Esther

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zu Esther aus JUMAT 2/16. Schwerpunkt sind fünf Einheiten, die die Geschichte der Königin Esther im Zusammenhang darstellen. Außerdem gehören zu dieser Reihe zwei Einheiten, die inhaltliche Schwerpunkte noch einmal besonders behandeln. Dabei geht es um Antisemitismus und Zivilcourage.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Außerdem enthält die Themenreihe noch zwei Bausteine. Ein Baustein ist ein Impuls zum Thema Zivilcourage, der von den Kindern zu hause mit ihren Familien umgesetzt werden kann. Der andere Baustein ist ein Vorschlag, wie das Purimfest gefeiert werden kann, welches seinen Ausgangspunkt in der Esthergeschichte hat.

Zielgedanke

Im Zorn lässt man sich leicht zu bösen Handlungen hinreißen. Mit Gottes Hilfe kann man diesen Zorn in den Griff bekommen.

Merkvers

Versündigt euch nicht, wenn ihr in Zorn geratet! Versöhnt euch wieder und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.
Epheser 4,26; GNB

Erklärungen zum Text

V.1: Diese Geschichten spielen sich vor 2500 Jahren ab. (Ahasveros war 485-465 v.Chr. König des persischen Reiches.)
In diesem Kapitel taucht nun ein Mann namens Haman auf. Er wird als „Agagiter“ bezeichnet. Agag war zur Zeit des ersten Königs von Israel, Saul, der König der Amalekiter (1. Sam 15). Diese wiederum stammen von Esau ab, dem Zwillingsbruder Jakobs (s. 1. Mose 25 ff.). Während die Nachkommen Jakobs in Ägypten leben, bleiben die Amalekiter weiterhin im Land. Bei der Rückkehr der Israeliten machen sie dieses Land den Amalekitern wieder streitig (2. Mose 17,8 ff.). Permanent liegen sie gegeneinander im Streit. Aber immer siegen die Israeliten. Jetzt, im Bündnis mit dem persischen Großreich, gehören die Amalekiter, und damit Haman, zu den Gewinnern.

V.2-5: Mit dieser Geschichte im Hintergrund ist es zu verstehen, warum Haman ein schlechtes Verhältnis zu Mordechai hat. Und als Mordechai ihm nun trotzt und sich nicht vor ihm verbeugt, sich also nicht vor Haman erniedrigt, kennt Hamans Hass keine Grenzen.

V.6: Der ewig schwelende Hass der Amalekiter bricht aus Haman hervor. Der begnügt sich nicht mit der einzelnen Person des Mordechai. Er zielt auf das ganze Volk Israel, die Juden, die durch die Eroberung Israels durch die Perser im ganzen Reich verstreut leben.

V.7: Dieser Vers ist in der „Hoffnung für Alle“ gut erläutert: Durch das Los, das auch „Pur“ genannt wird, will Haman herausfinden, wann die Zeit günstig ist, um den Plan zur Vernichtung der Juden durchzuführen.

V.8.9: Haman rechnet damit, dass Ahasveros nicht nur ein launischer Regent (Kap. 1), sondern auch käuflich, korrupt, geldgierig ist. Als er ihm in Aussicht stellt, dass er durch die Vernichtung der Juden deren Geld in seine Schatzkammer bekäme, willigt er ein.
Den heutigen Wert der zehntausend Zentner Silber (Luther), der 350 Tonnen Silber (HfA), zehntausend Talente Silber (Elberfelder) lässt sich nicht genau wiedergeben. Der Zentner ist nicht die 50 kg von heute. Zu vergleichen ist eher: In neutestamentlicher Zeit war 1 Zentner Silber gleich 1 Talent. Bei einem Tageslohn von einem Silbergroschen entspricht ein Talent dem Lohn für 15 Jahre Arbeit.
Die Summe, die sich Haman aus dem Eigentum der Juden verspricht ist also immens hoch.
Interessant ist, dass Jesus im Gleichnis vom hartherzigen Schuldner (Mt 18,21 ff.) von eben dieser Summe von zehntausend Zentnern Silber spricht. Das lässt erahnen, wie groß die Vergebungsbereitschaft Jesu ist.

V.10: Ahasveros weiß, dass Haman ein erbitterter Feind der Juden ist und gibt ihm dennoch durch den Siegelring alle Vollmachten.

V.11: Er lässt Haman freie Hand über das Volk Israel und überlässt ihm sogar die Unsummen an Geld.

V.12-15: Das Vernichtungsabkommen wird am 13. Tag des ersten Monats Nisan am Vorabend des Passahfestes (2. Mose 12,6) unterschrieben und ausgesandt. Dieser zeitliche Zusammenhang mit dem Passafest, also dem Fest des Auszuges aus Ägypten, lässt schon hier auf ein gutes Ende hoffen.

Situation der Jungscharler

„Wenn du nicht machst, was ich dir sage, dann …“ Dieser Satz ist den Jungscharlern nur zu bekannt. Zorn, Wut, Machthunger, Intrigen, beleidigt sein, Rachegedanken sind leider sehr präsent. Die Lebenssituation und das gesellschaftliche Umfeld der Zeit damals und heute mag sich sehr unterscheiden. Aber die Grundgedanken und Bestrebungen sind gleich geblieben. Ein Teil der Kinder wird sich auf der Opferseite wiederfinden, andere dagegen auf der Seite derer, die gern andere bedrohen. Es ist entscheidend, welche Vorbilder sie haben und wie in ihrem Umfeld mit dem Zorn, der Wut umgegangen wird. Erleben sie, dass sie alles bekommen, wenn sie nur richtig zornig sind? Oder lernen sie, ihren Zorn zu beherrschen, da sie merken, dass der zu nichts Gutem führt?

Treffpunkt

Spiel

Domino-Day
Aus Dominosteinen wird eine Schlange mit vielen Abzweigungen aufgebaut. Statt Dominosteine kann man auch DIN-A6-Karten in der Länge falten und aufstellen. Wenn der letzte Stein steht, wird der erste vorsichtig umgestoßen. Wenn alles gut gebaut wurde, fällt nun ein Stein nach dem anderen um.

Basteln

Kissen zum Mütchen-Abkühlen
Sein Mütchen kühlen ist eine Redewendung und bedeutet, dass man seinen Zorn rauslässt. Das „Mütchen“ kommt vom Gemüt. Und wenn man so richtig in Rage ist, muss man dieses heiße Gemüt ja wieder abkühlen.
Als Material benötigt man bunte Stoffe, Nähgarn, Nähnadeln, Scheren, Kugelschreiber, Kirschkerne oder Weizenkörner.
Auf den Stoff wird eine beliebige Form gemalt (Kreis, Viereck, Dreieck, Herz). Das wird nun in doppelter Ausführung ausgeschnitten. Mit der Außenseite nach innen werden die beiden Teile nun mit kleinen Stichen zusammengenäht. Ein kleiner Spalt wird zunächst offen gelassen. Nun wird das Genähte gewendet, d. h. die Innenseite nach außen gezogen. Dann werden Kerne in das Säckchen eingefüllt. Jetzt kann alles zugenäht werden.
Dieses Kernsäckchen legt man ins Gefrierfach, um es im heißen Falle schön kühl verwenden zu können.

Zorn – Lachgesicht
Ein Pappteller wird als Maske gestaltet. Dazu braucht man runde Pappteller, Lochzange, Hosengummi und bunte Filzstifte. Das Gesicht wird aufgemalt. Rechts und links werden Löcher gestanzt. Daran wird das Gummiband in der Länge des Kopfumfanges befestigt. Je nach Laune wird das Gesicht als Zorn- oder Lachgesicht getragen.

Knalltüte falten
Dafür eignet sich am besten Packpapier (60cm x 40cm).
Das Papier quer vor sich legen. Jetzt wird die obere Papierkante nach unten zur unteren Kante gefaltet und wieder entfaltet. Jetzt werden alle vier Ecken zum entstandenen Mittelbruch gefaltet. Danach wird das Papier wieder von oben nach unten gefaltet. Die rechte Spitze wird zur linken gefaltet. Diese Spitze wird entlang der rechts liegenden Kante nach unten gefaltet. Das gleiche auf der Rückseite mit der hinteren Spitze. Fertig ist die Knalltüte.
Man fasst sie mit Daumen und Zeigefinger an den beiden unteren Spitzen an und schlägt sie mit einer ruckartigen Bewegung nach unten.

Knackpunkt

Kleiner Funke – große Wirkung.
Hierfür braucht man ein Tischfeuerwerk „Partybombe“ mit Gute-Laune-Füllung. Die wird in der Kreismitte auf einen Teller gestellt und gezündet. Der kleine Funke wird eine große Wirkung haben.

Geschichte
Wie bei der Dominoschlange oder dem Tischfeuerwerk hatte das Feuer des Hasses, des Zornes eines Mannes, eine verheerende Wirkung auf ganz viele Menschen:
An einem Tag vor 2500 Jahren wurde in Persien die Nachricht verlesen: „Ihr lieben Bewohner des großen Persien! Hört gut zu. Denn ab heute steht ein neuer Mann an der Seite des Königs. Er heißt Haman. Er ist zu ehren und zu achten wie der König. Deshalb müssen sich alle vor ihm verneigen. Wer das nicht tut, wird bestraft!“ Ab sofort fielen alle vor Haman nieder, wenn er irgendwo auftauchte. Aber Mordechai nicht. Kennt ihr Mordechai? (Hier ist Gelegenheit, an die vergangenen Lektionen über Ester zu erinnern.) Er blieb einfach stehen. Für ihn war klar, dass er mit der Verbeugung Haman zeigen würde, dass er sich ihm unterordnet. Und das würde er nie tun. Denn Haman war einer, der das Volk Israel hasste.
Als das die anderen Beamten sahen, warnten sie Mordechai. „Mordechai, du musst dich auch vor Haman verbeugen.“ Aber Mordechai antwortete ihnen: „Nein, ich verneige mich niemals vor Haman. Ich bin eine Jude aus dem Volk Israel und verneige mich nur vor meinem Gott.“ Und er ließ sich nicht davon abbringen. Da gingen die Beamten zu Haman: „Haman, da draußen, der Mordechai, der verneigt sich nicht vor dir. Und weißt du warum? Er sagt, er sei ein Jude und deshalb verneigt er sich nur vor seinem Gott.“ Da wurde Haman zornig. „Das ist doch eine bodenlose Frechheit! Diese Juden! Was fällt ihnen ein! Wir haben sie endlich besiegt und trotzdem unterwerfen sie sich uns nicht. Grrr! Dafür muss nicht nur Mordechai, sondern das ganze Volk büßen!“
Haman konnte von da an an nichts anderes mehr denken als daran, wie er diese Juden vernichten könnte. Sie waren ihm schon immer ein Ärgernis. Jetzt hatte er die Macht, endlich was gegen sie zu unternehmen. Aber wie konnte er den König dazu bringen, ihm alles zu erlauben. Da fiel es ihm ein. Gleich ging er zum König Ahasveros. Er säuselte: „Lieber König. Ich muss dich da auf etwas aufmerksam machen, dass du bestimmt auch nicht gut findest. Dieses Volk Israel, diese Juden. Weißt du, was die sich die ganze Zeit erlauben? Sie halten sich nicht an deine Gesetze. Sie haben ihre eigenen Gesetze und halten sich für etwas anderes. Sie beten auch nicht zu den Persischen Göttern, sondern zu ihrem eigenen Gott. Das kannst du doch nicht gutheißen. Wenn du es für richtig hältst, dann befiehl die Vernichtung dieses Volkes. Dies wird den königlichen Schatzkammern zehntausend Zentner Silber einbringen.“ Der König dachte gar nicht lange nach. Er nahm seinen Ring vom Finger und sagte: „In Ordnung. Hier, nimm diesen Siegelring. Damit kannst du alle Briefe beglaubigen. Mach mit diesen Juden was du willst. Und das Geld kannst du auch behalten.“ Jetzt war Haman am Ziel seiner Träume. Er sprach zu sich: „Ha, heute ist der 13. Tag des ersten Monats Nisan. Und Morgen, also am 14. feiern diese Israeliten ja ihren großen Feiertag, das Passafest. Das werde ich ihnen kräftig versalzen. He, Schreiber, kommt alle her! Ihr müsst sofort Briefe aufsetzen. Die müssen sofort von Eilboten in unser ganzes Königreich gebracht werden. In den Briefen soll stehen: „An einem einzigen Tag, am 13. Tag des 12. Monats, des Monats Adar, sollen alle Juden getötet werden. Junge und Alte, Kinder und Frauen. Niemand darf überleben! Ihr Besitz ist zu beschlagnahmen.“ Und die Eilboten rannten los und brachten die Briefe in alle Teile des Reiches.
Unfassbar! Nur weil Haman zornig war, weil er sich in seiner Ehre verletzt gefühlt hat, sollten alle Juden sterben. Unglaublich. Das gibt’s doch nicht. – Oder?

Doppelpunkt

Woher kommt der Zorn?
Grundsätzlich ist zu sagen, dass Wut und Zorn natürliche Gefühle sind wie Glück und Freude. Genau so, wie man sich freut über Gelungenes, so entsteht Zorn, wenn etwas nicht so läuft, wie man es sich wünscht. Wenn man etwas nicht bekommt, worauf man meint, ein Recht zu haben.
Hier berichten die Kinder, was sie in Rage bringt, worüber sie in Zorn geraten, worüber sie wütend werden.
Dass man zornig wird, weiß auch Paulus in Epheser 4,26 (Lernvers). Das Wort „Zorn“ kommt 319 Mal in der Bibel vor. Sogar Gott ist manchmal zornig. Zorn ist eine unglaublich starke Energie.
Er kann auch der Motor sein für gute Dinge. Vieles, was es heute gibt, ist daraus entstanden, dass Menschen zornig über die Ungerechtigkeit waren. (Schulen für alle, Kindergärten, gerechte Arbeitszeiten usw.) Wenn man z. B. zornig darüber ist, dass ein Kind in der Klasse ausgelacht wird, kann man den Spöttern deutlich sagen, dass das schlecht ist und kann dem Ausgelachten Freundschaft anbieten.
Aber bei Zorn und Wut besteht im Gegensatz zu Freude und Glück die Gefahr, dass durch sie Schaden entsteht oder man durch sie sich und anderen Schaden zufügt. Deshalb darf man dem Zorn nicht die Möglichkeit geben, Böses anzurichten.

Wenn der Wutvulkan ausbricht
Das ist wie beim Dominoday oder beim Tischfeuerwerk. Man kann es, wenn es mal gezündet ist, nicht mehr stoppen. Es hinterlässt nur Durcheinander, Chaos. Bei den beiden Beispielen kann die Unordnung danach wieder aufgeräumt werden. Echter Zorn und Hass richtet Unheil an, das nicht einfach wieder aufgeräumt werden kann. Da kann schon ein böses Wort zu einer ganzen Folge von Bösem führen.
Jede Gruppe bekommt ein Thema, zu dem sie eine Geschichte schreiben. Das kann in Form eines Zeitungsartikels sein oder auch ein Kurztheater, ein Tagebucheintrag o. Ä. Sie kann echt erlebt sein oder konstruiert.

Themenvorschläge:

  • Schlägereien nach dem Heimspiel der Fußballmannschaft
  • Prügelei auf dem Schulhof
  • Krieg zwischen Ländern
  • Stress in der Familie
  • Ärger unter Freunden

Nach einer gewissen Zeit kommen die Gruppen zum Plenum und stellen ihre Werke vor.
Am Ende jedes Vortrages überlegen alle gemeinsam, wie man diese Eskalation hätte vermeiden und wie man die Situation wieder bereinigen könnte. Denn Jesus fordert uns auf: Versöhnt euch wieder und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. (Eph 4,26 GNB)

Wenn es kracht
Wenn der Zorn, wenn die Wut sich einmal Bahn geschlagen hat, wenn der „Vulkan gerade ausbricht“, lässt sich nur schwer etwas tun. Aber bevor er ausbricht, kann man folgendes tun, um Schlimmes zu vermeiden:

  • in Gedanken Jesus um Hilfe rufen
  • erst einmal tief durchatmen
  • sich aus der Situation innerlich oder äußerlich entfernen
  • das Gehirn, das Denken einschalten
  • die Hände tief in die Hosentaschen stecken
  • die geballten Fäuste bewusst öffnen

Auch hier berichten die Kinder, was ihnen hilft – oder was sie noch wütender macht. Manche Hilfestellungen von außen führen nämlich oft genau zum Gegenteil.

Schlusspunkt  

Gebet: Lieber Vater im Himmel! Wir haben gehört, wie großes Unheil durch Zorn und Hass entstehen kann. Wir sehen, wie Freunde gegeneinander kämpfen, wie Familien zerbrechen, wie ganze Völker gegeneinander Krieg führen. Wir sind erschrocken darüber. Wir sehen aber auch, dass wir selbst auch oft zornig sind. Bitte hilf uns, dass wir damit nichts Böses anrichten. Hilf uns, dass wir den Zorn beherrschen können und wieder herausfinden. Schenke uns bitte die Kraft dazu. Und sei du bei den Freundschaften, Familien und Völkern. Du kannst es schaffen, dass sie wieder zum Frieden finden. Amen

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach spitze
Nr. 12 Felsenfest und stark
Nr. 27 Ich stehe fest auf dem Fels
Nr. 28 Wer Gott vertraut, hat schon gewonnen (Hier kann die Strophe hinzugefügt werden: „Wenn ich zornig bin, kann ich zu ihm kommen …“)
Nr. 30 Ich bin ein Bibelentdecker
Nr. 64 Ich will nicht mehr sagen
Nr. 133 Nur deine Liebe, Herr
Nr. 144 Jesus kann alles

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