Zachäus: Liebe macht Neuanfang möglich

Zielgedanken

In der Begegnung mit Jesus erfahre ich umfassende Liebe. Diese Liebe ermöglicht es mir, ungutes Verhalten einzugestehen und Nächstenliebe einzuüben. Jesus sieht das, was mir Freude macht, aber auch das, was mir schwerfällt und was mich belastet.

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Der Beruf des Steuereintreibers war zur damaligen Zeit unter der jüdischen Bevölkerung ein verachteter und geächteter Job. Denn erstens kooperierten die Steuereintreiber mit der römischen Besatzungsmacht und zweitens bereicherten sich die Menschen gerne selbst und verlangten viel zu viele Steuern. So erklärt sich das Entsetzen der Menschen in Jericho über den Besuch, den Jesus bei diesem „Sünder“ macht. Jesus hat einen anderen Blick auf Zachäus: Er sieht seine Not, sieht sein Verachtetsein und wohl auch seine Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe.

Und Jesus geht den Weg der Liebe: er spricht Zachäus mit seinem Namen an, er lädt sich bei ihm ein und wagt den Schritt in sein Haus. Diese vorbehaltlose Liebe überwältigt Zachäus. Er wird bereit, seinen Fehler einzugestehen und sein Verhalten zu ändern und wieder gutzumachen.

Erlebniswelt der Kinder

Das ausgeprägte Gerechtigkeitsempfinden von Kindern trägt schnell dazu bei, dass sie ein Verhalten gegenüber anderen Kindern bewerten: Ist es in Ordnung, wenn ein Mitschüler oder eine Mitschülerin sich unschön verhält und er oder sie dann vom Lehrer nicht getadelt wird? Ist es gerecht, wenn ein Kind etwas bekommt und das andere leer ausgeht? Kinder reagieren auf eine Aktion, die sie als ungerecht empfinden. Insofern werden sie nachempfinden können, dass die Menge der Menschen enttäuscht und verwundert ist.

Lohnenswert ist daher sicher, mit den Kindern einen Blick „hinter die Kulissen“ zu wagen. Was bewegt Mitmenschen zu einem bestimmten Verhalten? Ist es vielleicht eine Not, die niemand sehen kann? Ist es eine Überforderung, mit einer bestimmten Lebenssituation umzugehen? Steckt eine Sehnsucht hinter einem Verhalten?

Dabei muss nicht das Verhalten an sich gutgeheißen werden. Aber es kann helfen, das Urteil über einen anderen zu verändern.

Manche Kinder fühlen sich übersehen. Sie werden mit ihren Bedürfnissen und Anliegen in der Familie oder ihrem Lebensumfeld nicht wahrgenommen und ernstgenommen. Die vorliegende Geschichte zeigt, dass Jesus uns im Blick hat. Er geht nicht nur vorüber, er will nicht nur gesehen werden, sondern er ist an jedem Menschen interessiert, mit allem was einen Menschen ausmacht.

Einstieg

Druckt zwei Bilder im Vorfeld aus dem Download aus.

Zwei Bilder: Auf dem einen Bild ist die Person umgeben von viel Geld, einem Haus, einem schicken Auto usw. Auf dem zweiten Bild sitzt eben diese Person allein im Haus, es ist leer, er selbst schaut traurig in die Leere.

– Fragt nun eure Kinder zunächst zu Bild 1:

Was denkt ihr über diese Person? Was bewegt diese Person?

Was braucht sie?

– Und dann erst zeigt ihr Bild 2:

Und was denkt ihr jetzt über diese Person? Was bewegt sie?

Was braucht sie jetzt?

