Pornografie

1. Vorbemerkungen

Zu den Entwicklungsaufgaben des Jugendalters gehören auch die Übernahme einer Geschlechtsrolle, der Aufbau von intimen Beziehungen und die Integration von Sexualität in die Gesamtpersönlichkeit.

Nicht wenige Jugendliche wählen wenig konstruktive Strategien, diese Entwicklungsaufgaben zu meistern. Man kann Pornografiekonsum als eine solche Bearbeitungsstrategie verstehen.

2. Zielgedanke

Die Jugendlichen lernen, dass Sexualität eine Aufgabe ist, vor der wir Menschen stehen. In unserer Kultur gelten romantische Beziehungen und körperliche Intimität als Zeichen erfolgreichen Erwachsenwerdens. Ebenso wie bei anderen Aufgaben sind zu ihrer Meisterung Kompetenzen notwendig und ein ausreichendes Vertrauen in die eigene Person. Pornografie scheint hier eine Alternative zu bieten, die ohne Mühen Ähnliches bietet: Hier kann der eigene Körper und die eigene Genitalität gespürt werden, ohne körperlich wirklich aktiv zu werden. Über sexuelle Fantasien können intime Wünsche bearbeitet werden, ohne sich auf einen Partner einlassen zu müssen. Mittels Masturbation regulieren nicht wenige Teenager ihre Unlustgefühle oder tauchen in längeren Porno-Sessions aus einem überfordernden Alltag ab. Zugleich birgt dies Risiken in mindestens vier Bereichen:

  1. Pornografie hat Effekte auf ihre Konsumenten. Die Wirkungsforschung gibt Grund zur Annahme, dass diese Effekte negativ sind. Insbesondere kann Pornografie die Vorstellungen von normaler Sexualität, die Zufriedenheit mit sich und dem eigenen Körper sowie die sexuellen Erregungsmuster verändern.
  2. Pornografie kann süchtig machen.
  3. Pornografie kann die eigentlichen Entwicklungsaufgaben – beispielsweise die Anbahnung und Aufrechterhaltung  früher romantischer Beziehungen – unwahrscheinlicher machen und damit Reifungsschritte vermeiden.
  4. Für Menschen, die Pornografie ethisch verurteilen, kann anhaltender Pornografiekonsum zu einer moralischen Inkongruenz führen: Man tut etwas lustvoll, wofür man sich nicht nur schämt, sondern man lehnt das, was Lust bereitet, zutiefst ab. Dieser Zusammenhang gilt besonders für Personen, denen der Glauben wichtig ist. Diese fortwährende moralische Inkongruenz kann eine erhebliche psychische Belastung darstellen.

Daher lassen sich fünf Ziele formulieren:

  1. Teenager verstehen, dass sie vor der Entwicklungsaufgabe der Integration von Sexualität stehen.
  2. Die Hintergründe und Motivationen von Pornografiekonsum können besser verstanden werden.
  3. In dem Entwurf geht es nicht nur um das kognitive Verstehen, sondern auch um das Erleben. Teenager sollen in denjenigen Motiven und Entwicklungsaufgaben gestärkt werden, die den Sog von Pornografie erklären helfen.
  4. Jugendliche, die bisher noch keine regelmäßigen Konsumenten von Pornografie sind, werden in ihrer Entscheidung gestärkt und erhalten Hilfen, wie sie ihren pornofreien Kurs halten können.
  5. Jugendliche, die regelmäßig Pornografie konsumieren (ca. 50% der Jungen im Alter von 13-18 Jahren, ca. 15 % der Mädchen) werden in ihrem Erleben zwischen Faszination von Pornos und Wut gegenüber der eigenen Unfreiheit ernst genommen und erhalten Hilfen für einen Ausstieg.

