Erlebnispädagogischer Abend „Floßbau“ / Tragfähigkeit der Gruppe stärken

1. Vorbemerkungen

Wer diesen Abend durchführt, sollte dabei nicht das Ziel „schwimmfähiges Floß“ im Blick haben, sondern eher das Miteinander der Teens. Die Gruppe nimmt gemeinsam ein Ziel in den Blick. Das setzt viel kreative und gruppendynamische Energie frei. Doch der nachhaltige Wert des Abends für die Gruppe liegt eher im Miteinander, und nicht so sehr in der Tatsache, ein schwimmendes Floß gebaut zu haben. Denn einige Gruppen werden dieses Ziel nicht erreichen – doch Spaß werden alle haben. Und auch ein gemeinsames Scheitern kann gut reflektiert wichtige Erkenntnis fördern. Der Weg ist hier das Ziel.

2. Zielgedanke

Die Teens lernen, gemeinsam einen Lösungsweg für ein Problem zu entwickeln, das sie als einzelne Person nicht meistern könnten.

3. Einstieg

Die Gruppe kommt gemeinsam an den vorher gut ausgesuchten Ort – bspw. ein Fluss mit einem guten Einstieg ins Wasser. Hier werden zuerst die Einverständniserklärungen der Eltern zum Schwimmen eingesammelt.

Als Warm-up in den Abend lohnt sich ein kleines erlebnispädagogisches Spiel. Es sollte den Teens veranschaulichen, wozu eine Gruppe fähig ist, wenn man gut miteinander kommuniziert. Hier ein Vorschlag für ein Warm-up-Spiel:

Alle Teilnehmer stellen sich in einen Kreis, allerdings mit den Rücken zueinander. Nun fassen sie sich an den Händen und schließen die Augen. Sie sollen nun versuchen miteinander verschiedene geometrische Figuren zu bilden: Quadrat, Dreieck, Kreuz, Stern. Der Lösungsweg wird selbst erarbeitet. Nach jeder Figur soll die Gruppe reflektieren: „Was hat gut geklappt?“ – „Was hat es kompliziert gemacht?“ – „Was können wir verbessern?“ Zum Abschluss dieses Warm-ups kann der Leiter noch mal verdeutlichen, was eine gute Kommunikation ausmacht.

4. Hauptteil

Die Gruppe wird in Teams zu acht Personen eingeteilt. Vorgestellt wird hier ein Konzept für eine Gruppengröße von ca. 30 Personen. Für kleinere Gruppen kann man sich auf eine Floß-Variante beschränken.

Vorbereitung und Planung

Alle Teams haben die gleichen Basics zur Verfügung: 4 Rollen Panzertape (gibt es beim Discounter für 1–2 €/Rolle), 6 Dachlatten (2 Meter Länge, Baumarkt), 2 Spanngurte (Baumarkt), und eine große Pappe für den Namen des Teams/Boots.

Außerdem hat jedes Team die Materialien für ihre spezifische Floßvariante:

  • Team A: 4 Altpapiertonnen
  • Team B: 3 Schläuche von Autoreifen (alternativ: Schwimmreifen)
  • Team C: 50 Luftballons, Teichfolie und 6 große Müllbeutel.
  • Team D: 5 Mörtelkübel (eckig, 90 Liter)

Altpapiertonnen bekommt man (wahrscheinlich kostenlos) bei den Stadtwerken, bzw. dem Müllabfuhrzweckverband.

Traktorreifen gibt es bei einem Bauern. Alternativ kann man auch Schwimmreifen für Kinder nehmen, die es im Internet für ca. 10 € zu bestellen gibt.

Speiskübel gibt es auf jeder Baustelle, oder für 4–6 €/Stück im Baumarkt.

Jede Gruppe hat nun zwei Aufgaben:

  1. Baut in 45 Minuten ein schwimmfähiges Floß, das mindestens drei Personen trägt. Es dürfen nur die vorhandenen Materialien genutzt werden – keine Seile, Nägel, Schrauben, usw.
  2. Macht aus der Pappe ein kreatives Segel mit dem Namen des Bootes/Teams. Farben und Pinsel stehen zentral bereit.

Von jedem Team unbedingt ein Gruppenfoto machen, ausdrucken, und beim nächsten Mal mitbringen.

Mögliche Probleme

Die Teens werden sagen, dass es nicht möglich sei. Da braucht es vielleicht noch mal eine gute Motivation, und falls es gar nicht klappt, einen kleinen Tipp.

Die Teens mit den Luftballons werden sich benachteiligt fühlen – doch sie haben an unserem Abend sogar das schwimmfähigste Floß gebaut.

Sicherheitshinweise

Gibt es in der Gemeinde jemanden mit einem DLRG-Schwimmschein für die Aufsicht?

Es sollten Schwimmwesten beim Ruderverein oder einer Schule ausgeliehen werden.

Sollte die Variante mit den Mülltonnen im Wasser umkippen, wird sofort das Wasser die Tonnen füllen, und die Konstruktion plötzlich sehr schwer werden lassen. Hier sollten Helfer im Wasser bereitstehen, die den Teens helfen, aus den Mülltonnen zu kommen.

Die Planung zu diesem Event ist vielschichtig, aber nicht unbedingt zu aufwendig. Man sollte spätestens zwei Wochen vor der Durchführung mit der Planung starten.

Wer nicht auf die Variante mit den Altpapiertonnen verzichten möchte, der sollte schon eher vier Wochen vorher mit den Stadtwerken telefonieren.

Abschluss und Reflexion

Wie auch beim Warm-up sollte man mit der Gruppe kurz den Prozess reflektieren. Zusätzlich kann man verschiedene Bezüge zur Bibel und zum Glauben herstellen.

  • Berufung des Mose (Mose: „Ich kann das nicht“ – Gott: „Doch du kannst, ich helfe dir und stelle dir jemanden an die Seite“)
  • Jüngerschaft: Jesus hat die Jünger nie allein, sondern mindestens zu zweit losgeschickt.
  • Gemeinde: Paulus bringt es mit dem Bild des Leibes von Jesus gut auf den Punkt („Jeder ist wichtig und wird gebraucht“).
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