Alles zur Ehre Gottes!

1. Erklärungen zum Text

Paulus schreibt hier an die Gemeinde in Korinth, die sowohl aus Christen besteht, die zuvor Heiden waren als auch aus Christen, die zuvor Juden waren. Nun geht es um die Frage, ob es in Ordnung ist, wenn man als Christ jedes käuflich zu erwerbende Fleisch isst oder nicht. Das Problem war: Im griechischen Lebensraum galt jedes geschlachtete Tier als „geopfert“. Sogar das griechische Wort „thyo“ bedeutet „schlachten“ und „opfern“ zugleich. Und damit ergibt sich natürlich für die Leute aus der Gemeinde die Frage: Welches Fleisch darf nun gegessen werden? Die einen meinen, dass man mit der Bekehrung gleichzeitig auch allem Heidnischen absagt, die anderen meinen, dass es doch auch unbedenklich ist, dieses Fleisch zu essen, wenn es außer Gott eh keine anderen Gottheiten gibt. In den Versen zuvor stellt Paulus klar, dass der, der an Opferhandlungen teilnimmt, Gott verleugnet.

V. 23-24: An dieser Stelle spricht Paulus darüber, dass „Freiheit“ für Christen bedeutet, dass man „alles tun darf“. Denn Jesus hat uns befreit vom Gesetz, das von Mose gegeben wurde. Wir müssen uns nicht mehr an das Gesetz halten, um das ewige Leben zu bekommen, Jesus hat schon alles für uns erreicht. Aber wozu hat er uns denn befreit? Paulus geht hier darauf ein, dass es schon eine falsche Fragestellung ist, wenn ich nur nach meiner eigenen Freiheit, nach meinen eigenen Wünschen oder meinem eigenen Können frage. Es geht hier nicht um die Isoliertheit eines Menschen, sondern es geht um den Bau der Gemeinde und damit auch um die Beziehung jedes Einzelnen zu Jesus und den Gemeindegliedern. Deshalb zeigt Paulus, dass man zwar alles tun darf, aber alles im Blick auf Jesus und damit auch in der Nächstenliebe geschehen soll (vgl. V. 31).

V. 25-30: Paulus erklärt hier, dass das Fleischessen für jemanden, der keine Gewissensprobleme damit hat, völlig legitim ist. Doch sobald jemand (z. B. aus der Gemeinde) wegen dem Gedanken des Opferfleisches ein Problem damit hat, dann soll der andere darauf verzichten, obwohl sein eigenes Gewissen ihm die Freiheit dazu geben würde. Denn wenn derjenige das Fleisch trotzdem essen würde, so würde er das Gewissen seines Glaubensbruders oder seiner Glaubensschwester beeinflussen und das soll nicht geschehen. Um das Gewissen des anderen zu schützen, ist gegenseitige Rücksichtnahme zu leisten und gegenseitiges Verständnis aufzubringen. Hier geht es um die Einheit der Gemeinde. Die Einheit ist bedroht, wenn die „Freien“ und die „Ängstlichen“ sich gegenseitig richten.

V. 30-11,1: Hier sagt Paulus, dass alles, was wir tun, zu Gottes Ehre sein soll. Er stellt eine Verbindung her zwischen dem Glauben und den ganz normalen, alltäglichen Dingen. Essen und Trinken, ganz äußerliche Taten, dürfen mit dem Innerlichen, dem Glauben, verbunden werden. Als Christ darf man so also in Freiheit leben, aber man soll auch auf die anderen achtgeben und ihnen kein Anstoß sein. Paulus sagt dies wahrscheinlich auch, weil er möchte, dass man als Christ möglichst einladend wirkt auf andere und nicht auf den eigenen Vorteil bedacht ist, sondern das große Ziel im Blick hat, andere zur Beziehung mit Jesus Christus einzuladen. Den letzten Satz sehe ich nicht als arrogante Art von Paulus zu zeigen, wie toll er ist, sondern er ist so zu sehen, dass die Gemeinde eben Paulus leibhaftig kannte und er wie eine Art „Vermittler“, als ein Beispiel für die Gemeinde, vorangehen möchte.

2. Bedeutung für heute

Tut alles zu Gottes Ehre! (V. 31) Mein Reden und mein Verhalten gegenüber Christen und Nichtchristen soll zeigen: Gott soll durch mich geehrt werden. Das schließt mit ein, dass ich mich so verhalte, dass andere zum einen keinen Anstoß an meinem Verhalten nehmen und dass ich anderen etwas „zu-Liebe“ tue. Nehmen wir folgendes Beispiel: Ich bin eingeladen bei einer Familie, bei der man kein Tischgebet spricht. Bete ich für mich ein Tischgebet? Ich denke, eher nicht. Dem anderen könnte das peinlich sein, er fühlt einen Abstand. Ich kann beim Essen im Stillen sagen: Danke Herr, für das Essen, aber nicht dem anderen das Gefühl geben, er hätte sich „schlecht“ verhalten.

Die Grenze beim „möglichst kein Ärgernis Sein“ ist für mich aber dann erreicht, wenn ich dem anderen deutlich machen muss: Hier ehre ich nicht mehr Gott. Auch wenn man möglichst einladend für Jesus leben will, gibt es keine Anpassung um jeden Preis. Ein Beispiel: Wenn die Person anfängt über jemanden zu lästern, lästere ich nicht mit. Das ist für ihn vielleicht ein Anstoß zu sehen, wie man als Christ leben kann. Mein Maßstab ist das Gewissen, das allein an Christus gebunden ist, nur so kann ich zur Ehre Gottes leben.

Wer zu Gottes Ehre leben will, der fragt: Welches Verhalten nützt meinen Mitmenschen? Auch unter Christen: Ich passe mich dem anderen ein Stück weit an, um keinen Ärger hervorzurufen. Ich kann so z. B. bei einer Diskussion auch denen die Chance geben, etwas zu sagen, die sonst nicht die „Lautesten“ sind, um auch ihnen zu signalisieren: „Deine Meinung ist uns wichtig!“ Alles Gott zur Ehre und um Liebe zu üben und eventuell den anderen für Christus zu gewinnen oder ihn in seinem Glauben zu bestätigen, weil wir Geschwister im Glauben sind.

So wie die Korinther fragen auch wir uns immer mal wieder: „Darf ich das jetzt als Christ?“ Paulus‘ Antwort wäre kurz zusammengefasst: „Du darfst alles! Aber achte darauf, ob es für dein Gewissen in Ordnung ist und zur Ehre Gottes geschieht.“

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg vor der Bibelarbeit

Open space (das heißt: Es läuft Musik, jeder Teilnehmer hat ein farbiges Kärtchen und während Musik läuft, tauschen alle. Sobald die Musik stoppt, stoppt auch die Tauschaktion: Dann suchen sich zwei mit gleicher Farbe. Es wird eine Frage gestellt, in Zweiergruppe besprochen, dann geht es weiter mit Musik etc.). Fragen könnten rund um das Thema Freiheit gestellt werden, z.B.:

  • Was bedeutet für dich „Freiheit“?
  • Was verstehst du unter vorbildlichem Leben?
  • Wenn du jemand erklären müsstest, was das Gewissen ist, was würdest du sagen?

3.2 Bibeltext

Der Bibeltext wird gemeinsam gelesen. Jeder bekommt ein paar Minuten Zeit, um den Bibeltext danach nochmal in Ruhe durchzulesen. Dann liest einer der Mitarbeiter den ganzen Bibeltext vor. Die Teilnehmer sollen nun bei einem Satz, einem Wort oder mehreren Worten einstimmen, die für sie wichtig sind. (Wichtig ist hierbei, dass jeder die gleiche Bibelübersetzung hat.)

3.3 Kleingruppenphase

Fragen zum Text:

  • Was hast du für Worte laut mitgelesen? Warum sind dir dieses Worte wichtig geworden?
  • Gibt es etwas, was du am Text nicht verstehst? Was dich ärgert?
  • Was ist für dich das „Gewissen“? Wodurch wird dein Gewissen beeinflusst?
  • Was bedeutet für dich Freiheit?
  • „Man darf alles“ (V.23) – würdest du Paulus hier zustimmen oder würdest du sagen, dass man gewisse Dinge (als Christ) nicht machen sollte?
  • „Alles zur Ehre Gottes!“ (V.31) – Wie kann das im Alltag aussehen? Wie können wir zur Ehre Gottes leben?
  • Wo gibt es Bereiche in deinem Leben, in denen du mehr auf deine Mitmenschen achten solltest?
  • Gibt es im Jugendkreis/ in der Gemeinde Situationen, in denen man mehr Rücksicht aufeinander nehmen sollte? Wenn ja, was sind das für Situationen?
  • Paulus meint in V.33, dass die Gemeinde ihn sich zum Vorbild nehmen kann. Gibt es Dinge bei dir, die du den anderen weitergeben kannst, wo du denkst, dass du für andere ein Vorbild sein kannst?
  • Wie kann man als Einzelner oder auch als gesamte Gruppe noch offener und „einladender“ sein für Leute, die noch keine Christen sind? Gibt es Dinge, die man ändern kann, die Außenstehende vielleicht abschrecken?

3.4 Umsetzung in den Alltag

Um sich Dinge wieder in Erinnerung zu rufen, ist es hilfreich, sich die Punkte, die man z.B. im Alltag umsetzen will, aufzuschreiben. Dieser Zettel kann entweder von jedem persönlich nach Hause mitgenommen werden oder als Plakat für die ganze Gruppe im Raum aufgehängt werden. Wenn man Dinge umsetzen will, ist es am besten, gleich damit anzufangen. Deshalb schlage ich vor, die einzelnen Punkte so konkret wie möglich zu benennen, um erreichbare Ziele vor Augen zu haben.

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