09 Radikalisierungsprävention an Schulen

1. Eigene Identität

(Persönlichkeit, Milieu, Herkunftsfamilie, Selbstwert / 90-Minuten-Einheit)

Alle Informationen zu Durchführung und Zielen finden sich in der Anlage.

2. Thema Gewalt

(Opfer-Täter-Verhalten / 90-Minuten-Einheit)

Alle Informationen zu Durchführung und Zielen finden sich in der Anlage.

3. Gewaltfreie Kommunikation (GfK) in der Schule

(Konflikte in der Schule mit der GfK Methode von Marshall Rosenberg lösen / 90-Minuten-Einheit)

Hinweis: Die GfK muss immer wieder thematisiert und eingeübt werden, oft helfen Moderatoren, die die Konfliktparteien durch die 4 Schritte führen.

Alle Informationen zu Durchführung und Zielen finden sich in der Anlage.

Umsetzung für die Zukunft

In einem Klassenrat Schüler und Schülerinnen einsetzen, die Streitende durch die Schritte führen können
(Streitschlichter).

Ihnen sollten alle in der Klasse das Recht einräumen, sich einmischen zu dürfen. Etwa mit der Frage: „Darf ich euch helfen, dass ihr euch wieder vertragt?“

Konkrete Übungssituationen

Digitalkamera
Dein bester Kumpel leiht sich häufig deine wertvolle Digitalkamera für einige Tage aus. Du hast lange darauf hin gespart. Die Kamera ist jedes Mal verdreckt, wenn er sie zurückbringt. Als er dich wieder darum bittet, sagst du zum ersten Mal „Nein“. Du willst dir aber die Freundschaft erhalten. Formuliere mit den vier Schritten der GfK.

Salat
Du bist mit deinem Bruder das erste Mal gemeinsam im Urlaub. Eure Abmachung lautet, einer von euch beiden kocht für einen Tag, der andere wäscht ab. Dann wird gewechselt. Du kommst gerade erschöpft vom Einkaufen mit einer großen Einkaufstüte. Es ist sehr heiß. Du hast schon am Morgen das Frühstück zubereitet, bist ausgehungert und willst jetzt für euch einen Salat mit Thunfisch und Ei zubereiten. Dein Bruder hat in eurer Unterkunft inzwischen mit anderen Urlaubern Karten gespielt und mit ihnen weiter gefrühstückt. Als du reinkommst, siehst du den nicht abgeräumten Frühstückstisch, überall Brotreste, absolutes Chaos im ganzen Raum und zusätzlich weiteres schmutziges Geschirr in der Spüle. Du hast keine Lust, nun alles sauber zu machen. Wie sprichst du die Situation in den vier Schritten der GFK an?

Angeberei
Eine Neue kommt in eure Klasse. Eigentlich ist sie ganz nett, du magst sie. Sie tut aber oft obercool und gibt mit dem an, was sie schon alles erlebt hat. Als die anderen anfangen, schlecht über sie zu reden und die ersten sie mobben, sprichst du die Neue in den vier Schritten der GfK an.

Vortrag
Ihr müsst als Gruppe gemeinsam einen Vortrag halten. Ihr habt zwei Wochen Zeit, ihn vorzubereiten. Du erinnerst deine Freundin, die ebenfalls ein Gruppenmitglied ist, jeden Tag, dass sie endlich ihren Teil zum Vortag beiträgt. Sie wollte aus der Stadtbibliothek eine DVD ausleihen, die ihr im Rahmen eures Vortrags zeigen wollt. Doch jedes Mal, wenn sie in der Stadt war, hat sie das vergessen. Nun sind es nur noch zwei Tage bis zum Vortrag und während der Rest des Vortrags steht, fehlt die DVD immer noch. Du sprichst deine Freundin in den vier Schritten der GfK an.

Sexistische Anmache
Ihr geht gemeinsam zum Bowlen. Einige junge Männer aus eurer Bowlinggruppe verhalten sich den Mädchen gegenüber ordinär. Sie äußern sexistische Beleidigungen und versuchen bei jeder Gelegenheit zu grabschen. Eines Tages reicht es einigen aus eurer Bowlinggruppe. Ihr teilt den jungen Männern mit den vier Schritten der GfK mit, dass das aufhören soll.

Ausgeschlossen
Max ist bei den anderen im Sport unbeliebt. Seit drei Monaten wird er nicht in die Mannschaften gewählt und bleibt als Letzter übrig. Du siehst ihm an, wie er darunter leidet. Du zeigst jetzt Courage und sprichst die anderen Sportler mit den vier Schritten der GfK darauf an.

  1. Social Media und Radikalisierung

(Radikalisierung über Soziale Medien erkennen und begegnen / Einheit von 90 (oder beliebig mehr) Minuten)
Hinweis: Auf dem Gebiet Social Media sind die Schüler (manchmal nur gefühlte) Experten > Nicht erklären, sondern miteinander erarbeiten.

Weitere Idee, wenn man sich für eine Variante mit drei Unterrichtsstunden entscheidet

Rollenspiel per WhatsApp (am Beamer mitverfolgbar), wie ein Radikalisierungsversuch ablaufen

könnte (Hier wäre ein Beeinflussungsversuch in der Clique ein geeignetes Setting).

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in fünf Lektionen um die Reise von Paulus nach Rom:

Lektion 5 Apostelgeschichte 26,1-32 Paulus vor Agrippa

Lektion 6 Apostelgeschichte 27,1-12 Mit Gott im Herbststurm

Lektion 7 Apostelgeschichte 27,13-44 Schiffbruch und Rettung

Lektion 8 Apostelgeschichte 28,1-10 Paulus auf Malta

Lektion 9 Apostelgeschichte 28,17-31 Paulus in Rom

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Die Kinder sollen erfahren, dass die frohe Botschaft etwas Schönes, Gutes ist, von dem das Herz voll sein und durch das ein Leben komplett verändert werden kann.

Checker

Die Kinder sollen durch das Beispiel von Paulus angeregt werden, mutig von ihrem Glauben zu erzählen.

Der Text an sich

In der Apostelgeschichte wird beschrieben, wie sich die gute Nachricht von Jesus verbreitet, erst an die Juden, dann an Heiden und später in der ganzen Welt, was damit erfüllt ist, dass Paulus nach Rom (damalige Hauptstadt des Weltreichs) kommt. Paulus hieß vorher Saul. Er war ein römischer Staatsbürger und war ein Pharisäer (jüdische Glaubensgruppe, die sehr streng nach den Gesetzen lebte), der zunächst die Christen verfolgt hat, weil er nicht geglaubt hat, dass Jesus der Messias ist, von dem in der Schrift geschrieben ist und auf den Juden heute noch warten. Er fühlte sich im Recht und meinte, dass die Christen / Apostel / Jünger Jesu Lügen / Irrlehren verbreiteten und hatte sogar Bevollmächtigung Christen zu verurteilen. Das erzählt er auch in seiner Verteidigung vor Agrippa. Durch eine persönliche Begegnung mit Jesus (Apg 9) wendet sich sein Leben um 180° – er wird Christ, bekommt einen neuen Namen und beginnt von nun an, die frohe Botschaft vom auferstandenen Jesus zu erzählen. Er geht auf Missionsreisen und verkündet sowohl Juden als auch Nicht-Juden (Heiden) die frohe Botschaft und tauft Menschen. In Jerusalem wird Paulus verhaftet, wird zum Schutz nach Cäsarea überführt und ist dort über mehrere Jahre im Gefängnis. Bei jeder Verhandlung, jedem Verhör erzählt Paulus immer wieder seine Geschichte, seine persönliche Begegnung mit Jesus und dass er glaubt, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden und der erwartete Messias ist. Den jüdischen Hohepriestern und Pharisäern gefällt das nicht, deswegen haben sie ihn angeklagt und wollten ihn sogar umbringen. Sie haben sich immer neue Pläne ausgedacht, doch Gott hat Paulus immer wieder bewahrt und bei den Verhören gab es keine Anklage, die zu einer Verurteilung führen konnte. So auch in dem Bibeltext, der zu dieser Lektion gehört. Nachdem Festus, der gerade Stadthalter geworden war, keinen Grund fand, Paulus anzuklagen bzw. die jüdischen Gesetze nicht kannte und so die Anklagepunkte nicht verstand, schlug er Paulus vor, in Jerusalem ein Urteil über ihn fällen zu lassen. Jedoch wusste Paulus, dass sich die Juden gegen ihn verbünden und ihn verurteilen würden. Also nahm Paulus sein römisches Bürgerrecht in Anspruch, sein Anliegen vor dem kaiserlichen Gericht beurteilen zu lassen. So hatte der Stadthalter keine Handhabe und musste Paulus an den Kaiser ausliefern. Allerdings sah er keine Begründung für die Anklage und wenn er bei dem kaiserlichen Gericht jemanden vorführte, musste er Anklagepunkte aufweisen. So kam es zu dem Verhör vor König Agrippa (Herodes Agrippa II, sein Urgroßvater war Herodes der Große, der zur Zeit von Jesu Geburt herrschte). Agrippa kannte sich besser mit den jüdischen Gesetzen aus. Paulus nutzt die Gelegenheit und erzählt von seinem Leben, wie er selbst erst Christen verfolgt hat, wie er von Jesus berührt wurde und er nun dem folgt und das weitererzählt, was er persönlich erlebt hat.
Paulus nutzt die Gelegenheit, er bleibt gelassen und verkündigt das Evangelium – sein Ziel ist, dass alle Anwesenden diese Botschaft in ihrem Herzen aufnehmen.
Auch Agrippa findet keinen Grund zur Verurteilung und Paulus könnte freigelassen werden, da Paulus jedoch gefordert hat, vor das kaiserliche Gericht zu kommen, muss das auch eingehalten werden und kann nicht widerrufen werden, so ist Paulus weiterhin in Gefangenschaft.

Der Text für mich

Ich finde Paulus total mutig und er ist echt ein Vorbild für mich. Paulus wurde verhaftet, stand mehrmals vor Gericht, aber er wurde nicht mutlos und sein größtes Anliegen war, dass andere Menschen die frohe Botschaft erfahren und eine Beziehung zu Jesus beginnen. Aus dem Gefängnis schrieb er die meisten seiner bekannten Briefe. Paulus hätte verurteilt werden können, eventuell sogar mit zum Tod, aber er war bereit, für seinen Glauben zu sterben, denn er war sich seiner gewiss. Wie sicher bin ich mir? Glaube und vertraue ich auch so fest wie Paulus? Ist es mir auch ein Anliegen, jederzeit von dem zu erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe?

Ich denke, das ist ein lebenslanger Prozess, aber wir dürfen uns immer wieder ermutigen lassen.

Ein Teil der Verkündigung ist die Mitarbeit in deiner Jungschar – du darfst den Kindern von dem erzählen, was du persönlich mit Jesus erlebt hast – da geht es nicht um richtig oder falsch, sondern deine persönliche Geschichte, deine Beziehung zu Jesus, außerdem darfst du vertrauen, dass der Heilige Geist dir die richtigen Worte gibt – ich wünsche dir Mut und viel Freude daran!

Der Text für dich

Starter

Die Kinder hören eventuell das erste Mal etwas von Paulus und es ist etwas befremdlich, vielleicht macht es ihnen sogar Angst, dass Paulus im Gefängnis ist und verhört wird, weil er glaubt. Gerade für Kinder, die neu in der Gruppe sind, ist das evtl. herausfordernd. Aber Paulus wirkt sehr gelassen und ist glücklich darüber, dass er von dem erzählen darf, was er mit Jesus erlebt hat. Darauf sollte man das Augenmerk richten. Die Freude, die Paulus ausstrahlt. Er hat etwas erlebt, das sein Leben komplett verändert hat und sprudelt davon über. Er weiß, dass er nicht allein ist und vertraut total auf Jesus.