Erzählung

Ben näherte sich dem Stadttor. Sauer murmelte er vor sich hin: „Ich hasse ihn! Da sitzt er schon wieder: der kleine Dicke mit seinem Grinsegesicht. Ich kann ihn nicht ausstehen. In der ganzen Stadt kann ihn niemand leiden.“ Ben wollte heute seine Kartoffeln verkaufen. Aber bevor er überhaupt in die Stadt auf den Markt konnte, musste er am Zoll vorbei, Steuern zahlen. Und wie immer verlangte der kleine Dicke viel zu viel. Ben sah es ganz genau: zwei Goldmünzen legte der für die Römer auf die Seite und zwei Goldstücke wanderten in die eigene Hosentasche. „Kein Wunder, dass er keine Freunde hat! Ich möchte auch keinen Betrüger zum Freund haben!“ wetterte Ben. Aber es half nichts, Ben musste zahlen. Er holte vier Goldtaler aus seinem Beutel, reichte sie dem Steuerbeamten und trottete dann weiter durch das Tor. Die Stadt war sehr voll. Viele Menschen waren da. Aber sie wollten nicht auf den Markt – Ben hörte es: Jesus war in der Stadt. Oh ja, von Jesus hatte er schon viel Gutes gehört. Jesus redete von Gott, er erzählte, dass Gott alle Menschen liebt und er heilte kranke Menschen. Das wollte sich Ben nicht entgehen lassen – seine Kartoffeln konnte er auch noch am Nachmittag verkaufen. Gespannt machte er sich auf die Suche nach Jesus. Es dauerte nicht lange, da sah er schon die große Menschenmenge. Alle drängten sich um Jesus herum. Alle wollten hören, was er erzählte. Ben stellte sich auf seine Zehenspitzen, jetzt konnte er ihn auch sehen. Ben hörte, wie Jesus von Gott, seinem Vater erzählte. So zogen sie von Straße zu Straße, immer weiter durch die Stadt Jericho. Bis Jesus stehen blieb – an einem großen Baum. Plötzlich war es ganz still – was hatte Jesus da gesagt? „Zachäus, komm schnell runter vom Baum!“ Ben schüttelte ungläubig den Kopf. „Zachäus – der kleine Dicke vom Zoll?“ Er hatte gar nicht gewusst, dass der Zachäus hieß. Für ihn war er immer nur der kleine Dicke gewesen. Aber Jesus redete noch weiter: „Zachäus, komm schnell runter – ich will heute zu dir kommen und bei dir zu Gast sein!“ Ein aufgeregtes Gemurmel ging durch die Menschenmenge. Alle waren entsetzt – Jesus will zu Zachäus? Weiß denn Jesus nicht, dass das ein Betrüger ist? Warum hält Jesus ihm nicht eine Standpauke? Warum schimpft er nicht mit ihm? Das hätte Zachäus verdient. Nein, das machte Jesus nicht. Als Zachäus vom Baum geklettert war, gingen sie gemeinsam in das Haus von Zachäus – wie zwei alte Freunde. Und Zachäus sah glücklich aus. Er war voller Freude. Ben konnte es nicht fassen – warum ging Jesus mit Zachäus heim?

Hinweis: ihr könnt an dieser Stelle die Erzählung unterbrechen. Überlegt gemeinsam mit den Kindern, wie eine mögliche Antwort aussehen könnte.

Inzwischen standen viele Neugierige vor Zachäus‘ Haus. Nach kurzer Zeit öffnete sich die Haustür. Da stand er, der kleine Dicke und sah so fröhlich aus, wie eigentlich noch nie. Er sagte zu den Leuten: „Ich habe euch betrogen. Ich wollte immer mehr Geld haben. Ich habe gedacht, dass Geld mich glücklich macht. Aber ich bin einsam geworden. Jetzt möchte ich euch euer Geld wieder zurückgeben. Wenn ich euch bei den Steuern betrogen habe, gebe ich es euch vierfach wieder zurück. Und die Hälfte von meinem ganzen Besitz soll für die Armen in unserer Stadt sein. Ich habe gemerkt: Geld macht nicht glücklich. Aber geliebt zu werden – das macht glücklich.“ In diesem Moment stellte sich Jesus neben ihn und sagte zu der Menge: „Heute haben die Menschen in diesem Haus erlebt, was es heißt, von Gott dem Vater geliebt zu sein. Wer so geliebt wird, ist frei und kann anderen Menschen gerecht und fair begegnen. So jemand muss nicht mehr betrügen.“

Ben war beeindruckt. Noch ehe er sich versah, drückte ihm Zachäus ein Säckchen mit Goldstücken in die Hand. Und dabei sah er sehr glücklich aus.

Andachtsimpuls

Mich beeindruckt an dieser Geschichte, dass Jesus sieht, was uns Menschen tief innen bewegt. Dort, wo es niemand sieht. Er sieht, was uns verletzt und was uns traurig macht. Jesus sieht, was uns ärgert und womit wir nicht klarkommen.

Und er sagt: Komm so wie du bist zu mir. Du musst dich nicht verstellen, du musst nicht anders sein und dich auch nicht anstrengen. Ich liebe dich, so wie du bist. Mit allem, was dich ausmacht.

Jesus sieht dich. Du bist ihm sehr wichtig. Und weil das so ist, bist du ein geliebter Mensch. Du brauchst andere nicht schlecht behandeln, damit es dir besser geht. Geliebt werden ist das Wichtigste. Wenn du seine Liebe spürst, dann ist es leichter, mit anderen Menschen liebevoll umzugehen.

Gebet

Danke Jesus, dass du uns vorbehaltlos liebst. Danke, dass du uns im Blick hast und uns nicht übersiehst. Danke, dass wir mit allem zu dir kommen und lernen, liebevoll mit unseren Mitmenschen umzugehen.

Amen.

Ideen zur Vertiefung

Lieder

Hier bist du richtig, du bist Gott wichtig, Einfach Spitze Nr. 2

Komm mit, schlag ein, Einfach Spitze Nr. 9

Schwappdidu, Einfach Spitze Nr. 13

Zachäus, Einfach Spitze Nr. 68

Kreatives

Bildergeschichte in Szenen

Die Geschichte enthält viele interessante Stationen. Ihr könnt mit den Kindern eine Bildergeschichte entwickeln und auf einer Tapetenrolle oder mehreren aneinander geklebten Papieren die unterschiedlichen Szenen malen.

Alternativ könnt ihr die Szenen auch von den Kindern spielen lassen und evtl. noch verfilmen.

