Epheserbrief

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 2/2021. Es geht in fünf Lektionen um den Epheserbrief:

Lektion 4 Epheser 1,3-14 Erstmal: Gott Beifall klatschen

Lektion 5 Epheser 5,1-14 Licht leuchtet

Lektion 6 Epheser 5,15-20 Die Zeit nutzen

Lektion 7 Epheser 6,10-20 Gut ausgerüstet

Lektion 8 Epheser 4,1-6 Eins sein

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Du bist ein geliebtes Kind Gottes.

Checker

Gott hat mich gerettet, weil er Jesus, das Licht, in meine Welt gesandt hat.

Der Text an sich

Gotteslob und ihn preisen, so begann Paulus den Epheserbrief. Die Freude über Gottes Segenshandeln an den Christen ist riesig, denn er sieht Gottes Handeln als Erlösung der Glaubenden.

Doch spätestens ab Kapitel 4 beginnt er die Epheser zu ermahnen. Er ruft zur Einheit der Christen im Glauben auf. Sie sollen ihren Blick nach Jesus ausrichten und das heidnische, nicht-christliche Leben ablegen. Konkretisiert wird dies in verschiedenen Einzelmahnungen. Wie lebt ein Christ in Liebe? Was passt zu einem Christenmenschen, was sollte er unterlassen?

In Gottes Handeln sehen wir die Art Liebe, zu der wir zwar nicht vollkommen imstande sind, der wir aber mehr und mehr nacheifern sollen, an der wir uns orientieren sollen. Gott gibt uns eine Richtung vor. Paulus macht deutlich was geht und was nicht geht.

Das Bild von Licht und Dunkelheit ist dabei sehr aussagekräftig und bildhaft, wie zwei Weltprinzipien, die sich ohne Kompromisse gegenüberstehen. Paulus beschreibt etwas, das nicht nur den Ephesern gilt, sondern auch uns. Die Epheser lebten einmal in der Dunkelheit, doch weil sie erkannt haben, dass Gott sie durch seine Tat, seinen Sohn Jesus zu opfern, gerettet hat und sie ins Licht führte, leben auch sie nun im Licht.

Damit dies so bleibt, sollen sie die Dinge meiden, die Gott missfallen. Dabei sollen sie aber nicht die Menschen vermeiden, sondern nur deren Taten, wenn sie Gott nicht gefallen könnten. Das heißt für die Epheser: bei allem sollen sie immer wieder Gott fragen und sich prüfen lassen. Fokussiere ich meinen Blick noch auf Jesus? Wo stelle ich etwas vor Gott? Wo handele ich nicht mehr als geliebtes und gerettetes Kind im Lichte Gottes? Eigenes Fehlverhalten sollte nicht verheimlicht werden, sondern gilt es offenzulegen und ehrlich vor Gott zu bringen. Ein Punkt, den wir alle als schwierig empfinden, der aber durchaus befreiend sein kann und sollte.

Paulus‘ Mahnung mag uns zwar ein schlechtes Gewissen machen, aber sie führt uns auch aus unserer Dunkelheit wieder ans Licht und richtet unseren Blick wieder auf ihn und Jesus aus.

Der Text für mich

Beim ersten Lesen dieser Bibelstelle hatte ich ein unglaublich schlechtes Gefühl, das wie eine Last auf mich drückte. Ich fühlte mich ertappt. Nicht alles traf auf mich zu, aber ich hatte das Gefühl, dass der Rest schon ausreichte, nicht mehr für Gottes Reich zu genügen. Nicht mehr in seinem Licht leben zu dürfen. Ich fragte mich: „Wie kann ich da noch Gottes Kind sein? Darf ich mich überhaupt noch so nennen?“

Nachdem ich aber einige Zeit mit dem Text unterwegs und mit Menschen darüber im Gespräch war, merkte ich: „Ja, ich darf!“ Ich habe in meinem Leben einige Fehler gemacht und obwohl ich Christ bin, mache ich manche von diesen noch heute. Doch weil ich es weiß, kann ich immer wieder zu Jesus gehen, ihn darum bitten, mir zu verzeihen und mir zu helfen, es besser zu machen. Er kann mir die Last von den Schultern nehmen. Sein Licht hat mich ausgefüllt und füllt mich weiter aus. Ich darf in seinem Licht leben, ihn als Vorbild nehmen und in seinem Licht für andere, mit anderen leuchten.

Der Text für dich

Starter

Alle Kinder werden sich bei diesem Text ertappt fühlen, denn auch sie haben mal schlecht über jemanden geredet oder die Süßigkeiten nicht mit anderen geteilt. Vielleicht haben sie ihre Tat sogar vertuscht. Was sie nicht ahnten, sie wurden von Gott bemerkt.

Dieser Text bietet eine gute Gelegenheit, die Taten vor Gott offenzulegen und Gott um Verzeihung zu bitten. Dabei sollen die Kinder merken, wie entlastend es ist, die Schuld bei Gott abzulegen. Wenn man den Kindern dann auch noch zuspricht: „Gott hat deine Schuld vergeben“, werden sie sich leichter und fröhlicher fühlen. Sie werden strahlen und leuchten und merken: sie sind Gottes geliebte Kinder.

Checker

Den Kindern, die schon länger dabei sind, wird bewusstwerden, dass es nicht möglich wäre, die Schuld bei Gott abzulegen, wenn Jesus selbst nicht für unsere Schuld ans Kreuz gegangen wäre. Sie erkennen, dass sein Opfer Gott die Möglichkeit gegeben hat, unser Leben zu erleuchten. Sie merken, wenn sie mal was anstellen, was Gott nicht gefallen könnte, dass es dunkel in ihnen drinnen werden kann. Durch das Offenlegen vor Gott, kann es aber in ihnen drinnen wie draußen hell werden.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Rahmen-Bilder

Hier kann man Bilder (Porträt, Kleingruppen, Gruppen) mit Rahmen machen. Dazu wird ein Fotoapparat, ein leerer Bilderrahmen und mindestens ein Kind gebraucht. Gemeinsam kann man mit den Kindern schöne, aber auch lustige Bilder machen, indem die Kinder den Rahmen um sich halten oder sich außerhalb des Rahmens befinden. Schönheitsregeln gibt es nicht. Man darf verrückte, fröhliche, aber auch böse Bilder machen.

Idee 2

Verstecken im Dunkeln

Was gebraucht wird, ist ein Haus oder ein Raum mit guten Versteckmöglichkeiten, das / der verdunkelt werden kann und in welchem keine anderen Gruppen gestört werden. Es funktioniert wie Verstecken, nur im Dunkeln. Es gibt einen Sucher und der Rest versteckt sich. Niemand muss sich frei schlagen. Der Sucher muss die Kinder finden. Um einen besonderen Effekt zu bekommen, kann man eine Taschenlampe nutzen. Jedes Kind, das gefunden / gerettet wurde, bekommt ein Teelicht.

Verkündigung

Erzählung mit Hilfe eines Rahmens

Die Rahmengeschichte

Ein leerer Rahmen wird gut für alle Kinder sichtbar, noch ohne Beschriftung, in die Mitte gelegt. Den Kindern werden Begriffe und Herzen gegeben und kurz erklärt, dass sie nun einen Text hören werden, in dem diese Begriffe vorkommen. Was sie damit dann machen werden, wird der Mitarbeiter ihnen dann vormachen, daher sollten sie gut aufpassen. Der Mitarbeiter sollte ein Herz, einen schwarzen und einen bunten Zettel haben, ebenso die Verse 1 und 8b. Der Text wird nun vorgelesen. Dabei ergänzt sich nach und nach der Rahmen.

Der 1. Vers sollte auf den oberen Rand platziert werden.

Beim 2. Vers können Herzen mit der Aufschrift „Liebe“ links und rechts auf den Rahmen gelegt werden. Der Mitarbeiter macht es vor und deutet den Kindern an, es ihm nachzumachen. Gut wäre es, wenn so lange eine Pause eingelegt werden würde, bis alle ihre Herzen abgelegt haben und wieder aufmerksam zuhören können.

Die Begriffe, die bereits mit Worten auf schwarzem Papier geschrieben wurden und die Verse 3 und 4 können nun in die Mitte des Rahmens gelegt werden. Bis zum Vers 7 wird weiter vorgelesen

Der 8. Vers wird an die unteren Rahmenseite gesetzt. Idealerweise stoppt man hier und lässt es auf die Kinder wirken. Wenn man mag, kann man diese acht Verse noch einmal vorlesen, damit sich der Zusammenhang bei den Kindern verfestigt.

Nach einer kurzen Pause liest man nun die restlichen Verse 9 bis 14 vor. Diese positiven, auf buntem Papier geschriebenen Begriffe, werden über das, was Gott nicht gefällt, gelegt. Achtung: Auch hier kommen nochmal Dinge vor, die Gott nicht gefallen, auch die sollten in den Rahmen gelegt werden, aber nicht über die bunten Zettel. Beim letzten Vers wird eine große brennende Kerze über den Rahmen gestellt. Wie bei den ersten Versen können auch diese letzten Verse noch einmal vorgelesen werden.

Ein wichtiger Hinweis: Bei dem Begriff „Unzucht“ schrillen wahrscheinlich bei einigen die Alarmglocken. Es ist schwierig, so ein Thema mit Kindern in diesem Alter aufzugreifen, vor allem, weil es den Eltern obliegt, ihre Kinder aufzuklären. Aber auch gerade, wenn ein Kind eine negative Erfahrung gemacht haben könnte, ist dies ein seelsorgerliches Thema und sollte nicht im geschützten Rahmen einer Kindergruppe angesprochen werden. Daher ist meine Empfehlung, diesen Begriff zu überspringen. Der Text gibt genug her, womit die Kinder sich im Nachhinein identifizieren können.

Die andere Idee

Erzählen in Dunkelheit bis es Licht wird

Die Kinder liegen in einem dunklen Raum, entweder einzeln oder mit einem guten Freund zusammen, damit sie keine Angst bekommen. Der erste Teil (Vers 1- 8a) wird in dem dunklen Raum von einem Mitarbeiter vorgetragen. Wichtig sind beim Wiedergeben die Lautstärke und die Betonung, das Tragende, das Schwere und auch Verurteilende. Man kann, wenn man es nicht selbst vorträgt, alles schon vorher aufnehmen und es abspielen, dies erleichtert auch das folgende Handeln.

Ab Vers 8b zündet der Mitarbeiter eine große Kerze an, die er mitten in den Raum hineintragen kann. Das Erzählen sollte ruhiger, langsamer, mit Pausen, fröhlicher, sanfter erfolgen. Mit jedem Wort, wie z. B. Wahrheit, Güte, Gerechtigkeit, zündet er ein Teelicht an der großen Kerze an. Er geht auf eines der Kinder zu, hilft ihm in eine sitzende Position (siehe Vers 14) und überreicht ihm die Kerze, bis am Ende jedes Kind eine Kerze hat und der Raum durch sie erleuchtet wird. Sollten viele Kinder vorhanden sein, dürfen größere Kinder auch helfen und das Gleiche wie der Mitarbeiter tun.

Auch hier gilt der Hinweis wie bei der Rahmengeschichte.

Der Text gelebt

Wiederholung

Vor den Kindern liegen verschiedene Begriffe aus dem Bibeltext, die es in zwei Kategorien zu sortieren gilt: „Was sollte ich als Gottes geliebtes Kind nicht tun“ und „Was sollte ich tun?“

Je nachdem, wie man die Kinder einschätzt, können auch ohne Vorgabe der Begriffe die Kinder überlegen, welche Begriffe sie noch wissen. Diese schreiben sie auf einen Zettel und ordnen sie der jeweiligen Kategorie zu. Fehlendes kann mit Hilfe des Mitarbeiters ergänzt werden.

Gespräch

Als Allererstes sollten unbekannte Begriffe erklärt werden.

Der Schwerpunkt wird nun auf das gelegt, was Gott nicht mag. Die Begriffe werden nochmal ausgelegt: Was gefällt Gott nicht? Was davon haben die Kinder schon getan? Fällt ihnen etwas ein, nehmen sie sich einen Stein aus der Mitte und legen ihn zu dem Zettel. Sie können erzählen, was passiert ist, oder auch nicht. Sie dürfen aber gerne ermutigt werden zu erzählen.

Danach bekommen die Kinder Zeit, zu überlegen, was sie gerne ändern möchten. Haben die Kinder zuvor mehrere Dinge angesprochen, dann sollte man ihnen das Gefühl geben, nicht alles mit einem Mal ändern zu müssen, sondern schrittweise vorzugehen. An das, was ihnen wichtig ist, dürfen sie ein Teelicht stellen. Hat man nicht so viele Teelichter, können bunte Muggelsteine genutzt werden. Gemeinsam können die Kinder auch überlegen, wie sie etwas ändern möchten, bzw. wo sie möchten, dass ihnen etwas besser gelingt. Gemeinsame Ideen können das jeweilige Kind bestärken.

Zum Abschluss sollten die Kinder überlegen, was eigentlich passiert, wenn sie immer wieder die Dinge tun, die Gott nicht gefallen. Den Kindern sollte die Angst genommen werden, dass sie irgendwann nicht mehr zu Gott kommen könnten bzw. er nicht mehr verzeihen könnte und sie vielleicht nicht mehr seine geliebten Kinder sind. Der Text soll uns daran erinnern, immer wieder, z. B. vor dem Schlafengehen, Gott von unserem Tag zu erzählen. Und daran, dass wir ihm alles erzählen können. Gott ist jemand, der uns vergibt, wenn wir ehrlich sind und immer wieder versuchen, einander das Gute zu tun.

Merkvers

Jesus spricht: Ich bin das Licht dieser Welt. Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln. Er wird das Licht des Lebens haben. (Johannes 8,12 – BasisBibel)

Eine Möglichkeit ist die Kreatividee.

Eine andere Möglichkeit ist die Bewegung zum Vers:

Jesus spricht: // Auf Jesus zeigen
Ich bin das Licht dieser Welt. // Die Arme machen eine große Kreisbewegung
Wer mir folgt, // Gehbewegung
Tappt nicht mehr im Dunkeln. // Eine Hand vor die Augen, die andere suchend nach vorne strecken, leicht nach vorne tapsen
Er wird das Licht des Lebens haben. // Die Hände berühren sich und gehen von der Körpermitte schwungvoll nach oben auseinander.

Gebet

Am Ende des Gesprächs können die Kinder füreinander beten, mit kurzen Sätzen, wie z. B. „Hilf Timo, sich zu entschuldigen“, oder „Hilf Bea, nicht mehr gemein zu Anna zu sein.“, oder „Danke, dass du Linus hilfst, ehrlich zu sein“. Wie eine Art Popcorngebet, jeder betet dann, wenn ihm was einfällt.

Kreatives

Bunte Fensterlichter aus Brottüten und Lichterketten

Auf die Brottüten können bunte Bilder gemalt werden, aber auch mit Transparentpapier oder Blättern geklebt werden. Man kann aber auch den Merkvers draufschreiben. Idealerweise haben die Kinder bereits Lichterketten von Weihnachten zu Hause. An diesen kann man die Brottüten befestigen und sie an das Fenster hängen. Dies erfreut jeden, der am Fenster vorbeiläuft.

Rätselhaftes

Arbeitsblatt

Die Kinder bekommen den Bibeltext (Basisbibel) vorgelegt und dazu gibt es Fragen:

  • Wie oft kommt das Licht vor? (7x)
  • In welchen Versen kommt die Dunkelheit vor? (Verse 8 und 11)
  • Welchen Ertrag bringt das Licht? (Güte, Gerechtigkeit, Wahrheit)
  • Was soll geprüft werden? (Was dem Herrn gefällt)
  • „Wach auf … steh auf …“ Wo steht das? (Vers 14)
  • Was tut das Licht? (aufleuchten, erstrahlen)

(T)Extras

Lieder

  • Bibelentdecker
  • Jesus, dein Licht

Spiele

Ich seh‘ ein Licht, ich hab‘ ein Licht, ich geb‘ es weiter.

Normalerweise spielt man es mit Streichhölzern, aber ich würde hier auf Wunderkerzen zurückgreifen. Die Kinder stehen draußen im Kreis. Eines der Kinder hat eine brennende Wunderkerze und muss ganz schnell aufsagen: „Ich seh‘ ein Licht, ich hab‘ ein Licht, ich geb‘ es weiter.“ Dann gibt es die Wunderkerze im Uhrzeigersinn weiter. Geht die Wunderkerze aus, scheidet auch das Kind aus. Eine neue Wunderkerze muss angemacht werden und es wird so lange gespielt, bis ein Kind übrig bleibt – dementsprechend braucht es Wunderkerzen. Vorsicht: Wegen der Kleidung und möglicher Funken. Zudem könnten manche Kinder auch Angst vor den Funken haben.

Malen mit Taschenlampe

Die Kinder sitzen vor einer weißen Wand bzw. einem Tuch. Eventuell muss der Raum abgedunkelt werden. Mit dem Lichtschein einer Taschenlampe malt ein Kind ein Bild: z. B. Sonne, Kreuz … Die anderen Mitspieler müssen erraten, was es darstellt. Danach ist ein anderes Kind an der Reihe.

Im Licht sieht alles anders aus

Den Kindern werden die Augen verbunden. Mit verbunden Augen müssen sie Dinge berühren / erfühlen: z. B. Honig. Oder sie werden von Sachen berührt: z. B. mit einer Feder über die Hand streichen. Wichtig: es sollten Dinge sein, die in der Dunkelheit etwas anderes auslösen, als bei Licht betrachtet. Die Kinder müssen erraten, was sie fühlen. Liegen sie richtig? Was denken sie, wenn sie es bei Licht betrachten?

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 1/2021. Es geht um Josef. In insgesamt 8 Lektionen geht es um Josefs Familiengeschichte, die Hochs und Tiefs seines Lebens, Verrat, Intrige, Träume und Wunder und darum, dass Gott am Ende alles gut macht.

Ergänzend als Lektion 1 ein Stundenentwurf zur Jahreslosung Lk 6,36.

Lektion 2 1. Mose 37,1-11 Getreide und Gestirne

Lektion 3 1. Mose 37,12-36 Verraten und verkauft

Lektion 4 1. Mose 39 Abgehauen und bestraft

Lektion 5 1. Mose 40 + 41 Ähren und Kühe

Lektion 6 1. Mose 42 Angst und Bange

Lektion 7 1. Mose 43 + 44 Noch einmal Angst und Bange

Lektion 8 1. Mose 45 Versöhnung und Freude

Lektion 9 1. Mose 50,1-20 Rückblick und Ausblick

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Rache ist süß. Josef zeigt uns einen anderen Weg.

Checker

Durch Jesus können wir einander vergeben. Eine Superchance!

Der Text an sich

Jakob ist gestorben. Josef lässt den Körper seines Vaters mumifizieren, wie es bei Königen und hochgestellten Persönlichkeiten in Ägypten üblich war. Insgesamt 70 Tage lang gab es eine Staatstrauer in Ägypten.

Danach brachte Josef seinen Vater in einem großen Trauerzug nach Kanaan, seine Heimat.

Jakob wurde in der Höhle Machpela bei Mamre im Familiengrab des Abraham bestattet. Danach kehrte Josef mit seinen Brüdern und dem ganzen Trauerzug nach Ägypten zurück.

Nun, ohne den Vater im Rücken, bekamen die Brüder Josefs Angst. Sie rechneten mit der Rache von Josef für alles, was sie ihm angetan hatten.

Josef ist erschüttert. Für ihn ist alles geregelt. Er hatte seinen Brüdern doch vergeben. Doch der Gedanke der Rache steckt tief in den Brüdern. Durch einen Boten, den die Brüder zu Josef schicken, berufen sie sich auf ihren Vater und auf Gott.

Josef muss weinen. Als die Brüder zu ihm kommen, werfen sie sich vor ihm nieder und bekennen ihre Schuld. Erst nach einem Schuldeingeständnis kann man die Vergebung annehmen. Sicher kamen Josef die Träume in den Kopf, die er früher zu Hause hatte (1. Mose 37). Er antwortet weise. Wenn Gott aus allem Schlimmen Gutes hat werden lassen, warum soll ich noch böse auf euch sein?

Dieses Gespräch hat alles geklärt und die Brüder beruhigten sich und vertrauten Josef.

Begangene Schuld kann erst zur Ruhe kommen, wenn sie ausgesprochen und vergeben wurde.

Der Text für mich

Gott hat einen Plan für mein Leben. Oft genug versuche ich, meine eigenen Pläne durchzusetzen. Und dann funken mir andere Menschen in mein Leben und bringen alles durcheinander. Da kann ich wirklich sauer sein – oder?

Josef zeigt mir eine gute Möglichkeit. Sicher war er auch wütend, als er im Erdloch saß. Ich kann mir mit Hassgedanken mein Leben schwer machen. Aber ich kann auch diese Gedanken an Jesus geben und meinem Widersacher vergeben. Das macht meinen Blick frei und mein Leben leichter. Ich vertraue darauf, dass Gott mich liebt und er alles zum Guten wendet.

Der Text für dich

Starter

Kinder wissen aus ihrem Alltag, wie es sich mit einem schlechten Gewissen anfühlt. Manch einer kann es nicht lange für sich behalten, andere verschließen es tief in sich. Da bohrt es und kommt immer wieder hoch. Das Kind kann schlecht schlafen und die Leistungen in der Schule gehen bergab. Es verschließt sich immer mehr. Wir wollen ihnen Vertrauen schenken, ihnen zuhören und ihnen Wege zeigen, wie sie ihre Schuld bekennen können und Vergebung erfahren.

Checker

Auch Kinder, die von der Vergebung Jesu wissen, kennen Schuldgefühle. Auch sie sind wütend, wenn ihnen Unrecht oder Böses geschieht. Sie sollen lernen, dass Hass das eigene Leben und das Miteinander der Menschen vergiftet. Gott hat einen Plan für jedes Leben und nichts, aber auch gar nichts, kann ihn davon abbringen. Oft sehen wir das Gute noch nicht und dürfen auch mal sauer sein. Aber letztendlich macht Gott alles gut!

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Material: Tücher zum Verkleiden, Tafel mit Kreide, Flipchart oder großes Papier mit Stiften

Mit den Kindern wird die ganze Geschichte von Josef nachgespielt. Dabei kann man manche Rollen doppelt besetzen und manche Brüder weglassen.

Szenen

  • Josef erzählt seine Träume
  • Josef bekommt das schöne Gewand
  • Josef kommt zu seinen Brüdern und wird verkauft
  • Josef wird verführt und kommt ins Gefängnis
  • Josef wird begnadigt und bekommt eine hohe Stellung
  • Die Brüder kommen und wollen Getreide kaufen
  • Zweite Reise mit Benjamin
  • Der goldene Becher in Benjamins Sack
  • Josef gibt sich zu erkennen

Nach jeder Szene wird kurz die Geschichte gestoppt. Die Kinder sollen überlegen, welche Gefühle die Brüder und / oder Josef hatten. Diese werden auf der Tafel (dem Papier) gut sichtbar in einer Tabelle festgehalten.

Szene Josef Brüder
1 stolz verärgert
2 freudig, stolz wütend
3 verängstigt befriedigt
4

Idee 2

Material: Vorbereitetes Spielfeld mit Aufgaben (je nach Länge der Gruppenstunde können Kategorien weggelassen werden)

Punkte zum Sammeln (Gummibärchentüten, Bonbons, …)

Josef Ägypten Gefühle Tiere Schuld und
Vergebung
20 20 20 20 20
40 40 40 40 40
60 60 60 60 60
80 80 80 80 80
100 100 100 100 100
Fragen

Josef

20 Worauf sind Josefs Brüder neidisch? Mantel

40 Was tun die Brüder aus Rache? Verkaufen Josef

60 Was bedeuten die Träume des Pharaos? Gute und schlechte Ernte

80 Was finden die Brüder in ihren Kornsäcken? Geld

100 Wer übernahm die Verantwortung für Benjamin? Juda

Ägypten

20 Wie heißt der König in Ägypten? Pharao

40 Wie heißen die Grabkammern der Pharaonen? Pyramiden

60 Welcher große Fluss fließt durch Ägypten? Nil

80 Wie heißt die Gruppe von wandernden Kaufleuten durch die Wüste? Karawane

100 Wie heißen die vor Verwesung geschützten Leichen? Mumie

Gefühle

20 😀Freude – Begeisterung

40 😮Erstaunen

60 😭Schmerz

80 😍 Verliebt

100 😠Wut, Ärger

Tiere

20 Welche Tiere hüteten Josefs Brüder? Schafe und Ziegen

40 Von welchen Tieren träumte der Pharao? Kühe

60 Welche Tiere laufen in Karawanen durch die Wüste? Kamele

80 Wie heißt ein pflanzenfressendes Säugetier aus dem Nil? Nilpferd

100 Wie heißt die Panzerechse aus dem Nil? Nilkrokodil

Schuld und Vergebung

(hier kann man entweder die Plus- oder die Minuspunkte hinter der jeweiligen Zahl verstecken)

20 Die Brüder sind neidisch –  20 Punkte / vergeben +30 Punkte

40 Die Brüder werfen Josef in den Brunnen – 50 P / vergeben +80 P

60 Die Brüder lachen Josef wegen der Träume aus – 10 P / vergeben +20 P

80 Die Brüder verkaufen Josef – 80 P / vergeben + 100 P

100 Die Brüder haben Angst vor Josefs Rache – 40 P / vergeben + 50 P

Verkündigung

Die Geschichte wird als Rückblick aus Sicht des Josef erzählt.

Heute will ich euch erzählen, wie alles sein Ende nahm. Ich kann euch sagen: Langweilig wird es bei mir nie!

Siebzehn Jahre lebte mein Vater Jakob bei mir in Ägypten. Es war eine schöne Zeit, die wir miteinander verbringen konnten. Dann wurde mein Vater müde. Er hatte ein langes Leben. Er rief alle seine Söhne zusammen und hatte für jeden Worte des Segens. Danach starb er. Meine Trauer war groß. Als Zeichen meiner Liebe zu ihm ließ ich ihn einbalsamieren. Dadurch verweste sein Körper nicht und wurde zur Mumie. Das konnte ich mir als hoher Herr leisten. Diese ganze Prozedur dauerte vierzig Tage. Diese Zeit und noch weitere dreißig Tage war in ganz Ägypten Staatstrauer. Meinem Vater wurde dadurch hohe Ehre zuteil.

Danach gab mir der Pharao die Erlaubnis, meinen Vater in unserer alten Heimat zu begraben, das war sein letzter Wunsch. Also zogen wir nach Kanaan. Ich kann euch sagen, das war ein langer Zug! Unser ganzes Volk begleitete Jakob auf seiner letzten Reise. Nur die kleinen Kinder blieben zurück. Der Pharao gab uns ein Geleit aus hohen Beamten des Landes mit. Außerdem sorgte er für unseren Schutz durch Reiter und Kriegswagen. Es war ein sehr großer Trauerzug.

Wir erfüllten den Wunsch unseres Vaters und legten ihn bei Machpela in die Höhle, in der auch schon unser Stammvater Abraham begraben lag. Danach kehrten wir nach Ägypten zurück.

Kurze Zeit später klopfte ein Bote an meine Tür. Er kam von meinen Brüdern. Sie ließen ausrichten, dass unser Vater ihnen vor seinem Tod sagte, ich solle ihnen das Unrecht vergeben, dass sie damals an mir taten. Erst war ich wütend. Hatte ich ihnen nicht schon vor langer Zeit vergeben, als sie nach Ägypten kamen? Aber dann war ich erschüttert und musste weinen. Wie schwer lag die Schuld auf ihren Schultern.

Da erschienen meine Brüder vor mir. Sie fielen auf die Knie und unterwarfen sich mir. Jetzt, wo sie ihre Schuld eingestanden hatten, konnten sie auch die Vergebung annehmen. Ich erklärte ihnen, wie aus allem, was sie mir Böses getan hatten, Gutes wurde. Das hatte ich Gott zu verdanken. Es ging mir so gut. Deswegen konnte ich auch meinen Brüdern versprechen, für sie und ihre Familien zu sorgen. Gott meint es so gut mit uns. Und so kann ich sage: Ende gut, alles gut!

Die andere Idee

Die Geschichte wird von zwei Mitarbeitern gespielt. Einer ist Josef (MA 1) und der andere einer der Brüder (MA 2). Die anderen Brüder werden von den Kindern gespielt und vom Mitarbeiter instruiert, alles mitzumachen. MA 2 beginnt mit einem kurzen Rückblick auf den Tod des Vaters und die Reise nach Kanaan. Danach schürt er die Angst vor Josefs Rache und alle werfen sich vor Josef nieder. Dann nimmt MA 1 ihnen die Angst und malt ihnen aus, was aus ihren bösen Taten von Gott in Gutes verwandelt wurde. Danach verspricht er ihnen, für sie und ihre Familien zu sorgen.

Der Text gelebt

Wiederholung

Sprecht über den Text, indem ihr die fünf Finger eurer Hand zu Hilfe nehmt. Jeder Finger steht dabei für eine Frage.

Daumen – Daumen hoch! Was gefällt dir am Text?

Zeigefinger – Worauf macht dich der Text aufmerksam? Was will Gott sagen?

Mittelfinger – Was stinkt dir am Text? Wo merkst du, dass du Fehler gemacht hast?

Ringfinger – Wo steckt in dem Text ein Versprechen Gottes?

Kleiner Finger – Was kommt dir zu kurz? Was willst du verändern?

Gespräch

Sicher sind euch jetzt eigene Situationen in den Sinn gekommen, was euch immer wieder in den Sinn kommt, weil ihr es noch nicht in Ordnung gebracht habt. Das dürft ihr auf einen Zettel schreiben. Nur für euch. Wenn ihr es mit Gott und dem Menschen geklärt habt, könnt ihr den Zettel in kleine Schnipsel reißen und fortwerfen.

Merkvers

Kolosser 3, 13 (HfA)

Seid bereit, einander zu vergeben, denn auch Christus hat euch vergeben.

Der Merkvers kann mit schöner Schrift (Handlettering) aufgeschrieben und gestaltet werden. In einem Bilderrahmen ist er gut sichtbar im Zimmer der Kinder.

Bilderrahmen gestalten

  • Einfachen Holzrahmen bemalen
  • Glasrahmen mit Mosaiksteinen umranden
  • Rahmen mit Servietten oder Seidenpapier bekleben
  • Andere Ideen im Internet

Gebet

Jesus, ich danke dir, dass wir in der Bibel immer wieder gute Vorbilder gezeigt bekommen. Josef hatte wirklich ein bewegtes Leben. Ihm wurde immer wieder übel mitgespielt. Und doch bekam er die Kraft, seinen Brüdern zu vergeben. Bitte schütze uns vor Hass anderen gegenüber und schenke uns den Mut zur Vergebung. Danke, dass du nur unser Bestes willst! Amen.

Kreatives

Gefühlsbarometer basteln

Eine runde Pappscheibe wird mit verschiedenen Smileys die Rundung entlang beklebt. Smileys unter HYPERLINK „http://www.emojikopieren.de“ www.emojikopieren.de. In der Mitte wird ein Zeiger mit einer Musterbeutelklammer befestigt. Oben wird ein Band zum Aufhängen befestigt. Nun kann es an die Tür des Kinderzimmers gehängt werden.

Spielerisches

Zeige deine Gefühle

Auf kleine Kärtchen werden die verschiedensten Gefühle geschrieben (fröhlich, wütend, traurig, verliebt, schüchtern, gleichgültig, verschämt, überrascht, angeekelt, dankbar, bekümmert, nachdenklich, zufrieden, neidisch, glücklich, …). Ein Kind zieht ein Kärtchen und spielt den anderen das Gefühl pantomimisch vor. Wer richtig geraten hat, darf das nächste vorspielen.

Zeige keine Gefühle

Die Kinder müssen in ein Stück Zitrone beißen und dürfen dabei kein Gefühl zeigen. Wer schafft es am besten?

Rätselhaftes

(T)Extras

Lieder

  • Die besten Pläne
  • Wer liebt, gewinnt
  • Jesus kam für dich
  • Jesus kann alles
  • Was würde Jesus tun
  • Funkelnigelnagelneu
  • Du vergibst, weil du mich liebst

Spiele

Zu jeder Station aus dem Leben von Josef kann ein Spiel gespielt werden:

Träume

Nach „Ich packe meinen Koffer“ Ich träumte heute Nacht

Ein Kind beginnt und sagt: Ich träumte heute Nacht von … (setzt einen Gegenstand ein). Das nächste Kind wiederholt den Satz und hängt einen neuen Gegenstand an. So geht es immer weiter. Wer einen vorhergehenden Gegenstand vergisst, muss ausscheiden.

Verkauf

Der Plumpsack geht um

Der Plumpsack kann z.B. ein kleines Säckchen oder ein zusammengeknotetes Taschentuch sein. Die Kinder hocken im Kreis und singen das „Plumpsack-Lied“:

„Dreht Euch nicht um,der Plumpsack geht herum. Wer sich umdreht oder lacht, kriegt den Buckel blau gemacht.“

Ein Kind trägt den Plumpsack um den Kreis und versucht, den Sack unbemerkt hinter jemandem fallen zu lassen. Der betroffene Mitspieler muss den Plumpsack nehmen und versuchen, den Plumpsack-Träger einzuholen, bevor dieser den freien Platz im Kreis erreicht. Der Langsamere wird zum Plumpsack-Träger der nächsten Runde. Wenn ein Kind den Plumpsack hinter sich eine ganze Runde lang nicht bemerkt, muss es für 3 Runden in die Mitte.

Versuchung

Das elektrische Gummibärchen

Je 1 Gummibärchen von jeder Farbe wird in die Mitte des Tisches gelegt. Einer geht raus, die anderen bestimmen, dass ein Gummibärchen „elektrisch“ sein soll, z.B. das grüne. Das Kind kommt wieder rein und nimmt nacheinander ein Gummibärchen. Nimmt es das „elektrische“, schreien alle Kinder ganz laut. Man darf immer so viele Gummibärchen essen, bis man das „elektrische“ erwischt. Jedes Kind darf mal rausgehen und raten.

Ernte sammeln

Jedes Kind bekommt einen Teller, ein Schälchen oder einen Pappbecher und einen Strohhalm. Auf einem Tisch liegen Linsen ausgestreut. Nun haben die Kinder eine bestimmte Zeit, um immer eine Linse anzusaugen und auf ihrem Teller abzulegen. Wer die meisten hat, ist Gewinner.

Versöhnung

Gordischer Knoten

Eine Gruppe von Spielern steht dicht beisammen im Kreis, jeder streckt die Arme nach vorne aus und gibt einem anderen aufs Geratewohl die Hände; auf diese Weise ist die ganze Gruppe miteinander „verknotet“. Jetzt heißt es „entknoten“, aber ohne dass irgendjemand irgendwann die gefasste Hand loslassen würde. Die Aufgabe ist gelöst, wenn sämtliche Spieler wieder im Kreis stehen und die (beim Verknoten erwischten) Hände gefasst halten.

Die Jahreslosung 2021 hat es in sich – Jesus sagt: „Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist.“
Leichter gesagt als getan. Damit ihr facettenreich dieses Wort in eure Jugend- und Gemeindearbeit bzw. euer Gottesdienstfeiern aufnehmen könnt, gibt es dieses jugonet-Themenpaket für euch: Dich erwartet – und dies alles kostenfrei! – zur Jahreslosung 2021

  • ein Komplett-Entwurf für euren Jugendgottesdienst
  • Impulse für die Verkündigung in Form von ausformulierten Predigten und Nacherzählungen (z.B. zum „barmherzigen Samariter“), (Lied)Andachten, Songpool, Theaterszene sowie das aktuelle EJW-Jahreslosungslied
  • ein Ideenpool, wie Barmherzigkeit ganz praktisch werden kann und keine „halbe Sache“ bleibt
  • Interaktionen für den JuGo und Gebetsaktionen, um Gottes Barmherzigkeit im eigenen Leben zu spüren
  • Anregungen zum kreativen Umgang mit der Jahreslso
  • Hintergrund-Beleuchtungen wie Statements von Politikern zur Frage, wie politisch Jesu Wort verstanden werden darf
  • weiterführende Materialien und Buchhinweise wie z.B. ausgewählte YouTube-Video-Hinweise oder das neue „jugomat“-Heft zur Jahreslosung

Ein Themenpaket voller Ideen und Anregung für dich und euer Gottesdienstfeiern. Viel Freude und Segen mit all dem!

Vorbereitungen     

Dieser Gottesdienstentwurf arbeitet v.a. in der Predigt mit dem Symbol einer Bilderwand (einfach mal bei Google „Bilderwand“ eingeben, und es wird klar, was gemeint ist). Bevor Du weiterliest, rate ich Dir, erst einmal die Predigt zu lesen. Dann kehrst Du wieder hier an den Anfang zurück. Die Erklärungen zur Vorbereitung versteht man auf diese Weise hoffentlich besser.

Bilderrahmen und Bilderwand

Egal, in was für einem Raum ihr Gottesdienst feiert: Sammelt im Vorfeld Bilderrahmen (die Bilder rausnehmen).
Mit einem Teil der Bilderrahmen gestaltet ihr die Bilderwand: Entweder an einer Wand im Raum (da sich die Predigt auf diese Bilderwand bezieht, sollte sie dort stehen, von wo aus auch gepredigt wird) oder ihr besorgt euch eine Holzplatte / einen Tisch und bringt darauf die Bilder an. Die restlichen Rahmen könnt ihr als Deko verwenden und im Raum verteilen.

Der große Rahmen soll so groß sein, dass die ganze Bilderwand hineinpasst. Alternativ zu einem selbst gebauten Holzrahmen könnte ich mir auch Bierbänke / Tücher / Kisten vorstellen.
Bereitet einen Schriftzug vor, der während der Predigt an den großen Rahmen angebracht wird: „Euer Vater im Himmel ist barmherzig.“

Alternativen zum großen Rahmen:
  • Per Beamer die einzelnen Schritte zur Predigt auf eine Leinwand projizieren.
  • Gar nichts davon. Die Predigt funktioniert auch ohne all das. Eine Bilderwand kann man sich gut im Kopf vorstellen.

Giveaway: Bilderrahmen

Bereitet Bilderrahmen vor, auf denen steht: „Euer Vater im Himmel ist barmherzig.“ Diese könnt ihr ganz am Ende des Gottesdienstes verteilen oder nach dem Lied nach der Predigt. So halten die Besucherinnen und Besucher während des Gebetes und des Segens ihren eigenen Rahmen in der Hand.  

Videoclip zur Begrüßung

Dreht einen kurzen Clip, in dem Personen gebeten werden, folgenden Satz zu vervollständigen: „Weil Gott barmherzig ist, …“

Auch ich habe ein wenig herumgefragt und u.a. folgende Antworten erhalten:

  • „Weil Gott barmherzig ist, adarf ich auch barmherzig sein.“
  • „Weil Gott barmherzig ist, liebt er mich trotz meiner Schwächen und Fehler.“
  • „Weil Gott barmherzig ist, gibt es Erdbeeren.“
  • „Weil Gott barmherzig ist, darf ich auch mit mir barmherzig sein.“
  • „Weil Gott barmherzig ist, darf ich auch nach einem Scheitern wieder aufstehen.“
  • „Weil Gott barmherzig ist, gebe ich nicht auf.“
  • „Weil Gott barmherzig ist, darf ich mutig Fehler machen.“

Liederliste zu „barmherzig / Barmherzigkeit“

Feiert Jesus

  • Erfasst von deinem Erbarmen FJ1/81
  • Wo ich auch stehe, du warst schon da FJ2/133
  • Wer ist ein Gott wie du FJ2/127
  • Sein Erbarmen ist noch immer nicht zu Ende FJ2/114
  • Herr, erbarme Dich über mich FJ 2/153
  • Wir suchen deine Nähe FJ3/173
  • Hab Erbarmen FJ3/195
  • Wunder der Barmherzigkeit FJ3/28
  • Mighty to save FJ4/22
  • Herr, erbarme dich FJ4/24
  • Herr, erbarme dich FJ4/31
  • Deine Barmherzigkeit FJ4/17
  • Jesaja 61 FJ5/243
  • Krüge aus Ton FJ5/21
  • Barmherzig FJ5/99

EJW: Das Liederbuch

  • Vater der Barmherzigkeit Das Liederbuch 148
  • Wir suchen deine Nähe Das Liederbuch/42

Der Gottesdienst

Musik zum Ankommen

z.B. „Ich würd zu dir gehen“ von Lea

Begrüßung und Votum

Videoclip zum Einstieg

Herzlich willkommen! Wir feiern gemeinsam Gottesdienst und entdecken, was dieses ungewöhnliche Wort „Barmherzigkeit“ mit dem Leben zu tun hat. Was Barmherzigkeit bringt und was sie verändert.

Wie feiern im Namen Gottes: des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied(er)

Gebet

Allmächtiger und barmherziger Gott, du bist hier. Und ich bin hier.
Du kennst mich. Du liebst mich. Alles darf ich dir sagen. Ganz ohne Angst.
[Stille]
Du hörst mich und ich lobe dich. Amen.

Psalm 103

Die Reihenfolge Gebet und dann Psalm ist mit Absicht so gewählt.

Lied(er)

Predigt                      

Was hängt bei dir Zuhause an der Wand? In deinem Zimmer oder auch in der Wohnung, dem Haus, in dem du lebst? Was hängt bei anderen an der Wand? Gemälde und Poster, Karten und v.a. auch Fotos – eingerahmt. Manche haben eine ganze Bilderwand irgendwo im Wohnzimmer oder im Flur oder sonstwo.

Was hängt bei dir an der Wand? Typische Fotos, die man häufig sieht, ist z.B. ein Hochzeitsfoto der Eltern. Schließlich haben viele an so einem Tag einen Profi, der die Bilder macht, die werden dann auch was. Bei manchen Bildern fragt man sich: „Echt, Mama, das war damals in?!“
Hochzeitsfotos. Oder Fotos, auf denen ihr Babys wart. Bilder von Familienfesten, von einem besonderen Urlaub. Manche hängen auch ihr Abschlusszeugnis auf, einen Meisterbrief, einen Abschluss, auf den man stolz ist. Konzertkarten oder ein handsigniertes Trikot. Lauter schöne Erinnerungen an der Wand. Sorgfältig eingerahmt.

Wenn ich bei jemandem zu Besuch bin, schaue ich mir gerne diese Bilderwände an. Ich stelle Fragen und merke, wie gerne Menschen von diesen Erinnerungen erzählen. Bild für Bild gehen wir durch [auf einen beliebigen Bilderrahmen im Raum zeigen]: „Das war mein erster Schultag! Krasse Schultüte, oder?!“

Bei so einem Besuch habe ich es noch nie erlebt, dass mir jemand sagt [auch hier wieder: zu einem Bilderrahmen gehen, auf ihn zeigen]: „Schau, dieses Bild. Das ist mein Ex-Freund, der mich richtig schlecht behandelt hat.“ Oder: „Das Foto hier zeigt das Mädchen, in das ich ein ganzes Jahr verliebt war und als ich es ihr dann gestanden habe, hat sie mich ausgelacht und es allen rumerzählt.“ „Das hier ist das Bild von dem Tag, an dem sich meine Eltern scheiden ließen.“ „Wir beide hier waren beste Freunde. Heute reden wir kein Wort mehr miteinander. Ich kann es nicht wiedergutmachen.“ „Ach und hier hab‘ ich die Mathearbeit eingerahmt, wegen der ich dann sitzengeblieben bin.“ „Auf diesem Foto siehst du die Clique, die mich meine ganze Schulzeit gemobbt hat.“

Es gibt Erinnerungen, die hängt sich niemand an die Wand. [Pause] Und trotzdem sind sie da. Diese Geschichten sind auch mein Leben. Und manchmal sind die viel mehr mein Leben als die schönen Dinge. Ich muss sie nicht einrahmen, weil sie ohnehin immerzu in meinem Kopf sind.

Jetzt aber erst einmal zu unserem heutigen Text für diesen Gottesdienst: Die Jahreslosung 2021. Sie steht im Lukasevangelium, im sechsten Kapitel. Da sagt Jesus: „Seid barmherzig wie euer Vater barmherzig ist.“

Barmherzigkeit heißt, dass ich jemandem nicht egal bin. Und dass ich jemandem auch etwas wert bin. Ich bin jemandem so wichtig, dass er auch was für mich investiert. Ich bin so interessant, dass jemand wegen mir die Dinge wichtig findet, die für mich wichtig sind. Jesus sagt dann mit seinem Satz ungefähr folgendes: „Nehmt andere so wichtig, wie euer Vater euch wichtig nimmt.“

Er sagt damit etwas ganz Grundsätzliches. So eine Art Grundgesetz des Glaubens oder Einmaleins des Christseins: „Euer Vater [im Himmel] ist barmherzig.“ Er sagt etwas darüber, wie dieser Gott ist, mit dem wir es zu tun haben. Wenn es diesen Gott wirklich gibt, dann ist Barmherzigkeit die letzte Wahrheit: Ich bin am Ende wichtig und etwas wert. Jesus könnte auch sagen: „Euer Vater im Himmel, mein Vater im Himmel ist barmherzig. Das weiß ich ganz tief in meinem Herzen. Und deshalb bin ich hier. Weil ich will, dass auch du das weißt.“

Mal angenommen, wir könnten Jesus hier dazuholen und ihn fragen: „Jesus, wenn Gott barmherzig ist, was ändert das? Was ändert das für meine Bilderwand? Was ändert das für mein Leben?“
Ich stelle mir vor, wie er sich vor diese Wand stellt. Er sieht sich alle Bilder an. Eins nach dem anderen. Und noch bevor ich anfangen kann zu erzählen, zeigt er auf ein Bild und sagt: „Das ist der Tag, an dem du geboren wurdest. Schau, wie deine Eltern strahlen!“ Er geht weiter: „Das hier ist das Bild von dem Tag, an dem sich deine Eltern haben scheiden lassen … Du wolltest weinen und es ging nicht.“ Er zeigt auf ein weiteres Bild: „Das ist diese eine Mathearbeit … Alle anderen kamen eine Klasse weiter, nur du nicht. Du warst plötzlich in einer anderen Klasse.“ „Und hier sitzt du wieder mal in deinem Zimmer und fragst dich, was dieses Leben eigentlich soll und was du in alldem sollst.“

So geht Jesus alle Bilder durch, die zu deinem Leben gehören. „Ich kenne alle deine Bilder“, sagt er. „Die schönen, die du einrahmst und von denen du gerne erzählst. Und die anderen, die du nie wieder sehen willst und die trotzdem immer da sind. Ich kenne sogar alle Bilder, die hier noch gar nicht hängen, aber die noch dazukommen werden.“

Dann dreht Jesus sich von der Wand weg und beginnt, mit Säge und Hammer und Zeug Holz zu bearbeiten – schließlich war er ja Zimmermann. Am Ende liegen da vier große Holzleisten. Daraus baut er einen Rahmen, der all meine ganze Bilderwand einrahmt. Ein großer Rahmen um alle meiner Bilder herum. Dann nimmt er Pinsel und Farbe in die Hand, vielleicht auch eine Spraydose, und schreibt auf den großen Rahmen: „Euer Vater im Himmel ist barmherzig.“

„Verstehst du, was sich dadurch ändert?“, fragt er. „Es gibt kein Bild, das hier nicht hängen darf. Es gibt kein Bild, für das du dich schämen musst. Alles ist wichtig. Du darfst alles aufhängen. Ganz ohne Angst. Du musst nichts verstecken. Ich halte das alles zusammen. Ich halte dich, damit du nicht auseinanderfällst.“

  • Weil Gott barmherzig ist, kann ich ehrlich sein.
  • Weil Gott barmherzig ist, kann ich Ich sein.

Ganz ohne Angst. Und ohne Druck. Jedes Bild, jedes Erlebnis, jede Entscheidung, jeder Erfolg und jede Enttäuschung: Alles bekommt einen Platz in diesem Rahmen.

Das ist auch zwischen uns Menschen so. Ich könnte auch auf diesen Rahmen schreiben

  • Deine Eltern sind barmherzig.
  • Deine Schulklasse ist barmherzig.
  • Dein Chef ist barmherzig.

Da würde viel Druck und Angst abfallen. Da könnte ich gut und gerne Ich sein. Leider ist das nur oft nicht so.

Jesus sagt, das Grundgesetz, das Einmaleins des Christseins ist: „Euer Vater [im Himmel] ist barmherzig.“
Das ist das Beste an dieser Welt. Das ist das Beste an deinem und an meinem Leben. Dass der Gott, mit dem wir es zu tun haben, barmherzig ist. Das ist die letzte Wahrheit. Und das hält mein Leben zusammen. Das hält die ganze Welt zusammen.

Ihr kennt vielleicht das Kinderlied „Er hält die ganze Welt, in seiner Hand, er hält die ganze Welt … und er hält auch dich und mich in seiner Hand, er hält auch dich und mich.“ Er hält alles zusammen wie ein großer Rahmen.

Und jetzt sagt Jesus in seinem Einmaleins des Christseins: Du kannst das auch. „Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.“ Mensch, hat der eine hohe Meinung von uns!
Auch du kannst das: Dich für die Bilder von anderen interessieren. Genau hinschauen. Zuhören. Nachfragen: „Wie ist das heute für dich?“. Und dann: nicht judgen. Nicht urteilen. Nicht auslachen. Nicht wegsehen. Sondern fragen: „Was kann ich tun?“
„Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.“ Damit die Angst kleiner wird.
Amen.

Lied

„Herr, ich komme zu dir (Gib mir ein neues, ungeteiltes Herz)“ FJ4/11

Gebet

Allmächtiger und barmherziger Gott,
du hältst die ganze Welt in deiner Hand und wir beten dich an.
Vater im Himmel, Schöpfer der Welt,
du nennst uns beim Namen und kennst unser ganzes Leben. Jeden einzelnen Bilderrahmen.
Die schönen Geschichten. Und auch das, was wir am liebsten vergessen würden.

Wir bitten dich für alle, die mit ihrer Bilderwand überfordert sind. Die darin keinen Sinn sehen.
Die sich fragen: Hat das überhaupt einen Wert? Ist das irgendjemandem wichtig?
Ja, sagst du. Jedes Leben, jede Bilderwand ist in deinen Augen wertvoll.

Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott,
dein ganzes Leben lang hast du davon erzählt, dass der Vater im Himmel barmherzig ist.
Die Menschen haben das bei dir erlebt. Du hast dich mit ihnen an einen Tisch gesetzt und sich für sie interessiert. Das hat sie verändert!

Wir bitten dich für uns, die wir von oben auf andere runtergucken. Die meinen, alles besser zu wissen. Nimm alles weg aus unseren Herzen, was sie kalt und hart macht.
Damit wir barmherziger werden.

Heiliger Geist, Tröster der Welt,
es gibt so viele Menschen, die nicht wissen, was Barmherzigkeit ist, weil noch nie jemand zu ihnen barmherzig war.

Mach du uns zu barmherzigen Menschen, die zuhören können. Die den Mut haben, zu sagen: Ich vergebe dir. Die teilen und geben können von dem, was sie haben.
Komm‘ in unsere Herzen und bring‘ all deine Schätze mit.

Dir, dem ewigen, dreieinigen Gott gehört unser gestern, unser heute und unser morgen.
Dein Name sei gelobt.
Amen.

Lied

„Vor dir“ FJ4/89

Segen

Musik

Jugo PLUS

Aus diesem Gottesdienstentwurf lässt sich eine größere Aktion machen. Prüft vorher, ob ihr die Ressourcen habt:

  • Fotobox: Wie bei Hochzeiten braucht ihr einen Rahmen, durch den die Personen ihren Kopf stecken können. Auch hier sollte der Schriftzug „Euer Vater im Himmel ist barmherzig“ nicht fehlen. Wenn ihr Lust habt, stellt Verkleidungsmaterial dazu.
  • Den eigenen Rahmen gestalten. Die Teilnehmenden dürfen den Giveaway-Rahmen gestalten mit Farbe, Glitzer usw.
  • Mit den Jugendlichen zusammen baut ihr im Anschluss selber Rahmen. Das Internet ist voller Anleitungen und Ideen dafür.

-> Dieser Komplettentwurf stammt aus dem Büchlein „Ganz der Papa!“ – Jugendgottesdienstmaterial zur Jahreslosung 2021.

Das Heft bietet:

  • eine Exegese zur Jahreslosung
  • Jugendgottesdienstentwürfe und liturgische Bausteine
  • Lieder, Bilder und Meditationen zur Jahreslosung
  • thematische Einheiten für die Arbeit mit Gruppen
  • Essays zu unterschiedlichen Themen
  • Materialien zum Themenkreis (Filmempfehlungen, Gebete, Geschichten, …)

Das Heft gibt’s für 6,90 € beim Landesjugendpfarramt in Württemberg.

1. Vorbemerkungen

Wie kann ich in unserer Welt als Christ glauben, leben und Bedeutung haben?
Kann ich wirklich glauben, dass Gott die Welt in der Hand hat und es gut mit ihr meint, wenn ich mir die Welt mit allem Leid, aller Not und allem Zerbruch ansehe?
Kann ich wirklich als Christ leben und einen positiven Unterschied machen? Obwohl ich selber zweifle, das Gefühl habe, allein zu sein und am Ende auch gar nicht so ganz genau weiß, was ich denn wo wie genau tun könnte, damit etwas besser wird?
Kann ich bedeutungsvoll leben – ich? In dieser Welt?

2. Zielgedanke

Die Teens und Jugendlichen sollen wissen, dass Zerbruch und Zweifel zu Leben und Glauben dazugehören – und dass Gott genau hier zu finden ist. Sie sollen motiviert sein, mitten in allem Zerbruch des Lebens mit Gott am Werk zu sein, um Gutes zu verwirklichen und in diesem Sinne bedeutungsvoll zu sein.

3. Einführung

Warum genau musste Weihnachten eigentlich sein? Warum musste Gott Mensch werden? Warum dieser krasse Abstieg mitten auf die Welt mit allem Schmutz und Gestank, aller Lüge und dem Hass?

Kann es sein, dass wir Menschen eine unbändige Sehnsucht danach haben, nicht allein zu sein? Sondern Beziehungen zu haben. Zu anderen Menschen, unserer Umwelt und zu Gott. Aber gerade diese Beziehungen, die wir so sehr brauchen, fallen uns gleichzeitig so schwer. Wir neigen dazu, egoistisch und verletzend zu sein – und andere Menschen zu verletzen. Wir sind ziemlich groß darin, unseren Vorteil aus allem und jedem zu ziehen – egal ob Menschen, Tiere, Pflanzen und es dabei auch gern mal zu übertreiben (und Menschen/ Umwelt etc. Einfach auszunutzen, zu missbrauchen). Wir sind immer die Größten, Tollsten und Schlauesten, wenn man uns fragt. Wir wollen selber toll sein und lieber keinen Gott brauchen. Wir bekommen es hin, uns auf allen Ebenen von den Beziehungen, die wir uns eigentlich wünschen und die wir brauchen, so zu entfremden, dass wir darunter leiden.  Und das ist schlimm.

Deswegen braucht es Weihnachten. Deswegen braucht es den Immanuel, den „Gott mit uns“. Den Gott, der uns sucht, auf uns zukommt, uns bei unserem Namen ruft und uns zusagt: „Ich habe dich lieb. Ich freue mich, wenn wir zwei wieder eine gute Beziehung miteinander haben. Und dann bekommen wir gemeinsam auch ganz viel Zerbruch auf allen anderen Beziehungsebenen wieder gekittet.“

Wir brauchen den „Gott mit uns“, weil wir nur gemeinsam mit Gott zu unserer wahren Bestimmung als Menschen finden, und ein gutes, bedeutsames Laben leben können.

(Matthäus 1,23)

4. Methodik für die Gruppe

4.1 Andacht

Ein Bild

Manchmal – da lasse ich alle Vernunft fahren, pfeife auf die Realität, gönne mir den Luxus, habe Mut und Sehnsucht und Liebe und … einen Traum. Male mir ein Bild davon, wie schön es wäre, wenn die Welt so wäre, wie ich sie auf diesem Bild sehe.

Auf meinem Bild kümmern sich Menschen liebevoll um die (Um-)Welt und es ist ihnen wichtig, Ressourcen zu achten.

Auf meinem Bild wollen Menschen wirklich (Mit-)Menschen sein und kümmern sich umeinander. Da kommt keiner zu kurz. Allen geht es gut. Jeder hat die Chance auf ein gutes und gelingendes Leben.

Auf meinem Bild werden Familien gestärkt, gestützt, Kinder, Teens und Jugendliche liebevoll begleitet und gemeinsam das Leben gefeiert.

Auf meinem Bild sind Christen liebevolle Stütze, herzerwärmender Antrieb und barmherziger Helfer der Gesellschaft und Welt. Ein schönes Bild! Oder nicht?

Keine Angst, kein Leid, keine Not, keine Sucht, keine Zwänge und Ausbeutung. Keine Häme, kein Unglück … und wenn doch, dann nie einsame Angst, vernichtendes Leid, zerstörende Sucht etc. Weil immer jemand da ist, der hilft, betet, trägt und liebt. Ein sehr schönes Bild! Finde ich.

Und irgendwie glaube ich, möchte ich glauben, dass das auch Gottes Ideal- und Zielsicht auf seine Welt ist.

Zerbruch

Aber dann ist der Luxus vorbei und ich sehe unsere Welt. Sehe, dass es Staaten, Staatenlenker, Firmen und uns am Ende leidlich egal ist, wie es der (Um-)Welt geht. Massentierhaltung, Rodung der Wälder, Vermüllung der Meere – alles weit weg oder zumindest so, dass ich es nicht sehen muss. Klimawandel gibts eh nicht und wenn doch, dann nicht menschengemacht. Darauf einen Coffee to go im praktischen Einmalplastikbecher!

Sehe, dass es Menschen zuerst um sich geht, an zweiter Stelle um sich, an dritter vielleicht um die eigene Familie und Freunde, dann das eigene Land und dann kommt ziemlich lang nichts. Mein Magen verkrampft sich, wenn Schultern angesichts von Ertrinkenden im Mittelmeer gleichgültig zucken, wenn Tausende menschenverachtenden Reden von Höcke und Kumpanen zujubeln und dann entsprechend wählen, wenn Kinder an der Grenze von ihren Müttern getrennt und kaserniert werden – und es dafür breite Zustimmung gibt.

Sehe, wie Einzelne mehr besitzen als die halbe Menschheit und diese halbe Menschheit an Krankheiten, Hunger, Krieg … langsam aber sicher krepiert. Wie Männer Frauen, Kinder oder Jugendliche kaufen, jeder im Westen für seinen Lebensstil auf Sklavenarbeit setzt …

Sehe, wie Familien benachteiligt und Alleinerziehende stigmatisiert und alleingelassen werden. Sehe einsame, abgeschobene Alte und ganze Ghettos voller benachteiligter und abgehängter Menschen, denen gern einmal ein boshaft zynisches: „Seid nicht so faul, Hartz4 ist keine Hängematte!“ entgegenschallt. Sehe unzählige nicht beachtete, als Last empfundene, abgeschobene, abgetriebene Kinder – und eine große Abneigung gegen Inklusion und überhaupt den Kontakt mit Behinderung.

Sehe Christen, die sich viel zu sehr um sich selber drehen und denen der Erhalt des eigenen Gemeindehauses wichtiger wird als die Menschen um sie herum, denen eine Handvoll theologischer Richtigkeiten über alles geht und die mit großer Härte gegen diese oder jene Minderheit ätzen.

Mit jedem Blick zerbricht mein Bild. Zerbricht in tausend Scherben.

„War ja klar“, höre ich die harten Realisten sagen, „wer solche Traumbilder hat, der muss ja Zerbruch erleben. Selber schuld.“

Aber das glaube ich nicht – will ich nicht glauben. Ist nicht der Traum einer guten, schönen, antwortenden Welt der Traum aller Menschen und auch der Traum Gottes?

Sollten wir nicht alle viel mehr, fester, weitreichender diese Träume träumen und nach Möglichkeiten suchen, wie sie sich in Realität gießen lassen könnten?

Sollten wir nicht glauben (dürfen/ wollen/ können), dass Gottes Traum von dieser Welt Bestand hat, Realität wird, mit Jesus angebrochen ist und seitdem mindestens Teil dieser Welt ist?

Sollten wir? Sollten wir!
Aber wie können wir so glauben, hoffen und lieben – angesichts unserer Welt? Angesichts all dieses Zerbruchs und der Scherbenhaufen überall? Mir fällt das schwer, weil das Leiden noch nicht abgeschafft ist; weil Leben immer noch wehtut.

Mosaik: Ein neues Bild

Noch während ich so fragend denke, blitzt auf einmal etwas auf. Da, an dieser einen Bruchstelle meines Bildes, leuchtet ein Stück rotes Glas im Licht. Es strahlt sogar.

Da strahlen plötzlich Menschen auf, die sich hingebungsvoll um die (Um-)Welt kümmern, sich für andere einsetzen, alles dafür geben, Benachteiligte zu entbenachteiligen, Kinder wertzuschätzen, Strukturen gerechter zu machen und Barmherzigkeit zu leben. Da bricht – leider von mir eher unerwartet – Gottes Liebe durch, die Wunder nach sich zieht …

Auf den zweiten Blick fügt sich so aus den vielen zerbrochenen Bilderscherben ein neues Bild. Ein Mosaik. Und es ist schön – an vielen Stellen wunderschön sogar. Ohne den Zerbruch zu leugnen.

Wahrscheinlich gibt es das Leben nur so. Vielleicht gibt es in diesem Leben das Reich Gottes nur so. Als aufblitzende Schönheit, Heiligkeit und Liebe mitten im Zerbruch.

Immanuel

In einer Welt voller Zerbruch …

»Seht, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, und man wird ihm den Namen Immanuel geben. Immanuel bedeutet: Gott ist mit uns.«

(Matthäus 1,23 NGÜ)

… Immanuel – Gott ist mit uns!

Gott ist mit uns – mit mir. Sieht mein Bild , meine Sehnsucht, mein (Mit-)Leiden und unsere Welt. Mitten in diese Welt hinein sagt Gott:

Ich bin mit euch. Es gibt niemanden, dem ich meine Liebe verweigere. Es gibt keinen Ort auf dieser Welt, den ich nicht segne. Es gibt keinen Menschen, der Angst hat, leidet, benachteiligt, ausgegrenzt etc. ist, bei dem ich nicht ganz nah dabei bin. Keine Unordnung, kein Zerbruch kann mich davon abhalten, mit meiner Liebe mitten hineinzukommen.

Immanuel – Ich bin mit euch! Ich bin mit dir. So ist z.B. auch Weihnachten. Das Heilige kommt mitten in eine Welt voller Zerbruch und macht von Beginn an deutlich: Gott hält sich nicht heraus aus den Scherben unseres Lebens. Er kommt mitten hinein. Wird Teil unserer Unordnung, unseres Chaos’, unserer Zweifel, unseren Ängsten und unserer Verzweiflung. Dass Leid und Schmerz da sind, heißt nicht, dass Gott weg wäre, dass er sein Ziel nicht erreichen würde mit uns und dieser Welt.

Gott ist da. Er ist mit uns. Mittendrin. Nicht überrascht. Nicht überfordert. Immer zugewandt. Immer liebend. Er gestaltet ein neues Bild. Ein Mosaik. Das Mosaik des anbrechenden Reiches Gottes. Ein schönes Bild – voller zerbrochener Bilder, Schicksale und Sehnsüchte. Ich bin eingeladen, Teil dieses Reich-Gottes-Mosaiks zu werden. Und Mitbastler daran zu sein. Das finde ich schön, ermutigend – und das kann ich glauben.

4.2 Abschluss/ Vertiefung

Gemeinsam mit den Teilnehmenden können Mosaikbilder aus Glasscherben gelegt oder geklebt werden. Vielleicht zeigen diese den Immanuel als Kind in der Krippe, oder ein anderes Symbol für eine gute Welt, ein bedeutungsvolles Leben?
Die gemeinsame Kreativzeit ist in jedem Fall ein guter Raum, um ins Gespräch zu kommen, über den Zerbruch, den die Teilnehmenden erleben, ihr Traumbild einer Welt und eines bedeutungsvollen Lebens, sowie ihre Erlebnisse mit Gott, gemeinsam in allem Zerbruch, etwas Schönes entstehen zu lassen.

 

1. Vorbemerkungen

Bei manchen Tees kann das Thema viel in Bewegung bringen. Hab also die Gruppe im Blick und auch den Mut, Einzelne anzusprechen, bei denen du merkst, dass es sie beschäftigt.

2. Zielgedanke

Ich bin wertvoll, geliebt und einzigartig unter meinen Masken. Bei Gott darf ich alles ablegen und muss niemand sein, der ich nicht bin.

3. Einführung inkl. Erklärungen

Psalm 139 (Neues Leben. Die Bibel)

Nichts, was wir tun oder denken, entgeht Gott. Alles ist ihm bekannt. David, den Schreiber des Psalmes, erschreckt das aber nicht und er fühlt sich nicht gestalked. Für ihn ist das eine beruhigende Gewissheit: Der Gott des Himmels und der Erde ist ganz nah bei ihm. David findet Geborgenheit in diesem Blick. Bei Gott findet er Schutz. Er braucht sich vor ihm nicht zu verstecken, sondern kann sein wie er ist. Gott kennt ihn durch und durch. Gott hat ihn geschaffen. David war ganz bestimmt nicht perfekt. Manches hat er echt verbockt, und dennoch hat Gott ihn niemals verlassen. Gott wusste, was und wer David war und nichts was er tat, konnte Gott dazu bringen, sich von ihm abzuwenden. Weil David Gott auf seiner Seite hat, der für ihn ist und ihm zuspricht, dass er perfekt ist, wie er ist, kann er in Vers 14 sagen: „Ich danke dir, Gott, dass ich so wundervoll gemacht bin.“

Zefanja 3,17 (Neues Leben. Die Bibel)

Gott freut sich mit lautem Jubel über dich. Kaum vorstellbar, bei all den vielen Makeln, die wir an uns so entdecken. Wie kann Gott bei all dem Mist, den wir verzapfen, verrückt sein vor Liebe nach uns?

Wie kann er uns so unendlich in seiner Nähe vermissen, wenn wir nicht da sind?

Der Vers ist eigentlich ein Zuspruch an die Stadt Jerusalem. Die stand für das Volk, das sich Gott erwählt hatte. Israel, das so oft von Gott weggelaufen war und ihn so oft enttäuscht hatte, als es sich anderen Göttern zugewandt hatte. Doch immer wieder geht Gott diesem Volk in Liebe nach und spricht ihm immer wieder aufs Neue die Berufung als sein auserwähltes Volk zu. Die Bibel erzählt so viel von der Liebe Gottes, von seiner Liebe zu jedem einzelnen Menschen, dass der Vers auch für uns heute gilt: Gott freut sich mit lautem Jubel über dich. Er ist ergriffen und sprachlos vor Liebe, wenn er nur an uns denkt. Seine Liebe ist überfließend und gilt uns Menschen bedingungslos. Das sehen wir ganz deutlich in Jesus.

4. Einstieg

Zwei mögliche Einstiege:

4.1 Zwei Lieder zur Auswahl

Vielleicht passt eins besser zu eurer Gruppe als das andere. Den Input kannst du dann daran etwas anpassen.

„Eigentlich bin ich ganz anders“ – Udo Lindenberg und Jan Delay

„Ich trag eine Maske und nehm sie nicht ab“ – Chad ft. Harry

4.2 Theaterstück

Ihr habt Leute in der Gruppe, die gern Theater spielen?

Anspiel: Gott findet, du bist wundervoll!

Requisiten
Spiegel, Kleidung entsprechend zum Charakter, 4 Bilderrahmen

Idee
Verschiedene Charaktere performen nacheinander vor dem Spiegel. Intensiver Blick in den Spiegel. Sprechen aus, was sie über sich denken/andere über sie denken. Nehmen sich einen Bilderrahmen und stellen sich als „Bildergalerie“ auf. Halten den Rahmen um ihr Gesicht. Kurz halten, dann können sich die Schauspieler setzen.

Danach kommt die Predigt/Input.

Nach der Predigt/Gruppenarbeit stellen sich die Charaktere wieder auf. „Gott“ geht die „Bildergalerie“ entlang und betont, was er an den Charakteren so sehr liebt und endet mit dem Satz: „Du bist wundervoll, mit Liebe gemacht. Ich liebe dich!“

Teil 1

Charakter 1 („cool“):
(Musik in den Ohren, Dancemoves, übertrieben cool, Sonnenbrille, Cap/Hut)
Kommt zum Spiegel, nimmt das Laken ab, das ihn erst mal abdeckt.
Blick in den Spiegel.
„Yeah, baby, wer is hier der king?!“ (zeigt auf sich).

Charakter 2 (sehr ehrgeizig, strebsam, organisiert):
Hat einen Stapel Bücher im Arm, macht To-do-Listen und lernt Vokabeln.
Blick in den Spiegel.
„Ich werde das niemals schaffen. Ich werde niemals gut genug sein.“

Charakter 3 („normal“):
Tippt auf dem Handy rum/telefoniert auf dem Weg zum Spiegel.
Blick in den Spiegel.
„Ich bin so … normal. Mein Leben is so unspektakulär. Hoffentlich denken nicht alle, dass ich langweilig bin. Eigentlich bin ich doch für jeden Spaß zu haben!“

Charakter 4 (jemand, der sehr auf sein Äußeres achtet; aufgebrezelt, Modellauf, vor dem Spiegel Lippenstift nachziehen).
Blick in den Spiegel.
„Ich muss abnehmen, definitiv.“

Charakter 5 (bisschen dreckig/schlabberlook/ …):
Kein selbstbewusster Gang.
Blick in den Spiegel. Wendet sich beschämt vom Spiegel ab. Nimmt das Tuch, verdeckt damit den Spiegel.
„Ich bin die größte Enttäuschung für meine Eltern, meine Freunde. Für mich selbst.“

Nach ihrem Satz nehmen die Charaktere sich einen Bilderrahmen und stellen sich als „Bildergalerie“ in den Hintergrund.

Input I, Gruppenarbeit, Input II.

Teil 2
„Bildergalerie“ stellt sich wieder auf. Gott kommt als Stimme aus dem Off. Nachdem bzw. während Gott sie anspricht, können die Charaktere von einem versteinerten Gesichtsausdruck in ein Lächeln wechseln.

Die Charaktere treten einzeln vor. Dann beginnt Gott zu sprechen.

Zu Charakter 1:
Du bist so kreativ. Ich mag, wie du dich bewegst. Selbst wenn du mal keine große Show abziehst. Du bist wundervoll; mit Liebe gemacht. Ich liebe dich.

Zu Charakter 2:
Du schaffst es, stundenlang Wissen in dich aufzusaugen, dich zu konzentrieren, du bist zielstrebig, ich freu mich an deinem Wissensdurst. Und sei dir gewiss: Auch ohne irgendetwas zu leisten, oder wenn du es nicht schaffst, deine Ansprüche zu erfüllen, bist du gut genug. Du bist wundervoll! Mit Liebe gemacht! Ich liebe dich.

Zu Charakter 3:
Langweilig bist du ganz bestimmt nicht! Du bist ein treue/r Freund/Freundin. Du bist wundervoll. Mit Liebe gemacht! Ich liebe dich.

Zu Charakter 4:
Hey, meine Schöne, du siehst gut aus! Mach dir keine Gedanken, was die anderen denken! Du bist wundervoll! Mit Liebe gemacht! Ich liebe dich!

Zu Charakter 5:
Für meine Liebe musst du nichts leisten. Du musst dich nicht beweisen! Egal was du getan hast, du bist wundervoll. Mit Liebe gemacht. Ich liebe dich!

Ende.

5. Hauptteil

5.1 Input I

„Eigentlich bin ich ganz anders“// „Ich trag eine Maske und ich nehm’ sie nicht ab. Sie lässt mich eingesperrt in Sicherheit.“

Es gibt viele verschiedene Arten von Masken: Sauerstoffmasken, Schutzmasken beim Schweißen, Beauty-Gesichtsmasken. Oder Masken, die zu einem Kostüm gehören. Alle diese Masken haben einen bestimmten Zweck. Sie schützen oder helfen uns, eine Rolle zu spielen. Wenn es dann aber um die unsichtbaren Masken geht, die Menschen tragen, wissen wir manchmal nicht, ob das gut oder schlecht ist. Denn eigentlich wollen wir doch authentischen, ehrlichen, wahrhaftigen Menschen begegnen. Sind wir das selbst? Wer ist diese Person eigentlich da hinter der Maske? Jemand, der eigentlich ganz anders ist? Jemand, der eigentlich gern ganz anders wäre? Jemand, der Verletzungen und Narben unter der Maske versteckt?

Vielleicht kennst du das, dass du mit unterschiedlichen Menschengruppen ganz unterschiedlich umgehst. Unter deinen Freunden gibst du dich anders, als wenn du unter den Mitschülern in der Klasse oder wenn du mit deiner Familie zusammen bist. Wir tragen Masken aus unterschiedlichen Gründen. Manchmal wollen wir uns damit schützen und uns stärker, cooler oder attraktiver zeigen. Vielleicht hoffen oder denken wir, dass uns die Menschen um uns herum dann besser leiden können. Vielleicht können wir uns selbst dann auch besser leiden. Manchmal ist es aber auch so, dass wir uns unter den Masken verlieren oder schon verloren haben. Vielleicht trauen wir uns gar nicht mehr, die Masken abzulegen, weil wir nicht mehr wissen, wer wir sind. Vielleicht hast du Angst, dich so zu geben, wie du wirklich bist, weil du denkst, es könnte nicht ausreichen.

Ich finde es sehr ermutigend und tröstend zu wissen, dass der, der mich geschaffen hat, mich durch und durch kennt und mich versteht. Er weiß auch um die Gründe, warum wir uns hinter Masken verstecken. Egal wo wir sind, egal wie wir uns fühlen. Dieser Gott, der uns gemacht hat, denkt gute Gedanken über uns und ist für uns. Er liebt uns bedingungslos und weicht uns nicht von der Seite. Er ist unser Schutz und derjenige, der uns liebt. Und zwar unser Komplettpaket. Und das auch ganz ohne unsere Masken und Täuschungsmanöver.

Lies Psalm 139,1-18 (Neues Leben. Die Bibel) vor.

5.2 Auseinandersetzung mit dem Bibeltext in Gruppen (30 Minuten)

Verschiedene Angebote. Allen Gruppen sollte der Text vorliegen.

Bibeltext gestalten

Druck die Verse mit ein bisschen Platz auf ein A4-Papier. Die Teens haben Zeit, sich malerisch mit dem Text auseinanderzusetzen. (Wie Bible Art Journaling. Wie es funktioniert findest du hier.

Oder gib Bibel Art Journaling bei Google-Bilder ein. Es muss hinterher nicht so krass aussehen, wie die Beispiele aus dem Internet. Es soll dir nur eine Idee davon geben.)

Gesprächsgruppen

Jeder kann den Psalm noch mal für sich lesen. Kommt miteinander ins Gespräch. Bei diesem Thema eignen sich gut Mädels-/Jungsgruppen. Mögliche Fragen.

  • Wie denkst du darüber, wenn dich jemand so gut kennt, dass er alles über dich weiß?
  • Was gibt es für Masken, die man tragen kann?
  • Was hilft, diese Masken abzulegen?
  • Welche Bedeutung hat es für dich und deine Masken, dass Gott dich auch ohne liebt?
  • Gibt es Masken, die du gern ablegen würdest? (Diese Frage, darf im Stillen beantwortet werden.)

Schreibwerkstatt

Hier kann man einen eigenen Text zum Thema verfassen.

Theaterstück

Denkt euch ein Theaterstück zum Thema aus.

5.3 Zurück im Plenum

Soweit möglich stellt einander vor, was in den Gruppen gelaufen ist.

5.4 Input II

Jesus ist der größte Beweis, dass Gott uns unendlich liebt. Gott wollte es uns Menschen persönlich sagen. Hier können Gedanken aus Zefanja 3,17 einfließen.

Masken ablegen, sich Menschen so zu zeigen, sich anderen zuzumuten, wie man wirklich ist, ist etwas Mutiges und erfordert Vertrauen. Wenn man es darf und kann, bedeutet es Freiheit. Weil man nicht überschminken muss, wer man ist, weil man sich nicht zu verstecken braucht. Weil man sich nicht die ganze Zeit darüber Gedanken macht, wie man wirkt und eigentlich wirken will. Das bedeutet Platz zum Atmen, Platz zum Sein. Freiheit für das Herz.

Gott bietet uns diesen Platz an. Mit bedingungsloser, überschwänglicher Liebe lädt er uns ein, Masken abzulegen. Bei ihm brauchen wir keine Angst zu haben, verurteilt zu werden. Er kennt uns und liebt uns.

Wir dürfen diese Liebe an andere Menschen weitergeben. Wir dürfen Menschen sein, die anderen einen Raum schaffen, wo auch sie ihre Masken ablegen und sich trauen können, ehrlich zu sein. Menschen, vor denen sie sich nicht zu verstellen brauchen.

Das kann man anfangen, indem man zum Beispiel ehrliches Interesse aneinander zeigt, sich auf die Suche nach der Person hinter der Maske macht, andere nicht auslacht oder schlecht hinter ihrem Rücken über sie redet oder Menschen nicht für ihre Grenzen verurteilt. Im Gegenteil: Es bedeutet, das Gute im anderen zu suchen, zu entdecken und auszusprechen. Man kann anfangen, ehrlich über sich zu sprechen und so einen Raum für Ehrlichkeit eröffnen.

Gott liebt zu allererst uns, mit bedingungsloser, überschwänglicher Liebe. Wir dürfen diese Liebe in uns arbeiten lassen, uns lieb haben lassen von ihm. Diese Liebe gibt uns den Mut, ehrlich zu sein vor Gott, uns selbst und anderen. Diese Liebe ist der Grund, warum wir wir werden können und dürfen. Weil seine Liebe entscheidend ist, unveränderlich gilt und er uns als Ganzes liebt. Für Gott brauchen wir uns nicht zu verändern oder zu verstellen. Er liebt uns auch ganz ohne Maske. Mit dieser Liebe dürfen wir andere lieben; sie in die Freiheit lieben, damit auch sie sich trauen, ihre Masken abzulegen und sich trauen, der Mensch zu sein, den Gott geschaffen hat.

Betet gemeinsam.

6. Abschluss

Wenn ihr eine Gruppe seid, die gern singt, könnt ihr hier eine Zeit haben, über Musik mit Gott ins Gespräch zu kommen. Hier ist die Möglichkeit, Masken bewusst an Gott abzugeben oder ihm zu sagen, was dir Angst macht, die Masken abzulegen.

Wenn es jemanden in eurer Gruppe gibt, der von sich erzählen kann, wie er das erlebt hat, wie Gott ihm seine Liebe zugesprochen hat und dann Masken fallen konnten, kann das hier als Ermutigung mit eingebaut werden. Außerdem kann zum Gespräch eingeladen werden, wenn jemand über das Gehörte noch mal sprechen will.

Lies zum Schluss noch einmal Zefanja 3,17 vor.

Die komplette TEC: 2/2018

Ich trage gern Boxershorts! Aber was trägt das Leben? Erträgst du es noch? Was trägst du? Was hilft dir, die Masken abzulegen? Wie kannst du authentisch sein? Wo und wie kann ich ich sein? Was ist mein Stil? Und damit meine ich nicht (nur) deinen Klamottenstil. Damit meine ich: Wer bist du wirklich? Das, was deine Vorbilder, deine Erfahrungen im Leben aus dir gemacht haben. Damit meine ich den, bei dem Gott ins Schwärmen kommt. Ja, das tut er, weil er dich gemacht hat. Weil er so stolz auf dich ist. Weil er mit dir leidet. Weil er dich unendlich liebt. Weil er derjenige ist, der dich trägt. Der dich durchs Leben trägt, auch wenn es mal nicht so läuft. Er läuft gern neben dir her. Das macht er übrigens, egal was wir verbockt oder verboxt haben. Das Entscheidende ist nur, dass wir uns nicht allein durchs Leben boxen.

Das Ziel

Starter

Gottes Segen gibt es gratis.

Checker

Gesegnete geben den Segen weiter.

Der Text an sich

In 1. Mose 14 verzahnt sich die Abrahamsgeschichte mit der Weltgeschichte. Doch nicht alles kann geschichtlich belegt werden. Fünf Stadtkönige aus dem Bereich des Toten Meeres wollen sich aus der Abhängigkeit lösen. Die vier Großkönige aus dem babylonischen Raum wollen dagegen ihre Handelsroute von Ägypten nach Südarabien sichern.

Am Südufer des Toten Meeres lagen sehr wahrscheinlich 13 Städte, die später überschwemmt wurden.

Bei den Asphaltgruben handelt es sich um oxidiertes Erdöl, das in großen Mengen am Grund des Toten Meeres vorhanden ist. Sehr wahrscheinlich „fielen“ die Flüchtenden nicht in die Gruben, sondern sie sprangen hinein, um sich zu verstecken.

Abram, bis jetzt nur ein friedlicher „Glaubensvater“, wird hier ein Heeresführer und Held. Die 318 hausgeborenen Sklaven weisen auf ein beachtliches Fürstentum mit mindestens 1000 Mann hin. Die Familienehre gebietet jetzt sein Einschreiten für den Neffen Lot.

Der Begriff „Hebräer“ erscheint hier zum ersten Mal in der Bibel. Er bedeutet: der Fremde, vom anderen Ufer (des Jordans/Euphrats).

Abram verfolgt die Könige ca. 200 km in den Norden Palästinas bis nach Dan. Danach noch 100 km weiter nach Hoba nördlich von Damaskus in Syrien.

Das „Königstal“ in Vers 18 ist das Kidrontal bei Jerusalem.

Die Stadt Salem ist Jerusalem, ein Stadtstaat mit dem König und Priester Melchisedek. Diese Doppelfunktion lässt ihn an anderer Stelle der Bibel zum Vorbild für den Messias, Jesus, erscheinen (Hebr 5,6).

In Jerusalem hat sich der Glaube an den Gott Noahs bewahrt, an den einen erhabenen Gott.

„Segen“ bedeutet: „mit Kraft begaben“. Er beinhaltet alles Gute, was Gott schenken kann. Der Segen ist unverdient, geht auf die Nachkommen und Mitmenschen über und kann nicht fortgenommen werden.

Der Zehnte ist eine Abgabe an den König oder Priester. Abram gibt den zehnten Teil der Beute und erkennt dadurch Melchisedek als Priester des wahren Gottes an. Im Gegensatz dazu will er dem König von Sodom nichts schuldig sein und erhebt keinen Anspruch auf die Beute, die er den Ostkönigen abgejagt hat.

Der Text für mich

Dieser Text macht deutlich, dass wir als Christen nicht auf einer frommen Insel leben, sondern mitten in dieser Welt. Durch seine Stellung als Familienoberhaupt muss Abram Position beziehen. Sein Neffe Lot gerät in Schwierigkeiten und Abram setzt sich mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, ein. Christen müssen keine Feiglinge sein. Die Stellung und Macht, die wir in dieser Welt innehaben, sollen wir auch mit allen Möglichkeiten gebrauchen. Natürlich nicht um der eigenen Ehre willen. Macht nicht zu nutzen, ist Machtmissbrauch. Ein anderer nimmt sich die Macht und gebraucht sie für seine Ziele. Gott segnet uns, wenn wir in der Welt zu unserer Verantwortung stehen.

Ohne Gottes Segen können wir nichts tun. Wir, als die Gesegneten, können diesen Segen weitergeben. Ganz bewusst, indem wir die Kinder segnen. Aber auch unbewusst geben wir den Segen weiter. Gottes Segen strahlt auf unsere Familie und unser Umfeld aus.

So geben wir den Kindern den Segen auch in ihre Familien mit.

Der Text für Dich

Starter

Kinder sind vielen Einflüssen ausgesetzt. Wir sehen immer wieder, wie das Umfeld auf die Kinder abfärbt. Das merken sie sicher am allerwenigsten. Daher ist es gut, die Jungschar so zu gestalten, dass sie gern kommen, sich wohlfühlen und so eine große Portion Segen bewusst und unbewusst für ihr Leben mitbekommen.

Außerdem machen die Kinder immer wieder die Erfahrung, dass jeder für sich allein steht. Hier können wir den Kindern zeigen, dass sie nicht allein sind. Gott ist bei ihnen, und wenn sie Hilfe brauchen, sind wir für sie da und stehen für sie ein.

