Meine Gemeinde in 2020

Eine Zukunftswerkstatt für Teens und Jugendkreise, die eure Gemeinde verändern wird.

1. Vorüberlegungen

a) Wenn wir Teenager und Jugendliche wirklich mitnehmen wollen auf eine Reise in die Zukunft unserer Gemeinde, wie es aussehen könnte und werden soll, müssen wir vor der Zukunftswerkstatt damit beginnen. Träume oder Visionen beginnen mit der Sehnsucht. Sehnsucht entsteht, wenn ich etwas erlebt oder verstanden habe und ich dieses bei mir / bei uns in der Gemeinde vermisse. Das können Besuche und Kontakte zu anderen fitten Gemeinden oder Jugendkreisen sein, Teilnahme an Kongressen oder ein paar Bibelarbeiten im Vorfeld. Wenn wir unsere Teenager- und Jugendkreise beteiligen möchten, geschieht das nicht an einem Nachmittag. Dazu gehören ein vorbereitender Prozess und eine bewusste Haltung.

Damit meine ich neben Bildern, die in Köpfen entstehen sollen, vor allem Folgendes:

Erleben die Teens, dass sie auch sonst beteiligt werden? Wie ist die Mitarbeitenden- und Leitendenstruktur in der Arbeit? Gestalten wir unsere Gruppen eher für die Teens oder mit den Teens? Entscheiden vor allem wir, was gut für die Teens ist? Bindet eure Teens bei möglichst vielen Prozessen mit ein, damit sie erleben, ernst genommen zu werden. Dann bringen sie sich auch verstärkt ein und bleiben länger am Ball. 

Und noch eins: Wir sagen immer schnell, es muss attraktiv für die Freunde und Klassenkameraden sein. Für einige Teens ist das eine Kontramotivation. Die wollen gar nicht, dass ihre Klassenkameraden und manche Freunde kommen. Sie sind froh, in der Gemeinde einen Ort gefunden zu haben, wo sie ihre Rolle anders wahrnehmen können, und manche haben Angst, dass ihnen diese Rolle genommen wird. 

b) Es bedarf bei dieser Zukunftswerkstatt mindestens einer Person, die in der Lage ist, vollkommen frei zu denken. Bedeutet: Jemand, der oder die in der Lage ist, Ideen stehen zu lassen und nicht sofort in Details geht, nicht sofort sagt – geht nicht! Jemand, der oder die diesen wichtigen Aspekt immer wieder einfordert. Die spannendsten Ideen entstehen, wenn wir über den Rahmen hinausdenken, denn „Hinter dem Horizont geht es weiter“. 

c) Zudem bedarf es einer Person, die strukturiert denken kann und bei all den Gedanken den Überblick behält und helfen kann, eine klare Perspektive zu entwickeln. Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn wir schön geträumt haben und dann nichts passiert, weil die benötigten Schritte unklar bleiben.

d) Wenn wir als Teenkreis Gemeinde träumen, sollten wir überlegen, wie wir leitende Mitarbeitende aus der Gemeinde beteiligen. Je eher sich Menschen mitgenommen fühlen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung. Dabei muss man sicherlich gut überlegen, ob diese Personen voll eingebunden werden, eher Zuschauer sind oder evtl. erst bei der Abschlussrunde dazukommen. Das hängt ganz von der Mentalität der zu beteiligenden Personen ab.

e) Ladet die Teens langfristig zu diesem Termin ein, damit möglichst viele dabei sind; gerade die, die nicht so regelmäßig kommen. 

2. Zielgedanke

Entwicklung einer anziehenden Gemeinde 2020 für Freunde, Fremde und für mich. Welcher Wege, Methoden und Handlungen bedarf es dafür?
Die Teens beteiligen und sie zum Motor werden lassen, indem sie ihre Ideen entwickeln und umsetzen dürfen bzw. es mit initiieren.

3. Einführung

Zum Träumen braucht es Raum und Zeit. Das ist in 90 Minuten Teenkreis schlecht zu realisieren. Daher schlage ich immer einen Samstag- oder Sonntagnachmittag vor. Ab 14 Uhr – dann ein schönes Kuchenbuffet in der Mitte und wer möchte, kann mit einem netten Abendessen aufhören. Das hat dann immer auch einen Gemeinschaftswert. Zusätzlich kann ein Ortswechsel ganz sinnvoll sein. Vielleicht mietet man sich in einer Gemeinde ein, von der man bei den Räumen denkt, die sind schon weiter als wir. Alle diese Reize von außen fördern die Gedanken. Getreu dem Motto: Woanders denkt man anders. 

Eine andere Methode wäre, die Räume der Gemeinde den Arbeitsbereichen zuzuordnen und eine kreative Tour durch diese Räume zu gestalten. In jedem Raum einen anderen Reitz und eine andere Form der Art, die Gedanken zu notieren. 

4. Ablauf

Den detaillierten Ablauf findest du ganz übersichtlich im Download Anhang.

5. Abschlussbemerkung

Das Entscheidende an dieser Werkstatt ist, dass die Teens ihre eigenen Ideen entwickeln und dann die Möglichkeit der Umsetzung erhalten. Unsere Aufgabe als Leitende besteht darin, diese Ideen zu pushen und auch vor dem Gemeindevorstand zu vertreten. 

Ihr solltet euch im Team vorher überlegen, ob ihr das Risiko eingehen wollt und bereit seid, Wege zu gehen, die Arbeit machen. Vielleicht seid ihr auch enttäuscht, weil es nicht so revolutionär ist, wie ihr es gern hättet. Dieser Prozess, den die Teens hier mitmachen, wird sie aber bereits verändern und den Grundstein legen für weitere Bewegung.

1. Erklärungen zum Text

1.1 Allgemeines zum Lobgesang

Der Lobgesang der Maria ist auch unter der Bezeichnung „Magnificat“ (das erste Wort in der lateinischen Übersetzung) bekannt. Das Lied steht in einer Reihe von Liedern biblischer Frauen: Mirjam (2. Mose 15,20f), Deborah (Ri 5,2-31) und, durch die große Ähnlichkeit, besonders Hanna (1. Sam 2,1-10). Außerdem gehört es zu den Grundgebeten, die im Stundengebet vieler Kommunitäten täglich gebetet werden: Magnificat, Benedictus (Lobgesang des Zacharias, Lk 1,68-79) und Nunc dimittis (Lobgesang des Simeon, Lk 2,29-32). Weitere Hymnen aus dem Lukasevangelium sind das „Ave Maria“ des Engels Gabriel (Lk 1,28) und das „Gloria in excelsis Deo“ des Engelchores (Lk 2,14).

1.2 Zu den vorliegenden Versen

Das Magnificat ist zunächst ganz in der persönlichen Erfahrung Marias begründet. Sie hat Gottes Eingriff in ihr Leben einzigartig erfahren. Dazu ist es wichtig, die Vorgeschichte des Lobgesangs zu kennen, wie Maria die Geburt Jesu durch den Engel Gabriel angekündigt wird und ihre Begegnung mit ihrer Verwandten Elisabeth. Die „wunderbare“ Geschichte Elisabeths ist ganz eng mit der von Maria verknüpft. Maria richtet ihren Blick auf Gott und lobt ihn für seine Freundlichkeit und für sein Handeln. Sie schätzt ihre eigene Bedeutung sehr richtig ein: Sie ist eine unbedeutende Frau, die nicht durch eigene Verdienste, sondern allein durch Gottes Erwählung für alle Zeit eine herausragende Stellung haben wird (V.48). Aber sie bleibt nicht bei sich und ihrer Erfahrung stehen. Der Blick weitet sich auf Gottes Wirken durch die ganze Geschichte hindurch. Gott steht zu den Menschen, die ihm vertrauen und ihn fürchten (V.50). Dabei hat Gott besonders ein Herz für die Armen, Niedrigen und Hungrigen (V.51-53). Klar ist, dass Gott die Zügel der Weltgeschichte in der Hand hält. Maria erkennt die ungeheure Tragweite dessen, was mit ihr beginnt. Was schon Abraham versprochen wurde, erfüllt sich jetzt. Gott steht zu seinem Wort und zu seinem Volk (V.54-55). Auch wenn Jesus nicht ausdrücklich erwähnt wird, ist er doch das Hauptthema des Lobgesangs. Mit der Geburt des Kindes beginnt Gott die größte „Revolution“ aller Zeiten. Dabei ist es Gott selbst, der letztlich die Verhältnisse umkehrt, Recht und Gerechtigkeit durchsetzt und aufrichtet.

2. Bedeutung für heute

2.1 Maria als Vorbild

Marias Lobgesang ist durch und durch ein Glaubenslied. Wer glaubt, lebt schon ganz in dem, was ihm versprochen wurde. Maria wird durch zweierlei zum Vorbild:

a) Bereitschaft und Demut

Maria singt das Lied nicht nach einer überstandenen Not, sondern am Anfang eines schweren Weges. Sie wurde für einen einzigartigen Dienst ausgewählt. Gott hatte in ihr Leben eingegriffen. Dadurch ist ihr Leben aber nicht leichter und schöner geworden, sondern sehr viel schwerer. Als schwangere Unverheiratete steht sie in einer katastrophalen Situation.

  • Wie reagieren wir, wenn wir erleben, dass die Schwierigkeiten durch ein Leben mit Gott eher zunehmen statt abnehmen?
b) Glaube

Maria richtet ihren Blick konsequent auf Gottes Möglichkeiten, seine Wunder und Verheißungen. Auch wenn sie davon nichts sieht. Im Gegenteil: Die Erfahrung zeigt doch viel eher, dass Mächtige nicht gestürzt und Unterdrückte nicht erhöht werden. Werden nicht die Reichen immer reicher und die Armen ärmer? Wie bekommen wir Gottes tolle Verheißungen und unsere erlebte Wirklichkeit zusammen? Maria singt ein Lied. Was Maria hilft, ist Gottes Wort durch den Engel Gabriel, das starke Zeugnis von Elisabeth (siehe Lk 1,41-45) und das Zeichen ihrer Schwangerschaft.

  • Was lässt uns Loblieder singen?
  • Was hindert uns daran, Gott zu loben?

2.2 Maria als Prophetin

Auch wenn es damit beginnt, es geht in Marias Lobgesang nicht in erster Linie um Marias Erfahrung. Gott erfüllt mit dem, was geschehen wird, seine Versprechen. Das hat grundlegende Bedeutung. Zuerst für das Volk Gottes und schließlich für die ganze Welt, bis zu uns hier und heute.

  • Welche Verheißungen Gottes sind erfüllt?
  • Welche stehen noch aus?

2.3 Maria als Revolutionärin!?

Es gab und gibt Ausleger (von Thomas Müntzer bis zur Befreiungstheologie), die den Lobgesang der Maria als Aufruf oder zumindest als Rechtfertigung für revolutionäre Umstürze sehen. Dabei geht es hier um Gottes Handeln im Rahmen seiner Heilsgeschichte. Trotzdem: Marias Loblied ist gefährlich. Kein machtverliebter Herrscher hört so etwas gern.

  • Wie politisch ist unsere Botschaft?
  • Wie „gefährlich“ sind wir für herrschende (Unrechts-)Verhältnisse?

3. Methodik für die Gruppe

Das Ziel der Einheit soll sein, nicht nur theoretisch über das Magnificat nachzudenken, sondern mit Hilfe des Lobgesangs der Maria die Teilnehmer in das Lob Gottes mit hineinzunehmen. Da Gott auf sehr unterschiedliche Weise gelobt werden kann und Menschen unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten nutzen, werden die Teilnehmer hier auch auf unterschiedliche Weise aktiviert.

3.1. Musik

Zur Einstimmung kann man sich eine der unzähligen musikalischen Magnificat-Versionen anhören. Zum Beispiel den Anfang des Magnificats von J.S. Bach (Siehe Youtube: Magnificat, D-major, BWV 243). Wer es nicht so mit der Klassik hat, der findet unter den Stichworten Magnificat und Gospel auch Moderneres.

3.2. Der Text für sich

Das Magnificat (Lk 1,46-55) lesen und kurze Einführung in den Text geben (siehe Erklärungen zum Text).

3.3. Kreativgruppen

Es werden Kreativgruppen angeboten. Die Teilnehmer suchen sich eine Gruppe aus. Je nach Anzahl der Teilnehmer, räumlichen Möglichkeiten, persönlichen Vorlieben, Lust und Laune können Gruppen auch weggelassen oder weitere dazu erfunden werden.

Theatergruppe

Die Aufgabe dieser Gruppe ist, die Situation der Maria (von Gott beauftragt und gebraucht, unehelich schwanger, Begegnung mit Elisabeth) als kurzes Theaterstück darzustellen. Eine mögliche Variante ist, die Geschichte in die heutige Zeit zu übertragen.

Reportergruppe

Wie würde eine Zeitungsreportage über das Loblied der Maria aussehen? Die „Reporter“ beleuchten die Hintergründe, die zum Magnificat geführt haben. Gerne auch mit Humor.

Bibelarbeitsgruppe

Diese Gruppe beschäftigt sich vertiefend mit dem Magnificat und hält die Ergebnisse schriftlich fest. Dabei können folgende Fragen helfen (siehe auch die Fragen unter 2. Bedeutung für heute):

  • In welcher Situation singt Maria ihren Lobgesang?
  • Wie sieht Maria sich selbst?
  • Worin ist Maria uns Vorbild?
  • Welche Gegensatzpaare werden genannt?
  • Welche politische Brisanz liegt in Marias Lobgesang?
  • Wie findet in Marias „Revolutionslied“ die Revolution statt?
  • Worin besteht die Bedeutung für uns heute?

Variante: Die Gruppe vergleicht das Magnificat mit dem Lobgesang der Hanna (1. Sam 2,1-10).

  • Wo gibt es Parallelen, was unterscheidet sich?
Gestaltungsgruppe

Hier werden die Elemente des Magnificats als Bild dargestellt (Material: großes Plakat, evtl. Tapete und (Wasser)Farben, bzw. weitere Materialien für eine Collage).

Lobpreisgruppe

Diese Gruppe sucht passende Lieder zu den Versen des Magnificats und bereitet eine Lobpreiszeit aus Liedern und dem Text des Magnificats vor (Material: Liederbücher). Eine Variante wäre, ein eigenes Lobpreislied zu schreiben.

Die Gruppen bekommen ca. 30 bis 45 Minuten Zeit, um sich mit ihren Aufgaben zu beschäftigen.

3.4.“Marias Lob“ in unserer Gruppe…

Nach der Arbeit in den Gruppen treffen sich alle, um die erarbeiteten Beiträge nicht nur gegenseitig vorzustellen, sondern bewusst in Marias Lob mit einzustimmen. Folgende Reihenfolge schlage ich vor:

  • Beginn mit der Theatergruppe.
  • Die Reportage wird vorgelesen.
  • Die Bibelarbeitsgruppe stellt ihre Ergebnisse vor.
  • Die Gestaltungsgruppe erklärt ihr Bild.
  • Abschluss mit dem Programm der Lobpreisgruppe.

3.5. Abschluss

Ganz als Abschluss kann das Magnificat gemeinsam gesungen werden.

Siehe „Feiert Jesus 3“ Nr. 31 von Manuel Steinhoff – oder die Taize-Version aus dem Evangelischen Gesangbuch, Nr. 605, die sich auch gut als Kanon singen lässt.

1. Vorbemerkungen

Gott ist Liebe und hat immer das Beste für uns im Sinn. Er will uns keinen unnötigen Druck aufbauen, sondern liebevoll, aber eindrücklich dafür werben, was ihm wichtig ist: uns zu retten und auf ewig bei sich zu haben!

Wichtig ist, authentisch an das Thema heranzugehen. Zu vermitteln, dass es auch langjährigen und älteren Christen immer wieder schwerfällt, sich ganz auf Gott einzulassen und die richtigen Prioritäten im Leben zu setzen. Es soll deutlich werden, dass sich aber das Vertrauen auf Gott und das Ringen um bedingungslose Nachfolge lohnt!

Ggf. kann man auch einen aktuellen Bezug herstellen zum Thema Flüchtlingskrise: Was wäre, wenn ich alles, mein ganzes „altes“ Leben, auf einmal zurücklassen müsste? Was zählt wirklich, gerade mit Blick auf die Ewigkeit?

2. Zielgedanke

„Die Letzten werden die Ersten sein.“ Die Jugendlichen sollen an diesem Abend darüber nachdenken, warum sich ihr Glaube „lohnt“. Sie sollen (neu) motiviert werden zu glauben, was Gott ihnen zusagt: dass ER mehr als genug ist, das Leben in Fülle bringt und dass es sich vielfach auszahlt, auf ihn zu vertrauen.

3. Einführung inkl. Exegese

In Markus 10 ist Jesus mit seinen Jüngern auf dem Weg nach Judäa und kurz davor, in Jerusalem einzuziehen. Er spricht wiederholt von seinem bevorstehenden Tod und man spürt förmlich, wie wichtig es ihm ist, seinen Nachfolgern deutlich zu machen, was seine Botschaft, sein Anliegen ist. Kurz vor unserer Bibelstelle segnet Jesus die Kinder, die die Jünger zunächst nerven und wegschicken wollen. Er erinnert daran, dass man sich Gottes Gnade schenken lassen muss wie ein Kind. Also voller Vertrauen und ohne Hintergedanken. Genau das fällt dem reichen Mann schwer, der Jesus fragt, was er denn tun muss, um das ewige Leben zu erlangen (V.17-27). Dieser hängt zu sehr an seinem Besitz im Hier und Jetzt und der himmlische Lohn, den Jesus ihm verspricht, ist für ihn wohl nicht greifbar, nicht genug lohnenswert. Daher ist er nicht bereit, all seine irdischen Reichtümer aufzugeben. Was Jesus, aber auch ihn selbst zutiefst traurig macht.

Bestimmt kennen einige von uns ähnliche Situationen: Wir wissen, was Gott von uns möchte und schaffen es doch nicht, danach zu handeln? Weil wir die Perspektive des ewigen Lebens aus dem Blick verlieren oder mit unserem Herzen zu sehr an Dingen und Verhaltensweisen im Hier und Heute hängen oder weil wir zu einfach zu träge sind?

Die Jünger, verunsichert durch die Begegnung mit dem reichen Jüngling – der wohl eher ein wohlhabender, einflussreicher Mann war als ein „Jungspund“ – wollen von Jesus nun wissen, ob ihr eigener Einsatz genügt (V.28). Und was sie davon haben, dass sie so viel für ihren Herrn zurückgelassen haben. Das ist eine durchaus verständliche, menschliche Frage. Und hier kommen wir zum Punkt unserer Geschichte (V.29-31): Wer für seinen Glauben Opfer bringt, wird dafür „hundertfach“ (um ein Vielfaches) entlohnt werden! Und das gleich auf mehreren Ebenen: Ganz menschlich, schon hier auf Erden – denn Nachfolger Jesu sind Teil einer großen, wertvollen Glaubensfamilie. Und in der Zukunft, in der Ewigkeit bei Gott – dort bereitet Jesus schon jetzt eine Wohnung für uns vor (Joh 14,2) und wir werden im wahrsten Sinne des Wortes paradiesische Umstände vorfinden (Offb 21,1-5). Jesus geht sogar so weit, zu sagen, dass die nach menschlichen Maßstäben Letzten im Himmel die Ersten sein werden!

4. Einstieg

Zum Ankommen sollte im Hintergrund Musik laufen, die Beleuchtung angenehm sein (Kerzen usw. verwenden) und die Teens sollten am Eingang persönlich begrüßt werden. Ein gemeinsames Lied sowie ein kurzes Gebet markieren den offiziellen Beginn des Treffens.

Zum Auflockern wird ein Wettspiel veranstaltet (wenn möglich draußen). Denkbar sind ein Hindernisparcours, Sackhüpfen, „Eierlaufen“ (zum Beispiel mit (Plastik-)Edelsteinen) o. Ä.

Prämiert werden am Schluss die drei Mitspieler, die als LETZTE ins Ziel kommen (Mk 10,31).

5. Hauptteil

Für den thematischen Einstieg werden nun Plakate in der Raummitte ausgelegt. Jeder bekommt einen Stift (gut lesbar sind Filzstifte). Auf jedem Plakat steht eine Aussage bzw. Frage.

Mögliche Aussagen:

  • Ich könnte locker verzichten auf …
  • Ich könnte auf keinen Fall leben ohne …
  • Schätze im Himmel sind meiner Meinung nach …
  • Gemeinde ist für mich …
  • Für Jesus habe ich … aufgegeben/zurückgelassen …
  • Mein Glaube lohnt sich, weil …

Diese Liste kann gern mit eigenen Ideen ergänzt werden.

Die Jugendlichen nehmen sich Zeit, um möglichst auf jedes Plakat eine Bemerkung (oder mehrere) zu schreiben. Im Anschluss liest jeweils eine Person ein Plakat laut vor. Sprecht bei Bedarf kurz über die Antworten und geht dann zum Bibeltext über.

Lest gemeinsam Markus 10,17-31 – am besten aus der BasisBibel oder aus Hoffnung für Alle.

Bildet dann Teams mit jeweils drei bis vier Personen und setzt euch anhand der Fünf-Finger-Methode mit dem Text intensiv auseinander.

Fünf-Finger-Methode:

  • Daumen: Was gefällt dir an diesem Text?
  • Zeigefinger: Worauf macht dich der Text aufmerksam?
  • Mittelfinger: Was stinkt dir an dem Text?
  • Ringfinger: Wo steckt in dem Text eine Zusage / ein Versprechen Gottes?
  • Kleiner Finger: Was kommt dir in diesem Text zu kurz?

