Die Kraft der zwei Herzen

1. Erklärungen zum Text

Vers 18

sollte mitbetrachtet werden, da er in unmittelbarem Zusammenhang mit Vers 19 steht. Diese Aufforderung geht an Menschen, denen es an anschaulichen Worten nicht fehlte. Sie konnten wunderbar von Gottes Liebe reden, aber ihr eigenes Reden und Tun passten nicht zusammen. Es fehlte an der Umsetzung. Mit Tat und Wahrheit zu lieben, bedeutet hier nicht, jeden Nächsten mit „Liebestaten“ zu überschütten. Es geht hier vielmehr darum, dass unsere Taten Gott erkennen lassen, das heißt: Sie sollen seiner Liebe entsprechen. Ein solches Handeln können wir aber nicht aus uns selbst machen, sondern Gottes Geist will das in uns bewirken.

Vers 19:

An der Liebe, die sich in Tat und Wahrheit erweist, erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit, das heißt aus Gott, geboren sind. Doch wenn die Gewissheit, Gottes Kind zu sein, allein auf unserem Tun gegründet wäre, dann sähe es schlecht für uns aus…

Vers 20:

… Denn unser Herz, unser Gewissen stellt uns immer wieder deutlich vor Augen, dass unser Handeln anderen gegenüber oftmals so ganz und gar nicht von der Liebe geprägt ist.

Doch diese Schuld muss uns nicht verurteilen, muss uns nicht zum Verzweifeln bringen. Im Glauben dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Herz, als unser Gewissen, weil er die Liebe ist. Sie richtet uns wieder auf und vergibt uns durch seinen Sohn Jesus Christus.

Vers 21:

Ein Herz, das sich nicht verdammt, ist hier nicht zu verwechseln mit einem gewissenlosen, stolzen Herzen. Es ist ein voll und ganz auf Gott ausgerichtetes Herz, das unbelastet und zuversichtlich in den Tag geht. Es weiß, dass Gott der Handelnde ist und mit seinem Geist in uns bleibt (V.24).

Vers 22:

Man kann im Vers 21 die „Zuversicht zu Gott“ auch mit „Freimütigkeit zu Gott“ übersetzen. Das bedeutet, dass wir das, was wir aufrichtig und mutig vor Gott erbitten, auch empfangen werden, weil wir mit offenem Herzen vor ihm stehen.

Vers 23:

Gottes Gebot ist: An seinen Sohn Jesus Christus zu glauben und ihm zu vertrauen.

Es ist ein An-Gebot zum Leben aus seiner Liebe. Es wird unserem Herzen Ruhe schenken.

Vers 24:

Der Geist Gottes ist eine Gabe. Gott schenkt uns durch Jesus Christus seinen Geist, denn er möchte eine innige Beziehung mit uns haben. Gottes Geist, der uns begleitet, beisteht, hilft und tröstet und uns die Frucht der Nächstenliebe schenkt.

Was für ein Evangelium – Was für eine Frohe Botschaft!

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

An unseren Taten erkennen wir ob wir aus der Wahrheit (aus Gott) sind“.

Und was, wenn sich die Wahrheit nicht erweist und man sich wieder mal dabei erwischt, dass man Mist gebaut hat? Ein Sprichwort sagt: „Gut gemeint ist das Gegenteil von Gut“. Das frustriert, man ärgert sich und das Gewissen lässt keine Ruhe und klagt uns immer wieder an. Da sind Gedanken wie: Was mach ich denn nur falsch? Glaube ich etwa nicht richtig, oder bin ich noch kein echter Christ?

Das ist eine Spannung in der wir Christen stehen. Martin Luther sagt dazu: Sünder und Gerechter gleichzeitig: „simul iustus et peccator“.

Allein durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus spricht Gott uns in seiner Gnade gerecht. Das verändert uns als Menschen, aber nicht die Sünde, die uns trotzdem immer wieder mal einholt, da wir in dieser Welt leben. Gottes Gebot ist es, an seinen Sohn Jesus Christus zu glauben (V. 23). Er weiß um unser Herz und was es belastet, Gott kennt alle Dinge. Er kennt auch unser Versagen, aber sein Herz ist größer, deshalb vergibt er uns. Durch den Glauben dürfen wir zuversichtlich und frei Gott und unserem Nächsten gegenübertreten. Und das I-Tüpfelchen seiner Liebe ist, dass er uns seinen Geist gibt.

Sein Geist lässt uns nicht nur Gott, als unseren liebenden Vater erkennen. Er bezeugt auch, dass wir seine Kinder sind (Röm 8,16). Durch seinen Geist begleitet er uns und hilft uns in unserem Leben das „Wahre“ zu tun.

Um es mit den Worten Luthers zu sagen:

Sola scriptura – allein die (Heilige) Schrift – Die Grundlage unseres christlichen Glaubens.

Solus Christus – allein Christus – „das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus“ (V. 23).

Sola fide – allein durch den Glauben (V. 23).

Sola gratia – allein durch Gottes Gnade – sein Herz ist größer.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg – Vor der Gruppenstunde:

Fangt die Gruppe im ungemütlichen Hausflur ab und haltet ihnen dort eine wunderschöne Predigt über Gottes Liebe. Erzählt wie gut er zu uns ist und wie toll er für uns sorgt…

Würde das zusammenpassen? Oder die gesagten Worte spürbar werden lassen?

Manchmal kommen eben liebevoll gesagte Worte falsch an, weil der Rahmen nicht stimmt.

Nach gestifteter Verwirrung führt ihr die Gruppe in einen liebevoll vorbereiteten Raum.

Jetzt werden eure Worte wahrhaftig werden.

Aus der Liebe, die wir erfahren haben, können wir auch die Liebe weitergeben. Aus der Vergebung die uns frei macht, können wir neu und in Liebe unserem Nächsten begegnen.

Und selbst wenn wir versagt haben, dürfen wir Gottes Vergebungs-An-Gebot Glauben schenken. Wir dürfen ihn bitten, uns beim nächsten Mal zu helfen, es „wahrhaftiger“ hin zu bekommen.

3.2 Text gemeinsam lesen

3.3 Veranschaulichung 1

Veranschaulichen kann man den Text mit zwei Herzen. Einem „sich selbst verdammendem Herzen“ (entweder mit schwarzer Farbe oder grimmigen Augen) und einem „Gottesherz“, welches größer ist als unser Herz. Unser Herz wird von Gottes Herz „verdeckt“; es steht nicht mehr im Vordergrund!

Das „Gottesherz“ kann man in Form einer Tasche basteln, in der man für jeden Teilnehmer ein kleines Herz versteckt (evtl. auch ein kleines Schokoladenherz – als „liebevolles“ Give Away für die Teilnehmer). Gott gibt uns seinen Geist als ein Geschenk, um ihn erkennen zu können.

3.4 Veranschaulichung 2

Hier bedarf es etwas Fingergeschick: Im Handel für Zaubertricks gibt es ein „Magisches Herz“. Es besteht aus einem kleinen Schwammherz, welches man selbstanklagend zerknautschen kann. Dazu gehört noch ein Schwammball der, wie die Sünde anklagend, auf unser Herz drückt. Nun sollte man die Bedienungsanleitung gut lesen und fleißig üben. Am Ende hat man dann in seiner Hand nicht mehr das kleine bedrückte Herz, sondern ein viel größeres Herz, welches die Liebe Gottes nur „annähernd“ in Vergleich stellen soll.

3.5 Fragen für das Gespräch

  • In welchen Situationen zweifelst du an Gottes Liebe zu dir?
  • Ist dein Glaube nur von deinem Gefühl abhängig?
  • Kennst du das Gefühl, dass dich dein Herz / dein Gewissen anklagen möchte, weil du etwas falsch gemacht hast? – Könnte dir dieser Bibeltext hier in solchen Situationen eine Hilfe sein?
  • Wie können wir uns als Christen gegenseitig ermutigen und helfen, am Glauben festzuhalten, gerade in schwierigen Situationen?
  • Spürst du Gottes Geist nur, wenn etwas gut gelungen ist? Z.B. nach einer Jugendveranstaltung, an der du mitgewirkt und dein Bestes gegeben hast? Oder erlebst du ihn auch als Tröster, wenn du denkst versagt zu haben?

3.6 Tipp

Beobachtet euch mal eine Woche im Alltag und macht eine Liste. Wie ist das Resümee des Tages: Eher Selbstanklage, weil du denkst viele Fehler gemacht zu haben oder „Freimut zu Gott“, indem du ihn bittest „Hilf du mir, es morgen besser zu machen!“.

3.7 Liedvorschläge

  • Angenommen und vergeben – FJ 2/ 195
  • Gnade und Wahrheit – FJ 3/ 118
  • Du bist groß – FJ 3/ 2
  • Geist der Wahrheit – FJ 4/ 177

3.8 Spiel als gemütlicher Ausklang

Lügenmäxchen oder Schummelmax, es gibt verschiedene Bezeichnungen für das Spiel.

Es geht darum, dass man die Wahl hat seinem Vorgänger zu glauben oder nicht, denn man kann ja nicht wissen ob er die Wahrheit sagt oder einem ins Gesicht lügt.

Zwischen uns Menschen geht es oft um Wahrheit oder Lüge, aber Gott ist die Wahrheit, deshalb schenkt er uns seinen Geist, um das erkennen zu können.

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