Jesus kann auch den einzelnen Jungscharkindern begegnen. Es wäre für sie schön, wenn sie das durch die Mitarbeiter und andere Kinder (Checker) in der Jungschar hören, was die Menschen in dem Verhör durch Paulus erfahren.

Sie sind angenommen, Jesus liebt sie, wie sie sind, auch wenn sie vielleicht Mist gebaut haben, wie Paulus, er sieht sie, er hat einen Plan mit ihnen und möchte ihnen begegnen.

Checker

Die Kinder kennen Paulus vielleicht schon etwas und haben schon viele Geschichten von Jesus gehört. Vielleicht wissen sie schon viel, ja, aber heute wird es herausfordernd, denn es geht darum, wie wichtig ihnen dieses Wissen ist. Paulus wurde für seinen Glauben sogar gefangengenommen und selbst im Verhör nimmt er kein Blatt vor den Mund und erzählt allen fröhlich von dem, was er mit Jesus erlebt hat.

Für die Kinder kann es spannend werden, darüber nachzudenken, was sie schon mit Jesus erlebt haben und sie herauszufordern, diese Erlebnisse anderen zu erzählen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Wenn man vor einem König steht, muss man sich sehr genau überlegen, was man sagt. Denn er hat große Macht. Man sollte ihn nicht verärgern.

Stellt einen Stuhl als Thron auf. Ein Mitarbeiter beginnt. Er ist der König, der einen neuen Bediensteten sucht. Nun müssen reihum die Jungscharler vor den König treten und sich als der neue Bedienstete anpreisen. Ein bestimmtes Wort wird im Vorfeld mit dem „König“ abgesprochen. Wenn ein Jungscharler das Wort verwendet, wird der „König“ sehr glücklich und stellt den Jungscharler ein.

Jeder Jungscharler hat maximal 30 Sekunden Redezeit. Verwendet er das Wort nicht und findet es also auch nicht heraus, ist der nächste Jungscharler an der Reihe. Findet ein Jungscharler das Wort heraus, darf er der nächste König sein.

Wichtig: Sagt den Jungscharlern, auf welchen Posten sie sich jeweils bewerben.

Beispiele:

Der König sucht einen Koch, das Lösungswort lautet Topf.

Der König sucht einen Stallburschen, das Lösungswort lautet Pferd.

Der König sucht einen Putzgehilfen, das Lösungswort lautet Besen.

Der König sucht einen Kämmerer (jemanden, der die Finanzen verwaltet), das Lösungswort lautet Gold.

Der König sucht einen Kloputzer, das Lösungswort lautet Klobürste.

Der König sucht eine Königin, das Lösungswort lautet Kleid. 😉

Idee 2

In unserer heutigen Geschichte spielt das Gefängnis eine Rolle. Im Gefängnis gibt es einen Wärter, der auf die Gefangenen aufpasst und den Schlüssel hat.
Gefängnisse sind Orte, an denen man nicht gerne bleibt. Deswegen versuchen Gefangene immer wieder, zu fliehen. Das geht am besten, wenn sie den Schlüssel haben.

Macht einen Stuhlkreis. Zwischen den Stühlen sollte so viel Platz sein, dass die Jungscharler die Arme ausstrecken können, ohne die des Nebensitzers zu berühren. Stellt einen Stuhl in die Mitte. Auf den Stuhl legt ihr einen Schlüsselbund (den Gefängnisschlüssel). Er sollte beim Hochheben rasseln.

Ein Jungscharler oder Mitarbeiter beginnt. Er bekommt die Augen verbunden und stellt sich vor den Stuhl. Nun wird ein Jungscharler oder Mitarbeiter ausgesucht (Spielleiter zeigt auf eine Person). Diese Person muss versuchen, den Schlüssel zu bekommen. Der „Gefängniswärter“ muss versuchen, die Person zu berühren. Dann ist der Ausbruchsversuch gescheitert und die Person wird neuer „Gefängniswärter“. Schafft die Person es mit dem Schlüsselbund zu ihrem Stuhl, muss sie den Schlüssel einer anderen Person zuwerfen. Diese Person muss ihn auf den Stuhl in der Mitte zurücklegen. Der „Gefängniswärter“ muss wiederum versuchen, die Person zu berühren. Dann ist der Ausbruchsversuch gescheitert und die Person mit dem Schlüssel wird neuer „Gefängniswärter“. Schafft sie es, den Schlüssel auf den Stuhl zu legen und wieder zu ihrem Platz zurückzukehren, ist der Ausbruch gelungen. Es wird auf eine neue Person gezeigt und das Ganze beginnt von vorne.

Wichtig: Es muss leise sein, damit der „Gefängniswärter“ die „Ausbrecher“ hören kann. Wechselt den „Gefängniswärter“, wenn er mehrere Runden lang niemanden gefangen hat. Liegt der Schlüssel auf dem Boden, z. B. wenn er beim Zurückbringen vom Stuhl gefallen ist, muss der „Ausbrecher“ ihn aufheben und auf den Stuhl legen. Und natürlich: „Katzenwache“ ist nicht erlaubt, also z. B., dass der „Gefängniswärter“ die ganze Zeit direkt neben dem Stuhl steht und die Hand knapp über den Schlüssel hält.

Als weitere Schwierigkeitsstufe kann ein Schlüsselanhänger am Schlüsselbund befestigt werden. Dann ist die Aufgabe, den Schlüsselbund nur an diesem Schlüsselanhänger zu tragen und zu werfen (fangen darf man ihn mit beiden Händen). Das macht mehr Lärm und damit die Aufgabe für die „Ausbrecher“ schwieriger.

Verkündigung

Verkündigungsart Theaterstück

Personen: Stadthalter Festus (königlich verkleidet), König Agrippa (königlich verkleidet), Paulus (braunes Gewand)

Wenn es weniger Mitarbeiter sind, kann es auch nur den Paulus geben, der erzählt, in welcher Situation er sich gerade befindet:

„Hallo, mein Name ist Paulus und zurzeit bin ich im Gefängnis und werde heute verhört von König Agrippa. Ich wurde schon häufiger verhört, aber bisher gab es keinen Grund, mich zu verurteilen. Beim letzten Mal war ich vor dem Stadthalter Festus und die jüdischen Männer haben mir viele Sachen unterstellt, aber hatten überhaupt keine Beweise – woher auch? Ich bin unschuldig. Festus wollte mich erst nach Jerusalem schicken, aber dort hätten die jüdischen Führer irgendeinen Grund gefunden, mich zu verurteilen. Ich bin römischer Staatsbürger, deswegen habe ich gefordert, dass ich vor das kaiserliche Gericht kommen kann. Festus scheint etwas überfordert damit, weil es gar keine Anklagepunkte gegen mich gibt, also soll ich heute vor Agrippa sprechen, der König kennt wohl die jüdischen Gesetze besser. Ich bin sehr gespannt, aber ich weiß, dass ich unschuldig bin – ich erzähle einfach von dem, was ich erlebt habe und habe so die Möglichkeit, allen von Jesus zu erzählen.“

Ansonsten:

Festus: „Hallo, ich bin Festus, ich bin gerade Stadthalter von Cäsarea geworden. Hier ist ein Mann schon seit Jahren im Gefängnis, Paulus heißt der. Die angesehensten Männer aus dem jüdischen Volk kamen auf mich zu und wollten, dass ich Paulus verurteile. Also habe ich eine Gerichtsverhandlung einberufen, aber die jüdischen Männer hatten keine Beweise für all ihre Anschuldigungen und Paulus meinte, dass er sich nichts zu Schulden hat kommen lassen und ich kenne die jüdischen Gesetze zu wenig … Ich habe Paulus vorgeschlagen, dass darüber in Jerusalem geurteilt werden könnte, weil die sich besser mit den jüdischen Gesetzen auskennen – das wäre so gut gewesen, dann hätten sie das übernommen und meine Welt wäre in Ordnung, aber nein, dieser Paulus ist römischer Staatsbürger und hat sein Recht eingefordert, vor dem kaiserlichen Gericht vorsprechen zu dürfen … na super, ich muss ihn also nun zum Kaiser schicken, aber ich habe gar keine Anklagepunkte … wie soll ich denn bei dem Kaiser nach einem Gerichtsverfahren fragen, wenn es gar keinen Grund dafür gibt … ich bin verzweifelt.
Ah, jetzt kommt mir eine Idee – König Agrippa kommt bald vorbei und der kennt die jüdischen Gesetze besser. Der soll sich Paulus nochmal anhören, vielleicht findet er ja einen Grund zur Anklage.“

König Agrippa: „Ich bin König Agrippa. Festus hat mir von diesem Paulus erzählt, der im Gefängnis ist. Ich habe schon häufiger etwas von ihm gehört und bin ganz gespannt, was er zu erzählen hat und was ihm überhaupt vorgeworfen wird, Festus konnte mir das nicht genau erklären, also mal abwarten.“ (kurze Pause, so tun, als ob er sieht, wie Paulus kommt). „Ah, da kommt er ja.“ (zu Paulus): „Du kannst einfach erzählen, warum du glaubst, dass du angeklagt bist und warum du meinst, dass du unschuldig bist.“

Paulus (gilt für beide Varianten): „Die Juden bringen schwere Anschuldigungen gegen mich vor. Deshalb bin ich so dankbar, König Agrippa, dass ich mich heute vor dir verteidigen kann. Du kennst dich ja auch hervorragend mit den Gesetzen der Juden aus. Bitte, höre mir geduldig zu!

Schon als Jugendlicher habe ich bei meinem Volk in Jerusalem gelebt. Alle Juden kennen mich schon seit meiner Kindheit. Ich war sehr streng im Glauben. Und jetzt stehe ich vor Gericht, weil ich auf das hoffe, was Gott unseren Vorfahren versprochen hat und zwar, dass er kommt und dass er Tote auferweckt. Warum könnt ihr das nicht glauben? Ich dachte auch erst, dass man etwas gegen das Bekenntnis zu Jesus tun müsste und habe das auch getan. Ich habe viele Christen ins Gefängnis gebracht, habe dafür gestimmt, dass sie umgebracht werden, ich habe sie verfolgt, ich habe sie gehasst. Doch eines Mittags sah ich plötzlich vom Himmel her ein Licht aufleuchten. Es war heller als der Glanz der Sonne und umstrahlte mich und die Leute, die mit mir unterwegs waren. Wir stürzten alle zu Boden. Da hörte ich eine Stimme, die auf Hebräisch zu mir sagte: ,Saul, Saul, warum verfolgst du mich?‘ Da fragte ich: ,Wer bist du, Herr?‘ Der Herr antwortete: ,Ich bin Jesus, den du verfolgst. Doch jetzt steh auf! Stell dich auf die Füße! Denn ich bin dir erschienen, damit du mir dienst und als Zeuge auftrittst und allen erzählst, was du heute erlebt hast und ich dir noch zeigen werde. Ich werde dich schützen und zu den Menschen senden, damit du ihnen die Augen öffnest. Sie sollen sich aus der Finsternis zum Licht hinwenden, zu Gott. Durch den Glauben an mich sollen ihnen ihre Sünden vergeben werden.‘

Deshalb, König Agrippa, war ich überall und habe die Menschen aufgefordert: ,Ändert euer Leben und wendet euch Gott zu!‘ Deswegen haben die Juden mich im Tempel festgenommen und versucht, mich zu töten. Aber Gott hat mir bis heute geholfen. Deshalb stehe ich hier heute als sein Zeuge und verkündige die Botschaft vom Licht.‘“

Festus: „Du bist verrückt, Paulus! Das viele Lesen in der Schrift hat dich in den Wahnsinn getrieben.“

Paulus: „Ich bin nicht verrückt, verehrter Festus. Was ich sage, ist wahr. König Agrippa weiß darüber Bescheid. Mit ihm kann ich auch ganz offen darüber reden. König Agrippa, glaubst du den Propheten? Ich weiß, dass du ihnen glaubst!“

Agrippa: „Es fehlt nicht viel und du überzeugst mich noch, Christ zu werden!“

Paulus: „Ich bete zu Gott, dass du einer wirst und nicht nur du! Ich bete, dass alle, die mich gerade hören, zu Christen werden und Jesus persönlich kennenlernen.“

Festus und Agrippa machen sich auf den Weg nach draußen.

