Der Mensch denkt und Gott lenkt … / … uns über unsere Grenzen hinweg

Einstieg

Möglichkeit A: Spiele mit den Teens eine Runde „Das verrückte Labyrinth“.

Frage sie nach dem Spiel, was man machen kann, wenn sich Wege verbauen.

Möglichkeit B bzw. im Anschluss ans Spiel: Lege den Teens die Verse 6-8 vor mit der Bitte, die genannten Orte in der Landkarte wiederzufinden und die Reiseroute einzuzeichnen.

Sammle anschließend auf einer Tafel o. Ä., was die Teens denken, wie der Heilige Geist wohl die Weiterreise verhindern haben könnte und was sie denken, fühlen, machen, wenn bei ihnen ein Plan nicht funktioniert.

Hauptteil

Verteile den angegebenen Bibeltext nun an die Teens mit der Bitte, anhand eines Bibellexikons möglichst viele Informationen zu sammeln über Paulus, Lydia, Philippi, damalige Reisemöglichkeiten und -gewohnheiten, politische Situation, usw. … Teile evtl. die Teens in Gruppen auf, die jeweils eine Aufgabe bekommen.

Nach einer festgelegten Zeit sollen die Teens einander ihre Ergebnisse vorstellen. Achte darauf, dass u. a. folgende Infos vorkommen, bzw. erkläre ihnen einige Zusammenhänge:

Paulus ist ein Mann der Tat. Seit der Jesusbegegnung vor Damaskus ist Paulus ein eifriger Verkünder des Evangeliums. Dabei geht er sehr strategisch vor und überlegt sich gut, wie er seine Reise plant. Durch ihn kommen viele Menschen zum Glauben und Gemeinden werden gegründet.

Doch auf einmal wird dieser aktive Jesusnachfolger gebremst, sanft, von Gott selbst. Wie wird (leider) nicht verraten. Daraufhin ändert er seine Reisepläne und wird noch mal gebremst.

Frage an die Teens: Kennt ihr das – solche Tage, an denen nichts gelingt? „Heute ist nicht mein Tag!“ Was macht man dann?

Erläutere, dass dahinter kein Ruf Gottes stecken muss (!) und erst recht auch keine böse Absicht. Aber solche unvermuteten Schwierigkeiten sind immer ein Hinweis darauf, einmal innezuhalten, nicht einfach weiterzumachen und nach Gottes Wille zu fragen. Gott antwortet auf solches Gebet, auch wenn es länger dauert und eventuell erst noch eine Tür mehr zugeht. Aber er macht uns dann schon noch klar, was er von uns will!

Hier in diesem Fall bekommt Paulus durch einen Traum den entscheidenden Hinweis. Er sieht einen Mann, offenbar in mazedonischer Tracht, der bittet: Komm herüber und hilf uns!

Sofort machen sich Paulus und sein ganzes Missionsteam auf den Weg. Jetzt plagt ihn kein Zweifel mehr.

Frage die Teens, ob sie auch schon mal was geträumt haben oder ihnen plötzlich eine Begebenheit bekannt vorkommt – evtl. wie ein Déjà-vu. Wie ist es vonstattengegangen, und was haben sie daraufhin gemacht, verändert?

Erläutere, dass nicht jeder Traum ein Reden Gottes ist, da wir in Träumen v. a. Erlebtes verarbeiten. Aber sehr wohl können uns Träume auf Begegnungen vorbereiten und manchmal spricht Gott auch konkret zu uns in solchen Erlebnissen. Auch der Rat anderer erfahrener Christen und die Einmütigkeit eines schwierigen Beschlusses sind ein starkes Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes, wie es auch bei Paulus zu sehen ist, denn seine Begleiter sind mit ihm einig. Als das klar ist, machen sich Paulus und seine Mitarbeiter unverzüglich auf den Weg … und siehe da, es gibt keine Hindernisse mehr.

Erläutere, dass es gut ist, Gottes Wege, die einem klar werden, dann auch zu gehen und dass Gott das gibt, was wir brauchen.

So kommt Paulus dann nach „Europa“. Es kostete damals schon einiges – nicht nur an Geld, auch Mut, Zeit, Überwindung – zu reisen. Dies hinterfragt schon mal unsere westliche Bequemlichkeit … oder?!

Paulus jedenfalls kommt dann nach Philippi, einer römisch geprägten Stadt, mit römischem Recht, d. h. die Römer, die in dieser Stadt lebten, hatten dieselben Privilegien wie die Römer in Rom bzw. wie im gesamten Römischen Reich. Hier begegnet Paulus also einem militärisch, politisch sowie geistig und ebenso kulturell ausgerichteten Römertum.

Nun könnte doch Paulus sofort anfangen zu missionieren, doch „wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt“. Ehe Paulus loslegt, sieht er sich an, wie das Umfeld bzw. die Menschen sind, wo er Leute für das Evangelium gewinnen will. Er sieht wie sie leben, arbeiten, wohnen und welche Götter sie haben. Kurz: Er sucht Ansatzpunkte für die Mission und missioniert eben nicht blind drauflos.

Erläutere, dass dies nicht nur für die Weitergabe des Evangeliums wichtig ist, sondern generell, wenn man in eine neue Situation kommt, wenn die eigenen Grenzen erweitert werden: Nicht einfach blind drauflosmachen, sondern erst mal schauen, wie es so läuft.

Paulus geht dann nach guter Tradition am Sabbat dorthin, wo er Gläubige vermutet. Denn in fremden Städten außerhalb Israels gab es nicht immer eine Synagoge – zumindest hat Paulus in Philippi keine gefunden. Aber er weiß, dass dort, wo Juden leben und es keinen Versammlungsort gibt, sich diese am Sabbat rituell waschen und zusammen beten werden. Darum geht er hinaus vor die Stadt an den Fluss und redet mit den Frauen, die dort zusammenkommen.

Und wieder wird eine Grenze erweitert, denn anscheinend gab es dort keine leitenden Männer, aber einer „gottesfürchtigen“ Frau mit Namen Lydia tat Jesus das Herz auf. Obwohl sie sich als wohlhabende Purpurhändlerin vieles leisten konnte, erkannte sie, dass Jesus wertvoller ist als Luxus und Erfolg. Damit war nicht nur eine Frau der erste Christ in Europa, sondern Lydia übernahm anscheinend auch eine führende Rolle bei der sich dann entwickelnden Gemeinde.

Die Umkehr Lydias hatte zur Folge, dass ihr häusliches Umfeld auch zum Glauben kam und sich taufen ließ. Außerdem wird Paulus, der sonst immer für sich selbst sorgte und als Zeltmacher arbeitete, nun von Lydia genötigt, mitsamt seinen Freunden in ihr Haus zu kommen und dort zu bleiben, solange er in Philippi ist. Erst einmal war also der Unterhalt für Paulus und sein Team gesichert.

Erläutere, dass Gott sich einen Weg sucht, um seine gute Botschaft weiterzugeben und auch dass er seine Leute versorgt, wenn sie sich aus der Komfortzone aufmachen.

PS: Das heißt übrigens nicht, dass immer alles glattgeht und es keine Anfeindungen mehr geben wird, wie die weiteren Verse dann ja auch zeigen.

Abschluss

Lass die Teens zum Abschluss über folgende Fragen nachdenken … evtl. tragt ihr auch zusammen und betet füreinander.

Plane ich erst und bitte dann: Herr segne, was ich tun will? Oder plane ich das, was Gott will, dass ich es tue? Was heißt da: „Trachtet zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere geschenkt“ (Mt 6,33)?

Was mache ich, wenn Planungen nicht greifen oder torpediert werden?

Bin ich bereit, Gottes Reden nicht nur zu hören, sondern auch umzusetzen und meine Grenzen zu erweitern?

Als Ermutigung kannst du ja von deinem eigenen Erleben erzählen.

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