Glaubwürdig

Die komplette TEC: 1/2019

Wir lesen die Bibel in der Erwartung, Gott zu begegnen, dass er uns ermutigt und tröstet, Orientierung und Hoffnung gibt. Gleichzeitig fragen viele: Ist die Bibel eine glaubwürdige Quelle, auf die ich mich verlassen kann? Oder will die Bibel gar nicht von wirklicher Geschichte berichten, sondern nur antike, religiöse Erfahrungen vermitteln? Gilt das alles auch heute noch? Fragwürdig oder glaubwürdig? Neben der Bibel wünschen wir uns, dass ihr Menschen kennenlernt, die glaubwürdig sind. Die euch von ihrem Leben erzählen und Zeugnis geben, was sie mit Gott und dem Glauben erleben. Storys, die viel mehr sind als eine Andacht, weil sie von den Menschen aus dem Leben kommt und Mut macht, selbst auch Geschichten mit Gott zu erleben und von ihnen zu erzählen. Zum Schluss noch die Frage, ob du eigentlich glaubwürdig bist? Ist dein Ja ein Ja und dein Nein ein Nein? Wissen die Leute in deiner Umgebung, dass du zu dem stehst, was du sagst? Wenn wir ehrlich sind – eine immer wieder neue Herausforderung. Zumindest für mich. Wir möchten euch und eure Kreise einladen auf eine Reise die zeigt, wie hilfreich die Bibel für euer Leben ist. Worin sie glaubwürdig ist. Gleichzeitig wartet auf euch eine Einladung, glaubwürdigen Menschen zuzuhören und selbst glaubwürdige Menschen zu werden.

1. Vorbemerkungen

Gebete sind etwas sehr intimes. Gebete sind unser Reden mit Gott und, wenn das ehrlich und an die Substanz unseres Lebens geht, wenn wir ihm unser Innerstes sagen wollen, dann geht das niemand anderen etwas an. Natürlich gibt es aber auch Gebete in der Gruppe, Gebetsgemeinschaften, öffentliche Gebete im Gottesdienst. Und diese sind es, die einen Einfluss auf das Formulieren der Gebete der Einzelnen haben und prägen. Je nach Frömmigkeitsprägung und moralischem Verständnis gibt es für Jugendliche oft „richtigere“ Gebete oder eben auch solche, die man sich kaum traut auszusprechen – schon gar nicht laut vor anderen. Vor allem da, wo Gebete Bitten an Gott sind, wird dies der Fall sein. Darf ich Gott um besseres Wetter bitten, wenn ich weiß, dass die Landwirtschaft eigentlich Regen braucht. Darf ich Gott darum bitten, dass mein Schwarm sich in mich verliebt, obwohl er in einer anderen Beziehung ist? Aber auch, wo Gebet stärker als Beziehungspflege, als „Austausch“ mit Gott wahrgenommen wird, kann es Bereiche geben, über die man nicht gern mit Gott redet. Vielleicht weil sie einem selbst peinlich oder unangenehm sind. Darf ich Gott meine Zweifel an ihm sagen? Darf ich ihn um guten Sex bitten? Hier ist Sensibilität nötig: Wo stehen die Jugendlichen? Haben sie einen Bezug zum Beten und wenn ja, welchen? Ihre Grenzen müssen unbedingt respektiert werden. Gleichzeitig geht es darum, miteinander zu entdecken, dass Gott keine Probleme mit der Wahrheit unserer Wünsche und in unserem Leben hat. Natürlich bedeutet das nicht, dass alles, was ich empfinde und jede Bitte, die ich habe, mir und anderen gut tut. Aber wo, wenn nicht im Austausch mit Gott, wäre das besser aufgehoben? Jesus sagt, wir sollen mit Gott reden wie mit einem Vater. Ich verstehe das Vaterbild hier als umfassend positiv – ihm müssen wir nichts verschweigen, er kann mit dem umgehen, was uns bewegt und wird uns nicht verurteilen.

2. Zielgedanke

Du kannst Gott alles sagen und ihn um alles bitten. Gebet ist ein ehrliches Miteinander mit Gott – da können auch Bitten ihren Platz haben, aber Gott ist keine Wunschmaschine.

3. Einführung

Das ausführlichste Gebetsbuch, das wir in der Bibel finden, ist das Buch der Psalmen. 150 Gebete, die alle Aspekte des Lebens abdecken. Hier finden sich Lob und Dank, Klage und Bitte, Emotionen wie Freude, Frust, Wut, Hoffnung, Hilflosigkeit. Die Psalmisten scheinen keine Skrupel gehabt zu haben, sich mit allem, was sie bewegte, an Gott zu wenden. Das können wir uns abgucken und so unsere Gespräche mit Gott ganz unverkrampft und ehrlich gestalten.

4. Methodik für die Gruppe

4.1 Einstieg

Zu Beginn könnt ihr einige Lieder singen, die das Thema Gebet haben, z. B.:

In der Stille angekommen (Feiert Jesus! 2,189), Herr, lehr uns beten (Feiert Jesus! 1,113), Mit der Kraft deiner Liebe (Feiert Jesus! 3,112).

Leitet dann zum Thema über: Unerlaubte Gebete.

In einer ersten Phase soll es darum gehen, Gebete der Bibel zu entdecken:

Druckt folgende Gebete aus den Psalmen auf A3 aus und hängt sie verteilt im Raum auf. Die Übersetzung der BasisBibel eignet sich hier gut.

Psalm 58,6-9

So hört sie auch nicht auf den Schlangenbeschwörer, der einen Zauberspruch gegen Schlangen kennt. Gott, zerschlag ihnen doch die Zähne im Mund! Zerbrich das Gebiss dieser jungen Löwen, HERR! Wie Wasser, das verrinnt, sollen sie verschwinden. Und wenn einer seinen Pfeil auf sie richtet, sollen sie auch schon zu Boden sinken. Sie sollen davonkriechen wie eine Schnecke. Und wie ein Kind, das tot geboren wird, sollen sie die Sonne nicht sehen.

Psalm 137,7-9

Erinnere dich, Herr, was die Edomiter taten, an dem Tag, als Jerusalem erobert wurde! Sie riefen: „Reißt sie nieder, die Stadt! Reißt sie nieder, bis auf die Grundmauern!“ Tochter Babylon, du Zerstörerin! Glücklich sei, wer es dir heimzahlt – die Gewalt, die du uns angetan hast. Glücklich sei, wer deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert.

Psalm 119,33.34

Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gesetze! Dann will ich auf ihm bleiben bis ans Ende. Gib mir die Einsicht, deine Weisung einzuhalten! Dann will ich sie von ganzem Herzen befolgen.

Psalm 101,1.2

Von Gnade und Recht will ich singen! Für dich, HERR, musiziere ich! Ich will einen vorbildlichen Weg gehen. Wann kommst du zu mir? Ich will mich so in meinem Haus bewegen, wie es mein ehrliches Herz verlangt.

Psalm 35,1-3

Führe den Streit, HERR, mit denen, die gegen mich streiten! Führe den Kampf mit denen, die gegen mich kämpfen! Nimm Rundschild und Langschild! Steh auf und komm mir zu Hilfe! Zücke Speer und Streitaxt! Richte sie gegen meine Verfolger! Sag zu mir: „Ich bin deine Rettung!“

Psalm 25,1-5

Zu dir, HERR, trage ich, was mir auf der Seele brennt. Mein Gott, auf dich vertraue ich! Lass mich keine Enttäuschung erleben! Sonst triumphieren meine Feinde über mich. Es wird ja keiner enttäuscht, der auf dich hofft. Enttäuscht wird nur, wer dich treulos verlässt. Zeige mir die Wege, HERR, die du bestimmst! Und lehre mich, deinen Pfaden zu folgen! Bringe mir bei, nach deiner Wahrheit zu leben! Denn du bist es, Gott, der mir hilft!

Psalm 5,8-13

Ich aber darf in dein Haus kommen. Das verdanke ich deiner großen Güte. Vor deinem heiligen Tempel falle ich auf die Knie – voller Ehrfurcht vor dir. HERR, lass mich ein gerechtes Leben führen! Dann haben meine Verleumder das Nachsehen. Ebne den Weg, damit ich dir folgen kann! Doch wenn diese Leute den Mund aufmachen, dann kommt nichts Wahres heraus. In ihrem Inneren tut sich ein Abgrund auf. Ihr Rachen ist ein offenes Grab, ihre Zunge eine scharf geschliffene Waffe. Gott, lass sie doch für ihre Schuld büßen! Bring sie durch ihre Anschläge zu Fall! So viel Unrecht haben sie getan, jage sie davon! Denn dir haben sie frech die Stirn geboten. Doch alle, die bei dir Zuflucht suchen, dürfen sich von Herzen freuen. Unaufhörlich sollen sie darüber jubeln, dass du sie unter deinen Schutz stellst. Vor Freude sollen sie über dich jauchzen – sie alle, die deinen Namen lieben. Denn du, HERR, segnest den Gerechten. Du umgibst ihn mit Wohlgefallen wie mit einem schützenden Schild.

Verteilt Post it’s an die Teilnehmenden in unterschiedlichen Farben. Jeder Farbe ist eine Frage zu geordnet. Die Teilnehmenden können ihre Antworten auf die jeweilige Farbe schreiben und sie an die Gebete kleben.

Blau: Was empfindest du, wenn du dieses Gebet liest?

Gelb: Was glaubst du, was Gott empfindet, wenn er dieses Gebet liest?

Grün: Wie geht es jemandem gerade wohl, der so ein Gebet spricht?

Nehmt euch Zeit, die Gebete zu lesen und eure Gedanken zu den Fragen zu notieren. Sprecht dann in der großen Runde über folgende Fragen:

Was ist euch an den Gebeten aufgefallen?

Was kann man anhand dieser Gebete über das Beten lernen?

Je nachdem, wie das Gespräch verläuft, könnt ihr eure eigene Geschichte mit dem Beten einfließen lassen und deutlich machen: Die Psalmisten nehmen beim Beten kein Blatt vor den Mund. Und das müssen wir auch nicht. Nehmt hier unbedingt die Statements der Jugendlichen auf. Es geht nicht darum, ihnen zu sagen, was „richtig“ ist, sondern eine Atmosphäre zu gestalten, in der jede und jeder sich traut, seine Meinung zu sagen. Eure Meinung ist eine unter denen der anderen. Vielleicht ergeben sich hier aber auch Fragen, die ihr thematisieren und zu ihnen Stellung nehmen könnt.

4.2 Hauptteil

Nun haben die Teilnehmenden selbst Zeit, unterschiedliche Formen des Gebets auszuprobieren. Macht deutlich, dass es darum geht, dass die Teilnehmenden Zeit mit Gott verbringen und ihm ehrlich sagen, was sie bewegt. Nehmt euch für diesen Teil (je nach Stimmung in der Gruppe) ca. 30 Minuten Zeit.

Folgende Möglichkeiten könntet ihr vorbereiten:

Brief an Gott schreiben: Hier kann ich schriftlich formulieren, was mich gerade bewegt. Die Briefe können zugeklebt und den Jugendlichen mitgegeben werden. Vielleicht ist es spannend, zu einem späteren Zeitpunkt zu lesen, was einen bewegt hat und dann zu überlegen, wie Gott mit diesem Gebet umgegangen ist.

Singen: Lasst die Jugendlichen sich Lieder wünschen, die ausdrücken, was sie Gott sagen wollen. Wenn sie mögen, können sie den anderen sagen, warum sie dieses Lied singen wollen.

Raum der Stille zum leisen Beten: Richtet einen Raum ein, der dazu einlädt, es sich gemütlich zu machen und zur Ruhe zu kommen. Hängt Impulsfragen auf, über die die Jugendlichen ins Gespräch mit Gott kommen können: „Was bewegt dich gerade?“ – „Was bereitet dir Sorgen?“ – „Was möchtest du gern ändern?“ – „Was macht dir gerade Freude?“ usw.

Spazieren gehen: Manchmal hilft es, sich zu bewegen. Verabredet eine Zeit, wann die Jugendlichen wieder da sein sollen.

Tageszeitungsbeten: Legt aktuelle Zeitungen aus, sodass die Jugendlichen mit Gott über die Welt ins Gespräch kommen können.

4.3 Abschluss

Kommt zum Abschluss wieder zusammen und betet im Stil des „Popcorngebets“: Jeder und jede, der/die beten will, tut das, indem er oder sie ein Wort sagt, was stellvertretend für das Gebetsanliegen steht. Gott weiß, was das Anliegen dahinter ist. Und so kann man laut und persönlich beten, ohne zu viel preisgeben zu müssen.

Ermutigt die Jugendlichen dazu, nach Gebetsformen zu suchen, die zu ihrem Alltag passen.

Der EC in Deutschland denkt ganz vom jungen Menschen her: Er nimmt ihn in seiner Lebenswirklichkeit wahr und begegnet ihm dort in zeitgemäßer Art und Weise. Dabei wird jedem jungen Menschen in einem gleichberechtigten Miteinander der größtmögliche Freiraum zur Ausgestaltung der Angebote gegeben. Diese ermöglichen es ihm, einen persönlichen Glauben an Jesus Christus zu erleben und eine prägende Persönlichkeit zu werden, durch die Menschen seiner Generation zu Jesusnachfolgern werden.

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