Der Joker meines Lebens / Stundenentwurf zu: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“

Vorbemerkungen

Ausgehend vom Kartenmotiv mit den Spielkarten bietet es sich an, die Gruppenstunde als Casino-Abend zu gestalten. Hierzu können die Teenager mit einer speziellen Einladung eingeladen werden. Kündigt bereits einige Wochen vorher an, dass diese besondere Gruppenstunde steigen wird. Sehr stilecht wird der Kasino-Abend, wenn ihr mit der Einladung einen gewissen Dresscode festlegt. Wie wäre es mit Krawattenpflicht für die Jungen und Kleidpflicht für die Mädchen? Ein solcher Abend bietet sich dafür an, Freunde mit in den Teenkreis einzuladen.

Einstieg

Dekoration

Dekoriert euren Gruppenraum entsprechend einem Kasino. Richtet eine kleine Bar ein und bietet Getränke (alkoholfreie Cocktails?!) an. Knabberkram ist Pflicht. Bereitet außerdem je nach eurer Gruppengröße mehrere Spieltische vor. Spielideen findet ihr weiter unten. Schön wäre ein gemeinsamer Start. Die Teenager warten vor der Gruppenraumtür und werden dann gemeinsam reingelassen und man kann mit alkoholfreiem Sekt gemeinsam zur Eröffnung anstoßen. Alle Teenager erhalten zu Beginn ein gewisses Startkapital in Form von Jetons, mit denen sie den Abend über spielen können. Dann kann gespielt werden.

Spiele

Es folgt eine Auswahl gut funktionierender Kasino-Spiele für Teenager. Je nach Gruppengröße sollte man mindestens zwei bis drei verschiedene Spiele anbieten. Natürlich können auch an mehreren Tischen die gleichen Spiele angeboten werden. Überlegt euch eine für eure Gruppe passende Mischung. Die Anleitungen zu den Spielen findet ihr auf dem kompletten Stundenentwurf.

  • Roulette
  • Black Jack
  • Hausnummern würfeln
  • Poker
  • Hütchenspiel
  • Such die Dame

Zweier-Gespräch

Ladet eure Teenager nach einer Spielphase nun ein, an die Bar zu kommen. Unter jedem Stuhl/Barhocker befindet sich eine Spielkarte. Die Teenager dürfen nun ihren Gesprächspartner mit der gleichen Spielkarte finden. Anschließend haben sie fünf bis zehn Minuten Zeit, sich über folgenden Fragen auszutauschen:

  • Hattest du heute Abend Glück beim Spielen?
  • Was bedeutet für dich der Ausruf „Glück gehabt!“?
  • Wie geht es dir mit dem Glück anderer? Kannst du dich mitfreuen?

Thema Teil 1

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Teilnehmern eine Karte mit dem Bibeltext auszuteilen. Lasst sie den Vers und das Bild zunächst in Ruhe betrachten. Idealerweise sollten die Teenager nun Bibeln dazuholen. Erklärt, dass dieser Satz in den Psalmen im Alten Testament steht. Lest diesen Psalm gemeinsam. Im Psalm 73 geht es um den Umgang mit eigenem Unglück und dem Glück anderer. Welche Rolle kann Gott in so einer Situation spielen? Diese Frage stellt sich der Psalmist mit Blick auf sein eigenes Leben und auf das Leben anderer. Er findet für sich eine Antwort in der abgedruckten Jahreslosung. Doch ist das so einfach?

Kleingruppen

Teilt euren Teenkreis in Kleingruppen auf. Jeder Kleingruppe soll ein Mitarbeiter zugeordnet sein, der das Gespräch leitet. Überlegt in den Kleingruppen, was der Vers und die Lebenssituation der Empfänger damals mit uns heute zu tun hat:

  • Wie gehen wir mit Glücksmomenten und Pechsträhnen in unserem Leben um?
  • Welche Rolle spielt Gott dabei?
  • In welchen Situationen fällt es mir schwer, mein Glück auf Gott zu setzen?

Sammelt diese Gedanken und besprecht dann gemeinsam, was uns in diesen Herausforderungen helfen kann: Gemeinschaft mit anderen Christen, Gebet, Zeugnis geben von eigenen guten Erfahrungen … Je nach Gruppensituation kann dann jede Kleingruppe im Plenum zwei bis drei Minuten von ihrer Gesprächsrunde berichten.

Thema Teil 2

Der Psalmist beschreibt sehr eindringlich sein persönliches Leiden. Ihm, der an Gott hängt, scheint nichts zu gelingen, während den anderen, die von Gott nichts wissen wollen, scheinbar alles gelingt. Diese Lebenssituation ist wahrscheinlich auch uns heute nicht fremd. Das ist leider Realität. Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Karte: Im Vordergrund steht die Karte mit dem „J“. Bei Spielkarten steht das „J“ für Joker. Eine Karte, die beispielsweise im Rommé den entscheidenden Unterschied zwischen Sieg und Niederlage machen kann, da sie den höchsten Spielwert besitzt. Dieses „J“ kann aber auch für Jesus stehen – die entscheidende Karte, mit der dein Leben gelingen kann. In Jesus ist Gott jedem Menschen ganz persönlich nah – wenn er denn diese Spielkarte aufnimmt. Es geht nicht darum, ein glückliches Leben zu führen. Es geht auch nicht um ein Vergleichen, wer denn ein glücklicheres Leben führt. Auch nicht mein Pech oder des anderen Glück ist entscheidend, sondern dass ich mein Leben auf die richtige Karte setze: Jesus.

Abschluss

Ermutigt eure Teenager, die Karte an einen Ort zu hängen oder zu legen, an dem sie sie immer wieder mal sehen. Das soll sie an die Verheißungen und Herausforderungen erinnern, die in diesem Vers stecken. An dieser Stelle kann noch der Teenager mit den meisten gewonnenen Jetons geehrt werden. Goldbären oder Goldtaler machen sich hier sicherlich gut. Sprecht zum Abschluss ein Segensgebet für eure Teenager.

In diesem Artikel beschreibt Björn Bausteine, die ihr für eure Gruppenstunde nutzen könnt, um die 1. Folge der 2. Serienstaffel Chosen zu vertiefen, gemeinsam aufzugreifen oder einen Abend passend zu gestalten.

Essen

Es bietet sich ein Festessen an! Vielleicht grillt ihr gemeinsam und bereitet ein gemeinsames Essen zusammen vor und gestaltet ein bisschen was Drumherum.
In der heutigen Folge lässt Jesus die Jünger ein Essen vorbereiten mit Lamm und Wein und allem, dann gehen sie zu einem Samariter, der vielleicht ein Mörder und Pferdedieb ist. Und feiern mit ihm. Sie erzählen sich Geschichten, um sich miteinander zu verbinden.
Ihr könnt vorher essen oder zum Abschluss.
Während des Essens könnt ihr euch gegenseitig eure Geschichten erzählen … Das würde den Faden der Folge aufnehmen. „Wie habe ich Jesus kennen gelernt“ oder „Wie kommt es, dass ich heute hier bin?“ könnten dann Ideen für den Austausch sein.

Warmup

Idee 1) Wie eben bei „Essen“ beschrieben

Idee 2) Geschichten – 2x wahr und eine Lüge
Jeder erzählt über sich und sein Leben 3 Geschichten oder Facts. Das Spannende: eine Geschichte stimmt nicht. Alle anderen müssen erraten, welches die erfundene Geschichte war, z.B. über eine Abstimmung. Ggf. muss dieser Part moderiert werden, damit der Geschichtenerzähler sich nicht selber moderieren muss. Ab einer gewissen Gruppengröße solltest du die Gruppe aufteilen, damit es nicht zu lange dauert.
So lernen sich alle noch ein bisschen besser kennen und interagieren miteinander.

Bibelportion

Bei dieser Folge bietet es sich an, ein paar Texte schon vor dem Schauen der Folge zu lesen – dann entdeckt man Passagen in der Folge wieder. Schau, welcher Text sich besser anbietet für deine Gruppe oder finde noch andere Texte, die besser zu deiner Gruppe passen. Auch muss gut bedacht werden, ob ihr „The Chosen“ eher als evangelistische Aktion gestaltet oder als Vertiefung für Leute, die schon mehr von Jesus wissen.

Bibelportion Idee 1
Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1, 1-5) und Johannes (1, 1-5)

In dieser Folge schauen wir u.a. Johannes über die Schulter bei ersten Entwürfen zu seinem Evangelium. In der Folge outet sich Jesus als Gott und es könnte spannend sein, diese beiden Texte schon zu kennen.

