The Chosen – Staffel 1

Im dieser Themenreihe beschreiben wir Bausteine, die ihr für eure Gruppenstunde nutzen könnt, um die 1. Serienstaffel von „The Chosen“ zu vertiefen und gemeinsam aufzugreifen. Ideal um die folgen gemeinsam zu schauen und danach als Gruppe zu erleben, besprechen und persöhnlich anzugehen.

Elemente in den Erarbeitugen sind: Spiel, Gespräch durch Fragen, eine Zeugnisandacht, der Blick in die Bibel, eine persönliche Challange und etwas zu Essen.

Über The Chosen: „The Chosen“ ist die erste Serien-Verfilmung über das Leben von Jesus mit mehreren Staffeln, und zugleich das erfolgreichste durch Crowdfunding finanzierte Filmprojekt (über 16.000 Beteiligte) aller Zeiten. Die Serie hat sich binnen eines Jahres zu einer Weltsensation entwickelt, die zig Millionen Fans gefunden hat.

  • Über 315 Millionen angeschaute Folgen
  • 7 Staffeln sind geplant
  • 2. Staffel auf Deutsch ab 18. März 2022

Das Ziel

Starter

Bei Jesus bist du willkommen, egal wer du bist.

Checker

Nicht unser Wissen bringt uns Gott näher, sondern die Beziehung zu Jesus.

Der Text an sich

Jesus ist seit einiger Zeit in Galiläa unterwegs. Er hat die ersten Jünger berufen, Wunder getan und die Menschen gelehrt. Wo er auch hingeht, folgen ihm die Menschen in Scharen. So auch in Kapernaum. Sobald er die Stadt betrat, brauchten die Menschen ihre Kranken zu ihm. Auf der Suche nach etwas Ruhe vor den Menschenmassen verlässt Jesus die Stadt und geht ans Ufer des nahe gelegenen See Genezareth. Doch auch dorthin folgt ihm die Menschenmenge und Jesus nimmt sich die Zeit sie zu lehren. Mit Vers 14 beginnt dann die eigentliche Geschichte. Denn in der Nähe des Sees kommt Jesus an einem Zollhaus vorbei. Solche Zollhäuser waren oft an Straßen, Brück oder Seeufern zu finden, um von den Menschen die Steuern einzufordern oder wie in dieser Geschichte, das Fischen zu besteuern. Zöllner zählten aus jüdischer Sicht zur untersten Gruppe der Bevölkerung. Sie hielten sich nicht an die jüdischen Reinheitsgesetze, arbeiteten für die römische Besatzungsmacht und nahmen den Menschen zusätzlich oft mehr Geld ab als vorgeschrieben, um den eigenen Profit zu erhöhen. Zöllner galten damit als die Sünder schlechthin. Aus Sicht der Pharisäer war es nicht gestattet, sich mit ihnen abzugeben. Es ist davon auszugehen, dass Levi die Geschichten über die Wunder gehört hat, die Jesus in Kapernaum getan hat, sodass er wusste, wer vor ihm Stand als Jesus ihn ansprach. Jesus erblick Levi in seinem Zollhaus im Vorübergehen. Das klingt beinahe zufällig, doch Jesus sieht Levi. Andere hätten ihn vermutlich nicht einmal wahrgenommen oder zumindest keinen Blick für ihn übriggehabt. Doch obwohl sein Lebensstil von allen anderen Juden verachtet wurde, spricht Jesus ihn an und fordert ihn auf ihm nachzufolgen und sein Jünger zu werden. Und Levi zögert keinen Moment. Was er über Jesus weiß reicht anscheinend aus, dass er bereit ist alles stehen und liegen zu lassen, alles aufzugeben, was sein Leben bisher ausgemacht hat und mit Jesus mitzukommen. Wie radikal und endgültig seine Entscheidung ist, zeigt das Abschiedsessen, das Levi für die anderen Zöllner gibt, mit denen er vermutlich befreundet war. Für die Pharisäer ist nicht nachvollziehbar, dass Jesus sich mit solchen Menschen abgibt. Sie sind so empört, dass sie die Jünger darauf ansprechen. Diese Frage führt uns zum Kern der Geschichte, denn Jesus macht deutlich was sein Auftrag ist. Er ist nicht für diejenigen auf die Welt gekommen, die von sich denken, dass sie gut genug sind, um vor Gott zu bestehen. Jesus ist für diejenigen gekommen, die wie diese Zöllner und Sünder erkennen, dass ihr Leben Gott nicht gefällt und die Jesu Hilfe dankbar annehmen. Am deutlichsten wird das an der Person von Levi. Er hat beschlossen sich von seinem alten Leben abzuwenden und ab jetzt mit Gott zu leben. Er wird zu einem der zwölf Jünger, die mit Jesus unterwegs sind. Ab jetzt taucht er unter dem Namen Matthäus auf.

Der Text für mich

Mich begeistert an diesem Text zu sehen, dass es für Jesus nicht von Bedeutung ist, welchen Hintergrund und welche Lebensgeschichte ein Mensch mitbringt, wenn er ihm begegnet. Was für Jesus zählt ist, ob wir bereit sind ihm nachzufolgen und mit seiner Hilfe die Richtung in unserem Leben zu ändern. Nach der Meinung der Pharisäer hätte Levi vermutlich nicht weiter von Gott entfernt sein können. Und doch beruft Jesus ihn zu seinem Nachfolger, der Tag und Nacht mit ihm unterwegs ist und der später sogar eines der Evangelien verfasst.

Der Text für dich

Starter

Ähnlich wie die Zöllner, wissen einige der Kinder vermutlich noch nicht viel über Jesus. Diesen Kindern kann es unter Umständen leichter fallen zu erkennen, dass ihr Leben und ihr Verhalten Gott nicht gefällt und sie die Hilfe von Jesus brauchen, um sich zu verändern. Diesen Kindern gilt die Frage, ob sie Jesus nachfolgen wollen, so wie es Levi getan hat. Denn für Jesus ist nicht entscheidend was in der Vergangenheit war, sondern ob sie ab jetzt mit ihm unterwegs sein wollen.

Checker

Ähnlich wie den Pharisäern, kann es den Kindern gehen, die bereits viel von Jesus gehört haben und viele der biblischen Geschichten auswendig kennen. Dieses Wissen ist ein großer Schatz. Doch gleichzeitig stehen diese Kinder vor der Herausforderung, dass ihr Wissen allein oder ein ‚gutes Verhalten‘ nicht ausreicht, um Gott zu gefallen. Auch diese Kinder fordert Jesus auf umzukehren und sich nicht auf ihrem Wissen auszuruhen, sondern immer wieder zu Jesus zu kommen und seine Hilfe anzunehmen.  

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Spiel

Ein Mitarbeiter geht durch den Raum. Die Kinder versuchen ihm auszuweichen. Wenn der Mitarbeiter ein Kind berührt, reiht es sich hinter dem Mitarbeiter in die Schlagen ein und folgt ihm. Dabei machen die Kinder in der Schlange alle Bewegungen nach, die der Mitarbeiter vorgibt. Das Spiel ist zu Ende, wenn alle Kinder in der Schlange eingereiht sind.   

Tauscht euch anschließend darüber aus, was es bedeuten könnte, jemandem nachzufolgen.

Idee 2: Gegenstände raten

In die Mitte des Kreises werden unterschiedliche Gegenstände oder Bilder gelegt. Z.B. Fisch, Haus, Auto, blaues Tuch, ein Apfel, ein Schaf, eine Sprechblase, … Einige davon passen zur Geschichte, andere nicht. Die Kinder sollen auswählen, welche Gegenstände zur Geschichte gehören und welche nicht.

Verkündigung

Verkündigungsart: Erzählung mit einem Zollstock

Während dem Erzählen werden unterschiedliche Bilder mit einem Zollstock geformt (siehe Downloadbereich). Die Bilder sollten vorher einmal geübt werden, damit beim Erzählen keine längeren Pausen entstehen.

Haus  Levi lebte in Kapernaum. Die Stadt lag direkt am See Genezareth. Und wie jeden Tag saß Levi in der Nähe des Sees in seinem Zollhaus.
FensterWie immer schaute er aus dem Fenster und beobachtete alles, was am See passierte. Er war Zöllner und seine Aufgabe war es, den Fischern auf dem Weg ins Dorf Steuern für die Fische abzunehmen, die sie nachts gefangen hatten und jetzt verkaufen wollten.
XLevi war nicht besonders beliebt bei den Menschen. Denn er arbeitete für die Römer und das gefiel den meisten Juden überhaupt nicht. Außerdem nahm er den Menschen manchmal mehr Geld ab als vorgeschrieben war, damit für ihn selbst mehr übrigblieb. Es gab viele Gründe warum ihn die anderen nicht mochten. Und richtige Freunde hatte er eigentlich nur unter den anderen Zöllnern.
Wellen  Levi beobachtete weiter den See. Heute war einiges los. Eine ganze Gruppe von Menschen saß am See. Es sah aus als würde ein Mann reden und die anderen zuhören.
FensterWie Levi so aus seinem Fester schaute bewegte sich auf einmal etwas. Die Gruppe war aufgestanden und kam ein Stück auf ihn zu, doch er beachtete die Gruppe nicht weiter. Er konnte sowieso nicht hören was gesagt wurde und die meisten Menschen wollten auch nichts mit ihm zu tun haben.
JesusLevi war in seinen Gedanken versunken als auf einmal eine Person direkt vor seinem Zollhaus stand. Erst dachte er, der Mann will seine Steuern bezahlen, aber dann hörte er wie er sagte: “Komm folge mir nach“. Da erkannte Levi auf einmal, wer da vor ihm stand. Das konnte nur Jesus sein. Der Mann von dem er schon Geschichten gehört hatte, wie er Menschen gesundmacht.
NachfolgenUnd ohne weiter nachzudenken stand Levi auf und folgte Jesus nach. Doch er wollte nicht nur ein paar Stunden oder einen Tag mit Jesus unterwegs sein.
PfeileSeine Entscheidung war ernst. Er wollte bei Jesus bleiben und sein Jünger sein. Ab jetzt wollte er die Richtung in seinem Leben ändern und so leben wie es Gott gefällt.
TischDeshalb lud Levi Jesus, seine Jünger und all seine Freunde zu einem Abschiedsessen zu sich nach Hause ein.
LupeDoch während alle am Tisch saßen beobachtete eine Gruppe von Pharisäern ganz genau was im Haus passierte.
BlitzSie waren richtig empört. „Was tut Jesus da? Warum gibt er sich mit diesen Zöllnern ab? Jeder weiß doch, dass sie Sünder sind und Gottes Gebote nicht einhalten.“
KreuzJesus hörte, wie sich die Pharisäer ärgerten und sagte zu ihnen. Nicht diejenigen brauchen einen Arzt die stark sind, sondern die, die krank sind. Ich bin nicht gekommen, um denen zu helfen die denken, dass sie vor Gott gut dastehen. Sondern ich bin für diejenigen gekommen, die wissen, dass sie bisher ohne Gott gelebt haben und jetzt mit Gott leben wollen.  

Die andere Idee

Die Geschichte wird mit Hilfe der Gegenstände und Bilder erzählt, die die Kinder in der Hinführung (Idee 2) erraten haben. Die falsch erratenen Gegenstände werden durch die Richtigen ersetzt.

Der Text gelebt

Wiederholung

Jedes Kind erhält jeweils einen Zollstock. Nun versuchen die Kinder die Bilder aus der Geschichte nachzulegen. Sind nicht genügend Zollstöcke vorhanden, können die Kinder auch Zweiergruppen bilden. 

Gespräch

In die Mitte des Kreises wird eine Flasche gelegt und gedreht. Das Kind auf das die Flasche zeigt, beantwortet die erste Frage. Weiß es keine Antwort, kann es ein Kind auswählen, das sich meldet. Wer die Frage beantwortet hat, darf die Flasche als nächstes drehen.

  • Welchen Beruf hatte Levi?
  • Warum waren die Zöllner unbeliebt?
  • Was macht Levi als Jesus ihn anspricht?
  • Was für Personen sind die Pharisäer?
  • Wie reagieren die Pharisäer, als sie Jesus bei den Zöllnern sehen?
  • Wen meint Jesus mit den Starken in der Geschichte?
  • Warum sind sie stark?
  • Was ist das Problem bei den Starken?
  • Wen meint Jesus mit den Kranken in der Geschichte?
  • Warum sind sie krank?
  • Wer ist der Arzt?
  • Wer braucht die Hilfe von Jesus: Diejenigen die viel von ihm wissen oder die, die wenig von ihm wissen?

Merkvers

„Wer mir dienen will, der soll mir nachfolgen. Wo ich bin, soll er auch sein.“

Johannes 12,26 (Hoffnung für alle)

Der Bibelvers wird aufgeschrieben und in einzelne Worte zerschnitten. Jedes Kind bekommt ein eigenes Puzzle-Set und kann den Vers in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen.

Gebet

Stupsgebet: Die Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind startet und betet laut oder leise. Sobald es fertig ist, stupst es seinen Nachbarn an. Wer nicht beten möchte, gibt direkt an seinen Nachbarn weiter. Das letzte Kind beendet laut mit „Amen“.

Kreatives

Ein Din A4  Papier wird längs halbiert und dann wie ein Fächer mit mehreren Knicken gefaltet. Daraus wird ein Männchen ausgeschnitten. Wichtig ist, dass die Arme bis an den Rand gehen und dort nicht abgeschnitten werden. Faltet man das Papier nun auseinander entsteht eine Kette mit Männchen. Die Männchen können gestaltet werden. Wer möchte kann Jesus und sich selbst als Nachfolger aufmalen. 

Spielerisches

Alle Kinder stehen im Kreis, mit dem Rücken nach außen. Ein Kind läuft um die Gruppe herum und tippt ein anderes Kind an. Dieses erhält den Befehl „Komm mit“ oder “Lauf weg“. Bei „Komm mit“ läuft das angetippte Kind hinter dem ersten her und versucht es zu fangen. Das erste Kind versucht den freien Platz im Kreis zu erreichen bevor es gefangen wird. Bei „Lauf weg“ laufen die Kinder in entgegengesetzten Richtungen um den Kreis und versuchen jeweils als erstes wieder den freien Platz im Kreis zu erreichen. Wer zuletzt am freien Platz ankommt oder gefangen wird, beginnt die nächste Runde.

Rätselhaftes

Probiert folgendes Experiment mit den Kindern aus:

Auf eine Serviette wird eine Figur aufgemalt und ausgeschnitten. Dann werden die einzelnen Schichten der Serviette auseinandergenommen, sodass mehrere dünne Figuren entstehen. Jeweils ein Bein der Figuren wird nach vorne und eines nach hinten geknickt, sodass die Figuren stehen bleiben.

Dann wird ein Luftballon aufgeblasen und an einem Kleidungsstück gerieben, um ihn elektrostatisch aufzuladen. Wird der Luftballon nun langsam vor den Figuren her bewegt, folgen ihm die Figuren nach.

Bevor die Figuren bewegt werden, können die Kinder raten, was passieren könnte.

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 1/2022. Es geht in sechs Lektionen um Geschichten von Jesus aus dem Markusevangelium:

Lektion 2: Markus 1,21-39 Ein Tag im Leben von Jesus

Lektion 3: Markus 2,1-12 Heilung des Gelähmten

Lektion 4: Markus 2,13-17 Jesus beruft Levi

Lektion 5: Markus 2,23-28 Das Ährenraufen am Sabbat

Lektion 6: Markus 3,1-6 Heilung am Sabbat

Lektion 7: Markus 4,35-41 Rettung im Sturm

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Im Folgenden beschreiben wir Bausteine, die ihr für eure Gruppenstunde nutzen könnt, um die 6. Folge der 1. Serienstaffel Chosen zu vertiefen und gemeinsam aufzugreifen.

Spiel

Jesus wollte nicht, dass der Aussätzige von der Heilung spricht. Dennoch war dieses und die weiteren Wunder nicht aufzuhalten. Um zu verdeutlichen was passiert, spielt folgendes Spiel, das leicht abgewandelt wurde:

Per Zufall wird einem Mitspieler die Rolle des Lichts zugelost. Dieser darf sich nicht zu erkennen geben und mischt sich unter die anderen Mitspieler. Auf ein Zeichen hin wird der Raum verdunkelt und alle Mitspieler laufen frei im Raum herum. Treffen zwei Mitspieler aufeinander, schütteln sie die Hände und wünschen sich eine „Gute Nacht“. Nur das Licht bleibt stumm und sagt kein Wort. Trifft ein Mitspieler auf das Licht, wird dieser ebenfalls zum Licht. Irgendwann ist die ganze Gruppe erhellt.

Gespräch/Fragen

Erste Fragen für direkte Eindrücke:

  • Was hat dich berührt?
  • Was hat dich geärgert?
  • Was kannst du nicht begreifen?

Vertiefende Fragen für ein Gespräch:

  • Jesus heilt einen Aussätzigen. Anerkennung dafür will er nicht. Warum will Jesus nicht, dass er von dem Wunder erzählt?
  • Jesus lässt sich von niemandem in die Karten schauen. Schalte mal aus, was du alles weißt. Was hat Jesus vor?
  • Simon ist verbissen und will Jesus beschützen. Warum glaubt Simon, dass er für Jesus kämpfen muss?
  • Jesus erklärt das Gleichnis und zeigt auf, dass die Wachen immer bereit sind. Wie können wir stets bereit sein, für den Moment, wo Jesus wiederkommt?
  • Die Pharisäer grenzen sich ab! Was macht den Pharisäern Angst?
  • Die Pharisäer einigen sich der Bibel zu folgen und gleichzeitig auf Gottes Wirken aufmerksam zu sein? Was begegnet dir so alles in deinem Alltag, was vielleicht göttlich ist?
  • Welches Wunder würdest du dir wünschen, das Jesus für dich tut?
  • Die Kinder und der Zolleinnehmer sitzen auf dem Dach und wollen auch zuhören. Was fasziniert dich an Jesus?
  • Wo kannst du in deinem Leben Leute zu Jesus bringen?
  • Wo hast du dich verirrt wie der Zolleinnehmer und stehst völlig neben dir?

Zeugnisandacht

Ich habe oft das Gefühl gehabt, ich muss auch so toll wie die aus meinem Teenkreis von Jesus erzählen können und Menschen damit einfach konfrontieren und sie auf ihren Glauben ansprechen. Doch dazu fehlte mir immer der Mut. Ich wäre gerne so mutig gewesen wie die Freunde in dieser Geschichte. Vielleicht ist es nicht mein Ding. Vielleicht ist es aber auch nur eine Ausrede.

Doch vielleicht kennt ihr so Situationen, in denen man einen Gedanken im Kopf hat. Ich erinnere mich an eine Situation, wo ich einen Jugendlichen fragen wollte: Wie sieht es eigentlich mit deinem Glauben aus? Ich war mir nicht sicher, wo er steht. Doch gefragt habe ich nicht. Später habe ich es bereut, nicht gefragt zu haben. Bis heute weiß ich es nicht. Er hat sich aber leider eher von dem Glauben entfernt, glaube ich zumindest. Eine Frage, die evtl. für jemanden das ganze Leben verändern kann? Ich möchte keinen Druck aufbauen, aber wir bekommen ja nicht ohne Grund so Gedanken in den Kopf und werden nicht ohne Grund in eine Situation geschmissen. Ich glaube, Gott mutet uns so Situationen zu, weil er uns das zutraut. Er möchte, dass du sein Träger bist. Im Idealfall ist man nicht allein, so wie ihr und die Freunde.

Ich kenne euch nicht, aber es gibt immer jemanden, der hat eher die große Klappe und manchmal nix dahinter. Und doch ist es vielleicht sein Job, die anderen Jungs zusammenzurufen, um ihren Freund zu tragen. Anderen muss man eher sagen, was sie machen sollen und dann merken sie, hey, das geht. Ich bekomme es hin. Wir schaffen das. Nach dem Motto „Einer für alle und alle für einen“ haben die Freunde es hinbekommen. Und dann war die Hütte so voll, dass sie keinen Platz mehr gefunden haben. Der ideale Moment für alle zu kneifen und den Rückzieher zu machen. Ich erwische mich, dass ich quasi Ausschau halte nach so Momenten. Doch die Freunde müssen kreativ werden und nehmen die Herausforderung an. Sie glauben, dass Jesus ihrem Freund guttun wird und dass sie ihren Teil dazu beitragen können. Jetzt und nicht morgen oder übermorgen. Jetzt. Mich fasziniert das. Ihre Entschlossenheit, ihre Kreativität, ihr Mut.

Was bist du für ein Typ „Von Jesus Erzähler und Einlader“?

  1. Bist du der Spot? Du hast kein Problem damit, offen und fröhlich die Leute einzuladen oder ihnen selber von Jesus zu erzählen? Du strahlst die Leute gerne mit dem an, was für dich das Beste auf der ganzen Welt ist!
  2. Evtl. ist dir der Spot zu hell und zu heftig. Das bist nicht du. Du bist eher eine Fahrradlampe mit Dynamo. Du kannst super gut Licht sein mitten im Leben und du bekommst so immer wieder Möglichkeiten, mit anderen im Alltag über so Themen zu quatschen mitten bei den Kickern. Aber du musst erst mal so richtig in Tritt kommen, damit es bei dir langsam anläuft.
  3. Und vielleicht bist du eher eine klapprige Stehlampe, du stellst dein Licht unter den Scheffel und hältst nicht so große Stücke von dir. Du lebst gerne im gedimmten Zustand. Hast aber durchaus die Möglichkeiten, einen ganzen Raum zu erhellen.
  4. Bei anderen ist es vielleicht eher so, dass du der gemütliche Typ bist. Nicht faul, sondern eher intensive Begegnungen in einem geschützten Rahmen brauchen. Nur du und der andere, eine ganz besondere Atmosphäre. Du gleichst eher einer gemütlichen Lichterkette am Weihnachtsbaum.

Egal zu welchem Typ du dich zählst. Hier im Text steht: „Einige Männer brachten einen Mann auf einem Bett.“ – Da steht keine besondere Qualifikation. Sie waren keine Theologen. Sie konnten vielleicht nicht lesen und schreiben. Aber sie konnten einen Menschen zu Jesus bringen. Wen bringst du zu Jesus? Jesus traut dir das zu, dass du ein Träger für andere wirst. Ich möchte dich herausfordern, über deinen Schatten zu springen und dich von Jesus als Träger gebrauchen zu lassen. Schalte dein Licht an und lebe es, erzähle davon und gebe es weiter!

Amen

Blick in die Bibel

Lest gemeinsam Lukas 5, 17-26 „Die vier Freunde“

Ihr könnt die folgenden Fragen nutzen und sie euch gegenseitig beantworten. Dazu benötigt ihr einen Sitzkreis und eine freie Fläche in der Mitte. Die nächste Frage wird vorgelesen und dann wird eine Flasche in der Mitte gedreht. Wie beim Flaschendrehen beantwortet derjenige spontan die Frage, auf den der Flaschenkopf zeigt.

Kann er sie nicht beantworten (was kein Problem ist), ist sein Gegenüber an der Reihe. Wenn der auch keine Ahnung hat, ist die gesamte Gruppe dran und versucht gemeinsam die Frage zu klären.

  1. Warum waren die so überzeugt, dass Jesus helfen kann?
  2. Warum haben die nicht einfach gewartet, bis Jesus fertig war mit Predigen und aus dem Haus rauskam?
  3. „… stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinunter mit dem Bett“ – Wie können die mit einem Bett auf das Dach steigen?
  4. „Mit dem Bett mitten unter sie“ – ich denke, das Haus ist voll. Wie passt da ein ganzes Bett rein?
  5. „… als er ihren Glauben sah“ – Wie können die Freunde FÜR ihren Freund glauben? Können wir FÜR andere glauben?
  6. „Dir sind deine Sünden vergeben“ – Warum vergibt Jesus Schuld, obwohl dem Mann doch offensichtlich was anderes fehlt?
  7. Warum ist es Gotteslästerung, was Jesus macht?
  8. Kann Jesus Gedanken lesen?
  9. Hätte Jesus ihn auch geheilt, wenn die Pharisäer und Sadduzäer nicht gesagt hätten: Das ist Gotteslästerung?
  10. Was ist der Menschensohn?
  11. Warum heilt Jesus heute nicht mehr?
  12. Warum hat der Gelähmte sich nicht bedankt?
  13. Warum lobt er Gott? Es war doch Jesus, der ihn gesund gemacht hat.
  14. Wie kann der allein sein Bett tragen?
  15. Haben die Freunde das Dach wieder repariert?
  16. Die sind alle entsetzt und haben Angst und loben Gott – Was machen die dann?

Challenge für den Alltag

Option 1:

Wo willst du „Licht sein“ und jemanden auf deine Art zu Jesus bringen? Schreibe dir konkret einen Namen auf.

Option 2:

Gehe morgen mit offenen Augen durch dein Leben. Achte darauf, wo Jesus in deinem Leben wirkt! Schreibe dir auf, wo Gott in deinem Leben wirkt!

Zusatz: Wenn du magst, wiederhole es in einer Woche noch mal! Notiere dir einen Reminder in deinem Handy.

Essen

Passende Snacks für diese Einheit sind Oliven oder Trauben. Der Römer bietet dem Zolleinnehmer Oliven an und die Kinder essen mit ihm Trauben auf dem Dach.

Wenn du besonders viel Liebe investieren möchtest, kannst du auch Obst- und Gemüsesticks machen. Die sehen sehr einladend aus und sind ein prima Fingerfood für zwischendurch.

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 1/2021. Es geht um Josef. In insgesamt 8 Lektionen geht es um Josefs Familiengeschichte, die Hochs und Tiefs seines Lebens, Verrat, Intrige, Träume und Wunder und darum, dass Gott am Ende alles gut macht.

Ergänzend als Lektion 1 ein Stundenentwurf zur Jahreslosung Lk 6,36.

Lektion 2 1. Mose 37,1-11 Getreide und Gestirne

Lektion 3 1. Mose 37,12-36 Verraten und verkauft

Lektion 4 1. Mose 39 Abgehauen und bestraft

Lektion 5 1. Mose 40 + 41 Ähren und Kühe

Lektion 6 1. Mose 42 Angst und Bange

Lektion 7 1. Mose 43 + 44 Noch einmal Angst und Bange

Lektion 8 1. Mose 45 Versöhnung und Freude

Lektion 9 1. Mose 50,1-20 Rückblick und Ausblick

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Josef kann mir ein Vorbild sein, anderen zu vergeben.

Checker

Josef kann mir ein Vorbild sein, ruhig das Gespräch zu suchen, auszusprechen, was nicht gut war und wieder Frieden zu schließen.

Der Text an sich

Die Brüder wissen nicht, dass sie mit Josef reden; er weiß, wer vor ihm steht. Er ist der einzige, der die Situation aufdecken kann. Zwei Jahre hat er sie getestet, nun hält er es nicht länger aus: Er schickt Leibwächter und Diener hinaus, ist allein mit seinen Brüdern, so wie früher.

Sein Weinen zeugt von tiefer Bewegtheit, frei von Rache, Anschuldigungen, Testung.

Josef braucht nicht viel, um zu zeigen, wer er ist. Seine Brüder scheinen sprachlos angesichts dieser Nachricht und allem, was es in ihnen auslöst. 20 Jahre lang waren sie geplagt von ihrer Schuld und der Ungewissheit (tot oder lebend?) und nun steht er vor ihnen. Er ist der Berater (wörtl. „Vater“) des Pharao, Herr über Ägypten, mächtig und beliebt. Es wäre ihm ein Leichtes, sie einzusperren, zu versklaven, ö. ä. Er könnte auf Entschuldigung warten, sie vor ihm im Staub liegen lassen… Er steht doppelt über ihnen: in seiner Funktion und da sie an ihm schuldig sind. Aber Josef durchbricht die Trennung, ruft sie zu sich, beruhigt sie, indem er aufzeigt, dass Gott die Situation nutzt, um ihnen Gutes zu tun (V.5f.). Josef rechtfertigt die Vergangenheit nicht, aber er lenkt den Blick auf das Gute, das daraus entsteht. Er benennt die Schuld klar (V.4) und bietet doch die Beziehung an, auch körperlich.

Der Pharao kennt Josefs tragische Geschichte nicht, oder weiß, wie sehr er seine Familie liebt, denn er freut sich über sie, wie über Josef: er will ihnen das Beste geben, was Ägypten hat, sie stärken mit Überfluss (V.18). Ebenso Josef: seine Großfamilie, etwa 70 Mann, dazu ihre Herden, sollen östlich des Nildeltas wohnen, in seiner Nähe, wohlversorgt. Mitten in einer Hungersnot schenkt Josef seinen Brüdern Feierkleider. Einst wurde er wegen eines bunten Rockes beneidet, nun beschenkt er sie mit solchen. Benjamins Bevorzugung bleibt unkommentiert, nun können sie feiern: Die Versöhnung und die Wiedervereinigung der Familie.

Einer fehlt noch: Josefs Sehnsucht nach seinem Vater zeigte sich u. a. darin, dass er sofort nach ihm fragte. Mehrfach befiehlt er, ihn zu holen. Damit fordert er seine Brüder auch auf, ihm die Wahrheit zu sagen. Dies ist keine leichte Aufgabe, aber sie gehört zur echten Versöhnung und Beziehungswiederherstellung.

Einen 2. Auftrag gibt Josef seinen Brüdern: Zankt nicht! Haltet den Frieden. (Denn er weiß, wohin Zwietracht führt.)

Für den Vater ist es unbegreiflich: Der Totgeglaubte lebt! Nun hat er ein Ziel vor Augen: hingehen, es selbst sehen. Dadurch wird die Familie vereint.

Der Text für mich

Mich bewegt, wie Josef in alldem auf Gott fokussiert und mit ihm verbunden ist. So sieht er im Leid Gutes und ist zur Versöhnung bereit. Scheinbar hat Gott seine Verletzungen geheilt – das wünsche ich mir, ebenso, dass ich Gottes Hand erkenne, die mich hält und aus Mist Dünger macht 😉

Aber Josef kann seinen Brüdern auch ihre Schuld an ihm benennen. Josef hatte 20 Jahre, um versöhnungsbereit zu werden, und er konnte seine Brüder auf die Probe stellen, bevor er sich verletzlich machte und die Beziehung wieder aufnahm. Aber er setzte sich dem aus, während ich es oft verdränge. Mir fällt es noch schwer, „Du hast mich verletzt“ oder „Ich vergebe dir“ auszusprechen. Ich möchte lernen, Dinge anzusprechen, zu vergeben und Versöhnung zu leben – und Atmosphäre zu gestalten, denn obwohl Josef nun mächtig ist, wirkt er demütiger als zuvor. Nun, da die Träume erfüllt sind, ist er nicht überheblich, sondern sucht Frieden. Sein Auftreten damals löste Aggressionen aus, nun Versöhnung.

Der Text für dich

Starter

Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und wollen Ungerechtigkeiten fair geklärt haben, weshalb Streitereien meist schnell, teils unter Absprechen einer Wiedergutmachung, wieder beigelegt sind.Allerdings erleben sie auch, dass einige Kinder eine herausgehobene Stellung im Klassenverband erlangen, während andere ausgegrenzt werden. Zudem sind sie geprägt von der Streitkultur im Elternhaus und bringen unterschiedliche Lösungsstrategien mit, z.B. nachgeben, ausdiskutieren, ignorieren, im Sand verlaufen lassen etc.

Aus dem heutigen Text können sie mitnehmen, dass Josef den ersten Schritt macht und seinen Brüdern vergibt. Sie können ermutigt werden, nicht auf das eigene Recht zu bestehen. Ein Grundverständnis von Vergebung kann entstehen und ggfs. erste Anwendungen finden.

Checker

Da Kinder ab ca. 11 Jahren abstrahieren können, ziehen sie evtl. Parallelen zu Jesus. Da sie gleichzeitig in einer Entwicklungsphase stecken, in der sie anwenden wollen, was sie lernen, haben die Kinder wahrscheinlich bereits Vergeben ausprobiert. Diese Erfahrungen können aufgegriffen werden und die Kinder bestärkt werden, weiterhin Vergebung zu leben, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Zudem können sie ermutigt werden, auch auf den Anderen zuzugehen, auszusprechen: „Das war nicht okay, das hat mir wehgetan, aber ich mag dich trotzdem, lass uns Freunde bleiben“ und Versöhnung zu leben.

Auch können sie darin unterstützt werden, das Gute in Situationen zu suchen/zu sehen und daran zu glauben, dass Gott immer für sie da ist und unser Leben sich in sein großes Ganzes fügt.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Persönlicher Einstieg

Material: Zettel und Stift pro Teilnehmer, 1 tiefer Teller/Schüssel, 1 DIN-A4-Blatt mit der Aufschrift „Schwester, Bruder, Mama, Papa, Familie, beste Freundin, Kumpel, Freunde, Klassenkameraden, Lehrer, Nachbarn…“

Die Teilnehmenden bekommen Stift und Papier und den Hinweis, dass es nun persönlich wird. Auf ein Papier dürfen sie binnen 3 Minuten schreiben, wer sie in der letzten Woche aufgeregt oder verletzt hat. Die Namen werden nicht vorgelesen und nicht gezeigt, der Zettel wird kleingefaltet in den Teller gelegt. Liegen alle Zettel drin, legt der Mitarbeiter das DIN-A4-Blatt stellvertretend darüber: Oft sind es die nahestehenden Personen, die uns verletzen. Heute geht es weiter um Josef, einen Mann, der von seinen Brüdern ziemlich mies behandelt worden war. Auf seinem Zettel hätten die Namen seiner Brüder gestanden und vielleicht wollte er den Zettel am liebsten zerreißen, verbrennen, wegschmeißen. Aber dann steht er seinen Brüdern wieder gegenüber.

Idee 2

Rekapitulationsknäuel (Spiel)

Material: zu einem Knäuel aufgewickelte lange Schnur oder Wollknäuel

Die Teilnehmenden stellen sich in einem Kreis auf. Es geht darum, dass gemeinsam die bereits thematisierte Josefsgeschichte wiederholt wird. Der Mitarbeiter mit dem Knäuel fängt an, hält das Schnurende fest, sagt, dass einst ein junger Mann namens Josef lebte, und fragt, was dann passierte. Er wirft das Knäuel zu einem beliebigen Kind, das etwas ergänzen darf, ein Stück des Seils festhält und das Knäuel weiterwirft. Jedes Kind sollte mindestens einmal drankommen; der Mitarbeiter kann als Joker angespielt werden, der Tipps gibt, wenn die Kinder nicht weiter wissen. Ist die Wiederholung abgeschlossen, verweist der Mitarbeitende auf das Fadengewirr: Bei Josef war scheinbar ein ähnliches Gewirr in seinem Leben, zuletzt waren sogar seine Brüder wieder aufgetaucht. Wie wird Josef diesen Wust in seinem Leben, dieses Chaos auch in der Beziehung zu seinen Brüdern lösen?

Verkündigung

Verkündigungsart Monolog (einer der Brüder erzählt die Geschichte)

Material: Verkleidungsstück / Tuch o.ä, mit dem der Mitarbeiter sich als Asser verkleidet

Hallo, schön, dass ihr da seid! Ich muss euch unbedingt etwas erzählen! Meine Freude ist so groß, ich will es der ganzen Welt erzählen! Also, passt auf – wartet, ihr wisst ja noch gar nicht, wer ich bin. Gestatten, Asser mein Name. Ich bin ein Bruder von Josef, normalerweise falle ich gar nicht weiter auf. Meine Mama… nun, das führt zu weit. Jedenfalls ist Josef mein Bruder. Josef kennt ihr, oder? Dieser Kerl, der verrückte Dinge geträumt hat? Und den wir als Sklaven verkauft haben. (schweigt kurz). Es muss sehr schlimm für Josef gewesen sein. Ich wusste gar nicht, ob er noch lebt. Das ist über 20 Jahre her. … (freudig) Und jetzt ist etwas Krasses passiert. Ihr werdet es mir nicht glauben: Ich habe Josef getroffen! Gerade eben! Da drüben in diesem Herrschaftspalast!

Erst hab ich gar nicht gemerkt, dass es Josef ist. Er war sozusagen der Chef von Ägypten. Wir haben von ihm Getreide gekauft, weil es bei uns nichts mehr gibt. Plötzlich hieß es, Benjamin hätte ihn bestohlen. Er sollte ein Sklave werden, aber das hat Juda nicht zugelassen. Und dann geschah es: Der Ägypter schickte alle hinaus. Die Diener, die Leibwache, alle. Es blieben nur wir übrig. Er begann, laut zu weinen und ich dachte, was passiert hier? Aber es muss was Persönliches sein, nur was?

Und dann sagte er „Ich bin Josef“ Mir blieb fast das Herz stehen. Ich konnte förmlich vor mir sehen, wie wir ihn damals töten wollten. Wie ich ihn schubste, dass er in die Grube fiel. Wie er um Hilfe rief, als wir ihn verkauften. Was waren wir für schlechte Menschen gewesen! „Was nun?“, dachte ich. „Wird er uns einsperren? Verkaufen? Versklaven? Umbringen?“

„Kommt her!“ sagte Josef, und wir gehorchten. Meine Beine zitterten, fast wäre ich hingefallen. Ich konnte Josef nicht ansehen. „Ihr habt mich verkauft“, sagte er. Obwohl er es so ruhig sagte, war es wie ein Schlag ins Gesicht. Es gab keine Möglichkeit, unsere Schuld abzustreiten. Als Josef den Mund wieder öffnete, war ich voller Angst. Und dann sagte er: „Belastet euch nicht weiter damit“ Bitte was?! Nach all den Jahren, in denen es mir den Schlaf raubte? Einfach so? Keine Rache? Nicht mal ein Vorwurf?

Josef sagte: „Gott hat mich nach Ägypten geschickt. Nur von hier aus kann ich euer Leben retten. Deshalb bin ich hier.“

Ehrlich, ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass Josef so gut zu uns ist. Und Josef war noch nicht fertig: Ich spürte plötzlich eine Hand auf der Schulter und sah hoch. Er stand direkt vor mir. „Asser“, sagte er, und dann zog er mich zu sich und umarmte mich ganz fest. Wir mussten beide weinen.

(kurz Stille) Es war das Bewegendste, was mir je passiert ist. Josef hat uns alle umarmt, wir sind uns wieder gut. Ich bin so froh, dass er lebt, und so erleichtert, dass diese Last endlich weg ist. Wir sind wieder eine Familie. Ich kann es noch gar nicht greifen, das ist so schön! Und das wollte ich euch unbedingt erzählen!

So, und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss dringend nach Hause und meine Sachen packen! Wir ziehen zu Josef. Das wird so aufregend! – aber erst muss ich noch zu Papa. Wir müssen ihm alles erzählen. Auch, dass wir Mist gebaut haben. Das wird hart. Aber dann gehen wir alle zusammen nach Ägypten. Und dann wird gefeiert.

Die andere Idee

Die biblische Geschichte wird mit Hilfe von Bildern erzählt, s. Vorlage.

Die Brüder standen unsicher vor dem Chef von Ägypten und warteten, was passiert. Er schickte seine Diener weg. „Ich bin Josef.“ Die Brüder waren geschockt, sie erinnerten sich ganz genau, was gewesen war. Wie sie an ihrem Bruder schuldig geworden waren und gar nicht wussten, ob er lebt. „Denkt nicht weiter darüber nach.“, sagte Josef, „Als Ägypter kann ich euer Leben retten. Kommt her, meine Brüder“ Er umarmte sie. Und sie freuten sich.

Der Text gelebt

Wiederholung

Act it out – Improvisationstheater

Die Kinder werden aufgefordert, die Geschichte nachzuspielen. Zunächst werden die Rollen verteilt, dann dürfen sie drauflos spielen. Sie können das Geschehen mit einem „Timeout“ stoppen, um kurz zu beraten, und bei „weiter“ fortsetzen.

Gespräch

Das Gespräch kann entweder im großen Rahmen oder in Kleinstgruppen geführt werden. Da es sehr persönlich werden kann, ist es wichtig, auf die Grundstimmung in der Gruppe zu achten. Über folgende Fragen kann sich ausgetauscht werden:

  • Wie löst du Streit?
  • Warum denkst du, ist es wichtig, einen Streit zu klären und Dinge anzusprechen, die nicht okay sind? (z. B. damit es nicht wieder vorkommt, damit Versöhnung möglich ist, …)
  • Was machst du, wenn dich jemand verletzt?
  • Was verstehst du darunter, jemandem zu vergeben? (z. B.: Recht auf Rache ablegen, trotzdem freundlich sein – es ist eine Entscheidung, die ich treffe)
  • Was denkst du, passiert, wenn man nicht vergeben will? (z. B. wütend bleiben, nicht mehr befreundet sein, …)
  • Was bedeutet Versöhnung für dich? (z. B.: Frieden schließen, einander wohlgesonnen sein, Vergangenheit ist geklärt, zwischen uns wieder alles in Ordnung, mit der anderen Person darüber sprechen und sich wieder gut sein.)
  • Was kannst du von Josef lernen?

Merkvers

Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus. (Eph. 4,32 LUT)

Der Vers kann mit Handbewegungen eingeübt werden, die bei den fett gedruckten Worten ausgeführt werden, während man den Vers aufsagt:

freundlich = mit den Fingern vorm Mund ein Lächeln beschreiben

herzlich = mit beiden Händen ein Herz formen

vergebt = Hände aufs eigene Herz legen

andern = rechte Hand zum Nächsten ausstrecken

Gott = nach oben zeigen

vergeben = mit den Unterarmen ein Kreuz formen

Gebet

Die Kinder sollen an jemanden denken, der sie verletzt hat (ggfs. an Zettel aus Hinführung erinnern) und gemeinsam können sie Gott bitten „Lieber Gott, bitte hilf mir, dieser Person zu vergeben“. Sie können Gott auch persönlich darum bitten, dass wieder Versöhnung möglich ist.

Kreatives

Als Zeichen der Versöhnung mit Freunden oder Familienmitgliedern können die Kinder Freundschaftsarmbänder verschenken. Sie können sie auch selbst tragen, um sich zu erinnern, zu vergeben und Beziehungen in Ordnung zu bringen.

Material: Stickgarn (versch. Farben), Tesafilm, Schere

Jedes Kind braucht 6 Fäden à 80cm. Diese werden verknotet und der Knoten mit Tesafilm an einem Tisch/der Fensterbank/o. ä. befestigt. Man nimmt den äußersten linken Faden, knotet ihn zweimal um den Faden daneben, dann um den nächsten usw., bis er rechts liegt. Dann wird links der nächste Faden aufgenommen und mit je zwei Knoten pro Faden nach rechts durchgeschleust usw. Ist die gewünschte Länge erreicht, werden die Fäden verknotet und das Band kann um den Arm gebunden werden.

Wichtig: Umknotete Fäden müssen gespannt sein.

Reicht die Zeit nicht, können die Bänder zu Hause fertiggestellt werden.

Alternativ kann mit drei Fäden geflochten werden, indem abwechselnd der jeweils linke bzw. rechte Faden in die Mitte gelegt wird (Faden gespannt halten!).

Spielerisches

Zu einem Fest gehört Tanz, in dem Fall Stopptanz.

Material: Musik (auf dem Handy oder im Spieler) und etwas Platz

Die Musik läuft, alle Teilnehmenden tanzen, wie sie möchten. Der Spielleiter stoppt plötzlich die Musik und alle halten in ihrer Bewegung inne. Wer noch zuckt, muss die Tanzfläche verlassen. Sobald die Musik weiterläuft, darf getanzt werden. Gewonnen hat, wer als letztes auf der Tanzfläche ist.

Rätselhaftes

Akrostichon: Ein Wort wird von oben nach unten auf ein Blatt geschrieben und die Kinder versuchen, allein oder in Teams, zu jedem Buchstaben ein inhaltlich passendes Wort zu finden. Mögliche Wörter: Vergebung, Versöhnung, Brüder, Liebe, Freude, Geschwister,…

Beispiel: E(rnährung)S(üß)S(alzig)E(iweißhaltig)N(och mehr)

(T)Extras

Lieder

  • So ist Versöhnung
  • Gott vergibt

Spiele

Reise nach Ägypten

Material: ein Stuhl pro Person, Musik

Die Stühle werden (je zwei mit der Lehne aneinander) in einer Reihe aufgestellt, allerdings einer weniger, als es Mitspieler sind. Läuft die Musik, laufen alle herum, stoppt sie, setzt man sich. Wer keinen Stuhl hat, scheidet aus und nimmt einen Stuhl mit, wenn er das Spielfeld verlässt. Weiter geht‘s. Wer zuletzt noch sitzt, hat gewonnen.

Kamelkarawanen

Material: Stühle/Flaschen/ o.Ä.

Die Kinder bilden eine lange Karawane, indem sie sich zunächst breitbeinig hintereinander aufstellen. Mit der rechten Hand greifen sie zwischen ihren eigenen Beinen durch und nehmen die Person hinter sich an deren linke Hand. Ein Kind darf als Karawanenführer frei laufen. Der Mitarbeiter baut mit Stühlen einen Parcours auf, durch den sich die Karawane bewegen soll.

Aktionen

Freudenfest

Die Jungscharstunde kann entweder als Ganzes ein Fest sein oder in ein solches münden. Bunte Deko, was Leckeres zum Naschen und Musik sind ein guter Anfang und können um individuelle Aspekte ergänzt werden.

Bunte Kleider

Material: altes einfarbiges T-Shirt für jeden, Batikfarbe(n), Eimer, Wasser, idealerweise Gummihandschuhe, Küchengummis, Wäscheleine und was ggfs. für die Batikfarben noch benötigt wird (steht normalerweise auf der Packung). Die T-Shirts zusammenknüllen, ggfs. -knoten und mit den Gummis fixieren. Die Farbe entsprechend der Packungsanleitung zubereiten und T-Shirts (ca. 30 min) einweichen lassen, dann entknoten und zum Trocknen aufhängen.

Kreatives

Girlanden

Material: Scheren, Tesa, lange Schnur, buntes Papier, ggfs. Stifte

Die Kinder können aus dem Papier Wimpel, Luftballons o. ä. ausschneiden, diese mit Tesa an der Schnur befestigen und aufhängen.

Die Größe der Elemente ist davon abhängig, ob die Girlande den Jungscharraum schmücken soll, oder ob jedes Kind eine eigene kurze Kette bastelt, die es sich zu Hause ins Fenster hängen kann, als Erinnerung an die Versöhnungsfreude.

Wir haben 6 Themeneinheiten zusammengestellt bei denen es um Teens in der Bibel geht. Von dem kleinen David, der es voll drauf hatte über Maria mit ihrem faszinierenden Glauben und Josef, Josia, Daniel und natürlich Jesus als Teenager im Tempel.

1. Vorbemerkungen (inkl. Bedeutung für Teenager heute)

Die Personen in der Bibel haben keine Ahnung vom Leben heute und sind so vollkommen anders als wir? Von wegen! Josefs Geschichte beschreibt ein Leben voller Hochs und Tiefs. Hinfallen, aufstehen, gewinnen und verlieren. Voller Vertrauen und Verzweifeln. Hass. Schmerz. Vergebung. Liebe. Die ganze Bandbreite.

Und wie ein roter Faden, der alles zusammenhält, kann man in all dem den Gott finden, der damals schon immer da war und alles in der Hand hatte und es heute noch genauso tut.

2. Zielgedanke

Gott geht mit dir durch jede Lebenslage, hat den Überblick und möchte, dass wir ihm vertrauen und den ganzen Frust bei ihm abgeben.

3. Einführung

In einem Spoken Word Video wird die Josefsgeschichte aus der heutigen Perspektive erzählt, sodass nicht sofort erkennbar ist, um wen es sich handelt. Sowohl das Video als auch der Bibeltext thematisieren das abenteuerliche Leben von Josef mit all seinen Hoffnungen, seinen „Schicksalsschlägen“ und seinen Emotionen.

Im Vordergrund stehet, dass wir von Josef lernen können, Gott in jeder Lebenslage zu vertrauen, weil er das große Ganze überblickt und alles zum Guten führen kann. Und in diesem Vertrauen soll es uns auch möglich gemacht werden anderen zu vertrauen, um selbst frei zu werden.

Da die Geschichte eher einer biografischen Erzählung gleicht, geht es mehr um die zentralen Gedanken und den Perspektivwechsel bzw. die Übertragung auf heute und somit sind exegetische Informationen nicht unbedingt notwendig für diese Einheit. Deshalb reicht es zur Vorbereitung vollkommen aus, den Bibeltext bzw. die Zusammenfassung zu lesen.

4. Methodik für die Gruppe

Gespräch, Diskussion, Spiel, Reflexion

4.1 Einstieg

Spoken Word Video zeigen, ohne zu verraten, um wen oder was es dort geht. Danach kann in die Runde gefragt werden, wer die Geschichte erkannt hat und an welcher Stelle.

4.2 Hauptteil

Je nach Kenntnisstand der Teilnehmer kann entweder zur Wiederholung die wirklich gute Wikipediazusammenfassung (https://de.wikipedia.org/wiki/Josefsgeschichte) der Geschichte gelesen werden oder eben ausgewählte Bibelstellen (die Geschichte ist sehr lang und zieht sich über mehrere Kapitel).

Zitate vs Bibelstelle

Die folgenden Zitate werden ausgeschnitten und entweder verteilt oder in die Mitte gelegt. Jetzt kann gemeinsam (oder immer eine Person) überlegt werden, worauf die  Zitate aus dem Spoken Word Text abzielen. Gibt es eine Verbindung zum Bibeltext? Wenn ja, welche? Gibt es auch Stellen (oder der ganze Text) wo der Vergleich des Texts an seine Grenzen stößt und nicht mehr zum Bibeltext passt? Warum?

„Aber es spielt sich eben immer und immer wieder nach genau diesem Prinzip ab;

mein Leben läuft, mir geht’s super und dann werde ich quasi über Nacht

ohne Vorwarnung völlig unschuldig verknackt.“

„Denn als wir Kinder waren ist mein großer Bruder mit mir zu Penny gelaufen

und anstatt sich – wie jedes normale Kind – einfach einen Haufen Süßkram zu kaufen,

hat er nicht nur einmal versucht, mich an der Kasse für ne Packung Lutscher einzutauschen.“

„Und ja ich weiß, ich war nicht immer einfach,

Papas Liebling und es gab eben kein Fach,

in dem ich nicht mindestens zweifach

so gut war wie der ganze Rest

und das auch in jedem Gespräch

mindestens dreifach erwähnt habe.“

„Eine Frage ist mir aber immer geblieben.

Und zwar, wie man Menschen nur so mies behandeln kann.

Niemand handelt,

aber alle schauen zu, wie man nur noch wie ein Geist durch die Gegend wandelt.“

„Mein Leben war zwar manchmal echt nicht schön,

aber ich durfte auch so viele Geschenke entgegennehmen.“

„Und dass eben vieles so viel besser geworden ist, als ich je gedacht hätte – jede Wette – Gott hat

damals schon gesehen,

dass ich wieder glücklich sein und aufrecht stehen werde.“

„Ich muss mich entscheiden.

Ich kann mich weiterhin selbst bemitleiden,

denn das Leben ist nicht gerecht. Damit habe ich vielleicht recht,

aber das macht es auch nicht besser.

Oder ich kann glauben, dass es weitergeht,

dass einer über allem steht.

Einer, der für mich ist und nicht den Wind gegen mich dreht.“

Frage oder Pflicht – Flaschendrehen

Funktioniert nach dem Partyklassiker „Wahrheit oder Pflicht/Flaschendrehen“. Man hat eine leere Flasche, die in die Mitte des Sitzkreises gelegt wird und immer von derjenigen Person gedreht wird, welche zuletzt eine Aktion ausgeführt hat. Die Person, auf welche die Flasche zeigt, muss sich nun entscheiden: Frage oder Pflicht. Der Spielleiter liest dementsprechend die Aufgabe vor und dann wird wieder gedreht. (ALTERNATIVE: Für eher schüchterne Gruppen können die Fragen im Vorfeld vom Mitarbeitern auf die Farben rot, gelb, blau, grün, orange und braun aufgeteilt werden. Dann fallen die Pflichtaufgaben komplett weg und es gibt eine Tüte M&Ms, aus welcher der Reihe nach jeder jeweils ein M&M mit geschlossenen Augen rausnehmen darf und dann eine Frage entsprechend der Farbe beantworten kann.)

Fragen

  • Was ist der Unterschied zwischen dem ersten und dem letzten „Ganz ok – zwischen gut und beschissen“? Was hat sich geändert?
  • „Keine Ahnung, wer dir sagt Rache und Ignoranz machen dich wieder fröhlich, zufrieden oder frei. Das ist nicht nur dumm – das ist gefährlich.“ Wieso ist das dumm und gefährlich bzw. wem schadet das? Anderen? Dir selbst?
  • Was würde dir besonders schwer fallen zu vergeben? Bzw. gab es etwas in deinem Leben oder gibt es vielleicht immer noch eine Situation oder eine Person, die dir deinen inneren Frieden raubt?
  • Wieso fällt es uns so schwer anderen zu vergeben?
  • Was bedeutet für dich vergeben und hat das auch etwas mit Gott zu tun?
  • Gab es Situationen in deinem Leben, die du total schrecklich fandest und die im Nachhinein, aber doch auch Gutes mit sich gebracht haben? Vielleicht noch besser als davor?
  • Viele Geschichten in der Bibel werden ziemlich gerafft und zusammengefasst erzählt. Was glaubst du, weshalb gerade diese Geschichte so detailliert aufgeschrieben ist?
  • Ist das für dich eine nette Einschlafgeschichte, die vielleicht irgendwann mal so stattgefunden hat, aber heute überhaupt nicht mehr aktuell ist oder hat sie doch noch Relevanz? Vielleicht auch für dich? Und wenn ja, was möchtest du für dich aus dieser Geschichte mitnehmen?
  • Wieso ist es Gott wichtig, dass wir anderen vergeben?
  • Warum ist es so schwer, Gott in jeder Lebenslage zu vertrauen? Oder ihm überhaupt zu vertrauen?

Pflichtaufgaben

  • Stelle etwas pantomimisch dar, sodass die Gruppe es erraten kann. (z. B. Rasierschaum, Joghurtbecher, Lichterkette, Weihnachtsgans, Pfauenfeder, Tiefkühlfach, Glühwein, …)
  • Eine Person deiner Wahl darf dich blind mit einem Joghurt füttern.
  • Sprich die Person, auf welche die Flasche als Nächstes zeigt, für den restlichen Spielverlauf nur noch mit „Eure Majestät“ an und bringe ihr etwas zu trinken bzw. sorge dafür, dass sie auch immer genug zu trinken hat.
  • Iss einen Joghurt und tue sehr begeistert so, als wäre es das Leckerste, das du je gegessen hast.
  • Ab jetzt ist es deine Aufgabe jeden zu feiern und für ihn zu klatschen, der eine Pflichtaufgabe geschafft hat. Ja, du darfst auch ein Fanschild basteln.
  • Blase eine Kerze (Teelicht) mit der Nase aus.
  • Erzähle der Person gegenüber, wie  toll er/sie ist und verleihe ihr einen Joghurt für ihren Charakter.
  • Schreibe einen Vierzeiler über deinen Mitarbeiter und trage (oder rappe) ihn vor.
  • Versuche deine  Beine hinter den Kopf zu bekommen.
  • Male ein Gesicht auf einen Joghurt und erzähle den anderen welche wundervollen Eigenschaften er hat und warum er deshalb dein absoluter Traummann/Traumfrau ist.

Lebensachterbahn

Josef hatte viele Hochs und Tiefs in seinem Leben. Wie sieht es bei dir aus? Was ist bei dir schon alles passiert/welche einschneidenden Erlebnisse gab es? Wer war dabei? Was ist aus manchen Situationen in der Zukunft geworden? Wie war – an den unterschiedlichen Punkten – deine Beziehung zu Gott?

Willkommen im Matheunterricht 2.0: Zeichne die Erlebnisse in das Diagramm ein (siehe Vorlage im Anhang) und verbinde sie zu einer Kurve. Wenn du willst, kannst du mit anderen noch darüber sprechen. Viel Spaß 😉

4.3 Abschluss

Und zum Schluss noch ein Segen (vielleicht nach dem gemeinsamen Essen der restlichen Joghurts?):

Ich wünsche dir seinen Segen in allem zu sehn, was das Leben noch zu geben hat. Vertrauen, dass Regen in der Regel zwar graue Tage macht, aber eben auch den einzigen Weg schafft, wie weiterhin Leben besteht und das blüht, was man säht.

Gott gebe dir Zuversicht, dass er sein Osterversprechen nicht bricht und unsere Tage am Ende nicht im Dunklen enden, sondern etwas Neues anbricht in einem ganz anderen Licht.

Und zuletzt gebe er dir Frieden, dich nicht zu verbiegen um über Berge von To dos und Must haves zu siegen, sondern dein oft getriebenes Herz abzugeben, in seine Hände abzulegen und das Gefühl von endlich „nach Hause kommen“ zu erleben. Amen.

„Lohnt sich der Aufwand?”


Die Frage drängt sich den Jungscharmitarbeitenden in Musterhausen auf. Jede Woche kommen 2 bis 5 Kinder als Jungscharbesucher in das Gemeindehaus. Was nun? Die Jugendarbeitsverantwortlichen treffen sich zu einer Krisensitzung. Es wird darüber beraten, ob die Jungschararbeit eingestellt werden soll. Die Fakten werden auf den Tisch gelegt: Die Motivation der Mitarbeitenden sinkt. Der Aufwand ist für 2 Kinder genauso hoch, als würde man das Programm für 20 Kinder vorbereiten. Neue Jungscharkinder? Fehlanzeige! Schüchtern mischt sich ein neuer Mitarbeiter, Ole, 14 Jahre, in die Diskussion der Mitarbeitenden ein. Alle Augenpaare sind auf ihn gerichtet, als er sagt: „Aber ist Gott nicht jeder einzelne Mensch wichtig?”

Die Situation in Musterhausen ist für viele Orte Realität. Was tun? Die Meinung im Jungscharleiter-Redaktionsteam ist eindeutig: Jedes Kind ist Gott wichtig, jede kleine Gruppe ist Gott wichtig. Jede Jungscharstunde lohnt sich für jede einzelne Person.

In diesem Thema geht es um praktische Gestaltungsideen für kleine Jungschargruppen. Die Fix-&-Fertig-Bibelarbeiten stellen einzelne Personen in den Vordergrund. Sie zeigen: Gott sieht den Einzelnen.

Gleichzeitig muss es nicht bei kleinen Gruppen bleiben. Wir möchten euch zum Nachdenken anregen, wie ihr neue Jungscharkinder gewinnen könnt. Vielleicht startet ihr in Schulen Einladungsaktionen. Oder ihr bildet Kooperationen mit anderen Vereinen oder schließt euch mit Jungschargruppen aus Nachbarorten zusammen. Oder ihr veranstaltet einen Jungscharprojekttag, an dem ihr zur Jungschar als Folgeveranstaltung einladet.

Hintergrund

Wir sind als Ebenbilder Gottes geschaffen. Das heißt, wir sind seine Gegenüber. Als diese sollen wir in Beziehung mir Gott leben. Das können wir durch das Gebet. Beten ist kein Monolog. Es ist Lebensgemeinschaft.

Beten in jeder Situation, bei jedem Gefühl (Lob, Dank, Fürbitte, Zweifel, Not, Anfechtung, Anklage, …). Gott möchte, dass wir ihm sagen, was uns bewegt. Nicht weil es das braucht, sondern weil es uns gut tut.

Für unser Thema können wir es auf 2 Perspektiven runterbrechen: mein Bedürfnis, sein Wille! So auch bei Jesus im Garten Gethsemane (Mk 14,32-42).

Oft beten wir, weil wir ein klares Bedürfnis haben. Jesus zeigt, dass wir Gott anflehen würden. Wie bei Jesus verändert Gebet uns oft, schenkt uns Kraft, um mutig in die Zukunft zu gehen.

Es ist gut zu bitten, auch seine Bedürfnisse so lange vorzutragen, so lange zu klagen, bis wir eine Klärung erleben. Evtl. finden wir es nicht mehr so wichtig, dann ist die Klärung gekommen oder es passiert ganz anders und wir danken Gott für den anderen, aber doch guten Ausgang. Bei manchen Wünschen oder Ängsten warten wir ewig, dann beten wir doch auch einfach ewig. Um es Gott immer wieder vorzulegen.

Der Ausgang des Gebets ist kein Automatismus – wenn ich alle richtig mache, muss es funktionieren. Gebet bezieht sich auf das, was ich denke, und was passiert, liegt an Gott. Nicht an einer menschlichen Methode, Wortwahl oder Dauer. Dann wäre es nicht Gottes Wille, sondern unser Werk.

Ein Gebet, was zwingen will, kannst du vergessen, du wirst Gott nicht zwingen. Da brauchst du schon gute Argumente. Bei Lot z.B. will er was Gutes. Er will Rettung und Verschonung. Hier lässt Gott sich umstimmen, aber nicht zwingen. Gott hat die Freiheit, zu entscheiden und die sollte er haben, so schwer es ist.

Am wichtigsten ist es, an Gott festzuhalten mit dem Bedürfnis und ihm die Freiheit zu geben, dass er handeln darf, wie er will. Durch das Gebet wird Beziehung gelebt.

Sein Wille geschehe.

Stundenentwurf

Einstieg

Zum Einstieg in das Thema könnt ihr das Theaterstück (als PDF-Datei angehängt) verwenden. In dem Theaterstück geht es um einen Gebets und Wünsche-Erfüllungsautomat 2.0.

Danach macht eine Aktion, um alle Teilnehmenden zu beteiligen und persönlich mit dem Thema zu konfrontieren:

„Ich bitte euch jetzt gleich, wenn ich euch dazu auffordere, mal alle die Augen zu zumachen und dann meine Frage zu beantworten, indem ihr den Arm streckt. Antwortet einfach spontan, niemand außer ich sieht euch und ihr könnt ehrlich sein, denn ich werde es niemandem sagen.

Frage: Bist du zufrieden mit deinem Gebetsleben? Dann strecke die Hand nach oben. Wenn nicht, dann lass sie unten.

Ich danke euch, dass heißt, unser Thema heute ist nicht umsonst, und ich möchte auch die bitten, die ihre Hand gehoben haben, jetzt zuzuhören und mitzumachen, denn auch für euch könnte was dabei sein. Wichtig ist nur, dass ihr euch nicht von mir einreden lasst, dass euer Gebetsleben nicht gut sei. Wenn ihr es gut findet, ist es gut!

Hauptteil

Ist dein Gebet unerhört? Wird es gehört oder nicht? Steht es dir zu, dafür zu beten? Kann man für alles beten? Wann ist dein Gebet erhört und wann unerhört? Welche Vorstellung von Gebetserhörung hast du? 

Schauen wir mal in die Bibel! Wie hat Jesus unerhörte Gebete ausgehalten? Wir lesen gemeinsam in der Bibel: Markus 14,32-42 – Jesus im Garten Gethsemane!

Kleingruppenzeit

Was ist für euch eine Gebetserhörung? (Wichtige Definition für den folgenden Teil.) Schreibt eure Gedanken auf und tauscht euch über eure Definitionen aus!

Listet nun auf dem Din-A4-Papier auf, für was ihr betet! Auf der Vorderseite geht es um aktuelle Gebetsthemen „Jetzt“ und auf der Rückseite um die „Vor einem Jahr“.

Folgende Fragen helfen für die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Gebetsanliegen:

  • Welche Gebete davon sind deiner Meinung nach erhört worden?
  • Oder bei aktuellen Gebeten, welche können erhört werden? Welche nicht? 
  • Wo hat Gott die Gebete anders erhört? Wo bis heute nicht? 
  • Welche kreativen anderen Wege hat Gott vielleicht gewählt? 
  • Ist das Anliegen mittlerweile ein ganz anderes geworden, also hast du dich und dein Interesse verändert? 

Tauscht euch über eure Erkenntnisse in den Kleingruppen aus. Formuliert für euch einen Satz, den ihr dann auch in die große Gruppe einbringen könnt.

Impuls

Danke euch. Schauen wir nochmal drauf, was Jesus dort gemacht hat. Sein Bedürfnis war eindeutig. Wir wissen heute, das sein Gebet nicht erhört wurde. Der Kelch ging nicht an ihm vorrüber.

Was sehen wir an Jesus, der uns immer wieder ein Vorbild sein ist?

1. Er hört!

Ob er, Gott, erhört oder nicht, zeigt dir nicht, ob du besser oder schlechter glaubst. Er hört dich und kennt dein Bedürfnis. Er liebt dich und will nur das Beste für dich. So wie deine Mutter meistens, wenn sie dir etwas verboten hat. Aber denke dran, der Ausgang des Gebetes hängt nicht an deiner Leistung, sonst wäre es dein Werk und man könnte Gott durch viel Beten zwingen. Nein, es ist Gottes Entscheidung. Sonst hätte Jesus hier bekommen, was er wollte. Keiner glaubt so wie er. Er hat anhaltend dafür gebetet. Gott fühlt mit dir, aber er lässt sich nicht von seinen Gefühlen für dich leiten, sondern sieht das Ganze an und weiß, was gut für dich ist und was du erleben musst oder solltest.

Ist sein Gebet erhört worden?

Nicht in dem Sinne, das passiert ist, was Jesus wollte, sondern dass Gott ge-hört hat. Er hört.

Wir halten fest:

Du kannst Gott leider – oder zum Glück – nicht zwingen, aber er hört unser Gebet.

2. Was du willst!

„Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“ Wenn wir uns angewöhnen, das zu sagen. Und zu wissen, Gott liebt uns und will wirklich nur das Beste für uns, dann können wir gelassen sagen: „Hier, das und das find ich sau beschissen – aber „dein Wille geschehe“. Ich versichere euch, wenn wir das sagen, erhört Gott unser Gebet. Denn sein Wille wird geschehen. Wir wollen oft jetzt sofort etwas haben, aber merken oft später, dass es evtl. nicht so gut für uns gewesen ist. bzw. wäre. Oder wir merken, dass wir an einer Sache richtig erwachsen geworden sind. Dass uns die Erfahrung stark gemacht hat. Das ist nicht leicht, wenn es um etwas Elementares geht. Dennoch halten wir es nicht in der Hand und sind da abhängig von Gott. Mit dieser Haltung zeigen wir Gott, dass wir das akzeptieren – so wie Jesus – auch wenn es brutal ist.

Wir halten fest:

Ich habe ein Bedürfnis, dass quält mich, aber sein Wille soll geschehen.

3. Verändert!

Diese Haltung, verändert uns. Freuen wir uns, wenn Gott unser Gebet erhört, wie wir uns das vorgestellt haben. Und sonst: Seien wir zuversichtlich gespannt, wie die Lösung sein wird, der Weg, den Gott mit uns gehen wird, denn Gott hat Gutes mit uns vor.

Es ist gut, zu bitten auch seine Bedürfnisse so lange vorzutragen, so lange zu klagen, bis wir eine Klärung erleben.

Evtl. finden wir es nicht mehr so wichtig, dann ist die Klärung gekommen oder es passiert ganz anders und wir danken Gott für den anderen, aber doch guten Ausgang.

Bei manchen Gebeten warten wir ewig, dann beten wir doch auch einfach ewig und legen es Gott immer wieder vor.

Leicht war das für Jesus nicht. Aber er war bereit, ausgerüstet und wusste sich von Gott getragen.

Das Gebet Jesu hat Jesus verändert. Er hatte Angst und war kraftlos. Doch er bekam Mut, Kraft und konnte so den vor ihm liegenden Weg gehen.

Gebet verändert mich, macht mich für die Situation bereit. Jesus erkannte, das, was kommt, dient mir zum Guten und muss so passieren.

Wir halten fest:

Gebet macht auch was mit uns.

Aber was tun, wenn man das Gefühl hat, Gott erhört das Gebet einfach nicht:

1. Mach dir klar: Gott hört. Er hört dich, er kennt dich und du und dein Anliegen, ihr seid ihm wichtig. 

2. Wenn er nicht erhört bzw. du das Gefühl hast, dass er dein Gebet nicht erhört, klage weiter, liege ihm in den Ohren. 

3. Lerne, damit zu leben, dass manches nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, auch wenn wir denken, das muss doch Gottes Interesse sein. Vertraue darauf, dass Gott trotzdem bei dir ist und einen guten Plan für dein Leben hat.

Bastelaktion:

Stelle eine Flasche (z.B. Weinflasche) auf. Schreibe auf das Etikett das konkrete Gebetsanliegen auf. Werfe jeden Tag einen Cent, ein M&M, ein Schluck Wasser oder ähnliches in diese Flasche. Bete weiter, bete jeden Tag und bleibe dran, bis die Flasche voll ist. Wenn sich dann immer noch nichts geklärt hat, stelle eine zweite Flasche auf.

Teile die Flaschen an die Teilnehmenden aus, gestaltet ein Etikett und schenke den Teilnehmenden, wenn es in euer Budget passt, einen passenden Inhalt. Jeder kann dann die eigene Flasche beschriften und mit nach Hause nehmen! 

Persönliches Beispiel von einem unerhörten Gebet

(Tausche es am besten durch ein persönliches und elementares Beispiel aus deinem Leben aus)

Wir haben vor ein paar Jahren Zwillinge von Gott geschenkt bekommen. Leider sind sie 2 Monate zu früh geboren und daher hatten die zwei es am Anfang in ihrem Leben nicht leicht. Acht Tage nach der Geburt ist der Älteste dann in meinen Händen gestorben. Als wir auf dem Weg zum Krankenhaus im Auto waren, lief Lobpreismusik. „Our God is greather“; „Aus Wasser wird Wein, Tote werden lebendig.“ Wir haben gebetet, wie ich noch nie in meinem Leben gebet habe. Ich hatte ganz real das Gefühl, Gott kann das Wunder tun. Er wird es tun und unseren Sohn stabilisieren. Das Wunder war so nah wie nie zuvor. Ich habe dran geglaubt, Gott kann das und wird es tun. Dennoch ist es ausgeblieben. Zumindest so, wie ich es mir überlegt und vorgestellt habe. Das zu akzeptieren war und ist nicht leicht. Es hat auch was mit meiner Gebetshaltung gemacht. Ich bete bewusster und für manches müssen andere bitten, weil ich es manchmal nicht kann. Die Enttäuschung ist eben da und das ist auch okay.

Dennoch heißt es nicht, dass Gott mich nicht gehört hat. Wenn wir lernen, so zu beten: „Nicht das, was ich will, soll geschehen, sondern das, was du willst, soll geschehen“, dann sind die Erlebnisse nicht einfacher. War es für Jesus ja auch nicht. Aber wir sind voll auf Gott fokussiert, weil wir nicht unseren Willen, unser Ziel, unser Interesse und unsere Vorstellung an erste Stelle setzen, sondern Gottes Perspektive.

Lebe mit der Hoffnung, dass Gott doch noch eine kreative Lösung hat und diese mit dir gehen will.

Aktion:

Öffne einen vertrauen Gesprächsraum, in dem auch andere von einem Erlebnis mit unerhörtem Gebet erzählen.

Abschlussimpuls

Auch wenn du denkst, Gott erhört dein Gebet nicht, ist er da und lässt dich damit nicht alleine. Das war für mich das Wichtigste. Mit meinem Frust, Leid und meiner Verzweiflung kann ich zu ihm kommen. Wo andere nicht mehr wissen, was sie tun sollen, nimmt Gott mich an und in den Arm. 

Auch wenn du enttäuscht von Gott bist, bleib dran an ihm und am Gebet.

Gebet ist Urlaub, echtes Runterkommen, raus aus dem Stress. Gebet macht mich offen für Anderes. Gott lädt uns ein, uns einen Urlaub zu gönnen, eine Weile aufzuhören, Gott zu spielen, und ihn selber Gott sein zu lassen. Mal weg von meinem Chefsessel, auf dem ich eigentlich auch gerne sitze und stolz drauf bin. Weil wir fast alle Macher sind. Gott mal Gott sein lassen. Und ich komme zu ihm. Einfach nur kommen und die Zeit genießen. Urlaub.

Gebet ist Beziehungspflege, in der Gewissheit angenommen zu sein und gehört zu werden, denn er hört uns, das wissen  wir ja jetzt. Ein Freund ändert oft nichts an der Situation. Doch er hört zu. Erzählen ist oft schon viel. Und tut gut. Beflügelt, ermutigt und hilft einem meistens. Es ist egal, wie es ausgeht, ob das Gebet erhört wird oder nicht, solange ich mit Gott bin, mit Gott gehe! Dann gehe ich nicht allein!

Gott ist ein persönlicher Gott. Er fühlt. Ihn lässt das nicht kalt, er weint mit und freut sich mit dir. Er hat genauso viel Sehnsucht nach dir, wie du tief in dir zu ihm. Er lässt sich nur nicht von seinen Gefühlen leiten bzw. verleiten.

Gebet ist ein Perspektivenwechsel, mit dem wir die Welt aus Gottes Augen sehen. Wir sehen die Welt immer durch eine Brille, die uns aufgesetzt wird. Weil unser Leben sie uns aufsetzt. Das Leben hat ein automatisches Gefälle von Gott weg. Doch im Gebet schaffen wir es, die Brille mal kurz abzusetzen. So bekommen wir eine Sicht, die uns verändert, anders zu sehen und zu denken, und die uns auch befähigt, durch etwas Unangenehmes durchzugehen. Gottes Urteil zu akzeptieren. Weil wir wissen, es ist nicht alles und Gott ist bei mir. Das Gebet schafft Raum in einer Welt, die Gott nicht hören und sehen, sondern verdrängen will.

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