Zunächst denkt jede/r für sich über den Text nach. Dazu wird jeder Person ein Blatt ausgeteilt, auf das sie den Umriss der eigenen Hand malt. An die Fingerspitzen können die Personen ihre Antworten schreiben.

Tauscht euch anschließend in den Kleingruppen über den Text sowie über die Antworten aus. Sammelt im Anschluss eure Antworten in der großen Gruppe. Versucht gemeinsam einen Abschlussgedanken zu formulieren. Ihr könnt dazu auch Matthäus 6,19-20 vorlesen.

6. Abschluss

Als „Give-away“ eignen sich Schmuck- bzw. Edelsteine (Nachbildung aus Plastik, bekommt man im Bastelgeschäft) oder günstige Glasperlen als Erinnerung an die Schätze, die wir als Nachfolger Jesu im Himmel und schon auf Erden sammeln. Ein Korb oder eine Kiste/Schatztruhe wird herumgereicht und jeder nimmt sich einen Edelstein heraus.

Stellt den Teens eine Herausforderung für die kommende Woche: Sie sollen jeden Abend – am besten mit dem Stein als Erinnerungshilfe – kurz über ein Gespräch, eine Begegnung oder eine Tat nachdenken, die an diesem Tag für sie „Ewigkeitswert“ hatte. Hilfreich kann es sein, dieses aufzuschreiben und beim nächsten Treffen darüber zu sprechen.

Der Abend endet mit Gebet und der Einladung, noch zu bleiben und über das Thema (oder auch allgemein) im Gespräch zu bleiben. Ggf. könnt ihr auch anbieten, für einzelne Teens zu beten oder für seelsorgerliche Gespräche bereitzustehen. Musik im Hintergrund sowie Snacks und Getränke lockern die Atmosphäre auf.

Vorbemerkungen

Jesus ist für dich gestorben und auferstanden! Das glauben wir und davon werden wir an Ostern wieder ganz viel hören. Irgendwie stelle ich bei mir immer wieder fest, dass ich im Laufe der Zeit etwas abgestumpft bin. Ja, ich glaube, dass Jesus für mich als Sohn Gottes und doch ganzer Mensch auf diese Erde gekommen ist. Mitten in die Realität auch meines Alltages. Das ist in meinem Kopf. Besonders, wenn ich es oft höre oder selber weitersage. Aber manchmal tut es gut, wenn es mal wieder etwas tiefer geht. Wenn aus dem theoretischen Wissen eine handfeste Erfahrung wird. Wenn Glaube nicht beim Hören und Lesen stehen bleibt, sondern dieser in die Welt gekommene Jesus ein Teil meines praktischen Lebens wird. Mir persönlich helfen dabei oft Aktionen, die das, was ich im Kopf habe, unterstreichen und bewusster werden lassen. Vielleicht motivieren dich die folgenden Stationen.

Ablauf

Station 1: Markus 15,20b-27

Text vom Erzähler

„Auf dem Weg zum Kreuz. Ein Ort, an dem alles zu Ende scheint. Ein Ort, an dem Jesus geht. Er stirbt. Ein Ort, zu dem man sich nicht gern auf den Weg macht. Auf diesen Weg haben wir uns heute gemacht.

Drei unterschiedliche Personen oder Personengruppen begegnen diesem Kreuz. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise kommen sie mit ihm in Berührung.

Tipp: Die verschiedenen Personen können verkleidete Mitarbeiter sein und am Weg stehen.

Der erste ist Simon von Kyrene. Zuerst war er nur Zeuge vom Kreuzweg Jesu. Doch dann zwangen ihn die Soldaten plötzlich, er solle Jesus helfen und sein Kreuz ein Stück tragen, denn Jesus war zu schwach.

Simon kommt diesem Kreuz gezwungenermaßen so nah, wie kein anderer, außer Jesus. Simon spürt die Last dieses Holzes. Es liegt schwer auf seinen Schultern. Einzelne Holzsplitter bohren sich in sein Genick. Simon wird durch seine Tat zum Kreuzesnachfolger. Er nimmt die Last Jesu auch auf seine Schultern.

Er spürt die Schwere dieses Kreuzes. Das Kreuz ist also Lastenträger. Jesus wird zum Lastenträger am Kreuz. Er trägt nicht nur diesen Querbalken. Jesus trägt mit seinem Leben die Last dieser Welt. Er trägt meine, deine Schuld.

Praktische Aktion für die Teilnehmer

Klagemauer mit Zetteln und Stiften.

Hier kannst du aufschreiben, welches Kreuz du momentan mit dir herumschleppst. Welche Schuld zwingt dich in die Knie? Was macht dir zu schaffen? Welche Situation belastet deine Gedanken oder welchen Menschen legst du vielleicht selbst ein Kreuz auf die Schulter?

Zeit zum Notieren und in die Mauer zu stecken.

Station 2: Markus 15, 29-32

Text vom Erzähler

Eine andere Personengruppe sind die Soldaten. Sie stellen das Kreuz auf. Sie schlagen die Nägel durch Hände und Füße. Sie wollen Jesus lieber tot als lebendig sehen. Warum? Weil es sich so gehört. Sie sind im Recht. Sie führen die Befehle aus.

Sie verspotten ihn und hängen das Schild „König der Juden“ über seinen Kopf. Viele Juden unter dem Kreuz haben vom Messias etwas anderes erwartet. Er sollte die Römer vertreiben und sie wieder groß machen. Das kann nicht der Messias sein!

Praktische Aktion für die Teilnehmer

Wie oft verstehe ich Jesus nicht und glaube, dass ich im Recht bin? Wie oft verleugne ich ihn? Lasse ich ihm dadurch keine Chance, ein Teil meines Lebens zu sein. Er ist dann eher tot als lebendig für mich.

Dicke Nägel können von den Teilnehmern in einen dicken Balken geschlagen werden.

Station 3: Markus 15,33-39

Text vom Erzähler

Der Dritte, der unter dem Kreuz steht, war der Befehlshaber dieser Kreuzigung. Er hatte Aufsicht. Er ist nah dabei, als Jesus noch einmal aufschreit und stirbt. Ein Augenblick, in dem es auf der Welt dunkel wird. Mit dem Tod Jesu zerreißt der Vorhang im Tempel. Der Zugang ist frei, alle können unmittelbar vor Gott treten. Am Kreuz, an diesem Ort des angeblichen Scheiterns Jesu, enthüllt sich Gott seinen Menschen. Er zeigt, wer er ist. Er macht sich sichtbar, für alle. Auch für die Heiden. Denn das war dieser Hauptmann unter dem Kreuz. Ein Gottesferner, dessen Unglaube durch Jesu Tod überwunden wird.

„Wahrlich – dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen.“ Es klingt wie ein Widerspruch in sich selbst. Dieser Mensch war Gottes Sohn. Ein Mensch wie du und ich. Und doch göttlich. Und doch der Höchste. Der Höchste am Kreuz? Das haben die wenigsten erkannt. Denn ein Gott hängt nicht an einem Kreuz. Ein Gott lässt sich nicht von anderen verspotten. Ein Gott kann sich selber helfen. Dieser Gott ist anders. Er handelt nicht nach der menschlichen Logik. Er handelt nach seiner. Und er dreht den Spieß um. Die Menschen kommen nicht zu ihm. Darum, kommt er zu den Menschen. Im Philipperbrief, Kapitel 2, wird das noch einmal deutlich.

Obwohl er in göttlicher Gestalt war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, Gott gleich zu sein.

Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: ER nahm menschliche Gestalt an und wurde wie jeder andere Mensch geboren.

Er erniedrigte sich selbst und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. Vor Jesus werden einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme soll zur Ehre Gottes des Vaters bekennen: Jesus Christus ist der Herr.

Das Kreuz, also auch der Ort, an dem der Zugang zu Gott frei wird. Gott ist kein Gott für Auserwählte. Jeder kann zu diesem Gott kommen. Weil er Mensch wurde, weil er sich erniedrigt hat. Weil er sich hingegeben hat.

Das Kreuz, der Ort, an dem meine Last getragen wird – Jesu Tod ist nicht umsonst.

Das Kreuz, der Ort, an dem Verspottung und Hohn der Menschen deutlich wird.

Das Kreuz, der Ort, an dem Jesus den Zugang zu Gott durch sich selbst frei macht.

Praktische Aktion für die Teilnehmer

Das eigentliche Wunder für mich ist die Tatsache, dass der für uns schwächste Moment Gottes der Größte ist. Jesus ist für dich, für deine Schuld gestorben. Der Hauptmann hat es erkannt. Du darfst es erkennen und benennen. Was hilft dabei? Für mich ist es die Dankbarkeit Gott gegenüber, dass er mir diese Chance gibt, zu ihm zu kommen. Schuld loszuwerden. Mein Kreuz bei ihm abzuladen. Dankbarkeit für die vielen kleinen und großen Momente im Leben, in denen ich seine Gegenwart erlebe.

Dankesrunde in kleinen Gruppen. Dankgebet und ein Dankeslied in der großen Gruppe.

Abschluss mit verschiedenen Liedern zum Thema:

Aus: Feiert Jesus! 3

  • Nr. 11Was für ein Mensch

Aus: Feiert Jesus! 2

  • Nr. 146 I see the cross
  • Nr. 156 Ich darf ehrlich sein vor dir
  • Nr. 176 Tief in mir
  • Nr. 229 Jesus Christ, I think upon your sacrifice
  • Nr. 91 Ich verdanke dir so viel mein Gott

Aus: Feiert Jesus! 1

  • Nr. 111 You laid aside your majesty
  • Nr. 36 We want to see Jesus lifte high

1. Erklärungen zum Text

Der Bibeltext beschreibt Gottes Volk in Bedrängnis und zeigt uns einen guten Umgang mit Angst. Nachdem Joschafat (“Der HERR schafft Recht”) Gott zum “Grundstein der Rechtssprechung” gemacht und in Juda für Frieden gesorgt hatte, kommt nun die Bedrohung  von außen: Völker vom Osten des Toten Meeres greifen das Land an. Sie waren kurz vor der Ankunft Israels im Gelobten Land selbst dorthin gekommen und nur durch die Anordnung Gottes verschont worden (5. Mo 2, 4-9; 18f.). Später mussten sie dann König David Tribut zahlen. Und nun, noch einmal 100 Jahre später, marschieren sie gemeinsam gegen den Ururenkel Salomos.  

Verse 3-12: König Joschafat und sein Volk fürchten sich. Doch statt allein auf ihre Stärke zu vertrauen, wird Joschafat seinem Namen gerecht und wendet sich an Gott. Er mobilisiert sein Volk zum Fasten und Beten. Er preist die Allmacht des HERRN und erinnert ihn (und auch sich selbst) an sein freundliches Handeln gegenüber Israel und an seine Zusagen (vgl.  Tempelweihgebet Salomos 2. Chr 6, 12ff.). Der HERR wohnt mit seinem Namen, also mit dem, was ihn ausmacht, in seinem Haus. Er allein kann Rettung bringen.

Verse 13-19: Wie so oft nutzt Gott einen Menschen, in diesem Fall den einfachen Mitarbeiter Jahasiël (“Gott sieht”), um zum Volk zu sprechen. Da der Geist Gottes auf ihm ruht, erkennt das Volk, dass er seinen Zusagen treu bleiben und für die Geängstigten eintreten wird. Dennoch sollen die Judäer den Feinden entgegengehen, damit sie Gottes Handeln selbst sehen. Staunend loben sie Gott.

Verse 20-24: Vertrauensvoll loben die Musiker an der Heeresspitze den HERRN. Und tatsächlich lässt Gott die selbstsicheren Feinde sich gegenseitig umbringen (vgl. den Sieg Gideons in Ri 7,22). Manche Ausleger vermuten, dass hier Engel, als Menschen getarnt, einen Hinterhalt legten, andere denken eher an eine Gruppe patriotischer Edomiter und wieder andere nehmen wachsendes Misstrauen zwischen den Gegnern Judas an, das schließlich zum Konflikt zwischen den unterschiedlichen Völkern führte. 

Verse 25-26: Merkwürdigerweise führen die feindlichen Heerscharen feine Kleider und andere Reichtümer mit sich. Statt der befürchteten Vernichtung bekommen die Judäer Geschenke. Nach dem Fast- und Bettag folgt nun ein Tag des Feierns und Dankens.

2. Bedeutung für den heutigen Hörer:

Auch wenn gegen uns heute keine Heerscharen aufziehen, fühlt es sich doch manchmal so an: Bedrückendes baut sich um uns herum auf. Jemand, der uns das Leben schwer macht. Oder Dinge, die uns auf der Seele lasten: Das Projekt, das noch fertig werden muss. Eine Entscheidung, die lange aufgeschoben wurde. Die Realität, die wir nicht wahrhaben wollen. Dazu kommen Erwartungen von der Familie, den Kollegen und besonders von uns selbst. Die Ungewissheit nagt: Wie wird das enden? Komme ich da raus? Angst und Beklemmung können viele Gesichter haben und auch unbewusst gären. Doch Angst hat immer Macht über uns. Wie gehen wir also mit den Dingen um, die uns bedrücken? Unser Text beschreibt 4 Schritte:

  • Auf Gott sehen – Gott loben (Verse 3-12): Der Blick auf die Angst lähmt uns wie eine Schlange, die ein Kaninchen hypnotisiert. Es wird immer schwerer, den nötigen Schritt zu tun, bis es uns fast unmöglich erscheint. Der Blick auf unsere Fähigkeiten oder auf andere kann trügen. Leider sind viele falsche Sicherheiten oder falsche Freunde erst in brenzligen Situationen als solche zu erkennen (vgl. das gescheiterte Bündnis der Heere im Text).
    Joaschafat kann uns zum Vorbild werden, wie wir den Blick weg von der Angst, weg von unseren vermeintlichen Stärken und hin zu Gott richten können. Gott besitzt alle Macht. Er kann auch in unserer Situation wirken. Ja, im Vergleich zu ihm ist „in uns keine Kraft“ (V 12). Das ist keine pessimistische Sichtweise, sondern eine nüchterne. Die Umkehr hin zum HERRN macht uns frei. Ein guter Ort dafür ist das gemeinsame Beten und Loben.
  • Auf Gottes Verheißungen hören – Gott loben (Verse 13-19): Gott will zu uns sprechen, überall: durch einen Sonnenaufgang oder die Geburt eines Kindes, durch einen Freund oder die Eltern, durch seinen Geist, der in uns Gedanken heranreifen lässt, aber am klarsten durch die Bibel. Was hält uns davon ab, auf die guten Gedanken Gottes zu hören? Hektik? Übermüdung? Misstrauen? Wenn wir auf Gottes liebevolle Zusagen hören, bewirken sie in uns Dank und Lob. 
  • Gott loben – sich dem Bedrückenden entgegenstellen (Verse 20-24): Der Blick auf das Bedrückende wird nüchterner und Gottes Zusagen im Ohr werden stärker, wenn wir uns Gottes Gegenwart bewusst sind: ein Gebet vor der Prüfung, ein erinnerndes Kreuz in der Hosentasche, das Wissen, dass andere für mich beten. Auch wenn das Problem oder die Angst nicht verschwindet, hilft mir das Bewusstsein von Gottes Nähe, mich der beängstigenden Situation zu stellen.
  • Seine Gaben annehmen – Gott loben (Verse 25-26): Es gibt in unserem Leben Dinge, die gelingen, weil Gott sie uns schenkt: z.B. ein Versuch, der einfach so glückt oder ein Konflikt, der geklärt werden kann. Doch statt gleich auf die nächste Hürde zu blicken, ermutigt uns der Text: Feiere Erfolge, nimm Geschenke und Komplimente an. Und lobe Gott mitten in der Freude für seine Gaben. So wirst du immer mehr Grund zum Danken finden können. Selbst in Unsicherheit und Schmerz.

3. Methodik für die Gruppe:

Nach einer gemeinsamen Einführung und einem Impuls kann jeder für sich an gestalteten Stationen mit dem Thema in Berührung kommen. Die Stationen sind an eine “Thomasmesse” angelehnt und auch für kleinere Gruppen und Räume möglich. Dekoriert dafür den Raum richtig schön und baut die Stationen wie beschrieben auf. Falls das bei euch nicht geht, beantwortet die Fragen der Stationen in Kleingruppen. 

Einleitung: Erklärung des besonderen Ablaufs und Hinführung zum Thema Angst. Dazu werden verschiedene Ängste / Phobien auf Plakate geschrieben, z.B.:

  • Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen)
  • Demophobie (Angst vor Menschenmassen)
  • Alliumphobie (Angst vor Knoblauch)

Manche dieser Ängste klingen kurios, sind aber eine ganz reale Bedrückung für die Betroffenen. Was ist es, was dich bedrückt? (kurze Zeit der Stille lassen und dann evtl. persönliches Beispiel erzählen)

Lied singen (siehe Station 5)

Impuls: Die Geschichte wird in der Gruppe gelesen oder von einer/einem Mitarbeitenden erzählt. Diese/r beschreibt anschließend die 4 Schritte aus der Angst und erklärt, dass es zu jedem Schritt eine Station mit Bibeltext und Anregungen gibt. Zusätzlich gibt es eine Lobpreis- und eine Austauschstation. Jeder kann in seinem Tempo von einer Station zur nächsten gehen, lesen, singen und beten.

Die einzelnen Stationen:

1. Kreuzstation: Bibeltext von Abschnitt 1 (V. 3-12) bereit legen, außerdem noch ein paar Zettel für folgende Aufgaben bzw. Fragen:

  • Was sind deine Ängste? Schreibe einen Brief an Gott!
  • Hast du Anliegen, für die andere beten sollen? Klebe sie an das Kreuz (Kreuz aufstellen und Klebeband bereit halten) 

2. Verheißungsstation: Bibeltext von Abschnitt 2 (V. 13-19) bereit legen, außerdem Zettel zum Mitnehmen mit verheißungsvollen Bibelversen (siehe Zusatzmaterial im echt-pool). Gut wäre hier auch eine Person, die persönliche Segnung anbietet. 

  • Lese den Text für dich und lass ihn auf dich wirken.
  • Wenn du möchtest kannst du dich segnen lassen oder dir eine Zusage Gottes aus der Bibel als Erinnerung im Alltag mitnehmen.

3. Station der konkreten Schritte: Bibeltext von Abschnitt 3 (V. 20-24) bereit legen, außerdem Zettel mit der Frage: Was möchtest du in den nächsten Tagen angehen? (siehe Zusatzmaterial im echt-pool).

4. Dankstation: Bibeltext von Abschnitt 4 (V. 25-26) bereit legen, sowie Zettel mit folgender Frage: Worüber kannst du dich freuen, wofür bis du dankbar? Zünde eine (Wunder)kerze an (Eimer mit Sand zum Reinstecken der Wunderkerze bereit stellen).

5. Lobstation: Musiker und Bücher laden zum Zuhören und Mitsingen ein. Liedvorschläge aus FJ4: 99, 89, 86, 46, 51, 141, 161 oder aus FJ3: 73, 17, 78, 77, 82, 108, 33,  67.  

6. Austauschstation: Abseits steht ein Tisch mit Keksen und Getränken, hier kann man sich austauschen.

Abschluss: Nach etwa 40 min könnt ihr offiziell schließen, solltet aber die Möglichkeit zum Weitermachen geben. An den Ausgang legt ihr ein Notizbuch für Kommentare und Anregungen.

Zielgedanke

Gott liebt nicht nur die „guten“ und „artigen“ Kinder und Menschen. Diese Liebe macht dankbar.

Vorüberlegungen für Mitarbeitende

Der Pharisäer Simon, ein gläubiger Mensch, lädt Jesus zu sich in sein Haus ein. Der Empfang des besonderen Gastes ist in Ordnung, aber nicht wirklich herzlich. Normalerweise wird Wasser gereicht, um Hände und Füße waschen zu können. Ebenso wurden zur Ehrung oft auch Salben und Öle in die Haare gerieben. Aber Simon überspringt dieses Ritual bei Jesus. Warum die Frau als Sünderin bezeichnet wird, wissen wir nicht. Man vermutet, dass sie eine Stadt bekannte Ehebrecherin oder eine Prostituierte war.

Jesus durchschaut die Gedanken des Pharisäers und erzählt deswegen eine kurze Geschichte. Er stellt das Verhalten Simons dem der Frau gegenüber. Nicht die Verfehlungen, sondern die Dankbarkeit für die Vergebung und Liebe zählen.

Erlebniswelt der Kinder

Die Kinder können die Situation der Frau und ihre belastende Schuld nicht ermessen. Je nach Alter sollte man auch auf den Begriff „Sünderin“ eingehen und die Kinder überlegen lassen, warum die Frau als solche bezeichnet wird.

Kinder kennen aber Situationen, wo man Schuld auf sich geladen hat und froh ist, wenn einem vergeben wird.

Ebenso erleben manche Kinder, dass sie Außenseiter sind. Die Frau war auch eine Außenseiterin, aber Jesus hat sich nichts daraus gemacht und sie so angenommen wie sie ist.

Oft gibt es den Gedanken, dass Gott nur „artige“ Kinder liebt. In der Geschichte wird aber deutlich, dass Gott alle Menschen liebt.

Einstieg

Als Einstieg liegen verschiedene Zettel mit Schlagwörtern auf dem Boden. Wer kann welches Wort erklären? Bei jüngeren Kindern könnten auf weiteren Zetteln auch kurze Worterklärungen als Hilfe stehen (z. B. wie in den Klammern).

Liebe (Ich mag jemanden ganz arg und würde alles für ihn tun.)

Sünde (Ich habe etwas „Böses“ getan, das andere Menschen und Gott verletzt hat.)

Reue (Wenn ich etwas „Böses“ getan habe, tut es mir leid und ich entschuldige mich.)

Selbstgerechtigkeit (Ich denke, ich mache immer alles richtig und nur die anderen machen Fehler.)

Vergebung (Wenn ich etwas „Böses“ getan habe und mich entschuldige, kann der andere sagen, dass er meine Entschuldigung annimmt und es zwischen uns wieder gut ist.)

Erzählung

Ein Gast bei dem Festmahl erzählt:

Stolz war ich, als mein Nachbar Simon der Pharisäer mich eingeladen hat. Es sollte ein Festmahl werden, zu dem auch Jesus kommen sollte. Mit Jesus an einem Tisch zu sitzen, würde sicher spannend werden. Aber ehrlich gesagt war ich auch etwas verwundert. Denn eigentlich standen die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus eher kritisch gegenüber. Sie verurteilten sein Verhalten gegenüber Leuten, die sich nicht an Gottes Gebote hielten. „Wenn Jesus ein frommer Mann ist, kann er doch nicht mit solch bösen Menschen verkehren“, meinten sie. Tja, irgendwie fand ich es wie gesagt komisch, dass Simon ihn eingeladen hatte. Vielleicht wollte er ihn ja auch testen.

Ich war einer der ersten beim Festmahl, weil ich auf keinen Fall etwas verpassen wollte. Normalerweise wird bei einem Festmahl Wasser gereicht, um Hände und Füße zu waschen. Oder der Gast wird mit dem Friedenskuss auf die Wange und „Schalom – Friede sei mit dir“ begrüßt. Oder manchmal gibt es auch noch wohlriechendes Öl, das in die Haare gerieben wird. Aber als Jesus kam, folgte Simon keinem dieser Rituale. Da merkte ich schon, dass er Jesus nicht besonders herzlich begrüßt hat. Was das wohl zu bedeuten hatte?

Wir saßen erst eine kurze Zeit beim Mahl und es wurde über dies und das geredet, als plötzlich diese Frau in der Tür stand. Schlagartig wurde es still und alle Augen waren auf sie gerichtet. Ich sage bewusst „diese Frau“. Ich kenne ihren Namen nicht, aber dennoch kennt sie jeder in der Stadt. Sie soll schlimme Dinge getan haben. Man munkelt so einiges. Was nun davon wahr ist, weiß ich auch nicht. Aber alle wissen, dass sie eine Sünderin ist. Dass sie Gottes Gebote nicht gehalten hat. Und niemand will etwas mit ihr zu tun haben.

Ich halte meinen Atem an, denn nun wird gleich etwas Krasses passieren. Das liegt schon in der Luft. Die Frau geht auf Jesus zu und kniet sich vor ihm nieder. Sie hat ein Glas mit Salböl dabei. Sie fängt an zu weinen und ihre Tränen treffen Jesu Füße. Dann fängt sie an, mit ihren Haaren – ja so etwas hab‘ ich noch nie bei jemanden gesehen – also sie fängt an, mit ihren Haaren die Füße von Jesus abzutrocknen. Dann küsst sie sie ab und reibt sie mit dem Salböl ein. Wahnsinn, das teure Öl für die Füße vergeudet anstatt für den Kopf. Einfach unglaublich! Ich schaue zu Simon und man sieht es richtig in seinem Kopf arbeiten. Er findet das Verhalten von Jesus und von dieser Frau unmöglich. Warum schickt Jesus sie nicht weg und lässt sich von ihr auch noch anfassen? Das geht gar nicht! Nur mühsam kann sich Simon beherrschen.

Auch Jesus scheint Simons Gedanken lesen zu können. Er fängt an, eine kleine Geschichte zu erzählen:

„Zwei Menschen haben sich bei Jemandem Geld ausgeliehen. Der eine sehr viel, der andere nur wenig. Beiden erlässt dieser Mann die Schulden, weil sie sie nicht zurückzahlen können. Wer freut sich am meisten und liebt ihn auch am meisten?“ Simon antwortet: „Der, dem die größte Schuld erlassen wurde.“ Jesus nickt und sagt: „Siehst du, Simon, genauso ist es mit der Frau. Sie hat viel getan, was nicht gut war. Aber sie hat auch viel Reue und Liebe gezeigt. Deswegen will ich ihr ihre Sünden vergeben.“

Um ihn herum fangen alle an zu tuscheln. „Wie kann er ihr ihre Sünden vergeben?“, fragen sich die Leute. Jesus lässt sich dadurch aber nicht stören. Er verabschiedet die Frau und greift dann wieder zu seinem Brot, um weiterzuessen.

Andachtsimpuls

Zu Anfang vergleichen wir mit den Kindern das Verhalten von dem Pharisäer Simon und der Frau. Dazu kann man im Vorfeld Zettel schreiben und diese dann der jeweiligen Person zuordnen lassen. Bei älteren Kindern kann man gemeinsam die Unterschiede sammeln.

Pharisäer Simon

Frau

gibt Jesus kein Wasser zum Füße waschen

wäscht Jesus mit ihren Tränen die Füße

gibt Jesus keinen Begrüßungskuss

küsst Jesus die Füße

ölt nicht das Haar ein

ölt die Füße ein

ist sich keiner Schuld bewusst

weiß um ihre Schuld und bereut sie

braucht Jesus nicht

braucht Jesus und erhält Vergebung

respektiert Jesus

liebt Jesus

Eigentlich denkt Simon nur das Beste von sich. Er hält sich an Gottes Gebote und verachtet diejenigen, die sich nicht daran halten. Er kann nicht verstehen, dass Gott solche Menschen lieben kann bzw. dass diese Menschen Gott lieben dürfen. Wenn wir aber vergleichen, wie sich dieser angeblich „gute“ Mensch gegenüber Jesus verhält, wird schnell klar, dass er nicht im Recht ist. Er tut so, als ob er schon alles richtig macht und Gottes Liebe gar nicht nötig hat.

Die Frau dagegen ist zwar schuldig gewesen, aber kann sich diese Schuld eingestehen und sie bereuen. Jesus vergibt ihr. Sie ist darüber erleichtert und zeigt Jesus ihre tiefe Dankbarkeit und Liebe. Als sie von den anderen weiter verurteilt wird, stellt Jesus sich voll hinter sie und schenkt ihr so einen Neuanfang.

Gebet

Lieber Gott, wir wollen oft alles richtig machen und gute Menschen sein. Aber das klappt aber nicht immer. Manchmal schauen wir auf die herab, die viele Fehler machen und Außenseiter sind. Aber ihnen schenkst du deine Liebe. Gerade weil sie manchmal Mist bauen und sie es sich eingestehen. Du liebst uns alle so wie wir sind und dafür danken wir dir. Amen

Ideen zur Vertiefung

Weitere Gesprächsimpulse:

– Woran merkt ihr, dass eure Eltern euch lieb haben?

– Wie kann ich meinen Eltern oder anderen Menschen zeigen, dass ich sie lieb habe?

– Wie kann ich Gott/Jesus meine Liebe zeigen?

Basteln

Geschenkschachteln (z. B. Spandosen aus dem Bastelbedarf bekleben/bemalen) oder kleine selbstgemachte Geschenke basteln für Menschen, die man gern hat.

Lieder

Bist du groß oder bist du klein, Einfach Spitze Nr. 29

Everybody needs God’s love, Einfach Spitze Nr. 16

Psalm 23 mit ganzem Körpereinsatz erfahren – und das auch noch im Wettbewerb

Der wohl bekannteste Psalm ist der Psalm 23. Er wird im Konfirmandenunterricht noch auswendig gelernt. In diesem Outdoor-Parcours wird er – in einzelne Fragmente unterteilt – Stück für Stück erlebt und auf unterschiedlichste sportliche und kreative Weise an einzelnen Stationen umgesetzt.

Vorbereitung

Die Stationen: Es gibt 11 Stationen, an jeder Station treten zwei Teams gegeneinander an; möglich wären als Mindestmenge 2 Teams à 4 Personen, die zusammen von Station zu Station gehen; bei Höchstmenge der Teilnehmenden starten gleichzeitig an allen Stationen zwei Teams à 5–7 Personen. Die Teams sollten einigermaßen gleichzeitig zur nächsten Station in einem Rundlauf weitergehen. Da die Stationen unterschiedlich viel Zeit erfordern, gibt es auch immer wieder „Chill-Zeiten“.

1. Der Herr ist mein Hirte: Schafparcours – Die Schafe hören meine Stimme

Wenn Gott der Hirte ist, dann sind wir die Schafe. Schafe sehen relativ schlecht, haben aber ein sehr gutes Gehör. Sie können ihre Ohren quasi wie Radarschirme in alle Richtungen drehen. Das können wir nicht, trotzdem soll jetzt das Gehör herausgefordert werden.

Aufgabe

Jedes Team teilt sich auf. Drei Personen werden zu Hirten, alle anderen sind Schafe und bekommen die Augen verbunden. Die Schafe werden gedreht, so dass sie den Richtungssinn verlieren. Die Hirten stellen sich an der Spielfläche auf. Ein Hirte im Zielbereich, einer an der Strecke, einer im Startbereich. Das Ganze natürlich pro Team, d. h. es sind relativ viele Schafe im Spielfeld und sechs Hirten stehen außen rum. Die Spielfläche selbst ist mit Hindernissen bestückt. Im Zielbereich ist durch eine Bierbank oder ähnliches eine Art Eingang in einen abgegrenzten Gatterbereich aufgestellt, so dass das Reinlaufen in dieses Gatter nicht ganz so einfach ist. Aufgabe ist nun, dass die drei Hirten ihre Schafe von dem Startbereich in den Zielbereich bringen müssen. Die Schafherde, die zuerst komplett im Ziel ist, hat gewonnen – was nicht so einfach ist, da man seine Ohren auf die eigenen Hirten ausrichten muss, um zügig ins Ziel zu kommen.

Die Regeln für die Hirten

Solange sich die Schafe im Startbereich befinden, dürfen nur der Zielbereich-Hirte und der Mittelfeld-Hirte ihren Schafen Anweisungen zurufen. Der Startbereich-Hirte muss schweigen. Die beiden rufenden Hirten dürfen sich nicht absprechen, was oder wie sie rufen, so dass es auch immer wieder schwierig sein wird die richtigen Anweisungen herauszuhören. Außerdem sind ja auch noch die „falschen Hirten“ der anderen Schafherde zu hören. Die Hirten dürfen richtungsweisende Anweisungen geben, wie z. B. zwei Schritte vor, langsam, 90 Grad-Drehung und die Namen der Schafe rufen. Erlaubt ist den Hirten allerdings auch, dass sie zusätzlich falsche Anweisungen rufen, um die anderen Schafe irre zu führen. Die Schafe müssen sich also ganz auf die Stimme ihres Hirten konzentrieren und die Hirten sollten aufpassen, dass sie ihre eigenen Schafe im Blick behalten. Sobald sich mindestens ein eigenes Schaf im Mittelbereich befindet, darf auch der Startbereich-Hirte Anweisungen geben. Wenn sich das erste eigene Schaf im Zielbereich befindet, muss der Zielhirte schweigen. Das Schaftreiben ist vorbei, sobald die erste Herde vollständig im Gatter ist.

Alternative oder Zusatzspiel

Gleiche Regeln wie oben, aber die Hirten dürfen keine „menschliche Sprache / Worte“ verwenden, sondern müssen sich andere Zeichen überlegen, die sie mit ihren Schafen absprechen dürfen. Zum Beispiel: Husten = einen Schritt vor, Jodeln = einen Schritt nach rechts. Es gibt keinerlei Vorgaben. Die Teams müssen selbst überlegen, welche Zeichen sie wirklich brauchen. Das andere Team läuft auch parallel mit, aber es gibt nur noch einen einzigen Hirten pro Team. Dieser muss immer am Spielfeldrand bleiben. Jedes Schaf läuft einzeln. Sobald ein Schaf das Ziel erreicht hat, darf das nächste Schaf starten.

Tipp: Das Spielfeld nicht zu groß anlegen, es ist auch so schon verwirrend und schwierig genug.

2. Mir wird nichts mangeln: Gräser- und Blumenvielfalt entdecken

Es gibt keinen Mangel. Wenn man sich auf einer Wiese umschaut, so ist hier tatsächlich kein Mangel an bunter Vielfalt von Gräsern und Blumen zu entdecken.

Aufgabe

Jedes Team soll so schnell wie möglich fünf verschiedene Gräser und zehn verschiedene Blumen pflücken – jeweils in zweifacher Ausfertigung.

Hinweis: Je nach Austragungsort kann die Menge der Gräser und Blumen und auch die Anzahl der Ausfertigung angepasst werden -> wird nur an einem Grünstreifen in der Innenstadt gespielt, ist die Artenvielfalt sicher deutlich reduziert gegenüber einer Wiese am Dorfrand.

Regeln

Die Teilnehmenden dürfen nicht gleichzeitig ausschwärmen und immer nur einen einzelnen Halm oder eine einzelne Blume besorgen. Dies bedeutet, dass in einer Art Staffellauf der Erste losrennt, einen Grashalm oder eine Blume besorgt, sie im Zielbereich bei seinem Team ablegt und den Zweiten abschlägt. Gewonnen hat das Team, das zuerst die geforderte Anzahl von Grashalmen und Blumen ausgelegt hat. Sinnvoll sind an dieser Station zwei Mitarbeitende. Dann kann sich je ein Mitarbeitender ganz auf die Beobachtung des ihm zugeteilten Teams konzentrieren.

3. Er weidet mich auf einer grünen Aue: Bastelstation Schaf

Gott als der gute Hirte weidet uns auf einer grünen Aue. Dies steht für den Ort, an dem es uns gut geht und wir das haben, was wir brauchen. Jesus hat mit einem Gleichnis erklärt, dass er so ist wie der gute Hirte, der jedes einzelne Schaf kennt. Jeder Teilnehmende gestaltet mit dem vorhandenen Material ein Schaf. Da wir sehr unterschiedlich sind, dürfen auch die Schafe unterschiedlich groß sein und aus unterschiedlichem Material bestehen.

Aufgabe

Jeder Teilnehmende darf hier kreativ werden und sein persönliches Schaf gestalten (Obergrenze der Schafgröße: 15 x 15 cm -> an Keilrahmen- und Gesamtgruppengröße ggf. anpassen). Auf den vorbereiteten grünen „Auen-Keilrahmen“ schreibt jeder ein Wort als „Grashalm“ oder „Blume“, was ihn an seine persönliche Aue erinnert, die Gott für ihn geschaffen hat, ein Wort stellvertretend für all das, was Gott uns Gutes zum Leben schenkt – Notwendiges, Überflüssiges. Anschließend klebt jeder sein persönliches Schaf irgendwo auf den Keilrahmen.

4. Er führet mich zum frischen Wasser: Trinkstation im Überfluss

Idealerweise ist diese Station an einem Bach oder einem Brunnen, um optisch den Sinn dieses Psalm-Satzes zu unterstreichen.

Der gute Hirte versorgt seine Schafe mit allem was sie brauchen. Frisches Wasser ist lebensnotwendig und erfrischt, gibt Kraft. Alle dürfen sich an dieser Stelle einfach mit klarem Wasser erfrischen und nehmen, so viel sie wollen. (>> Material 4)

5. Er erquicket meine Seele: Erquickungsbild gestalten

„Erquicken“ ist ja schon ein seltsames Wort.

Aufgabe

Jedes Team soll das Wort „erquicken“ durch ein Wort oder eine Umschreibung ersetzen und auf ein Kärtchen notieren – ohne bei den anderen oder auf der Leinwand abzuschauen. Unbewusste Doppelungen (z. B., weil jemand auf die gleiche Idee kommt wie das vorherige Team) sind erlaubt. Anschließend überlegt sich jeder Mitspielende eine Situation/Lebensphase, in welcher Gott ihn erquickt hat oder durch die er immer wieder „Erquickung“ erlebt. Dies malt dann jeder an eine Stelle auf der bereitstehenden Leinwand – ob ganz konkret oder abstrakt mit Formen und Farben, das bleibt jedem überlassen.

Hinweis: Es nehmen XX Teams an dem Spiel teil. Entsprechend auf die Größe des Kunstwerks achten und es in einem solchen Umfang halten, dass jedes Team Platz für ihre „Erquickung“ auf dem gemeinsamen Kunstwerk hat.

Hinweis: Bei wenigen Mitspielern macht jeder Teilnehmende die Aufgabe für sich allein. Bei einer sehr großen Gesamtgruppe überlegt sich jedes Team einen Begriff und gestaltet anschließend nur 1–2 Bilder auf der Leinwand.

Wenn alle Gruppen ihren Beitrag auf die Leinwand gemalt haben, klebt der Stationsmitarbeitende die Begriffskärtchen auf oder um die Leinwand.

6. Er führet mich auf rechter Straße – Geo-Caching

Einen bekannten Weg entlanglaufen ist keine Kunst. Einen unbekannten Weg zu gehen erfordert Mut. Wie gut zu wissen, dass ich Gott immer an meiner Seite habe. Auch wenn er nicht unbedingt die exakten Koordinaten für den „richtigen“ Weg durchgibt – er hat zugesichert, dass er jeden Weg mitgeht.

Aufgabe

Die beiden Teams bekommen die Koordinaten und ein Geo-Caching-Gerät, suchen damit den „rechten Weg“ zu einem Versteck, an dem ein Lösungswort hinterlegt ist. Das Team, das zuerst wieder an diese Station zurückgerannt ist und das richtige Lösungsmotto nennen kann, hat die Runde gewonnen. Lösungswort: „Die rechte Straße, die Gott mich führt!“

7. Um seines Namens willen: Gottesnamen-Wettbewerb

Gott hat viele Namen. Einen ganz wichtigen Namen hat Gott Mose am Dornbusch gesagt: „Ich bin der ich bin“ oder auch: Ich bin der „Ich bin da“, oder „Ich bin für dich da“. Gottes Name ist Programm!

Aufgabe

Im Team weitere Namen für Gott finden. Drei Namen, die ihn mit einem Adjektiv und Nomen beschreiben, wie z. B. „Der gute Hirte“, „Das helle Licht“, „Die helfende Hand“… Außerdem zwei weitere Namen, die Gott in dem Namen ausführlich umschreiben, wie z. B. „Der-nie-von-deiner-Seite-weicht“ (ähnlich wie manche Indianernamen). Für jeden Namen wird ein extra Kärtchen verwendet. An dieser Station darf ohne Zeitdruck und Konkurrenz gearbeitet werden. Diese Kärtchen werden auf den Hirten geklebt. Am Ende wird der Hirte auf oder neben die Leinwand mit den Schafen (von Station 3) angebracht.

8. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück: Wettlauf blinder Schafe, die durch die Finsternis geführt werden

Aufgabe

Pro Team gibt es hier einen Hirten und die Schafe. Die „Schafe“ stellen sich an der Startlinie jeweils in ihrer Gruppe hintereinander auf. Jeweils das erste Schaf bekommt die Augen verbunden und wird von seinem „Teamhirten“ möglichst schnell über die markierte Ziellinie gebracht. Dort wird die Augenbinde abgenommen, der Hirte rennt zurück und verbindet (unter Beobachtung eines Mitarbeitenden) dem nächsten Schaf die Augen. Die Schafherde, die zuerst von ihrem Hirten komplett ins sichere Ziel geführt wurde, hat gewonnen. Stürzt ein Schaf oder wird nach Ansicht des Mitarbeitenden nicht liebevoll genug behandelt, müssen Hirte und Schaf wieder von neuem an der Startlinie beginnen -> es lohnt sich also, das Schaf liebevoll und sicher zu führen, als zu hetzen und das blinde Schaf in Gefahr zu bringen.

9. Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich: Massagestation

Es liegen diverse Rundstäbe bereit, mit denen die Teilnehmenden sich untereinander den Rücken und Schulterbereich massieren dürfen. Massagezeit die jedem Teilnehmenden zusteht: mindestens 2–3 Minuten. Wird jemand grob behandelt innerhalb der eigenen Gruppe und die Trost- und Massagestation missbraucht, so notiert dies der Mitarbeitende als Minuspunkt für den Punktestand.

10. Du bereitest vor mir einen Tisch, im Angesicht meiner Feinde: Stärkung mit Obst und Süßigkeiten

Einträchtig sitzen die beiden gegnerischen Teams um einen Tisch und bedienen sich an Obst und Süßigkeiten zur Stärkung.

11. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein: Salböl-Auffüll-Staffellauf

Aufgabe

Die beiden Teams starten wieder gegeneinander in einem Staffellauf. Alle sind Hirten, denen das wertvolle Salböl ausgegangen ist, mit dem sie ihre Schafe pflegen und ihnen abends die Wunden pflegen.

Pro Team rennen die ersten Jugendlichen mit einem „Salbölkrug“ los und schöpfen in einem großen Behälter Wasser (= Salböl). Sie rennen weiter zu einem Eimer, leeren dort ihren Krug aus und bringen den leeren Krug zum bereitstehenden zweiten Teammitglied. Das Team, das als erstes den Eimer zum Überlaufen bringt bzw. eine bestimmte Marke erreicht hat, hat gewonnen.

12. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar

Singen und Andacht

Wenn alle Teams die ganzen Stationen absolviert haben, trifft man sich auf einer Lichtung und legt die Kunstwerke in die Mitte. Das Gewinnerteam wird ermittelt, indem die Mitarbeitenden ihre notierten Ergebnisse zusammentragen. Wichtiger als der Sieg ist, dass sich alle gewiss sein dürfen, zu dem besten aller Hirten zu gehören. Gemeinsam wird Psalm 23 gesprochen und dazu passende Lieder ausgewählt. Es werden die Reste gegessen und die entstandenen Kunstwerke bewundert.

Anregung: Ein gemeinsames Essen mit Baguettes, Schafskäse und/oder griechischem Salat mit Schafskäse.

Wie leben evangelische Christen in der Slowakei ihren Glauben?
Ein Entwurf für eine Gruppenstunde.

Die Spenden, die bei der ChurchNight 2016 gesammelt werden, gehen an die Arbeit der Gemeinschaft der evangelischen Jugend (SEM) in der Slowakei, einem Partnerland des EJW. Wir unterstützen diese wertvolle Arbeit, die sich zu 100% aus Spendengeldern finanziert, weil wir damit deutlich machen wollen, dass die evangelische Jugendarbeit ein weltweites Netzwerk ist. In fast allen Ländern dieser Erde engagieren sich Menschen in der Jugendarbeit, erzählen von ihrem Glauben und schenken jungen Menschen ihre Zeit und ihren Einsatz. Das wollen wir unterstützen – gerade auch in den Partnerländern, deren Arbeit bei uns eher unbekannt ist und für die das Spendenaufkommen geringer ist.
Mit diesem Entwurf für eine Gruppenstunde könnt ihr mit Jugendlichen vor oder nach der ChurchNight tiefer einsteigen und euch mit der Slowakei auseinandersetzen. Einzelne Elemente der Gruppenstunde können auch im (gottesdienstlichen) Rahmen der ChurchNight verwendet werden.
Zwei junge Mitarbeitende aus Deutschland, die 2015/2016 ihren Freiwilligendienst in der Slowakei gemacht haben, haben außerdem einen kurzen Videoclip produziert, mit dem ihr das Spendenprojekt bei der ChurchNight ankündigen könnt.

Ablauf:

Begrüßung:

AHOJ heißt Hallo auf Slowakisch! Evtl. Ahoj-Brause-Päckchen für jeden Teilnehmenden mitbringen.

Spiel:

Reise in die Slowakei (mit slowakischer Musik) wie Reise nach Jerusalem
oder: Reise nach Jerusalem extreme: Es gibt keine Stühle, stattdessen werden die TN in zwei Gruppen geteilt. Die eine Hälfte sind die „Stühle“. Wenn die Musik endet, gehen die „Stühle“ auf alle Viere und die anderen Suchen sich einen „Stuhl“, auf den sie sich (vorsichtig!) setzen. Slowakische Nationalhymne: https://www.youtube.com /watch?v=5g-nppMJNMU Lobpreismusik auf Slowakisch: https://www.youtube.com /watch?v=yntovIEUzAw

Einstieg ins Thema:

Slowakei auf der Europakarte suchen

Bildermemory Memory mit Bildern aus der Slowakei:

Aus den Bilderkarten kann man ein Memory machen, bei dem jeweils ein Bild zu einem Erklärungstext gehört.

Spiel Ich packe meinen Koffer …

Wie das bekannte Spiel, allerdings sollen Sachen “eingepackt” werden, die man vermutlich in der Slowakei braucht, wenn man dort in der evangelischen Jugendarbeit einen Freiwilligendienst macht.

Quiz zur Slowakei

Quiz mit ABC – Fragen

Lied

Slowakisches Lied & Lobpreis-Zeit

Gemeinsam Lieder singen, evtl. zwischendrin slowakische Lobpreismusik anhören. Lobpreismusik auf Slowakisch: https://www.youtube.com /watch?v=yntovIEUzAw

Andacht

Thema Gastfreundschaft Andacht, Gebet, evtl. noch weitere Lieder auf Deutsch.

Film

Infofilm über SEM & Jugendarbeit in der SK.

Abschluss

Damit die Jugendarbeit, über die im Film berichtet wurde stattfinden kann, ist es wichtig, dass es gut ausgebildete MitarbeiterInnen gibt. Der EJW-Weltdienst unterstützt dies. Und auch wir können aktiv werden. (Z.B. Spenden bei der ChurchNight)

1. Erklärungen zum Text

Johannes der Täufer hat einiges in seinem Leben bewirkt. Viele Menschen sind zu ihm in die Wüste gekommen, um sich als Zeichen der Umkehr taufen zu lassen. Nun aber sitzt er im Gefängnis und kann seinen Auftrag, den Messias anzukündigen (Mt 3,11 ff.), nicht mehr ausführen. Johannes weiß: Wenn mein Auftrag nun offensichtlich vorbei ist, dann muss dieser Jesus folglich der Messias sein. Er hat von den Wundern gehört, die Jesus getan hat, aber er ist sich trotzdem irgendwie nicht sicher, ob dieser Jesus der verheißene Messias ist.

In den Versen 2-6 geht es um die Frage Johannes’ an Jesus, ob er der Kommende, das heißt der erwartete Messias ist. Jesus antwortet nicht mit einem Bekenntnis nach dem Motto: „Ich bin es!“. Stattdessen fordert er die gesandten Jünger auf, Johannes zu berichten, was sie sehen und hören (Vers 4 f.). Man fragt sich vielleicht, inwiefern das Sinn macht, denn schließlich sehen und hören Menschen meist auch ohne Aufforderung. Außerdem hat Johannes die Frage an Jesus nur gestellt, weil er schon von Jesu Tun gehört hat (Vers 3). Warum sollen die Jünger also (noch mal) sehen und hören?

Als Jesus in Vers 5 aufzählt, was es zu hören und zu sehen gibt, greift er dabei auf Verheißungen aus dem Alten Testament zurück (Jes 35,5.6; 61,1; 26,19). Diese erzählen vom Messias und dem kommenden bzw. jetzt mit Jesus offensichtlich anbrechenden Reich Gottes. Wenn Jesus aber seine Taten in Verbindung mit den Verheißungen des Messias und des Gottesreiches beschreibt, dann ist Johannes, dem diese Verse aus Jesaja wohl vertraut waren, klar, was diese zunächst etwas unklar wirkende Antwort Jesu bedeutet: Jesus ist der angekündigte Messias. Johannes und die von ihm gesandten Jünger schauen die Werke Jesu noch einmal an, dieses Mal aber mit einer anderen Brille. Nicht mehr Menschen erzählen etwas über Jesu Wirken, sondern Jesus selbst. Und mit seinen Worten erscheinen seine Taten in einem möglicherweise anderen, aber klareren Licht als zuvor.

Vers 6 deutet darauf hin, dass sich viele Menschen den Messias anders vorstellten, als er in Jesus kam. Die Pharisäer z. B. hatten ein Problem damit, dass Jesus mit unreinen, offensichtlich sündigen Menschen Gemeinschaft pflegte (z. B. Lk 7,36 ff.; 19,1 ff.). Sie erwarteten einen Messias, der mächtig und stark auftritt und nichts mit Unreinen und Sündern zu tun hat.

2. Bedeutung für heute

Vielleicht geht es uns manchmal ähnlich wie Johannes: Wir sehen und hören viele Dinge auf der Welt, Beeindruckendes und Verstörendes. Dabei können wir uns oft nicht heraussuchen, was wir sehen oder hören. Und oft wissen wir nicht, wie wir das alles einordnen sollen. Manchmal denken wir, Gott hat seine Hände bei der Sache im Spiel. Dann sind wir uns aber auch wieder unsicher. Johannes ging es im Gefängnis wohl ähnlich, als er die Frage an Jesus stellte: Irgendwie hatte Gott ihm doch zu verstehen gegeben, dass dieser Jesus der erwartete Messias ist. Nun aber hatte er und auch einige andere Zweifel daran. Vielleicht weil Jesus doch etwas anders auftrat, als man sich den Messias aufs Erste vorgestellt hatte.

Johannes macht mit seinen Zweifeln genau das richtige: Er fragt bei Jesus nach: „Bist du es?“ Wie oft bleiben wir mit unseren Zweifeln allein oder versuchen uns auf irgendwelchen umständlichen Wegen Klarheit zu verschaffen. Sicher ist es immer auch eine Hilfe mit anderen Christen über seine Zweifel und Fragen zu sprechen, aber oft vergessen wir dabei das Wichtigste und Naheliegenste, nämlich mit unseren Zweifeln vor Gott zu kommen: „Bist du das?“, „Warum?“, „Ich weiß nicht genau ob du das gemeint hast, aber soll ich es jetzt einfach so machen?“

Und Jesus antwortet Johannes. Nicht mit einem einfachen „Ja! Warum glaubst du es nicht einfach?“, sondern er geht seelsorgerlich auf die Zweifel des Johannes ein. Er zeigt ihm nichts Neues, tut kein Wunder, das Johannes wie der Blitz vom Himmel trifft, aber er sagt: „Schau noch mal hin, hör noch mal zu.“ Und so erklärt er Johannes sein Wirken und Tun. Eigentlich beschreibt Jesus nur, was es ohnehin zu sehen gibt, gebraucht aber dabei Worte aus der Heiligen Schrift für seine Beschreibung. Er erklärt Johannes nicht die Verheißungen und den Zusammenhang mit seinen Taten, sondern lässt Johannes selbst seine Schlüsse ziehen.

Oft antwortet Gott auf unsere Gebete nicht so klar, wie wir es uns wünschen und oft können wir sein Handeln nicht klar identifizieren oder verstehen. Wenn wir uns aber mit unseren Unklarheiten und Zweifeln Gott hinhalten, so können wir die Erfahrung machen, wie Gott uns immer wieder – meistens nach und nach und fast unerklärlich aber doch eindeutig – seine Gegenwart versichert.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg – Erlebnispädagogische Aktion

Als Einstieg ins Thema kann ein erlebnispädagogisches Spiel dienen. Dazu braucht es einen angemessen großen Raum ohne Hindernisse, an denen man sich stoßen könnte.

Spielverlauf

Der Gruppe wird zunächst ein Gegenstand, zum Beispiel eine Teppichfliese, präsentiert und darauf hingewiesen, dass man sich diesen Gegenstand gut einprägen soll. Danach werden allen Mitspielern die Augen verbunden.

Leiter: „Ihr wisst nun, dass es Gegenstand X gibt. Ihr habt ihn mit eigenen Augen gesehen. Gegenstand X liegt nun irgendwo auf dem Boden (Achtung, nicht sagen: hier im Raum!!!). Macht euch – am besten auf allen Vieren – auf die Suche nach dem Gegenstand X, um ihn wieder sehen zu können. Wer nicht mehr allein weitersuchen möchte, wer aufgeben möchte und Hilfe braucht, der hebt die Hand. Dann führe ich ihn zu dem Ort. Aber, habt Ausdauer!“

Wichtig: Die Teppichfliese wird (wenn die Suche losgeht) außerhalb des Raumes, zum Beispiel vor der (Zimmer-)Tür auf dem Boden platziert.

Heben einzelne Teilnehmer die Hand mit der Bitte nach Hilfe, führt der Leiter diese hinaus zum Gegenstand X, nimmt ihnen die Augenbinde ab und spricht ihnen “Ich-bin-Worte” aus Joh 8,12; 14,6 und 10,9 zu.

Reflexion

Zunächst fragt der Leiter nach den Erfahrungen der Teilnehmer. Mögliche Reaktionen sind unter anderem Frust durch langes Suchen und Nicht-Finden oder auch Selbstzweifel, weil man sich eigentlich sicher war, jetzt wirklich alles abgesucht zu haben.

Fragen des Leiters:

  • Hat sich jemand von euch überlegt, mit einem anderen zusammenzuarbeiten?
  • Wer fühlt sich ein wenig veräppelt oder genervt? Warum? (Es hat niemand gesagt, dass das Ziel in dem Raum liegt!)
  • Was hat motiviert, weiterzumachen bzw. nicht die Hand zu heben?
  • Wie war es für die, die am Rand standen und zugeschaut haben?

3.2 Impuls

Wer beim Suchen mit verbundenen Augen für sich bleibt und als Blinder etwas finden möchte, kann scheitern – auch wenn er weiß, was er sucht. Vielleicht hattet ihr zu feste Vorstellungen davon, wo ihr suchen müsst und habt euch dadurch selbst blockiert. Ihr habt gemeint, ihr wisst was zu Spielbeginn gesagt wurde, musstet dann während des Spiels aber feststellen, dass ihr damit nicht weit kommt. Erst als ihr euch an den Leiter gewandt habt und er euch Gegenstand X gezeigt hat, ging euch auf, dass ihr mit euren Vorstellungen falsch lagt, weil euch der Blick von außen fehlte.

Auch wenn sich an der Situation selbst nichts verändert hat, hat sich eure Situation durch die Hilfe von außen und den neuen Blick komplett verändert, weil ihr dann gesehen und verstanden habt, wie alles gemeint war.

3.3 Andacht

Hier bietet es sich an, direkt zu einer Bibelarbeit oder Andacht zu Matthäus 11,2-6 überzugehen oder diese in die Impulse zum Spiel mit einzuarbeiten.

3.4 Lied

Danach kann das Lied „Du allein kennst meine Gedanken“ (Feiert Jesus, Nummer 82) gesungen werden.

3.5 Offenes Angebot zum Schluss

In einem offen Angebot kann unter der Frage „Wo zweifelst du? Bringe deine Zweifel vor Gott.“ ein persönlicher Brief an Gott geschrieben werden. Diesen Brief empfiehlt es sich mit nach Hause zu nehmen und nach einiger Zeit zu schauen, wie Gott mit den eigenen Zweifeln umgegangen ist. Außerdem kann eine Gebetsstation angeboten werden, an der man für sich beten lassen kann, um die Zweifel gemeinsam vor Gott zu bringen und durch einen Mitchristen Mut und Trost oder Verheißungen aus der Bibel zugesprochen zu bekommen.

1. Erklärungen zum Text

Die Speisung der Fünftausend steht ganz im Zeichen der Nachricht des Todes von Johannes dem Täufer. Jesus hatte von seinen Jüngern vom Tod des Johannes’ gehört und möchte sich nun zurückziehen. Vielleicht will er alleine sein, um zu trauern. Vielleicht braucht er Ruhe, weil er sich durch den Tod Johannes’ an sein eigenes Ende erinnert fühlt. Warum Jesus jedoch wirklich alleine sein will, kann nicht restlos geklärt werden.

Er setzt sich also in ein Boot und entflieht Kapernaum in eine einsame Gegend.

Doch seine Einsamkeit währt nicht lange, denn das Volk folgt ihm nach. Was Luther mit „Volk“ übersetzt, heißt auf Griechisch „óchlos“, was neben „Menschenmenge“ und „Volk“ auch als „Pöbel“ übersetzt werden kann. Es ist also durchaus möglich, dass die Menschen, die Jesus an seinen einsamen Ort nachfolgten, eher der Unterschicht angehörten. Eventuell gehörten sie damit also auch zu den Menschen, denen ihr Geld ohnehin nicht reichte und die es sowieso stets hungerte.

Diese Menschen hatten zuvor viele Gleichnisse von Jesus gehört. Jesu Worte taten ihren Herzen gut, deshalb nahmen sie den Weg zu Jesus zu Fuß auf sich, um noch mehr zu hören und zu sehen.

Jesu Reaktion beim Anblick der großen, ihn erwartenden Menschenmenge ist wie so oft bemerkenswert. Ihm war klar, dass er nun statt Ruhe und Zurückgezogenheit doch wieder rastlose Beschäftigung und viele Menschen um sich herum haben würde. Ihm war klar, dass diese Menschen sein Wort und seine Wunder verlangen würden. In der Einheitsübersetzung steht, Jesus hätte Mitleid mit den Menschen und heile sie deswegen. Bei Luther ist keine Motivation für Jesu Handeln herauszulesen.

Jesus scheint die Menschenmenge jedoch buchstäblich an sich zu binden. Denn als die Jünger Jesus am Abend nahelegen, die Leute in die Dörfer zu schicken, damit diese sich dort verpflegen können, besteht Jesus darauf, sie bei sich zu halten und selbst zu versorgen.

Es scheint, als wollten die Jünger die Menschen los werden, denn sie halten daran fest, dass das vorhandene Essen zu wenig ist und ziehen ein Wunder offenbar gar nicht in Betracht. Auch sie sind erschöpft, haben Hunger und wahrscheinlich wollen sie ihren Jesus auch noch ein bisschen für sich haben.

Doch Jesus lässt sich die vermeintlich zu wenigen fünf Brote und zwei Fische bringen und lässt die Jünger, wie die ganze Menschenmenge, teilhaben an einem Wunder, das noch mehr bietet, als lediglich die Vermehrung von Nahrung.

2. Bedeutung für heute

Was will uns die wunderbare Vermehrung von Brot und Fisch und die daraus resultierende Speisung der Fünftausend sagen?

Die Deutung, zu der man im ersten Moment neigt, läuft vermutlich darauf hinaus, dass der abgeschlaffte, hungernde Mensch, der sich nach Heilung und geistiger, sowie leiblicher Nahrung sehnt, Jesus nur auf die richtige Art und Weise suchen und bitten muss, um von ihm regelrecht versorgt zu werden.

Doch wäre diese Interpretation im Angesicht von teilweise unfassbar großem Hunger in weiten Teilen der Welt, der auch vor Christen nicht halt macht, nicht anmaßend? Interessant ist vielmehr die Rolle, die die Jünger spielen (siehe Vers 19). Sie erhalten die Brote von Jesus und verteilen sie unter das Volk. Alle werden satt, zwölf volle Körbe bleiben übrig.

Das Wunder besteht neben der Vermehrung der Nahrung in dem großen Gemeinschaftsgefühl, das sich während dem Essen entwickelt. Jesus geht voran und gibt das Beispiel, indem er das Brot teilt und an die Jünger verteilt. Das Volk, der „Pöbel“, wendet sich einander zu und teilt miteinander. Da ist keine Missgunst, kein Neid. Da ist keine Angst, dass der Nachbar mehr bekommen könnte als man selbst und keine Sorge, dass es am Ende nicht reichen könnte. Das Volk macht die Erfahrung, dass es in einer Gemeinschaft, in der jedem die gleichen Rechte zugestanden werden, Not und Ungerechtigkeit nicht geben kann.

Kennen wir solche Gedanken heutzutage nicht auch? Die Angst, dass ein anderer mehr bekommen könnte oder ich selbst zu wenig? Sei es in der Schule oder im Studium, wenn der Nebensitzer die bessere mündliche Note bekommt. Sei es bei Freundschaften, wenn man plötzlich das Gefühl bekommt, nicht mehr genug zu gelten und irgendwann allein gelassen zu werden. Sei es in der Familie, wenn die kleinen Geschwister scheinbar immer mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung bekommen (haben).

Das Wunder, dass Jesus bei der Speisung der Fünftausend getan hat, kann uns ein Beispiel sein, wie wir mit diesen Situationen umgehen können. So wie Jesus den Jüngern das Brot in die Hände gegeben hat, so empfangen auch wir alles von ihm. In unseren Beispielen wäre das die Möglichkeit, überhaupt in die Schule und zum Studium zu gehen, Freundschaften und eine Familie zu haben. Wenn wir uns bewusst machen, was für ein Geschenk unser ganzes Leben ist und beginnen, das, was uns alles anvertraut ist, mit anderen zu teilen und unsere Gaben für andere einzusetzen, dann haben schlechte Gedanken schnell keinen Platz mehr.

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Erleben

Zur Begrüßung werden alle mit einem Snack versorgt. Nur wird dieser von einem verkleideten Jesus über verkleidete Jünger an alle verteilt und ein (im wahrsten Sinne) erster Geschmack auf das Wunder gemacht.

Noch intensiver wird es, wenn man den Text laut vorliest, die Geschehnisse zeitgleich nachspielt und die Teilnehmer wie oben beschrieben mit einbindet.

Geeignete Lieder zum Beginn

  • Mit allem was ich bin (Feiert Jesus! to go 2, Nummer 23)
  • Leben aus der Quelle (Feiert Jesus! 2, Nummer 120)
  • Ich kann nicht schweigen (Feiert Jesus! 2, Nummer 214)
  • Ein Leben gegeben (Feiert Jesus! 2, Nummer 182)
  • Everything (Feiert Jesus! 4, Nummer 80)

3.2 Kleingruppenphase

Fragen zum Text

  • Wie kommt es, dass Jesus sich um die Menschenmenge kümmert, obwohl er doch zunächst alleine sein wollte?
  • Welche Rolle spielen die Jünger? Wie könnte man ihren Gefühlsverlauf grob skizzieren?
  • Wie kann das Speisungswunder gedeutet werden? (vgl. Joh 6, 35)

Persönliche Fragen

  • Was hat Jesus in unsere Hände gegeben, wie er das Brot in die Hände der Jünger gegeben hat?
  • Wie können solche Gaben allgemein aussehen? (nicht nur Materielles, auch Begabungen und vor allem Zeugnisse von Erlebnissen mit Gott)
  • Wie können wir die Gaben, die wir empfangen haben, zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen?

3.3 Plenum

Praktisch werden

  • Ideensammlung: Wie können wir, als Gemeinde, als Junge Erwachsenen Kreis, ein Licht in die Welt tragen und ein Teil von dem, was wir bekommen haben, mit der Welt teilen?
  • Zeugnisrunde: Raum schaffen, um sich gegenseitig von Erlebnissen mit Gott zu erzählen und zu ermutigen.
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