3. Einführung

Ausführliche Informationen zum Thema Pornografiekonsum und mögliche Argumentationen können detailliert hier nachgelesen werden: https://www.weisses-kreuz.de/mediathek/denkangebote/denkangebot-nr-2

In der Regel ist christlichen Jugendlichen bekannt …

  •  Pornografie ist in Deutschland erst ab dem 18. Lebensjahr freigegeben
  •  Pornografie ist die lustvolle Inszenierung sexueller Sünden und somit selbst auch Sünde
  •  Pornografiekonsum hat eher negative als positive Effekte
  • Pornografie ist ein fiktional hergestelltes Medium, welches häufig nur wenig Bezug zur Realität hat.

Wenn dem so ist, so muss Jugendlichen nicht primär

  • die Information über die rechtliche Situation,
  • der theologisch-biblische Befund nebst Ruf zur Umkehr,   
  • die Breite und Fülle der Wirkungsforschung sowie die
  • Entstehungsbedingungen zur Pornografie vermittelt werden.

4. Methodik für die Gruppe

Wenn man das Thema Pornografie in der Gruppe behandelt, gibt es verschiedene Gefahren:

  1. Betroffene Teens reden sich „um Kopf und Kragen“ und „outen“ sich. Dabei lassen sie sich von eigentlich unverfänglichen (!) interaktiven Methoden verleiten und vergessen, dass Gesagtes nicht zurückgenommen werden kann. Damit bringen sie sich womöglich aber auch um Möglichkeiten einer Beziehungsanbahnung und bauen das Image eines „Porno-Masturbierers“ auf.

Lösung: In der Großgruppe wird kein Austausch über das eigene Erleben o. Ä. geplant. Leiter intervenieren auf freundliche, rasche Weise, wenn jemand zu persönlich wird.

2. Die Nicht-Betroffenen partizipieren am Workshop, jedoch die Betroffenen schauen zu. Da die Scham tendenziell bei denen am größten ist, die betroffen sind, werden sie in der Regel nicht richtig mitmachen, sondern eher still anwesend sein, um sich nicht zu outen. Diejenigen Teens, die nicht betroffen sind, arbeiten jedoch mit und erhöhen mit utopischen, abwertenden oder moralischen Äußerungen die Selbstvorwürfe bei den Betroffenen.

Lösung: Moralische Statements werden nicht losgelöst betrachtet, sondern es wird von emotionalen Aussagen immer wieder auf das Phänomen des Pornokonsums abgeleitet und darüber verstehend Austausch gesucht. (Beispiel: Annika meint, dass sie niemals einen Jungen zum Freund haben will, der schon Pornos gesehen hat. Die Leiter meinen: „Das kann ich verstehen. Vermutlich wissen viele Jungs und Mädchen auch, die Pornos schauen, dass ihre künftigen Partner nicht glücklich drüber sein werden. Habt ihr eine Idee, warum sie dennoch mit dem Pornoschauen anfangen? Oder warum sie es nicht lassen können?“)

3. Teens sagen, was sie denken, was die Leiter hören wollen. Damit machen sie das Thema aber lächerlich, denn die anderen Teenager durchschauen die inszenierte Mitarbeit. Zudem erleben die Teenager auf diese Weise nicht mehr die Schritte, die zu einer Meinung oder Position geführt haben.

Lösung: Es wird zu Beginn klargestellt, dass der Leiter nicht alles weiß und selbst Lernender ist und gespannt ist, auf das, was die Gruppe zusammen erarbeitet. Der Leiter versucht, nicht zu Beginn wertende Aussagen zu treffen, die schon früh die Richtung vorgeben, in die gearbeitet wird, stattdessen lässt er sich die Teilnehmer die Positionen erarbeiten.

In der Sexualpädagogik haben sich einige methodische Designs bewährt, die auch im folgenden Entwurf zur Anwendung kommen.

Das Stellvertreter-Prinzip: Es wird mit Fällen und Stellvertretern gearbeitet. Die Leitung gibt ein Szenario einer Person vor, die sich in einer schwierigen Situation befindet. Die Teens müssen sich in die Situation und die Person einfühlen und Lösungen modellieren. Auf diese Weise können alle Teenager ihre eigenen Erfahrungen, Deutungen und Vermutungen einflechten, ohne sich outen zu müssen. Auf diese Weise können sowohl die Betroffenen als auch die Nichtbetroffenen mitmachen.

Indirekte Einführung ins Thema: Das Thema Pornografie wird nicht explizit angekündigt und dient auch nicht als Überschrift des Themas. Stattdessen wird eine weite thematische Klammer aufgemacht und Pornografie als ein Aspekt neben anderen behandelt. So haben die Teilnehmer nicht das Gefühl, in diesem intimen Thema „direkt bepredigt“ zu werden.

Exemplarisches Lernen: Anhand des Themas „Pornografiekonsum im Jugendalter“ lernen die Teenager zudem auch das generelle Thema „Entwicklungsaufgaben“ kennen und werden mit dem Problem ihrer „nicht-funktionalen“ Bearbeitung konfrontiert. Hierbei dient Pornografiekonsum als „Exemplar“, das generalisiert für andere Zusammenhänge auch für diejenigen Teenager Bildungsgehalte mit sich bringt, die keine Pornografie konsumieren, aber an anderen Stellen Entwicklungsaufgaben vermeiden (bspw. in Form von Jugenddelinquenz, exzessivem Gaming, Alkoholkonsum, Mediensüchten …)

4.1 Einstieg

Zunächst werden den Teenagern die Fälle dargelegt, anhand derer die Stellvertreter eingeführt werden. Im Idealfall werden vier schwarze Profile von fiktiven Teenagern vorgehalten.

Als Thema kündigt der Jugendleiter „Zwischen Kind und Erwachsenem – Versuchungen im Jugendalter“ an.

Bei der Begrüßung erwähnt er, dass Teenager in einer besonders herausfordernden Phase stehen: Während ihr Körper sich radikal verändert, das ganze Gehirn umgebaut wird, und die Sexualität erwacht, denkt sich die Gesellschaft: „Na, dann legen wir mal noch eins drauf: Wir verlangen noch den Schulabschluss, die religiöse Mündigkeit, die Loslösung vom Elternhaus in dieser Phase.“ Kein Wunder, dass manche Teenager sich überfordert fühlen.

Dann stellt die Gruppenleitung der Gruppe vier Personen vor.

                Dimitri

                Sabine

                Maurice

                Alicia

(Die vier Personen werden in die Mitte gelegt.)

Sie alle stehen vor denselben Entwicklungsaufgaben, die plötzlich im Jugendalter von uns erwartet werden. (Vgl. folgende Abbildung)

Dann nimmt die Gruppenleitung Pappkartons, auf denen jeweils eine Entwicklungsaufgabe aufgeklebt ist.

– Der Körper wird erwachsen (Wir nehmen Abschied vom Kinderkörper, unsere Kinderhaut, unseren kindlichen Körperproportionen. Wir fangen an zu stinken, kriegen Haare an mancher Körperpartie, wo wir vorher keine hatten, manchmal wachsen nur unsere Arme und wir laufen rum wie Affen. Keine Sorge – geht vorüber. Fast alle jungen Menschen haben irgendwo Probleme: Manche haben zu früh einen relativ erwachsenen Körper, aber der Kopf hängt noch hinterher und sie werden ständig überschätzt oder von Leuten – manchmal auch Freunden – überfordert. Anderen geht es zu langsam und sie wollen es dann kompensieren.)

Analog erklärt die Gruppenleitung die anderen Entwicklungsaufgaben des Jugendalters.

– Sich von den Eltern lösen & selbstständig werden, teils auch gegenüber den Geschwistern, eigene Standpunkte erarbeiten können

Schulabschluss

– Ausbildung und Beruf finden

– Freundschaften selbst aufbauen und aufrechterhalten

– eigene Schwächen und Stärken realistisch integrieren, gesundes Selbstbewusstsein entwickeln

– Gefühle wahrnehmen und steuern lernen

– Fragen in Bezug auf Moral, Politik, Sinn und Glauben bearbeiten lernen

– Beziehungen zum Gegengeschlecht aufbauen lernen und sich mit dem Gegengeschlecht vertraut machen

– Übernahme einer Geschlechtsrolle

– die eigenen sexuellen Gefühle in die Gesamtperson integrieren lernen

– sich als erwachsene Person fühlen und verhalten

4.2 Hauptteil

Anschließend erklärt der Leiter die drei unterschiedlichen Bewältigungsstrategien, mit Entwicklungsaufgaben umzugehen:

  1. Funktionale Bearbeitung: Die Aufgabe wird in kleinen Portionen zugelassen. Der Heranwachsende verlässt die Komfortzone und packt die ersten Challenges an – zunächst oft als Spiel und Probieren, manchmal in kleinen „Sonderbereichen“ und dann immer mehr, bis er das Gefühl hat, die Aufgabe gemeistert zu haben.
  2. Dysfunktionale Bearbeitung: Die Aufgabe wird auf eine Weise bearbeitet, die zu erheblichen weiteren Problemen führt. Das können Übertreibungen sein oder fast „wahnwitzige Ideen und Projekte“.
  3. Vermeidung: Die Aufgabe wird nicht angegangen. Man bleibt im Komfortbereich, vermeidet alle Herausforderungen oder pendelt zurück in kindliche Verhaltensmuster.

Diese drei Strategien teilt er am besten an die Teenager als kleine Zettel aus. Dann erklärt er sie erneut an einem Beispiel oder erarbeitet es gemeinsam mit den Teenagern.

Beispiel: Sich von den Eltern lösen & selbstständig werden.

  1. Produktive Bearbeitung: Man beginnt die Hobbys, die die Eltern einem in der Kindheit rausgesucht hatten, zu hinterfragen. Vielleicht hört man mit einem Musikinstrument auf. Oft beginnt man genervt auf die Eltern zu reagieren, wenn sie einem ungefragt reinquatschen. Stattdessen fängt man an, sie hin und wieder um Rat zu fragen, aber auch einige Themen – oft ihre Lieblingsthemen – mit ihnen zu diskutieren.
  2. Dysfunktionale Bearbeitung: Man zeigt den Eltern, dass man auf sie „einen Scheiß“ gibt, indem man sich unbewusst die größten Idioten als Freunde sucht. Man baut nur Scheiße, begeht Straftaten, schwänzt die Schule, hält sich an keine Absprachen – besonders nicht, wenn es um die Gestaltung der Freizeit am Abend geht und ab wann man nach Hause kommt. So zeigt man sich, den Eltern und allen anderen, dass man schon ein „mega krass erwachsener Typ“ ist. (Am Ende kriegt man dennoch nicht so viel hin …)
  3. Vermeidung: Offiziell diskutiert man gar nichts mit den Eltern aus. Man macht alles wie die größeren Geschwister oder Eltern, man beschäftigt sich weiter mit den kindlichen Hobbys und folgt den Eltern in allen moralischen und thematischen Fragen. Die Klamotten lässt man brav von Mama kaufen und am Abend jeweils für den nächsten Tag zurechtlegen.

Nun bringt der Leiter die übergeordneten sexualbezogenen Entwicklungsaufgaben ein.

– Beziehungen zum Gegengeschlecht aufbauen lernen und sich mit dem Gegengeschlecht vertraut machen

– Übernahme einer Geschlechtsrolle

– die eigenen sexuellen Gefühle in die Gesamtperson integrieren lernen

– den erwachsen werdenden Körper annehmen

– erwachsen werden (Diese Aufgabe hat nicht direkt mit Sexualität zu tun, aber sehr häufig wird Sexualität benutzt, um eigentlich die Passage vom Kind zum Erwachsenen zu meistern. Häufig werden problematische Verhaltensweisen und Beziehungen gesucht und nicht selten landen daraufhin Menschen in unguten Kontakten.)