Lest die beiden Texte, ggf in kleineren Gruppen.

Fragen für das Gespräch

Wo entdeckst du Ähnlichkeiten zwischen den beiden Texten?

Wo sind Unterschiede?

Johannes kannte bereits den 1. Mose-Text. Was denkt ihr: Warum hat er den Anfang seines Evangelium genau so gestaltet und nicht anders? Was war ihm wichtig? Was sollte der Anfang bei den Lesenden auslösen?

Bibelportion Idee 2

2. Mose 3, 11-14

Hier wäre es gut, eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse zu geben (Israel – Ägypten – Sklaverei – Mose – brennender Dornbusch). In dem kleinen Text jetzt stellt sich Gott vor. „Ich werde sein, der ich sein werde.“ In der Folge sagt Jesus eindringlich zu Johannes: „Ich bin, der ich bin.“

Fragen für das Gespräch

Lest den Text ggf. in kleineren Gruppen
Gott hat Mose gerade einen großen Auftrag gegeben, nämlich zum Pharao, dem Herrscher von Ägypten zu gehen und sein Volk aus Ägypten zu befreien. Mose muss aber erst einige Fragen klären…

Welche Fragen sind das?

Warum war Mose das wichtig?

Wie lauten Gottes Antworten?

Wenn nun jemand auftauchen würde und sagt: „Ich bin, der ich bin“: Wie würde das in den Ohren eines frommen Juden klingen?

Folge schauen

Schaut euch die erste Folge der zweiten Staffel an. Vielleicht findest vorher du jemanden, der kurz die Staffel 1 zusammenfassen kann? Oder ihr macht es gemeinsam, wenn ihr sie zusammen gesehen habt.

Am Anfang gibt der Produzent noch ein kleines Intro. Schau es dir vorher an, ob du das mit zeigen willst oder überspringst.

Kleingruppe

Es hat sich als gut erwiesen, nach der Folge ins Gespräch zu kommen. Je nach Größe der Gruppe solltest du Kleingruppen planen.

Ich finde die Einstiegsfragen sehr wichtig: Sie lassen jeden das weiterdenken, wo er oder sie angeknüpft hat.

Was hat dich besonders angesprochen an dieser Folge? Warum?

Was hat dich geärgert? Warum?

Wo sind bei dir Fragen aufgetaucht?

Wenn ihr über diese Fragen ins Gespräch kommt – go for it! Falls nicht, hier ein paar weitere Anregungen:

Die „Donnersöhne“

Welche Lektion bringt Jesus ihnen bei?

Wie müsste Jesus dir diese Lektion beibringen?

Jesus

Welche Szene hat dich am meisten beeindruckt?

Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du darauf vertrauen würdest, dass Jesus auch heute noch so handeln kann?

Der zuerst hinkende und dann geheilte Samariter

Was hat den Mann am meisten bewegt?

Wie ist Jesus ihm begegnet?

Was kannst du daraus ableiten, wie Jesus mit Menschen heute umgeht?

Challenge

Welche Aussage oder welches Verhalten von Jesus hat dich besonders herausgefordert?

Wie würde es aussehen, wenn jemand heute das so leben würde? Wie ginge das?

Tue es!

Input

Ich finde ja, dass es keinen weiteren Input braucht, da der Film und die Kleingruppe viel Input bietet. Ggf. kannst du aber noch sagen, was dich besonders angesprochen hat in dieser Folge.

Im Folgenden beschreiben wir Bausteine, die ihr für eure Gruppenstunde nutzen könnt, um die 4. Folge der 2. Serienstaffel von The Chosen zu vertiefen und gemeinsam aufzugreifen.

Essen

Ähnlich der schönen Szene in dieser Folge, könnt auch ihr gerne mit einem gemeinsamen Essen starten. Tauscht euch schon beim Essen darüber aus, was in den letzten Folgen von „The Chosen“ passiert ist und ruft es euch dadurch noch mal in Erinnerung:

  • Was ist bei euch hängen geblieben?
  • Welche Sätze/Szenen/Menschen haben euch die Woche über begleitet?
  • Was wollt ihr gerne mit der Gruppe teilen?

Start in das Thema

In der vierten Folge der zweiten Staffel geht es sehr viel um Entscheidungen. Simon, der Attentäter der Zeloten und Dreh- und Angelpunkt dieser Folge, muss sich oft und viel entscheiden. Einige Entscheidungen davon bereut er, andere versucht er rückgängig zu machen und wieder andere stößt er um.

Zum Einstieg eignet sich das Spiel „Duell der Augen“, wo blitzschnell Entscheidungen getroffen werden müssen, die eventuell auch nicht so gute Auswirkungen haben. Den genauen Spielablauf findet ihr hier:

https://www.jugendecho.de/spielesammlung/item/23-duell-der-augen

Setzt euch danach in einen Kreis und tauscht euch über eure Entscheidungen in eurem Leben aus.
– Welche bereut ihr?
– Was waren die besten Entscheidungen eures Lebens?
– Was würdet ihr heute anders machen?
Es hilft den Teilnehmenden dabei sehr, wenn ein*e Mitarbeiter*in anfängt. Das schafft Nähe und Vertrauen.

Folge 4 der 2. Staffel anschauen

Wenn ihr mögt, dann schärft den Fokus eurer Teilnehmenden auf das Motiv der Entscheidungen. Ladet sie ein, in dieser Folge besonders auf dieses Motiv zu achten. Je nach Gruppe kann das aber auch unpassend sein, da es andere Dinge evtl. ausblendet. Entscheidet das einfach für eure Gruppensituation.

Reflexion der Folge

Im Anschluss an die Folge könnt ihr euch wieder in einen Stuhlkreis setzen. Fordert eure Gruppe heraus, indem ihr nur die Frage in den Raum stellt: „Was habt ihr gesehen?“
Habt den Mut, diese Frage stehen zu lassen und zu hören und wahrzunehmen, was eure Teilnehmenden zu erzählen haben. Ganz von alleine wird ein Gespräch entstehen, bei dem verschiedene Teilnehmende von ihren Wahrnehmungen erzählen.

Nachdem alle etwas dazu gesagt haben, fragt weiter: „Was bedeutet das für dich persönlich?“
Habt auch hier den Mut, die Gruppe nachdenken zu lassen. Das kann manchmal mit einer kurzen Stille anfangen, aber dann wird sicherlich etwas kommen. Das Ziel hiervon ist, dass das Gesehene einen Unterschied machen kann/darf im Leben eurer Teilnehmenden. „Was bedeutet das für dich persönlich?“

In der Folge sind eindrückliche und intensive Dinge passiert. Brüder wurden wieder vereint, Jesus heilt einen Gelähmten, ein Attentat wurde abgebrochen, Jesus redet über das Laubhüttenfest. Doch was bedeutet das für dein Leben? Was für einen Unterschied kann das machen?

Wenn es euch passender erscheint, dann könnt ihr hierfür natürlich auch Kleingruppen bilden.

Impuls

Mein Vorschlag für einen kurzen Impuls dreht sich um Dietrich Bonhoeffer. Er hat viel und lange mit der schrecklichen Entscheidung gerungen, ob er sich in der Lage sieht, Hitler in einem Anschlag töten zu können/dürfen. Gegen seine christliche Überzeugung. Letztlich entschied er sich dazu, dass es sogar seine Pflicht sein sollte „dem Rad in die Speichen zu fallen.“ So plante er mit einer Gruppe von verschiedenen Menschen mehrere Anschläge, von denen keiner klappte.
Lest euch die Wikipedia Seite von Dietrich Bonhoeffer durch oder schaut im Internet. Es gibt viele spannende Artikel und Dokumentationen zu dem Thema. Bastelt euch daraus einen kurzen Impuls mit Bildern und Texten.

Stellt euch dann die Frage: Wie gehen wir mit unbeliebten Entscheidungen um? Mit Dingen, die wir am liebsten gar nicht erst entscheiden würden? Und wie können wir uns darauf vorbereiten, evtl. eines Tages solche Entscheidungen treffen zu müssen?
Lest hierzu auch gerne in der Bibel, holt euch Inspiration, kommt ins Gespräch und betet auch gerne miteinander.
Wichtig ist, dass das für manche Personen natürlich ein Trigger Thema sein kann. Seid daher sensibel und geht auf die Bedürfnisse und Fragen eurer Teilnehmenden ein.

Sprecht zum Abschluss ein Gebet und gebt dadurch ab, was euch beschäftigt.

