Power Gott(es)

Welchen Gaben verteilt Gott so an uns? In diesen Einheiten geht es um Gebet, Heilung, Geisterunterscheidung, Prophetie, Lehre, Wunder, Sprachengebet und so weiter. Lasst euch von diesen Einheiten herausfordern und macht euch auf die Suche nach euren Gaben, der Liebe die größer ist als alles und euren Gaben des Heiligen Geistes. In jedem Fall steckt hier die Power Gottes drin!

1. Vorbemerkungen

Liebe … da steckt ganz viel drin, ganz viele Erwartungen, ganz viele Gefühle, ganz viele Erinnerungen, aber möglicherweise auch Enttäuschung. Jeder hat schon Erfahrungen mit Liebe gemacht, auf jeden Fall auch alle Teens. Das bedeutet, dass dieses Thema für die Teens nicht unbelastet ist. Sie haben schon Vorstellungen davon, was Liebe für sie ist. Aufgabe dieser Einheit ist es also auch klarzumachen was Gottes Liebe bedeutet und wo der Unterschied zu einem Schulhof Crush ist.

2. Zielgedanke

Die Teens sollen ermutigt werden, anderen so mit Liebe zu begegnen, wie Gott sie liebt. Die Liebe, die damit gemeint ist, soll selbstverständlicher Teil ihres Lebens werden.

3. Einführung

Der Bibeltext, um den sich das Thema heute dreht, steht in 1 Korinther 13.

Der Korintherbrief ist ein Brief, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth schrieb. Korinth liegt in Griechenland. Paulus gründete die Gemeinde auf seiner zweiten Missionsreise.

Lese dir zuerst einmal selbstständig den Bibeltext komplett durch. Nimm dir dabei die Zeit alles anzustreichen, wo es um Liebe geht. Das Gleiche machst du später auch beim Durchführen des Themas mit den Teens. Wenn du schon mal klischeehaft ins Thema einsteigen willst kannst, du dafür einen Rosa Marker nehmen, sonst reicht irgendein Stift.

Der Bibeltext wird oft betitelt mit „Das Hohelied der Liebe“. In diesem Kapitel des Korintherbriefes geht es um die Grundhaltung, aus der wir als Christen unser ganzes Leben leben sollten.

Der Korintherbrief ist Paulus’ Antwort auf konkrete Anfragen aus der Gemeinde in Korinth. Dabei geht es immer wieder um die Frage, wie die Korinther als Christen leben und sich verhalten sollen.

Die Stadt Korinth, das Lebensumfeld der Christen, war eine reiche Handelsstadt. Als solche hatte sie viele Reiche, die verschwenderisch lebten, und gleichzeitig viele Arme, die darunter litten. In Korinth kamen viele Religionen und Kulturen zusammen und vermischten sich zu einer Stadt, in der moralische Grenzen manchmal verschwammen. In dieser Umwelt entwickelte sich die junge christliche Gemeinde und wusste nicht genau: Wie verhalte ich mich jetzt?

Kapitel 13 ist die Mitte und der Höhepunkt des Briefes. Alle Nöte der Gemeinde führt Paulus auf das Fehlen von Liebe zurück. Und zwar von der wirklichen Liebe, im Griechischen „Agape“ genannt. Ohne Liebe kommt es auch in Gemeinden wie Korinth zu Spaltungen, Streit und Eifersucht.

In der griechischen Sprache zur Zeit Jesu gibt es mehrere Begriffe, die Liebe beschreiben. Zum Beispiel: „Eros“ für die sexuelle Leidenschaft, „Philia“ für die tiefe Freundschaft, „Storgé“ für die kindliche und elterliche Liebe und schließlich „Agape“.

Dabei fällt Agape ein wenig raus, denn diesen Begriff hat die Bibel erst komplett geprägt. Im Neuen Testament wird damit der tiefste Grund beschrieben, aus dem sich Gott uns zuwendet. Es ist das was dem menschlichen Leben erst Sinn und Bedeutung gibt. Agape beschreibt die selbstlose Liebe, die Liebe Gottes.

Wenn in der Bibel von Liebe gesprochen wird, wird meistens diese Liebe gemeint. Im Deutschen haben wir nur ein Wort für Liebe. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, was dahintersteckt. Denn Liebe ist nicht gleich Liebe. Besonders in diesem Text ist es wichtig zu unterscheiden. Die romantische Liebe, die wir meistens meinen, ist die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die wir Menschen untereinander haben. Aber die göttliche Liebe geht noch weiter!

Zurück zum Bibeltext und eine kurze Verseinteilung:

In 1.Kor 13,1-3 erklärt Paulus, dass ohne Liebe selbst die anderen Gaben des Christentums sinnlos sind. In den Versen 4-7 führt er aus, wie die Liebe ist, und wie sie eben nicht ist. In den Versen 8-12 geht es darum, dass die Liebe das Größte ist, da sie von Gott ausgeht und somit endlos ist. Und schließlich in Vers 13 fasst Paulus zusammen, dass Glaube, Liebe und Hoffnung endlos bleiben, aber die Liebe das Größte unter ihnen ist.

Die Liebe ist also das Wichtigste, was jeder Christ haben kann. Denn sie ist ein Geschenk, das Gott uns macht. Es geht aber noch weiter. Denn Agape ist nicht nur ein Gefühl Gottes, sondern im 1.Johannesbrief 4,16 steht sogar: „Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“

Gott ist Liebe! Das bedeutet, es ist sein tiefster Wesensgrund. Deswegen steht in 1.Kor 13 dass alles, was wir ohne Liebe tun, sinnlos ist. Wir handeln sonst ohne Gott.

4. Methodik für die Gruppe

Wichtig ist es für die Teens zu verstehen, dass sie die Liebe Gottes brauchen. Zu diesem Zweck bewegen wir uns aus zwei Richtungen auf die Liebe zu: Die Liebe als das Größte und die Liebe als Generallösung.

4.1 Einstieg

Als Erstes steht die Frage: Was ist das Größte, das ihr kennt?

Um das zu veranschaulichen können entweder:

a) Ein paar Bilder von großen Objekten oder Tieren gezeigt werden und die Frage gestellt werden: „Was haben diese Bilder gemeinsam?“

(Z.B. ein Bild von einem Wal, Mount Everest, dem Turm Burj Kalifa, einer Giraffe und einem riesen Gummibärchen)

b) Oder es kann ein Video gezeigt werden, das die Größenverhältnisse des Universums aufzeigt.

Z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=fRD2FvX83vM

Abschließend wird gefragt: „Könnt ihr euch etwas Größeres vorstellen?“

Ein kleiner Themenwechsel. Weg von dem Großen, hin zu uns.

Die nächste Frage an euch ist: „Was fehlt euch am meisten?“ oder „Was fehlt in der Welt am meisten?“

Sammle die Antworten auf Klebezetteln und klebe diese Zettel in Form eines Turms oder einer Pyramide an die Wand. Lass aber ganz oben Platz.

Sprecht gemeinsam darüber was fehlt. Und was könnte die Lösung dafür sein?

4.2 Hauptteil

Heute geht es um das Thema: Liebe!

(Klebe jetzt einen Zettel auf dem dick „Liebe“ steht ganz oben auf die Klebezettel-Pyramide.)

Was verbindet ihr mit Liebe? Nennt mal das Erste, was euch in den Kopf kommt und wenn nötig eine kurze Erklärung.

In der Bibel gibt es einen Bibeltext der „Das Hohelied der Liebe“ genannt wird.

Was könnte das bedeuten oder beinhalten?

Lest gemeinsam den Text und markiert, wo hier Liebe beschrieben wird.

Dafür kann es hilfreich sein, den Bibeltext ausgedruckt vor sich zu haben oder den Teens vorher zu sagen, dass sie ihre eigenen Bibeln mitbringen sollen.

In der griechischen Welt zur Zeit, als Paulus diesen Brief an die Gemeinde in Korinth schrieb, gab es viele Worte, um Liebe zu beschreiben:

„Eros“ für die Lust und Leidenschaft

„Philia“ für die tiefe Freundschaft

„Storgé“ für die kindliche und elterliche Liebe

und „Agape“.

In diesem Text geht es um Letztere, also um Agape.

Agape ist die selbstlose Liebe, die Liebe Gottes.

Wie ist Agape laut diesem 1.Kor 13?

Und wo ist der Unterschied zur Liebe, über die wir oft reden?

(Dies wird vor allem in den Versen 4-7 beschrieben.)

Wir wollen uns mal zwei besondere Teile des Textes anschauen:

a) Die Liebe ist das Größte

b) Die Liebe ist die Lösung

a) Warum ist die Liebe das Größte? Schließlich ist sie nichts, was wir direkt anfassen oder sehen können …

Für Paulus war das klar: Irgendwann hört alles auf … außer der Liebe.

Wenn ihr am Anfang das Video geschaut habt, habt ihr gesehen, wie groß unser Universum ist.

Wenn ihr am Anfang die Bilder von großen Dingen unserer Erde gesehen habt, dann wisst ihr, was für große Dinge alleine auf unserer Erde zu finden sind.

Aber alles davon hört irgendwann auf. Selbst das Universum hört irgendwann auf. Alles, was gebaut oder gewachsen ist, egal wie groß, hört irgendwann auf.

Selbst alles, das wir durch unsere Gaben vollbringen, die uns Gott selbst schenkt.

So beschreibt es Paulus in den Versen 8 bis 12.

Denn alles, was wir auf der Erde machen, ist von der Erde.

Wir Christen glauben aber, dass Jesus irgendwann wiederkommen wird und dann ein neuer Himmel und eine neue Erde sein wird (Offb 21,1).

Wenn alles vergeht, was dann? Was bleibt ist: Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei (Vers13).

Alles ist vorübergehend, bis auf Gott und Jesus selbst.

Deswegen bleiben diese drei Dinge ewig.

Wir glauben an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Wir vertrauen fest auf Gott!

Wir hoffen auf Jesus. Denn er rettet uns aus jeder Not.

Und die Liebe bleibt. Denn Liebe ist nicht nur ein Gefühl Gottes, sondern Gott ist Liebe! (1.Johannesbrief 4,16).

Das meint Paulus auch mit dem Vers 12. Wenn Jesus wiederkommt, dann werden wir erst wirklich erkennen können, wie sehr er uns liebt!

b) Die Liebe ist die Lösung

Im gesamten Korintherbrief geht es immer wieder darum, was alles in der Gemeinde in Korinth schiefläuft. Wo sich die Korinther falsch verhalten. Vor allem untereinander. Und das, obwohl sie eine Gemeinde sind, welche die Liebe Gottes erfahren hat.

Aber das ist genau das, was Paulus sagt, was ihnen fehlt: Liebe!

Die Lösung für alle Probleme in Korinth ist Liebe.

Ist das auch so bei den Zetteln, die ihr am Anfang gesammelt habt? Die Zettel von all dem, was bei euch oder in der Welt noch fehlt?

In den Versen 1-3 beschreibt Paulus, dass alles Arbeiten und Handeln, und wenn es noch so christlich ist, sinnlos ist, wenn es ohne Liebe passiert. Denn wenn ohne Liebe gehandelt wird, dann ist es nicht für meinen Nächsten. Dann handle ich für mich selbst. Aber nicht für denjenigen, der mir gegenübersteht. Nicht für denjenigen, der es braucht.

Das besondere an der Liebe ist, dass sie etwas ganz Persönliches ist und gleichzeitig das Sozialste ist, das wir kennen. Kurz zusammengefasst: Die Liebe ist für jeden genau das Richtige!

Die meisten Probleme in unserer Welt lassen sich durch Liebe lösen.

Aber ich alleine kann nicht so lieben … Jeder kennt Menschen oder Dinge, die sie oder er nicht mag.

Aber das musst du auch nicht. Diese Form der Liebe kommt nicht von dir. Sondern es ist Agape: Von Gott geschenkte Liebe, da er selbst Liebe ist!

4.3 Abschluss

Das ist schön und gut, aber wie kommt das jetzt bei mir an? Wie kann ich so lieben und geliebt werden?

Der Mitarbeiter schreibt dick (und nach Möglichkeit schön) folgendes Gebet auf ein Blatt oder Plakat und legt es in die Mitte:

„Gott, schenke mir, dass ich so lieben kann, wie du mich liebst!“

Lies das Gebet laut vor.

Wenn du willst, kannst du dieses Gebet zu deinem eigenen machen.

Denn diese Form der Liebe, die größer ist als alles andere und die alles lösen kann, diese Liebe kann nur Gott schenken.

Wenn ihr wollt, könnt ihr das Blatt oder Plakat schön gestalten und in eurem Teenkreis-Raum oder eurer Gemeinde aufhängen, sodass ihr euch immer mal wieder daran erinnert.

Zum Abschluss, bevor ihr gemeinsam dieses kurze Gebet sprecht, nimmt sich jeder noch einmal kurz Zeit und schreibt auf zwei Klebezettel, jeweils für sich:

1. Wo will ich mehr Gottes Liebe spüren?

2. Wo will ich mehr Gottes Liebe zeigen?

Diese beiden Zettel könnt ihr euch zu Hause an einen gut sichtbaren Ort hängen (den Badezimmerspiegel zum Beispiel). Dann könnt ihr immer wieder daran denken, wo ihr euch mehr von Gottes Liebe wünscht.

Betet zum Abschluss gemeinsam dafür.

Diese Themenreihe enthält Gruppenstunden zu Texten aus den Psalmen, die in verschiedenen JUMAT-Heften der Jahre 2018 und 2019 veröffentlicht wurden. 4 Einheiten beschäftigen sich dabei mit Psalmen, die in einem engen Zusammenhang mit dem Passions- und Ostergeschehen stehen.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Klage braucht immer einen Ansprechpartner, der etwas gegen die Missstände tun kann. Dieser Ansprechpartner ist Gott.

Checker

Mit Gott darf man so unzensiert, offen und ehrlich reden, wie mit sonst keinem. Ihm kann man allen Ärger und Zorn klagen.

Der Text an sich

Dieser Psalm ist von Anfang bis Ende hoch aktuell. Liest man ihn nach einer neuen Übersetzung (Neues Leben, HfA, GNB) kommt es einem so vor, als sei er ein Kommentar in einer Zeitung über die aktuelle Situation in Gesellschaft, Politik und Kirche.

V.2: „Hilf Herr!“mit diesem Ruf beginnt der Psalm und dieser Ruf bestimmt den ersten Teil des Psalms. Der Beter sieht, dass er und die Heiligen, also die Glaubenden in der Minderheit sind. David spricht Gott mit HERR, also mit seinem Namen aus 2. Mose 3,14 an: JHWH. Dies tut er bewusst, da er von diesem Gott alle Hilfe erwarten kann. Dieser JHWH steht mit seiner Allmacht und Allgegenwart über den Menschen, die er dann in den nächsten Versen beschreibt.

V.3: Wahrscheinlich fühlte sich David umgeben von solchen Menschen, die sich nicht nach Gott ausrichten. Er klagt über die daraus folgende Untreue, Unwahrhaftigkeit. Man spürt förmlich, wie er unter diesen Menschen leidet.

V.4.5: Diese Versesind ein Seufzer, ein Wunsch des Psalmbeters David. David würde darin die Hilfe sehen. Er macht Gott diesen Lösungsvorschlag. Das eigentliche Problem steht am Schluss. Die anderen Menschen wollen ihr eigener Herr sein und stellen sich damit gegen Gott.

Der Beter wendet sich an Gott und fordert sein Erbarmen ein. Er kann es sich nicht vorstellen, dass Gott tatenlos zusieht. So ist es folgerichtig, dass Gott sich im nächsten Teil des Psalms selbst zu Wort meldet.

V.6: Jetzt spricht der HERR. Und sein Reden ist anders als von David erbeten. Er kündigt kein Gericht über seine Gegner an, sondern Hilfe für seine Freunde.

V.7: David erinnert sich daran, dass das, was der HERR sagt, im Gegensatz zu den oben beschriebenen Worten der Angeber Gewicht hat, unverfälscht ist, ohne Intrigen, auf Reinheit geprüft. Und das sieben Mal, also vollkommen. Gottes Worte, seine Zusagen haben vollkommenen, ewigen Bestand.

V.8.9: Nun sieht David seinen Trost darin, dass Gott ihn vor den gottlosen Heuchlern und Angebern bewahren wird, auch wenn um ihn herum sich die Situation nicht bessern wird. Gottlose wird es immer geben, aber von dieser Tatsache lässt sich der Psalmist nicht herunterziehen. David redet nun nicht mehr von Ausrotten, wie in Vers 4, sondern er vertraut sich Gottes Form von Hilfe an.

Das ist echtes Vertrauen.

Der Text für mich

Am liebsten würde ich zu David gehen und mich mit ihm bei Gott über diese Situation beklagen.

Auch heute scheint es, als gäbe es immer weniger Menschen, die sich existenziell an Jesus halten. Heute spitzt sich die Situation noch zu, indem Menschen behaupten, Christen zu sein, ja, Theologen zu sein, halten sich aber nicht an Jesus. So nimmt auch heute das Unheil seinen Lauf. Untreue, Lügen, Unaufrichtigkeit im Umgang miteinander macht sich auf allen Ebenen breit. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich genau diese Menschen so aufspielen, als wüssten sie alles besser. Manchmal hat es sogar den Eindruck, als würden sie gern selbst Gott sein. Über Gott, über Jesus, können sie nur überheblich lächeln. Und es scheint wirklich so zu sein, als könne sie keiner aufhalten (V.5, Neues Leben-Bibel).

Aber Gott steht mit seinem Namen dafür, dass er helfen wird, auch wenn sich die äußere Situation nicht bessert. Gott wird helfen, auch wenn es nach außen hin nicht so aussieht, als würde dem Bösen gewehrt. Klagen sind erlaubt. Aber am Ende hilft Gott so, wie er es für richtig hält. Ich möchte auch so Vertrauen, wie der Psalmbeter.

Der Text für dich

Starter

Für viele ist Gott oder Jesus ein Wesen aus alten Geschichten, das nichts mit uns zu tun hat. Für einige Kinder scheint er jemand zu sein, dem man vor dem Schlafengehen ein Gedicht aufsagt. Aber David macht uns vor, dass man mit ihm reden kann und dass man ihm klagen kann, was einem echt auf den Geist geht. Man darf ehrlich sein vor ihm, seinen Gefühlen, auch den negativen, Ausdruck geben. David fühlte sich gottlosen Heuchlern und Angebern ausgeliefert. Die Kinder haben andere Sorgen. All das dürfen sie Gott sagen. David macht Gott hier im Text einen richtig bösen Lösungsvorschlag. Er lässt einfach mal seinen Frust heraus. Danach geht es ihm gleich besser und er kann wieder nachdenken über Gott und seine Art der Hilfe.

Checker

Der Glaube an Jesus ist kein Thema, womit man auf dem Pausenhof groß rauskommt. Die Jungscharler erleben vielmehr, dass die Großmäuler, die Heuchler und Spötter angesagt sind. Gottloses Reden und Tun scheint besser anzukommen als der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten. Darüber kann ein treuer Jungscharler echt frustriert sein. Dann darf er sich wie David einfach mal bei Gott beschweren. Ihm muss er nicht vormachen, dass er alles gut findet. Offen und ehrlich darf man seinem Ärger Luft machen, ungeschützt das Herz ausschütten. Gott antwortet darauf. Seine Antwort ist nicht durchtrieben, hinterhältig, sondern absolut rein, klar und deshalb unangreifbar und zuverlässig. In dieser Souveränität kann man sich dann wieder geborgen wissen, ihr kann man sich anvertrauen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Aufbau einer „Klagemauer“

Das Vorbild dieser Mauer ist die Klagemauer vom Tempelberg in Jerusalem.

Ein großes Bild der Klagemauer in Jerusalem wird gezeigt.

Für die Juden ist das der heiligste Ort. Diese Mauer ist der letzte Rest des 70 n. Chr. zerstörten Tempels, in dem Gott gegenwärtig war. Dort fühlen sie sich ganz nah mit Gott verbunden. Wann immer sie können, gehen sie dahin, um Gott ihre Klagen und Bitten vorzubringen. Ganz konzentriert und intensiv beten sie da zu Gott. Manche schreiben ihre Gebete auf kleine Zettel und stecken die in die Mauerritzen.

Seit Jesus brauchen wir eigentlich keinen festen Ort mehr, um mit Gott zu reden. Aber es ist schon eindrücklich, an der Klagemauer zu stehen. Man empfindet Gottes Gegenwart dort sehr stark. Auch weil dort eine solche Ruhe und Konzentration auf Gott herrscht.

Diese „Klagemauer“ wird jetzt angedeutet: Auf große Pappen werden Steine aufgemalt, ausgeschnitten, mit schwarzem Edding umrandet und mit „Klebeknete“ in Form einer Mauer an eine Wand geheftet.

Idee 2: Wortsynonyme zu „klagen“ suchen

Jeder bekommt einen Stift und einen Stapel kleiner Haft-Notizzettel. Auf Kommando beginnen alle, darauf Worte (auf jeden Zettel ein Wort) aufzuschreiben, die man anstelle von „klagen“ benutzen könnte, z. B. jammern, heulen, petzen, anzeigen, schluchzen, meckern, wehklagen, stöhnen, winseln, weinen, ächzen, trauern, wimmern, usw. Nach einigen Minuten wird abgebrochen. Alle zählen ihre Worte und lesen sie vor. Wer hat die meisten gefunden?

Diese Worte können dann an die erstellte „Klagemauer“ geheftet werden.

Verkündigung

Erarbeitung des Textes in Gruppen

Die Teilnehmer werden in kleine Gruppen eingeteilt und haben die Aufgabe, das Thema Klage auf kreative Art und Weise zu bearbeiten. Sie können eine der beiden Methoden wählen, mit der sie das Thema gestalten.

Einüben von Theaterstücken

Die Gruppe überlegt sich eine Situation, über die man sich beklagen kann. Diese Situation übt sie dann als kurzes Theaterstück ein. Die unterschiedlichen Theaterstücke werden dann aufgeführt.

Grund zur Klage

Aus ausgewählten Zeitungen suchen die Jungscharler Texte und Bilder aus, die Grund zur Klage bieten. Diese Artikel schneiden sie aus und legen sie als Mosaik auf den Fußboden. Eine klagende Musik wird eingespielt. Alle bewegen sich langsam durch den Raum und lesen die ausgelegten Artikel.

Briefe an Gott

Nachdem die Ergebnisse der Gruppenarbeit präsentiert wurde haben die Jungscharler die Aufgabe, einen Brief an Gott zu schreiben.

Einzeln oder in kleinen Gruppen (evtl. gemeinsam mit einem Mitarbeitenden), verfassen die Jungscharler Klagebriefe an Gott. Im Brief soll zunächst der Missstand aufgezeigt werden; dann einen Lösungsvorschlag; danach einen Wunsch, wie Gott handeln soll; und zum Abschluss die Überlegung, wie Gott wohl handeln wird.

Die Briefe werden in Briefumschläge gesteckt. Eine Kopie des Psalms 12 aus der Gute Nachricht Bibel wird ebenso in einen Umschlag gesteckt. Wer möchte, kann seinen Brief vorlesen. Der Mitarbeitende liest den Klagebrief des David, also Psalm 12, vor. Die Briefe werden an die Klagemauer geheftet.

Die andere Idee

Gestaltung des Bibeltextes

Alle bekommen eine Kopie des Bibeltextes Psalm 12. Dazu erhält jeder je einen hellen und einen dunklen Buntstift. Der helle Stift steht für das Gute, der dunkle für das Schlechte. Alle lesen nun den Text durch und malen die Worte, die etwas Gutes ausdrücken hell, die Worte, die etwas Schlechtes ausdrücken dunkel an.

Danach werden die Ergebnisse verglichen und man kommt gemeinsam über die Ergebnisse ins Gespräch.

Der Text gelebt

Wiederholung

Vortragen des Klagebriefes: Mutige Jungscharler nehmen sich ihren Klagebrief oder den Psalm 12 und ihr Musikinstrument (siehe Kreatives) und tragen den Brief/Psalm mit improvisierter Melodie und Musikuntermalung vor.

Gespräch

Die Gruppe unterhält sich anhand folgender Fragestellung: „Wozu klage ich Gott mein Leid? Was habe ich davon? Er macht doch sowieso das, was er will!“ Das Ziel des Gespräches soll sein, dass die Jungscharler erkennen, dass sie selbst durch das Gespräch mit Gott erleichtert sind, getröstet werden und dass es Gott ist, der eingreifen und an der Situation etwas ändern kann. Er kann Herzen bewegen, er hat den Überblick, er hat die Macht und die Möglichkeiten.

Merkvers

Du hast mein Klagelied in einen Freudentanz verwandelt.

Psalm 30,12 GNB

Der Vers wird beim Gespräch eingeflochten. Auch dieser Vers ist aus einem Psalm Davids. Er stammt aus einem Lied, das zur Einweihung des ersten Tempels gesungen wurde. David hat erlebt, dass er Gott sein Leid geklagt hat und dann durfte er erleben, dass Gott getröstet hat. Er hat noch viel mehrerlebt, denn Gott hat gehandelt und manche Missstände verbessert.

Der erste Teil des verses wird in ganz trauriger Stimmung gesprochen und dann wechselt man zu einer fröhlichen Stimmung.

Gebet

Danke, Herr Jesus, hab Dank, Herr, dass ich mit dir reden darf. Danke, Herr Jesus, hab Dank, dass du mich hörst.

Dieses Gebet ist der Text eines Liedes von Thomas Eger (1975 Musikverlag Klaus Gerth, Asslar) und steht im Gemeinschaftsliederbuch „Jesus meine Freude“, Nr. 409.

Die drei Strophen des Liedes werden gemeinsam betend gelesen.

Kreatives

Herstellen eines Saiteninstrumentes

Dazu braucht man rechteckige Plastikdosen mit Deckel, z. B. von Frischkäse oder Margarine, dazu kleine bunte Gummiringe und eine Schere.

Aus dem Deckel wird ein recht großes Loch ausgeschnitten.

Die Gummiringe werden quer über die mit dem Deckel mit Loch verschlossene Dose gespannt. Sie müssen gut gespannt sein, ggf. kann man die Gummis auch doppelt über die Dose spannen. Je strammer das Gummi gespannt ist, je höher klingt der Ton. Unterschiedliche Spannungen erzeugen unterschiedliche Töne.

David hatte ein 8-saitiges Instrument. Also sollen acht Gummis über die Dose gespannt werden. Mit diesem Instrument kann man echte Melodien erzeugen, indem die Saiten nach Klanghöhe sortiert oder gezupft werden.

Spielerisches

Wer schafft es, einer schlechten Nachricht etwas Gutes abzugewinnen? Das dürfen hier gern auch witzige Dinge sein. Daran kann man auch den Unterschied zwischen echtem Trost und oberflächlicher Vertröstung klar machen.

Zwei Mannschaften stehen sich gegenüber. Die erste Mannschaft erzählt eine schlechte Nachricht. Nun versucht die andere Mannschaft, darin etwas Gutes zu finden, z. B. sagt die erste Mannschaft „Heute hat mir eine Taube auf den Kopf gesch …“. Darauf kann die zweite Mannschaft antworten: „Gut, dass Kühe nicht fliegen können“.

Oder: „Gestern hat meine Lieblings-Fußballmannschaft verloren“. Antwort: „Wer unten ist, fällt nicht so tief“.

Rätselhaftes

Lückentext

Jeder braucht ein Textblatt, ein Blatt mit den „Bausteinen“, eine Schere und Klebstoff. Auf dem Textblatt steht der gesamte Psalm 12 nach GNB. Aber anstelle der Verben stehen frohe bzw. traurige Smileys. Die Verben sind auf einer gesonderten Kopiervorlage auf Bausteine geschrieben. Diese werden jeweils ausgeschnitten und an der richtigen Stelle in den Text eingeklebt.

(T)Extras

Lieder

Alle meine Sorgen werf‘ ich auf den Herrn

Ich bin sicher an der Hand des Vaters

Lege deine Sorgen nieder

Spar dir deine Sorgen

Am Ende kein Ausweg

Gott hört mich, wenn ich bete

Da staunst du

Spiele

Material: ein dicker Stein, mindestens 20 cm Durchmesser; pro Jungscharler ein abgerundeter Kieselstein ca. 5 cm Durchmesser

Klagen-Weitwurf

Auf einer Wiese wird eine Grundlinie festgelegt. Dahinter stellt sich die ganze Gruppe auf. Einer nach dem anderen wirft nun den dicken Stein so weit wie möglich. Der Landungspunkt wird jeweils mit einem kleinen Stein markiert. Wer wirft am weitesten?

Klagen-Zielwurf

Der Gewinner vom „Klagen-Weitwurf“ wirft den großen Stein von der Grundlinie aus noch einmal so weit wie möglich. Nun bleibt der Stein aber liegen. Einer nach dem anderen wirft jetzt seinen kleinen Stein und versucht, den großen Stein zu treffen. Wem gelingt es?

Klagen-Transport

Material: zwei große Kisten gefüllt mit gleich vielen kleinen Steinen. Es müssen viel mehr Steine als Spieler sein. Zwei ebenso große leere Kisten. (Körbe oder Bananenkisten o. Ä.).

Die Gruppe teilt sich in zwei gleich große Mannschaften auf.

Wieder wird eine Grundlinie festgelegt, hinter der sich die Mannschaften aufstellen. Auf der Linie steht die volle Kiste. Die leeren Kisten werden in einer guten Entfernung aufgestellt.

Die Aufgabe der Mannschaften ist es, ihre Steine aus der Kiste vor ihnen in die entfernt stehende Kiste zu bringen. Einer nach dem anderen nimmt sich einen Stein aus der Kiste und bringt ihn zur entfernten Kiste. Ob sie ihn sorgfältig hinein legen oder aus der Entfernung hinein werfen, ist egal. Er muss aber in der Kiste landen. Erst wenn der Stein in der Kiste ist und der Spieler wieder hinter der Grundlinie ist, startet der nächste Spieler.

Welche Mannschaft hat ihre Kiste zuerst umgefüllt?

Aktion

Wer in dörflicher Gegend wohnt weiß, wie mühsam es für die Landwirte ist, wenn Steine auf dem Feld liegen. Besonders die Landwirte mit kleinen Anbauflächen müssen vor der Aussaat über ihre Felder gehen und die dickeren Steine aufsammeln. Sie stören beim Bearbeiten der Felder oder würden ihm sogar die Geräte beschädigen. Bestimmt würde sich der Landwirt des Dorfes darüber freuen, wenn ihm die Jungschar diese Arbeit des Steine sammelns abnimmt.

Kreatives

Material: Der dicke Stein und die kleinen Kieselsteine aus den Spielen, rote und schwarze Acrylfarbe, Pinsel, Silicon-Kleber zum Kleben von Steinen, Pappe zum Unterlegen beim Bemalen der Steine.

Die Steine aus den „Klagespielen“ können für die Jungscharler zum „Denkmal“ an diese Jungscharstunde werden. Sie erinnern sie in Zukunft daran, dass man seine kleinen oder schweren Lasten Gott klagen darf. Deshalb wird dieser große Stein im Vorgarten oder Foyer des Gemeindehauses platziert.

Die kleinen Steine werden mit Acrylfarbe als Marienkäfer bemalt. Die Unterseite der Steine wird nicht bemalt. Nach dem Trocknen werden die Käfer mit Silicon-Kleber auf den großen Stein geklebt.

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