Mitten hindurch

Zielgedanke

Gott kennt Wege aus scheinbar ausweglosen Situationen. Die Kinder sollen bereit sein, in der nächsten schwierigen Situation, wirklich auf Gott zu vertrauen.

Merkvers

Habt keine Angst! Wartet ab und seht zu, wie der Herr euch heute retten wird!

2. Mose 14,13; GNB

Situation der Jungscharler

Schwierige Situationen erleben Menschen in ihrem Alltag ständig, auch wenn es sich dabei nicht um lebensbedrohliche Erlebnisse geht. Kinder erleben Situationen schneller als ausweglos, weil ihnen Erfahrung, Mittel und Wissen fehlen. So können kleine Situationen zu gewaltigen Problemen werden. Das gilt sowohl für persönliche Situationen, als auch bei strukturellen Problemen, wie Armut, Katastrophen usw.

Für alle Menschen ist es wichtig zu wissen, dass sie nicht allein sind und es gerade angesichts scheinbarer Ausweglosigkeiten jemanden gibt, dem kein Problem zu groß, keine Frage zu schwierig und keine Situation unlösbar ist. Wir brauchen das Wissen darum, dass Gott alles in der Hand hat, Wege weiß und es das Wort „unmöglich“ bei ihm einfach nicht gibt.

Kinder brauchen dieses Wissen und das Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit besonders.

Erklärungen zum Text

Die Israeliten haben Unglaubliches hinter sich. Jahrelange Sklavenarbeit und viel Leid in Ägypten. Man denke nur an die Tötung der neugeborenen Jungen. Ein lang anhaltendes Bibbern und Bangen um ihre Befreiung mit großen Wundern und Zeichen Gottes. Der Auszug aus Ägypten mit dem ganzen Volk, göttliche Navigation per Feuer- und Rauchsäule und die Aussicht auf ein eigenes Land, das Gott ihnen schenken wird.

Und jetzt das.

Vor ihnen das Meer, hinter ihnen das Heer des Pharaos. Eingekeilt. Ausweglos. Unmöglich da heil rauszukommen. Da kann man schon wirklich verzweifeln.

Aber Gott hat schon einen Plan – schließlich hat er versprochen, die Israeliten nicht nur aus der ägyptischen Sklaverei zu retten, sondern sie auch in ihr eigenes Land zu bringen.

Gott kann. Bei ihm lösen sich alle Unmöglichkeiten auf. Sie treten zur Seite. Geben den Weg frei.

Da teilt sich doch wirklich das Meer. Unmöglich – aber Gott kann. Das ganze Volk kann trockenen Fußes und sicher durch ein Meer gehen.

Gerettet. Heil davon gekommen. Weil Gott unmögliche Wege aus ausweglosen Situationen möglich macht. Darauf ist Verlass.

Es mag den einen oder anderen verwirren, wenn man das Augenmerk weg von den Israeliten auf die Ägypter lenkt. Es ist aus unserer heutigen Sicht nur schwer nachvollziehbar, dass Gott das ägyptische Heer nicht nur dem Meer Preis gibt – sondern sie auch noch zur Verfolgung bringt bzw. sie an der Flucht hindert, als die Wellen über ihnen zusammenschlagen.

Natürlich gibt es die Rettung Israels nicht ohne den Niedergang des ägyptischen Heeres in der einen oder anderen Form. Aber ich glaube, dass Gott hier darüber hinaus ein Zeichen setzt und aller Welt (im wahrsten Sinne des Wortes) deutlich machen will, dass Israel sein Volk ist und niemand „ihm“ etwas antun darf.

Das ist natürlich speziell auf Israel bezogen – verallgemeinerbar ist der erste Teil und die Gewissheit: Wer mit Gott unterwegs ist, ist nicht allein und kann sicher sein, dass es auch aus ausweglosen Situationen einen Ausweg gibt. Weil Gott kann. Weil Gott für uns ist.

Treffpunkt

Spiele

Kriechtunnel

„Mitten durch“ heißt es bei dieser Spielstation. Aus einem oder mehreren Kriechtunneln und evtl. aus Tischen und Stühlen wird ein kleiner Kriechparcours gebaut, der allein oder auf Zeit gegeneinander absolviert wird.

Evtl. gibt es am Ende des Parcours eine Schüssel mit Bonbons, aus der jeder zur Belohnung eins bekommt, der den Parcours geschafft hat.