Themensammlung mit Bausteinen und Einheiten zum großen Oberthema „Beziehungen“ – zwischen Mensch und Mensch, aber auch zwischen Gott und Mensch – mit dabei Bibelarbeiten, Hintergrundartikel und ein Verweis auf ein Video

Was tun, wenn wir unseren eigenen Erwartungen nicht entsprechen

Auch wenn wir es gar nicht immer möchten, messen wir doch häufig mit zweierlei Maß. Das, was ich bei mir selber noch ganz gut finde oder toleriere, verurteile ich bei anderen – zumindest dann, wenn ich diese Menschen sowieso nicht so gerne leiden mag. Solche Menschen erleben von mir auch nicht die gleiche Hilfe und Unterstützung, wie meine Freunde sie von mir erwarten dürfen.

Ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin. Aber die Fragen bleiben: Ist dieses Verhalten in Ordnung, nur weil andere Menschen sich auch so verhalten? Und warum treffen wir manchmal Menschen, die es schaffen, in ihrem Verhalten allen gleich freundlich, hilfsbereit und zugewandt zu begegnen?

Gehen wir doch gemeinsam auf Spurensuche und schauen, was wir in der Bibel zu diesem Thema finden. Dazu lesen wir gleich den Bibeltext in Lukas 6, 27–35.

Zum Lukasevangelium

Das Evangelium nach Lukas kann, wie viele andere Texte auch, keinem Verfasser sicher zugeordnet werden – auch wenn es im Laufe der Zeit unterschiedliche Vermutungen durch die Wissenschaft gegeben hat.

Unstrittig ist aber, dass der Verfasser des Evangeliums eine hellenistische Bildung (Übernahme von griechischen Sitten, Gepflogenheiten etc.) erfahren hatte, was sich in der gehobenen Art zu schreiben und der Bezugnahme auf alte Traditionen der antiken Geschichtsschreibung zeigt. Und man geht davon aus, dass der Verfasser auch die Apostelgeschichte aufgeschrieben hat – man also im Grunde ein »Doppelwerk« vor sich hat, das in die zwei Teile »Evangelium« und »Apostelgeschichte« aufgesplittet wurde.

Man vermutet darüber hinaus, dass die Texte ca. 90 n.Chr. entstanden sind, da im weiteren Verlauf der Apostelgeschichte sowohl auf den Tod von Paulus Bezug genommen als auch mit großem Abstand auf die Zerstörung Jerusalems zurückgeblickt wird.

Zu den ausgewählten Versen Kapitel 6, 27–35

Die angegebenen Verse sind Teil der »Feldrede«, die große Teile des sechsten Kapitels umfasst. Die Feldrede gilt als Paralleltext zur Bergpredigt in Matthäus. Sie beginnt ebenfalls mit Seligpreisungen, ist aber in ihrer Zuspitzung deutlich schärfer als die Bergpredigt formuliert, da sie das Verhalten der Menschen in Beziehung zu Gottes Gericht stellt. Es geht darum, die Menschen bei der Frage zu unterstützen, wo ihr Platz in dieser Welt ist – durch welches Verhalten sie ihn einnehmen können und was Gott dabei von ihnen erwartet.

Ablauf

Einstieg

  • gemeinsames Singen, Begrüßung
  • Brainstorming auf Karten:
    • Was regt dich so richtig auf?
    • Wie würdest du am liebsten reagieren?
    • Wo hast du mal so richtig Mist gebaut?
    • Über welche Reaktion hast/hättest du dich da gefreut?

Hauptteil

Den Bibeltext erarbeiten wir in drei Abschnitten, indem wir ihn jeweils zunächst lesen und dann anhand der Fragen darüber reden.

Verse 27–30 lesen

  • Kannst du das?
  • Fällt dir etwas leichter/schwerer?
  • (Warum) ist so ein Verhalten hilfreich?

Vers 31 lesen

  • Kennst du das woanders her?
    • Sprichwort: »Was du nicht willst, was man dir tu, dass füg auch keinem anderen zu«.
    • Kants »Kategorischer Imperativ«: »Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde«.
  • Was denkst du, wenn du diese Herausforderung hörst?
  • Was findest du gut bzw. schwer?

Verse 32–35 lesen

  • Wie stellst du dir »Lohn« praktisch vor?
  • Glaubst du, dieses Verhalten ist hilfreich
    • für dich?
    • für die Welt?
  • Motiviert dich, dass Gott das gute Verhalten in Jesus vorgelebt hat?

Abschluss

  • Impuls
  • Fürbitte für uns und die anderen
  • Singen

Impuls

Vielleicht kennst du das auch? Du bist mit dem Fahrrad unterwegs und dir nimmt jemand die Vorfahrt. Oder du fährst mit dem Auto, hältst dich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und wirst von einem anderen überholt, für den diese Regeln scheinbar nur »Inspirationshilfen« sind – aber nichts, woran man sich sklavisch halten muss.

Bei mir sind das Momente, in denen ich schnell vergesse, woran ich glaube. Bei mir sind das Momente, in denen ich schnell schneller spreche als denke. Und dann sind es nicht unbedingt freundliche Worte, die meinen Mund verlassen – dann sind es nicht unbedingt freundliche oder gar fromme Gedanken, die sich in meinem Kopf bilden.

Aber auf der anderen Seite möchte ich schon, dass sich die Menschen in meinem Umfeld die Mühe machen, nicht vorschnell über mich zu urteilen. Sondern sich die Zeit nehmen, mich kennenzulernen und hinter die Fassade von dem zu schauen, was im ersten Moment von mir zu erkennen ist. Dann wünsche ich mir Menschen in meinem Umfeld, die mir in meinem Fehlverhalten immer wieder verzeihen, die die »zweiten Chancen« nicht zählen, die sie mir einräumen. Ich wünsche mir Menschen, die selbst dann noch zu mir halten, wenn ich mich so schlimm benehme, dass ich selbst nichts Liebenswertes an mir sehen kann.

Ich denke, ich bin nicht allein, wenn ich feststelle: Es gibt Tage, da genüge ich selber nicht den Ansprüchen, die ich an andere Menschen stelle. Das ist keine schöne Erkenntnis. Es tut weh, wenn man den Spiegel so deutlich vor Augen gehalten bekommt.

Die Worte aus Lukas 6 sind also eine große Herausforderung an mich – an uns Menschen. Zumindest, wenn wir es uns nicht so einfach machen, darauf zu vertrauen, dass Gott uns das schon verzeihen wird, wenn wir diesen Worten nicht (ganz) entsprechen (können) – und es in diesem Vertrauen erst gar nicht versuchen. SO ist es nämlich nicht gemeint.

Sicher ist, dass wir uns nicht selbst den unmenschlichen Druck machen müssen, dem Vorbild Jesu in allen Momenten unseres Lebens folgen zu können. Denn: Jesus war eben nicht nur wahrer Mensch, sondern auch wahrer Gott. Und das hat ihm die Kraft geschenkt, die uns manchmal einfach fehlt. Darum heißt es ja auch an anderer Stelle: »Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig« (2. Korinther 12,9).

Ich muss es also gar nicht allein schaffen, jeden Menschen immer gut zu behandeln – aber ich darf es gerne jeden Tag aufs Neue versuchen. Und zwar aus dem Wissen heraus, dass Gott auch genauso an mir handelt – und dass, obwohl ich es auch nicht immer verdient habe. Genauso, wie ich mit/in/trotz all meiner Fehler von Gott bedingungslos geliebt werde, liebt er alle anderen Menschen auf dieser Welt – mit/in/trotz aller Fehler, die diese Menschen haben. Darum sollen wir versuchen, es ihm gleichzutun. Jeden Tag auf’s Neue. Und gerade bei den Menschen, bei denen uns persönlich das so unendlich schwer fällt.

Ein Blick in den Spiegel und ein Blick in die Bibel

Eine Frage beschäftigt Jugendliche meistens mehr als alle anderen: Wer bin ich? Und damit verbunden sind viele weitergehende Fragen, wie zum Beispiel: Wie finden mich andere? Wer mag mich? Was kann ich? Wie komm ich mit meinen Schwächen klar? Wie will ich mal werden? Wer wäre ich gerne? Wem kann ich mich so zeigen, wie ich wirklich bin?

Im Folgenden gibt es ein paar Anregungen, wie ihr in der Gruppenstunde oder auf einer Freizeit miteinander ins Gespräch kommen könnt über euer eigenes Bild vom Menschen – und das biblische Menschenbild, und warum gerade die Bibel uns helfen kann bei der Frage, wie und wer wir wirklich sind.