Der Leiter legt diese vier Boxen vor die vier Teenager-Profile (dabei könnte es sich auch um Figuren handeln). Dann skizziert er den Weg eines Teenagers, der sich durch all diese Entwicklungsaufgaben produktiv – also auf positive Weise – durchkämpft. Das könnte so lauten:

Bernie hatte es eigentlich gar nicht leicht in seinem Leben. Seine Eltern haben ihm nicht wirklich eine positive Ehe vorgelebt und auch ihn als Junge nicht gefördert. Er hätte gerne mehr Zeit mit seinem Vater verbracht, der war aber sehr viel arbeiten und innerlich meist mit anderen Sachen beschäftigt.

Er fragt sich, wie es eigentlich ist, als junger Mann zu leben und checkt dabei vor allem seine Freunde ab. Als Kind hat er eigentlich vor allem mit den anderen Jungs gespielt. Doch mit der Pubertät ändert sich seine Ausrichtung. Er will nun wissen, wie Mädels ticken. Er ändert seine Interessen so, dass er sich nicht mehr nur für Männerkram interessiert. Er hört auf, Mädels nur zu necken, sondern sucht den Austausch mit ihnen und hängt auch mal mit Mädels ab.

Irgendwann hat er sich verliebt. Sie ist in der Parallelklasse. Er lädt sie auf ein Date ein, sie reagiert zögerlich, lässt sich dann aber darauf ein. Nach dem Date schreibt sie ihm aber, dass sie ihn zwar nett findet, aber sich keine Beziehung mit ihm vorstellen kann. Bernie ist frustriert. Was soll das?

Über einige Ecken findet er heraus, dass sie ihn echt gern hatte, aber einen älteren Freund will. „Was für ’n Klischee-Teeny!“, denkt er sich. Er lässt es dann erst mal mit den Mädels, zieht sich in seine Jungs-Crowd zurück. Aber dann ist da diese Neue in der Volleyballmannschaft. Die lacht ihn immer so an …

Na, wie wird die Geschichte wohl ausgehen?

Wichtig ist, dass der Leiter gemeinsam mit den Teilnehmern dann auswertet, wie dynamisch diese Entwicklungsaufgaben gemeistert werden und wie „risikoreich“ es ist. Diese Formen der Bewährung sind immer damit verbunden, dass man über die eigenen Grenzen hinaus geht, sich verändert, dass man scheitern kann und nicht selten auch mal scheitert.

Anschließend kann der Leiter mit den Teilnehmern erarbeiten, wie dysfunktionale – also problematische – Strategien aussehen könnten und wie Vermeidung aussehen kann. Er kann dann Beispiele für solche nicht funktionalen Strategien anhand der anderen drei Beispiel-Teenager (schwarze Profile bzw. Figuren) wählen.

Beispiele:

  • Magersucht als Abwehr der Annahme des verändernden Geschlechtskörpers bzw. Frauwerdens
  • Sexting als problematische Annährung an das Gegengeschlecht
  • Sexualisierte Sprache als Beispiel einer nicht produktiven Erarbeitung einer Geschlechtsrolle
  • Beziehung mit deutlich älteren Partnern als Versuch, möglichst schnell reif und erwachsen zu wirken
  • Rascher Eintritt in Sexualität, um sexuelle Erfahrungen vorzuweisen
  • Frühe romantische Beziehungen allein mit dem Ziel, das Gegengeschlecht kennenzulernen oder zu „besitzen“
  • Teenagerschwangerschaft mit dem Ziel, möglichst schnell erwachsen zu sein und Frau zu werden

Der Leiter sollte neben der Darstellung dieser Beispiele sich dann etwas mehr Zeit nehmen, um das Beispiel eines pornokonsumierenden Teenagers einzuführen. („Stellen wir uns einen jungen Mann oder eine junge Frau vor, die beginnend im Alter von 14 Jahren regelmäßig Pornos schaut. Was stellt das eurer Meinung nach vor?“ Gemeinsam mit den Teenagern wird erarbeitet, inwiefern es sich hierbei um eine produktive, dysfunktionale oder vermeidende Strategie handelt.)

