Draußen!

Wir holen alle(s) raus

Der Frühling ist da. Die Temperaturen steigen. Zeit, rauszugehen!

Aufgrund der Pandemie verlegen wir unsere Angebote in die Natur oder auf größere Plätze. Gleichzeitig beachten wir natürlich die vorgegebenen Regeln des Landes. Unser Redaktionsteam hat für Euch und eure Kinder einige gut umsetzbare Ideen in konkrete Entwürfe umgesetzt, damit Ihr mit Euren Kindern in Kontakt bleiben könnt. Wie wäre es mit einem Treffen am Lagerfeuer, dazu Stockbrot und eine gute Geschichte? Vielleicht verteilt Ihr auch lieber Päckchen mit Briefen, Rätsel und Aktionen? Oder Ihr bereitet mehrere Stationen in eurer Ortschaft vor und lasst die Kinder von Station zu Station gehen? Vielleicht macht Ihr auch lieber ein Fitnessangebot live aus dem Garten wie die „Highland-Games“ hier aus dem Artikel „Kräftemessen im Schottenrock“?

Gerade jetzt brauchen Euch die Kinder. Sie sind die, die mit am meisten in dieser Zeit unter der Kontaktlosigkeit leiden. Hier ist es wichtig, ihnen ein guter Wegbegleiter/ eine gute Wegbegleiterin zu sein, vielleicht auch mal anzurufen oder eine Messanger-Nachricht zu schicken. Kinder merken, dass man an sie denkt. Danke für alle Zeit und Liebe, die Ihr in die Jüngsten steckt! Gott segne Euch!

Highlandgames für Kinder und Jugendliche

Die Highland Games (deutsch: „Hochland-Spiele“) stammen ursprünglich aus Schottland. Seit hunderten von Jahren gehören diese speziellen sportlichen Wettkämpfe zur schottischen Kultur und werden auch heute noch nach traditionellen Regeln durchgeführt. Bei den Highland Games geht es aber nicht nur darum, wer am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen steht, also die oder der Stärkste und Schnellste ist. Neben dem Sportspektakel spielen das Erleben von Gemeinschaft und das Feiern eine wichtige Rolle. Gründe genug, dass auch Kinder oder Jugendliche einmal in den Kilt schlüpfen und sich dem traditionsreichen Wettkampf stellen!

Zu Beginn der Highland Games sollte man den Teilnehmern eine kurze Einführung ins Thema geben: Die Spiele stammen ursprünglich aus dem schottischen Hochland. Dort wurden die Wettkämpfe mit dem Ziel ausgetragen, Schottlands stärksten und schnellsten Männer zu finden. Diese sollten dann wichtige Aufgaben übernehmen, z.B. als Leibwächter des Königs, Krieger oder Boten. Auch heute werden noch Highland Games veranstaltet, allerdings geht es dabei neben dem Kräftemessen bei traditionellen Wettkampf-Disziplinen vor allem um Spaß und das gemeinsame Feiern.

Um ein passendes Ambiente zu schaffen, sollten sich sowohl Mitarbeitende als auch Teilnehmende nicht scheuen, einen Schottenrock bzw. eine entsprechende Alternative (z.B. kariertes Tuch) um die Hüften zu binden. Auch das Abspielen von Dudelsackmusik oder das Einüben eines kleinen schottischen Tanzes kann dazu beitragen, eine Highland Games-Atmosphäre zu schaffen.

Im Folgenden werden einzelne Disziplinen vorgestellt, die mit Kindern oder Jugendlichen durchgeführt werden können. Dabei kann man den Wettkampf so planen, dass entweder die Leistung von jeder Person einzeln gewertet wird oder dass kleine Gruppen eingeteilt werden, die gegeneinander spielen. Sollte es am Ende um die beste Einzelleistung gehen, müsste man die erzielten Punkte bei Gruppenwettkämpfen (z.B. Tauziehen) entsprechend jedem Gruppenmitglied „gutschreiben“. Bei der Materialauswahl (z.B. Größe und Gewicht) sollte die Gruppenzusammensetzung (Alter, Mädchen/Jungen) berücksichtigt werden. Eventuell ist es sinnvoll, das Material in verschiedenen Größen/Gewichten bereitzuhalten, um den unterschiedlichen Voraussetzungen gerecht werden zu können.   

Falls genügend Mitarbeitende zur Verfügung stehen, bietet es sich an, die Highland Games als eine Art Stationenlauf zu organisieren. Die Punktevergabe sowie die Anzahl der Versuche pro Station können individuell festgelegt werden. Wichtig: Bitte unbedingt durch klare Regeln und Sicherheitsabstände Verletzungsgefahren der Beteiligten minimieren! Auch der Einsatz bestimmter Materialalternativen (siehe Vorschläge) kann zur Erhöhung der Sicherheit beitragen.

Baumstammwerfen

Material:

  • kleiner Baumstamm
  • Materialalternativen für Baumstamm: kleine Zaunpfähle/ Bohnenstangen/ große, stabile Pappröhren/ Plastikrohre
  • Markierungen (z.B. Stöcke oder Strohballen)

Ablauf:

Der Baumstamm wird entweder selbst vom Boden aufgehoben oder dem stehenden Athleten so in die Hände gegeben, dass dieser die Unterseite fassen und gleichzeitig den Stamm an eine seiner Schultern lehnen kann. Nun soll der Baumstamm mit oder ohne Anlauf aus einem Abwurfbereich heraus so nach vorne geworfen werden, dass er sich einmal überschlägt. Gelingt dies, erhält der Spieler bzw. dessen Gruppe eine bestimmte Punktezahl.

Hammerwerfen

Material:

  • Hammer
  • Materialalternative Hammer: Socke mit Tennisball
  • Markierungen (z.B. Stöcke oder Strohballen)

Ablauf:

Der Hammer wird aus dem Stand mit einem Arm so weit wie möglich geworfen. Drehbewegungen um die eigene Achse sind nicht erlaubt, jedoch darf man durch kreisende Bewegungen Schwung mit dem Wurfarm holen. Es bietet sich an, verschiedene Zielzonen zu markieren, die jeweils unterschiedlich viele Punkte bringen. Bei mehreren Versuchen zählt entweder der beste der Würfe oder die Gesamtzahl der erreichten Punkte.

Steinstoßen

Material:

  • großer Stein
  • Materialalternative Stein: Kugelstoß-Kugel/ Kokosnuss/ Medizinball
  • Markierungen (z.B. Stöcke oder Strohballen)

Ablauf:

Der Stein wird aus dem Stand mit einem Arm so weit wie möglich gestoßen (wie beim Kugelstoßen). Drehbewegungen um die eigene Achse sind nicht erlaubt! Es bietet sich an, verschiedene Zielzonen zu markieren, die jeweils unterschiedlich viele Punkte bringen. Bei mehreren Versuchen zählt entweder der beste der Würfe oder die Gesamtzahl der erreichten Punkte.

Baumstammziehen (Staffellauf)

Material:

  • Baumstammstück, an dem ein dickes Seil befestigt ist (z.B. mit Hilfe einer Ringschraube)
  • Materialalternative Baumstammstück: Zaunpfahl
  • 2 Markierungen (z.B. Stöcke oder Strohballen)
  • Stoppuhr

Ablauf:

Zwei Stöcke oder Strohballen befinden sich in einem Abstand von ca. 20m zueinander.  Eine kleine Gruppe von Spielern stellt sich rechts neben dem Startpunkt auf. Der Baumstamm wird nun von jedem Gruppenmitglied um die gegenüberliegende Markierung und anschließend wieder um die Startmarkierung gezogen, so dass man das Seil dem nächsten Spieler direkt in die ausgestreckte Hand übergeben kann. Die Zeit wird gestoppt, bis der letzte Spieler seine Ausgangsposition erreicht hat. Die drei besten Gruppenzeiten werden mit entsprechenden Punktzahlen belohnt, die entweder der jeweiligen Gesamtgruppe oder bei Einzelwertung den einzelnen Gruppenmitgliedern „gutgeschrieben“ werden. Bei ungleichen Gruppengrößen kann die Durchschnittszeit der Gruppe bewertet werden.

Koffertragen

Material:

  • 2 kofferähnliche Gewichte mit Haltevorrichtung (z.B. zwei Baumstammscheiben mit „Griffen“)
  • Materialalternativen Gewichte: 2 kleine Hantelstangen mit Gewichtsscheiben, 2 Reisekoffer mit Steinen
  • 2 Markierungen (z.B. Stöcke oder Strohballen)

Ablauf:

Die Markierungen befinden sich in einem Abstand von ca. 20m zueinander. Die beiden „Koffer“ werden nun vom Startpunkt aus um die zweite Markierung und wieder zurück getragen – je ein Koffer in jeder Hand. Wer eine Runde schafft, erhält eine bestimmte Anzahl von Punkten. Stehenbleiben ist erlaubt. Gezählt werden nur die vollen Runden, bis die Gewichte abgesetzt werden müssen oder maximal 5 Runden geschafft wurden.

Fassrollen (Staffellauf)

Material:

  • kleines Fass, gefüllt mit Wasser
  • Materialalternative Fass: Autoreifen
  • 2 Markierungen (z.B. Stöcke oder Strohballen)
  • Stoppuhr

Ablauf:

Zwei Stöcke oder Strohballen befinden sich in einem Abstand von ca. 20m zueinander.  Jeweils zwei Mitglieder der Gruppe bilden ein Team und rollen das Fass gemeinsam um den gegenüberliegenden Stock/ Ballen und wieder zurück. Nun sind die nächsten beiden Spieler an der Reihe. Die Zeit wird gestoppt, bis das letzte Team das Fass über die Ziellinie gerollt hat. Die drei besten Gruppenzeiten werden mit entsprechenden Punktzahlen belohnt, die entweder der jeweiligen Gesamtgruppe oder bei Einzelwertung den einzelnen Gruppenmitgliedern „gutgeschrieben“ werden.

Sackhochwurf

Material:

  • Sack mit Heu
  • Mistgabel
  • evtl. hohe Stehleiter
  • Kreide zum Markieren der Höhenzonen

Ablauf:

Der Heusack soll mit der Mistgabel so hoch wie möglich geworfen werden. Um die Höhe zu messen, bietet sich z.B. eine hohe Stehleiter, eine Wand oder ein Baum an, die in bestimmte Höhenzonen eingeteilt sind. Für jede erreichte Zone gibt es eine entsprechende Punktezahl.

Sackweitwurf

Material:

  • Sack mit Heu
  • Mistgabel
  • Markierungen (z.B. Stöcke oder Strohballen)

Ablauf:

Der Heusack wird aus dem Stand mit der Mistgabel so weit wie möglich geworfen. Es bietet sich an, verschiedene Zielzonen zu markieren, die jeweils unterschiedlich viele Punkte bringen. Bei mehreren Versuchen zählt entweder der beste der Würfe oder die Gesamtzahl der erreichten Punkte.

Tauziehen

Material:

  • dickes Tau
  • Markierungen (z.B. Absperrband, Seil, Stock, Strohballen)

Ablauf:

Zwei Gruppen stehen sich entlang eines am Boden liegenden Taus gegenüber. Dort, wo sich die Mitte des Taus befindet, ist der Boden markiert. Auf Kommando ergreifen die beiden Mannschaften das Tau und versuchen, die gegnerische Gruppe so weit auf ihre Seite zu ziehen, dass eine vorher gekennzeichnete Stelle des Taus über die markierte Mitte bewegt wird. Alle Gruppen treten gegeneinander an und erhalten pro Sieg eine entsprechende Punktezahl. Bei Einzelwertung kann diese dann auch jedem Spieler individuell „gutgeschrieben“ werden.

Sackschlagen

Material:

  • 2 Säcke mit Heu
  • Material-Alternative Heusäcke: 2 Kissen
  • 2 Strohballen

Ablauf:

Auf den beiden Strohballen, die im Abstand von etwa 1m auf dem Boden liegen, stehen sich zwei Spieler gegenüber. Sie versuchen, sich gegenseitig mit einem Heusack vom Strohballen zu schlagen. Kopftreffer sind verboten. Wer zuerst aus dem Gleichgewicht gerät und den Boden berührt, hat verloren. Jeder Athlet bestreitet mehrere Durchgänge gegen verschiedene Gegner und sammelt für sich oder seine Gruppe pro Sieg eine bestimmte Anzahl von Punkten. Diese Disziplin kann auch als kleines Turnier gespielt werden, bei dem immer der Gewinner eine Runde weiterkommt. Die drei bestplatzierten Spieler erhalten dann jeweils eine vorher festgelegte Punktezahl, die bei Gruppenwertung ihrer jeweiligen Gruppe „gutgeschrieben“ wird.

Liegestütz-Ringkampf

Ablauf:

Zwei Spieler befinden sich Kopf an Kopf in Liegestütz-Stellung. Nun versuchen sie, sich gegenseitig so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass ein anderer Körperteil als die Hände oder die Füße den Boden berührt. Jeder Athlet bestreitet mehrere Durchgänge gegen verschiedene Gegner und sammelt für sich oder seine Gruppe pro Sieg eine bestimmte Anzahl von Punkten. Diese Disziplin kann auch als kleines Turnier gespielt werden, bei dem immer der Gewinner eine Runde weiterkommt. Die drei bestplatzierten Spieler erhalten dann jeweils eine vorher festgelegte Punktezahl, die bei Gruppenwertung ihrer jeweiligen Gruppe „gutgeschrieben“ wird.

Hammerhalten

Material:

  • Hammer
  • Stoppuhr

Ablauf:

Bei diesem Spiel geht es darum, einen Hammer so lange wie möglich mit ausgestrecktem Arm zu halten. Die drei besten Zeiten werden mit einer bestimmten Anzahl von Punkten belohnt, die entweder den einzelnen Spielern oder deren Gruppen „gutgeschrieben“ werden. Diese Disziplin kann auch als kleines Turnier gespielt werden, bei dem immer zwei Athleten gegeneinander antreten und der Gewinner eine Runde weiterkommt. Dann benötigt man keine Stoppuhr, aber zwei gleich schwere Hämmer. Die drei bestplatzierten Spieler erhalten jeweils eine vorher festgelegte Punktezahl, die bei Gruppenwertung ihrer jeweiligen Gruppe „gutgeschrieben“ wird.

Highland Games zu Hause

Falls ein Zusammentreffen in größerem Rahmen nicht möglich ist, können Kinder und Jugendliche selbst kreativ werden und im eigenen Garten oder auf einer freien Fläche in der Nähe alleine oder mit anderen zusammen ihre eigenen kleinen Highland Games veranstalten. Mit ein bisschen Ideenreichtum ist es möglich, die meisten Disziplinen auch im privaten Umfeld durchzuführen. Außerdem ist es bestimmt reizvoll, weitere Disziplinen zu erfinden und auszuprobieren. Im Rahmen der Jungschar oder der Jugendgruppe könnte man eine Art „Highland Games Contest“ ausrufen und die Kinder bzw. Jugendlichen auffordern, Fotos oder Videos von ihren Aktionen mit den anderen zu teilen.

Quellen:

https://www.visitscotland.com/de-de/see-do/events/highland-games/

https://kruschel-kinder.de/nachrichten/Wer_ist_der_Beste_beim_Steine-Schleudern_13201617.htm

https://www.highland-games.eu/disziplinen-bei-den-dhg/

https://www.spielewiki.org/wiki/Highland_Games

https://www.spielewiki.org/wiki/Liegest%C3%BCtz-Kampf

https://www.lz.de/lippe/lemgo/22769633_Statt-Highland-Games-VfL-Lueerdissen-ruft-zu-Homeland-Games-auf.html

https://www.regio-tv.de/mediathek/video/highland-games-f%C3%BCr-die-kleinen/

https://www.pinterest.ch/pin/382172718373928057/

https://de.wikipedia.org/wiki/Highland_Games

Das Ziel

Starter

Ich kann Gott alles sagen, auch meine Fehler.

Checker

Es kommt nicht auf meine fromme Leistung an, sondern da­rauf, mich ganz auf Gott zu verlassen.

Der Text an sich

Es gab zwei klar definierte Gruppen im Judentum: Gerechte und Sünder. Wenn man zu einer bestimmten Gruppe gehörte, galt man automatisch als Sünder. Das war bei den Zöllnern der Fall, denn Zöllner arbeiteten mit den Feinden Israels zusammen. Ein Pharisäer galt als Gerechter, weil er die Weisungen der Bibel ernst nahm. Diese beiden Gruppen stellt Jesus im Gleichnis gegenüber.

Bevor Jesus auf Pharisäer und Zöllner zu sprechen kommt, wird ein bestimmter Menschentyp vorgestellt, zu dem das Gleichnis in erster Linie gesprochen wird: Es werden Menschen beschrieben, die von sich überzeugt, aber trotzdem nicht wirklich gerecht sind. Außerdem verachten sie die anderen, die Sünder. Dieser Typ Mensch taucht auch im Gleichnis wieder auf.

Beide Menschen, der Gerechte und der Sünder, gehen in den Tempel und beten. Von dem Pharisäer hätte man das erwartet, aber auch der Sünder sucht sich einen Platz zum Beten. Jeder kann mit Gott reden, egal wer er ist und egal welche Vorgeschichte er hat.

Der Pharisäer dankt Gott, dass es ihm möglich ist, einen gerechten Lebensstil zu leben. Er benennt auch bewusst zwei Leistungen, die er regelmäßig tut. Er fastet mehr als es das Gesetz verlangt und er gibt mehr, als es das Gesetz verlangt. Jesus kritisiert nicht seine religiöse Praxis, und trotzdem geht er nicht gerechtfertigt nach Hause. Der Grund ist in Vers 14 zu finden. Der Pharisäer hat sich selbst erhöht. Er hat sich an die erste Stelle gesetzt. Er hat sich nicht selbst erniedrigt, denn die Einstellung ist klar: Ich bin von Gott akzeptiert.

Der Zöllner hat Dreck am Stecken. Das ist für Gott kein Hinderungsgrund, das Gebet anzunehmen. Es geht auch hier nicht darum, dass das Gebet des Zöllners ehrlicher war als das des Pharisäers, denn der hat auch ehrlich seine Gedanken allein vor Gott ausgesprochen. Die Antwort, warum der Zöllner gerechtfertigt nach Hause geht, finden wir wieder in Vers 14. Er hat sich vor Gott erniedrigt. Das wird an seiner äußeren Haltung deutlich, indem er den Blick senkt und an seine Brust schlägt. Das wird aber auch an seinem Gebet deutlich, welches seine innere Haltung widerspiegelt. Er bittet Gott um Gnade, weil er weiß, dass er Fehler gemacht hat. Er ist sich nicht sicher, dass Gott ihn und sein Gebet akzeptiert. Er steht beschämt vor Gott und vertraut darauf, dass seine Schuld weggenommen wird.

Der Text für mich

Mir ist klar, dass ich nicht zu einer der beiden definierten Gruppen Gerechter und Sünder gehöre. Ich bin beides zugleich. Diese reformatorische Erkenntnis ist mir klar und trotzdem kann ich mich nicht zurücklehnen und so tun, als würde mich der Text überhaupt nichts angehen. Wenn ich ehrlich bin, dann entdecke ich auch bei mir manchmal dieses pharisäische Verhalten. Ich kenne mich in der Bibel aus, ich arbeite in der Gemeinde mit und schreibe JUMAT-Lektionen. Das ist doch was, wo ich mir auf die Schulter klopfen kann. Schnell geht es, dass ich auf die anderen herabsehe und denke, warum machen die denn das alles nicht. An dieser Stelle heißt es für mich dann Stopp. Manchmal erkenne ich den Moment selbst, manchmal muss mich auch Gott oder eine andere Person darauf hinweisen. Dann muss ich mich wieder beschämt vor Gott stellen und beten: Sei mir Sünder gnädig. An dieser Stelle wird mein theoretisches Wissen ganz praktisch, denn ich kann immer wieder zu Gott kommen und ihn um Vergebung bitten.

Der Text für dich

Starter

Wie gebetet wird, ist den meisten Kindern egal. Sie kennen Gebet vielleicht überhaupt nicht oder erleben es nur in der Jungschar. Manchmal wird vielleicht noch bei Freunden vor dem Essen gebetet oder die Großmutter kennt das Vaterunser. Sie erleben Gebet als etwas Formelles. Sie empfinden es als eine Form, dass man es aber auch ganz anders machen kann und das Gebet nicht nur eine äußere Form ist, sondern eine innere Haltung ausdrückt, ist ihnen fremd. Durch die Beschäftigung mit dem Text kann ihnen aber deutlich werden, dass Gebet mehr ist als ein christliches Ritual. Sie erfahren, dass es nicht auf schöne Worte beim Beten ankommt, sondern dass sie das aussprechen können, was sie bewegt. Sie dürfen erfahren, dass sie auch das Gebet um Vergebung mitsprechen können, egal was sie bisher für Erfahrungen mit Gebet und mit Gott gemacht haben.

Checker

Beten gehört selbstverständlich dazu. Die Jungscharler erleben es zu Hause, in der Jungschar und auch in anderen Gemeindeveranstaltungen. Wie sieht aber ihr persönliches Verhältnis zum Gebet aus? Ist es eine ritualisierte Form oder ist es ein Ausdruck ihrer Beziehung zu Gott? Es wird auch einige fromme Jungscharler geben, die die gleichen Gedanken haben wie der Pharisäer im Gleichnis. Sie sind stolz, dass sie nicht sind wie die anderen und jede Menge gute Leistungen vollbringen. Man sollte diese Haltung nicht vorschnell verurteilen, sondern kann den Jung­scharlern deutlich machen, dass es nicht auf ihre Worte und Leistungen ankommt, sondern auf ihre Einstellung. Haben sie sich selbst erhöht oder stehen sie demütig vor Gott?

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Veränderung erleben

Alle Teilnehmer werden aufgefordert, ihre Hände zu falten. Ihnen wird erklärt, dass diese Haltung etwas mit dem Thema der heutigen Jungscharstunde zu tun hat. Schnell werden die Kinder auf das Thema Gebet kommen. Das ist richtig, aber es geht noch um mehr. Die Kinder werden nun aufgefordert, ihre Hände anders zu falten. Wenn also beim Händefalten erst der linke Daumen oben war und dann abwechselnd alle anderen Finger, so ist nach dem Wechsel der rechte Daumen oben und auch die anderen Finger haben ihre Reihenfolge geändert. Wie geht es euch damit? Mögliche Antworten könnten sein: Das ist ungewohnt. Das fühlt sich doof an. Die erste Haltung war besser.

Eine Veränderung ist geschehen und die ist ungewohnt. In der Geschichte hat jemand gebetet (vielleicht hat er die Hände gefaltet) und es kam zu einer Veränderung, das war auch ungewohnt.

Idee 2: Über die Leiter

Es wird eine Anlegeleiter benötigt. Bei den Kindern sollte man je nach Alter darauf achten, dass die Leiter nicht zu hoch ist (evtl. kann man auch eine Leiter vom Hochbett abschrauben und für dieses Aktion benutzen). Die Aufgabe besteht darin, über die Leiter zu klettern. Ein Teilnehmer steigt auf der einen Seite die Leiter hoch, steigt oben über die Leiter und auf der anderen Seite wieder hinunter. Die anderen müssen die Leiter halten. Achtung: Bei jüngeren Kindern muss ein Mitarbeiter Hilfestellung geben, damit die Leiter nicht umfällt.

Verkündigung

Erzählung auf der Leiter

Es wird eine Doppelstehleiter benötigt, eine Leiter, bei der man auf beiden Seiten nach oben gehen kann. Drei Personen (Pharisäer, Zöllner, Erzähler) spielen die Geschichte an und auf der Leiter.

Der Erzähler kommt und stellt die Leiter in die Mitte. Dann stellt er sich an den Rand und beginnt.

Erzähler: Wir befinden uns in Jerusalem. Ein Mann kommt in den Tempel. Der Tempel ist oben auf dem Berg. Der Mann will beten. Er ist ein Pharisäer. Damit gehört er zu einer Gruppe von Menschen, die die Gebote Gottes genau einhalten wollen. Er stellt sich hin und redet mit Gott.

(Während dieser Sätze kommt der Pharisäer und stellt sich auf die unterste Sprosse der Leiter.)

Pharisäer: Gott, ich bin dir so dankbar, dass ich gut bin. Ich betrüge niemanden und ich raube niemanden aus. Ich schlage keine anderen Menschen. Ich bin meiner Frau treu. Ich bin nicht wie dieser Zöllner dahinten, der nicht so gut ist.

(Während er das sagt, steigt er langsam die Leiter nach oben, bei den Worten über den Zöllner zeigt er nach unten, auf die andere Seite der Leiter.)

Ich tue alles was du willst, Gott. Ich faste zweimal in der Woche. In deinem Gebot steht zwar, dass ich das nicht so oft tun muss. Ich faste trotzdem so viel. Ich gebe auch immer den zehnten Teil von meinem kompletten Einkommen.

(Während er diese Worte sagt, steigt er langsam auf der Leiter nach oben und bleibt dann nach seinem Monolog ganz oben stehen.)

Ein weiterer Mitarbeiter (Zöllner) kommt und stellt sich an die andere Seite der Leiter. Der Erzähler beginnt wieder:

Erzähler: Wir befinden uns in Jerusalem. Ein Mann kommt in den Tempel. Der Tempel ist oben auf dem Berg. (Der Zöllner steigt eine Stufe nach oben.) Der Mann will beten. Er ist ein Zöllner. Damit gehört er zu einer Gruppe von Menschen, die von den meisten Israeliten verachtet werden. Sie bezeichnen ihn als Sünder. Aber auch er kommt und betet.

Zöllner: (Er steigt von der Leiter wieder nach unten, legt die Hand auf die Brust und senkt seinen Kopf. Dann sagt er:)

Gott, sei mir Sünder gnädig.

So bleibt er stehen.

Erzähler: (Er tritt in die Mitte vor die Leiter.)

Zwei unterschiedliche Männer beten. Diese Geschichte ist so nie passiert. Jesus hat sie sich ausgedacht und den Menschen erzählt, die dachten, sie seien besonders wichtig. Nachdem er mit seiner Geschichte fertig war, fasste er das Gesagte zusammen. Der Zöllner ging befreit von Schuld nach Hause. Der Pharisäer nicht. Woran liegt das? Beide haben gebetet. Beide haben Gott ihre Gedanken gesagt. Einer hat sich selbst groß gemacht und in den Mittelpunkt gestellt und der andere hat Gott in den Mittelpunkt gestellt und sich selbst als unbedeutend Gott untergeordnet. Der Pharisäer wollte durch seine Leistung vor Gott angeben. Der Zöllner wusste, dass er nichts vorzuweisen hatte und musste sich ganz auf Gott verlassen.

Die andere Idee

Pantomime

Der Text wird zunächst mehrmals gelesen, damit die Teilnehmer den Inhalt erfassen. Nun haben die Jungscharler die Aufgabe, das Gleichnis pantomimisch darzustellen. Einer kommt nach vorn und stellt alles dar, was ein anderer liest. Dann ist der Nächste dran und präsentiert seine Pantomime. Der Text bleibt zwar der gleiche, aber die Darstellung wird sehr unterschiedlich sein.

Der Text gelebt

Wiederholung

Es liegen zwei Bilder bereit. Ein Bild des Pharisäers und ein Bild des Zöllners. Die Gruppe wird geteilt. Eine Gruppe erhält das Bild des Zöllners und die andere das des Pharisäers.

Immer abwechselnd sagen sie etwas, was sie über ihre Person wissen. In erster Linie geht es dabei um die Wiederholung der Geschichte, die Kinder können natürlich auch ihr weiteres Wissen über diese Personengruppen mit einfließen lassen.

Gespräch

Es werden noch einmal die beiden Blätter mit dem Bild des Pharisäers bzw. des Zöllners bereitgelegt. Die Teilnehmer stellen sich zu einem der beiden Bilder. In einer ersten Gesprächsrunde soll jeder einen Satz sagen, der die Person charakterisiert, bei der er steht.

In einer zweiten Runde schauen wir die Gebete der Männer näher an. Was ist der Unterschied? Wo gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Gebeten?

Was hat sich beim Beten bei den beiden Männern verändert?

In einer dritten Gesprächsrunde sprechen wir über unser Gebet.

Wie betest du?

Hast du auch schon mal ein solches Gebet gesprochen, wie einer der beiden Männer?

Welche Erfahrungen mit Gebet hast du gemacht?

Merkvers

Denn wer sich selbst groß macht, wird von Gott unbedeutend gemacht. Aber wer sich selbst unbedeutend macht, wird von Gott groß gemacht werden.

Lukas 18,14 BasisBibel

Zur Erarbeitung des Merkverses wird noch einmal die Stehleiter benötigt. Jeder erhält den Satz auf einem kleinen Kärtchen und soll sich überlegen, wie er ihn sagt. Einer stellt sich vielleicht oben auf die Leiter und sagt ihn komplett dort auf.

Einer sagt den ersten Teil des Verses beim Aufstieg und den zweiten Teil beim Abstieg. Ein dritter fängt oben an und sagt den ersten Teil beim Abstieg und den zweiten beim Aufstieg. Jeder sagt den Satz so, wie er es für gut und richtig hält.

Es schließt sich die Frage an: Warum habt ihr gerade den Satz auf diese Art und Weise gesagt?

Gebet

Hier geht es vor allem um das Gebet des Zöllners: Gott sei mir Sünder gnädig. Die Kinder erhalten ein flaches Stück weißes Styropor. Dort können sie das draufschreiben, was sie von Gott trennt, was ihre Sünden sind. Evtl. können sie auch nur das Wort Sünde aufschreiben. Dann werden diese Styroporteile in ein Gefäß mit Nitroverdünnung gelegt. Nach einer kurzen Zeit löst sich das Styropor auf. Das ist ein Symbol dafür, dass Gott die Sünde wegnimmt.

Hinweis: Diese Aktion sollte man im Freien durchführen, da die Verdünnung sehr geruchsintensiv ist.

Kreatives

Gebetsleiter basteln

Es werden dünne Leisten benötigt, die sich die Kinder zurechtsägen. Für eine Leiter braucht man zwei Leisten die ca. 18 cm lang sind und 6 Leisten die ca. 5cm lang sind.

Nach dem Sägen werden die kurzen Stücke in gleichmäßigen Abständen auf den langen Leisten befestigt, sodass eine Leiter entsteht. Das Befestigen kann mit kleinen Nägeln oder auch mit Kleber geschehen. Auf die sechs Sprossen der Leiter werden nun die Begriffe Bitte, Fürbitte, Dank, Lob, Klage und Vergebung geschrieben. Nun erhält jeder Teilnehmer noch eine Klammer.

Die kann er dann immer an der Gebetssprosse befestigen, die dem Gebet entspricht, welches er gerade betet. Heute kommt die Klammer an die Sprosse Vergebung, denn darum ging es in der Geschichte.

Spielerisches

Angeberspiele

Jeweils ein Spieler aus der Gruppe kommt nach vorn und bekommt eine Aufgabe. Alle Teilnehmer, auch der, der vorn steht, schreiben nun auf, wie diese Aufgabe gelöst wird. Beispiel für eine Aufgabe: Wie viele Liegestütze schaffst du innerhalb einer Minute? Nachdem alle ihren Tipp abgegeben haben sagt der, der die Aufgabe ausführen muss, seine Antwort. Nun werden die anderen gefragt, wie sie es einschätzen: Schafft er es oder ist er ein Angeber? Hat er sich über- oder unterschätzt?

Nun wird die Aufgabe ausgeführt und wir sehen, ob sich der Teilnehmer selbst richtig eingeschätzt hat und auch, ob die anderen ihn richtig eingeschätzt haben. Übertragung zum Text: Es geht ganz schnell, dass wir überheblich sind und uns selbst erhöhen.

Weitere Aufgaben könnten sein:

Wie lange kannst du mit drei aufgeblasenen Luftballons jonglieren?

Wie viele Bibelverse kannst du innerhalb einer Minute aufsagen?

Wie stark kannst du eine Waage nur mit den Händen drücken? (Die angezeigten Kilos auf der Waage kommen in die Wertung.)

Wie lange brauchst du, um von einer Rolle Klopapier jedes Blatt einzeln abzureißen?

Wievielmal kannst du innerhalb einer Minute auf den Stuhl steigen und wieder herunterspringen?

Rätselhaftes

Man benötigt wieder die Stehleiter. Zwei Teams treten gegeneinander an. Ein Teammitglied steht unten an der Leiter. Die Teams bekommen Quizfragen gestellt. Die Fragen können etwas mit der Geschichte zu tun haben, das ist aber nicht zwangsläufig notwendig. Wer die Frage zuerst richtig beantwortet, darf eine Stufe auf der Leiter nach oben steigen. Gewonnen hat das Team, welches als Erstes oben ist.

Danach werden die Teams gefragt: Hättet ihr euch so eingeschätzt, dass ihr die Gewinner seid? Hättet ihr euch so eingeschätzt, dass ihr die Verlierer seid?

(T)Extras

Lieder

Du hast Erbarmen

Jesus kam für dich

So ist Gott, er hört Gebet

Spiele mit einer Leiter

Leitertrage

Jeweils drei Teilnehmer bilden ein Team und treten gegeneinander an. Jedes Team hat eine Anstellleiter. Einer legt sich darauf und die beiden anderen tragen die Leiter wie eine Krankentrage. Auf diese Art und Weise müssen die Teams einen Hindernisparcours durchlaufen.

Leiterbalance

Es werden eine Leiter und eine Unterlage benötigt, auf die die Leiter gelegt wird. Diese Unterlage soll nicht zu dick sein, gut eignet sich zum Beispiel ein Sägebock. Es werden Teams von ca. 4 Personen gebildet. Sie haben die Aufgabe, die Leiter so auf die Unterlage zu legen, dass sie im Gleichgewicht liegt. Welches Team schafft das am schnellsten? Tipp: Die Gruppen sollen gegenseitig nicht sehen, wie die Aufgabe gelöst wird, um nicht die Gleichgewichtsmethode der anderen Teams zu übernehmen.

Leiterkriechen

Man benötigt eine Leiter, bei der der Abstand der Sprossen so groß ist, dass ein Kind hindurchkriechen kann. Die Leiter wird auf den Boden gestellt und zwar so, dass ein Holm auf dem Boden liegt. Zwei Mitarbeiter müssen die Leiter halten, damit sie nicht umfällt. Nun muss jeder Teilnehmer zwischen den Sprossen hindurchkriechen und zwar immer hin und her. Wer schafft das am schnellsten?

Diese Themenreihe enthält Gruppenstunden zu Texten aus dem Lukasevangelium. Dazu gehören 5 Einheiten zu Geschichten in denen Jesus Menschen begegnet. Außerdem sind noch 6 Bausteine zu Gleichnissen enthalten. Die Texte stammen aus JUMAT 2/18 und 3/18.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

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