckt also eine Menge Konfliktpotential in der Geschichte. Aber nun von Anfang an …

Was bisher geschah …

Alles beginnt eigentlich damit, dass Jesus zum Passahfest nach Jerusalem kommt. Mit dabei sind natürlich seine Jünger. Das alles ist an sich erst mal gar nicht verwunderlich. Jesus war gläubiger Jude und das Feiern des Passahfestes gehörte für ihn unmittelbar zu seiner Glaubensausübung dazu. Mit dem Passahfest erinnern die Juden an den Auszug ihres Volkes aus Ägypten. Gott hatte sie damals aus der Sklaverei im Land der Pyramiden befreit und in das Gelobte Land Israel gebracht. Ein riesiger Grund zum Feiern also – insbesondere natürlich für Jesus, seinen himmlischen Vater zu ehren und ihm zu danken für seine großen Taten. Man erhofft sich ein ruhiges und fröhliches Fest in der Stadt. Vermutlich haben das auch die Jünger Jesu so erwartet … und werden eines Besseren belehrt.

Alles beginnt im Tempel. Der Besuch des Tempels, um dort Gott zu preisen und auch um zu opfern, gehörte für die Juden zum Passahfest unmittelbar dazu. Es war erlaubt, dass einzelne Händler dazu in den Vorhallen des Tempels die Opfertiere an die Pilgernden verkauften – allerdings in einem angemessenen Rahmen. Auch Jesus ging also hinauf zum Tempel, um in seines Vaters Haus anzubeten. Und dann das: Jesus ist schockiert über das, was er dort zu sehen bekommt. Im Tempel herrscht das reinste Chaos. Anstatt einzelner, wohl organisierter Händler sind überall Verkaufstische und Bänke in den heiligen Hallen aufgebaut. Schafe, Ziegen und Hühner laufen herum. Überall stehen Käfige und allerhand Waren werden auf den Tischen zum Verkauf angeboten. Und mittendrin sitzen sie: fahrende Händler, Vieh-Vermarkter und Geldwechsler, die das vermeintliche Geschäft ihres Lebens mit den Pilgern machen wollen. Sie schachern um Geld, beschimpfen sich gegenseitig und werben sich die Kundschaft ab. Es stinkt nach Mist, Wutschweiß und dreckigen Geschäften. Jesus ist schockiert und dann passiert es.

Was tut Jesus?

Jesus wird sauer. Auf gut Deutsch könnte man vielleicht sogar sagen: Ihm platzt der Kragen. Wie wenig Respekt müssen Menschen haben, sich derart im Tempel zu verhalten und dort mit ihren schmutzigen Geschäften und ihrer Profitsucht die Heiligkeit dieses Ortes zu beschmutzen?! Wie können sie es wagen, das Haus ihres Gottes, der sie nicht nur aus Ägypten sondern auch aus so manch anderer brenzligen Situation herausgeführt hat, so zu entehren?! Aber vor allem: Wie können sie ihren liebenden Gott so vergessen, als dass sie sich scheinbar nicht mal mehr an die Heiligkeit seines Hauses erinnern?! Jesus scheint traurig und wütend zugleich zu sein – es ist das Haus seines Vaters, das sie so behandeln! Und dann macht Jesus etwas, was wir bisher von ihm noch nicht kennen:

»Er machte sich aus Stricken eine Peitsche und jagte sie alle aus dem Tempel hinaus mitsamt den Schafen und Rindern. Die Münzen der Geldwechsler fegte er zu Boden und stieß die Tische um.« (Johannes 2,15)

Krass! Dieses Wort beschreibt wohl am besten, was mir durch den Kopf schoss, als mir zum ersten Mal wirklich(!) bewusst wurde, was Jesus hier tut: Er wird nicht nur psychisch sondern auch physisch wütend. Er macht sich eine Peitsche und fegt die Waren der Händler vom Tisch. Und schließlich jagt er auch die Händler selbst aus dem Tempel heraus. Was für eine Aktion! So haben wir Jesus noch nicht erlebt. Aber damit nicht genug, auch verbal verpasst Jesus den Händlern eine gewaltige Abreibung: »Die Taubenhändler fuhr er an: ›Schafft das weg von hier! Hört auf, das Haus meines Vaters zu einer Markthalle zu machen!‹« (Johannes 2,16)

Das Matthäus-Evangelium spricht so: »Er sagte zu ihnen: ›In den Heiligen Schriften steht: ›Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein.‹ Ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!‹« (Matthäus 21,13)

Harte Worte, die es in sich haben. Sie haben es sogar so in sich, dass es scheinbar keinerlei Widerstand vonseiten der Angesprochenen gibt. Die Händler hauen ab und machen, dass sie fort kommen. Das zeigt für mich eins: Sie wissen genau, dass sie falsch gehandelt haben und durch ihr Verhalten den Tempel Gottes beschmutzt und auch Gott selbst wehgetan haben. Sie fühlen sich ertappt und ergreifen die Flucht. Und das wiederum spricht eindeutig für die Richtigkeit von Jesu Aktion. Hätten die Händler sich im Recht gefühlt, hätten sie sich Jesus bestimmt in den Weg gestellt oder vielleicht versucht, mit ihm zu diskutieren. Aber nichts dergleichen passiert und das wiederum macht es spannend, genau zu betrachten, was an Jesu Verhalten hier so anders, aber dennoch so richtig ist. 

Was macht Jesus anders?

Wenn wir ehrlich sind, ist das, was uns an dieser Geschichte so verwundert, doch klar. Wir kennen Jesus bisher als ruhigen Menschen, der stets besonnen auf die Menschen zugeht. Das Bild eines Peitsche-schwingenden Wütenden ist nicht das, was wir bisher von Jesus haben. Ebenso verwundert dürften auch die Jünger dabei gestanden haben. Auch sie hatten ihren Meister so noch nicht gesehen. Sie versuchen zu verstehen, was da gerade passiert und erhalten eine schnelle Erkenntnis, die auch uns hilft, Jesu Verhalten zu verstehen und zu bejahen. Sie erinnern sich an Worte aus der Heiligen Schrift: »Der Einsatz für dein Haus wird mich aufreiben!« (Johannes 2,17b)

Jesus setzt sich ein für das Haus seines Vaters und damit auch für den Wunsch seines Vaters, dass die Menschen Gott, sich selbst und andere lieben. Jesus geht es hier also nicht nur um den Tempel, sondern um die Einstellung der Menschen, die dort sind. Er ist traurig darüber, dass die Menschen Gott als den einzigen Grund des Passahfestes immer mehr vergessen. Anstatt Zeit und Liebe in die Beziehung zu ihrem himmlischen Vater zu investieren, bereichern sie lieber ihre Portemonnaies in den Vorhöfen des Tempels. Genau damit schaden sie schließlich auch sich selbst. Hätte Jesus nichts gesagt, wäre nicht nur die Verschandlung des Tempels vielleicht noch jahrelang so weitergegangen, sondern auch die Menschen dort hätten sich immer mehr in Dinge verstrickt, die sie letztendlich doch nicht glücklich machen: extremer Konsum und schmutzige Geschäfte. Nicht nur die Händler, sondern auch die Menschen, die dieses Treiben im Tempel mitbekamen, hätten Gott irgendwann ganz in diesem Chaos vergessen und wären schließlich unglücklich geworden. Das wollte Jesus verhindern und dafür wurde er auch mal wütend. Jesus rüttelt also auf mit dieser Aktion und macht den Menschen bewusst: Hier läuft etwas gar nicht so, wie es soll und das muss schleunigst geändert werden!

Fazit ist also: So ungewohnt uns Jesu Verhalten erscheint, so richtig ist es auch. Und damit sind wir an einem Punkt angelangt, der uns ganz schön herausfordert:

Was heißt das für mich? 

»Empörtsein« oder auch »Wütendsein« ist nicht gleich schlecht. Für mich ist das eine von vielen umtreibenden Erkenntnissen aus dieser Geschichte, die allerdings kurz erklärt werden muss:

In unseren Köpfen der Moderne hat sich ein Bild eingeschlichen, das nicht der Wahrheit entspricht. In manchen, und da stelle ich mich ganz persönlich weit nach vorne, herrscht die Anforderung an uns selbst, immer ruhig zu bleiben und Dinge, die uns innerlich wütend machen, bloß nicht anzusprechen um des lieben Friedens willen. Die Harmonie bewahren, ganz egal ob wir gerade innerlich zerplatzen könnten. Jeder, der solche Situationen kennt, weiß: Das ist ein unschöner Gefühlszustand, der nicht nur für einen selbst immensen psychischen Druck aufbaut, sondern auch das Zusammenleben mit anderen Menschen auf Dauer echt erschwert. Denn irgendwann frisst Wut Beziehungen von innen auf. Wer immer Groll mit sich herumschleppt, wird irgendwann dauergenervt.

Aber damit nicht genug: Wenn ich meine Wut über ein augenscheinliches Fehlverhalten immer unterdrücke, gebe ich dem anderen keine Chance es zu ändern. Dazu ein Beispiel: Bemerke ich, dass ein Freund oder eine Freundin immer wieder kleine und größere Lügereien über mich verlauten lässt und auch mir gegenüber unehrlich ist, tut er oder sie damit etwas, was nicht richtig ist. Dann habe ich auch irgendwann das Recht, »wütend zu werden«. Das heißt, ich darf ihn oder sie durchaus zur Rede stellen und ich muss vor allem meine Wut über die Situation nicht verbergen. Wenn mir also ein paar Tränchen kommen oder meine Stimme mal etwas(!) lauter wird, ist das durchaus okay. Der andere bekommt so ja auch eine Chance, überhaupt zu bemerken, dass mir sein Fehlverhalten sichtlich wehtut und mich vor allem auch emotional bewegt. Das soll nicht heißen, dass wir uns ab jetzt ungeschönt anbrüllen dürfen und jeglichen Respekt voreinander verlieren sollen. Ganz im Gegenteil, es geht hier darum, den Respekt voreinander zu wahren und die anderen dabei so ernst zu nehmen, dass wir versuchen, ohne brodelnden Unmut Beziehungen zu leben.

Es ist also zunächst wichtig zu unterscheiden, ob meine Wut angemessen ist. Erlebe ich bei meinem Gegenüber augenscheinliches Fehlverhalten, das sich gegen mich oder andere richtet, muss ich das nicht immer einfach hinnehmen. Auch Wut ist ein Gefühl, das Gott geschaffen hat. Es geht nur darum, dass ich richtig damit umgehe. 

Wenn wir genau hinschauen, sehen wir in der Geschichte, dass Jesus zum Beispiel keine Gewalt anwendet. Seine Worte und sein Handeln haben es in sich, sind jedoch fern von Gewalt oder verbalen Verletzungen. Ein guter Maßstab auch für uns! Man kann auch wütend sein, ohne sich gegenseitig Gewalt anzutun, sowohl verbal als auch physisch. Und genau diese Wut braucht es auch in Beziehungen manchmal:

Beziehungen, in denen gestritten wird, haben einen großen Vorteil gegenüber denen, in denen alles Friede-Freude-Eierkuchen zu sein scheint und wo es dafür unter der sichtbaren Oberfläche ganz schön brodelt. Wer gelegentlich ausspricht, was ihn stört, und seinem Groll auch mal angemessen Luft macht, wird erleben, dass ein solch klärendes Gespräch eine heilende Wirkung hat. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für den anderen und für die Beziehung mit ihm. Sofern der Streit konstruktiv bleibt und nicht dahin ausufert, dass man sich einfach nur grundlos beschimpft, ist die Weisheit vom »reinigenden Gewitter« durchaus erlebbar.

Auch im Tempel kehrte damals nach Jesu Aktion wieder Frieden und Ruhe ein. Die Situation änderte sich für alle zum Besten und der Feier des Passahfestes stand nichts mehr im Weg, auch nicht die Konsumsucht Einzelner. 

Für mich ist Jesu Verhalten in dieser Geschichte deshalb auch ein Bereicherndes, weil es mir zeigt, dass auch ich Dinge anmerken darf, die nicht in Ordnung sind  – und zwar weil ich weiß, dass ich damit die Chance eröffne, dass im Anschluss wieder Frieden einkehrt und dass das, was mich wütend gemacht hat, so hoffentlich nicht wieder passiert. 

Dann ist Jesus’ Verhalten auch nicht »sonderbar« im Sinne von »unverständlich«, sondern »sonderbar« im Sinne von »herausfordernd«. Es macht mir Mut, Dinge, die nicht richtig laufen, anzusprechen und das zu tun, was ich kann, um sie zum Guten zu verändern … und dann sind wir irgendwie auch wieder bei der Jahreslosung: »Suche den Frieden und jage ihm nach!« (Psalm 34,15)

Praktisches für die Gruppe:

1. Hörprobe gefällig? 

Versucht den Mädchen die Situation im Tempel nahe zu bringen. Dafür gibt es auf YouTube -Geräuschaufnahmen von Marktplätzen und Menschenmassen (Beispiel: https://youtu.be/x8Fu4gkTRvk). Spielt eines dieser Videos mit hoher Lautstärke ab und lasst es am besten bis zu drei Minuten laufen. Die Mädchen sollen währenddessen in Zweierteams versuchen, ein Gespräch über ein schönes Erlebnis aus der Woche zu führen. Wenn es wieder leise ist, könnt ihr sie fragen, wie gut das geklappt hat. Die Antwort müsste einstimmig ausfallen … 

Für die Mädchen soll hier deutlich werden, wie schwer es ist, sich bei einem solchen Lautstärkepegel auf sich selbst oder ein Gespräch mit Freunden oder gar ein Gebet zu fokussieren.

2. Nachgehakt!

Fragt die Mädels, ob sie Situationen kennen oder erlebt haben, in denen sie so richtig wütend waren. Wie sind sie damit umgegangen? Haben sie ihren Ärger heruntergeschluckt oder haben sie ihrer Wut Luft gemacht? 

Lasst die Gesprächsrunde laufen, bis jede, die will, etwas gesagt hat. Das schafft ein Gefühl von »Aha, anderen geht es auch so« unter den Mädchen.

3. Von der guten und der schlechten Wut …

Macht mit den Mädels eine Tabelle. In die eine Spalte »Gute Wut« dürfen Dinge eingetragen werden, die beim Streiten okay sind und in die Spalte »Schlechte Wut« Dinge, die beim konstruktiven Streiten gar nicht gehen. Das schafft bei den Mädels ein Verständnis vom »richtigen Maß«.

4. Challenge!

Mit etwas älteren Mädchen könnt ihr eine Wochen-Challenge zum Thema machen: In der kommenden Woche oder in den kommenden zwei Wochen sollen sie versuchen, Dinge, die nicht richtig laufen und ihnen missfallen, anzusprechen und falls nötig, auch konstruktiv darüber zu streiten. Die Mädels sollen damit Mut entwickeln, verletzendes Verhalten gegenüber sich selbst aber auch gegenüber anderen offen zu benennen und auch Position zu beziehen. Wenn ihr euch wiedertrefft, lasst die Mädchen berichten und tauscht euch aus!

KON 02.2019 »wunderbar«: Eine Themenreihe mit Artikeln für Mitarbeiterinnen, Bibelarbeiten, Andachten, Stundenentwürfen und Kreativangeboten, ausgedacht für Mädchen von 12 bis 17, meistens aber auch in gemischten Gruppen zu verwenden.

Wunderbar ist nicht nur Gottes Schöpfung, die Natur, sondern auch das, was Gott bis heute tut. Manches ist auch ver»wunder«lich. – Diese Themenreihe will helfen, all das in der Bibel, in der Schöpfung und der eigenen Umgebung zu entdecken.

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