1. Der Blick durch die Brille(n): Was ist der Mensch?

Teilt euch in kleine Zweier- oder maximal Dreiergruppen auf. Wenn ihr nur eine sehr kleine Gruppe seid, könnt ihr die Aufgaben auch einzeln lösen oder sie alle gemeinsam als Gesamtgruppe nacheinander beantworten.

Aufgabe: Ihr sollt einer fremden Spezies von einem anderen Planeten erklären, was Menschen sind.

Jede Kleingruppe repräsentiert eine bestimmte Gruppe oder einen Fachbereich, aus deren Perspektive ihr die Frage beantwortet:

  • Mediziner oder Biologen
  • eine 100-jährige
  • Leistungssportlerin
  • Philosophen
  • ein Kindergarten-Kind
  • Historikerinnen oder Archäologen
  • eine Hauskatze
  • erfolgreicher Rockstar
  • Psychologin
  • Diktator
  • außerirdische Spezies
  • Werbestratege
  • ……….

Nehmt euch ca. 7–10 Minuten Zeit (bei Bedarf auch etwas mehr), um in den Teams eine kleine Präsentation/eine Rede/ein fachliches Statement vorzubereiten. Dann stellt ihr euch die Ergebnisse gegenseitig in der Gesamtgruppe vor.

Anschließend tauscht euch darüber aus: Was ist euch aufgefallen? Wo lagen die Unterschiede in der Wahrnehmung bzw. Beschreibung des Menschen? Was verändert sich, wenn man den Menschen durch eine andere „Brille“ betrachtet? Welche Beschreibung fandet ihr überzeugend? Welche positiven bzw. negativen Eigenschaften des Menschen kamen zur Sprache? Und was tauchte vielleicht gar nicht auf, wäre euch aber wichtig, wenn es um eine treffende Beschreibung des Menschen geht?

2. Der Blick in den Spiegel: Ich, das unbekannte Wesen

Nehmt euch in einer zweiten Phase Zeit, um euch ein paar Gedanken über euch selber zu machen. Vielleicht möchtet ihr euch mit Stift und Papier irgendwo hinsetzen und ein paar Stichworte aufschreiben, oder vielleicht mögt ihr lieber zu zweit miteinander ins Gespräch kommen. Nehmt euch dafür etwa 15 Minuten Zeit, bei Bedarf gerne auch ein bisschen mehr.

Ein paar Fragen zum Nachdenken bzw. Austauschen:

  • In welcher der vorgestellten Betrachtungsweisen des Menschen hast du etwas von dir selbst entdeckt?
  • Würdest du von dir sagen, du bist „typisch Mensch“ – eine durchschnittliche Vertreterin deiner Spezies?
  • Was macht dich besonders?
  • Was sind deine zwei größten Stärken und was deine beiden größten Schwächen?
  • Wie würde dich deine beste Freundin/dein bester Freund beschreiben?
  • Gibt es etwas, was niemand über dich weiß?
  • Wenn du dein Spiegelbild anschaust und dir vorstellst es wäre ein Porträt, ein Gemälde, ein Kunstwerk – welchen Titel würdest du ihm geben?
  • Wenn dein Leben verfilmt würde, wer sollte dich spielen?
  • Welchen Titel würdest du deiner Autobiografie geben – jetzt aktuell, oder wenn du weiter in die Zukunft denkst?
  • Was für ein Mensch möchtest du gerne sein – jetzt, oder im Laufe deines Lebens?

3. Der Blick in die Bibel: Der Mensch – gut, gescheitert, genial, gegensätzlich

Manchmal, wenn man z. B. in der Schule einen komplizierten Text lesen und verstehen soll, dann wünscht man sich, dass man einfach den Autor oder die Autorin fragen könnte: Wie hast du das gemeint? Wie sollen wir das verstehen? Was hast du dir dabei gedacht? Was ist der Sinn dahinter?

Bei der Frage „Wer oder was ist eigentlich der Mensch?“ können wir das tatsächlich in gewisser Weise tun: Wir können uns an den wenden, der den Menschen „erfunden“ und geschaffen hat, und können fragen, was er sich dabei gedacht hat – und wie er den Menschen sieht. Vielleicht nicht ganz so einfach wie hier im Gespräch miteinander, aber indem wir in die Bibel schauen, wie dort der Mensch beschrieben wird.

Im Grunde ist die ganze Bibel eine Beschreibung des Menschen, seiner Geschichte, seiner Eigenschaften, seiner großartigen Eigenschaften und seiner tiefsten Abgründe – es kommt alles vor, in Erzählungen, Gedichten, Reportagen, Liedern, phantasievollen Bildern, historischen Dokumenten … Ein paar einzelne Stellen wollen wir uns angucken, wo das Wesen des Menschen eindrücklich beschrieben wird.

Dazu bilden wir nochmal kleine Teams, die sich jeweils eine Bibelstelle anschauen und sich kurz darüber austauschen, was das bedeutet und wie man es in eigenen Worten ausdrücken könnte (die Stichworte in Klammern sind nur für die Mitarbeitenden):

  • 1. Mose 1,26–28+31 (Ebenbild Gottes)
  • 1. Mose 2,7–8 (lebendiges Wesen)
  • Psalm 8,5–7 (was ist der Mensch?)
  • Hiob 14,1–3 (wie eine Blume)
  • Prediger 1,1–8 (alles vergeblich)
  • Prediger 3,1–13 (wir können genießen)
  • Psalm 139,1–16 (wunderbar gemacht; von Gott zutiefst gekannt)

Das sind nur einige wenige Beschreibungen des Menschen aus der Sicht der Bibel. Krass gegensätzlich, oft widersprüchlich.

Welche findet ihr zutreffend? Sind die Widersprüche miteinander vereinbar? Erlebt ihr euch selber auch als so widersprüchlich und gegensätzlich? Wäre es einfacher gewesen, wenn Gott den Menschen einfach nur „gut“ geschaffen hätte? Was unterscheidet eurer Meinung nach Gottes Sicht vom Menschen von den anderen Perspektiven, die wir am Anfang in den Kleingruppen vorgestellt haben?

Wir haben heute viele verschiedene Meinungen darüber gehört, wer, was und wie der Mensch ist. Die spannende Frage ist, wem du glaubst – wem du das Recht gibst, dich zu beurteilen. Glaubst du den vielen verschiedenen „Brillen“, durch die andere dich sehen? Glaubst du deinem eigenen Spiegelbild, das vielleicht auch nur bestimmte Seiten von dir zeigt? Oder willst du lernen, dich von dem ansehen zu lassen – ehrlich und liebevoll -, der dich geschaffen hat?

Ein gemeinsames Gebet zum Schluss:

Guter Gott, du kennst uns durch und durch. Weil du die Idee von uns hattest. Weil du uns gewollt und geschaffen hast. Und wir wollen rausfinden, wie du uns eigentlich siehst. Danke, dass du uns ehrlich und liebevoll anschaust – mit all unseren Widersprüchen, den inneren und äußeren. Zeig uns, wer wir für dich sind, wer wir in deinen Augen sind, damit wir unseren wahren Wert entdecken. Amen.

Krieg, Klima, Corona – die Welt verändert sich … Der Ton wird rauer, der Umgang miteinander oft auch – bleibt die Mitmenschlichkeit immer mehr auf der Strecke?

Mit unserem neuen KON-Thema »mit menschlich« möchten wir die Bereitschaft fördern, Empfindungen, Emotionen, Gedanken und Motive anderer Menschen zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.

Hilfreiche und kreative Impulse findet ihr in Themenartikeln für euch als Mitarbeiterinnen sowie in Bibelarbeiten und Stundenentwürfen für eure (Mädchen-)Gruppe.

Eine Bibelarbeit zu Lukas 11,5–10

Vor einiger Zeit habe ich mich aus meiner eigenen Wohnung ausgesperrt. Meisterleistung! Wie sehr habe ich mir gewünscht, ich hätte einfach nur laut klopfen müssen, damit mir jemand von drinnen aufmachen konnte. Blöderweise war da keiner. Ganz anders verspricht uns Gott, Türen, die verschlossen sind, zu öffnen. Darum soll es in dieser Bibelarbeit gehen.
Meine persönliche Gebetserhörung bei der ganzen Aussperr-Aktion: Der Hausmeister, der mit Hilfe einer Chipkarte meine Tür aufgebrochen hat. Manchmal geht Gott schon interessante Wege.

Infos für die Mitarbeiterin – Betrachtung des biblischen Gleichnisses

Die Geschichte vom bittenden Freund erzählt Jesus seinen Jüngern, als diese ihn bitten, ihnen Beten beizubringen. Erst einmal bringt Jesus seinen Jüngern das Vater Unser bei. Mit dem Gleichnis ermutigt er seine Jünger, Gott mit ihren Gebetsanliegen in den Ohren zu liegen und ihn immer wieder zu bitten für das, was sie brauchen. Im Anschluss an das Gleichnis finden wir eine direkte Aufforderung Jesu zum Beten: »Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.«

Hier noch einmal die Verse im Einzelnen:

Vers 5–6

Im Morgenland, also dort, wo Jesus gelebt hat und wo er dieses Gleichnis erzählt, ist Gastfreundschaft eines der obersten Gebote. Das Gleichnis spielt wohl in einem kleinen Dorf ohne Verkaufsläden. Die Frauen backen am Morgen die für den Tag benötigte Menge Brot.
Weil Gastfreundschaft das allerwichtigste ist, traut sich der Bittende, so drängend auf seinen Nachbarn einzureden.

Unsere Gebete enthalten auch oft wichtige Anliegen – und je wichtiger die Dinge sind, um die wir Gott bitten, desto mehr reden auch wir auf ihn ein.

Vers 7

Die Häuser in dem Dorf, in dem das Gleichnis spielt, waren kleine Ein-Raum-Häuser. Die Türen waren mit dicken Holzbalken verriegelt, die beim Öffnen sehr laute Geräusche verursachten. Deshalb scheut sich der Mensch, dem die Bitte zugetragen wird, auch so sehr davor, aufzustehen und den Riegel zu öffnen. Das macht mehr Umstände, als ein kleines Schloss aufzuschließen und außerdem würde es endgültig seine bereits schlafende Familie wecken.
Es ist also durchaus verständlich, dass der Mensch in dem Gleichnis nicht sofort aufspringt, um mal eben kurz etwas zu Essen rauszugeben. Das Ganze war zeitaufwändig und mühsam.

In unseren Gebeten sind wir auch hin und wieder sehr ungeduldig, wenn nichts passiert. Dabei vergessen wir dann wohl auch ab und an, dass wir gar nicht wissen, was Gottes Pläne sind, weil wir eben vor der Tür stehen und keinen Einblick in die großen Zusammenhänge haben können. Den müssen wir auch gar nicht haben, trotzdem erwartet Gebet auch Geduld von uns.

Vers 8

Jesus erklärt in diesem Vers, dass der Freund aufgestanden ist, weil der Bittende an ihm drangeblieben ist. Als er sich einmal von seiner Schlafstelle erhoben hat, gibt er dem Nachbarn nicht nur die drei Brote, um die er ihn gebeten hat, sondern so viel wie er braucht.

Hier wird deutlich, dass Gott uns nicht nur mit dem versorgt, worum wir ihn bitten, sondern dass er viel mehr für uns bereit hält.
Manchmal müssen wir warten – richtig lange! Länger als wir aushalten können. Manchmal passiert auch nicht das, worum wir gebeten haben – aber vielleicht etwas ganz anderes, was für unser Leben eine große Bereicherung ist.

Situation der Mädchen

In unserer Gesellschaft wollen wir am liebsten alles allein schaffen. Denn andere um etwas zu bitten, heißt Schwäche zu zeigen, auf andere angewiesen zu sein.
Viele Menschen trauen sich deshalb nicht, jemand um etwas zu bitten, geschweige denn zu nerven.

Die Mädchen haben ganz unterschiedliche Erfahrungen mit erfüllten und nicht erfüllten Bitten gemacht. Manche von ihnen haben vielleicht schon einmal Gott um etwas gebeten, das dann auch eingetroffen ist.
Aber oft passiert auch gerade nicht das, um das wir Gott bitten. Wenn ein Mädchen dafür gebetet hat, dass Eltern sich nicht scheiden lassen oder die Oma wieder gesund wird, aber dieses Gebet nicht erfüllt wurde, kann das Mädchen nicht glauben, dass Gott uns jede Bitte erfüllt, wenn wir nur hartnäckig genug beten. »Habe ich dann nicht richtig gebetet? Ist Gott doch nicht auf meiner Seite? Wenn er mich liebt, wie kann er das zulassen?«
Solche und andere sensible Fragen, die das Thema Gebet bei diesem Text aufwirft, müssen ehrlich besprochen werden und dürfen nicht leichtfertig abgetan werden.
Da wir Gottes Gedanken nicht kennen und auch nicht wissen, wieso Beten in vielen Fällen so viel für unser Leben bringt und manchmal in einer riesengroßen Enttäuschung endet, ist das nicht mit pauschalen Aussagen zu beantworten.
Jedes Mädchen, jede Mitarbeiterin muss ihre eigene Biografie im Blick haben, um Gottes Spuren darin zu erkennen – so verwirrend sie manchmal auch sein mögen.

Ablauf der Bibelarbeit

Anspiel:

Der Bibeltext kann super und unaufwendig als Anspiel dargestellt werden. Ihr braucht dazu nur zwei Rollen besetzen:

  • verschlafene Person (Lisa)
  • hysterisch klopfende Person (Maya)

Ihr müsst den Text nicht auswendig lernen, er soll euch eine Hilfe sein. Besser frei und sinngemäß als abgelesen spielen.

Maya: (ruft laut in die Runde) Oh NEEEIIN! Was soll ich bloß machen? Das konnte doch keiner ahnen, dass die jetzt noch hier aufkreuzen! Es ist ja schon nach 22 Uhr. Jetzt hat sogar schon der REWE zu – und ich hab bloß trockene Brötchen da. Die kann ich ihnen doch unmöglich anbieten! Immer diese spontanen Überraschungsgäste! Was mache ich denn jetzt bloß? Ich kann sie ja schlecht hungern lassen. (denkt nach)
Ah! Ich weiß! Meine Nachbarin, die kann mir bestimmt helfen. Schließlich sind wir ja befreundet. (rennt zu einer Stellwand o.ä., hämmert wie wild dagegen) Haaallloooo! Bitte, bitte mach mir auf! Huhu! Ist jemand zu Hause?

(auf der anderen Seite der Stellwand regt sich unter einer Bettdecke langsam eine verschlafene Person, die verwirrt guckt und versucht, den Lärm einzuordnen)

Lisa: Was’n das fürn Krach? Um diese Uhrzeit?

Maya: (immer noch laut klopfend) Hey, Lisa! Bist du da??? Bist du wach??? Mach doch die Tür auf!

Lisa: Die Verrückte! Um diese Uhrzeit! Was ist denn da los?
(lauter) Ohhh! Maya! Mach leise! Meine Kinder schlafen doch schon!

Maya: Ich brauche ganz dringend deine Hilfe. Bitte, mach auf!

Lisa: Ohh! Was? Nee, echt nicht. Ich liege schon im Bett, hab den Schlafanzug an und alles ist abgeschlossen. Komm morgen wieder!

Maya: Neeein, morgen ist zu spät. Bitte, Lisa. Wir sind doch Freunde!

Lisa: (murmelt) Ja, mit solchen Freunden brauchst du keine Feinde …

Maya: Liiiisa! Bitte! Ich brauche deine Hilfe! Ich habe grad Besuch bekommen, denen hängt der Magen zwischen den Kniekehlen und alles, was ich hab, sind zwei trockene Brötchen …

Lisa: Oh man, gibt die denn gar keine Ruhe?

Maya: (ruft weiter) Ich brauche doch nur ein Brot und etwas Belag … bitte!

Lisa: Ich krieg ja die ganze Nacht keinen Schlaf, wenn die so weitermacht … Am Ende schlägt sie mir noch die Tür ein … OH, wie die nervt! (laut) OK, ich komme – aber sei jetzt still, bevor du das ganze Dorf weckst!

Maya: DANKE! Danke! DANKE! Vielen Dank!

Gesprächsrunde (je nach Teilnehmerinnenanzahl in Kleingruppen zu 4–5 Personen)

Was denkt ihr über die beiden aus dem Theaterstück? Wie findet ihr ihr Verhalten?
Habt ihr schon mal in der Situation von Lisa gesteckt? Oder in der von Maya? Wie ist es für euch, jemanden um etwas zu bitten?

Nun lesen die Mitarbeiterinnen gemeinsam mit den Mädchen den Bibeltext aus Lukas 11,5–9.

Fragen für jedes Mädchen:

  • Was fällt dir an dem Bibeltext auf?
  • Hast du Gott schon einmal um etwas gebeten?
  • Was ist passiert?
  • Was denkst du darüber, wie Gott das auch tut, worum wir ihn bitten?

Input

Anmerkung zum Input: Es ist keine Vorleseandacht, sondern enthält Ausführungen und Ideen, die ihr übernehmen könnt. Beim Thema Gebet finde ich es unerlässlich, dass ihr als Mitarbeiterinnen eure ehrlichen Erfahrungen mit erfüllten und unerfüllten Gebetsanliegen mit einbringt – sonst wird die Andacht sehr theoretisch.

Mit dem Beten ist es so eine Sache – manchmal habe ich das Gefühl: Ja, ich bete – und Gott hört, was ich zu sagen habe. Ich kann mir alles von der Seele reden und das, worum ich ihn bitte, passiert!
Oft ist das der Fall, wenn ich dafür bete, dass ich nicht so viel Streit mit bestimmten Leuten habe. Ich glaube, da ist es Gott, der Veränderung schenken kann. Und meistens fängt er damit bei mir an.
Aber auch, wenn es um etwas wirklich Wichtiges geht, etwas Lebensentscheidendes, dann habe ich schon erlebt, dass Gott Gebete erhört.

Aber da gibt es auch noch die Gebete, die wir auch gesprochen haben, weil sie uns so wichtig waren. Da ging es nicht nur um die nächste Klassenarbeit, für die ich nicht gelernt hatte, wo man sagen könnte: Selbst schuld. Nein – es ging darum, dass Freundschaften nicht enden oder Leute nicht aus meinem Leben verschwinden sollen. Gebetserhörung: Fehlanzeige!? Habe ich nicht laut genug gerufen? Hat Gott gerade was anderes zu tun gehabt? Diese Fragen kommen schnell in uns auf.

Und weil Gott eben so groß ist, dass wir es uns gar nicht vorstellen können, weil wir immer nur einen Teil von ihm sehen und verstehen werden, deshalb ist es auch für uns Mitarbeiterinnen nicht möglich, für Gott zu sprechen, wo unsere Gebete stecken.

Eins weiß ich: Gott hört jedes Gebet! Alles, was wir mit ihm besprechen, bleibt nicht an der Zimmerdecke kleben. Er hört uns zu – egal, was wir zu sagen haben. Er tut auch nichts als Lächerlich ab, sondern er nimmt uns in unseren Anliegen ernst.

Und: Gott antwortet immer, wenn wir beten. Manchmal merken wir das nicht. Manchmal tun wir die Antwort einfach so ab mit einem »Das wäre ja sowieso passiert, das hat mit Gott nichts zu tun.« Manchmal kommt die Antwort auch nicht so schnell, wie wir das wollen. Und manchmal gibt Gott nicht die Antwort, die wir wollen. Aber: Er antwortet immer!

Wenn du mit Gott reden willst, dann versuche auch mal das zu hören, was Gott dir sagen will. Vermutlich wirst du keine donnernde Stimme vom Himmel hören, aber vielleicht macht sich da ein Gefühl bemerkbar oder es kommt dir ein Gedanke, auf den du vorher nie gekommen wärst. Vielleicht spürst du einen Frieden, der da vorher nicht war. Dann weißt du Bescheid: Gott hat geantwortet!

Er ist unser liebender Vater. Genauso wie ein Nachbar mitten in der Nacht der Nervensäge hilft, genauso will Gott, dass unser Leben gelingt. Dabei hilft und unterstützt er uns jeden Tag unseres Lebens – wenn wir seine Nähe suchen, wenn wir zaghaft anklopfen und wenn wir Sturm klingeln.

Manches, was wir überhaupt noch nicht sehen, sieht Gott und sagt: Vertrau mir! Ich bin für dich da, ich will dein Bestes. Mach dich mit ihm auf den Weg – und du wirst staunen, was alles passiert! Manchmal werden deine Gebete sehr direkt und prompt erhört und erfüllt. Manchmal nicht. Und manchmal passiert viel mehr mit Gott, als du dir je hättest vorstellen können!

Beten praktisch

Jedes Mädchen bekommt eine Kerze, Zettel und Stift. Bei leiser Musik ist Gelegenheit, sich eine gemütliche Ecke zu suchen, um das, worum man Gott bittet, aufzuschreiben und für sich zu beten. An einer großen Kerze in einer dekorierten Ecke des Raumes können die Mädchen ihr Teelicht anzünden und den Zettel darunter legen. Natürlich werden alle Zettel nachher vernichtet und von niemandem gelesen, denn es ist ja für Gott bestimmt.

Am Ende der Stunde könnt ihr – je nachdem wie gut sich eure Mädchen kennen und vertrauen – eine offene Gebetsrunde machen. Dabei sagt jedes Mädchen, für was es Gott bitten möchte. Es wird festgelegt, wer für wen betet – das schafft Sicherheit und kann eine Hinführung zum freien Gebet werden.

Kleines Giveaway

»Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.«

Im Anhang findet ihr ein PDF mit einer Druckvorlage für Karten, die ihr den Mädchen als Erinnerung und Ermutigung zum Beten mitgeben könnt. Am besten auf etwas festeres Papier/Karton ausdrucken und zuschneiden.

Praktische Bausteine

Gebetsbücher basteln

Gerade weil viele unserer Gebetsanliegen erst nach einer Weile in unserem Leben sichtbar werden, ist es sehr bereichernd, einfach mal aufzuschreiben, worum wir Gott bitten. Dafür tut es jedes handelsübliches Schulheft. In der Mädchenkreisstunde könnt ihr diese Hefte verteilen und die Mädchen mit Aufklebern, Bildern und allem, was euch einfällt, gestalten lassen. Dann können die Mädchen die Bücher mit nach Hause nehmen. Ab und zu kann auch im Mädchenkreis das Gespräch darauf kommen, ob die Bücher benutzt werden und was schon alles passiert ist.

Spiele zum Thema »Klopfen«

Rundklopfen

Alle Spielerinnen sitzen in einem Stuhlkreis ohne Tische. Jede legt die linke Hand auf das rechte Knie ihrer linken Sitznachbarin. Die rechte Hand kommt auf das linke Knie der rechten Sitznachbarin.
Nun geht es im Uhrzeigersinn los: Die Spielleiterin klopft mit ihrer linken Handfläche einmal auf das Knie der Sitznachbarin. Nun muss die Handfläche, die auf dem rechten Knie liegt, kurz klopfen. So geht es in der Reihenfolge von Knie zu Knie weiter.
Eine gute Konzentrations- und Koordinationsübung! Wer einen Fehler macht (Klopft, obwohl sie nicht dran ist, zu lange zögert) muss die betroffene Hand wegnehmen. Gewonnen hat die Spielerin, die am längsten durchhält.
Steigerung: Wenn das Spiel in eine Richtung halbwegs klappt, wird durch zweimaliges Klopfen auf ein Knie die Richtung gewechselt.

Ruck-Zuck

Die Mädchen werden in Gruppen mit 3–6 Spielerinnen aufgeteilt. (Achtung! Je höher die Gruppenzahl, desto schwieriger das Spiel!) Nun müssen sie abwechselnd Begriffe erklären, ohne die gleichen Begriffe zur Erklärung zu verwenden. Je nach Spielerinnen-Anzahl pro Gruppe wird ein Zeitlimit festgesetzt (bei 4 Spielerinnen pro Gruppe: 1 Min.)

Dazu wird eine komplette Gruppe rausgeschickt. Eine Spielerin der Gruppe bleibt im Raum. Ihr wird der Begriff gezeigt. Nun wird die zweite Spielerin hereingeholt. Spielerin 1 erklärt den zu erratenden Begriff. Hat Spielerin 2 ihn erraten, wird die 3. hereingeholt. Spielerin 2 muss den Begriff nun anders erklären als Spielerin 1. Die anderen Gruppen sind Schiedsrichter. Für jede Spielerin, die den Begriff erraten hat, bekommt die Gruppe einen Punkt.

Beispiel: Begriff »Tür«
Spielerin 1 erklärt: kann man öffnen und durchgehen
Spielerin 2 errät den Begriff »Tür«, erklärt der 3. nun ohne die zentralen Begriffe von Spielerin 1 zu nennen: Nicht Fenster, sondern …
Spielerin 3 darf nun keine der Begriffe der ersten oder zweiten nennen. Natürlich kennt sie die Erklärung der 1. nicht, muss also möglichst kreativ sein, z. B.: Jede hat ein Schlüsselloch und eine Klinke.