Agrippa: „Dieser Mann tut nichts, wofür er den Tod oder das Gefängnis verdient. Der Mann könnte freigelassen werden, wenn er nicht verlangt hätte, dass sein Fall vor den Kaiser kommt.“

Die andere Idee

Playmobilfiguren, Legofiguren nehmen – allerdings besteht die Bibelstelle fast nur aus einem Monolog, da bietet sich ein Theaterstück an.

Alternativ könnte ein Mitarbeiter Paulus pantomimisch spielen und ein anderer liest.

Der Text gelebt

Wiederholung

Ausrufezeichen (ausdrucken oder aufmalen): Das habe ich verstanden!

Was ist passiert? Paulus wurde verhört. Er hat sich vor dem König Agrippa verteidigt. Er hat von seinem Leben erzählt, hat Zeugnis gegeben.

Fragezeichen (ausdrucken oder aufmalen): Das habe ich noch nicht verstanden. Dazu habe ich eine Frage.

Die Kinder können hier Fragen stellen.

Daumen hoch (mit der Hand zeigen, ausdrucken oder aufmalen): Das finde ich gut.

Das nehme ich mit.

Daumen runter (mit der Hand zeigen, ausdrucken oder aufmalen): Das finde ich nicht gut. Das macht mir Angst.

Gespräch

Starter

Paulus ist im Gefängnis, aber er freut sich, dass er vor dem König sprechen darf, warum?
Weil er allen Menschen davon erzählen möchte, was er mit Jesus erlebt hat.

Was hat Paulus mit Jesus erlebt?
Er hat Jesus gehört und in Form eines Lichts gesehen, er hat erkannt, dass Jesus wirklich der Messias ist, von dem schon im Alten Testament geschrieben ist (es ist hilfreich in Kap. 9 die Bekehrung von Saulus zu Paulus als Hintergrundwissen nachzulesen).

Was ist so schön an der Botschaft, die Paulus erzählt?
Jesus ist Paulus persönlich begegnet und obwohl Paulus noch als Saul Christen verfolgt hat, bestraft Gott ihn nicht, sondern er begegnet ihm mit Liebe und schenkt, dass er sich und seine Einstellungen komplett ändert.

Paulus ist so begeistert von Jesus, dass er überall von ihm erzählen will. Er weiß, dass es eine gute Nachricht ist und nichts Schlimmes. Er weiß, dass die Botschaft anderen Menschen guttut und er erlebt, dass er Kraft und keine Angst hat, anderen davon zu erzählen. Er vertraut total auf Gott. Ich finde es total schön zu sehen, wie man in diesem Bibelabschnitt spürt, wie erfüllt Paulus von seinem Erlebnis mit Jesus ist und dass er ihm total vertraut und dadurch so stark ist und voller Freude.

Checker:

Hast du schon einmal etwas mit Jesus erlebt? Wenn ja, was?
Es ist schön, wenn du als Mitarbeiter hier selbst ein Zeugnis geben kannst, das hilft den Teilnehmern dann meist auch, selbst auf Ideen zu kommen.

Wissen deine Freunde in der Schule, im Sportverein, dass du in die Jungschar gehst und was das ist?

Erzählst du deinen Freunden von deinem Glauben?

Hast du Angst davor, über deinen Glauben zu reden oder freust du dich, wenn du darüber reden kannst?

Was könnte dir helfen, die Angst zu überwinden?

Überleitung zum Merkvers aus Lukas 12,12

Wir machen uns oft so einen Druck, über den Glauben zu reden oder aber haben Angst, dabei ist es so eine gute Nachricht, die wir erzählen. Wir können lernen, wie Paulus froh darüber zu sein, wenn wir über unseren Glauben sprechen dürfen. Außerdem sind wir da nicht allein und nicht auf unsere eigene Kraft angewiesen. Gott hat uns den Heiligen Geist geschenkt, der in uns wohnt und der uns die richtigen Worte geben wird.

Merkvers

Starter:

„Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.“ Jesaja 40,31

Methode zum Lernen:

Mit Bewegungen: Auf den Herrn vertrauen (nach oben schauen), neue Kraft (beide Arme anwinkeln, als ob man seine Muskeln zeigen möchte), wachsen Flügel (Arme ausbreiten und schwingen, wie ein Vogel). Sie gehen (auf der Stelle gehen), nicht müde werden (Kopf schütteln / Zeigefinger wackeln und anschließend gähnen), laufen (wieder auf der Stelle laufen) und nicht zusammenbrechen (mit dem ganzen Körper zusammensinken nach unten, als ob man fällt).

Checker:

„Denn der Heilige Geist wird euch in dem Augenblick eingeben, was ihr sagen müsst.“ Lukas 12,12

Methode zum Lernen:

Mit Hilfe eines Gedankenexperiments – an eine Situation, z. B. in der Schule, denken, in der man nicht weiß, was man sagen soll. Innerlich aufrecht hinstellen und sich sagen: „Nicht ich rede, sondern Gott durch den Heiligen Geist in mir.“

Gebet

Popcorngebet mit verschiedenen „Phasen“.
Popcorngebet bedeutet, dass jeder einfach ein Wort oder einen kurzen Satz sagt, dadurch ist die Hemmschwelle für die Teilnehmer kleiner, zu beten.

Phasen:

  1. Danke ….
  2. Bitte gib uns Mut für …
  3. Bitte für … (Fürbitte, den Blick weiten – dafür vorher gemeinsam Anliegen sammeln)

Kreatives

Bilder malen / Karten schreiben mit Erlebnissen von Jesus – eine Situation, an die sich die Kinder erinnern und damit sie es nicht vergessen, können sie sie sich schön aufschreiben, aufmalen und später ins Zimmer hängen.

Gemeinsam überlegen, wie man anderen etwas Gutes tun kann, wie man in der Schule, bei Freunden vom Glauben erzählen kann, eventuell Karten mit Einladungen zur Jungschar gestalten.

Spielerisches

Stille Post

Ihr sitzt in einer Reihe. Dem ersten Kind in der Reihe wird ein Wort ins Ohr geflüstert (Achtung, dass es die anderen nicht hören!). Das Kind muss das Wort, das es verstanden hat, an den Nachbarn weiterflüstert. Was kommt wohl beim letzten Kind an? Danach rückt jedes Kind einen Stuhl weiter, so dass jeder mal angefangen hat.

Blindes Vertrauen

Einem Kind werden die Augen verbunden. Das Kind wird durch einen Parcours geführt, entweder an einer Hand oder nur durch tippen auf die Schultern oder nur durch Sprache.

Verhör / Zeugenaussage

Ziel: Zwei Kinder sollen auf 10 Fragen die gleiche Antwort (inhaltlich) geben.

Ablauf: Zwei Kinder gehen aus dem Raum (am besten geht ein Mitarbeiter mit und gibt Hilfestellung, wenn die Kinder keine Ideen haben) und müssen innerhalb von 7-12 min (in der 1. Runde mit 10 min beginnen und danach ggf. die Zeit anpassen) versuchen, möglichst viele Dinge für eine Zeugenaussage abzusprechen.

In der Zeit überlegen sich die Kinder im Raum mit einem anderen Mitarbeiter 5-10 Fragen, die sie den Kindern stellen (jedoch können diese in der Befragung noch geändert werden, so dass es eher ein Dialog wird – es dient nur dazu, dass sie schon mal Ideen haben und es sich dann später nicht so in die Länge zieht).

Anschließend wird erst ein Kind in den Raum gerufen und antwortet auf die 5-10 Fragen – danach wird das andere Kind in den Raum gerufen und bekommt dieselben Fragen gestellt.

Haben sie die gleichen Antworten gegeben? Waren ihre Zeugenaussagen glaubhaft?

Wenn man mag, kann man je richtige Antwort ein Gummibärchen o. Ä. geben oder nach dem man mehrere Runden gespielt hat, erhält die Gruppe mit den meisten übereinstimmenden Antworten einen Preis. Ansonsten macht das Spiel einfach Spaß und ist super aufregend für die Kinder, die befragt werden.

Mögliche Fragen:

Wo wart ihr? Was habt ihr gemacht? Wann habt ihr euch getroffen (Tag und Uhrzeit)? Welche Sockenfarbe hatte XY? Wie war das Wetter? Habt ihr etwas gegessen? Wenn ja, was?

Hilfe für die Kinder, die sich absprechen:

Eine Zahl aussuchen, die sie immer als Antwort nehmen und die ggf. als Uhrzeit gelten könnte (z. B. 12 (Euro, 12x hin- und hergelaufen, 12 Uhr mittags, am 12., …), eine Farbe festlegen, die sie immer nennen können, wenn sie nach Farben gefragt werden – ein Muster überlegen (gestreift, gemustert,  …), Namen festlegen, möglichst allgemein absprechen.

Rätselhaftes

Paulus saß in seinem Leben mehrfach im Gefängnis. Er durfte aus dem Gefängnis Briefe schreiben. Manche dieser Briefe finden sich ebenfalls in der Bibel. Außerdem durfte er Besuch empfangen.

Lest Epheser 6,18-22: Wie heißt der Mann, der den Epheserbrief von Paulus aus dem Gefängnis zu den Ephesern brachte? (Tychikus)

Lest Philipper 2, 19-30: Welche beiden Männer nennt Paulus als seine Mitstreiter? Welcher der beiden war todkrank und Gott hat ihn geheilt? (Timotheus und Epaphroditus, Letzterer war krank gewesen)

Lest Kolosser 4,16: An welche Gemeinde sollen die Kolosser den Brief weitergeben, wenn sie ihn gelesen haben? (Laodizea)

Lest Apstelgeschichte 16, 23-34: Wie befreite Gott Paulus und Silas aus dem Gefängnis? (Hier sind zwei Antworten möglich: Durch ein Erdbeben oder indem er den Gefängniswärter Christ werden ließ)

(T)Extras

Lieder

Ich kann nicht schweigen (eher für ältere Kinder)
Dip (Who was that man? I like to shake his hand, for he gave his life for you and me)

Aktionen

Karten für Kinder schreiben, die verfolgt werden.

Infos dazu: https://www.opendoors.de/aktiv-werden/aktionen/ermutigungsaktionen/ermutigen-sie-kinder-in-kolumbien

(Aktion geht bis zum 30.11.2021)

Podcast oder Video von Open Doors für Kids vorspielen.
So, wie es Paulus erging, geht es heute noch vielen Christen, auch Kindern.
Open Doors hat extra Videos mit Geschichten von Kindern für Kinder erstellt, das kann den Blick erweitern und ein Anliegen für die Fürbitte (Phase 3 beim Gebet) sein.

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 3/2021. Es geht in sieben Lektionen um die Ich-bin-Worte Jesu:

Lektion 1 Johannes 6,35 Ich bin … Brot des Lebens

Lektion 2 Johannes 8,12 Ich bin … das Licht der Welt

Lektion 3 Johannes 10,9 Ich bin … die Tür

Lektion 4 Johannes 10,11. (14) Ich bin … der gute Hirte

Lektion 5 Johannes 11,25 Ich bin … die Auferstehung und das Leben

Lektion 6 Johannes 14,6 Ich bin … der Weg und die Wahrheit und das Leben

Lektion 7 Johannes 15,5 Ich bin … der Weinstock

Außerdem gibt es einen Grundsatzartikel: Der Jungscharleiter ist Hirte und damit Vorbild!

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Jesus möchte dir viel schenken, du musst nur durch diese Tür gehen.

Checker

Es gibt viel zu entdecken für dich hinter dieser Tür. Bereichere dein Leben damit und teile deine Entdeckungen mit anderen.

Der Text an sich

Unser Vers (Joh 10, 9) ist eingebettet in das Gleichnis vom guten Hirten. Im Abschnitt vor unserem Vers (V.1-6) sagt Jesus, dass nur der echte Hirte durch die Tür zu seinen Schafen in den Stall geht. Alle, die einen anderen Weg in den Schafstall suchen, sind Diebe und Räuber. Im Abschnitt nach unserem Vers (V.11-16) sagt Jesus, dass er der gute Hirte ist, der bereit ist, sein Leben für seine Schafe zu geben. In unserem Vers sagt Jesus, dass er sogar die Tür zu den Schafen ist. Er geht also als guter Hirte nicht nur durch die Tür zu seinen Schafen, die ihn kennen, ihm vertrauen und ihm folgen, sondern er ist selbst die Tür, der Zugang zu seiner Schafherde. Wer nun durch diesen Zugang zur Schafherde Jesu geht, der wird selbst ein Teil davon und profitiert von allen Vorteilen: er wird gerettet (selig), er kann frei ein- und ausgehen und er ist mit allem versorgt, was er braucht („wird gute Weide finden“).

„Gerettet“: Ein Schaf, das nicht den Schutz einer Herde und eines guten Hirten hat, ist hilflos allen Widrigkeiten ausgeliefert und wird irgendwann zugrunde gehen. Die Rettung, die Jesus uns anbietet, fängt hier in diesem Leben an und reicht in die Ewigkeit hinein. Wenn wir zur Herde Jesu gehören, haben wir einen, der immer mit uns geht, uns den richtigen Weg zeigt, uns in schwierigen Situationen hilft, uns auch in „dunklen Tälern“ (Ps 23) nicht allein lässt. Bei ihm finden wir Sicherheit, Geborgenheit, Wegweisung und Frieden. Aber das Entscheidende: Wir gehören zu Gottes Familie, wir haben wieder freien Zugang zu Gott, der durch die Sünde verwehrt war. Jesus hat diesen Rettungszugang freigeräumt.

„Ein- und ausgehen“: Weil wir bei Jesus ein sicheres Zuhause haben und er überall bei uns ist, wohin wir auch gehen (Josua 1, 9), können wir mit ihm auch wieder hinausgehen und allen davon erzählen, was wir entdeckt und gefunden haben und sie auch dazu einladen, gemäß Jesu Aufforderung in Matthäus 28, 19-20.

„gute Weide finden“: Gute Weiden zu finden war für Hirten zur damaligen Zeit in der trockenen Gegend dort in Israel gar nicht so einfach. Wir heute hier in unserem Land sind materiell oft gesättigt und doch spüren wir einen Hunger in uns. Diesen Hunger kann nur Jesus stillen. Gehören wir zu ihm, sind wir auch Kinder Gottes und erben alles, was er für uns bereithält (u. a. Röm 8,32). An verschiedenen Stellen verspricht uns die Bibel, dass Gott sich um seine Leute kümmert. Er versorgt uns mit allem, was wir brauchen. Wir dürfen hier schon mit ihm leben und wenn dieses Leben hier für uns zu Ende geht, werden wir ein Leben nach dem Tod bei unserem himmlischen Vater führen dürfen. Jesus hat versprochen, dass er im Reich seines Vaters alles für uns vorbereiten wird (Joh 14, 2).

„Wer durch mich hineingeht“: Dies ist die einzige Voraussetzung, um in den Genuss all dieser Vorzüge zu kommen.

Der Text für mich

Bin ich durch diese Tür gegangen? Gehöre ich zur Schafherde Jesu? Kenne ich diesen guten Hirten Jesus persönlich? Wie sieht meine Beziehung zu meinem Hirten, zu Jesus, aus? Bin ich mir des Vorrechts bewusst, zu Jesus gehören zu dürfen? Weiß ich, welche Privilegien ich genießen darf? Möchte ich, dass auch andere diesen wundervollen Hirten kennenlernen und durch die Tür gehen? Möchte ich das an die Kinder weitergeben? Was möchte ich ihnen von meinem Leben mit Jesus erzählen?

Ich habe erlebt, wie Jesus auch in schwierigen Situationen da ist, wie er schwere Wege mitgeht, wie er trägt, wo meine Kraft nicht ausreicht, wie er einen Frieden ins Herzen geben kann, den kein Mensch erklären kann, wie Kraft aus seinen Worten kommt. Ich bin froh, durch diese Tür gegangen zu sein, freien Zugang zu Gott, meinem himmlischen Vater, zu haben und ich freue mich auf all das, was Jesus in der Ewigkeit für mich vorbereitet.

Der Text für dich

Starter

Die Starter-Kids erfahren, welch wichtige Schlüsselfunktion Jesus hat: Er ist der einzige Zugang zu Gott. Nur durch Jesus können wir zu unserem himmlischen Vater kommen. Den Kindern ist bisher vielleicht gar nicht bewusst, dass uns Menschen der Zugang zu Gott versperrt ist und wir ihn nicht freiräumen können. Hier erfahren sie, dass Jesus den Weg freimacht und alle einlädt, zu seiner Herde dazuzukommen und ein Teil von Gottes Familie zu werden.

Vielleicht kennen sie es, wie es sich anfühlt, nicht dazuzugehören, z. B. zu einer Clique, oder nicht mithalten zu können, z. B. in der Schule, im Sportverein, oder nicht erwünscht zu sein, z. B. in Patchworkfamilien oder bei Ausländerfeindlichkeit.

Jesus empfängt sie mit offenen Armen, sie müssen nichts dafür tun und es erwarten sie viele Geschenke.

Checker

Die Checker-Kids kennen viele Geschichten der Bibel und durchschauen womöglich schon etliche Zusammenhänge, auch den Zusammenhang von Sündenfall und Kreuzigung. Einige von ihnen haben sich vielleicht bereits für ein Leben mit Jesus entschieden, sie sind also schon durch die Tür gegangen. Für sie ist der erste Teil des Verses eine Bestätigung. Im zweiten Teil können sie sich auf Entdeckungsreise machen: „ein- und ausgehen“ > sie dürfen die Freiheit entdecken, mit Jesu Begleitung überall hinzugehen, mit Jesu Hilfe von ihm weiterzusagen; „gute Weide“ > sie dürfen die vielfältigen Verheißungen in der Bibel entdecken und lernen, sie in ihrem Alltag als Gottes Kinder in Anspruch zu nehmen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Das Thema „Tür“ ist zwar allgegenwärtig, aber kaum jemand beschäftigt sich bewusst damit. Als Hinführung bieten sich deshalb zur Einstimmung für die Kinder verschiedene Tür-Spiele an:

  • „Basar der Türen“
  • „Türmemory“
  • „Türschnitzeljagd“

Idee 2

Ihr unternehmt mit euren Kindern einen kleinen Spaziergang in eurer Umgebung und achtet mit ihnen mal darauf, welche unterschiedlichen Türen ihr entdecken könnt und phantasiert mit ihnen herum, was sich wohl hinter den verschiedenen Türen verbergen könnte.

Verkündigung

Entdeckungsreise durch den Text

Als Einstieg verwendet ihr die Merkvers-Aktion.

Danach nehmt ihr euch zusammen mit den Kindern die einzelnen Abschnitte vor und überlegt gemeinsam, was Jesus mit den einzelnen Teilen des Verses gemeint haben könnte. Ihr könnt die unter „Gespräch“ aufgelisteten Impulsfragen mit einbauen.

Fasst eure gemeinsamen Ergebnisse zusammen und spannt den Bogen von Adam und Eva bis zu Jesus. Strukturiert dabei eure Ausführungen durch Symbolbilder (s. Anhang). Entweder zeichnet ihr sie während des Redens gut sichtbar für die Kinder oder ihr druckt sie vorher groß aus.

[Symbolbild 1: Paradies > Gott + Menschen + 3 Herzen ineinander]
Adam und Eva lebten ein unbeschwertes Leben mit Gott zusammen in seinem Paradies. Es war wunderschön. Alle genossen es sehr. Dann aber fielen Adam und Eva auf die List von Gottes Feind herein. Sie glaubten dessen Lügen, statt auf Gott zu hören. So taten sie das Einzige, das Gott ihnen zu ihrem Schutz verboten hatte. Und das hatte schlimme Folgen.

[Symbolbild 2: Trennung > Zerbrochenes Herz zwischen Gott und Menschen]
Ihr bedingungsloses Vertrauen zu Gott wurde dadurch zerstört und sie verloren das Recht, mit ihm weiter zusammenleben zu dürfen. Der Zugang zu Gott wurde verschlossen. Durch diese Schuld wurden die Menschen von Gott getrennt und das Böse kam in unsere Welt. Wir nennen es Sünde. Gott will diese Trennung nicht, doch in Gottes Nähe darf nichts Böses sein. Und kein Mensch schafft es seitdem, nie böse zu sein. Gott liebt die Menschen aber trotz allem noch. Deshalb hat Gott Jesus geschickt, damit er für alles Böse der Vergangenheit und der Zukunft bezahlt.

[Symbolbild 3: Jesus > Umarmung + Herz mit Geschenkeschleife]
Das hat Jesus am Kreuz getan und so den Zugang zu Gott für alle Menschen frei gemacht, die dieses Geschenk von ihm annehmen, auch für dich und mich. Deshalb ist Jesus die Tür, auch für uns. Der Zutritt ist kostenlos. Wir müssen es nur glauben, Jesus vertrauen und die Entscheidung treffen, durch die Tür zu gehen. Nichts Anderes können wir dafür tun: Wir können es uns nicht erarbeiten, nicht durch besonderes Verhalten verdienen, nicht durch viele Spenden erkaufen. Jesus schenkt uns den Eintritt. Er hat den Eintrittspreis für uns schon längst bezahlt, für dich, für mich, für uns alle.

Und was erwartet uns hinter der Tür? Wir gehören zu Gottes Familie, sind Gottes Kinder, wenn wir zu Jesus gehören. Gott will uns alles schenken, was für uns gut ist. Wir dürfen in Ewigkeit, d. h. für immer, mit Jesus, mit Gott zusammenleben, so wie einst Adam und Eva im Paradies. Und dieses Zusammenleben beginnt nicht erst, wenn unser Leben hier auf der Erde zu Ende ist, es beginnt jetzt schon. Jesus hat uns versprochen, jeden Tag bei uns zu sein, uns nicht im Stich zu lassen, uns auch in schweren Zeiten zu helfen. Wir können alles mit ihm besprechen. Er will uns bei Entscheidungen helfen, will uns die richtigen Wege führen. So wie sich ein guter Hirte um seine Schafe kümmert, will er für uns sein.

An dieser Stelle könnten die Mitarbeiter erzählen, wie es war, als sie sich entschlossen haben, zur Familie Gottes, zur Herde Jesu zu gehören, dieses großartige Geschenk auszupacken und was sie mit Jesus schon erlebt haben.

[Symbolbild 4: Weitersagen > sprechender Mensch + großes und kleines Herz]]
Und Jesus hat uns noch einen Auftrag gegeben: Er möchte, dass noch viele Menschen ihn kennenlernen und die Tür zu Gott finden. Deshalb sagt er: Ihr könnt ein- und ausgehen. Er geht mit, wohin wir auch gehen. Wenn wir das möchten, sind wir nie allein. Wir dürfen erleben, wie Jesus jeden Tag bei uns ist. Und er möchte, dass wir anderen von ihm erzählen und sie einladen.

[Symbolbild 5: Zusammenleben > Umarmung + umeinander tanzende Herzen]
Noch ein cooles Versprechen hat er uns gemacht: Er bereitet im Himmelreich alles für uns vor und wird dann mit uns allen ein tolles Fest feiern, weil er sich so freut, dass er mit uns für immer zusammenleben kann. Das ist der größte Wunsch von Jesus. Das ist der größte Wunsch von Gott. Weil er uns so liebt!

Die andere Idee

Rollenspiel

Stellt einen runden „Schafpferch“ aus Stühlen o. Ä.. Den offenen Zugang sichert ein Mitarbeiter als Jesus verkleidet (z. B. weißes Tuch als Umhang) als Tür. Im Schafpferch können Knabbersachen, Getränke, einige Bibeln / Kinderbibeln („Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das von Gott kommt!“ Mt. 4,4) bereitliegen. Alle Kinder und anderen Mitarbeiter befinden sich außerhalb des Kreises. Der Zugang zu den leckeren Sachen ist ihnen verwehrt. Entweder kommen die Kinder selbst auf die Idee zu fragen, ob sie in den Kreis dürfen oder ein anderer Mitarbeiter geht auf die Tür zu und bittet um Einlass. Nur wer an der Tür um Einlass bittet, dem öffnet sie sich bereitwillig, aber immer nur einzeln. Alle, die im Kreis sind, dürfen sich an den Leckereien bedienen. Plötzlich stürzt ein weiterer Mitarbeiter herein und beginnt, die Kinder, die es noch nicht in den Kreis geschafft haben, zu jagen. Wer klug ist, flüchtet zur rettenden Tür, die sich schnell öffnet (erinnert etwas an das Spiel „Ist die Maus zuhaus?“). Dem gefährlichen Jäger bleibt die Tür aber versperrt.

Nach diesem kleinen Rollenspiel setzen sich alle im Kreis zusammen und sprechen darüber, wie es ihnen außerhalb und innerhalb des schützenden Pferchs ergangen ist. Während der kurzen Reflexion hat der Mitarbeiter, der als Jesus die Tür war, seinen Umhang abgelegt.

Nun legt er ihn wieder an und schlüpft wieder in die Rolle von Jesus. Er spricht zu den Kindern: „Ich bin Jesus. Ich bin auch so eine rettende Tür. Nur durch mich könnt ihr zu Gott kommen. Bisher war der Zugang zu Gott durch die Sünde versperrt. Ich habe ihn frei gemacht. Kein anderer kann das. Ich bin für eure Schuld, die euch von Gott getrennt hat, am Kreuz gestorben. Und ich bin auferstanden. Ich habe den Tod für euch besiegt. Nun ist der Weg für euch frei. Durch mich kommt ihr zu Gott. Gehe durch diese Tür, dann gehörst du zu meiner Herde und bist gerettet. Du wirst selig werden. Glaube an mich, vertraue mir, wie die Schafe ihrem Hirten vertrauen, und folge mir nach. Ich verspreche dir: Ich werde jeden Tag bei dir sein. Ich lasse dich nicht im Stich. Und ich werde im Reich meines Vaters alles für dich und für alle vorbereiten, die zu meiner Herde gehören. Wenn euer Leben hier auf der Erde zu Ende ist, dann werdet ihr in das Himmelreich meines Vaters kommen und wir werden alle gemeinsam ein riesengroßes Fest feiern und wir werden für immer zusammen sein. Es wird wunderschön werden.“

Der Text gelebt

Wiederholung

„Die geheimnisvollen Türen“ – Tastkasten-Mutspiel (Kimspiel)

Bei dieser Aktion können die Kinder erleben und (im wahrsten Sinne des Wortes) begreifen, dass nur wer durch die Tür geht / greift, die Geheimnisse dahinter entdecken wird. Dazu gehört auch Vertrauen und Mut.

Gespräch

Diese Gesprächsimpulse können auch im Verkündigungsteil mit eingebaut werden.

Was ist eigentlich eine Tür? – Sie verschließt etwas, sie schützt etwas, sie trennt ab.

Wie nutze ich eine Tür sinnvoll? – Öffnen und hindurchgehen oder hineingreifen (Schrank)

Was erwartet mich hinter einer Tür? – Türen können geheimnisvoll sein und faszinieren. Nur durchs Öffnen geben sie ihr Geheimnis preis.

Wie fühlt es sich an, vor verschlossenen Türen zu stehen oder nicht dazuzugehören? Habt ihr das schon erlebt? – Bezug Lockdown: geschlossene Schulen, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen, Gaststätten usw. – Ausgrenzung, nicht mithalten können u. Ä.

Kennt ihr Situationen, in denen ihr euch eine rettende Tür gewünscht hättet? – Vielleicht hat das ein oder andere Kind – oder ein Mitarbeiter – so eine Erfahrung gemacht.

Warum brauchen wir eine Tür zu Gott? – Der freie Zugang zu Gott ist uns Menschen seit Adam und Eva verwehrt.

Warum ist Jesus diese Tür zu Gott? – Er hat den Trennungsgrund beseitigt und den Eintrittspreis bezahlt, indem er am Kreuz für alle Sünden gestorben ist.

Wie öffne ich diese Tür zu Gott? – Jesus glauben, mit ihm reden, ihm vertrauen, ihm folgen, mit ihm leben

Was erwartet mich hinter dieser Tür zu Gott? – Ein Leben mit Gott hier und in der Ewigkeit. Wir gehören zu Gottes Familie, werden seine Kinder. Er schenkt uns alles, was für uns gut ist. Er lässt uns nicht allein, kümmert sich um uns, bereitet im Himmelreich alles für uns vor. In der Bibel gibt es viele Versprechen, die Gott seinen Kindern macht.

Merkvers

Johannes 10, 9

Ihr legt den Kindern den Merkvers in Teilen vor, die sie gemeinsam in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen sollen. Bei der einfachen Variante unterteilt ihr ihn in 6 Sinnabschnitte: „Jesus sagt:“ / „Ich bin die Tür.“ / „Wer durch mich hineingeht,“ / „wird gerettet (selig) werden.“ / „Er wird ein- und ausgehen“ / „und gute Weide finden.“ Traut ihr euren Kindern mehr zu, dann schreibt auf jeden Zettel nur 1 bis 3 Worte. Habt ihr vorher die „Türschnitzeljagd“ gespielt, ist ihnen der Vers bereits bekannt und es fällt ihnen leichter.

Gebet

Danke, Jesus, dass du die Tür bist und wir durch dich zu Gott, unserem himmlischen Papa, gehen können. Amen.

Kreatives

Die Bibel verrät uns, welche Geschenke und Geheimnisse uns bei Jesus erwarten. Deshalb hier die Bastelanleitung für einen

Jesuskalender (Bibelworte s. Anhang)

Für jedes Kind braucht ihr 5-15 leere Streichholzschachteln. Mit weißem Papier werden sie so umklebt, dass der innere Schub noch herauszuschieben geht. Auf die Oberseite der Hüllen wird jeweils eine bunte, fantasievolle Tür mit einer Hausnummer zwischen 1 und 31 gemalt. Der innere Schub wird nun herausgenommen, die Hülle an einer Kante aufgeschnitten und der innere Schub mit seinem Boden auf den inneren Boden der Hülle geklebt. Die fertigen Türen lassen sich auf- und zuklappen. Zum Aufhängen oder Aufstellen werden nun alle Türen eines Kindes zusammen auf einen festen Tonkarton geklebt. Bei 5 Schachteln pro Kind reicht ein DIN A5 Bogen, je mehr es pro Kind sind, desto größer sollte auch der Tonkarton sein, max. DIN A4 bei max. 15 Schachteln. In die Türen werden die zugeschnittenen Zettel mit Bibelworten gleichmäßig verteilt. Fertig ist der Jesuskalender, bei dem die Kinder, wie bei einem Adventskalender, an den Tagen, die den Hausnummern auf den Türen entsprechen, Aussagen aus der Bibel entdecken können. Da es 3-10 Zettel pro Tür sind, erwartet die Kinder im nächsten Monat ein neuer Vers. Wer möchte, kann die Sammlung zu Hause erweitern. Bitte achtet auf die Ausdauer eurer Kinder beim Basteln und wie viel Zeit ihr für den Bastelteil habt, dementsprechend wählt ihr die Anzahl der Streichholzschachteln pro Kind aus. Evtl. schneidet ihr die Zettel mit der Schneidemaschine vor und gebt den Kindern je einen fertigen Satz von 50 Zetteln.

Spielerisches

Tür-Schnitzeljagd (Liste s. Anhang)

Im Gemeindehaus oder im Freien hängt ihr „Türen“ mit Hausnummern auf, die die Kinder in einer ganz bestimmten Reihenfolge finden und die Rätsel hinter den Türen lösen müssen. Die Türen sind auf zusammengefaltete Papierblätter aufgemalt oder aufgedruckt, im Inneren befinden sich die Rätsel. Zum Lösen der Rätsel brauchen die Kinder lediglich eine Bibel. In den angegebenen Bibelstellen entdecken die Kinder jeweils eine Zahl. Kontrolliert bitte vorher, ob in den von euch verwendeten Bibelübersetzungen die jeweilige Zahl auch so genannt wird. Diese Zahl ist die Hausnummer der nächsten Tür. Hinter der letzten Tür verbirgt sich statt einer Zahl unser heutiger Bibelvers. Sie sind am Ziel angekommen. Bei Gruppen ab 6 Kindern empfiehlt es sich, die Gruppe zu teilen und alles doppelt oder dreifach aufzuhängen und mit Farben deutlich unterscheidbar zu machen.

4 Startvarianten:

  1. Ihr nennt ihnen die Hausnummer der ersten Tür (2).
  2. Ihr gebt ihnen die Hausnummer der ersten Tür (2) als Puzzle.
  3. Ihr lasst sie mit einer Bibelstelle loslegen: (Joh 1,37 – Wie viele entscheiden sich hier, Jesus zu folgen?).
  4. Ihr spielt einige Runden „Bibel hoch“. Die letzte Bibelstelle führt zur ersten Tür: (Joh 1,37 – Wie viele entscheiden sich hier, Jesus zu folgen?)

Vorbereitung der Türen:
Ihr braucht pro Suchteam (max. 5 Kinder) 8 Blätter Papier DIN A4, bei mehreren Teams in unterschiedlichen Farben. Die faltet ihr auf DIN A5-Format. Auf die Außenseite zeichnet oder druckt ihr verschiedene Haustüren mit den entsprechenden Hausnummern, auf die Innenseite schreibt oder druckt ihr die jeweilige Frage mit der dazugehörigen Bibelstelle, in der die Lösung zu finden ist.

Rätselhaftes

„Die geheimnisvollen Türen“ – Tastkasten-Mutspiel (Kimspiel)

Einige Kartons mit Griffloch vorbereiten. In das Griffloch ein Tuch hängen. Vor das Griffloch eine Tür basteln. In die Kartons verschiedene Gegenstände zum Ertasten und Erraten legen. Nur wer den Mut hat, die Tür zu öffnen und hineinzugreifen, wird entdecken (mit den Händen), was sich darin verbirgt.

(T)Extras

Spiele

„Ist die Maus zuhaus?“
Ein Kind spielt die Maus, ein anderes Kind spielt die Katze. Alle anderen Kinder fassen sich im Kreis stehend an den Händen. Sie sind das Mause-Haus. Die „Maus“ ist in ihrem sicheren Zuhause, also im geschlossenen Kreis. Die „Katze“ schleicht um das „Haus“ herum. Da aber alle „Türen“ geschlossen sind – alle Hände sind unten – kann die Katze nicht hinein, die Maus aber auch nicht hinaus. Will die Maus hinaus, so öffnen die „Türhüter“ – die Kinder im Kreis – eine der vielen „Türen“, indem zwei Kinder ihre Hände, mit denen sie sich aneinander festhalten, hochheben – am besten weit entfernt von der „Katze“. Die „Maus“ kann nun hinausschlüpfen. Die „Katze“ versucht sie zu fangen. Die „Maus“ kann zu einer anderen „Tür“ wieder hinein, wenn die jeweiligen „Türhüter“ ihre Tür öffnen. Doch Vorsicht! Schnell die „Tür“ wieder schließen – Arme nach unten nehmen – , sonst schlüpft die flinke „Katze“ mit ins Haus. In diesem Fall muss die „Maus“ schnell durch eine andere, sich flott öffnende „Tür“ entfliehen. Sind die „Türhüter“ schnell, so können sie die „Katze“ einsperren und so der „Maus“ eine Verschnaufpause gönnen. Das Spiel endet, wenn die „Katze“ die „Maus“ erwischt hat oder es wird vorher ein Zeitlimit für eine Runde vereinbart und „Maus“ und „Katze“ werden nun von zwei anderen Kindern gespielt.

Türmemory – klassisch oder mit Bewegung
20-30 Bilder unterschiedlichster Türen (eigene Fotos oder legal aus dem Internet) druckt ihr doppelt aus und schneidet alle in einer einheitlichen Größe zu. Achtet darauf, dass die Bilder nicht auf die Rückseite durchscheinen. Es können Haustüren, Zimmertüren, Möbeltüren, Stalltüren, Gartentüren, Adventskalendertürchen usw. sein.

Nun könnt ihr es wie ein klassisches Memory spielen, d. h. alle Bilder liegen gut gemischt verdeckt auf dem Tisch oder pinnen an der Wand, die Kinder decken reihum immer 2 Bilder auf und wer 2 identische Bilder findet, darf dieses Paar zu sich nehmen und hat nochmal einen Bonusversuch.

Oder ihr spielt es mit viel Bewegung im Raum: dazu verteilt ihr die eine Hälfte der Bilder großzügig, aber für die Kinder gut sichtbar und erreichbar, im Raum oder im Gemeindehaus oder im Freien. Die andere Hälfte der Bilder wird verdeckt auf einen Tisch gelegt oder an die Wand gepinnt. Nun deckt ein Kind das erste Bild auf und auf Kommando dürfen sich alle auf die Suche nach dem dazugehörigen zweiten Bild machen. Wer ein Paar gefunden hat, darf es auf seinen Platz legen. Beim Aufdecken der Bilder reihum vorgehen, egal wer in der vorhergehenden Runde erfolgreich war. Wer am Ende die meisten Paare hat, hat gewonnen.

„Basar der Türen“
Auf diesem Basar werden die unterschiedlichsten Türen angeboten – auch Türen, die man nicht sehen oder anfassen kann. Je 3-5 Kinder bilden ein Händlerteam. Jedes Team erhält 1 Blatt Papier und 1 Stift. In 3 Minuten schreiben sie ihre Angebote auf, also alle Arten von Türen, die ihnen einfallen. Anschließend bietet das Team, das die meisten Türen im Angebot hat, eine Tür an. Das nächste Team ist dran. Ein Begriff, der bereits genannt wurde, darf nicht noch einmal genannt werden. Am besten notiert sich ein Mitarbeiter die genannten Türen, damit es nicht zu Unklarheiten kommt. Es gelten nur Bezeichnungen für Türen, die üblich sind und aus einem Wort bestehen, „Stalltür“ ist ok, „Tür zum Stall“ nicht. Diese Regel den Kindern deutlich sagen. Wenn „Stalltür“ genannt wurde, gelten trotzdem auch noch Begriffe wie „Pferdestalltür“, „Hühnerstalltür“ usw. Ob ihr diese Regel den Kindern vorher sagt oder die Begriffe einfach gelten lasst, bleibt euch überlassen. Folgende Regel auf jeden Fall erst unmittelbar vor dem Nennen der Begriffe den Kindern mitteilen: Den Teams ist es erlaubt, während des Vorlesens der Begriffe auch neue Begriffe noch auf ihre Liste zu schreiben und dann zu nennen, wenn sie dran sind, aber sie müssen auf der Liste stehen. Ihr werdet staunen, auf wie viele verschiedene Türen eure Kinder kommen, von A wie Alutür über D wie Drehtür, K wie Kühlschranktür bis Z wie Zellentür oder auch H wie Herzenstür. Jede korrekt genannte Türbezeichnung gibt einen Punkt für das jeweilige Team. Gewonnen hat das Team mit den meisten Punkten.

Die Jahreslosung 2021 hat es in sich – Jesus sagt: „Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist.“
Leichter gesagt als getan. Damit ihr facettenreich dieses Wort in eure Jugend- und Gemeindearbeit bzw. euer Gottesdienstfeiern aufnehmen könnt, gibt es dieses jugonet-Themenpaket für euch: Dich erwartet – und dies alles kostenfrei! – zur Jahreslosung 2021

  • ein Komplett-Entwurf für euren Jugendgottesdienst
  • Impulse für die Verkündigung in Form von ausformulierten Predigten und Nacherzählungen (z.B. zum „barmherzigen Samariter“), (Lied)Andachten, Songpool, Theaterszene sowie das aktuelle EJW-Jahreslosungslied
  • ein Ideenpool, wie Barmherzigkeit ganz praktisch werden kann und keine „halbe Sache“ bleibt
  • Interaktionen für den JuGo und Gebetsaktionen, um Gottes Barmherzigkeit im eigenen Leben zu spüren
  • Anregungen zum kreativen Umgang mit der Jahreslso
  • Hintergrund-Beleuchtungen wie Statements von Politikern zur Frage, wie politisch Jesu Wort verstanden werden darf
  • weiterführende Materialien und Buchhinweise wie z.B. ausgewählte YouTube-Video-Hinweise oder das neue „jugomat“-Heft zur Jahreslosung

Ein Themenpaket voller Ideen und Anregung für dich und euer Gottesdienstfeiern. Viel Freude und Segen mit all dem!

Leben sorgt für Spannungsfelder, die uns in Krisen und an Grenzen bringen können. Darum kann es bei ganz verschiedenen Themen in Gottesdiensten angebracht sein, kraftspendende seelsorgerliche Gebetsstationen oder -aktionen anzubieten. Die drei hier beschriebenen Gebetsstationen bzw. -aktionen wollen Gottes Barmherzigkeit sinnenfreundlich erfahrbar machen und die Seele entlasten.

a) Schuld loswerden

Beschreibung
Auf einem Tisch liegen kleine beschreibbare Folien und ein wasserlöslicher Stift. Hier kann man seine Schuld bekennen, indem man sie auf die Folie schreibt. Beim Kreuz steht ein Wassergefäß (mit Spülmittel), in das man die Folie eintauchen und auch wieder abwaschen kann.

Anmoderation
Schreibe, was dich belastet, auf ein Stück Folie. Diese kannst du dann „im Meer“ am Kreuz versenken.

Biblische Bezüge

  • 1. Johannes 1,8-9: Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
  • Psalm 32: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zu rechnet, in dessen Geist kein Trug ist! Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.

b) Klagemauer

Beschreibung
Mauer mit Ytongsteinen aufbauen (auf Lücke, um Zettel hineinstecken zu können). Auf der Mauer steht eine einzelne rote Rose (als Trauer- bzw. Klagesymbol).

Anmoderation
Hier an dieser Klagemauer kannst du Gott dein Leid klagen. Du kannst es auch aufschreiben und deine Klage in eine Ritze der Klagemauer stecken. (Die Zettel werden am Ende der Veranstaltung ungelesen(!) vernichtet.)

Biblischer Bezug

  • Psalm 69,2-4: Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

c) Geklärte Beziehungen

Beschreibung & Anmoderation
Hier kann man jemandem einen Brief schreiben. Ein Tisch mit Stühlen, Papier, Stiften und Briefumschlägen stehen bereit, ebenso ein Postkasten zum Einwerfen der Briefumschläge. Gibt es in deinem Leben Beziehungen, die du gerne klären möchtest? – Wenn ja, kannst du Hier und Jetzt einen Brief schreiben und mit einem Briefumschlag in die nebenstehende Box werfen. Schreibe die Adresse auf den Umschlag und lege – wenn du kannst – das Geld für die Briefmarke mit hinein. Wir werden den Brief für dich losschicken.

Biblischer Bezug

  • Matthäus 5,23-24: (Christus sagt:) Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zu Petrus aus JUMAT 1/20. Sie beginnt mit der Berufung und endet mit drei Einheiten aus der Passionsgeschichte. Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes. Außerdem enthält die Themenreihe einen passenden Entwurf für einen Familiengottesdienst.

Das Ziel

Starter

Bei Problemen darf ich mich wie Jesus an meine engsten Freunde und meinen himmlischen Vater wenden.

Checker

Als Freund von Jesus ist es leider normal, dass ich nicht alles verstehe und richtig mache. Aber Jesus steht trotzdem zu mir.

Der Text an sich

Jesus und die Jünger haben einen langen und ereignisreichen Tag hinter sich. Doch anstatt sich für die schwere Zeit, die vor ihm liegt, auszuruhen, wendet sich Jesus mit seinen engsten Freunden, den Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes, an seinen himmlischen Vater. Er sucht seine Nähe und unterwirft sich gleichzeitig seinem Willen. Er weiß genau, was auf ihn zukommen wird, doch er weiß auch, wofür er diesen Leidensweg auf sich nimmt. Diese intensive Zeit mit Gott ist für ihn Kraftquelle und Seelsorge in einem: Er schüttet seinem Vater sein Herz aus und sagt ihm gleichzeitig seine bedingungslose Rückendeckung zu.

Die Anrede „Abba“ zeigt die Intimität der Situation. Jesus nennt Gott „Papa“ – das erste und einzige Mal in den Evangelien. Sonst spricht er Gott meist als „Vater“ an.

Die Jünger erkennen die Bedeutung, die diese Zeit mit Gott für Jesus hat, nicht. Sie sind erschöpft und ruhen sich aus, anstatt im Gebet an seiner Seite zu kämpfen. Doch die Erschöpfung kam wohl nicht nur von den Ereignissen des Tages und der Woche. Die Jünger litten mit Jesus, auch wenn sie das volle Ausmaß seiner Emotionen nicht nachempfinden konnten. Dies wird in der Parallelstelle in Lk 22,45 deutlich, wo davon die Rede ist, dass die Jünger vor Traurigkeit eingeschlafen sind. Sie sind also einfach – körperlich wie auch emotional – am Ende ihrer Kräfte.

Als Jesus sieht, dass die drei eingeschlafen sind, ist er enttäuscht von ihnen, gibt ihnen aber gleichzeitig noch eine Lehrstunde: Das Gebet ist nicht nur für ihn wichtig, sondern die Jünger sind ebenso darauf angewiesen (V. 38). Jesus wünscht sich, dass sich die Jünger bewusst machen, wie schwach sie ohne Gott sind, und dass sie ihn in dieser schweren Situation um Hilfe bitten. Doch die Jünger können die Dringlichkeit der Lage nicht begreifen und so schlafen sie weiter, sobald sich Jesus wieder entfernt.

Anscheinend haben sie nichts von dem verstanden, was Jesus ihnen immer wieder gesagt hatte: dass er leiden müsse (Mk 8,21; 9,31; 10,33f), dass die Jünger wachen und beten sollten, um die kommenden Ereignisse durchzustehen (z. B. Mk 13,33), und dass sie dabei versagen würden. Bereits in den Leidensankündigungen Jesu wird klar, dass sie die Bedeutung seiner Worte nicht verstehen (Mk 8,33; 9,32). Und jetzt, als es so weit ist, sind sie mit der Situation überfordert und nicht in der Lage, dem Ratschlag Jesu, sich in der Not an Gott zu wenden, zu befolgen.

Der Text für mich

Die Jünger haben alles gegeben, was sie hatten. Sie haben Fehler gemacht und große Wunder erlebt. Doch das, was sie schon mit Jesus erlebt haben, bewahrt sie nicht vor weiteren Fehlern. Sie enttäuschen Jesus, als er sie ganz besonders als Freunde gebraucht hätte. Ich kann nur erahnen, wie schwer das für Petrus, Jakobus und Johannes gewesen sein musste.

Gleichzeitig wird mir bewusst, dass auch ich oft Fehler mache – trotz der allerbesten Absichten, die ich habe. Auch ich verstehe den Ernst einer Situation oft nicht, habe nicht die Kraft oder den Mut, mich an Gott als meine Kraftquelle zu wenden, und muss immer wieder auf die gleichen Dinge aufmerksam gemacht werden. Wie froh bin ich in solchen Situationen, dass Gott größer ist und mich immer wieder zu sich zieht.

Der Text für dich

Starter

Kinder, die bisher erst wenig von Jesus wissen, haben vermutlich eher Geschichten gehört, in denen Jesu Kraft und Stärke zum Vorschein kamen. Jetzt lernen sie eine andere Seite von ihm kennen: Auch er litt und wollte bestimmte Situationen nicht allein durchstehen. Dies dürfte den Kindern sehr bekannt vorkommen. Auch sie erleben Situationen, in denen es ihnen nicht gut geht und sie das Gefühl haben, ganz allein dazustehen. Gerade in solchen Situationen dürfen sie wissen, dass Gott immer bei ihnen ist und es gut mit ihnen meint – auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht anders scheint.

Checker

Als Checker möchte man am liebsten alles draufhaben und alle Antworten kennen. Schließlich geht man ja schon lange in die Gemeinde. Doch auch die Checker müssen erfahren, dass das nicht immer so ist. Wieso lassen sich meine Eltern scheiden, wenn Gott mich doch lieb hat?

In diesem Text sehen sie, dass auch die Jünger nicht immer alles blicken und richtig handeln. Doch trotzdem liebt Jesus sie und nimmt sie mit auf seinen weiteren Weg (V. 42). Der Text kann die Checker ermutigen, trotz allem an Jesus dranzubleiben – trotz aller Fehler, die sie machen, trotz aller Dinge, die sie nicht verstehen, trotz allem Schlimmen, was passiert. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, ganz eng mit Gott in Verbindung zu bleiben. Das macht ihnen Jesus in dieser Situation vor.

 

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Schlaftest

Wir sprechen darüber, wie und wie lange wir schlafen. Daran schließt sich ein kleiner Schlaftest an: Wer kann am längsten schlafen? Dazu legen sich alle auf den Boden Wer schläft, ist in der Regel ruhig und bewegt sich kaum. Nun kommt der Test: Wer kann am längsten ruhig und regungslos sein?

Idee 2: Gespräch über Gebet

Überlegt gemeinsam: Gab es schon mal etwas, für das ihr so richtig intensiv gebetet habt? Wie lange/wie oft habt ihr dafür gebetet? Was ist passiert? Wie war das für euch?

Verkündigung

Erzählung aus Sicht des Jüngers Johannes

Der Jünger liegt auf dem Boden und schläft. Auf einmal schreckt er aus seinem Schlaf hoch.

Wo bin ich? Wer seid ihr? (Er schaut sich im Raum um.) Ach so, ich bin in der Gemeinde. Puh, ich habe echt schlecht geträumt. Alles war auf einmal wieder so echt. Es hat sich gar nicht wie ein Traum angefühlt, sondern wie Wirklichkeit. Dabei tut es mir doch so leid. Ich wünschte, ich hätte es besser hinbekommen. Aber ich war zu schwach … Ach so, ihr wisst ja gar nicht, wovon ich rede. Entschuldigt bitte, aber in den letzten Tagen war einfach zu viel los. Das packt mein Kopf noch gar nicht alles. Hat vielleicht jemand ein Glas Wasser oder einen Kaugummi für mich?

Jetzt will ich euch aber mal erzählen, was passiert ist. Ihr wisst ja, dass Jesus schon öfter mal gesagt hat, dass er leiden wird und dass wir Jünger dann ziemlich viele Fehler machen und ihn sogar verleugnen werden. Aber irgendwie konnten wir das alles nicht so wirklich verstehen.

Neulich ist Jesus nachts mit uns in den Garten Gethsemane gegangen. Wir kannten diesen Garten, wir waren oft dort. Man kann sich dort wunderbar ausruhen im Schatten der großen Bäume. Die stehen bestimmt schon seit Jahrhunderten dort. Jesus hat dann mich, Johannes, und Petrus und Jakobus mitgenommen, ein Stück von der restlichen Gruppe getrennt. Wir wussten gar nicht, was Jesus jetzt mit uns vorhatte. Man erlebt ja immer wieder Überraschungen mit ihm.

Jesus war richtig angespannt, hat total gezittert und hatte Schweißperlen auf der Stirn, das konnte ich im Licht des Mondes sehen. Was er dann gesagt hat, war ganz schön krass: „Ich zerbreche beinahe unter der Last, die ich zu tragen habe. Bleibt hier und wacht.“

So habe ich Jesus noch nie reden gehört. Er war richtig fix und fertig. Und wir auch. Schließlich hatten wir einen langen und anstrengenden Tag hinter uns. Jetzt war die Zeit, wo wir normalerweise schon schliefen. Na ja, nachdem Jesus also gesagt hat, dass er fast zerbrechen würde und wir wach bleiben sollten, ist er ein Stück von uns weggegangen. Er wollte allein mit seinem Vater, mit Gott, reden. Den Anfang von seinem Gebet haben wir noch gehört. Das war vielleicht was! Er hat Gott einfach „Papa“ genannt. So etwas habe ich noch nie gehört. Kann man Gott wirklich Papa nennen? Also, ich weiß ja nicht …

Auf jeden Fall hat Jesus dann gesagt: „Papa, mein Vater, für dich ist alles möglich. Nimm diesen schweren Becher, der mit Leid gefüllt ist, von mir weg. Doch nicht das, was ich will, soll geschehen, sondern das, was du willst.“

Was er noch gesagt hat, weiß ich nicht, denn irgendwie muss ich eingeschlafen sein. Und das Nächste, an das ich mich erinnere, ist, dass ich von Jesus geweckt wurde, als er mit Petrus sprach. Der war wohl auch eingeschlafen, denn Jesus sagte: „Petrus, schläfst du? Kannst du nicht mal eine Stunde wach bleiben? Bleibt wach und betet, damit ihr durchhalten könnt. Denn ihr wollt zwar das Richtige tun, aber ihr seid zu schwach, um es auch wirklich zu tun.“

Mit diesen Worten ließ er uns wieder allein.

Er hat dann noch mal genau das Gleiche gebetet: „Papa, mein Vater, für dich ist alles möglich. Nimm diesen schweren Becher, der mit Leid gefüllt ist, von mir weg. Doch nicht das, was ich will, soll geschehen, sondern das, was du willst.“

Dann bin ich wieder eingeschlafen. Ich war echt müde! Aber das ist keine Entschuldigung, ich weiß. Ich hätte wach bleiben und beten sollen. Das wollte Jesus. Aber ich habe es einfach nicht hinbekommen. Ich war zu müde.

Jedenfalls kam Jesus dann irgendwann zurück und hat uns drei – die anderen waren ebenfalls eingeschlafen – geweckt. Wir haben ihn verschlafen angesehen und wussten nicht, was wir zu unserer Entschuldigung sagen sollten. Er hatte ja recht, wir hätten nicht schlafen dürfen.

Das Gebet mit seinem Papa, also mit Gott, war Jesus so wichtig, dass er noch mal weggegangen ist.

Petrus, Jakobus und ich hatten einfach keine Kraft mehr. Sobald Jesus weg war, sind uns wieder die Augen zugefallen.

Als Jesus zurückkam und uns weckte, sagte er nur: „Wie lange wollt ihr denn noch schlafen und euch ausruhen? Es reicht jetzt, die Zeit ist da. Seht, der Menschensohn wird jetzt in die Hände von sündigen Menschen ausgeliefert. Steht auf, lasst uns gehen! Denn derjenige, der mich verraten wird, ist schon fast da.“

Da standen wir natürlich auf. Auf einmal waren wir hellwach. Jesus brauchte uns jetzt ganz dringend. Wir wollten ihn nicht noch mal im Stich lassen. Egal, was kommen würde, wir wollten Jesus zeigen, dass wir ihm den Rücken stärken.

Die andere Idee

Theaterstück

Die Mitarbeiter spielen die Geschichte nach, wie sie in der Bibel zu lesen ist. Dafür braucht es mindestens zwei Mitarbeiter (Jesus und einen Jünger). Sind mehr Mitarbeiter da, dürfen es gerne mehr Jünger werden.

Der Text gelebt

Wiederholung

Nach den Regeln von „1, 2 oder 3?“ werden den Kindern Fragen zur Geschichte gestellt. Die Kinder müssen sich dann entsprechend der richtigen Antwort aufstellen. Mögliche Fragen können sein:

  • Wie oft sind die Jünger eingeschlafen? 1. 1x; 2. 2x; 3. 3x.
  • Wo fand die Geschichte statt? 1. im Tempel; 2. in einem Garten; 3. am Ufer eines Sees.
  • Die Jünger waren müde, weil sie 1. in der Nacht zuvor nicht geschlafen hatten; 2. einen anstrengenden Tag hinter sich hatten; 3. immer müde waren.
  • Jesus 1. freute sich auf das, was kommen würde; 2. versuchte, dem, was kommen würde, zu entkommen; 3. war bereit, etwas zu tun, das ihm wehtun würde.

Gespräch

Überlegt, wie es den einzelnen Personen in der Geschichte ging. Lest dazu den Bibeltext vor und unterbrecht an passenden Stellen.

Beispiele:

  • nach V. 32: Was dachten die Jünger jetzt wohl?
  • nach V. 33: Was meinten die drei Jünger wohl, was jetzt kommt?
  • nach V. 35: Wieso wollte Jesus ein Stück von seinen besten Freunden weg sein?

Merkvers

„Papa, Vater, es soll geschehen, was du willst, nicht, was ich will.“ Markus 14,36b, GNB

Die einzelnen Wörter dieses Satzes werden jeweils auf ein Blatt Papier geschrieben. Die Blätter müssen dann in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Anschließend wird der Vers laut gemeinsam vorgelesen.

Gebet

Es werden zwei Blätter gestaltet. Auf einem steht: „Jesus, danke für __________, der/die immer für mich da ist.“ Auf dem anderen steht: „Jesus, ich brauche deine Hilfe bei ______________.“ Nun bekommt jedes Kind jedes Blatt einmal.

Die Kinder dürfen auf jedes Blatt etwas schreiben. Ein Mitarbeiter betet, wenn alle fertig sind, und bedankt sich bei Jesus, dass er uns so viele hilfreiche Menschen zur Seite stellt und bittet ihn ganz allgemein um Hilfe für schwierige Situationen. So muss kein Kind seinen Zettel vorlesen, sondern kann ihn einfach mit nach Hause nehmen. Wenn die Kinder ihre Zettel vorlesen möchten, können sie das natürlich gerne tun. Dann kann im Gebet darauf eingegangen werden.

Dabei sollte noch betont werden, dass Jesus nicht bloß die Gebete hört, die wir laut aussprechen, sondern dass wir auch leise oder schriftlich beten können und Jesus das genauso hört.

Kreatives

Uhr basteln

Der Gedanke dahinter ist, dass Jesus rund um die Uhr für uns da ist – egal, was wir machen, ob wir in Problemen stecken oder uns gerade allein fühlen. An Jesus können wir uns immer wenden, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Uhrwerke mit Zeigern kann man sehr preiswert kaufen. Das Uhrwerk wird in der Mitte eines Pappkartons, einer alten Schallplatte oder Ähnlichem befestigt, das vorher mit einem Ziffernblatt versehen wurde. Das Ziffernblatt kann ganz einfach aufgemalt werden, es dürfen aber auch kreativere Lösungen kommen (Würfel oder Dominosteine aufkleben, Naturmaterialien aufkleben, Fotos mit der entsprechenden Anzahl Kinder aufkleben …). Zum Schluss kommen die Zeiger drauf und die Uhr wird mit einer Batterie versehen.

