Heute schon geträumt?

Gott spricht zu uns auf ganz unterschiedliche Weise. Mal durch Bibelworte oder im Gebet, mal durch Menschen oder die Wunder der Natur, mal in der Forschung, durch die Kunst oder: in Träumen. Träume können dabei ganz unterschiedlich aussehen. In der Bibel spricht Gott im Schlaf oder über Bildern und Visionen.

In dieser Themenreihe haben wir uns mit „Traum-Geschichten“ beschäftigt. Im Traum hat König Salomo einen Wunsch bei Gott frei, bekommt Josef klare Ansagen, werden die drei Weisen gewarnt. Martin Luther King träumt von einer besseren Welt. I have a dream…

Mit den Kindern gehen wir diesen und eigenen Träumen nach. Außerdem gibt es eine anschauliche Andacht zur Jahreslosung aus Joh. 6,37: „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Und wie immer findet ihr hier weitere Ideen zur Gestaltung eurer Gruppenstunden für die letzten drei Monate des Jahres. Eine Geschenkidee für Eltern zu Weihnachten ist auch dabei.

Viel Spaß beim Stöbern, Entdecken und Umsetzen und eine gesegnete Herbst- und Adventszeit,

euer Redaktionsteam Jungscharleiter online

Zielgedanke

Gerade, wenn einem alles über den Kopf wächst, ist es gut zu wissen, dass wir Gott als besten Freund haben. Da er das Beste für uns will, ist es klug, auf ihn zu hören.

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Salomo ist als Nachfolger seines Vaters David König von Israel geworden. In einer Nacht erscheint Gott Salomo im Traum und fragt ihn: „Was soll ich dir geben?“ Salomo hat also einen Wunsch bei Gott frei. Was würdest du dir wünschen, wenn Gott dich das fragt?

Salomo ist jung und fühlt sich noch unsicher in seiner neuen Herrscherrolle. Sein großes Volk erwartet Souveränität. Salomo soll zudem Richter sein in größeren Streitigkeiten. Wie soll er all seinen neuen Aufgaben gerecht werden? So wünscht sich Salomo ein „hörendes Herz“. Luther übersetzt hier mit „gehorsames Herz“. Gemeint ist, dass Salomo sich von Gott wünscht, dass er hört, was Gott will und diesen Willen dann auch praktisch umsetzt (Hören und Gehorchen). Er wünscht sich, weise zu handeln. So kann er als König Gut und Böse unterscheiden und die richtigen Regierungsentscheidungen treffen.

Gott gefällt Salomos Wunsch. Salomo setzt damit Gottes Wille über die eigenen Wünsche. Jesus formuliert das in Mt.6,33 so: „Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht“ (NLB).

Gott gefällt diese Lebenseinstellung sehr. Es zeigt, dass Salomo die Beziehung zu Gott wichtig ist und dass er folglich wissen will, was Gott denkt. Gott erfüllt Salomos Wunsch und beschenkt ihn mit viel Weisheit und einem großen Verstand, um für Recht zu sorgen. Zudem schenkt ihm Gott Reichtum und ein hohes Ansehen.

Dass es nicht beim einmaligen Hören auf Gott bleiben soll, macht Gott deutlich (V.14): „wenn du in meinen Wegen wandeln wirst…“ Gott wünscht sich von uns Menschen eine lebenslange Beziehung, die im „auf Gott Hören und seinen Willen ausführen“ Ausdruck findet.

Erlebniswelt der Kinder

Herausforderungen im Alltag

Kinder sind schon sehr früh gefordert. Ein getakteter Wochenplan bestimmt ihren Alltag. Sie gehen in die Schule, sollen gute Leistungen bringen in möglichst vielen Fächern. Sie lernen oft ein Instrument, toben sich aus in Sportarten und besuchen die Angebote der örtlichen Gemeinde (Zielgruppe dieser Einheit). Sie verbringen abends Zeit mit der Familie und mit Freunden. Das alles kann auch schnell mal herausfordernd werden, sobald es an irgendeiner Stelle dabei nicht läuft.

Wünsche

Kinder haben viele Wünsche. Fragt man sie, was sie sich zum Geburtstag wünschen, sprudelt es nur so von guten und verrückten Ideen. Fragt man Kinder hingegen, was ihnen am wichtigsten ist, geht es meist um Menschen. Sie wünschen sich eine Familie, wo man sich gerne hat und sich nicht streitet. Sie wünschen sich gute Freunde, auf die man sich verlassen kann. Wenn jemand aus dem näheren Umfeld erkrankt ist, wünschen sie sich, dass die Person schnell wieder fit wird.

Was wirklich wichtig ist

Kinder haben ein gutes Gespür, was wirklich wichtig ist: gute Beziehungen. Hier kann man bei dieser Geschichte ansetzen: Salomo ist die Beziehung zu Gott wichtig. Salomo liebt Gott (1.Kö.3,3) und Gott liebt Salomo (2.Sam.12,24). Wer einem wichtig ist, auf den hört man auch und lässt sich gerne was sagen, da man weiß, dass es die Person gut mit einem meint. Und Gott meint es besonders gut mit Kindern. Gerade in herausfordernden sollen Kinder wissen, dass sie Gott da durchleiten will.

Einstieg

Stell dir vor, du dürftest dir was wünschen, egal was und der Wunsch würde erfüllt werden. Welcher Wunsch wäre das?

(kleine Kinder können ihren Wunsch als Bild malen, junge Teens können ihren Wunsch auf einen Zettel schreiben. Anschließend erzählt jede Person, die mag, was sie für einen Wunsch hat).

Heute geht es um eine Geschichte von einem König. Und dieser König hat einen Wunsch frei. Was er sich wohl wünscht?

