Dankbarkeit in 3D

Dankbarkeit, dass ich beschenkt bin.
Dankbarkeit, womit ich beschenkt bin.
Dankbarkeit dem gegenüber, der mich überreich beschenkt!

1. Vorbemerkungen

Wenn Undankbarkeit die Vergesslichkeit des Herzens ist, dann ist im Umkehrschluss gelebte Dankbarkeit das Gedächtnis des Herzens. Wenn (auch) Teens, manipuliert von einer grenzen- und gnadenlosen Konsumgesellschaft nicht genug haben und genug bekommen können und haben müssen, was alle anderen sowieso auch schon haben, dann trainiert und fördert dies die Alzheimerkrankheit des Herzens, die sich zu einer chronischen Unzufriedenheit entwickeln kann. Dankbarkeit ist der erlernbare Lebensstil – eben für Teens, um so früh als möglich die Lebensweiche in Richtung Glück und Zufriedenheit zu stellen. Dankbarkeit braucht also den geschärften Blick des Herzens, also eine 3D-Herzbrille, um Dankbarkeit in allen drei Dimensionen zu leben.

2. Zielgedanke

Dankbarkeit ist eine erlernbare Herzenshaltung!

3. Einführung inkl. Exegese

3.1 Das Wort „danken“ in der Bibel

Das Hebräische kennt vorwiegend nur ein Wort: jadah (beinhaltet Jahwe) und meint loben, danken, preisen, bekennen, gestehen.

Im Griechischen ist es vorwiegend das Wort „eucharistia“, die Dankbarkeit (beinhaltet chara = Freude und charis = Gnade).

Im AT finden wir Dank als Dankopfer und in Form von Dankliedern.

3.2 Dankbarkeit versus Undankbarkeit

Gott wird uns in seinem Wort durchweg als der vorgestellt, der gibt: Leben, Lebenskraft, Körper, Verstand, Wille, Gefühl, Gesundheit, Essen, Trinken, Freundschaft, Liebe, Geld, Arbeit, Urlaub, Schlaf, Wohnung, Kleidung, Gaben, … Der Mensch wird uns seit der Schöpfung beschrieben als der, der empfängt. In der Bibel finden wir zwei Lebensstile bezüglich des Umgangs mit den Gaben, die Gott gibt: die Dankbarkeit und die Undankbarkeit.

Der Lebensstil der Dankbarkeit ist geprägt von empfangen, danken, genießen, teilen, verzichten. Dankbarkeit macht gelassen. Wer dankbar ist genießt, teilt gern und kann fröhlich verzichten.

Der Lebensstil der Undankbarkeit ist geprägt von behaupten, beneiden, bestimmen, übertrumpfen. Undankbarkeit zeugt Unzufriedenheit, lässt mich zweifeln oder überheblich werden. Wer undankbar rafft, macht sich unfähig, freiwillig zu teilen und wer undankbar konsumiert, kann auch nur unfreiwillig verzichten.

3.3 Zehn zu eins (Lk 17,11-19)

Was die zehn Aussätzigen verbindet, ist das Schicksal der Krankheit, die sie aus der Gesellschaft ausschloss. Die unterschiedliche Herkunft aus Juden und Samaritern spielt zu diesem Zeitpunkt keine Rolle. Einig waren sie in dem Wunsch nach Heilung, den sie Jesus unisono gegenüber ausdrückten. Im Gleichschritt gingen sie den ersten Schritt im Glauben in Richtung Priester und wurden gesund. Den abschließenden Glaubensschritt machte nur der, von dem Dank gegenüber einem jüdischen Rabbi am wenigsten zu erwarten war. Dieses Verhalten beschreibt Lukas nicht als den kleinen, sondern den entscheidenden Unterschied. Alle zehn waren dankbar in 2D: Dankbar dafür, dass sie beschenkt wurden und dankbar, womit sie beschenkt wurden, mit Gesundheit. Doch nur einer lebte Dankbarkeit in 3D, indem er dem gegenüber dankbar war, der ihn überreich beschenkt hatte! Und nur ihm kann Jesus zusagen, dass sein Glaube ihn gerettet hat. Demnach ist Dankbarkeit das Kennzeichen einer echten Herzensbekehrung.

An der Dankbarkeit entscheidet sich demnach alles in meinem Leben.

Der Undankbare genießt die Gabe des Vorletzten und versäumt das Letzte. Der Dankbare freut sich über den Geber des Vorletzten und genießt das Letzte.

4. Einstieg

Dekotipp: Herzbrillen (fürs Mitarbeiterteam, bei kleinen Gruppen evtl. für alle)

Lied: Dankbarkeit, von Albert Frey (zum Jahr der Dankbarkeit).

Einstiegsspiel: Der vergessliche Professor (hält eine Rede, wofür er alles dankbar ist, muss Gestik der Hände des Hintermannes entschlüsseln und benennen)

5. Hauptteil

Zur Hinführung an den Text diesen mit unterschiedlichen Sprecherrollen lesen lassen (Sprecher, Jesus, neun Aussätzige, Samariter).

5.1 Was ist Dankbarkeit?

Folgende Fragen sollen die drei Dimensionen der Dankbarkeit deutlich machen:

  • Was unterscheidet den dankbaren, geheilten Samariter von den anderen Geheilten?
  • Was lässt den Dank vergessen?
  • Was bewirkt Dank gegenüber Jesus?

5.2 Was bewirkt Dankbarkeit?

Folgende Thesen könnten einzeln auf Zettel verteilt werden, sodass immer zwei bis drei Leute über die These nachdenken und ihre Gedanken dann im Plenum äußern können.

  • Danken erfordert denken
  • Danken macht demütig
  • Danken befähigt zur Barmherzigkeit gegen andere
  • Wer dankt, übt sich im Vertrauen
  • Der Dankbare sieht andere Dinge und der Dankbare sieht die Dinge anders
  • Dank macht anspruchslos und genügsam
  • Nur wer dankt, kann genießen und verzichten
  • Danken füllt das Gedächtnis des Herzens für Zeiten, wo es wirklich nichts mehr zu danken gibt

5.3 Anwendung

  • Danken heißt, Jesus die Ehre zukommen lassen. Mein Ego soll nicht im Vordergrund stehen. Im Danken will ich lernen, dass es auch ohne mich, aber nicht ohne Jesus geht.
  • Kein Morgen/Tag ohne Dank an Gott. Ich will mich an jedem neuen Tag im Dank auf Gott ausrichten.
  • Ich schreibe meinen persönlichen Fortsetzung-folgt-Dank-Psalm und freue mich beim Lesen über alles, was Gott schon getan hat.
  • Danken heißt, sich Gott ganz zur Verfügung zu stellen. Mein Leben soll ein Dankopfer sein für die Barmherzigkeit Gottes an mir (Röm 12,1).
  • Der Dankbare wird seine Erfahrungen weitererzählen, weil er es nicht für sich behalten kann.
  • Danken macht zufrieden und ermöglicht, das Leben mit anderen Augen zu sehen.
  • Wer auch für andere Menschen dankt, die ihm nicht liegen, fängt an, sie zu lieben.

5.3 Wie lernt man Dankbarkeit?

Dankbarkeit braucht Formen und Rituale. Die Feste in Israel waren Erinnerungen an die großen Taten Gottes, um diese nicht zu vergessen und neu dafür zu danken:

  • Passa Passah – Dank für die Befreiung aus der Gefangenschaft
  • Laubhüttenfest – Dank für die Ernte
  • Jom Kippur – Dank für die Vergebung
  • Wenn Dankbarkeit als Lebensstil eingeübt werden soll, braucht es konkrete, sich wiederholende Übungen. Folgende Übungen könnten zum Schluss vorgestellt werden.
  • Dankliste anlegen
  • Aufschreiben, was zum Danken einfällt
  • Leere aushalten, wenn einem nichts mehr einfällt
  • Oft kommen dann noch Dinge in die Erinnerung, die auf den ersten Blick nicht zum Danken waren, eine Krankheit, Schwierigkeit, …
  • Dankpsalmen beten oder Danklieder singen
  • Dankspaziergang machen
  • Mit offenen Augen des Herzens wahrnehmen, was Gott geschaffen hat
  • Achtsam leben, wahrnehmen, ins Staunen kommen einüben
  • Danktagebuch führen, den eigenen Danke-Fortsetzungs-Psalm schreiben
  • Eigene Ideen zusammentragen lassen

6. Abschluss

Am effektivsten wäre es, die Teens zum Schluss in einem stillen Moment überlegen und entscheiden zu lassen, welche Methode ihnen helfen würde, Dankbarkeit einzuüben.

Je nach Kreis könnte auch eine ganz praktische Dankesrunde an Jesus angebracht sein, in der die Teens ihre Dankesanliegen nennen oder auch aufschreiben und an eine Pinnwand heften können.

Etwas tief geht der Clip über Helen Berhane aus Eritrea.

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.