Checker

Gläubige Kinder kommen sich oft als Exoten vor. Sie stehen oft allein da. Wir sehen Abram als gottesfürchtigen, aber trotzdem selbstbewussten Mann. Er setzt sich für seine Familie ein. Wir müssen uns für unseren Glauben nicht schämen! Es ist wichtig, den Kindern den Rücken zu stärken und ihnen zu helfen, gute Freunde zu sein. Wir können in der Jungschar üben, wie man Verantwortung füreinander übernimmt (Patenschaften, kleine Dienste in der Gruppe, …). So können die Kinder auch Segensträger werden.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Wenn ich einmal groß bin

Auf ein A3-Plakat wird der Satzanfang „Wenn ich einmal groß bin, dann …“ geschrieben. Nun können alle Kinder ihre Gedanken dazu drum herum schreiben. Gut ist, wenn keine Kommentare dazu zugelassen werden.

Im Anschluss daran kann man sich unterhalten, wie es ist, wenn man klein ist, nicht mitreden und noch nicht bestimmen darf. So hat sich wohl der Lot gefühlt.

Idee 2: Spiel zum Thema „Verantwortung übernehmen“

Fliesenspiel

Für dieses Spiel braucht man viel Platz und mindestens 8 Personen. Jeder Mitspieler benötigt ein festes A4-Blatt. Die Aufgabe für die Gruppe besteht darin, eine Strecke von mindestens 20 Metern zurückzulegen, die durch eine Start- und eine Ziellinie markiert ist. Dabei müssen folgende Regeln beachtet werden:

1. Kein Körperteil darf direkten Bodenkontakt haben.

2. Jeder muss immer in Körperkontakt zu seinem Blatt bleiben.

3. Das Blatt Papier darf nicht beschädigt werden.

4. Macht einer aus der Gruppe einen Fehler, muss die gesamte Gruppe zurück an den Start und von vorn beginnen.

Es ist natürlich erlaubt, das Blatt Papier auf den Boden zu legen und den Fuß dann darauf zu stellen.

Allerdings muss laut den Regeln die Hand so lange am Blatt bleiben, bis der Fuß es berührt. Das Spiel ist gelöst, wenn alle aus der Gruppe das Ziel unter Einhaltung aller Regeln erreicht haben.

Verkündigung

Erzählung mit Verkleidung

Ein Mitarbeiter erzählt die Geschichte aus der Sicht von Lot. (Dazu kann sich der Erzähler gern mit einem Gewand und Kopftuch nach arabischer Art verkleiden.)

Mannomann, da habe ich aber noch einmal Glück gehabt. Wer hätte das gedacht?! Dabei ging alles so gut. Aber der Reihe nach. Sonst wisst ihr ja gar nicht, wie alles war. Darf ich euch zu einer Tasse Tee einladen? Da ist es einfach gemütlicher. Und außerdem ist es bei uns im Orient so üblich. (Gießt heißen Tee an die Kinder aus. Man kann auch süße Plätzchen dazu anbieten.)

Also, was wisst ihr schon von mir? Nein, ich bin nicht der Abram. Mein Name ist Lot. (Hier kann man mit den Kindern die letzte Lektion kurz wiederholen.)

Da dachte ich, ich hätte alles richtig gemacht. Das Land, das ich mir aussuchen durfte, war grün und fruchtbar. Da mussten meine Herden keinen Hunger leiden. Und Wasser gab es auch genug. Es gab genug Land zwischen den Städten um das Tote Meer. Dort zogen wir umher. Wir bauten unsere Zelte auf, wo die Wiesen grün waren und zogen weiter, wenn die Tiere alles abgegrast hatten. Der Streit zwischen den Hirten hatte aufgehört. Endlich war das Leben angenehm.

Warum mussten genau jetzt die Stadtkönige aus meiner Umgebung aufmucken? Na klar, ich kann sie verstehen. Wer will sich schon von fernen Großmächten sagen lassen, wo es langgeht und wie man zu regieren hat. Aber es war doch klar, dass die Großen sich nicht die Handelswege verbauen lassen. Irgendwie wussten sie gleich, was hier gespielt werden sollte. Mit einer Riesenmacht verwüsteten sie das ganze Land auf ihrem Weg in den Süden. Dann, als ihnen keiner mehr in den Rücken fallen konnte, kamen sie in unser Gebiet. Hier wurden sie von dem Heer unserer Könige erwartet. Der Kampf war sehr ungleich. Sie waren einfach zu viele. Und so flohen die Könige mit ihren Männern in die nahe gelegenen Asphaltgruben. Die Städte wurden verwüstet und die Einwohner gefangen genommen. Auch ich, meine Familie und meine Sklaven wurden gefangen. Alles, was wertvoll war, wurde uns genommen. Aus und vorbei mit dem schönen, ruhigen Leben.

Wir zogen durch das ganze Land Kanaan. Das war nicht lustig. Bald schon wurde das Tempo verschärft. Wir wurden verfolgt. Wer konnte das sein? Und dann kam er, der überraschende Angriff. Mitten in der Nacht. Es war ein kurzer heftiger Kampf und schon wieder wurden wir in Bewegung gesetzt. Diesmal ging es wieder zurück. Erst glaubte ich zu träumen. Doch es war wirklich mein Onkel Abram. Er hatte uns befreit und auch den Königen die ganze Beute abgenommen. Nun ging die Wanderung wieder nach Hause.

Ungefähr in der Mitte kamen wir durch das Königstal bei der Stadt Salem vorbei. Ich glaube, heute nennt ihr die Stadt Jerusalem.

Dort kam uns der König Melchisedek entgegengeritten. Er empfing meinen Onkel sehr würdevoll und reichte ihm Brot und Wein. Das war eine besondere Ehre. Melchisedek war nicht nur König, sondern auch der Priester der Stadt. Er sprach sehr ergreifende Worte: „Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; und gelobt sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat.“

In diesem Moment habe ich etwas Wichtiges begriffen: Der Abram hat den Sieg nicht errungen, weil er besonders stark oder clever war. Nein, Gott hat ihm geholfen. Und nur, weil ihm sein Gott so wichtig ist und er ihm gehorcht. Da habe ich echt noch mal Glück gehabt, dass Abram so von seinem Gott geliebt und gesegnet ist!

Die andere Idee

Erzählung mit Kegelfiguren

Man baut auf einem Tisch eine Landschaft auf. Mit Hügeln, dem Toten Meer, Salem (Jerusalem) und den beteiligten Städten. Dann erzählt man die Geschichte mit Kegelmännchen und Halmafiguren.

Für die Könige und Hauptpersonen kann man die Kegel besonders markieren oder größere Männchen nehmen.

Wenn man diese Methode wählt, kann man die Jungscharler aktiv in die Erzählung der Geschichte mit einbeziehen. Sie können die Landschaft mitgestalten und auch die Figuren in der Landschaft versetzen.

Der Text gelebt

Wiederholung

Da diese Geschichte zu den biblischen Texten gehört, die nicht so bekannt sind, lohnt es sich, noch einmal genau anzuschauen, was hier passiert ist. Dazu werden einige Begriffe auf Karteikarten geschrieben, die in der Geschichte vorkommen, zum Beispiel: Lot, Verwüstung, Asphaltgrube, Salem, Brot und Wein … Diese Kärtchen müssen von den Teilnehmern in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Danach liest man in der Bibel den Text und kon­trolliert, ob der Ablauf so wiedergegeben wurde.

Gespräch

Mit den Kindern wird überlegt, was Lot davon hatte, dass Abram ein Gesegneter Gottes war.

Die Kinder sollen überlegen, was es heißt, gesegnet zu sein. Dazu legen wir ein A3-Blatt auf den Tisch und schreiben in die Mitte: GESEGNET SEIN. Nun können die Kinder drum herum schreiben, was sie Gutes von Gott bekommen und erfahren, vielleicht auch über die gesegneten Eltern.

  • Zuhause
  • Nahrung
  • Schutz
  • Liebe
  • Bildung

Alternativ, oder auch ergänzend dazu, kann man auf ein zweites Blatt schreiben, welche Wirkung von ihnen ausgeht, weil sie gesegnet sind (positives Umfeld, soziale Kontakte, Hilfsbereitschaft, …).

Merkvers

Gott spricht: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“

1. Mose 12, 2 Luther17 (in Auswahl)

Diesen Vers können die Kinder auf ein A6-Blatt schreiben und verzieren. Man kann den Vers auch vorher schon ausdrucken und das fertige Blatt dann laminieren, damit die Kinder es immer vor Augen haben.

Gebet

Im Gebet können wir Gott für seinen Segen danken und ihn bitten, dass wir auch für andere zum Segen werden. Wenn man in der Gruppenstunde über den Segen spricht, kann man auch die Kinder segnen. Dazu wird jedem Kind einzeln die Hand aufgelegt, es bei seinem Namen angesprochen und ein kurzer Segensvers gesagt, zum Beispiel: „Jesus ist immer bei dir.“

Kreatives

Segensbilder basteln

Jedes Kind erhält einen kleinen Holzrahmen. Es liegen verschiedene Naturmaterialien bereit, z. B. Steine, Holzstücke, Muscheln, Nüsse usw. Wenn die Möglichkeit besteht, dann können diese Materialien auch selbst gesammelt werden. Diese werden in den Bilderrahmen geklebt und zwischen bzw. auf die Materialien wird der Name und ein Teil des Merkverses geschrieben, also Du sollst ein Segen sein. Dieser Satz kann evtl. auch auf den Rahmen geschrieben werden. Dieses Bild können die Kinder selbst behalten oder auch an jemand anderen verschenken.

Spielerisches

Bei diesem Spiel übernimmt man die Verantwortung füreinander. Allein bekommt man es nicht hin.

Spinnennetz

Im Freien oder in einem großen Raum wird ein Spinnennetz aufgebaut, d. h., ein Seil wird so zwischen zwei Halterungen (z. B. Bäume) gespannt, dass freie Felder dazwischen entstehen, die so groß sind, dass ein Teilnehmer hindurchpasst. Es müssen mindestens so viele Löcher im Spinnennetz sein, wie es Gruppenmitglieder gibt. Die Aufgabe für die Gruppe besteht darin, durch das Netz auf die andere Seite zu gelangen. Dafür gibt es einige Regeln:

  • Kein Teil des Netzes darf berührt werden.
  • Berührt ein Spieler das Netz, muss dieser auf die Ausgangsstelle zurück. Die Entscheidung, ob eine Berührung stattgefunden hat, sollte der Gruppe überlassen werden.
  • Jede Öffnung des Netzes darf nur von einer Person benutzt werden.

Varianten:

  • Bei geringer Teilnehmerzahl legt der Spielleiter fest, welche Öffnung nicht benutzt werden darf.
  • Beim Berühren des Netzes durch einen Spieler müssen alle Teilnehmer wieder zum Ausgangspunkt.

Rätselhaftes

Entdecke auf dem Bild, das die Begegnung zwischen Abram und Melchisedek zeigt, 10 Dinge, die es zur Zeit von Abram noch nicht gab.

(T)extras

Lieder

Sei mutig und stark

Wer Gott vertraut

Der Vater im Himmel segne dich

Gottes Segen sei mit dir

Vor mir, hinter mir

Ich geh mit Gott durch dick und dünn

Spiele

Weitere Spiele zum Thema Verantwortung übernehmen:

Besen

Alle sitzen oder stehen im Kreis. Jemand steht in der Mitte und hält einen Besen in der Hand. Er ruft einen Namen und lässt den Besen los. Die genannte Person muss versuchen, den Besen aufzufangen, bevor dieser zu Boden gefallen ist. Falls dies nicht gelingt, erhält die Gruppe eine Aufgabe (10 Liegestütze, Kniebeugen, …).

Stab ablegen

Alle Mitspieler stehen in einer Reihe nebeneinander, strecken die Arme aus und einen Finger nach vorn. Anschließend holt der Spielleiter eine lange Holzstange, empfehlenswert ist dafür eine Länge von etwa zwei Metern. Er legt die Stange auf die ausgestreckten Finger der Teilnehmer. Die Gruppe muss nun die Stange gemeinsam vorsichtig auf den Boden legen. Wenn ein Spieler den Kontakt zur Stange verliert, scheidet er aus. Eine Alternative ist, dass die ganze Gruppe noch einmal von vorn anfangen muss.

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