Christen riechen!

1. Erklärungen zum Text

In den ersten beiden Versen erfahren wir, dass Paulus nach Troas kommt und auf der Suche nach seinem Mitarbeiter Titus ist. Leider kann er ihn nicht finden und es lässt ihm keine Ruhe. Deshalb bleibt er nicht lang in Troas. Aber die Zeit, die er dort ist, nutzt er und predigt den Leuten die gute Botschaft von Jesus.

In den darauffolgenden zwei Versen benutzt Paulus das Bild des Triumphzuges. In der Antike war dieses Bild bekannt, für uns ist es etwas merkwürdig. Es empfiehlt sich hier, anstatt der Lutherbibel die Elberfelder oder Basisbibel zur Hand zu nehmen. Gott „führt uns in einem Triumphzug mit“. Zwei Anmerkungen zu diesem Bild:

1. Bei einem Triumphzug war es üblich, auch die Gefangenen als Beute mitzuführen und zur Schau zu stellen. Jesus hat gesiegt über Sünde und Tod. Auch wenn dieser Sieg für Christen Rettung und Befreiung ist, sind wir nicht frei, sondern gehören jetzt Christus (Röm 6,22). Er führt uns wie bei einem Triumphzug mit, um seinen Sieg groß zu machen. Am Ende des Triumphzugs wurden meist die Gefangenen getötet oder geopfert. Auch dieses Bild passt zum Leben als Christ. Unser altes Ich lebt nicht mehr, sondern Christus lebt in uns! (Gal 2,20)

2. Der Triumphzug wurde auch mit Düften, z.B. Weihrauch, zelebriert. Für die Sieger hatte dieser Geruch etwas Feierliches, für die Gefangenen kündigte dieser Duft den nahen Tod an. Hier ist nun entscheidend zu wissen, auf welcher Seite man steht. Steht man auf der Seite von Jesus, also auf der Siegerseite, dann ist der Duft wohltuend. Steht man aber auf der anderen Seite, die Jesus ablehnt, dann kündigt der Duft den Tod an. Nicht nur Jesus verbreitet diesen angenehmen Duft, sondern er geht sogar von den Christen aus. Christen riechen nach Jesus! Deshalb sind wir für Gott ein „Wohlgeruch“ – Gott kann uns gut riechen. Durch diesen Duft werden wir gleichzeitig auch zu Zeugen für Jesus.

Im letzten Vers betont Paulus, wer fähig ist zu verkündigen. In der Lutherbibel sind die Gründe am besten zu erkennen: uneigennützig (nicht auf Gewinn bedacht), aus Gott heraus (er schenkt die Worte), vor Gott (der Verkündiger muss sich vor Gott verantworten) und in Christus (nur in Beziehung zu ihm gelingt die Verkündigung).

2. Bedeutung für heute

Für den heutigen Leser hat dieser Abschnitt wahrscheinlich so seine Fragezeichen. In ihm schlummert auch so manche Herausforderung. Denn wie sieht das bei uns aus?

Einige Anstöße zum Nachdenken:

1. Leben wir als Gefangene Christi? Ganz ehrlich – mein Freiheitsdrang meldet sich sofort zu Wort und wehrt sich. Aber wie sieht so eine Gefangenschaft aus? Wenn Paulus davon schreibt, hat er kein Verlies und keine Ketten im Sinn. Jesus hat uns vielmehr frei gemacht von der Sünde und vom Tod, die uns gefangen hielten und führt uns zurück, wohin wir gehören – zurück zu Gott. Sein Triumphzug ist ein Zug zum Leben. Bin ich dann nicht gern Gefangener?

2. Wir werden als Gefangene im Triumphzug mitgeführt, um den Sieg von Jesus zu verdeutlichen, um ihn zu feiern. Was sehen andere, wenn sie mich als Christen sehen? Stellt mein Leben den Sieg von Jesus zur Schau? Kann ich wie Paulus in Galater 2,20 sagen: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir“?

3. Christen sind ein Wohlgeruch für Gott. Wonach dufte ich? Nach Christus? Oder vielleicht nach etwas anderem? Hier wird ganz klar getrennt – es gibt nur den Geruch des Lebens oder den des Todes. Auf welcher Seite stehe ich? Ist mir bewusst, dass ich als Christ ein Wohlgeruch für Gott bin? Durch Jesus bin ich von Gott angenommen. Nicht durch eigene Leistung. Es wäre mal wieder Zeit, dafür dankbar zu sein und es zu feiern!

4. Welche Motive leiten uns, ob und wann wir von Gott/ Jesus reden? Rede ich nur dann von Gott, wenn es mir gewinnbringend erscheint? Wenn ich keine Angst habe, dass die anderen mich komisch angucken und mich für verrückt erklären? Ist mir bewusst, dass Gott mich unterstützen möchte, wenn ich von ihm erzähle? Dass er mir die richtigen Worte in den Mund legen kann? Bitte ich darum? Bin ich mir überhaupt bewusst, dass ich als Christ eine Verantwortung Gott gegenüber habe, was ich wann und wie sage oder eben nicht sage?

Als Christ stehen wir in der Verbindung zu Jesus. Er sagt in Johannes 15, dass wir ohne ihn nichts tun können. Bei allem Reden von ihm ist die Verbindung zu ihm unabdingbar.

3. Methodik für die Gruppe

Folgende Lieder passen zum Thema

Aus: Feiert Jesus! 3

  • Nr. 55 Ich kann nicht schweigen
  • Nr. 146 Jeden Tag ein Stückchen sterben
  • Nr. 193 Ein Leben gegeben

Aus: Feiert Jesus! 4

  • Nr. 76 Wir schaun auf dich
  • Nr. 119 Our God is greater
  • Nr. 129 Ein König voller Pracht
  • Nr. 158 Befreit durch deine Gnade

3.1 Zum Anfang ein kleines Gerüche-Ratespiel

Einem Teilnehmer werden die Augen verbunden und dann verschiedene Gegenstände unter die Nase gehalten. Er muss erraten, um was es sich handelt und sagen, ob ihm der Geruch gefällt oder nicht.

Notwendige Materialien: ein Tuch, mit dem man die Augen verbindet; Gegenstände, die einen Geruch haben, z. B. Räucherkerzen, Gewürze, Nagellackentferner, Rosen, Spiritus, Käse, Brot, Schokolade, Seife, … – alles, was man anhand des Geruchs erkennen könnte.

Damit nicht nur eine Person raten darf, kann man entweder die Gegenstände aufteilen und mehreren Personen werden ungefähr drei Gegenstände unter die Nase gehalten. Oder man teilt sich in Gruppen auf, die dann das Spiel separat ausführen.

Nach dem Spiel kann man sich über Gerüche austauschen. Wer mag welchen Geruch? Welcher ist unangenehm? Was wird mit verschiedenen Gerüchen verbunden?

3.2 Bibellesen, Fragen und Austausch

Den Abschnitt gemeinsam lesen. Eine Hilfestellung wäre, jedem Teilnehmer den Bibeltext auf ein separates Blatt auszudrucken und einen Stift zu geben. Damit kann, wer will, z. B. kleine Fragezeichen an den Rand malen, wenn er etwas nicht versteht. Danach wird der Text erklärt.

Mögliche Fragen zu Christi Triumphzug:

Als Christen sind wir Christi Gefangene. Wie ergeht es dir mit dieser Aussage? Welche Gefühle empfindest du dabei? Warum? Was untermauert diese Gefühle?

Welchen Sieg hat Jesus errungen? Wem wird er zur Schau gestellt?

Wo habe ich Jesu Sieg persönlich in meinem Leben erlebt?

Mögliche Fragen zu Gottes Wohlgeruch:

  • Was versteht man unter einem „Wohlgeruch Christi“?
  • Wodurch wird ein Mensch zu einem Wohlgeruch Christi?
  • Wie gehst du damit um, dass du als Christ jetzt bereits ein Wohlgeruch bist und nicht erst irgendwann sein wirst?
  • Wodurch ist der „Christusgeruch“ zu erkennen? Woran erkennen andere, dass du Christ bist?
  • Behältst du deinen „Christusgeruch“ für dich oder verströmst du freigiebig? Warum?
  • Kann man einen Geruch überhaupt für sich behalten? Ist es unweigerlich, dass man als Christ auffällt und Zeuge für Jesus wird?
  • Wie kommt dieser „Christusgeruch“ in deiner Umwelt an? Wird er als angenehm empfunden oder als Gestank?

Mögliche Fragen zum Reden über Gott/ Jesus:

  • Wann reden wir von Jesus? Warum tun wir’s bzw. tun wir’s nicht?
  • Wie reden wir darüber? Selbstsicher oder eher schüchtern oder gar zweifelnd?
  • Wissen wir um die Hilfe, die uns Gott geben möchte? Dass er uns beisteht, wenn wir von ihm erzählen?
  • Ist uns bewusst, dass wir eine Verantwortung Gott gegenüber haben, ob und wann wir reden?

3.3 Abschließende Gedanken

Dieser Abschnitt gehört wohl nicht zu den einfachsten der Bibel. Während der Auseinandersetzung damit ist vielleicht die eine oder andere Herausforderung für die Teilnehmer deutlich geworden. Trotzdem steht Gottes Zusage in dem Text: „Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi …“. Wir sind bereits jetzt in aller Herausforderung, vielleicht sogar Überforderung, von Gott angenommen. Wir riechen gut für ihn. Diese Zusage sollten die Teilnehmer auf alle Fälle mitnehmen. Als kleine Erinnerungshilfe für zu Hause könnte der Teilnehmer auf eine kleine Karte z. B. „Ich bin ein Wohlgeruch Christi“ oder „Gott findet mich dufte“ schreiben und mit einem angenehmen Deo/ Parfum besprühen.

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