Erzählung

Es ist schon spät, aber er liegt noch wach. Viele Gedanken gehen dem jungen Mann durch den Kopf. Er weiß wirklich nicht, wie er das alles schaffen soll. Salomo ist noch gar nicht lange König. Ein Land soll er regieren mit vielen Leuten und ihren Wünschen. Jeden Tag kommen Menschen zu ihm mit Streitereien. Und er soll sagen, wer am Ende recht hat und Recht bekommt. Woher soll er immer wissen, was richtig ist? Daneben soll er mit Königen aus Nachbarländern verhandeln, damit der Frieden erhalten bleibt. Und Salomo ist frisch verheiratet mit einer ägyptischen Prinzessin. Er muss ihr viel erklären, was hier in Israel anders läuft. Alles sehr viel auf einmal, sehr viel, zuviel.

Salomos Gedanken wandern im Kreis, dann verabschieden sie sich langsam hinter vielen Wolken – hinein in einen besonderen Traum.

Plötzlich hört er eine Stimme. Gott spricht zu ihm: „Salomo, du hast einen Wunsch frei. Bitte, was du dir wünschst und ich gebe es dir.“ Salomo ist erleichtert, dass Gott für ihn da ist. Warum ist er mit seinen Sorgen nicht gleich zu Gott gegangen, wo er doch mit Gott befreundet ist. So sprudelt es jetzt nur so aus Salomo heraus, was ihn beschäftigt: „Gott, ich bin noch so jung und soll schon so viel entscheiden als König. Ich habe keine Erfahrung, wie mein Vater David. Darum habe ich diesen Wunsch an dich: Gib mir ein Herz, das auf dich hört. Lass mich verstehen, was du willst. Und hilf mir dann zu tun, was du mir gesagt hast. Dann kann ich ein weiser König sein, der auch gerecht sein kann.“

Gott freut sich sehr über Salomos Wunsch und antwortet: „Salomo, du hättest dir ganz andere Dinge wünschen können, zum Beispiel ein langes Leben oder dass Du reich wirst oder dass du alle Feinde besiegst. Aber das hast du nicht getan. Ich will dir deinen Wunsch erfüllen: du bekommst kluge Gedanken und ein hörendes Herz. So hörst du, was mein Wille ist. Und das, worum du mich nicht gebeten hast, bekommst du obendrauf: Reichtum und Ehre. Auch ein langes Leben werde ich dir schenken, wenn du dich an meine Gebote hältst.“

Am nächsten Morgen reibt sich Salomo müde die Augen. Was war das für ein Traum! All das, was er letzte Nacht geträumt hat, weiß er noch ganz genau. Gott hat ihm seinen Wunsch erfüllt. Da ist er sich ganz sicher. „Wenn mir Gott kluge Gedanken schenkt und ich auf das höre, was er sagt, was soll mir da noch passieren?“, denkt Salomo. Fröhlich pfeifend steht er auf und verlässt sein Schlaflager.

Andachtsimpuls

Morgen die Mathearbeit. Und du musst noch so viel üben, bis du dich wirklich für morgen fit fühlst. Übermorgen Englischtest. Wie bekommst du die Vokabeln nur alle in den Kopf? Mittags bist du zu einem Geburtstag eingeladen. Dein Freund freut sich auf dich, dort kannst du unmöglich fehlen, auch wenn dir dann die Zeit zum Lernen fehlt. Für das Handballturnier am Wochenende fehlt dir noch ein Training am Mittwochabend. Wenn du da fehlst, darfst du am Samstag nicht mitspielen. Deine Mutter ist sauer, weil du dein Zimmer noch nicht aufgeräumt hast. Falls das nicht in der nächsten Stunde passiert, bekommst du einen Abend Hausarrest am Mittwoch.

Ganz schön viel los. Wir kann man das alles nur schaffen? Abends liegst du im Bett und kannst erst nicht schlafen. Dann irgendwann schläfst du ein.

König Salomo hatte einen besonderen Traum. Gott sagt: Du hast einen Wunsch frei. Stell dir vor, Gott sagt, du hast einen Wunsch frei. Was wünschst du dir von Gott? Das Tolle ist: du kannst jetzt mit Gott reden. Was ist dein Wunsch?

Gebetsaktion: In der Mitte steht ein Holzkreuz als Symbol für Gott. Jeder kann einen Wunsch auf einen Zettel schreiben, Zettel knüllen und an ein Kreuz legen, oder einfach laut beten, wer will. Mitarbeitende beten am Anfang und am Ende laut.

Salomo wünscht sich ein hörendes Herz. Er möchte hören, was Gott will. Denn er weiß: Gott ist sein bester Freund. Von ihm ist er am besten beraten, wie er alles im Leben meistern soll. Mit dem besten Freund verbringt man doch sehr gerne Zeit. Und das tut Salomo. Er liest von Gott und er hört darauf, was Gott in den Schriften sagt. Gott freut das so sehr, dass er Salomo viel Klugheit schenkt für alle Entscheidungen und ihm zeigt, was gut ist und was eher nicht so gut. Salomo ist erleichtert. Denn er weiß, dass er niemals alleine ist, egal, was gerade los ist.

Gebet

(Alternative, falls Gebetsaktion nicht gemacht wurde)

Lieber Vater im Himmel,

wie gut, dass du unsere Wünsche kennst und alles, was uns gerade belastet und zu viel ist. Danke, dass du unser bester Freund bist und auf unserer Seite stehst. Bitte zeig auch uns, was für uns gut ist und was wir tun und lassen sollen. Hilf uns, deine Bibelworte zu verstehen und sie dann zu tun. Danke, dass du uns niemals alleine lässt, egal was gerade los ist. Du bist bei uns.

Amen.

Lieder

  • Befreundet sein mit dir, Feiert Jesus Kids Nr.135 (Text und Melodie: Mike Müllerbauer)
  • Ich mach mich locker, Feiert Jesus Kids Nr.125 (Text und Melodie: Mike Müllerbauer)

Vertiefungsideen

Packesel (was zuviel ist, ist zuviel):

Zwei Gruppen treten gegeneinander an. Vor jeder Gruppe steht eine Trinkflasche aus Glas. Die Kinder stehen hintereinander. Jeder Gruppe hat eine Packung Streichhölzer. Hintereinander weg soll nun je ein Kind der Gruppe ein Streichholz auf die Flaschenöffnung quer drüber nebeneinander stapeln. Wer schafft es, alle Streichhölzer auf dem Flaschenhals zu stapeln bzw. in einer bestimmten Zeit die meisten Hölzer drauf zu packen?

Hingehört:

Mit den Kindern einen kleinen Spaziergang machen. Wettbewerb: alle sind still. Wer was sagt, bekommt einen Minus-Punkt. Nun gilt es, so viele Geräusche, wie möglich wahrzunehmen. Am Ende des Spaziergangs schreibt jedes Kind seine Geräusche auf. Für jedes Geräusch gibt es einen Punkt. Wer hat am Ende die meisten Plus-Punkte?

Für Bibelprofis – Geschichten bzw. Verse suchen vom Hören:

Wer weiß die meisten biblischen Verse/ Geschichten zum Thema „Hören“? Kinder in Gruppen à 3-4 Kinder einteilen, Hilfsmittel: 1-2 Bibeln pro Gruppe, evtl. Handy, Papier und 1 Stift. Zeit: 3 Min. Lösungen: Z.B. Samuels Berufung, Hausbau auf Sand oder Fels; Maria und Martha, blinder Barthimäus

Start in eine Bibellesechallenge:

Mit Kindern ab 9 Jahren in den nächsten Jungscharstunden Bibellesen üben. Dazu gibt es Bibellesepläne für Kinder, die ihr für die Kinder bestellen könnt (z.B. zu Weihnachten und im Dezember oder Januar starten). Lest mit den Kindern den angegebenen Text und kommt über Fragen zum Text ins Gespräch. Bibellsespläne erhältlich unter https://shop.bibellesebund.de/Themenwelt/Guter-Start/. Ihr könnt auch eine Messanger-Gruppe bilden und unter der Woche zum Bibellesen motivieren und Impulse geben.

In dieser Themenreihe geht es um Gefühle, die wir haben, die Jesus evtl. hatte und um das was wir mit unseren Gefühlen so machen. Was können wir Opfern, was müssen wir unserer Gefühlswelt entgegenstellen und wie können wir unseren Gefühlen freien lauf lassen.

woman on park

1. Vorbemerkungen

Was braucht es dazu, Anbeter zu werden?  Wie geht das? Braucht es eine bestimmte Form, einen bestimmten heiligen Ort, irgendwelche Vorbereitungen von meiner Seite aus, vielleicht nur einen bestimmten christlich angehauchten Wortschatz? Wie kann ich Anbeter werden und bleiben?

Ein Blick in das Buch der Anbeter macht deutlich, um was es geht. Auch Jesus hatte diesen Blick auf Anbetung bzw. auf uns, die Anbeter. Schau rein und staune, wie einfach es  geht, Anbeter zu werden und zu bleiben. Und probiere es selbst aus, werde kreativ und erlebe Gott, denn er liebt Anbeter. 

2. Zielgedanke

Das Thema Anbetung persönlich erleben 1. durch den Blick auf das Buch der Psalmen anhand eines konkreten Anbeter-Vorbildes (= Bibelarbeit) und 2. durch das Testen verschiedener praktischer Anbetungs-Möglichkeiten (= Kreativangebot).

3. Teaser – Werde Anbeter!

Jesus lädt sie ein: Werde Anbeter!

Eine Frau am Rand der Gesellschaft, isoliert, ausgegrenzt, von allen gemieden. Okay, mag sein, dass sie an der Situation selbst schuld war, aber wie konnte man so eine Frau einladen, Anbeter zu werden?

Jesus tut es, einfach so. Er kennt diese Frau, ihr Verhalten, ihr Versagen. Und er hält es ihr nicht vor, verurteilt sie nicht. Was Jesus macht? Er lädt sie ein:  Werde Anbeter! Wow.

Jesus sagt ihr:

„Aber die Zeit kommt, ja, sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten“ (Johannes 4,23).

Gott wünscht sich keine Anbetung!

Vorsichtig, bitte nicht falsch verstehen. Gott geht es nicht um die Form, nicht um Tradition oder bestimmte Rituale, Worte oder Handlungen.

Gott wünscht sich Anbeter!

Ihm geht es immer um die Menschen, um dich und mich.

Er ist aus auf Beziehung zu uns Menschen – auch mit Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen, ja sogar offensichtlichen Fehlern; aber Menschen, die persönlich und authentisch (erfüllt durch Gottes Geist) in Beziehung zu Jesus stehen und ihn kennen bzw. immer besser kennenlernen.

Anbeter sagen zu Gott, dem Schöpfer der Welt: Vater.

Was für eine tolle Perspektive.

Und diese Perspektive gilt nicht nur der Frau, die Jesus damals am Jakobsbrunnen getroffen hat. Diese Perspektive gilt dir, heute!

Jesus lädt dich ein:  Werde Anbeter!

Lust darauf, rauszufinden, wie das konkret aussehen kann? Dann lass uns reinschauen in das Buch der Anbeter!

4. Methodik für die Gruppe

4.1 Einstieg / Das Buch der Anbeter

Das Buch der Anbeter, besser bekannt als das Buch der Psalmen, ist eine einzigartige Sammlung von Gebeten, Liedern, Gedichten; von Antworten der Menschen auf Gott, seine Taten, das Erleben von ihm; von Fragen, Klagen, lautem Rufen.

Die Psalmen schildern den Glauben des Einzelnen, so wie ein Blick in das Herz des Autors. Und dieser Blick zeigt eine ehrliche, authentische, offene, ja ungeschminkte Perspektive aus dem Alltag, der aktuellen Situation und Stimmungslage heraus. Das macht das Buch der Psalmen so alltagsnah und tief gehend, gefühlsecht und voll Gottesbeziehung!

Man könnte auch sagen: Hauptsache in Verbindung mit Gott – egal wie, egal wo, einfach ehrlich überall, lass es raus, Gott hält es aus, denn auch Heilige haben Gefühle!

Und das ist auch das, was die unterschiedlichen Psalmen alle gemeinsam haben!

Nach dieser Kurzeinführung in die Psalmen gibt es die Wahlmöglichkeit tiefer zu gehen und Hintergrundinfos über die Psalmensammlung zu bekommen – im Fakten Check (siehe extra Dokument!). Oder du gehst direkt weiter zu dem Punkt: Der persönliche Blick – ein Anbeter, wie er im Buche steht!

Der Hauptteil kann komplett durchgeführt werden oder die einzelnen Teile unabhängig voneinander angeboten werden. 1. Teil ist eine Bibelarbeit mit Leseplan, für alle, die mehr wollen (siehe extra Dokument); der 2. Teil ein Kreativangebot, um den 1. Teil praktisch und persönlich erlebbar werden zu lassen.

4.2 Hauptteil

1. Der persönliche Blick – ein Anbeter, wie er im Buche steht

Wie kann die Psalmensammlung uns heute dabei helfen, Anbeter zu werden?

Schauen wir uns eine Person, einen Autor, genauer an. Schauen wir rein in sein Leben und wo genau und wie er einen Psalm schreibt, singt oder vielleicht sogar schreit.

Der Psalm als ein Ausdruck der Beziehung zu Gott macht deutlich, wie dieser Autor seine Beziehung mit Gott gelebt hat bzw. wie sein Glaubensleben aussah.

Es ist ein Blick auf einen Mann, der als Mann „nach dem Herzen Gottes“ (1. Samuel 13,14) bezeichnet wurde. Wow! Was für eine Formulierung. So wie Gott einen Mann auf dem Herzen hat, so einen finden wir in den Psalmen? Na dann: Schnell nachlesen und selbst zu so jemandem werden, oder?

Der persönliche Blick auf David, diesen besagten Mann, bringt keinen Superhelden hervor, sondern einen Mann mit Ecken und Kanten, Fehlern, Versagen, Angst und Schwäche. Ein Mann, der sich deswegen hervorragend als Vorbild eignet.

Vorbilder brauchen wir. Menschen, an denen wir uns orientieren können, deren Leben uns vertraut scheint. An die wir uns anlehnen können, die wir verstehen und mit denen wir mitfiebern wollen.

Also, here we go:

David, der große König Israels, der das Volk weise regierte, es zu Wohlstand kommen ließ und außenpolitisch die Grenzen erweiterte und absicherte. Ein Mann, wie du und ich?

Hä, wo bitte schön soll das ein Vorbild für mich heute sein?

Von David kennt man gern die Geschichte als König, vielleicht noch die Geschichte, als er Goliath besiegt hat. Aber wer kennt die Geschichte seiner Flucht? Jahrelang auf der Flucht vor Saul, und das, obwohl er bereits als neuer König gesalbt wurde und somit feststand?

Und dann am Ende seines Lebens nochmals auf der Flucht vor seinem Sohn Absalom.

Das Leben von David war abwechslungsreich und spannend, geprägt von Höhen und Tiefen.

Aber was mich an diesem Mann so fasziniert, ist sein Leben mit Gott.

Von den 73 Psalmen, die man in der Bibel David zuordnet – er muss literarisch und musisch ziemlich talentiert gewesen sein – enthalten 14 Psalmen genauere Angaben, wann bzw. wo dieser Psalm entstanden ist.

Und das zeigt einen Mann, der permanent mit Gott unterwegs war, der in jeder Lebenslage mit Gott in Verbindung stand, den Höhenflüge nicht überheblich gemacht und Rückschläge nicht aus der Bahn geworfen haben. Einen Mann, der durch und durch in der Beziehung mit Gott lebte und so erlebte: es gibt nichts Besseres, als Anbeter dieses Gottes zu sein. Gott stets im Blick zu haben und ihm das zu sagen, was mich gerade bewegt.

Die nachfolgende Auflistung zeigt ansatzweise, wie das Glaubensleben des Mannes aussah, der „nach dem Herzen Gottes“ lebte:

Diese 14 Psalmen haben genaue Hintergrundinfos über den Anlass bzw. Ort des Psalms. Entstanden in einer bestimmten Situation. Aus dem Alltag direkt zu Gott!

Psalm 3               … als er vor seinem Sohn Absalom floh.

Psalm 7               … wegen der Worte des Kusch, des Benjaminiters

Psalm 18             … als ihn der Herr errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls …

Psalm 30             … zur Einweihung des Tempels.

Psalm 34             … als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn von sich trieb

und er wegging.

Psalm 51             … als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen

war.

Psalm 52             … als Doeg, der Edomiter, kam und zeigte es Saul an und sprach: David ist in

Abimelechs Haus gekommen.

Psalm 54             … als die Männer von Sif kamen und zu Saul sprachen: David hält sich bei uns

verborgen.

Psalm 56             … als ihn die Philister in Gat ergriffen hatten.

Psalm 57             … als er vor Saul in die Höhle floh.

Psalm 59             … als Saul hin sandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.

Psalm 60             … als er mit den Aramäern von Mesopotamien und mit den Aramäern von

Zoba Krieg führte; als Joab umkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, 12.000 Mann.

Psalm 63             … als er in der Wüste Juda war.

Psalm 142           … als er in der Höhle war, ein Gebet.

Momente der Angst und Unsicherheit, Momente des Triumphs, Momente, in denen Fehler deutlich werden und Menschen ihn verraten haben, es sind Momente die das Leben schreibt, und diese Momente erlebt David mit Blick auf Gott – ausnahmslos. Wow! Das begeistert mich an ihm!

Wenn man die Geschichte Davids in der Bibel liest, gibt das schon ein spannendes Bild über den Charakter des Mannes und die Art und Weise, wie er seine Gottesbeziehung gelebt hat.

Wenn man aber in die entsprechende Geschichte (so gut es eben geht) die passenden Psalmen ergänzt, dann zeigt sich das Bild eines Mannes, der in jeder Lebenslage mit Gott rechnet, mit ihm vertraut agiert und alles von ihm erwartet und ihm hingibt. Wow.

Hast du Lust selbst nachzulesen, dann schau in den Leseplan. Hier geht es um die Geschichte Davids inklusive passender Lieder, Gebete (= Psalmen) von ihm selbst, als Ausdruck der Beziehung zu Gott!

Lies so viel du willst! Je mehr, desto deutlicher wird die Beziehung zwischen Gott und David.

Wenn es schnell gehen muss, dann kannst du das Kapitel aus 1. Samuel 22 lesen: David ist auf der Flucht, und diesem Lebensabschnitt kann man 3 Psalmen zuordnen. Es zeigt einen Mann, der mit Gott alles bespricht und erlebt!

Oder ein anderes Beispiel, wie David mit Versagen und Schuld umgeht: Lies 2. Samuel 11 – 12,13a und dann im Anschluss Psalm 51. Wow, ein faszinierender Blick auf diesen Mann.

Unterm Strich bleibt:

Du hast einen Einblick in das Leben eines Mannes bekommen und wie er in jeder Situation mit Gott in Verbindung stand. Egal ob Krise oder Kummer, Angst oder Sorge, Hoffnung oder Freude, Verfolgung, Flucht, Palast oder Revolte, Fehler oder Glück. Ein Mann nach dem Herzen Gottes.

Ein Vorbild für dich und mich.

2. Das Erleben-Experiment – Teste und staune

Und jetzt du!

Mach es so wie David.

Bring Gott, was dich bewegt, wo du gerade stehst, so wie du es empfindest.

Schreibe, vertone, dichte oder reime, klage und rappe. Egal wie. Hauptsache du! Bleib dran.

Krise? Halt fest.

Freude? Gib sie weiter/zurück an Gott.

Kummer? Schrei ihn heraus.

Angst? Flüstere sie Gott zu.

Hoffnung? Bleib dran an Gott, es lohnt sich!

Probiere deine Form.

Es gibt unterschiedliche Zugänge zu Gott und unterschiedliche Begabungen. Gut, dass wir nicht alle gleich sind.

Also entdecke deine Sprache, deine Form.

Schreib ein Gedicht – klassisch gut.

Mach ’nen Poetry Slam – was gerade hip ist.

Setzt dich an dein Instrument und spiel eine Melodie – bekannt oder neu – auch manche Psalmen wurden für schon bekannte Melodien gedichtet.

Schreib eine Liedzeile, ’nen Refrain, vielleicht auch einfach nur ’nen Einzeiler.

Am Laptop arbeite mit Bildern, mit Grafiken, mit Emojis.

In Form einer Collage – drück dich aus, wie geht es dir gerade.

Nutze Sportgeräte um dich auszupowern, alles zu geben, den Kopf frei zu bekommen, dich ganz hinzugeben.

Probier es aus.

Nimm dir Zeit!

Es geht um dich. Und Gott.

Nur um dich und Gott!

Sei ehrlich, du selbst.

Ungeschminkt vor ihm.

Mit Blick auf ihn.

Werde Anbeter!

Und dann?

Staune, wie Gott wirkt.

Wie er dir begegnet und dir nahe ist.

Erlebe ihn und wie er sich freut, wenn du zu ihm kommst.

Und dann wiederhole es immer und immer wieder. Es kann nie genug sein.

Hör nicht auf.

Schreib deine eigenen Psalmen.

Immer neu.

Immer entsprechend der Situation und deinen Gefühlen.

Aber lass alles raus, denn Gott hält es aus.

Auch Heilige haben Gefühle!

Wie kann dies kreativ und praktisch aussehen?

Ein wenig liegt das an euren Räumen oder Begebenheiten. Wie viele seid ihr? Wie viel Platz habt ihr?

Aber macht es kreativ und praktisch. Hier ein paar Beispiele für Stationen:

Klagemauer: Steine aufeinandergesetzt mit der Möglichkeit Klagen, Kummer und Sorgen auf einen Zettel zu schreiben und in die Steinritzen zu stecken – ein Klagepsalm.

Kreuz: Bring deine Angst, dein Versagen zu Gott, er freut sich, wenn du zu ihm kommst und hier am Kreuz wurde deine Angst und dein Versagen bereits besiegt – ein ganz persönlicher Psalm (mit der Möglichkeit, diese je nach Kreuz auch anzunageln).

Kerze: Zünde eine Kerze an und denke daran, wo Gott dich geführt hat, dir geholfen hat, dir eine Tür aufgeschlossen hab. Danke ihm dafür. Stell die Kerze hin und schreib es dir auf – ein Dankespsalm.

Hometrainer (wenn vorhanden): steig auf den Hometrainer und drehte richtig schnell in die Pedale. Gib alles. Wow, was für ein tolles Gefühl. Alles zu geben. Gib dich so auch Gott hin, er ist es wert! In welchem Bereich deines Lebens gelingt dir dies, wo ist es vielleicht noch ausbaufähig. Mach eine kurze Pause und schreib es auf – ein Hingebungspsalm.

Nimm dir eine Folie und schreib mit einem wasserlöslichen Stift das drauf, was du deinem schlimmsten Feind wünschst. Bring diese Gedanken Gott. Er kennt sie bereits. Und er hält es aus. Formuliere nur für dich und Gott. Besprich es mit ihm. Und bitte ihn um Hilfe für dein weiteres Vorgehen im Umgang mit dieser Person. Wasch das Aufgeschriebene im Wasser weg. Übergib es Gott und trau ihm zu, dass er die Situation verändert, dich bewahrt bzw. Heilung passieren kann. Ein Ganz-ehrlich-vor-Gott-Psalm.

Instrumenten-Eck: Setzt dich mit einem Notenblatt an die Seite und schreibe und reime, dichte und formuliere was dich mit Blick auf Gott bewegt. Vielleicht wird es ein neuer Hit – eine Hymne, ein Loblied nur für Gott.

Und dann spiel eine Melodie, bekannt oder neu, an deinem Instrument. Vertone, wenn du willst!

Ball an einer Schnur: Nimm die Schnur in deine Hand und dann wirf oder schieß den Ball weg (vorsichtig natürlich, du willst dir ja keine neuen Feinde machen). Der Ball kommt wieder zurück. Wo erlebst du so etwas mit Gott? Wo kannst du nicht richtig loslassen, bei Fehlern vielleicht? Vielleicht bei Dingen, die immer wieder hochkommen?

Warum kommt das immer wieder? Wie kannst du es loswerden?

Lege die Schnur bewusst auf die Seite und dann wirf bzw. schieß ein letztes Mal (auch hier wieder vorsichtig sein ;). So wie der Ball nun weg ist, so möchte  Gott dir die Dinge, Situationen, Menschen, die immer wiederhochkommen und dir womöglich Angst machen, wegnehmen. Sag es Gott, vertraue ihm und dann … lass los – ein Vertrauenspsalm.

Trampolin (wenn vorhanden): Geh aufs Trampolin und spring. Wow, das fühlt sich gut an. Diese Freiheit, diese neue Perspektive. Spring und denk dabei an Gott: Wo bringt er dich zum Springen? Wo bist du mit ihm über Mauern und Zäune gesprungen? Wo schenkte er dir eine neue Perspektive?

Oder brauchst du wieder mal eine neue Perspektive? – ein Veränderte-Perspektive-Psalm.

Sitzecke: Setzt dich hin und schlag deine Bibel auf. Was dir gerade in den Sinn kommt, einfach mal so, oder dein persönlicher Klassiker – dein Lieblingsabschnitt in der Bibel. Schau rein und lies nach. Gott, wie bist du eigentlich? Und warum liebst du gerade mich? Gott ich möchte dich neu entdecken, über dich nachdenken und über dich ins Staunen kommen. Wenn dir nichts einfällt, dann lies Psalm 119 (zugegeben, der könnte etwas dauern), oder Psalm 23 oder Psalm 121. Lies und rede mit Gott, denk darüber nach und schreib es auf, was dir wichtig wurde – ein Lehrpsalm!

Laptop oder Handy: Bring durch Emojis deine Gefühle ans Licht – ein Gefühls-Psalm.

Oder mach Bilder: Fotografiere alltägliche Situationen (nachgestellt), in denen du heute Gott entdeckt hast – ein Erinnerungs-Selfie bzw. ein Erinnerungs-Psalm.

Kollage: mach eine Kollage aus alten Zeitschriften oder Zeitungen mit Bildern und Texten. Drück das aus, was in dir steckt und dich bewegt. Welche Farben wählst du, welche Bilder, welche Textzeilen tauchen auf?  – ein Farbenreicher-Psalm.

Dies sind ein paar Ideen, wie du auf kreative Arte und Weise ganz praktisch zu deinem eigenen Psalm kommen kannst. Sag Gott, was dich bewegt. Werde dadurch zu einem Anbeter. Teste es und staune. Gott lebt und er ist erlebbar. Jetzt und hier, von dir!

4.3 Abschluss / Heliumballon – Abspann

Auch Heilige haben Gefühle, lass sie raus, Gott hält das aus und noch mehr: Ein vertrauensvoller Blick auf Gott, egal mit welchen Worten und aus welcher Situation heraus, das ehrt Gott!

So unterschiedlich die Menschen sind, in ihrer Wahrnehmung, ihren Gefühlen, ihren aktuellen Situationen, so unterschiedlich sind ihre Gebete, Lieder, Gedichte zu bzw. über Gott.

Leb deine eigene Anbeter-Story mit Gott! Immer wieder, jeden Tag neu.

„Weil ich ihn kenne, sage ich ihm alles“ – sei dauerhaft mit ihm im Gespräch.

„Weil ich Gott kennen, sage ich ihm, was mich bewegt“ – gefühlsecht, aus dem Alltag.

Werde und bleibe Anbeter!

So wie ein Heliumballon die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht und in den Himmel steigt, sei so mit Gott im Kontakt. Blick auf ihn, egal was um dich herum gerade los ist.

Viel Spaß und gute Erlebnisse mit IHM, dem Schöpfer der Welt:

„Lobt den Herrn, all ihr Völker, preist ihn, all ihr Nationen!

Denn überwältigend ist seine Gnade, die er uns erweist, und die Treue des Herrn bleibt ewig bestehen. Halleluja!“ Psalm 117

1. Vorbemerkungen

Diesen Stundenentwurf kann man schon mit wenigen Teens durchführen. Sollte die Gruppengröße mehr als zehn Teilnehmer betragen, sollte die Gruppe geteilt werden. Für eine gelungene Zeit sind persönliche Gespräche zentral. Daher braucht es eine gewisse Vertrauensbasis, die schon vorhanden sein sollte. Wir empfehlen dieses Thema bspw. auf einer Freizeit anzubieten. 

Für die Stationen wird ein Holzkreuz, Nägel, Hammer und festes Papier benötigt. Ein Gruppenraum bzw. ein Platz mit Sitzgelegenheiten sollten bereitstehen. Das Equipment für die „unerwartete“ Begrüßung sollten die Mitarbeiter vorher einkaufen und ggf. etwas mehr Vorbereitungszeit einplanen (Essen, Verkleidung, Deko). Die Vertiefung des Themas findet in zwei Stationen statt. Für Station Nr. 1 sollten im Voraus Versprechen Gottes auf festes Papier/Karten geschrieben werden. Für Station Nr. 2 ist es hilfreich, wenn es Platz für einen Spaziergang oder genügend kleine Nischen für Zweiergespräche gibt.

2. Zielgedanke

Die Teens sollen ermutigt werden, voller Erwartungen an Jesus durchs Leben zu gehen. Über Enttäuschungen, die diese Erwartungshaltung mit sich bringt, sollen sie mit Jesus reden und sich von ihm heilen lassen.

3. Einführung inkl. Exegese 

Mt. 20, 29-34 

Es ist schwer zu überlesen (oder zu überhören), dass die beiden Blinden Erwartungen an Jesus haben. Sie sind vorerst unausgesprochen, jedoch für jeden hörbar und ersichtlich. Sie schreien in die Masse, in der Jesus war. Sie werden nicht etwa ruhiger, sondern schreien nach der Aufforderung, leise zu sein, nur noch lauter. Eigentlich ist es klar, welche Erwartungen sie an Jesus haben: Sie wollen von Jesus sehend gemacht werden. 

Aber Jesus macht sie in seiner ersten Begegnung nicht sehend. Er fragt sie, was er für sie tun kann. Er fragt nach ihrer Erwartung und möchte sie persönlich von ihnen hören. 

→ Was erwartest du von Jesus? Jesus fragt dich: „Was soll ich für dich tun?“ Sag Jesus deine Erwartungen und warte, was er damit macht oder dazu sagt. Vielleicht zeigt dir Jesus, dass deine Erwartungen seinem Wesen entsprechen. Vielleicht muss er dich auch „enttäuschen“, weil er ganz anders ist oder etwas anderes vorhat. 

Lk. 24, 13-32 

Die Emmaus Jünger sind auch als enttäuschte Gläubige zu beschreiben. Während dem Weg nach Emmaus, ihrem Zuhause, reden sie über die Erlebnisse der vergangenen Tage. Sie haben gerade erfahren, dass Jesus, auf den sie alle Hoffnung gesetzt hatten, gestorben war. Sie sind niedergeschlagen und enttäuscht. Aber sie bleiben damit nicht für sich, sondern unterhalten sich darüber. 

Warum waren sie enttäuscht? 

Sie hatten Erwartungen an Jesus, die er nicht erfüllt hat. Sie hofften, dass er die Juden von den Römern befreien würden (V. 21), und nicht, dass er kläglich am Kreuz sterben würde. Sie waren von menschlichen Gedanken vereinnahmt, nicht von göttlichen. Gottes Gedanken und Pläne waren viel größer und weitreichender, als ihr kleiner Horizont. 

Es fiel ihnen schwer zu glauben, was Jesus und die Propheten der Thora über die Geschehnisse von Jesus sagten. Sie waren voller Unglaube und trägen Herzens (V.25). 

Jesus (sie dachten er sei tot) steigt in ihren Spaziergang und ihr Jammer-Gespräch mit ein. Er fragt sie, was sie beschäftigt und worüber sie reden. Er interessiert sich dafür. Er will es aus ihrem Mund hören. Dann erklärt er ihnen die Schrift, in der alles steht, was sie zu der Situation mit Jesus, dem Messias, wissen müssen. Er offenbart ihnen sein Herz, seine göttlichen Pläne und Gedanken. Als er sie wieder verlassen will, bitten die Jünger ihn, zu bleiben. Sie haben Sehnsucht nach ihm bekommen. Seine Gegenwart tut ihnen gut. 

Jesus wollte, dass sie Sehnsucht nach ihm, dem Messias, bekommen, so wie er Sehnsucht nach ihnen, den Menschen, hat. Am drastischsten zeigt sich diese Sehnsucht Jesu am Kreuz.

Er verwandelte ihre erloschenen Herzen in brennende Herzen (V. 32).

4. Einstieg 

Die Mitarbeiter gestalten das Ankommen der Teilnehmer total unerwartet. Die Teilnehmer sollen das Gefühl von einer nicht erfüllten Erwartung an diesem Abend präsent haben. Erwartungen, die sie hatten, werden nicht erfüllt (unterbieten oder übertreffen). Sie sind überrascht und dadurch ggf. etwas unsicher. „Das hättet ihr nicht erwartet.“ 

Beispiele: 

  • Kleidung, die die Teens nicht erwarten (schick, Badtaste, freaky, …)  
  • Essen, das die Teilnehmer nicht erwarten (überhaupt Essen, asiatisch, bestellen, …) 
  • neue Raumgestaltung (Deko, umstellen von Möbeln, Möbel an die Decke kleben …) 
  • neue Musik und Liedauswahl 
  • Discoparty 
  • Gesprächseinstieg

Redet über die Anfangssituation: Was habt ihr erwartet, was hat euch erwartet?

Kommt dann miteinander ins Gespräch: 

Welche Erwartungen habt ihr an eure Freunde, Jugendkreis und Kirche? 

  • Mitarbeiter teilen auch ihre eigenen Erwartungen an die Teilnehmer mit.
  • Spielt dann ein kleines witziges Theaterstück. Hier ein Beispiel: Das Bewerbungsgespräch, Video von Silly Walks: https://www.youtube.com/watch?v=k-bxFE_DpQU

Die Mitarbeiter spielen Boss und Bewerber. Der Boss schildert seine Erwartungen an den Bewerber. Und am Ende schildert der Bewerber seine Erwartungen an die Firma und den Boss. 

5. Hauptteil 

Ein Mitarbeiter gibt den Input über den Text (siehe Exegese) 

Wichtig Text 1: Die Frage, was die Teilnehmer von Jesus erwarten, soll im Zentrum der Andacht stehen und in eine Gesprächsrunde führen. 

Jesus fragt jeden einzelnen Teilnehmer: Was soll ich für dich tun? 

Auch andere Bibelstellen bestätigen, dass wir im Gebet unsere Erwartungen an Jesus sagen sollen (z.B. Jakobus 4,2).

Auch die Mitarbeiter sollen ihre Erwartungen an Jesus mit den Teilnehmern teilen. Wie erleben sie, dass sich eine erwartungsvolle Haltung an Jesus lohnt? Wo musste Jesus ihre Erwartungen schon mal korrigieren? 

Aus Vertrauen wächst Glaube und aus Glaube Erwartungen: Glauben und Vertrauen wir Jesus? 

Gedankenexperiment: Was hätte Jesus für die Blinden getan, wenn sie um eine neue Augenbinde oder ein Brot vom Bäcker gebeten hätten? Hätte er sie trotzdem sehend gemacht? Jesus ist „beeindruckt“ von großen Erwartungen.

Es gibt Erwartungen, die wir an Jesus haben müssen, ihn darauf festnageln dürfen und uns auf diese Versprechen berufen. Diese Versprechen sollen jetzt vorgestellt werden und vorher auf Karteikarten geschrieben sein. Diese Karten dürfen sich die Teilnehmer nach dem Input nehmen und sie neu für sich in Anspruch nehmen. Jesus darauf „festnageln“ und die Versprechen ans Kreuz nageln. Jesus hat sie durch das Kreuz ermöglicht. 

Wichtig Text 2: Aus unerfüllten Erwartungen entstehen Enttäuschungen. 

Ein Mitarbeiter erzählt Lk. 24, 13-32 (siehe Exegese) 

Es muss deutlich werden, dass Reden mit Jesus und das Reden in seinem Beisein Herzen und Einstellungen verwandelt. Jesus verwandelt in der Geschichte träge Herzen in brennende Herzen. Das will er auch gerne mit unseren enttäuschten Herzen machen. 

→ Dazu müssen wir unsere Enttäuschungen mit Freunden und Jesus kommunizieren. 

Nach dem Input gibt es zwei Stationen, die im Duo gemacht werden: 

Station I: Jesus auf Versprechen festnageln und ihm sagen, was man von ihm erwartet. Vorbereitet auf den Karten sind folgende Versprechen:

  • 1.Joh. 2,25: Das ewige Leben 
  • Lk. 18, 27: Das Unmögliche möglich machen 
  • 1.Joh. 1,9: Vergebung 
  • Galater 5,22-23: Frucht des Geistes 
  • 1.Joh. 1,9: Vergebung 
  • 2 Tim. 1,7: Geist Kraft
  • Röm. 8,28: Alles zum Guten 
  • Joh. 15, 7-8: Gebetserhörung
  • Mt. 24,30-31 Wiederkunft von Jesus

Station II: Mit dem Partner während eines Spaziergangs über enttäuschte Erwartungen, die man an Jesus gestellt hat, sprechen. Auch die Form des Umgangs damit kann erwähnt werden. Vor dem Spaziergang ein Gebet sprechen: „Jesus, danke, dass du uns jetzt bei unserem Gespräch zuhörst und uns heilen willst. Du bist herzlich willkommen.“ 

6. Abschluss

Kommt nach den Stationen wieder zusammen und startet in eine gemeinsame Lobpreiszeit. Es ist sinnvoll, während des Lobpreises auch Gebet und Gespräche anzubieten, wenn nach den Zweiergesprächen noch Redebedarf besteht. Beschließt den Abend mit einer Gebetszeit, in der jeder, der will, seine Erwartungen an Jesus aussprechen darf.

Die komplette TEC: 1/2020

Wer mit Gott startet, verändert sich. Für manche ist es ein gewollter, für andere eher ein zögerlicher Neuanfang. Die Verbindung mit deinem himmlischen Papa, Freund und Begleiter hat Auswirkungen. Er wird dir zeigen, wie er dich und die Welt sieht und wird dich verändern.
Nach dem Scheitern wieder aufzustehen, ist nicht einfach, aber ein wichtiger Neuanfang. Es immer wieder zu versuchen, ist eine Charakterstärke. Jesus liebt dich, trotzdem!!! Egal, was gelaufen ist. Ja klar, wir dürfen nicht die Augen vor der Verantwortung verschließen! Gleichzeitig dürfen wir liebevoll Angst nehmen und diese nicht schüren!
Gott bietet uns immer wieder einen Neuanfang an. Echte Versöhnung zwischen dir und Gott, aber auch zwischen dir und anderen Menschen, kann Realität sein. Fang neu an!

Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto