Die Weihnachtsmann-Olympiade

Ein witziger Spieleentwurf rund um den Mann im roten Mantel und mit dem weißen Bart…

Wenn man mal genauer nachdenkt, so kann es gar nicht sein, dass nur ein einziger Weihnachtsmann das ganze Pensum an Besuchen schafft. Tatsächlich gibt es nämlich sehr viele Weihnachtsmänner, die immer unruhiger werden, je näher Weihnachten rückt. Die Unruhe entsteht jedoch nicht nur wegen der anstehenden Weihnachtsfeiertage, an denen sie Großeinsatz haben, sondern vor allem wegen der großen Weihnachtsmann-Olympiade, die kurz zuvor stattfindet. Jeder Weihnachtsmann misst sich mit seinen Kollegen in den unterschiedlichsten Wettkämpfen, hier gibt es sowohl Einzel- wie auch Teamdisziplinen. Am Ende werden dann die begehrten Weihnachtsmann-Medaillen verliehen, natürlich nur an die Besten der Besten… Es geht hier nicht nur um einen lapidaren Wettkampf, sondern darum, die Ehre und den Stolz der Weihnachtsmänner zu verteidigen!

Vorbereitungen

Wertungssystem

Die Punkte werden in einem Medaillenspiegel notiert, auf dem jeder Name eingetragen wird und die jeweilige Wertung pro Spiel. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, hat gewonnen. Es gibt sowohl Einzel- wie auch Gruppenspiele. Bei einem Einzelspiel bekommt nur der Gesamtsieger der Runde einen Punkt. Bei einem Gruppenspiel erhalten alle Jugendlichen der Siegergruppe einen Punkt im Medaillenspiegel vermerkt. Damit eine möglichst faire Punktevergabe erzielt werden kann, wird zu jedem neuen Gruppenspiel eine neue Gruppeneinteilung vorgenommen. Dazu gibt es von allen Teilnehmenden ein Namenskärtchen. Diese werden vor jedem neuen Spiel aus einem Sack gezogen und zu jeweils der benötigten Gruppenanzahl zuammengestellt. So ergeben sich ständig neue Konstellationen, was nicht nur jedes Mal die Siegchancen neu mischt, sondern auch die Gruppen besser durchmischt, als wenn sie den ganzen Abend in der gleichen Zusammensetzung spielen. Außerdem ist es so auch kein Problem, bei einem Spiel mit zwei, bei einem anderen Spiel mit drei Gruppen zu agieren.

Besonderer Hinweis

Der Spieleabend ist ein witziger Wettstreit der Weihnachtsmänner – damit der rote Faden erhalten bleibt, sollte vor jedem Spiel die Spielidee erzählt werden, weshalb sich die Weihnachtsmänner in der jeweiligen Disziplin messen. Das Besondere an diesem Abend ist, dass es sowohl Einzel- wie auch Gruppenaufgaben zu absolvieren gibt, und die Gruppen bei jedem Spiel neu zusammengesetzt werden. Punkte sammelt jede und jeder für sich alleine, auch in der Gruppendisziplin.

Einladung

Nicht zwingend notwendig, aber ein witziger Einstieg könnte es sein, wenn man im Vorfeld bewusst zu diesem Abend einlädt und die Jugendlichen bittet, eine Weihnachtsmann-Mütze aufzusetzen. Wer eine dabei hat, bekommt im Medaillenspiegel gleich einen Punkt bei seinem Namen vermerkt.

Wer möchte kann im Vorfeld auch eine witzige Nachricht versenden, in dem die Einladung zu dem Abend zu lesen ist. Es gibt z. B. verschiedene animierte Weihnachtsmänner, die Jingle Bells singen oder man macht einen Link auf einen passenden You Tube-Film, etc.

Die Disziplinen

Bauch anfuttern

Idee: Was wäre ein Weihnachtsmann ohne einen anständigen und „gemütlichen“ Bauch. Deshalb wird hier gegen den Trend der Gesellschaft nicht im Fitnessstudio etwas gegen, sondern für die zusätzlichen Pfunde getan. Allerdings sollte der Weihnachtsmann wegen der vielen anstrengenden Aufgaben trotzdem beweglich bleiben – deshalb wurde die folgende Disziplin extra dafürgeschaffen…

Umsetzung: Die Jugendlichen werden in zwei Gruppen aufgeteilt und absolvieren nun eine Art Essens-Stafellauf: Jeweils die oder der Erste rennt los, holt sich an einem Tisch ein Brötchen, schneidet es mit dem bereitliegenden Messer auf (Vorsicht: Verletzungsgefahr in der Hektik, bei der Messerauswahl bitte bedenken), rennt weiter mit dem aufgeschnittenen Brötchen in der Hand bis zum nächsten Tisch, dort fischt sie oder er ein warmes Würstchen aus dem Wasser (zur Not ein kaltes bereitliegendes Würstchen) und legt es in das aufgeklappte Brötchen, rennt mit dem Hot Dog in der Hand weiter zum nächsten Tisch, gibt wahlweise Ketchup oder Senf auf das Brötchen und läuft nun den Weg essend zurück – langsam! Der Hot Dog soll auf dem Rückweg vollständig verzehrt werden, abschlagen darf man erst, wenn der letzte Bissen im Mund ist. Wer schon früher bei den weiteren wartenden Weihnachtsmannkollegen ankommt und noch mehr als einen Bissen in der Hand hält, bekommt 60 Strafsekunden. Gewonnen hat das Team, das am schnellsten die Bauch-Anfutter-Staffel absolviert hat. Jede und jeder aus dem Siegerteam bekommt auf dem Medaillenpiegel den Sieg vermerkt.

Variante: Wenn die Hot Dogs zu aufwändig oder zu teuer sein sollten, können auch Spekulatiuskekse oder Ähnliches verwendet werden.

TIPP: Bei großen Gruppen könnte das Spiel zu lange dauern, wenn jede und jeder einzeln läuft. Dann lieber immer 2 bis 3 Weihnachtsmänner pro Gruppe gleichzeitig laufen lassen.

Bart-Extensions

Idee: Ein Weihnachtsmann ohne Bart sieht nicht wie ein richtiger Weihnachtsmann aus. Da viele Weihnachtsmänner es vorziehen, den Sommer über ohne Bart herumzulaufen, ist kurz vor Weihnachten das „Bärte-Tuning“ angesagt. Bestehende Bärte werden gekämmt und gepflegt, fehlende Bärte müssen durch Extensions „zum Wachsen“ gebracht werden. Wer hat den schönsten Bart?(>> Material 4

Umsetzung: Die Weihnachtsmänner spielen in zwei Gruppen. Jede Gruppe bekommt einen Knäuel weiße Wolle, eine Schere, ein Lineal (30 cm) und eine Rolle Klebeband. Alle haben nun 1 Minute lang Zeit, Extensions herzustellen – wie rationell mit dem wenigen Material gearbeitet wird, bespricht jede Gruppe für sich im Vorfeld. Für eine Extension müssen exakt 4 Haare = Wollfäden in der Länge von 30 Zentimetern abgeschnitten werden. An einem Ende werden sie nun mit Klebeband zusammengefasst.

Nach Ablauf der Minute wird einem freiwilligen Weihnachtsmann der Bart gerichtet und die Extensions – wiederum mit Klebeband – angeklebt. Hierfür haben die Weihnachtsmänner 30 Sekunden Zeit. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Extensions gezählt, die am Weihnachtsmann als Bart kleben bleiben. Hilfsmittel wie Lippen oder Zähne sind nicht erlaubt. Außerdem werden noch Stichproben gemacht, ob tatsächlich immer vier Wollfäden verwendet wurden. Gewonnen hat die Gruppe mit den meisten angeklebten Bart-Extensions. Jede und jeder dieser Gruppe bekommt den Sieg im Medaillenspiegel vermerkt.

Geschenkpapier-Design entwerfen

Idee: Der Weihnachtsmann ist ja nicht nur für das Einpacken und Verteilen der Geschenke zuständig, sondern auch für das Geschenkpapier. Deshalb nimmt sich die Weihnachtsmann-Runde auch Zeit, jedes Jahr neue Geschenkpapier-Designs zu entickeln.

Umsetzung: Jede und jeder spielt für sich alleine und bekommt Papier und Stifte. Innerhalb einer Minute soll auf dem Papier ein neues Geschenkpapier-Design entworfen werden. Damit es keinen Streit gibt, wer die Entwürfe nun bewerten soll, wurde im Vorfeld ein Geschenkpapier entworfen (entweder von einem Mitarbeitenden oder von einem Kind). Derjenige, der dem geheimen Vorentwurf am nächsten liegt, bekommt einen Punkt im Medaillenspiegel vermerkt – bei ähnlichen Bildern können natürlich auch mehrere Punkte verteilt werden.

TIPP: Es ist sinnvoll im Vorfeld zu betonen, dass alles möglich ist – ob das ganze Papier mit Blümchen übersät, oder ein Wolf in der Mitte und rundum Herzchen, oder, oder… Wer weniger Aufwand betreiben will, lässt alles schwarz-weiß malen.

Schal stricken

Idee: Ein ganz typisches und beliebtes Geschenk der Weihnachtsmänner sind gestrickte Socken, gestrickte Handschuhe, gestrickte Mützen und gestrickte Schals. Da so viele Menschen mit diesen mehr oder weniger beliebten Handarbeiten beglückt werden sollen, ist Großproduktion und ein schnelles Nadelspiel angesagt.

Umsetzung: Die Weihnachtsmänner arbeiten in zwei Gruppen. Für jede Gruppe sind 15 Maschen angeschlagen und 5 Reihengestrickt. Nun bekommt jede Gruppe ihre Strickarbeit überreicht und 60 Sekunden Zeit für Strickeinweisungen. Bei dieser Strickeinweisung darf nicht mehr als eine weitere Reihe gestrickt werden (Kontrolle!). Die strickerfahrenen Weihnachtsmänner sollen den unerfahrenen im Schnellverfahren das Stricken beibringen (alles erlaubt, ob rechte oder linke Maschen, abwechselnd oder Freestyle…). Sollte sich keiner des Strickens mächtig fühlen, müssen sich die Weihnachtsmänner in den 60 Sekunden eben überlegen, wie sie am besten die Wolle durch die Schlaufen schieben, ohne dass sich die Strickarbeit auflöst statt zu wachsen…Nach den 60 Sekunden wird kurz geschaut, dass jedes Team komplett 6 Reihen gestrickt hat, um wieder eine gleiche Ausgangsbasis zu schaffen. Dann fällt der Startschuss, und jeder Weihnachtsmann muss 15 Sekunden stricken (Zeitspanne kann an Gruppengröße angepasst werden). Am Ende wird geschaut, wer den längsten Schal gestrickt hat. Die Weihnachtsmann-Jury sollte sich im Vorfeld überlegen, wie stark sie fehlerfreies Stricken wertet oder nur Zentimeter.

Geschenke einpacken

Idee: Natürlich sollten alle Geschenke, die die Weihnachtsmänner verteilen, auch eingepackt werden. Hier ist aber keine schlampige Fließbandarbeit gefragt, sondern zügiges aber trotzdem liebevolles Arbeiten.

Umsetzung: Jeweils ein Weihnachtsmann (bei einer großen Gruppe und meheren Mitarbeitenden kann auch parallel gearbeitet werden) steht am Startpunkt, rennt zum Materialtisch und nimmt sich eine kleine Mini-Schokolade, ein vorgeschnittenes Papier und ein vorgeschnittenes Geschenkband (um gleiche Ausgangsbedingungen zu gewährleisten) und rennt weiter zum Packtisch. Am Packtisch steht ein Klebebandabroller. Die Mini-Schokolade wird eingepackt, hierfür dürfen zwei Klebestreifen verwendet werden die nicht länger als 4 cm sind (längere Streifen geben jeweils 10 Strafsekunden). Nun soll das Geschenkband so um das Päckchen gebunden werden, dass es einmal längs und einmal quer über das Päckchen geht und in der Mitte dann eine Schleife gebunden wird. Sobald das Päckchen fertig eingepackt ist, hält es der Weihnachtsmann hoch und die benötigte Zeit wird notiert. Für schlampig eingepackte Päckchen gibt es auch 10 Strafsekunden. Sobald alle Päckchen gepackt (und in einem Sack verstaut worden) sind, werden die Zeiten ausgewertet und entsprechend für den oder die schnellsten Einpacker Punkte im Medaillenspiegel notiert.

TIPP: Vor der Runde eine richtig eingepackte Schokolade herzeigen, damit alle sehen, wie das gewünschte Objekt aussehen soll.

Schlitten beladen

Idee: Da unendlich viele Päckchen an Weihnachten verteilt werden sollen, muss der Schlitten taktisch klug beladen werden, sonst verliert der Weihachtsmann seine Päckchen.

Umsetzung: Zwei Gruppen einteilen. Falls Schlitten und Päckchen doppelt vorhanden sind, kann parallel gespielt werden, falls nicht, spielen die beiden Gruppen hintereinander und die zweite Gruppe darf der ersten Gruppe nicht beim Beladen zusehen, um keinen Vorteil zu haben. Die Gruppe hat genau 3 Minuten Zeit, um in Ruhe auszutüfteln, wie sie die Päckchen auf dem Schlitten stapelt und um dies dann auch umzusetzen. Nach den 3 Minuten wird der Schlitten mit einem starken Ruck an der Ziehleine ein Mal angezogen, dann wird gezählt, wie viele Päckchen noch auf dem Schlitten verbleiben. Es sind keine Hilfsmittel zur Befestigung erlaubt (auch nicht das Zugseil des Schlittens), falls es jedoch ein Schlitten mit einzelnen Latten ist, dürfen die Zwischenräume genutzt werden, um etwas einzuklemmen. Wird jedoch ein Päckchen oder eine Schachtel in irgendeiner Weise verbogen oder beschädigt, werden 3 Schachteln abgezogen. Die Gruppe mit den meisten auf dem Schlitten verbleibenden Päckchen hat gewonnen, die Jugendlichen dieser Gruppe kassieren Punkte auf dem Medaillenspiegel.

Weihnachtsmanns Tiere

Idee: Ein Weihnachtsmann kann es nicht schaffen, alle Päckchen alleine zu schleppen und dann auch noch schnell vorwärts zu kommen. Deshalb hat er verschiedene Tiere, die er einsetzt, die er hegt und pflegt und ganz genau kennt. Sogar im Schlaf kann er seine Tiere malen.

Umsetzung: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält ein Blatt Papier und einen Stift. Nach dem Startsignal soll nun jeder die Tiere aufmalen, die bekannterweise dem Weihnachtsmann hilfreich sind. Hierfür haben die Teilnehmer 3 Minuten Zeit. Nach den 3 Minuten werden die Blätter eingesammelt und die Jury prüft, welche Tiere sie erkennt. Bewertet werden nur die Tiere, die auf der geheimen Liste der Jury stehen. Nämlich: Elch, Esel, Rentier, Hirsch. Wer alle Tiere einigermaßen erkennbar gezeichnet hat, bekommt einen Punkt auf dem Medaillenspiegel.

Säcke flicken

Idee: Was kann einem Weihnachtsmann Schlimmeres passieren, als dass er ein Loch in seinem Sack hat und Geschenke verliert? Sobald er ein Loch bemerkt, flickt er dieses natürlich sofort fachgerecht.

Umsetzung: Jeder Weihnachtsmann näht einen 10 x 10cm großen Stoffflicken auf einen Jutesack, und die Zeit wird gestoppt. Wer näht am schnellsten? – Damit nicht gemogelt wird, müssen folgende Punkte beachtet werden: Alle nähen mindestens 10 Stiche (Art der Stiche ist egal), Fadenanfang und -ende müssen jeweils verknotet und abgeschnitten sein. Wenn man den Sack mit dem Flicken nach unten hält, muss der Flicken halten. Je nach Anzahl der Jugendlichen kann hintereinander genäht werden oder es nähen immer mehrere Personen parallel. Natürlich bekommt der Sieger einen Punkt im Medaillenspiegel vermerkt.

Anregungen für weitere Disziplinen (auch angeregt durch verschiedene Weihnachtsmann-Bräuche) könnten sein:
• Socken aufhängen
• Kamin-Climbing
• Colasorten erschmecken als Cola-Weihnachtsmann
• Weihnachtsmann-Theaterstück
• Weihnachtsmann-Kurzgeschichte erfinden
• Weihnachtsmann-Gedicht erfinden oder schön rezitieren
• Weihnachtslied singen
• Weihnachtsbaumgirlande basteln,…

Medaillenspiegel – Beispiel

1. Erklärungen zum Text

Vers 15: Alle vier Evangelien bezeugen, dass es anlässlich des Passahfestes die Gewohnheit gab, einen inhaftierten Schwerverbrecher oder Mörder zu begnadigen. Veranlassen konnten dies allerdings nur die Römer, in diesem Fall der Gouverneur Pilatus.

Vers 16: Barrabas gehörte zu den Zeloten, einer jüdischen Widerstandsgruppe, die gegen die römische Besatzung kämpften (vgl. Joh. 18,40). Er war wegen Mordes angeklagt (vgl. Mk. 15,7; Lk. 23,19). „Bar Abba“ heißt „Sohn des Abba“ (Sohn des Vaters) und ist somit nicht der eigentliche Name von Barrabas. In mehreren Handschriften wird er „Jesus Bar Abba“ genannt. Allerdings ist das nicht sicher.

Vers 17-18: Normalerweise würde Pilatus Barrabas nie freilassen, weil er den Römern nur Ärger und Unruhe bringt. Aber er benutzt ihn als Instrument seiner Taktik. Ein raffinierter Schachzug ist das. Und er wusste, dass Jesus unschuldig war.

Vers 19: Während des Verfahrens wird Pilatus durch seine Frau davor gewarnt, einen Unschuldigen zu verurteilen. Träume zählten damals quasi als göttlicher Hinweis. Leider schlägt Pilatus die Warnung aus und seine Taktik Jesus frei zu bekommen geht ebenfalls nicht auf.

Vers 20: Die Hohenpriester stacheln das Volk auf.

Vers 21-23: Pilatus scheint überrascht, dass die Menge auf seine erste Frage „Welche von den beiden wollt ihr für euch freigelassen haben?“ mit dem Namen „Barrabas“ antwortet. Er versucht durch den Hinweis, Jesus würde doch der Messias genannt, die Menschen umzustimmen. Und wo es anfangs lediglich um die Freilassung ging, kippt die Stimmung nun und der schreckliche Ruf „Kreuzige ihn“ ertönt über den Hof. Auch der dritte Anlauf von Pilatus fruchtet nicht. Die Volksmenge schreit noch lauter. Niemand interessiert sich mehr für die Schuldfrage. Jetzt geht es nur noch um das Prestige zwischen Römern und Juden.

Vers 24: Den Vorgang des Händewaschens beschreibt nur Matthäus. Nach 5. Mose 21,6f. war es eine symbolische Handlung, um die Schuldlosigkeit an einem Mord öffentlich zu bezeugen (Sprichwort: „Ich wasche meine Hände in Unschuld.“).

Vers 26: Pilatus lässt Barrabas frei (Einzelamnestie) und spricht das Urteil über Jesus. Heute würde man das als „Justizmord“ bezeichnen.

Vers 27-30: Eine spezielle Truppe von Soldaten (Prätorianer) führt Jesus in ihre Kaserne ab. Dort versammeln sich ca. 600 weitere Soldaten (Kohorte), um das übliche Verspotten und Quälen des Verurteilten durchzuführen.

2. Bedeutung für heute

Würde man diese Geschichte verfilmen, dann wäre es ein Drama oder eine Tragödie oder beides. Anfangs rechnet man als Leser/Zuschauer noch mit der Vernunft der anwesenden Bevölkerung. Sie mochten Jesus doch. Gegen Jesus hatte Barrabas doch keine Chance! Und da gab es ja auch noch den römischen Statthalter Pilatus. Er würde Barrabas nie frei lassen. Doch wie in jedem Drama nimmt die Geschichte ihren Lauf und steuert unweigerlich auf ein grausames Ende zu. Man mag und kann gar nicht mehr hinschauen.

Frage: Welche Bedeutung könnte diese Geschichte für uns heute haben?

Während des Prozesses haben mehrere Personen mit Jesus zu tun:

  • Barrabas – Bar Abba – Sohn des Vaters: Ob er vor diesem Tag Jesus jemals gesehen hat, wissen wir nicht. Nun aber tritt Jesus in sein Leben ohne sein Zutun. Und Jesus, der Sohn des Vaters im Himmel, wird ihm zur Rettung. Der Schuldspruch des einen wird zum Freispruch des anderen. Der Eine bezahlt mit seinem Leben und der Andere erhält sein Leben zurück.

Impuls: Erzählt euch gegenseitig, wie Jesus in euer Leben getreten ist.

  • Frau des Pilatus: Ihr Name wird nicht genannt, aber sie spielt eine wichtige Rolle in dem Prozess. Gott nutzt ihren „Traum-Aberglauben“, um sie und ihren Mann zu warnen. Sie nennt Jesus einen „Gerechten“. Ob sie dies dem jüdischen Sprachschatz entnommen hat?

Impuls: Jesus/Gott offenbart sich unterschiedlich im Leben von Menschen: im Gespräch mit einem Menschen, durch ein Lied, während eines Spaziergangs in der Natur, beim Lesen der Bibel, etc. Meistens begegnet er uns nicht nur auf eine Art und Weise. Wie begegnet Gott dir im Alltag?

  • Pilatus: Da er gute zehn Jahre als Präfekt in Judäa tätig war, wusste er von Jesus. Er war sogar von seiner Unschuld überzeugt. In Johannes 19,12f. erfahren wir, dass Jesus mit ihm ein intensives Kurzgespräch über die Wahrheit führte. Doch Pilatus weigerte sich, der Wahrheit zu folgen, die aus Jesus spricht.

Außerdem knickte Pilatus während des Verhörs ein. Laut Johannes 19,12f. drohten ihm die Juden, ihn beim Kaiser in Rom (Tiberius) anzuzeigen und dafür zu sorgen, dass er den Titel „Freund des Kaisers“ verliere. Dieser Drohung beugte er sich. Und die Warnung seiner Frau schlug er in den Wind.

Fragen: Kennst du Situationen, in denen es dir schwer fällt dich auf Jesu Seite zu stellen? Wenn ja, was könnte dir helfen, anders zu reagieren?

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Drei Namensschilder (A4) mit „Barrabas“, „Pilatus“, „Frau des Pilatus“ beschriften und sichtbar hinlegen. Falls ihr biblische Erzählfiguren o.ä. habt, stellt zu jedem Namen eine Figur. Nun erzählt euch aus dem Stegreif, was ihr von diesen drei Menschen wisst. Dann überlegt sich jeder eine Frage, die er einer dieser drei Personen gerne stellen würde. Am besten die Frage aufschreiben. Teilt euch eure Fragen gegenseitig mit.

3.2 Bibel lesen

1. Runde: Lest nun gemeinsam die Geschichte.

2. Runde: Eine Person liest nochmals die Geschichte und eine andere Person liest jeweils aus Punkt 1 „Erklärungen zum Text“ die Anmerkungen parallel zu den Versen vor.

3. Runde: Lest miteinander  Punkt 2 „Bedeutung für heute“ und nehmt euch Zeit für die zwei Impulse und die Fragen zu den drei Personen Barrabas, Pilatus und Frau des Pilatus.

3.3 Vertiefung

Dazu gäbe es verschiedene Möglichkeiten:

  • Gestaltet zu den drei Personen jeweils eine Station zu einem Kreuz-/Passionsweg.

Bsp.: Pilatus – Schüssel mit Wasser steht auf einem Holzhocker – eine Textbetrachtung liegt daneben oder ein Spiegel hängt darüber.

Vielleicht könnt ihr diese Stationen während einer Gemeindeveranstaltung, in einem Gottesdienst oder bei einem Kreuzweg eurer Stadt/eures Orts durchführen.

  • Überlegt, wie dieses Ereignis in Jerusalem aus Sicht des Barrabas aussehen könnte. Wenn ihr gerne Theater spielt, könntet ihr das als „Improtheater“ spielen. Mögliche Szenarien: Barrabas sitzt nach der Haftentlassung mit seinen Zelotenfreunden am Lagerfeuer und erzählt. Oder aber: Die Jerusalem Post bittet ihn um ein Interview.

3.4 Ideen zum Abschluss

Überlegt nochmals kurz, was euch heute angesprochen hat und nehmt euch Zeit zum gemeinsamen Gebet.

Gottes weites Herz für Fremde

Gottes weites Herz für Fremde

Fremdsein ist ein Thema, das viele Menschen zurzeit bewegt. Wie gehen wir damit um, dass Flüchtlinge in Deutschland Zuflucht und Heimat suchen? Fremd sind sie und brauchen offene Herzen und Türen. Die Erfahrung, fremd zu sein, kennen Jugendliche auch. Nicht fremd im anderen Land, sondern fremd in einer neuen Klasse, fremd und anders in der Clique der Kumpels und Freundinnen. Die Bibelarbeit über Apostelgeschichte 10,21–36 zeigt, dass Gott ein Herz für Fremde hat. Das zu wissen, kann helfen, sich selber und andere anzunehmen.

Biblisch-theologische Gedanken

1. Gott macht keine Unterschiede

Da wird vom römischen Hauptmann Kornelius erzählt. Ein Engel erscheint ihm und gibt ihm einen Auftrag. Er soll den Jesusjünger Petrus holen lassen, damit dieser ihm das Evangelium von Jesus Christus sagt.

Gott macht keine Unterschiede. Das ist es, was Petrus im Haus des römischen Hauptmanns erfährt:

„Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht!” (Apg. 10,34).

Im Haus des Hauptmanns Kornelius begreift Petrus, was er im Kopf vielleicht schon länger gewusst, aber im Herzen nicht gefühlt hatte: Gott macht keine Unterschiede zwischen Menschen. Bisher war für Petrus eines immer völlig klar gewesen: Da ist auf der einen Seite das Volk Gottes, die Israeliten, und auf der anderen Seite sind die Heiden, mit denen Gott nichts zu tun haben will. Nicht einmal das Haus eines Römers betritt ein frommer Jude. Nun begreift Petrus: Alle, Juden und Heiden, sind Menschen, für die Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist.

Es ist gewiss nicht nur die Erfahrung von Petrus, dass Unterschiede zwischen Menschen gemacht werden. Vielleicht haben wir das Gefühl, dass unsere Eltern Unterschiede machen zwischen den Kindern. Das haben sie vielleicht nie so gesagt, doch insgeheim hatten wir immer das Gefühl, dass die Geschwister uns vorgezogen wurden. Jugendliche kennen diese Erfahrung auch aus der Schule: Manche kommen gut an, und andere stehen am Rand in der Klasse. Wenn wir es sind, die am Rand stehen, spüren wir vielleicht noch nach Jahren den Stich im Herzen.

Menschen machen Unterschiede. Aber Gott nicht.

„Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.” (Apg. 10,34+35).

Wörtlich übersetzt heißt dieser Satz: „Nun begreife ich in Wahrheit, dass Gott keiner ist, der auf das Gesicht achtet.“ Diese Formulierung „auf das Gesicht achten“ kannten die Menschen damals nur zu gut: Ein König, ein Herrscher, achtete auf das Gesicht seiner Untertanen, so sagte man es damals: Wer dem König gefiel oder wer ihn mit Geschenken bestechen und gnädig stimmen konnte, dem war er wohlgesonnen. Auch wir kennen ja die Redewendung: „Mir gefällt das Gesicht von jemandem“ oder „ich kann sein Gesicht nicht mehr sehen“. Aber so ist Gott nicht.

2. Bei Gott sind alle willkommen

Gottes Herz steht offen – für alle – ohne Unterschied. An manchen Haustüren hängen Schilder, auf denen steht „Willkommen“ oder auf Englisch „Welcome“. Jeder, der eintritt, darf sich willkommen fühlen. Für mich ist dies ein Bild dafür, wie Gott zu uns steht: Willkommen! Als die Menschen, die wir sind, sind wir willkommen. Mit unserer Lebensgeschichte, mit aller Schuld und allen Lebenswunden. Ganz gleich, wer wir sind und aus welcher Familie wir kommen. Vielleicht tauchen in uns Erinnerungen auf an Situationen, in denen Menschen uns das Gegenteil spüren ließen: Du bist mir nicht willkommen. Aber Gott sagt: „Du bist mir willkommen, über dein Gesicht freue ich mich!“ Jesus steht für dieses „Willkommen“, das Gott zuspricht. So willkommen sind wir, dass Gott als Fremder in unsere Welt kommt und durch Jesus selber alles aus dem Weg räumt, was uns von ihm trennt.

3. Unser Auftrag – einander willkommen heißen

Gott spricht uns zu: „Du bist willkommen bei mir.” Und zugleich gibt Gott uns den Auftrag, den damals auch Petrus erhalten hat: Dass wir nicht trennen und Unterschiede machen zwischen Menschen, sondern dass wir verbinden sollen. Es war gewiss kein leichter Schritt für Petrus, die Schwelle zum Haus des Hauptmanns Kornelius zu überschreiten. So wie es nie leicht ist, auf Menschen zuzugehen, von denen uns manches trennt. Vielleicht gibt es auch in unserem Leben Türschwellen, die wir seit langem nicht mehr überschritten haben. Vielleicht gibt es Häuser, bei denen wir uns geschworen haben, sie nie wieder zu betreten. Oder im Bild gesprochen, wir bringen es nicht übers Herz, die Schwelle zum Herzen eines anderen Menschen zu überschreiten. Gott fordert nicht von uns, dass wir uns zusammenreißen sollen und eben über unseren Schatten springen. Mancher Unterschied, manche Trennung ist zu tief. In der Geschichte von Petrus und dem Hauptmann Kornelius bereitet Gott selber liebevoll alles vor. Da betet Kornelius immer wieder, dass Gott ihm begegnet. Und Gott schickt einen Engel zu ihm. Auch mit Petrus geht Gott seinen Weg. In einem Traum zeigt Gott ihm, dass er zum Hauptmann gehen und ihm von Jesus erzählen soll.

Gott hat damals liebevoll die Wege geebnet. Nur er kann diese Wege auch in unserem Leben ebnen. Da mag es für uns ein erster Schritt sein, wie der Hauptmann Kornelius zu beten und darum zu bitten, dass Gott uns begegnet. Und dass wir ihm die Trennungslinien unseres Lebens bringen. Dass wir ihm von den Wunden erzählen, von den schmerzhaften Unterschieden unseres Lebensweges. Es ist ein erster Schritt, dass wir ihm im Gebet diese Menschen nennen, denen wir nicht aus eigener Kraft begegnen können. In Jesus Christus ist er selber Mensch geworden, um uns mit sich selber und miteinander zu verbinden. Gott gibt uns den Auftrag, Menschen mit seinen Augen zu sehen und willkommen zu heißen: Als Menschen, für die Jesus gestorben und auferstanden ist.

Die konkrete Umsetzung

1. Einstieg

Eine kurze Spielszene (z. B. erster Tag in neuer Klasse usw.) könnte an das Thema „Fremd sein“ heranführen und zugleich vor Augen stellen, dass sich nicht nur Ausländer fremd fühlen, sondern dass dies eine Erfahrung ist, die wohl alle irgendwie kennen. Eine Alternative zu dieser Szene könnte ein Ausschnitt aus dem Film „Willkommen bei den Sch’tis“ sein (es könnte sich eine Szene zu Beginn des Films eignen, in der völlig überzogen erzählt wird, wie furchtbar das Leben in Nordfrankreich ist).

2. Gesprächsphase

Der Abschnitt aus der Apostelgeschichte wird gelesen. Es ergibt Sinn, dass einer der Mitarbeitenden die ganze Geschichte von Petrus und Kornelius aus Apostelgeschichte 10 kurz erzählt (zum Lesen ist sie zu lang): Petrus wird ins Haus des Hauptmanns gerufen, zuerst möchte er nicht, aber Gott bringt ihn am Ende doch dazu, zum römischen Hauptmann zu gehen.

Mögliche Fragen / Aufgaben zum Text:

  • Gefühle-Detektor: Welche Gefühle gehen im Laufe der Geschichte in Petrus vor (gemeinsam eine Gefühlskurve in ein Koordinatensystem einzeichnen).
  • Was verändert sich an der Einstellung von Petrus, während er im Haus des römischen Hauptmanns ist?
  • Was entdeckt Petrus darüber, wie Gott über „Fremde“ denkt?
  • „Das kenne ich“ – Wo entdecke ich mich im Text wieder? Wann habe ich mich schon fremd gefühlt? Wann hatte ich schon das Gefühl, dass Menschen Unterschiede machen und ich mich nicht angenommen fühlte?
  • Gibt es Menschen, die für mich fremd sind/ mit denen ich mir schwer tue? Wie könnte ich auf sie zugehen?

Interview

Das Gespräch über den Bibeltext kann in ein Interview münden, das ein Mitarbeitender mit Petrus, dem Hauptmann und einem der Diener des Hauptmanns führt. Als nettes Ambiente dienen vier Sessel oder zumindest vier Stühle mit kleinem Beistelltisch (z. B. mit Gummibärchen bestückt). In die Rollen der Interviewgäste schlüpfen drei Teilnehmende. Sie antworten in „Ich-Rede“ auf die Fragen des Moderators und versuchen, sich in die Person hineinzuversetzen, die sie darstellen. Wenn sie keine Antwort mehr wissen oder nicht mehr die Rolle weiterspielen wollen, können sie einen anderen Jugendlichen benennen, der die Rolle weiterspielt. Wichtig ist hierbei zum einen, dass der Moderator seine Fragen an die Interviewgäste gut vorbereitet hat. Zum anderen wird es ein wenig dauern, bis die Jugendlichen bereit sind, sich auf dieses Interview einzulassen. Meine Erfahrung ist, dass dies aber erstaunlich gut klappt, weil die Spielenden selber Spaß an ihren Rollen gewinnen.

3. Bündelung und Andacht

Dieser Impuls könnte den drei Gedanken des Bibeltextes folgen:

1. Gott macht keine Unterschiede

2. Bei Gott sind alle willkommen

3. Unser Auftrag: einander willkommen heißen

4. Kreative Vertiefung

Die Idee ist, dass die Jugendlichen etwas zur Erinnerung gestalten, dass sie in aller Unterschiedlichkeit bei Gott willkommen sind. Jeder Teilnehmende gestaltet für sich einen kleinen „Spiegel“ (z. B. von IKEA „Malma“, 1,99 Euro). Der Spiegel kann mit Acrylfarbe bemalt und mit Glitzersteinen oder anderem Dekomaterial verziert werden. Als Erinnerung an den Bibeltext wird darauf geschrieben: „Du bist bei Gott willkommen“ oder die Kurzversion „Du bist willkommen“. Dekomaterial gibt es z. B. günstig in 1-Euro-Läden.

 

Du hast Potenzial! Dein Körper ist was wert!

1. Vorbemerkungen

Die Pubertät ist die Zeit der Orientierungslosigkeit. Bin ich jetzt schon Erwachsener oder noch Kind? Die Veränderungen am eigenen Körper lösen Verunsicherung aus. In diesem Alter den eigenen Körper als etwas Wunderbares zu sehen, ist für viele eine echte Herausforderung. Viele Jugendliche durchlaufen auch eine sportliche Krise, wenn das Körperwachstum dazu führt, dass bestimmte Bewegungsabläufe nicht mehr so funktionieren wie bisher. Teenager sind in ihrer Lebensphase extrem verletzlich und werden verletzt. Diese jungen Körper, in denen Anbetung Gottes stattfinden soll, sind renovierungsbedürftig und zugemüllt. Es ist Hilfe nötig, damit diese jungen Menschen ihr Potenzial erkennen können und auch ausschöpfen.

2. Zielgedanke

Du hast Potenzial! Dein Körper ist was wert!

3. Einführung incl. Exegese (1. Kor 6,19.20)

Der Brief des Paulus ist an die Mitglieder der Gemeinde in Korinth gerichtet. Personen, die Christen sind, sich aber in einer herausfordernden Umgebung befinden. Die Stadt Korinth war zur Zeit von Paulus eine wichtige Handelsstadt und Metropole. Hier „lebten“ aber auch viele Ideologien und Wertevorstellungen. Die Christen von Korinth wurden mit immer neuen Lebensstilen konfrontiert und einige freundeten sich damit an.

Eins der vier großen antiken Sportfeste fand in der Nähe der Stadt Korinth statt. Bei den sogenannten Isthmien traten Menschen aus allen Regionen in sportlichen und musischen Wettkämpfen zu Ehren des Gottes Poseidon gegeneinander an. Stadion, Pferderennbahn, Theater, Trainingsgelände waren voll von Zuschauern, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten.

Korinth war ein strategisch bedeutsamer Ort, um die Gute Botschaft zu verbreiten. Paulus war sich bewusst, dass von hier aus die ganze damals bekannte Welt mit dem Evangelium erreicht werden konnte.

Teenager, die Jesus kennen, sind in Schule oder Sportverein einer ähnlichen Vielfalt ausgesetzt. Sie sind gefordert, bei all den verlockenden Angeboten auf dem richtigen Weg zu bleiben. Der Bibeltext bezieht sich in erster Linie auf das Sexualleben in Korinth, doch auch dieses Thema wird in den Umkleidekabinen und Schulhöfen ausgiebig diskutiert. In der Welt der Teenager gibt es strategisch günstige Orte, seinen Glauben weiterzugeben, doch zugleich ist es an diesen Orten schwer, den eigenen Glauben authentisch zu leben. So wie die Korinther von Paulus unterstützt, ermahnt und gewarnt wurden, so müssen auch unsere Teenager die gleiche Hilfe erfahren.

4. Einstieg

Wir befinden uns bei den isthmischen Spielen in Korinth. Die Wettkämpfe haben noch nicht begonnen. Die Athleten (Teenager) kommen an und werden von den Mitarbeitern mit den Worten „Mens sana in corpore sano“ (ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper) begrüßt.

Im Vorfeld bekommt jeder Teenager in Form von Namensschildern eine neue Identität. Die griechischen Namen werden nicht ausgesucht, sondern sind bereits im Vorfeld zugeteilt.

Mit diesem Namen müssen sie sich bei einem Helanodiken (griechischen Wettkampfrichter) anmelden. Die Namen sind bereits zwei Gruppen zugeordnet:

  • Athleten
  • Künstler

So entstehen zwei möglichst gleich große Gruppen. Der Raum ist so vorbereitet, dass zwei Lager vorhanden sind. Auf den Stühlen finden die Athleten ihren Namen wieder. In jedem der Lager gibt es Obst und gesunde Getränke.

Auf diese Weise entsteht in der Mitte eine Arena.

Mit einem Beamer kann das Bild des antiken Poseidontempels an die Wand projiziert werden, den auch die Athleten der damaligen Zeit immer vor Augen hatten.

5. Hauptteil

Phase 1

Beide Gruppen beschäftigen sich mit der Frage: Wie wurde ein Tempel erbaut?

  • Athleten: Versucht herauszufinden, welche Eigenschaften die Materialien hatten, die für den Bau des Tempels verwendet wurden (1. Kön 6,14-36).
  • Künstler: Versucht herauszufinden, nach welchen Kriterien die Handwerker ausgesucht wurden, die am Bau des Tempels beteiligt waren (1. Kön 7,13.14).
  • Das eigene Ergebnis wird der anderen Gruppe vorgestellt.
    • Künstler: Für den Bau des Tempels wurden nur die besten und hochwertigsten Materialien verwendet.
    • Athleten: Mit dem Bau des Tempels wurden nur die talentiertesten Handwerker betraut.

Phase 2

Beide Gruppen beschäftigen sich mit dem Bibelvers „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, der in euch lebt und euch von Gott geschenkt wurde?“ (1. Kor 6,19).

  • Künstler: Denkt unter Berücksichtigung von Phase 1 darüber nach, was es bedeutet, dass unser Körper als Tempel bezeichnet wird.
  • Athleten: Denkt unter Berücksichtigung von Phase 1 darüber nach, was es bedeutet, dass Gott (Heilige Geist) in uns lebt.
  • Das eigene Ergebnis wird der andern Gruppe vorgestellt.
    • Künstler: Unser Körper ist wunderbar gemacht. So wie der Tempel in Jerusalem sind wir vom besten Baumeister und aus den besten Materialien zusammengesetzt (Ps 139,13.14).
    • Athleten: So wie der Tempel in Jerusalem für Gott errichtet wurde, so wurde auch unser Körper dafür gemacht, dass Gott (Heiliger Geist) darin zu Hause ist (2. Chr 7,1-3.16).

Athletenwettkampf

Antiker Weitsprung: Damals sprang man beidbeinig fünfmal hintereinander in den sicheren Stand. Von dort, wo man gelandet war, sprang man weiter. Das Umfallen nach vorn oder hinten führte zur Disqualifikation.

Die Athleten treten nach den Regeln des antiken Weitsprungs gegeneinander an. Wer mit fünf Sprüngen die weiteste Distanz zurücklegt, gewinnt.

Künstlerwettkampf

Es geht bei diesem Wettkampf darum, die Psalmverse 139.13+14 so laut und deutlich wie möglich vorzutragen. Die Helanodiken bilden eine Jury.

Phase 3

Ein Helanodike (Mitarbeiter) erklärt: 2. Chronik 29,1-7

Der Zustand des Tempels war immer ein Indiz dafür, wie intakt die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk war. Die Könige, die nach Gottes Willen fragten, sorgten sich auch um dessen Wohnhaus. Die Könige, die Gott den Rücken kehrten, ließen den Tempel verkommen.

„Denn ihr seid für ein Lösegeld gekauft worden. Macht also Gott mit eurem Körper Ehre“ (1. Korinther 6,19).

Die Künstler und Athleten sollen gemeinsam überlegen. Es hat durch die Zahlung des Lösegeldes ein Herrschaftswechsel stattgefunden.

  • Was ist nach dem Vorbild König Hiskias in unserem Tempel zu tun?
  • Wie kann unser Körper zum Indiz dafür werden, wie intakt unsere Beziehung zu Gott ist?

6. Abschluss

a) Wir sind ein Tempel, der von dem besten Baumeister und mit den besten Materialien erbaut wurde. Wir sollten es glauben und dankbar dafür sein.

b) Jesus hat das Lösegeld gezahlt. Dadurch konnte ein Herrschaftswechsel stattfinden. Unser Körper gehört nun nicht mehr uns, sondern Gott. Fange an aufzuräumen und höre auf zu randalieren.

c) Unser Körper hat das Potenzial, ein Zeugnis für Jesus in deinem persönlichen Umfeld zu sein. Was willst du lassen, damit dein Tempel zum Zeugnis für Jesus wird? Was willst du tun, damit dein Tempel zum Zeugnis für Jesus wird?

d) Der Tempel von Jerusalem stand auf einem Berg mitten in der Stadt. Jeder konnte ihn sehen. Welchen Platz nimmst du in deiner Klasse oder im Sportverein ein? Als Tempel des Heiligen Geistes solltest du nicht unbemerkt bleiben.

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto