Hiob – Gottes letzte Hoffnung

1. Erklärungen zum Text

Im Buch Hiob wird die Souveränität Gottes über seine Schöpfung ganz besonders deutlich. Das beginnt in der Einleitung, wo ganz klar gezeigt wird, wer letztlich die Kontrolle über jeden einzelnen Menschen und über die ganze Welt hat: Es ist Gott. Satan darf nichts tun, was Gott ihm nicht gestattet. Und Gott gestattet ihm nichts, was nicht letztlich zur Verherrlichung Gottes dient. Gott gestattet Satan, Hiob alles bis auf sein Leben zu nehmen und nun beginnt ein moralischer Kampf auf der Bühne der Weltgeschichte: Wird Hiob sich von Gott lossagen (was ihm sogar seine eigene Frau empfiehlt), nachdem ihm alles bis auf sein Leben – Besitz, Kinder, Ansehen, Gesundheit – geraubt wurden? Obwohl Hiob mit Gott hadert, hält er doch an ihm als seiner einzigen Hoffnung fest. Am Ende der Geschichte hat Hiob viel dazugelernt: Gott gibt ihm alles, was er vorher hatte, doppelt zurück. Die Rechnung Satans geht nicht auf. Sein böse gemeinter Anschlag auf Hiob dient letztlich dem Plan Gottes, Hiob zu segnen und zu zeigen, dass es echte Gottes-Leute gibt, die – wenn auch mit Schwachheit behaftet – Gott nicht aus Berechnung, sondern von Herzen fürchten und lieben.

Das Buch Hiob bietet ein Sammelbecken alttestamentlicher Gottesvorstellungen und Gotteserfahrungen. Ausgangspunkt der Rede von Gott ist sowohl bei den Freunden als auch bei Hiob die Deutung von Lebenserfahrungen als Erfahrungen des Handelns Gottes. Dabei zeigen sich drei Erfahrungshorizonte:

1) die Nähe Gottes, die als lebensfördernd, aber auch als lebensbedrohlich erfahren werden kann;

2) die Macht Gottes, die als chaosbezwingend und als lebenszerstörend empfunden werden kann;

3) der Umgang Gottes mit dem Recht, der als berechenbar, aber auch als willkürlich erfahren werden kann.

Nur eine Theologie, die um die Doppeldeutigkeit von Gotteserfahrungen weiß, die dunklen Seiten Gottes nicht ausblendet oder die Spannungen im Gottesbild dualistisch auflöst und auf den Einklang von Tradition, Situation und Person achtet, ist nach dem Buch Hiob eine aufrichtige Rede von Gott.

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

„Es war ein Mann im Lande Uz“ … Die Geschichte von Hiob beginnt wie ein Märchen. Eine Zeitangabe wird nicht gemacht und es ist auch keine historische Begebenheit, die hier erzählt wird, sondern eine Geschichte. Das wird auch daran deutlich, dass ja kein Mensch bei der Szene im Himmel dabei gewesen sein kann. Hiob ist ein Mann nach Gottes Herzen, rechtschaffen und integer. Wo das Land Uz liegt, weiß kein Mensch. Uz, das ist der Name eines Neffen von Abraham. Uz, das bedeutet so viel wie Osten, ein Wort, das im Hebräischen auch Vorzeit bedeuten kann. Urzeitliche, vorzeitliche Menschheitsgeschichte wird erzählt, denn ein Problem wird verhandelt, das alle Menschen betrifft. Frauen und Männer aller Zeiten haben sich die Fragen gestellt, mit denen Hiob sich herumquält: „Warum bleiben die Frevler am Leben, werden alt und nehmen zu an Kraft?“ (21,7) „Wer sagt dem Bösewicht seinen Lebensweg ins Gesicht, wer zahlt ihm heim, was er getan hat?“ (21,31). Hiob beklagt die Macht, die das Unrecht auf Erden hat, einigen zum Vorteil, vielen zum Elend. Und was tut Gott angesichts des menschlichen Leidens? Wir erleben in dieser Geschichte das unbegreifliche Schicksal, das Hiob erleidet.

Das Buch Hiob ist schon ein ganz schöner Brocken. Sicher sind darin grundlegende Gedanken über den Hintergrund von Glauben, anhand von Wohlergehen und Leiden, dargestellt, die es für den persönlichen Glauben zu bedenken gilt. Doch die Geschichte Hiob lässt sich mit dem Verständnis von Gerechtigkeit, was wir oft haben, nicht fassen. Vielmehr besteht – mit großer Wahrscheinlichkeit – die Gefahr, dass Gott sogar als ungerecht angesehen wird. Doch Gott liefert Hiob nicht dem Satan aus, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Hiob ist Gottes Beweis, dass der Satan keineswegs die Macht über die Erde hat, wie er meint. Mit Hiob gibt es auf der Erde einen Menschen, der Gottes Hoffnungen auf gutes menschliches Leben bewahrheitet. Es geht nicht darum, Hiob auf die Probe zu stellen, wie viel er verkraften kann, ohne von Gott abzulassen. Es geht um die Frage, ob es auf der Erde die Möglichkeit von Leben, Liebe und Menschlichkeit gibt. Es ist keine Frage des Leidens, sondern vielmehr eine Frage der Liebe. Es geht um den Kampf zwischen Gott und Satan um das Herz eines Menschen. Hiob ist Gottes ganze Hoffnung.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Drei Plakate mit folgenden Zitaten im Raum verteilen und ein stummes Gespräch starten, d.h. jeder bekommt einen Stift und kann Kommentare/Fragen/kritische Anmerkungen zu den Zitaten auf das Plakat schreiben, auf die wiederum jeder reagieren kann, sodass auf allen Plakaten in der Stille Gespräche entstehen (je nach Gruppengröße kann dies 15-30 Minuten dauern).

Du und ich – wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.“ (Mahatma Gandhi)

„Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.“ (Friedrich Nietzsche)

„Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.“ (Matthias Claudius)

Anschließend sollte eine Auswertung gemacht werden:

  • Wie ging es mir mit der Methode?
  • Ist mir etwas wichtig geworden?

3.2 Vertiefung

Der Bibeltext wird gelesen. Wo besteht da der Zusammenhang zu den Zitaten? Wenn man von Hiob redet, ist man doch eher beim Thema Gerechtigkeit oder Leiden und nicht beim Thema Liebe. Aus dem Text geht deutlich hervor, dass das Böse von Satan kommt, er argumentiert trickreich und unterstellt Gott, dass es nicht Liebe ist, was Hiob und Gott verbindet, sondern, dass es sich um ein „Lohnverhältnis“ handelt, denn Hiob ist ein reicher und glücklicher Mann. Würde Gott Hiob alles wegnehmen, dann ist es mit Hiobs Treue aus, dann würde er sich gegen Gott wenden und seine angebliche Liebe zu Gott stellt sich als purer Eigennutz heraus. Damit stellt Satan die Gottheit Gottes infrage. So erlaubt Gott – schweren Herzens – dem Satan, Hiob alles, was er hat zu nehmen und zieht dabei nur eine Grenze: „nur an ihn selbst lege deine Hand nicht.“ (Hiob 1,12). Dabei nimmt Gott in Kauf, dass er unkenntlich für Hiob wird.

  • Was sind wir bereit aus Liebe zu tun?

Die Frage, ob die Erde zum Machtbereich Gottes gehört, wird sich an Hiobs Treue entscheiden.

  • Was macht das mit dir, wenn jemand so viel Vertrauen in dich setzt?
  • Hast du es schon mal erlebt?
  • Fällt es dir schwer, all dein Vertrauen in jemand einzelnen zu setzen?
  • Wo ist der Übergang von Vertrauen zu Abhängigkeit?

Indem Gott sich derart an den Menschen gebunden hat, gibt er dem Satan Raum. Gott rottet das Böse nicht aus. Doch Gottes Vertrauen in Hiob ist unerschütterlich. Hier zeigt sich Gottes Wesen, in diesem Vertrauen, in dieser unerschütterlichen Liebe, in der Hoffnung, die er in uns Menschen setzt. Gott bewahrt Hiob nicht vor Unheil und Gefahr; in Unheil und Gefahr spricht Gott sein Vertrauen aus, dass Hiob ihm die Treue hält. Es ist ergreifend, die Geschichte so zu verstehen. Wahrzunehmen, wie sehr Gott Hiob liebt und doch keinen anderen Weg hat, als dem Satan Raum zu geben und zusehen muss, wie Hiob leidet.

  • Was wird in Gott vorgehen, wenn er unser Leben sieht?
  • Würden wir wollen, dass Gott den Deal mit dem Satan bei uns eingeht, weil er so großes Vertrauen in uns hat?
  • Warum kann so ein Vertrauen zur Bürde werden?

3.3 Abschluss

Zur Erinnerung im Alltag kann gemeinsam ein Knotenarmband geflochten werden. Der Knoten soll für die Verbundenheit Gottes und sein Vertrauen zu uns stehen.

Als Abschluss kann den Teilnehmern ein Segen zugesprochen werden. Noch schöner ist es sogar, wenn sich die Teilnehmer den Segen gegenseitig zusprechen.

3.4 Lieder

  • Du allein rettest mich (FJ4-22)
  • Im Sturm sing ich zu dir (FJ4-85)
  • Nie, Herr, lässt du mich allein (FJ4-86)
  • Ich laufe, ich falle (FJ4-97)
  • Liebe Gott, den Herrn/Love the Lord (FJ4-107)
  • Du allein (FJ3-82)

Armbänder aus Kugelketten

Bei diesen Armbändern erkennt man erst auf den zweiten Blick, aus welchem Material sie hergestellt werden: aus Kugelketten aus dem Sanitärbedarf (Baumarkt) oder aus „upgecycelten“ Kugelketten, z. B. von alten Rollos.

So geht’s

Schritt 1

Zuerst wird die Kugelkette entsprechend des Handgelenk-Umfangs abgemessen und zugeschnitten. Jedes Armband besteht aus zwei gleich langen Stücken Kugelkette, die jeweils um das Handgelenk passen (Anzahl der Kugeln muss an beiden Ketten gleich sein).

Schritt 2

Nun wird das Häkelgarn zugeschnitten. Pro Armband benötigt man 2 x 1 m und 1 x 0,6 m.

Alle drei Teile werden doppelt genommen, also in der Mitte zusammengelegt (es entstehen 3 Doppelfäden: 2 x 0,5 m und 1 x 0,3 m). Der kurze Doppelfaden (0,3 m) wird mit der geschlossenen Seite an die erste Kugel der ersten Kette geknotet. Einer der beiden längeren Doppelfäden wird wiederum mit der geschlossenen Seite um die erste Kugel der zweiten Kette geknotet.

Nun werden beide Doppelfäden locker miteinander verknotet, dadurch werden beiden Kugelketten miteinander verbunden. Wichtig: dieser Knoten darf nur so fest angezogen werden, dass die Kugelketten noch gut nebeneinander liegen können (sie dürfen nicht übereinander liegen).

Schritt 3

Für diesen Schritt wird nur der längere Doppelfaden benötigt. Den kürzeren braucht man, um später einen Verschluss anzubringen oder um sich das Armband um das Handgelenk zu binden. Der längere Doppelfaden wird locker um die diagonal verlaufenden Lücken zwischen den Kugeln gewickelt. Dabei kommt es nur darauf an, dass die beiden Ketten gleichmäßig miteinander verbunden werden.

Die Festigkeit erfolgt erst durch die Gegenwicklung (Schritt 4). Es ist völlig normal, dass sich die Ketten bei diesem Schritt noch miteinander verdrehen. Ist man bei der letzten Kugel angelangt, macht man einen „Gegenschlag“ um die letzte Kugel und zieht den Doppelfaden fest (d. h. man macht eine Schlaufe, dreht diese um 180 Grad, legt sie um die Kugel und zieht sie fest).

Tipp: Das Wickeln erfordert ein bisschen Geschicklichkeit. Es geht am besten, wenn man die Ketten in einer Hand festhält und den Doppelfaden mit der anderen um die Kugeln wickelt.

Schritt 4

Nun nimmt man den dritten Doppelfaden zur Hand und knotet ihn wieder mit der geschlossenen Seite an eine der beiden zuletzt umwickelten Kugeln fest.

Wichtig: 10–15 cm überhängen lassen (wird zur Anbringung des Verschlusses oder zum Umbinden benötigt).

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann auch den Doppelfaden der ersten Reihe (nach Gegenschlag) mit dem neuen Doppelfaden verknoten. Der neue Doppelfaden wird jetzt ebenfalls um die Kugelketten gewickelt – allerdings fester als beim ersten Mal und in der entgegengesetzten Diagonale. Das Armband erhält so sein Muster und seine Stabilität. Am Ende wird der Faden wieder mit einem Gegenschlag an der letzten Kugel befestigt.

Schritt 5

Um einen Verschluss anzubringen, bzw. um sich das Armband um das Handgelenk binden zu können, werden die 4 Fäden an jedem Ende mit einem „Geraden Makrameeknoten“* verknüpft. Dazu wird das Armband mit einem Stück Paketklebeband am Tisch befestigt.

Der Verschluss wird einfach an der Stelle eingeknotet, an der man ihn gerne haben möchte. Zum Abschluss werden alle 4 Fäden einer Seite noch miteinander verknotet und abgeschnitten.

*Knüpft man immer von der gleichen Seite, dreht sich der Knoten. Knüpft man abwechselnd 1 x von links, 1 x von rechts bleibt der Knoten „gerade“.

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