Quietscheentenrennen

Mindestens zwei Quietscheenten ähnlicher Größe bekommen einen langen Faden um den Hals gebunden. Am anderen Ende wird der Faden jeweils um die Mitte eines Stiftes gebunden.

Wer schafft es schneller als die anderen, die Ente durch Aufrollen des Fadens auf dem Stift, von einer Startlinie aus zu sich ziehen?

Schatztauchen

Wer den Schatz aus dem Meer heben will, taucht den Kopf in eine Schüssel, die mit Wasser gefüllt ist. So kann er mit dem Mund kleine Schätze (Bonbons, kleine Spielfiguren o. Ä.) aus der Schüssel holen. Wer hebt die meisten Schätze? Achtung: Die Kinder sollten zum Schutz ein Handtuch umbinden und man sollte weitere Handtücher bereithalten.

Eierlauf mit Wasserbomben

Wie beim Eierlauf wird zerbrechliches Gut mit einem Löffel von einem Punkt zum anderen gebracht. Statt Eiern werden hier jedoch Wasserbomben verwendet. Teilnehmer, die ihre Bombe verlieren, versuchen es ab Start erneut. Der schnellste Wasserbomben-Läufer hat gewonnen.

Korken-Boote

Drei Korken weder mit zwei Gummibändern zu einem Floß zusammen gebunden. Ein Zahnstocher wird als Mast in den mittleren Korken gesteckt, ein Segel aus Papier wird angeklebt – und fertig ist das Korken-Boot. Man kann die Boote nun gemeinsam in einem Planschbecken oder auf einem Fluss schwimmen lassen.

Basteln

Schaukel-Boote

Ein Pappteller wird in der Mitte durchgeschnitten und blau bemalt. Dies ist das Meer.

Die Hälften werden mit der runden Seite nach unten nebeneinander aufgestellt.

Oben an der geraden Schnittkante wird zwischen die beiden Tellerhälften ein Pappstreifen geklebt. Dies ist das Boot.

Aus braunem Tonpapier werden zwei Streifen ausgeschnitten, die die Seitenwände des Bootes im Wasser bilden sollen. Dazu wird die untere Kante wellig geschnitten. Die Streifen werden links und rechts an das Boot geklebt.

Nun können Männchen gebastelt, ausgeschnitten oder Spielfiguren als Bootsbesatzung genutzt werden – und fertig ist das Schaukelboot.

Knackpunkt

Der Knackpunkt besteht im Wesentlichen aus einem kleinen Theaterstück. Es lässt sich sehr gut als Ein-Mann-Theater spielen, kann bei mehr verfügbaren Mitarbeitern aber auch aufgeteilt werden.

Eine Mitarbeiterin tritt auf und erzählt von seinen Erlebnissen am Schilfmeer. Es geht dabei natürlich um den Inhalt, dieser wird aber mehr durch Gestik, Mimik und gezeigte Emotionen rübergebracht, als durch einen bestimmten Text. Von daher ist der Text hier als Beispiel zu verstehen, der für die eigene Situation angepasst werden muss.

Ich war die ganze Zeit skeptisch. Ich habe nicht geglaubt, dass daraus was werden kann. Nee – das wird nix, hab ich gedacht. Wie denn auch?Aber von Anfang an. Wir Israeliten mussten echt hart schuften bei den Ägyptern – ohne Lohn versteht sich. Dafür mit Peitschenhieben und ohne Urlaub. Man, haben wir gelitten. So viele sind einfach bei der Arbeit zusammengebrochen, weil sie nicht mehr konnten. Schlimm war das. Nicht auszuhalten.

Dann taucht auf einmal dieser Mose auf und erzählt uns: Gott hat mir gesagt, dass er euch befreien will. Er arbeitet schon dran. Ich war ja skeptisch – aber die meisten anderen waren voller Vorfreude. Endlich weg hier von diesen Sklaventreibern. Endlich frei. Endlich ein eigenes, gutes Leben. Endlich.

Aber der Pharao wollte uns natürlich nicht gehen lassen – wer sollte denn sonst auch die ganze Arbeit für ihn machen, wenn alle Sklaven weg sind. Gott hat richtig große Wunder getan und den Ägyptern einen ordentlichen Schreck versetzt – und plötzlich durften wir wirklich gehen. Wir waren frei.

Unfassbar.

Also, alles gepackt und mit dem ganzen Volk los. Raus aus Ägypten. In die Wüste mit Richtung: neues eigenes Land. Das war nämlich das Beste. Gott hatte uns nicht nur befreit, er hatte auch ein Land, das er uns schenken wollte. Ein Land nur für uns – unglaublich eigentlich, viel zu schön um wahr zu sein. Aber Gott hatte es versprochen. Also musste es doch stimmen. Schließlich hatte er uns auch befreit.

Alle waren super gut gelaunt, voller Hoffnung und liefen mit starken Schritten durch die Wüste. Gott führte uns sogar selbst. Mit einer großen Rauchsäule tagsüber und einer Feuersäule nachts zeigt er uns den Weg. Klasse Sache.

Aber dann – dann war auf einmal Schluss mit lustig.

Vor uns tauchte ein großes Meer auf. Riesig. Da drum rum laufen, das würde dauern. Ob das überhaupt möglich war? Das durfte doch nicht wahr sein. Alles schien so gut zu laufen und dann so ein großes Hindernis mitten im Weg. Die ersten von uns fingen an zu zweifeln. Ob wir nicht einfach alle in der Wüste umkommen? Ob es nicht besser gewesen wäre, als Sklaven in Ägypten zu bleiben?

Aber das war ja noch lang nicht alles.

Vor uns also das Meer. Der Weg versperrt, es geht nicht weiter.

Auf einmal schreit einer: „Da – Dahinten! Sehr ihr das?“ Alle bleiben stehen und schauen nach hinten auf die riesige Staubwolke, die sich da erhebt. Als wir genauer hinsehen erstarren wir. Wir sind vor Schreck gelähmt. Alle Streitwagen Ägyptens sind schwer bewaffnet hinter uns her. Wir sind tot. Nichts kann uns mehr helfen.

Vor uns das Meer. Hinter uns das Heer. Keine Chance. Wir sitzen in der Falle.

Überall hört man Schreien und Weinen. Menschen werfen sich verzweifelt auf den Boden. Väter nehmen ihre Kinder fest in den Arm, versuchen nicht auf Meer oder Heer zu blicken. Aber alle wissen: Das wars jetzt. Für uns ist es vorbei. Kein Ausweg. Unmöglich.

Auf einmal steht Mose, unser Anführer, auf einem Felsen und ruft laut: „Habt keine Angst! Wartet ab und seht zu, wie der Herr euch heute retten wird!“

Ein Raunen geht durch die Menge. Einige sind sauer: „Was denkt der sich eigentlich? Wer soll uns denn jetzt noch helfen?“ Einige schöpfen Hoffnung: „Wenn Gott uns helfen will, dann haben wir noch eine Chance!“ – aber die meisten sind einfach nur verzweifelt.

Das Heer der Ägypter kommt immer näher. Man kann schon die grimmigen Gesichter der Soldaten sehen.

Da hebt Mose seinen Stab über das Meer. Über das Meer, das uns den Weg versperrt. Und das Wasser teilt sich. Da, wo eben noch Wasser war, sieht man auf einmal so etwas wie einen Weg. An beiden Seiten steht das Wasser, in der Mitte wird der Weg frei. Alle jubeln. Schnell. Macht euch auf. Durch das Meer.

Gott macht einen Weg für uns. Einen Weg, wo es gar keinen geben kann.

Gott macht etwas Unmögliches: Er lässt ein ganzes Volk mitten durch das Meer laufen – und keiner kriegt auch nur nasse Füße.

Bei den Ägyptern funktioniert das natürlich nicht mehr und keiner der schwer bewaffneten Streitwagen kommt an uns ran. Keiner kann uns irgendetwas tun.

Ich war ja skeptisch. Ich habe nicht geglaubt, dass das was wird mit der Befreiung aus der Sklaverei und mit dem neuen Land.

Aber jetzt – jetzt weiß ich es ganz sicher: Wenn wir Gott vertrauen, dann gibt es in jeder Situation einen Weg. Wenn wir Gott vertrauen, brauchen wir keine Angst haben, sondern können zusehen, wie Gott uns rettet. Wenn wir Gott vertrauen, sehen wir, wie er Unmögliches möglich macht.

Doppelpunkt

Der Doppelpunkt ist ein Gesprächsspiel. Bereitet dazu kleine Karten vor, auf die ihr die folgenden Fragen/Aktionen schreibt. Diese werden verdeckt in der Mitte ausgelegt.

Reihum darf jeweils ein Kind eine Karte ziehen und vorlesen, was darauf steht. Dann wird die Aktion ausgeführt oder die entsprechende Frage beantwortet. Überlegt euch vorher eigene Antworten auf die Fragen und versucht mit den Kindern immer wieder auch ins Gespräch über Fragen und Antworten zu kommen. Die Aktionskarten können mehrmals vorkommen.

  • Warum waren die Israeliten in der Wüste unterwegs?
  • Was hat den Israeliten den Weg versperrt?
  • Warum konnten sich die Israeliten nicht gegen das Heer der Ägypter wehren?
  • Wie hat Gott den Israeliten geholfen?
  • Wann hast du das letzte Mal gedacht: Ich weiß nicht weiter?
  • Warum warst du das letzte Mal so richtig verzweifelt?
  • Hast du schon einmal erlebt, dass Gott dir geholfen hat? Wie war das?
  • Hast du schon einmal erlebt, dass Gott dich beschützt hat? Wie war das?
  • Was hättest du getan, wenn du damals dabei gewesen wärst?
  • Wie kann man Gott eigentlich vertrauen?
  • Was kann man tun, um sich immer wieder daran zu erinnern, dass Gott da ist und einfach alles kann?
  • Glaubst du, dass Gott alles in der Hand hat und ihm nichts unmöglich ist? Sage das einem der anderen Kinder ganz überzeugt.
  • Wenn alle in der Klasse gegen dich sind – wie kannst du Gott vertrauen?
  • Wenn du dich mit deinem besten Freund / deiner besten Freundin gestritten hast – wie kann Gott dir helfen?
  • Wenn du abends im Dunkel allein in deinem Zimmer bist und Angst hast – wie kannst du Gott vertrauen?
  • Kannst du dir eine Situation vorstellen, in der Gott dir nicht helfen kann?
  • Fallen dir andere Geschichten aus der Bibel ein, in denen Leute in ausweglosen Situationen waren und Gott doch geholfen hat?
  • Steig auf einen Stuhl auf rufe laut: „Für Gott ist nichts unmöglich!“
  • Sprecht gemeinsam den Merkvers: „Habt keine Angst! Wartet ab und seht zu, wie der Herr euch heute retten wird!“
  • Zwei Leute stellen sich eng nebeneinander. Eine dritte Person versucht zwischen den beiden durchzukommen.

Den letzten Punkt könnt ihr auch mit der ganzen Gruppe spielen – z. B. wenn am Ende noch Zeit ist. Dann stellen sich alle bis auf einen zu einem Kreis zusammen und versuchen eine unüberwindbare Mauer zu bilden. Wer schafft es trotzdem in den Kreis?

Betet zum Abschluss des Doppelpunkts und nehmt dabei einiges aus dem vorherigen Gespräch mit auf.

Schlusspunkt

Nutzt den Schlusspunkt, um einen Mitarbeiter davon erzählen zu lassen, wie er in einer scheinbar ausweglosen Situation steckte und Gott geholfen hat.

Versucht euch beim Aufbau eurer Erzählung an die Erzählung der biblischen Geschichte zu halten – so wird deutlich, dass Gott damals wie heute derselbe, helfende, treue und Unmögliches möglich machende Gott ist.

Sprecht zum Abschluss den Merkvers noch einmal miteinander und sprecht den Kindern zu, dass dieser Gott, der das Volk Israel und den Mitarbeiter retten konnte, auch bei ihnen ist.

Bausteine  

Lieder

Aus: Einfach Spitze

Nr. 28 Wer Gott vertraut, hat schon gewonnen

Nr. 59 Gott ist stark

Nr.115 Von oben, von unten

Dekoration

Toll als Dekoration zum Thema und super als Effekt während des Knackpunkts machen sich zwei große (je größer, desto eindrucksvoller) Papierbahnen, die direkt nebeneinander gehängt (an einer Wäscheleine, die an der Wand entlang gespannt ist), ein großes Meer ergeben, an dessen weit entfernten Ende man das nicht erreichbare Ufer erahnen kann.

Während der Erzählung im Doppelpunkt können beide Bahnen etwas nach außen gezogen werden, sodass sich in der Mitte des Meeres auf einmal ein Weg ergibt.

Die Themenreihe enthält alle Gruppenstunden zum Thema: Mose – Der Weg durch die Wüste aus JUMAT 4/2016. Sie beginnt mit dem Durchzug des Volkes Israel durch das Schilfmeer und endet mit dem Besuch Moses bei seinem Schwiegervater Jitro.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Außerdem enthält diese Reihe noch einen Glaube@Familie-Impuls, der dazu anleiten will, dass das, was die Kinder in der Jungschar gehört haben in der eigenen Familie vertieft wird.

Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto