Die „richtige“ Nutzung neuer Medien

Von erhobenen Daumen, Smileys und der Einschätzung wann etwas zu viel ist …

1. Vorbemerkungen

Es gibt Dinge, da weiß man, wann es „zu viel“ ist: Schokolade zum Beispiel. Isst man „zu viel“ davon, bekommt man Bauchschmerzen. Isst man trotzdem weiter, sorgt das für Zahnschmerzen und man bringt irgendwann „zu viel“ auf die Waage.Vorbei mit einem schnellen „Richtig oder Falsch“ ist es, wenn es um die Nutzung neuer Medien geht: Internet, MP3-Player oder Smartphone.So gefährlich sie manch Älterem erscheinen, so unbefangen gehen Jugendliche mit ihnen um.

2. Zielgedanke

Jüngere Leute nutzen Medien anders als ältere. Sie nutzen sie selbstverständlicher, regelmäßiger und oft auch unbewusster. Sich in Sachen Mediennutzung starr auf „richtig und falsch“ festzulegen bringt nicht weiter. Wichtig ist es, sein eigenes Nutzungsverhalten zu erkennen, zu hinterfragen und die Kontrolle darüber zu behalten.

3. Einführung

Medien sind heute ein wichtiger und selbstverständlicher Bestandteil des Alltags von Jugendlichen. Im Schnitt etwa alle 12 Minuten wird beispielsweise das Smartphone aktiviert. Jugendliche kommen immer früher zu eigenen Geräten – in der Regel spätestens nach der Grundschule. Anfangs wird meistens gespielt, später wird Kommunikation immer wichtiger. „Früher“ wurde gezielt mit einzelnen Freunden Kontakt aufgenommen, indem man sie besuchte oder anrief – heute besteht eine Art Standleitung zu vielen Freunden gleichzeitig, aber auch zu entfernteren Bekannten. Soziale Netzwerke bieten Neuigkeiten im Sekundentakt und lassen uns immer up-to-date sein – auch und vor allem über das Privatleben unserer „Freunde“. Entsprechend groß ist die Angst, etwas zu verpassen, ist man gerade nicht online.

Wir sind nicht mehr angewiesen auf das Fernsehprogramm oder die DVDs in unserem Regal. Plattformen wie YouTube oder Netflix bieten uns die Möglichkeit, jederzeit zu sehen, was wir wollen – zu Hause oder unterwegs. Es gibt immer mehr Orte, an denen man Zugang zu WLAN hat; mobiles Internet wird immer schneller und billiger. Für Jugendliche ist diese Medienlandschaft ganz normal. Sie sind „digital natives“ – Eingeborene der digitalen Welt. Gerade auch die gleichzeitige Nutzung verschiedener Medien ist für sie keine Besonderheit.

Nichtsdestotrotz werden junge Leute ständig für ihr Nutzungsverhalten kritisiert – oft zu Unrecht; ebenso oft zu Recht. Denn irgendwann verlässt man den Bereich der „normalen“ Nutzung: andere Dinge des täglichen Lebens werden vernachlässigt, im schlimmsten Falle entsteht eine Sucht, aus der man nicht ohne Weiteres wieder herausfindet. Einige Studien kommen zu dem Schluss, dass zwischen 5% und 10% der unter 18-Jährigen suchtartiges Internetverhalten zeigen. Ein Jugendlicher drückt diese Gefahr am Beispiel von Facebook so aus: „Wir alle sind jetzt fast jeden Tag bei Facebook drinnen und das ist ja schon eigentlich die Sucht, dass wir jeden Tag bei Facebook reingucken müssen. Das macht gleich süchtig.“

4. Einstieg

Im Jugendraum wird eine „Medienlandschaft“ aufgebaut: auf einem Laptop/TV wird eine DVD abgespielt, gleichzeitig läuft Musik, es stehen Spielemöglichkeiten bereit (Tablets, Spielekonsolen, Laptops). Ihr als Gruppenleiter beschäftigt euch ausgiebig mit eurem Smartphone und ermutigt die Jugendlichen ebenfalls dazu. Idealerweise besteht die Möglichkeit, via W-Lan oder mobilem Internet online zu gehen und Facebook, YouTube o. Ä. zu nutzen. Ohne Erklärung lasst ihr in dieser „Medienlandschaft“ einige Minuten vergehen. Anschließend beendet ihr ganz plötzlich alle Medienwiedergaben und fordert die Teilnehmer auf, ihre Smartphones wegzustecken. Jetzt lasst ihr ohne weitere Erklärung wieder einige Minuten vergehen, bis das Programm offiziell beginnt.

5. Hauptteil

Nachdem die Medien nicht mehr zur Verfügung stehen, könnt ihr folgende Fragen besprechen:

  • Wie war die Stimmung in dieser „Medienlandschaft“?
  • Haben sich die vielen Medien für mich „normal“ angefühlt?
  • Haben sie mich genervt?
  • Was hätte ich gern ausgeschaltet? Warum?
  • Wie kam mir die Stille danach vor?
  • Hat mir was gefehlt?
  • Was hätte ich gern wieder angeschaltet? Warum?

Bei einer interaktiven Quizshow treten nun zwei Teams gegeneinander an. Im Rahmen einiger Schätzfragen kommen folgende Fragen in Betracht (wichtige Quellen hierbei wie auch für das ganze Thema Medien: DIVSI U25-Studie; — JIM-Studie 2014) (bei jeder Frage dazu ermutigen, sich selbst einzuschätzen):

  • Wie viele Prozent der Jugendlichen nutzen täglich Facebook bzw. WhatsApp? 68% bzw. 72%
  • Wie viele Prozent der Jugendlichen können sich ein Leben ohne Facebook bzw. YouTube nicht vorstellen? 53% bzw. 29%
  • Wie viele Minuten sind Teenager im Schnitt pro Tag online? 104
  • Wie viele Prozent der Jugendlichen wurden schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing? Ca. 17% also jede/r SechsteMögliche
Aktionsspiele: Wegschauen ist (k)eine Lösung

Mit dem Smartphone in der Hand durch einen Parcours laufen. Zur Kontrolle, dass der Läufer wirklich auf das Smartphone schaut, muss er damit einen Film drehen. Der wird danach von einem Gruppenleiter angeschaut – für jedes Mal wegschauen fünf Sekunden Zeitstrafe.

Wikipedia-Battle

Die Teilnehmer müssen Infos aus Wikipedia heraussuchen Z. B.:

  • Wie heißen die drei Gründer von YouTube?
  • Findet fünf Symptome von Internetabhängigkeit!

Zielgedanke: Internet nicht nur zum Zeitvertreib, sondern auch für die Schule usw. nutzen / Wissen über Medienkonsum spielerisch vermitteln.

Produzieren, statt konsumieren

Jede Gruppe dreht einen Werbefilm für den Teenkreis. Je nach Internetmöglichkeit soll er gleich oder als Hausaufgabe auf YouTube geladen und über E-Mail/Facebook/Twitter verbreitet werden: Wer nach einem Monat mehr „views“ hat, gewinnt. Zielgedanke: Medien sind „interaktiv“. Man soll nicht nur passiv konsumieren.

6. Abschluss

Zum Schluss ist es noch einmal wichtig zu betonen, dass Medien etwas Gutes sind und es nicht (nur) darum gehen soll, die Jugendlichen für ihr Nutzungsverhalten zu kritisieren. Betont werden muss aber, dass es wichtig ist, wie man Medien nutzt: eben nicht nur zum passiven Konsum, sondern aktiv – z. B. zur Information oder „echter“ Kommunikation und nicht nur zum Austausch von Belanglosigkeiten oder gar Gemeinheiten.

Die Jugendlichen sollen erkennen, dass es ein „Zuviel“ an Mediennutzung gibt. Das erkennt man an „Entzugserscheinungen“, vor allem aber daran, dass andere Dinge des täglichen Lebens (Hausaufgaben, persönliche Treffen usw.) vernachlässigt werden Hausaufgaben… für jedes YouTube-Video … z. B. ein M&M‘s in ein Glas, eine Bibelstelle lesen und markieren …… bei jedem Facebook-checken einem „Freund“ etwas Nettes schreiben… jeden Tag einem Freund über WhatsApp etwas Nettes schreiben… ein Tag ohne YouTube/Facebook/WhatsApp … eine „christliche“ App finden (z. B. Bibellese), ausprobieren und in der nächsten Woche vorstellen.

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