FAQ zum Heiligen Geist / Finde Antworten auf deine wichtigsten Fragen!

1. Erklärungen zum Text

Bevor Jesus die Erde verlässt, gibt er seinen Jüngern ein Versprechen: Er will ihnen seinen Stellvertreter schicken, wenn er weg ist (Joh 14,26). Am 50. Tag nach Ostersonntag, also der Auferstehung von Jesus, erfüllt sich, was er verheißen hat: Der Heilige Geist kommt als lebendige Kraft Gottes auf die Erde (Apg 2,1-13) – das feiern wir an Pfingsten. Er ist in jedem, der an Jesus Christus glaubt und wirkt im Auftrag Gottes (Eph 1,13.14). Obwohl er nicht direkt sichtbar ist, kann man doch ganz konkret sehen, was er tut: Er gibt uns Kraft, begeistert Menschen von Jesus, ermöglicht tiefe Gemeinschaft und befähigt uns (Gal 5,22.23). Er hilft uns dabei, unseren Glauben zu leben und zu bekennen. Er ist für uns da, versichert uns, wer wir sind (Röm 8,14-16), tröstet uns, verändert uns und spricht zu uns – durch Gedanken, Begegnungen oder durch Träume (Apg 16,6-9).

2. Bedeutung für heute

Die Jugendlichen sollen gemeinsam in der Bibel entdecken, wer der Heilige Geist ist und welche Relevanz er für ihr alltägliches Leben und ihren Glauben hat. Das übersteigt womöglich ihre Vorstellungen: Der Heilige Geist ist mehr als nur ein Anhängsel Gottes oder eine göttliche Kraft – er ist ein Gegenüber, das ihnen im Glauben hilft, sie unterstützt, tröstet und bestärkt. In der Bibelarbeit bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, ihn als Person zu erforschen und als ein Gegenüber kennenzulernen, das individuell in ihnen wirkt.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Gesprächsaufhänger

Um die Jugendlichen auf das Thema einzustimmen, kann der Raum entsprechend dekoriert werden. Als Gesprächsaufhänger bieten sich Gegenstände und Bilder an, die an einzelne Aspekte des Heiligen Geistes erinnern, z. B. Kraft, Verbindung zu Gott, Befähigung. Für den Aspekt „Kraft“ bieten sich z. B. Hanteln und leere Eiweißshake-Packungen an. Für „Verbindung zu Gott“ könnten alte Telefone oder Bilder von betenden Menschen genutzt werden. Für „Befähigung“ bieten sich z. B. Werkzeuge an. Zu Beginn der Stunde können diese Gegenstände Impulsgeber für einen ersten Austausch sein.

3.2 FAQ zum Heiligen Geist

Im Anschluss bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fragen rund um den Heiligen Geist zu stellen. Diese werden gut sichtbar auf Plakaten festgehalten, jedoch erst nach der Gruppensession besprochen, in der die Jugendlichen selbst zu Experten werden. Hier ein paar FAQ, die vorkommen können und die evtl. etwas schwieriger zu beantworten sind. Auf diese können sich die Mitarbeitenden ggf. im Vorfeld schon einstellen und vorbereiten:

Ist der Heilige Geist eine Person?

Der Heilige Geist ist eine Person, weil er wie eine Person handelt: Er redet (Joh 15,26), bezeugt (Röm 8,16), beauftragt, denkt, hat Wissen (Röm 8,27; 1. Kor 2,10), entscheidet (Apg 15,28), fühlt, seufzt, setzt sich für uns ein (Röm 8,26), kann beleidigt werden (Eph 4,30), rüstet uns aus (1. Kor 12,7.11), verändert uns (1. Petr 1,2). Außerdem tut der Geist, was Gott tut. Er tritt Gott gegenüber und kennt seine Absichten (1. Kor 2,10 f.).

Was bedeutet, gegen den Heiligen Geist zu sündigen?

Jesus spricht über die Sünde gegen den Heiligen Geist, nachdem er einen Besessenen geheilt hat (Mt 12,31.32). Das ist als Reaktion auf eine Behauptung der Pharisäer zu verstehen: Sie behaupteten, Jesus hätte den Besessenen nicht durch die Kraft des Heiligen Geistes, sondern durch die Kraft des Teufels geheilt (V.24). Damit haben sich die Pharisäer ausdrücklich gegen die Wirkung des Heiligen Geistes ausgesprochen und sich gegen ihn bzw. Gott gestellt. Bei dieser Frage ist es ratsam, nicht nur den biblischen Kontext zu beleuchten, sondern auch auf mögliche Ängste der Jugendlichen einzugehen. Möglicherweise kommt die Angst auf, sie könnten ebenfalls eine Sünde begehen, die nicht vergeben wird. Dagegen könnte man zum Beispiel diese Bibelstellen halten: 1. Korinther 6,11; Johannes 10,28; Römer 8,31-39.

Wo in der Bibel steht etwas von Dreieinigkeit?

Der Begriff Dreieinigkeit kommt in der Bibel nicht vor. Es gibt aber zahlreiche Stellen, die zeigen, dass sich Gott in dreifacher Weise offenbart (Jes 11,2; 48,16; Mt 28,19; 1. Kor 12,6; 2. Kor 1,21; 13,13; Gal 4,6; Eph 2,22; Tit 3,4 ff.; 1. Petr 1,2). Der Heilige Geist tut das, was Gott tut, er war z. B. an der Schöpfung beteiligt und er befähigt Menschen. Jesus handelt nach dem Willen Gottes und verweist auf den Vater und den Geist. Der Heilige Geist wird auch als Geist von Christus bezeichnet (1. Kor 2,16b).

Weitere relevante Fragen können sein:

  • Was bedeutet „Taufe mit dem Heiligen Geist“?
  • Woran erkenne ich, dass der Heilige Geist wirkt?
  • Woran merke ich, dass ich den Heiligen Geist habe?
  • Wer bekommt den Heiligen Geist?
  • Ist der Heilige Geist Gott selbst?
  • Darf ich zum Heiligen Geist beten?
  • Was sind Geistesgaben?
  • Bekommen wir die Geistesgaben auch heute noch?

3.3 Gruppensession

Die Jugendlichen widmen sich in Gruppen jeweils einem Thema über den Heiligen Geist und werden damit Experten auf einem bestimmten Gebiet. Sie bekommen entsprechende Bibeltexte, Plakate, Stifte, Bibellexika und Konkordanzen. Mithilfe des Materials gestalten sie Plakate zu ihrem Thema. Währenddessen können sich die Mitarbeitenden den FAQ der Jugendlichen widmen und versuchen, Antworten darauf zu finden.

Gruppe 1: Gestatten? Heiliger Geist!

Erstellt einen Steckbrief über den Heiligen Geist. Wer ist er? Was macht ihn aus? Welche Aufgaben hat er? Wie zeigt er sich? Hilfreiche Bibelstellen: 1. Mose 1,2; Apostelgeschichte 2,1-4; 1. Korinther 2,10; Johannes 15,26; Römer 8,16.26.27; Epheser 4,30; 1. Korinther 12,7.11; 1. Petrus 1,2; 1. Korinther 2,10 f.; Galater 5,22-24.

Gruppe 2: Obstsalat? Früchte des Heiligen Geistes

Entwerft ein Plakat mit den Früchten des Heiligen Geistes (Gal 5,22-24). Zeichnet eine Person und schreibt die Eigenschaften dazu. Überlegt euch zu jeder Eigenschaft eine konkrete Situation: Wie handelt diese Person in den verschiedenen Situationen – einmal mit den Früchten des Geistes und einmal ohne die Früchte des Geistes?

Gruppe 3: Gaben des Geistes – Geschenke von Gott

Welche Gaben schenkt der Heilige Geist (1. Kor 12,1-11)? Haltet das auf einem Plakat fest, und auch, was hinter diesen Gaben steckt. Nehmt dazu ein Bibellexikon und eine Bibelkonkordanz zu Hilfe.

Gruppe 4: Interessantes und Co.

Welche Dinge über den Heiligen Geist gibt es, die man sonst nicht so oft hört? Blättert eure Bibeln durch auf der Suche nach interessanten Fakten. Haltet sie auf einem Plakat fest.

Überlegt gemeinsam, welche bildlichen Vergleiche die Dreieinigkeit und den Heiligen Geist veranschaulichen. Malt diese Bilder auf Plakate.

Im Anschluss stellen die Gruppen ihre Entdeckungen in einer Postersession vor.

3.4 Austausch

Die FAQ, die zu Beginn gesammelt wurden, können nun in einer moderierten Austauschrunde durchgegangen werden – dabei können die Spezialisten aus den Gruppen versuchen, mithilfe ihrer Entdeckungen Antworten zu formulieren und ggf. Bibelstellen dazu rezitieren. Die Jugendlichen sollten darin bestärkt werden, die Fragen auch aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz heraus zu beantworten. Können die Gruppen die Fragen nicht beantworten, werden sie an die Mitarbeitenden weitergegeben. Ist im weiteren Verlauf noch Zeit, kann Raum für ein vertiefendes Gespräch gegeben werden. Dabei können die Jugendlichen und die Mitarbeitenden zeugenschaftlich Stellung beziehen, z. B. zu diesen Fragen:

  • Wie habe ich den Heiligen Geist bisher erlebt?
  • Wie kann ich dem Heiligen Geist mehr Raum geben?
  • Was hat der Heilige Geist in mir verändert?
  • Wie spricht der Heilige Geist zu mir?

3.4 Abschluss im Plenum

Zum Schluss kann jeder einen dazu Satz sagen, was er über den Heiligen Geist entdeckt hat. Das Popcorn-Gebet beendet die Gruppenstunde (Spontangebet, bei dem die Jugendlichen in kurzen Sätzen beten können, ohne Amen zu sagen – ein Mitarbeitender beendet das Gebet durch ein Amen). Bei dem Gebet bietet es sich an, den Heiligen Geist ganz bewusst einzuladen, zum Beispiel so: „Heiliger Geist, ich wünsche mir, dass du mehr Raum in mir gewinnst.“

Drei mutige öffentliche Aktionen, die zum KeinAngstHasen-Thema hinführen und ChurchNight bekannt machen.

1.Bodenzeitung

Die Idee: Eine mind. 4 qm große Folie mit Fragen und Antwortfeldern als „Bodenzeitung“.
Material
2 x 2 m Abdeckfolie (gerne auch größer), dicke Marker zum Beschriften. Klebeband für die Felder und zum Fixieren der Folie (alternativ mit Steinplatten). Große Kieselsteine o.Ä. zum „Abstimmen“.

  • Schreibt eine Frage mit Anrede (!) mit breitem Edding über die ganze Breite (ca. 2,5 m) auf die Abdeckfolie. (Eventuell Folie mit Papier oder farbiger Lackfolie unterlegen für den Kontrast)
  • Schreibt Antworten oder „ja“ bzw. „nein“ in die Antwortfelder
  • Schreibt unten den Veranstalter hin (Ev. Kirchengemeinde – CVJM).
  • Die Folie mit Klebeband am Boden oder mit Dachpappennägeln zwischen den Plattenritzen befestigen.

Beispiel 1
„Sind Deutsche größere Angsthasen als andere Nationen?“ x ja x nein

Tipps zur Durchführung:

  • Stellt euch gleichberechtigt mit in den Kreis (ausgerichtet auf den Text) und gebt den Passanten Kieselsteine in die Hand. („Was sagen Sie dazu? Stimmen sie mit ab“);
  • Werbematerial nicht offen auslegen – nehmt das Material erst nach dem Gespräch z.B. aus der Tasche und gebt es weiter. Haltet es keinesfalls die ganze Zeit in der Hand! Erst den Kontakt suchen, bei Interesse dann einladen.

2.Litfasssäule auf Wanderschaft

Die Idee: Die alte Litfaßsäule als Informationsträgerin kennt fast jeder. Wandelt sie etwas ab und lasst sie auf Wanderschaft gehen. Die Frage (siehe Beispiele oben) wird oben groß an die Säule geschrieben. Verwendet auch das KeinAngstHasen -Logo. Zu dieser Frage holt ihr an unterschiedlichen Orten Statements von Leuten ein. Verwendet an jedem Ort eine andre Farbe des Filzstiftes, mit dem die Statements auf die Liftfasssäule geschrieben werden. Hier einige Beispiele:

  • Lasst zunächst z.B. Passantinnen und Passanten in einer Einkaufsstraße mit schwarzen Filzstiften ihre Meinung auf die Säule schreiben.
  • Lasst vor dem Kircheneingang Kirchgänger mit blauen Stiften ihre Meinung hinzufügen
  • dann mit grünem Stift Bewohner/innen eines Studentenwohnheime
  • mit violettem Stift Besucher/innen eines Altenheims
  • und schließlich mit rotem Stift Besucher des Jugendzentrums usw.
  • Dann tragt die Säule zu einer Zeitungsredaktion und stellt das Ergebnis vor.

Durchführung

  • Erstellt eine Säule (die auch rechteckig sein kann) aus Pappe oder mehreren zusammengeklebten Kartons.
  • Lasst diese Säule jeweils für kurze Zeit (vielleicht 30 – 60 Minuten) an den entsprechenden Orten von Passantinnen und Passanten beschriften.
  • Dazu ist eine „Bodenzeitung“ gut – eine etwa 4 m² große Informationsfolie, die ihr auf den Boden legt. Sie informiert in knappen Sätzen die Leute über die Aktion, wohin die Säule sonst noch wandern wird und dass sie abschließend den Medien vorgestellt wird.
  • Medien unbedingt vorher informieren. Fotos von den verschiedenen Plätzen machen und zur Verfügung stellen.

3. 500 m-„Fürchte dich nicht“ auf Randsteinen

Die Idee: Schreibt 50 Bibelstellen, die „Fürchte dich nicht.“ enthalten bzw. von Angstüberwindung handeln mit Straßenkreide auf die Randsteine einer Straße oder direkt auf den Asphalt.

Material

Straßenkreide. Konkordanz. Bibeln.

Durchführung

Am besten in der Gruppe arbeiten. Zu beschriftende Fläche und Bibelstellen aufteilen. Eventuell können die Verse auch als „Schriftkunstwerke“ gestaltet werden. Wann und wo? Das muss vor Ort entschieden werden. Die Zielgruppe der Kampagne sollte erreicht werden. Auch am Rande eines Festes, einer großen Veranstaltung, des Wochenmarktes möglich – oder auf stark frequentierten, reinen Fußgängerwegen.

1. Erklärungen zum Text

1.1 Zum Kontext

Dieser Text von Paulus entstand nicht in Vorbereitung auf eine Traupredigt, sondern ist an Christen gerichtet, die gerade mächtig miteinander verstritten sind. In den Wettstreit darüber, was wohl die bedeutendsten Gaben und Erkenntnisse unter ihnen sind, macht Paulus deutlich: Was zählt ist Liebe. Liebe macht den entscheidenden Unterschied.

1.2 Was ist Liebe?

Die Worte von Paulus lassen schnell klar werden, hier geht es nicht um Schmetterlinge im Bauch, sondern um eine alles verändernde Kraft, die sämtliches Tun und Lassen beeinflusst, wertvoll und relevant macht. Das griechische Wort, dass hier für Liebe gebraucht wird (agape), kommt fast ausschließlich in der Bibel und anderer christlicher Literatur vor. Diese Liebe ist in erster Linie ein Wesensmerkmal von Gott (vgl. 1. Johannes 4,16). Gott ist „ein glühender Backofen voller Liebe“ (Luther). Die agape zeigt sich dabei nicht in überschwänglichen Gefühlen oder berauschenden Worten sondern in der Tat, in Hingabe, in mutigen Entscheidungen und in Treue. Sie wird sichtbar und in Ansätzen verständlich durch das Leben und Sterben von Jesus (siehe dazu Baustein Jesus <-> Liebe unter Punkt 3.2). Paulus legt im Text keine theoretische Begriffsbestimmung dieser Liebe dar. Er zeigt an einigen Eigenschaften, wie sie sich im Miteinander von den Menschen auswirkt, die von ihr ergriffen sind.

Um den Text richtig einzuordnen, ist wichtig zu verstehen: Diese Art von Liebe ist keine „menschliche Möglichkeit“ (de Boor). Kein Mensch kann von sich aus so lieben wie in den Versen 4-7 beschrieben. Der Weg zu dieser Liebe führt über die Verbindung mit Jesus. Wer mit ihm lebt (vgl. Joh. 15,5), in dem kann etwas von dieser Liebe heranwachsen (vgl. Gal. 5,22). Sie entsteht als Frucht im Leben der Menschen, die sich von Jesus prägen und umgestalten lassen. Paulus fordert uns heraus, die Notwendigkeit der Liebe neu zu entdecken und sich danach auszustrecken. Damals wie heute brauchen wir dringend diese Kraft in unserem Leben, damit Segen entsteht im Umgang mit anderen Menschen und ein glaubwürdiges Zeugnis der Liebe Gottes in unserem Umfeld.

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

Mensch, das wäre doch was: Reden wie ein Prophet, Glaube, der Berge versetzt, immer den vollen Durchblick haben. Alles sicher erstrebenswert, doch für Paulus ohne das Entscheidende nutzlos. „All you need ist love“ haben schon die Beatles vor Zeiten gesungen und die meisten Menschen würden dem in gewisser Weise zustimmen, die Sehnsucht nach Liebe steckt tief in jedem von uns. Die Herausforderung: Wohl kaum ein anderer Begriff muss für so viel herhalten und wird so unterschiedlich gefüllt. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen und sein eigenes Verständnis von Liebe zu hinterfragen.

Liebe ist ein Beziehungsbegriff. Gott möchte, dass die Beziehungen gelingen, die wir leben – die zu uns selbst, die zu anderen und auch die zu ihm. Die wichtigste Fähigkeit, die wir dazu brauchen, ist zu lieben (vgl. Mk. 12,29-31). Zu lieben, so wie er es erfunden und in Jesus vorgelebt hat. Der Text macht deutlich: Die agape-Liebe hat weniger etwas mit Gefühlsausbrüchen als mit konkreten Entscheidungen und Verhaltensweisen zu tun. Zu dieser Art zu lieben möchte Gott uns Stück für Stück befähigen, wenn wir ihn verändernd an unser Leben ranlassen. Auf diesem Weg brauchen wir Selbsterkenntnis. Dabei hilft uns dieser Text. Jede einzelne Aussage ab Vers 4 lädt uns ein zur ehrlichen Bestandsaufnahme:

  • Wo fehlt mir die Geduld („langmütig“) im Umgang mit anderen Menschen?
  • Welche Rolle spielen Neid und Eifersucht („eifert nicht“)?
  • Wo versuche ich groß dazustehen („bläht sich nicht auf“)?
  • Wo steht im Vordergrund, was für mich heraus springt („sucht nicht das Ihre“)?
  • Wie gehe ich mit Fehlern anderer um („rechnet das Böse nicht zu“)? 
  • Wieviel Mut habe ich zur Wahrheit, auch dort, wo sie herausfordernd ist („freut sich an der Wahrheit“)?

Diese und ähnliche Fragen können uns helfen zu entdecken, wo wir Veränderung brauchen. Was mit Ehrlichkeit vor mir selber und anderen beginnt, darf sich mit der Bitte um Veränderung und mutigen Entscheidungen fortsetzen. Wo kann ich in den kommenden Tagen mit kleinen Schritten agape-Liebe einüben?

  • Welchen Gedanken möchte ich in der kommenden Woche keinen Raum mehr geben?
  • Wo möchte ich mich noch heute zum Vergeben entscheiden, um nicht zu verbittern und das Böse nicht aufzurechnen?
  • Was möchte ich tun, ohne dass etwas für mich dabei herausspringt?

Wer sich auf diesen Text einlässt, entdeckt, wie dringend wir die Power von Jesus brauchen, damit unsere Beziehungen gelingen.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Baustein: Liebe ist …

In Anlehnung an die bekannten „Liebe ist …“-Zeichnungen sollen die Teilnehmer eigene kleine Zeichnungen entwerfen oder den Satz auf einem A4-Blatt durch eigene Worte vervollständigen. Die Ergebnisse werden ausgestellt und die Teilnehmer dürfen zu den Aussagen der anderen Stellung beziehen.

Baustein: Skaling Zitate

Google einige Zitate zum Thema Liebe und drucke sie jeweils auf ein A4-Blatt. Versehe sie außerdem mit einer Skala von 0-10 und hänge sie im Raum auf. Dann können die Teilnehmer auf der Skala bewerten, wie sehr sie dieser Aussage zustimmen. Spannend wird es, wenn sehr unterschiedliche Bewertungen vorgenommen werden. Dann lohnt sich natürlich die Frage nach den Gründen. Alternativ kann jeder Teilnehmer sich zu dem Zitat stellen, dem er am meisten zustimmt, dass ihn am meisten interessiert oder irritiert. Auch hier kann sich ein interessantes Gespräch über das Verständnis von Liebe ergeben.

3.2 Erarbeitung

Lest gemeinsam den Bibeltext. Folgende Fragen können euch helfen, darüber ins Gespräch zu kommen:

  • Wie redet Paulus von Liebe? Welche Aussagen finden sich in dem wieder, was ihr in der Anfangsphase erarbeitet habt? Was ist anders?
  • Was meint Paulus mit der Formulierung „nichts nütze“ (Vers 3)? Wie sehr könnt ihr dieser Aussage zustimmen, warum?
  • Wie sieht Liebe aus, die „Mutwillen“ treibt?
  • Liebe ist langmütig – wo braucht ihr im Alltag „langen Mut“?
  • Lieben heißt geben und nehmen, oder? Wie verhält sich diese Aussage zu den Worten von Paulus „sie sucht nicht das ihre“?
  • Welche Gedanken löst Vers 7 in euch aus? Was hat Paulus wohl bewogen, so absolut zu formulieren? Kann Liebe grenzenlos sein?

Baustein: Jesus <-> Liebe

Um zu verstehen, dass Jesus wie kein anderer mit seinem Leben und Sterben Ausdruck der agape-Liebe ist, wird in den Versen 4-7 das Wort „Liebe“ durch „Jesus“ ersetzt. Wenn der veränderte Text den Teilnehmern schriftlich zur Verfügung gestellt wird, kann sich eine folgende Gesprächsrunde anschließen:

  • Welche Erlebnisse im Leben von Jesus bestätigen diese Aussagen?
  • Was möchtest du spontan von Jesus lernen?
  • Wie könnte eine Umsetzung in der nächsten Woche konkret aussehen?

Baustein: agape ist …

Um herauszufinden, wie im NT der Begriff Liebe gefüllt wird, lohnt sich ein Blick auf verschiedene biblische Aussagen. Gebt der Gruppe Raum, mit Hilfe einer Konkordanz beschreibende Aussagen der Bibel zur agape zu finden. Die Ergebnisse werden stichwortartig mit Moderationskarten gesammelt und für alle sichtbar gemacht. Was wird über diese Liebe gesagt und was dazu, wie sie in unser Leben kommt? Welche Gedanken fordern am meisten heraus, warum?

3.3 Abschluss

Baustein: Ich nehme eine Frucht

In Galater 5,22-23 wird die agape-Liebe als Frucht bezeichnet, die Gott in unserem Leben wachsen lassen möchte. Eine Lesart des griechischen Textes lässt zu, die Liebe nicht als eine von vielen Früchten zu verstehen sondern als die eine Frucht, die durch die folgenden Wörter näher beschrieben wird. Nehmt für diesen Baustein verschiedene Früchte und beschriftet sie mit einem Aufkleber mit den Worten dieses Verses (Friede, Geduld, Sanftmut,…). Die Frage für die Gruppe: Welche Teilfrucht würdet ihr heute am liebsten sofort ergreifen, warum? Betet gemeinsam füreinander, dass Gott die Liebe in diesem Bereich spürbar wachsen lässt. Überlegt, was ihr selbst tun oder lassen könnt, damit die Liebe so erlebbar wird für andere in eurem Umfeld. Zum Schluss gibt’s natürlich leckeren selbstgemachten Obstsalat.

Wer ist der Heilige Geist eigentlich? Was bewirkt er? Welchen Anteil hat er? Braucht man ihn überhaupt? Und wie können wir dem Heiligen Geist Raum geben im Leben, um ihn zu erleben? Der Heilige Geist schwebt im Nichts zwischen Ahnungslosigkeit und einer verschleierten Wolke irgendwo am Himmel. Es geht dem Heiligen Geist nicht um maximale Verschleierung, sondern um maximale Verständlichkeit. Der Heilige Geist tritt nicht so vielfältig auf, damit niemand mehr weiß, was er eigentlich ist, sondern um für alle so zu sein, damit sie Gott verstehen und erleben können. Eigentlich müsste es also mit dem Heiligen Geist einfacher und klarer werden. Zum anderen möchte ich persönlich kein Museumschrist sein und spurenlos durchs Leben gehen, sondern loslegen und wagen, den Schritt zu gehen, meine von Gott geschenkte Gabe zu gebrauchen, um Spuren zu hinterlassen! Spuren, die auf Gott zeigen! Der Heilige Geist bewirkt ebenso Frucht in meinem Leben. Diese Frucht wächst automatisch, wenn wir mit unserem Leben an Jesus Christus bleiben und dem Heiligen Geist Raum geben. Dann hemmen wir Christen den Geist nicht, sondern werden voll von ihm!

1. Erklärungen zum Text

Kapitel 8 des Sprüche-Buches steht innerhalb der Weisheitsreden (Spr 1,8-9,18). Hier tritt die Weisheit selbst auf, sie spricht und ermahnt. Zu Beginn des Kapitels lädt die Weisheit die Menschen ein, ihr zu folgen und gibt auch gute Gründe dafür an (V.1-21). In unserem Abschnitt wird die Autorität der Weisheit damit begründet, dass sie schon von Anfang an bei Gott war, noch bevor die Erde war. Somit ist sie das allererste Geschöpf. Interessant ist, wie die folgenden Verse dem Schöpfungsbericht in 1. Mose 1 entsprechen. Die Erde (V.23) wurde am ersten Tag erschaffen, die Wasser (V.24) am zweiten Tag und das Land (V.25.26) am dritten Tag.
Die Weisheit ist bei der Erschaffung der Welt, sowie bei der Erschaffung der Menschen, anwesend (V.27-31). Sie wird als Liebling Gottes, als sein Kind bezeichnet. Die Weisheit steht also in enger Beziehung zum Schöpfer. Ebenso hat die Weisheit aber auch eine Nähe zu den Menschen, sie freut sich über sie. Als ein Geschöpf Gottes spiegelt die Weisheit wohl Gottes Liebe zu den Menschen wider. Im letzten Abschnitt (V.32-36) fordert die Weisheit dazu auf, ihr Wort zu hören und ihrem Rat zu folgen. Der Mensch soll eine Entscheidung treffen. Wer sich für die Weisheit entscheidet, erwartet Lebensglück. Die Weisheit führt zum Leben. Doch wer sich gegen die Weisheit entscheidet, entscheidet sich auch gegen das Leben. Zwischen Heil und Unheil kann der Mensch wählen. Der Weg entscheidet sich in seinem gelebten Verhältnis zur Weisheit.

Die Weisheit und Jesus

In der Kirchengeschichte wurde die Weisheit in Sprüche 8 immer wieder auf Jesus angewandt. Johannes 1 erzählt, wer im Anfang bei Gott war, nämlich Jesus selbst. Außerdem wird Jesus im NT mehrmals als die Weisheit bezeichnet (siehe Lk 11,49 und 1. Kor 1,24). Wendet man die letzten beiden Verse aus Sprüche 8 auf Jesus an, so empfängt jeder, der ihn findet, ewiges Leben und erlangt das Wohlgefallen Gottes (vgl. Joh 8,51; 1. Joh 5,12). Aber die, die Jesus verfehlen, zerstören ihr Leben und die, die ihn hassen, lieben den Tod (vgl. Joh 3,36b). Zur Zeit der Sprüche rief die Weisheit Gottes den Menschen und lud ihn dazu ein, an ihren Segnungen teilzuhaben. Heute ist es der Sohn Gottes selbst, der jeden Menschen einlädt, durch ihn wahres Leben zu finden.

2. Bedeutung für heute

Die Menschen strebten schon immer nach Weisheit. Der Mensch braucht Weisheit, um zu wissen, wie er handeln soll. Weisheit gibt Gewissheit, dass man auf dem richtigen Weg ist. Die Weisheit hängt eng zusammen mit der Wahrheit. Denn: Was wahr ist, ist richtig. Was wahr ist, dem folgen wir. In Zeitungen, im Fernsehen, in der Wissenschaft: Überall begegnen uns sogenannte Weisheiten und Wahrheiten. In Horoskopen können wir nachlesen, wie wir uns verhalten sollen. Sie geben uns scheinbar Antworten für unser Liebes- und Arbeitsleben und sagen, was wir für unser Glück tun können. In den Nachrichten sehen wir immer wieder neue Meldungen über Kriege, die im Namen der Wahrheit, im Namen der Religion, geführt werden. Die verschiedenen Religionen beanspruchen die Wahrheit für sich. Wissenschaftler sind auf der Suche nach der Wahrheit über den Ursprung der Welt und des Lebens. Immer wieder werden neue Wahrheiten und Weisheiten entdeckt und der Welt mitgeteilt. Sogar die Werbung arbeitet mit Weisheiten: Kaufe dieses Produkt, dann geht es dir gut. Hast du diesen Artikel, so lebst du glücklich. Werbesprüche sind voll von Scheinweisheiten, die zum Kauf anregen sollen.

Doch was ist nun wirklich war? Auf welche Weisheit können wir uns verlassen? Welcher Rat hilft uns im Leben? Worauf sollten wir lieber nicht hören? Liest man den Bibeltext aus Sprüche 8 wird klar: Die Weisheit war von Anfang an bei Gott. Somit ist Gott der Ursprung der Weisheit. Gott ist die Quelle der Weisheit. Er beansprucht für sich, die Weisheit zu haben. Nur wenn wir auf seine Weisheit vertrauen und ihr nachfolgen, können wir ein gelungenes Leben führen. Gott möchte unsere Quelle der Weisheit sein. Menschliche Weisheit basiert immer auf Meinungen, Überzeugungen, Ratschlägen. Je nachdem, wen man fragt, in welcher Zeitung man liest und womit man sich beschäftigt, erhält man andere Antworten, einen anderen Ratschlag und eine andere Weisheit. Göttliche Weisheit hingegen gründet sich schlussendlich in einer Person: Jesus Christus. ER, als Teil der göttlichen Trinität, wird im Neuen Testament immer wieder als die Weisheit beschrieben. Wer IHM vertraut, findet das Leben. Wer seinem Beispiel folgt und seinen Rat annimmt, der kann ein glückliches Leben führen. Gott selbst und sein Wort möchten uns ein Ratgeber und ein Helfer in unseren Fragen des Lebens sein.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Zu Beginn werden ausgedruckte Zitate zum Thema Weisheit in der Mitte ausgelegt. (Zahlreiche Zitate findet man auf: http://www.aphorismen.de). Jede Person sucht sich einen Spruch aus, der sie anspricht. Nun sprecht ihr in der Runde über eure ausgewählten Zitate. Jeder erklärt, warum er diesen Spruch gewählt hat und was Weisheit für ihn bedeutet.

Tauscht euch über folgende Fragen aus:

  • Wo begegnet euch in eurem Leben Weisheit?
  • Wen fragt ihr, wenn ihr einen Ratschlag und Hilfe benötigt?
  • Gibt es einen besonders weise Menschen in eurem Umfeld? Was macht ihn/sie weise?
  • Fallen euch Situationen ein, in denen ihr besonders weise oder unweise gehandelt habt? Was waren die Auswirkungen der Entscheidungen?

3.2 Erarbeitung des Bibeltextes

Lest den Text gemeinsam laut vor. Danach darf jeder einzelne Wörter, Verse oder Versteile, die ihm wichtig geworden sind, laut in den Raum sprechen. Wichtig ist, dass das Gesagte und der Text dabei nicht kommentiert werden. Nun wird der Text nochmals von einer Person vorgelesen. Lasst den Text für einige Minuten in der Stille auf euch wirken. Danach darf jeder etwas zu den Worten sagen, die ihm wichtig geworden sind. Es sollen auch Fragen und Unklarheiten zum Text zur Sprache kommen, diskutiert und geklärt werden.

Mögliche Fragen zum Text:

  • Wie beschreibt sich die Weisheit im Text selbst und welche Rolle spielt sie bei der Schöpfung?
  • In welchem Verhältnis steht die Weisheit zu Gott, in welchem steht sie zu den Menschen?
  • Warum ist es für den Menschen wichtig auf die Weisheit zu hören? Was sind die Folgen, wenn man die Weisheit nicht beachtet?

3.3 Vertiefung

Teilt euch in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe beschäftigt sich mit menschlichen Weisheiten, die andere Gruppe beschäftigt sich mit göttlicher Weisheit. Fertigt zu eurem Thema jeweils ein Plakat an.

Gruppe 1 – menschliche Weisheiten:

Wo begegnen euch im Alltag und in den Medien Ratschläge und Weisheiten (z.B. Werbung, Wissenschaft, Horoskope)?
Sucht in Prospekten und Zeitungen nach Bildern, Zitaten, Sprüchen, Artikeln, usw. zum Thema Weisheit.

Gruppe 2 – göttliche Weisheit:

Was macht göttliche Weisheit aus?
Kennt ihr Bibelstellen, in denen Gott Ratschläge und Regeln gibt, die uns helfen weise zu handeln?
Sucht nach Bibelstellen, in denen etwas über Weisheit ausgesagt wird. Beachtet auch die Verbindung der Weisheit mit der Person Jesus. Für Nachforschungen sind eine Bibelkonkordanz, ein Bibellexikon oder/und eine Studienbibel hilfreich.
Bringt die Bibelstellen oder Themen zur Weisheit aus der Bibel auf euer Plakat. Ihr könnt auch passende Bilder aus Zeitschriften dazu ausschneiden.

Stellt euch dann die Plakate vor und diskutiert über die Unterschiede zwischen menschlicher und göttlicher Weisheit.

3.4 Konkretion für den Alltag

Folgende Fragen können im Stillen oder in der Runde noch bedacht oder besprochen werden:
1. Was hilft dir dabei, dich nach der göttlichen Weisheit zu richten und ihrem Weg zu folgen, was hindert dich?
2. Welche Schritte möchtest du konkret tun, um weise zu handeln?
 
Alternativ dazu kann ein Zettel mit den beiden Fragen ausgeteilt werden – mit der Aufgabe, sich darüber in der nächsten Woche Gedanken zu machen.

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