Begriffe zum Thema der Bibelarbeit:
Jesus, Gleichnis, Beten, Tür, Brot, Nervensäge, Schlafmütze, Notfall, Gastfreundschaft, Haus, Ruhestörung, Gott, suchen, bitten, geben, Geschenk …

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 2/2022. Es geht in vier Lektionen um Sterben und Auferstehen Jesu im Markusevangelium:

Lektion 1: Markus 14,27-61;66-72 Voll versagt

Lektion 2: Markus 15 Befreit!

Lektion 3: Markus 16,1-8 Das Grab ist leer!

Lektion 4: Markus 16,9-20 Zweifeln erlaubt?!

Zusatz: Ein Ostergarten für Kinder und Familien

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Der Glaube an Gott kostet Mut.

Checker

Wir als Christen sind nicht perfekt, wir machen Fehler – aber Jesus vergibt.

Der Text an sich

Die Jünger und Jesus haben das Passahfest in Jerusalem gefeiert. Nun sind sie auf dem Weg zum Ölberg. Sie haben viel mit Jesus erlebt: Jesus hat sie berufen, sie haben Jesus predigen hören und Jesus hat Wunder vollbracht. Die Jünger können sich wahrscheinlich ein Leben ohne Jesus nicht mehr vorstellen. Sie vertrauen ihm. Petrus spricht dies in der Bibelstelle laut aus: “Jesus, wie könnten wir sagen, dass wir dich nicht kennen? Du bist doch unser Freund!” Aber Jesus widerspricht ihm: “Petrus, DU wirst heute Nacht, bevor der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnet haben.” Petrus kann das nicht glauben, was sein Freund Jesus ihm dort unterstellt. Die Vorstellung sich von Jesus abzuwenden, ist für Petrus absolut undenkbar. Und so verspricht er noch vehementer, dass er, auch wenn er der Einzige sei, Jesus nicht verleugnen wird. Er ist sogar bereit mit ihm in den Tod gehen und damit alles für Jesus zu geben.

In der folgenden Nacht wird Jesus verraten, verhaftet und vor den jüdischen Rat gestellt. Alle seine Jünger fliehen aus Angst, außer Petrus. Er folgt Jesus mutig in den Hof des Palastes des Hohepriesters, in dem Jesus verhört wird. Petrus befindet sich in einer Ausnahmesituation: Jesus, der sonst immer so souverän war, wird schuldlos verhaftet und wehrt sich nicht dagegen. Alle seine Freunde haben bei der Festnahme zugeschaut und sind anschließend geflohen. Judas, einer der engsten Freunde von Jesus, hat Jesus ausgeliefert. Wie konnte das passieren?

Petrus ist hilflos und wahrscheinlich verängstigt, als er von einem Dienstmädchen angesprochen wird. Er verleugnet seinen Freund. Petrus wird noch weiter unter Druck gesetzt: Das Dienstmädchen spricht nun auch andere Leute an, ob Petrus nicht ein Anhänger von Jesus sei. Beim dritten Mal, bei dem die herumstehenden Menschen Petrus fragen, schwört dieser sogar bei Gott, dass er Jesus nicht kennen würde.

Als daraufhin der Hahn kräht, wird Petrus klar, was er getan hat. Gerade in dieser Situation, wo er ein echter Freund hätte sein sollen, hat er voll versagt. Er war sich so sicher, dass er zu Jesus stehen würde, egal was kommt. Doch er erlebt, dass er selber nicht stark genug ist und in ihm die Angst vor dem, was mit ihm passieren könnte, wenn er erkannt wird, die Oberhand gewinnt. Welche Vorwürfe wird sich Petrus erst am Kreuz gemacht haben?

Der Text für mich

Bin ich ein guter Freund von Jesus? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Bin ich wirklich ein Freund – nicht nur äußerlich, sondern auch in meinem Herzen? Reicht meine Herzenshaltung aus? Beim Lobpreis im Gottesdienst geht es mir manchmal wie Petrus. Ich singe mit lauter Stimme: “Jesus, du allein bist genug!”, “Ich gebe dir mein ganzes Leben hin”, “Ich kann nicht anders als von dir zu erzählen”, … Doch wenn ich dann wirklich in mein alltägliches Leben schaue, muss ich einsehen, dass das, was ich noch sonntags gesungen habe, oft nicht der Realität entspricht. In Situationen, wo es ernst wird, bin ich einfach oft zu feige. Jesus vergibt Petrus (Johannes 21,15-17) und macht ihn zum “Fels” (Matthäus 16,18) seiner Gemeinde. Ich weiß, dass Gott mir auch vergibt. Trotzdem will ich mich nicht darauf ausruhen, sondern den Mut finden, immer wieder neu Jesus ein guter Freund zu sein und zu ihm zu stehen.

In der Vorbereitung kann es helfen, sich über eigene Erfahrungen im Mitarbeiterteam auszutauschen.

Der Text für dich

Starter

Der Glaube an Gott kostet Mut. Vielleicht kostet es die Starter Mut in die Jungschar zu kommen. Vielleicht wissen sie nicht genau, was sie von der Sache mit Gott halten sollen. Vielleicht braucht es Mut, dennoch zu kommen, obwohl die Familie oder Freunde nicht sehr begeistert sind. Petrus hatte keinen Mut vor andern zu sagen, dass er zu Jesus gehört. Nicht nur die Starter brauchen Mut, sondern den Checkern und Mitarbeitern geht es oft ähnlich. Die Starter sollen erfahren: Sie sind nicht allein. In der Bibel wird von vielen Menschen erzählt, die Fehler machen, Angst haben und zweifeln. Dennoch gibt Gott ihnen eine zweite Chance und ist geduldig – so wie bei Petrus.

Checker

Jesus zu kennen, mit ihm zu reden und in die Jungschar zu gehen ist eine Sache – aber von Jesus erzählen? Bestimmt haben die “Checker” schon einmal Situationen erlebt, in denen es gar nicht so leicht war, vor anderen zu sagen, dass man an Jesus glaubt. Selbst Petrus, der so viel mit Jesus erlebt hat, hat in der entscheidenden Situation Angst gehabt. Jesus wusste das. Petrus musste selbst erleben, wie er als Freund versagt hat. Er musste diese Situation aushalten, bis Jesus ihm vergeben hat. Die Checker sollen wissen: Wir als Christen sind nicht perfekt, wir machen Fehler, aber Jesus vergibt. Es hilft der Austausch mit anderen Christen, die ähnliche Situationen kennen. Diese Jungscharstunde dient dazu, ehrlich zu sein und sich zu ermutigen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Stell dir vor…

Den Kindern werden Situationen geschildert. Sie müssen sich entscheiden, was sie tun würden.

  • Stell dir vor, du hast einen Freund, der von keinem in der Klasse gemocht wird. Eines Morgens kommst du in die Klasse und dein Freund sitzt weinend auf seinem Platz. Es stellt sich heraus, dass die anderen Klassenkameraden deinen Freund so lange geärgert haben, bis er schließlich angefangen hat zu weinen. Was machst du in dieser Situation? (deinen Freund trösten/ den Klassenkameraden sagen, dass ihr Verhalten nicht richtig ist/ die Situation erst einmal auf sich beruhen lassen)
  • Stell dir vor, du hast für deinen Freund die Unterschrift unter seiner Deutscharbeit gefälscht. Nun ist herausgekommen, dass die Unterschrift nicht von den Eltern deines Freundes stammt. Eure Klassenlehrerin stellt deinen Freund zur Rede. Sie vermutet, dass er die Unterschrift gefälscht hat. Was machst du in dieser Situation? (zu der Lehrerin gehen und die Wahrheit sagen/ hoffen, dass die Wahrheit nicht herauskommt/ dich mit deinem Freund besprechen, was du machen sollst)
  • Stell dir vor, du wirst von deinen Klassenkameraden gefragt, was du am Nachmittag vorhast. Du sagst, dass heute Jungschar ist. Da deine Mitschüler nicht wissen, was das ist, fragen sie nach. Du erzählst grob, was ihr dort macht: “Man hört eine Geschichte von Jesus und spielt coole Spiele.” Die anderen fragen, ob du wirklich an Jesus glaubst. Was machst du in dieser Situation? (sagen, dass du an Jesus glaubst und dir der Glaube wichtig ist/ ausweichend antworten/ antworten, dass du nur zu Jungschar gehst, weil das deine Eltern wollen oder wegen der Spiele)

 

Idee 2

Der Mitarbeiter kann zu Beginn von seinen eigenen Erfahrungen berichten. Vielleicht gibt es eine Situation, in der es ihm schwergefallen ist, von Jesus zu erzählen. Diese kann er kurz erzählen, bevor in die Verkündigung eingestiegen wird.

Verkündigung

Verkündigungsart: Den Bibeltext ins Heute übertragen

Gemeinsam schlagen die Kinder und Mitarbeiter die Bibel auf und lesen den Bibeltext (empfehlenswert ist die BasisBibel oder die Gute Nachricht). Zunächst liest der Mitarbeiter die Verse aus Markus 14, 27-31 vor. Bevor er anschließend die Verse 66-72 vorliest, erzählt er, was in der Zwischenzeit passiert:

  • Jesus ist draußen im Garten Getsemane und betet. Er hat Angst weil er weiß, dass er bald am Kreuz sterben wird. Deshalb bittet er Gott, dass das, was ihm bevorsteht, doch nicht eintrifft. Jesus wird von seinen Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes begleitet. Doch nach einiger Zeit taucht Judas, ein anderer Jünger von Jesus auf. Er ist nicht allein, denn es folgt ihm eine Truppe, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet ist. Judas geht zu Jesus und gibt ihm einen Kuss. Dadurch zeigt er den Soldaten, wen sie verhaften sollen. Die Leute nehmen Jesus fest und führen ihn zum Hohepriester, wo Jesus befragt wird.
  • Frage an die Kinder: Was denkt ihr, machen die Freunde von Jesus, als die bewaffneten Soldaten auftauchen? Und was denkt ihr macht Petrus?
  • Die Jünger bekommen Angst und laufen weg – bis auf Petrus. Er folgt Jesus in sicherer Entfernung zum Palast.

Vielen ist die Geschichte wahrscheinlich bekannt. Dann können die Kinder auch den Zwischenteil gemeinsam erzählen. Evtl. müssen Unklarheiten und Fragen geklärt werden.

Jetzt wird Markus 14, 66-72 gelesen.

  • Die Kinder bekommen anschließend die Aufgabe den Bibeltext nachzuspielen. Sie sollen sich dabei überlegen, wie dies in der heutigen Zeit aussehen könnte:  
  • Wie würden Jesus und Petrus heute miteinander reden? Welche Worte würden sie vielleicht verwenden? Welche Personen würden heute in der Geschichte auftauchen? Vielleicht würde anstelle der Truppe mit Schwertern und Knüppeln die Polizei oder die Mafia kommen und Jesus verhaften. Vielleicht würde Petrus anstelle der Magd heute die Sekretärin des Bürgermeisters treffen … Die Kinder sollen ihrer Fantasie freien Lauf lassen, dennoch sollte die Handlung erkennbar sein. Die Mitarbeiter können hierbei unterstützen und ggf. Ideen beisteuern. Zum Spielen der Geschichte können die Kinder Verkleidungen nutzen.

Die andere Idee

Die Geschichte wird mithilfe der “Bildergeschichte in der Streichholzschachtel” erzählt. Dazu bastelt jedes Kind zunächst die Bildergeschichte (siehe “Kreatives”). Anschließend erzählt der Mitarbeiter Bild für Bild die Geschichte, während die Kinder die Bilder nacheinander herausziehen. Wenn die Kinder die Geschichte schon kennen, können sie miteinbezogen werden und miterzählen. Auch wenn einige die Geschichte vielleicht nicht kennen, können sie beschreiben, was sie auf dem Bild sehen.

Der Text gelebt

Wiederholung

Auf mehreren Zetteln (Vorlage siehe Downloadmaterial) stehen Verse aus dem Bibeltext (nach der Basis Bibel), die von den Kindern in die richtige Reihenfolge gebracht werden sollen. Wenn sie das geschafft haben, können sie die Zettel umdrehen: “Johannes 21,15″ wird sichtbar. Die Bibelstelle soll im Anschluss mit den Kindern in der Bibel aufgeschlagen, gelesen und besprochen werden: Was bedeutet es, dass Jesus Petrus fragt, ob er ihn liebt? Was heißt: “Führe meine Lämmer zur Weide!“

Gespräch

Das Gespräch soll mit den Kindern zusammen schriftlich festgehalten werden. Dazu wird ein A3-Blatt in zwei Spalten aufgeteilt: In der linken Spalte werden Antworten zu der Frage “Warum fällt es mir schwer, von Jesus zu erzählen?” gesammelt. Dabei können die Fragen “Warum war Petrus kein guter Freund?” und “Was hindert mich daran von Jesus zu erzählen?” helfen.

In der rechten Spalte werden die Antworten zu der Frage “Was hilft mir bzw. was macht mir Mut, anderen von Jesus zu erzählen?” aufgeschrieben. Auch hier können weitere Fragen hilfreich sein: “In welchen Situationen habe ich jemanden schon einmal von Jesus erzählt? Wie hat er/sie reagiert?”, “Was möchte ich konkret verändern?”, “Wem möchte ich von Jesus erzählen und warum?”

Merkvers

“Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel.” Matthäus 10,32 (Basis Bibel)

Der Merkvers wird auf ein Blatt geschrieben und zerschnitten. Die Kinder müssen nun das Blatt wieder zusammenfügen. Anschließend sollen die Kinder den Vers durchlesen und sich merken. Der Mitarbeiter kann einzelne Wörter wegnehmen. Die Kinder sollen erraten, welches Wort fehlt und den Vers dann aufsagen.

Gebet

In der Mitte steht ein Tablett mit Teelichtern und einem Feuerzeug. Die Kinder dürfen für eine Person, die Jesus kennenlernen soll, beten und eine Kerze dabei anzünden. Sie können auch eine Kerze für sich anzünden und Gott um Mut bitten.

Kreatives

Jedes Kind bastelt eine Bildergeschichte in der Streichholzschachtel. Die Vorlage gibt es im Downloadmaterial. Dazu werden die Streifen ausgeschnitten (nicht die einzelnen Bilder ausschneiden) und zusammengeklebt (Kleber auf die zwei linken leeren Kästchen). Die Bilder werden wie eine Ziehharmonika geknickt, sodass das erste Bild der Geschichte nach oben zeigt. Das letzte freie Bild der Geschichte wird in die Streichholzschachtel geklebt. Wer möchte, kann die Bilder anmalen und die Streichholzschachtel von außen verschönern.

Spielerisches

“Hühner scheuchen”

Jeder Spieler bekommt drei Streichhölzer (symbolisieren die Hühner). Es wird reihum gewürfelt. Würfelt ein Spieler eine Eins, gibt er ein Huhn an seinen linken Nachbarn und bei einer Drei an seinen rechten Nachbarn. Würfelt er eine Sechs, darf er das Huhn in den Stall (Tischmitte) scheuchen. Bei den Würfelzahlen zwei, vier und fünf passiert nichts und der Würfel wird an den nächsten Spieler weitergegeben. Gewonnen hat derjenige, der das letzte Huhn in den Stall befördert. Hat ein Spieler keine Hühner mehr, darf er dennoch weiter mitspielen, da es sein kann, dass er von seinem Nachbarn ein Huhn wiederbekommt.

Anschließend an das Spiel kann der Spielleiter das Thema “Huhn” bzw. “Hahn” aufgreifen. Was hat das Tier mit unserer heutigen Geschichte zu tun? Warum war es für Petrus wichtig, dass der Hahn gekräht hat?

Rätselhaftes

Welche Wörter verbergen sich hinter dem Buchstabensalat?

  1. GAMD
  2. RTENAVER
  3. PRUSET
  4. HNHA
  5. ERHVFAGNTU
  6. ÄNRET
  7. EJSUS

(Lösung: 1. Magd, 2. verraten, 3. Petrus, 4. Hahn, 5. Verhaftung, 6. Träne, 7. Jesus)

Aus dem Buchstabensalat ergeben sich Wörter, die mit der biblischen Geschichte zu tun haben. Die Wörter können anschließend besprochen und in Verbindung mit dem Bibeltext gebracht werden.

Methodisch können die Wörter auf eine Tafel oder auf Zettel für die Kinder geschrieben werden.

(T)Extras

Lieder

Fürchte dich nicht (denn ich bin bei dir)

Schein auf mich

Der Unterschied

Aktionen

Jedes Kind kann sich eine “Gebetserinnerung” gestalten. Hierfür kann buntes Papier verwendet werden. Auf den Zettel schreiben sie den Namen der Person auf, der sie von Jesus erzählen wollen. Die Erinnerung legen sie an einen Ort, wo sie diese regelmäßig sehen. Immer wenn sie die Karte sehen, werden sie an ihr Vorhaben erinnert und können für die Person und sich selbst beten.

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