Im folgenden Schritt sollten mit den Teilnehmern drei Kernfragen erarbeitet werden:

  1. Wozu führt das Verhalten: Welche Wirkungen wird es auf den jungen Menschen haben? Wird er gereift sein und wird er darin seine Entwicklungsaufgaben meistern? Profitieren künftige Partner davon, wenn ein Mensch viele Pornos schaut oder nicht? Warum?
  2. Vermutlich sind diese Wirkungen ja dem jungen Mann/der jungen Frau auch klar. Was denkt ihr: Warum schaut sie dennoch? Warum haben Pornos eine solche Macht über manche Menschen?
    1. Reiz des Verbotenen
    2. Spannende, neue Inhalte
    3. Vertrautmachen mit Sexualität und dem Gegengeschlecht
    4. Man kann seine negativen Gefühle betäuben / Adrenalin-Kick / Orgasmus (Sucht)
    5. Hilft prima gegen Langeweile
    6. Ventil, endlich mal nicht funktionieren müssen
    7. Verborgene Fantasien (Rache, sich selbst schädigen, Demütigung, Macht haben usw.)

3. Was kann unsere Person jetzt tun, um das Dilemma zu lösen, in das sie sich – ohne böse Absicht – manövriert hat?

  • Zugang erschweren
  • Sich den Sinn des Verzichts vorhalten
  • Ideen gegen unangenehme Gefühle (Frust, Einsamkeit, Langeweile, Energie-Überschuss) und alternative Verhalten eintrainieren
  • Rechenschaftspartnerschaften
  • Trainingsplan mit Jugendleiter/Seelsorger/Kumpel erstellen
  • An den Ursachen arbeiten
  • Technische Hilfsmittel (Blocker, Handyfreie Zeiten, Rechenschaftssoftware, Truple usw.)
  • Fasten für Gott
  • Zwischenetappen definieren und erreichte Ziele feiern
  • Tagebuch führen und Auslöser erkennen, vermeiden
  • Bewusster Jesus nachfolgen im Sinne von Eph. 6
  • Die eigentlichen Entwicklungsaufgaben (die Hintergründe!) bearbeiten

4.3 Abschluss

Zum Schluss sollte das Thema wieder auf das allgemeinere Thema geführt werden und der exemplarische Streifzug „Pornografie“ verlassen werden. (Die Teenager sollten nicht den Eindruck haben, dass es hierbei um eine „verborgene Agenda“ geht.) Daher sollte es noch mal kurz (!) um die anderen drei Beispiele gehen, dass es auch dort Ideen und Lösungen gibt, falls Menschen da herausgefordert sind.

Im Idealfall schließt der Leiter das Thema mit einem positiven Beispiel aus seinem Freundeskreis, einer berühmten Person oder einem Kontakt aus der Seelsorge. (Modelllernen ist in diesem Bereich ein wichtiges Werkzeug und kann den Teenagern helfen, den Transfer in ihr Leben zu meistern, der ihnen sonst oft noch schwer gelingt.) Diese Beispielperson hat also im Idealfall vor einer sexualbezogenen Entwicklungsaufgabe gestanden, die sie beinahe dysfunktional oder vermeidend bearbeitet hat – hat dann aber diese Probleme bewältigt und ist gestärkt in die nächste Lebensphase gegangen.

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.