Spielerisches

Es wird ein Parcours aufgebaut, den die Kinder einzeln blind durchlaufen sollen. Dabei dürfen ruhig schwierige Elemente vorkommen, wie zum Beispiel ein Hindernis überwinden oder über eine Slackline laufen. Am besten haben die Kinder den Parcours vorher noch nicht gesehen. Jedes Kind darf sich eine Person aussuchen, die ihm hilft, den Parcours zu durchlaufen.

Wenn jeder dran war, wird in einer kurzen Reflexionsrunde überlegt, wie wichtig die unterstützende Person war.

Fragen hierzu können sein:

  • Hättest du den Parcours auch allein geschafft?
  • Was hat die andere Person gemacht, um dir zu helfen?
  • Warum hast du dir gerade diese Person ausgesucht?

Das Ziel dabei ist, dass die Kinder erleben, dass man manche Situationen und Herausforderungen nicht allein meistern kann, sondern lieber jemanden an seiner Seite hat, dem man vertraut und der in der Lage ist, einem zu helfen.

Rätselhaftes

Die Kinder erhalten ein Rätselblatt, auf dem wichtige Aussagen zur Gruppenstunde stehen. Leider sind bei diesen Sätzen die Vokale abhanden gekommen. Ihre Aufgabe besteht darin, die fehlenden Vokale zu finden.

(T)Extras

Lieder

  • Ich stehe fest auf dem Fels
  • Mein bester Freund hat kein Handy
  • Immer und überall/Vom Anfang bis zum Ende

Spiele

Wecker suchen

Im Raum werden mehrere tickende Wecker versteckt. Wer findet sie am schnellsten?

Aktionen

Gartengestaltung

Gestaltet ein Stück des Gemeindegartens um. Pflanzt etwas, hängt eine Schaukel auf, baut eine Bank oder Ähnliches. Es gibt viele einfache Möglichkeiten, schicke Gartenmöbel mit Kindern zu bauen. Im Internet kann man sich viele Ideen holen, wie man Gartenmöbel für Kinder baut.

Kreuzweg

Gestaltet einen Kreuzweg, den ihr mit den Kindern ablauft. Ideen, wie ein solcher Kreuzweg gestaltet werden kann, findet ihr zum Beispiel hier: https://kinder.feg.de/wp-content/uploads/2015/03/Kreuzweg.pdf Den Kreuzweg könnt ihr ganz frei an eure Gegebenheiten anpassen.

Ostergarten

Besucht einen Ostergarten, wenn es in eurer Nähe einen gibt. Hier erlebt man die Ostergeschichte, als ob man selbst dabei wäre.

Kreatives

Im Garten Gethsemane standen viele Olivenbäume. Auch wenn vielen Kindern keine Oliven schmecken, kann man doch kreative Dinge aus Oliven/Olivenöl machen, die die Kinder dann als Geschenke mit nach Hause nehmen können. Hier findet Ihr zwei Beispiele:

https://www.chefkoch.de/rezepte/2499681392650934/Oliven-Ziegenkaese-Pinguine.html

https://www.kochbar.de/rezept/284857/OEle-Gewuerz-OEl-selbstgemacht.html

Als Christ leben auf den Marktplätzen dieser Welt

Einstieg (10–15 Minuten)

Anfangsfrage mit kurzem Brainstorming in der Runde: Menschen sind anders – wann hat mich diese Entdeckung zuletzt ereilt oder erschreckt? Wann bin ich zuletzt Menschen begegnet, für die Fragen wichtig waren, die ich kaum nachvollziehen konnte? Über welche Redewendungen, Ausdrücke oder Formulierungen bin ich zuletzt gestolpert – weil sie in meinem aktiven Wortschatz keine Rolle spielen? Wann hat mich zuletzt die Kleidung oder das Styling von anderen irritiert, amüsiert oder gestört?

Anschlussfrage: Kann ich mir Menschen oder Gruppen vorstellen, denen es genauso ergeht – mit mir?

Input: Paulus in Athen (15 Minuten)

Paulus ist in Athen. Er ist nicht als Tourist gekommen, er folgt seiner Mission, das Evangelium von Jesus Christus weiterzusagen. Und doch beginnt er wie ein Tourist: Er schaut sich in Ruhe um, was die Stadt so zu bieten hat. Christlicher Glaube sucht die Öffentlichkeit. Er ist keine Geheimlehre. 

Paulus sieht in der Stadt die Kennzeichen der Religion der Menschen, die „Götzenbilder“ oder den Altar für den „unbekannten Gott“. Jede Zeit hat solche Symbole oder Ideale, nach denen die Menschen ihr Leben ausrichten. Ihre Werte, ihre Visionen zeigen sich im Erscheinungsbild der Stadt. Aber auch die offenen Fragen, die Sehnsüchte und Wünsche werden deutlich. Damals zeigte sich das an den religiösen Bauten; es mag sein, dass in heutigen Städten andere Gebäude, Werbeflächen oder Schaufensterfilialen ebenso gut Auskunft geben, was Menschen wichtig ist, welche „Stars“ sie haben und wonach sie sich sehnen.

Offenbar erkennt Paulus unter seinen Zuhörern Epikuräer und Stoiker. Er weiß, wie seine Mitmenschen denken. Die trugen keine Uniformen, es stand ihnen nicht auf der Stirn, was sie waren, und doch erkennt Paulus die Vertreter wesentlicher Weltanschauungen seiner Zeit. Offenbar war es für Paulus selbstverständlich zu wissen, wie die Menschen denken. 

Infobox: Epikuräer und Stoiker waren zwei führende Philosophenschulen zur Zeit des Neuen Testaments. Epikur (ca. 340–270 v. Chr.) begründete eine Schulrichtung, die vor allem den Genuss des Lebens betonte. Die Stoiker (z. B. Seneca [1–65 n. Chr.], der Bruder des Gallio aus Apg 18,12!) hingegen fragten nach einem Leben vernünftiger Selbstbestimmung ohne Abhängigkeit von Leidenschaften. Früher hieß es „stoisch“, wo man heute „cool“ sagt. Der Philosophie der damaligen Zeit ging es nicht um abstrakte Theorien, sondern um praktizierte Lebenskunst. Ihre Fragen waren: Wie kann ich mein Leben genießen, ohne von Leidenschaften abhängig zu werden? Wie kann ich mit der Furcht vor dem Tod oder anderen Schicksalsschlägen umgehen? Wie kann ich ein selbstbestimmtes Leben führen im Einklang mit der Natur und den Anforderungen anderer Menschen?

In dem, was Paulus den Umstehenden sagt, fällt zweierlei auf: Zum einen ärgert ihn, woran sie gebunden sind. Es tut ihm weh, dass nicht der lebendige Gott, sondern andere Werte und Ideale im Zentrum stehen. Zum anderen sieht er aber auch ihre Sehnsucht; die unwissentliche Ausrichtung auf den Gott, den sie noch nicht kennen (17,23). Und er bezieht sich auf diese Sehnsucht. Die Menschen sind immer schon auf letzte Fragen bezogen. Früher zeigte sich das in Religionen und Philosophien. Heute vielleicht auch in der Werbung, auf Postern usw. 

Was Paulus erzählt, ist bemerkenswert. Paulus beschreibt seinen Zuhörern einen großzügigen, freigiebigen Gott. Er schuf die Menschen (V.24), er gab ihnen Leben und alles was sie brauchen (V.25). Er schenkte ihnen die Erde und gab ihnen heilsame Grenzen (V.26). Und er bestimmte sie für ein ungeheures Ziel: ihn zu suchen und zu finden (V.27). Mehr noch: Paulus lässt sich ausdrücklich auf ihre Sprache und ihr Denken ein. „In ihm leben und weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts“ (V.28).

Infobox: Das Zitat aus Apg 17,28 begegnet beim stoisch geprägten Dichter Aratos in der Schrift „Phainomena“, ca. 270 v. Chr. Dort heißt es wörtlich: „Mit Zeus lasst uns beginnen, den wir Menschen niemals ungesagt lassen: voll von Zeus sind alle Straßen, voll alle Plätze der Menschen, voll das Meer und die Häfen; überall brauchen wir alle Zeus. Wir sind ja auch sein Geschlecht.“

Würde die Behauptung einer solchen Verwandtschaft von Gott und Mensch nicht in der Bibel stehen, die meisten Christen würden sie ablehnen. Verwischt Paulus hier nicht den Unterschied von Schöpfer und Geschöpf? Kann man nach dem Sündenfall noch so ungebrochen von der Nähe von Gott und Menschen reden? Nun, Paulus tut es. Er lehnt sich weit aus dem Fenster, denn ihm geht es nicht um bestimmte Formeln, sondern um die Beziehung von Gott und Mensch. Schließlich redet Paulus von Jesus und seiner Auferstehung. Hier wird es eindeutig, um welchen Gott es geht. Um den Gott, der Mensch wurde, sich ganz auf die Menschen seiner Schöpfung einließ.

Auch die Verkündigung hat teil an diesem göttlichen Weg der „Inkarnation“, der Menschwerdung Gottes. Paulus findet für die Ausrichtung des Menschen auf Gott Formulierungen aus der Sprache und Denkweise der Menschen um ihn herum. Wenn christliche Verkündigung von Gott ankommen soll, kann sie auf solche Übersetzungsversuche nicht verzichten.

Manche fragen: Verraten wir nicht unseren Glauben, wenn wir uns an heutigen Denkformen orientieren? Heißt es nicht, wir sollen uns dieser Welt nicht gleichstellen, sollen Salz und Licht werden? Ist es nicht sicherer, lieber weltfremd zu bleiben, um nur ja keinen Fehler zu machen? Nun, wer sich auf die Welt einlässt, kann Fehler machen. Wer das nicht tut, macht alles falsch. 

Was lässt sich heute von Paulus lernen? Paulus beschreibt die Menschen als solche, die zum Suchen bestimmt sind (V.27). Die Menschen; nicht nur die Nichtchristen, die noch suchen müssen, während Christen schon gefunden haben. Alle sind gemeint. Man kann auch sagen: Der Mensch ist zur Bildung bestimmt. Bildung, das ist die Suche nach dem, was mich wachsen lässt. Bildung zu suchen, das ist das Bewusstsein, nicht fertig zu sein, wachsen zu wollen, mich weiterzuentwickeln. Gott möchte, dass sein Ebenbild in uns wieder erneuert wird; dass wir wie Jesus werden, von seinem Bild geprägt werden (Röm 8,29). Wer von dieser Umwandlung reden möchte, muss sensibel werden für die Ideale und Sehnsüchte der Menschen heute. Unverzichtbar ist die Kritik an Bildern, die sich Menschen vom Göttlichen machen. Unverzichtbar ist aber auch die immer neue Übersetzung der Geschichte von Jesus hinein in die Sprachen unserer Zeit. Das Zeugnis von Jesus hat nicht den Zweck, die Suchbewegungen der Menschen abzuwürgen. Er ist nicht ihr Ende, sondern ihr Ziel. Wer von diesem Jesus reden möchte, braucht nicht zuletzt Bildung im Blick auf die Menschen um ihn herum. Wonach suchen sie, was ist ihnen wirklich wichtig? Welche Worte haben sie für das, was sie bewegt? Kann vielleicht auch ich mithilfe dieser Worte formulieren, was Jesus bedeutet? 

Praktische Umsetzung (20 Minuten)

Aufgabe 

Formuliere mit fünf Sätzen, was dir am christlichen Glauben wichtig ist! (Aufschreiben, fünf Minuten Zeit)

Griff in die Klamottenkiste

Jeder greift „blind“ aus einer Kiste ein markantes Kleidungsstück, das mit einer sozialen Gruppe zu identifizieren ist. 

Aufgabe

Zieh dir das Teil an und formuliere die fünf Sätze noch einmal neu in besonderer sprachlicher Prägung durch dieses Milieu!

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