Philipperbrief

Eine Bibelarbeitsreihe für Teenager zum Philipperbrief:

  • Philipper 1, 12-29 – Gott folgen, auch wenn mir das Wasser bis zum Hals steht?!
  • Philipper 2, 1-11 – Ein Traum von Gemeinschaft
  • Philipper 2, 12-18 – Seid ein helles Licht in der Welt
  • Philipper 2, 19-30 – Bros und andere (geistliche) Freundschaften
  • Philipper 3, 1-11 – Mit der Jesusbrille sieht man besser!
  • Philipper 3, 12-20 – Das Ziel befindet sich vorne!
  • Philipper 4, 1-9 – Göttlicher Friede im Alltag
  • Philipper 4, 10-20 – Shit happens… oder wie man Zufriedenheit lernen kann.

1. Vorbemerkungen

Ich hatte, als ich gerade konfirmiert war und nun frisch in die Mitarbeit in der Gemeinde eingestiegen war, ein wenig das Problem, dass ich gefühlt auf zwei Gleisen gefahren bin. Da gab es die Gemeinde, in der ich mein Glaubensleben voll ausleben konnte, und dann gab es die Schule, den Fußballverein und andere Orte, wo mir diese Sache mit dem Glauben irgendwie unangenehm war. Ich wusste nicht so recht wie ich mit dieser Spannung umgehen sollte. Vielleicht hätte ich den Text aus Philipper 2,12-18 gebrauchen können. Paulus ruft dazu auf, seinen Glauben nicht zu verstecken, sondern ihn ganz klar und sichtbar zu leben, und das nicht nur, um einfach für sich authentisch zu sein, sondern weil es genau das ist, was orientierungslose Menschen brauchen.

Ich glaube für Teenager ist es heute wichtig herausgefordert zu werden, ihren Glauben sichtbar zu machen. Gerade in Zeiten, in denen es keine klaren Leitbilder mehr gibt, in denen irgendwie alles okay ist, geben sie damit anderen Teenagern Orientierung, indem sie ein Leben führen, in dem Gottes Liebe sichtbar wird.

2. Zielgedanke

Du bist dazu berufen, mit deinem Leben Gottes Liebe sichtbar zu machen! So bist du in einer dunklen Welt ein helles Licht.

3. Einführung

Paulus schreibt im Brief an die von ihm gegründete Gemeinde in Philippi. Der Anlass des Briefes ist vordergründig der Dank für ein Geldgeschenk, welches er von der Gemeinde empfangen hat. Dass er dieses Geschenk überhaupt annimmt, bezeugt die Vertrautheit, welche zwischen Paulus und der Gemeinde besteht. Der Brief zeigt grundsätzlich eine sehr herzliche Beziehung zwischen Paulus und den Philippern auf. Paulus nennt sie  „seine Freude und seinen Siegeskranz“ (4,1) und gibt auch Einblick in seine eigene Situation. Er befindet sich nämlich zu diesem Zeitpunkt in Gefangenschaft.

Im zugrunde liegenden Bibeltext (Philliper 2,12-18) wird das auch deutlich. So schreibt Paulus in den Versen 17 und 18, dass selbst wenn sein Leben im Einsatz für den Glauben geopfert würde, er sich darüber freuen würde.

Aus einer extremen Situation, in der Paulus aufgrund seines kompromisslosen Glaubens steckt, ruft er nun klipp und klar dazu auf, ein Leben zu leben, das Gott gefällt (V.13). Gerade weil er so eine Verbundenheit zu seinen Adressaten hat, scheint er sie motivieren und ermahnen zu wollen, ihr Leben wirklich zu verändern und Gottes Liebe sichtbar zu machen. Doch es bleibt nicht allein bei diesem Anspruch. Gott selbst, so spricht es Paulus den Philippern zu, arbeite an ihnen, indem er in ihnen sowohl den Wunsch für das rechte Tun bewirkt, als auch die Kraft gibt, dieses zu tun. Gott benutzt die Menschen also nicht, um seine Pläne zu verfolgen, als wären sie willenlose Objekte, sondern in der Beziehung zwischen Mensch und Gott verändert sich das Herz des Menschen, sodass seine Sehnsucht größer wird, Gott mit seinem Leben zu ehren. Allerdings ist der Mensch mit dieser Aufgabe auch nicht auf sich allein gestellt. Denn aus eigener Kraft kann er nicht hell strahlen. Es ist, als würde er einem Zug hinterherlaufen, in welchem er aber niemals mitfahren kann. Gott wirkt in und durch das Leben des Menschen und befähigt ihn, ein Licht zu sein.

Der Kern der Botschaft des vorliegenden Abschnitts liegt in Vers 15. Paulus schreibt: „Als Kinder Gottes sollt ihr ein reines, vorbildliches Leben führen in einer dunklen Welt voller verdorbener und verirrter Menschen, unter denen euer Leben wie ein helles Licht leuchtet.“ Paulus ruft dazu auf als Kinder Gottes ein reines und vorbildliches Leben zu führen. Aus der Identität als Kind Gottes ist das möglich. Außerdem zeigt er auf, dass die Menschen in Philippi ein Licht brauchen, welches ihnen Orientierung gibt und sie aufrüttelt. Wichtig ist, dass das Licht unter den Menschen leuchtet. Die Philipper sind dazu berufen, unter den Menschen ein Leben zu führen, welches Gott gefällt. Sie sollen sich dabei nicht über sie erheben oder sich von ihnen ablösen, sondern in Beziehung zu ihnen stehen.

4. Methodik für die Gruppe

In der Gruppenstunde können die Teilnehmer Erfahrungen mit Licht und Dunkelheit machen. Um sich so mit der Frage auseinanderzusetzen, wo es in ihrem Umfeld Menschen gibt, die im übertragenen Sinne in Dunkelheit leben und wie sie diesen ein Licht sein können. Hierzu gibt es verschiedene Spielideen und kreative Angebote. Idealerweise sollte die Gruppenstunde stattfinden, wenn es draußen schon dunkel ist oder man zumindest den Gruppenraum gut abdunkeln kann.

4.1 Einstieg

Um miteinander warm zu werden und ins Thema einzusteigen, spielt die Gruppe zu Anfang eine Runde „Sardinenverstecken“ im Dunkeln. Bei dieser besonderen Variante vom bekannten „Versteckspiel“ versteckt sich nur ein Teilnehmer und alle anderen strömen aus, um ihn zu suchen. Sobald man als Sucher die versteckte Person gefunden hat, ist das Spiel aber nicht vorbei, sondern man gesellt sich einfach still und heimlich dazu. Das geht so lange, bis die letzte Person die versteckte Gruppe gefunden hat.

(Alternative, falls es noch nicht dunkel ist: Einen Hindernisparcours im Gruppenraum aufbauen. Einem Teilnehmer werden die Augen verbunden. Ein anderer leitet ihn nur mit seiner Stimme hindurch)

Nach diesem Spiel kann nun in einem Gruppengespräch besprochen werden, wie sich die einzelnen Teilnehmer gefühlt haben. Fragen, die das Gespräch anregen, könnten sein:

  • Wie habt ihr euch im Dunkeln gefühlt?
  • Konntet ihr euch trotz der Dunkelheit noch orientieren?
  • Wie war es zuerst, nicht gefunden zu werden?

Als Moderator ist es wichtig darauf zu achten, dass jeder, der etwas sagen möchte, auch zu Wort kommt und dass immer nur einer redet. Bei einer eher unruhigen Gruppe bietet es sich an, einfach eine Runde zu machen, sodass jeder die Chance hat, sich zu äußern.

4.2 Hauptteil

Im Hauptteil geht es nun darum, den biblischen Text zu entdecken. Da es sich beim Text um einen Brief handelt, bietet es sich an, den Bibeltext tatsächlich als einen Brief zu haben. Ein Mitarbeiter könnte als Postbote in den Gruppenraum kommen und den Brief an die Gruppe überreichen. Das steigert die Spannung, was nun im Text steht.

Ein Teilnehmer wird ausgewählt und darf den Brief öffnen und laut vorlesen. Im Brief steht der Bibeltext.

Nur dort, wo eigentlich Vers 15 stehen müsste, ist eine Lücke. Unter dem Bibeltext steht noch: „Liebe Grüße euer Paulus … P.S.: Ein Licht in der Dunkelheit! Das ist sehr wichtig!“ Diese Anmerkung weist darauf hin, dass noch etwas in der Lücke zu lesen ist, das erst mal nicht erkennbar ist. Der Vers 15 wurde zuvor mit einem unsichtbar schreibenden Stift in die Lücke geschrieben. Das Geschriebene ist nur mit einer UV-Lampe lesbar, welche sich auch im Briefumschlag befunden hat. Die Teilnehmer sollen das Rätsel miteinander lösen, indem sie das Licht im Raum ausmachen und die Lücke im Brief mit der Lampe anstrahlen. Dort steht nun:

Als
Kinder Gottes sollt ihr ein reines, vorbildliches Leben führen in einer dunklen
Welt voller verdorbener und verirrter Menschen, unter denen euer Leben wie ein
helles Licht leuchtet.

Über diesen Schlüsselvers des Bibeltextes können sich die Teilnehmer nun in Kleingruppen (3–5 Teilnehmer) austauschen. In jeder Kleingruppe sollte der Bibeltext vorhanden sein, damit die Verse noch einmal nachgelesen werden können. Je nachdem, wie viele Mitarbeiter da sind, ist pro Kleingruppe ein Mitarbeiter dabei. Auf einem großen Papierbogen soll hier nun zusammengetragen werden, wo, für wen und wie die Teilnehmer in ihrem Umfeld ein Licht sein können: In der Schule? Für einen unbeliebten Schüler in der Klasse? In der Familie? Für den Papa, der gestresst von der Arbeit kommt?

Im Plenum sollte jetzt unbedingt noch durch einen kurzen Input der Bogen zu Vers 13 gespannt werden: „Denn Gott bewirkt in euch den Wunsch, ihm zu gehorchen, und er gibt euch auch die Kraft zu tun, was ihm Freude macht.“

Den Teilnehmern soll deutlich gemacht werden, dass Paulus zwar dazu motivieren will, dass wir etwas an unserem Leben verändern und Gottes Liebe sichtbar machen. Gleichzeitig sagt er aber auch, dass wir mit dieser Aufgabe nicht allein sind. In der Freundschaft mit Gott wandelt sich unser Herz zu einem Herzen, welches sich danach sehnt, Gott zu ehren. Das folgt daraus, dass wir Gott immer besser kennenlernen und so mehr und mehr verstehen, dass er es wert ist, verehrt zu werden. Außerdem hilft uns Gott, der Allmächtige, ein Leben zu leben, welches für andere Licht in die Dunkelheit bringt.

Diese Aussage ließe sich ganz einfach damit verdeutlichen, indem eine Kerze an einer anderen Kerze entzündet wird. So wird klar, dass das Licht, um das es geht, nicht aus uns selbst kommt, sondern von Gott. 

4.3 Abschluss

Zum Abschluss der Stunde könnte man das Thema nun noch kreativ aufarbeiten. Zum Beispiel könnte man das sogenannte „Lightpainting“ machen. Beim „Lightpainting“ malt man mittels der Langzeitbelichtung einer digitalen Spiegelreflex- oder Systemkamera Licht in der Dunkelheit. Während einer 30-sekündigen Belichtungszeit, zeichnet man in einem dunkeln Raum mit schwachen Lichtquellen wie Wunderkerzen, Taschenlampen oder Knicklichtern. Man könnte beispielsweise das Wort „Licht“ schreiben oder jeder Teilnehmer zeichnet sein eigenes Bild. Diese Bilder können entweder per WhatsApp an die Teilnehmer verschickt oder ausgedruckt und beim nächsten Mal an die Teilnehmer verteilt werden.

Eine andere Option wäre auch das Malen mit Schwarzlichtfarbe. Die Teilnehmer können hierbei am besten auf schwarzem Karton das aufmalen, was ihnen wichtig geworden ist. Unter Schwarzlicht sieht das Bild nun besonders schön aus.

Schön ist es nun ein paar Lieder zu singen, die das Thema aufgreifen. Es eigenen sich die Lieder: Jesaja 61 (FJ5,243), My Lighthouse (FJ5,202) oder Light of the world (FJ4,145).

Am Ende kann nun füreinander gebetet werden. Es können vor allem für die Personen und Orte gebetet werden, die auf den Papierbögen aufgeschrieben wurden.

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