Maulbeerbaum

Gestaltet mit den Kindern aus Tonkarton und Krepppapier oder Wolle einen großen Maulbeerfeigenbaum. Zeichnet Zachäus in den Baum und notiert auf den Blättern seine Sehnsucht, seine Sorgen. Des Weiteren wird Jesus an den Baumstamm gemalt. Herzen oder Blumen aus Tonpapier umgeben Jesus. Notiert mit den Kindern, was Jesus Zachäus gibt.

Papierschnipsel-Herz

Mit kleineren Kindern: ein Herz aus Tonpapier darf von den Kindern mit Papierschnipseln beklebt werden. Wenn ihr Goldfolie und Glitzerpapier mit dabeihabt, dann wird es ein besonders schönes Herz.

Aktion gelebte Nächstenliebe

Überlegt, wie ihr anderen (z. B. Kindern untereinander / Menschen in der Gemeinde / Kindern in aller Welt) etwas Gutes tun könnt.

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zu Esther aus JUMAT 2/16. Schwerpunkt sind fünf Einheiten, die die Geschichte der Königin Esther im Zusammenhang darstellen. Außerdem gehören zu dieser Reihe zwei Einheiten, die inhaltliche Schwerpunkte noch einmal besonders behandeln. Dabei geht es um Antisemitismus und Zivilcourage.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Außerdem enthält die Themenreihe noch zwei Bausteine. Ein Baustein ist ein Impuls zum Thema Zivilcourage, der von den Kindern zu hause mit ihren Familien umgesetzt werden kann. Der andere Baustein ist ein Vorschlag, wie das Purimfest gefeiert werden kann, welches seinen Ausgangspunkt in der Esthergeschichte hat.

Die Geschichte von Ester ist der Ausgangspunkt für das Purimfest. Hier sind einige Vorschläge, die für das Fest typisch sind und die im Zusammenhang mit der Einheit „Wendepunkt“ durchgeführt werden können. Einige der beschriebenen Aktionen kann man auch schon in den Gruppenstunden davor vorbereiten, wenn man die Themenreihe Esther nutzt.

Das Fest

Das Purimfest gehört zu den jüdischen Festen, die man nicht feiern muss, das aber gefeiert wird.

Es ist laut, bunt, fröhlich. Man macht sich Geschenke, die Kinder verkleiden sich. Beim Purimfest unterstützt man arme Menschen. Mindestens zwei arme Menschen soll man so beschenken, dass sie selbst das Fest feiern können.

Das Purimfest erinnert an die Geschichte Esters, wie das jüdische Volk durch den Einsatz dieser mutigen Königin und deren Pflegevater Mardochai vor der Vernichtung bewahrt blieb.

Rasseln basteln

Beim Purimfest wird in der Synagoge Esters Geschichte vorgelesen. Immer bei dem Namen Haman dürfen alle so viel Krach machen (stampfen, klatschen, rasseln), dass man den Namen nicht mehr versteht.

Eine kleine Blechdose wird mit Erbsen gefüllt. In einen runden Bierdeckel wird in der Mitte ein Loch geschnitten, durch den ein Rundholz passt. Mit dem Bierdeckel wird die Dose verschlossen (festkleben), das Rundholz ist der Griff der Rassel. Die Rassel wird nun mit bunten Papierschnipseln beklebt.

Masken

Beim Purimfest verkleiden sich die Kinder. Das symbolisiert, dass sich das jüdische Volk verstecken musste.

Mit den Kindern können Gipsmasken gebastelt werden. Dazu kauft man Gipsbinden, die man in kleine Stücke schneidet. Einem Kind wird das Gesicht mit Vaseline eingeschmiert. Dann werden die Teile der Gipsbinde in Wasser getaucht und das ganze Gesicht des Kindes damit bedeckt. Nach dem Härten wird die Maske vorsichtig abgenommen und kann bemalt werden.

Verkleidung

Zusätzlich können sich die Kinder aus Verkleidekisten ein Kostüm zusammenstellen, was sie dann beim Purimfest anziehen. Oder sie bringen Faschingskostüme von zu Hause mit.

Geschenke

Ähnlich wie beim Wichteln zieht jedes Kind den Namen eines anderen Jungscharlers aus der Gruppe. Dieses andere Kind wird beschenkt. Da nicht alle Jungscharler finanziell gut dastehen, können die Mitarbeiter eine Menge kleiner Geschenke bereithalten. Jedes Kind sucht ein Geschenk heraus, was es dem anderen Kind geben möchte. Es soll das Geschenk schön einpacken und eine Karte dazu schreiben.

Backen: Hamanohren

Das ist ein typisches Gebäck zum Purimfest.

Zutaten für den Mürbeteig:

250 g Mehl, 150 g Butter, 75 g Zucker, 1 Prise Salz, 1-2 Eier, 50 g gemahlene Mandeln oder Nüsse, 1 TL Backpulver

Zutaten für die Füllung:

1 Tasse gemahlenen Mohn, einige Löffel Honig, ½ Tasse gemahlene Nüsse

Oder man nimmt als Füllung Pflaumenmus

Der Mürbeteig wird zubereitet und ausgerollt. Mit einem Glas werden Kreise ausgestochen. Darauf wird die Füllung gegeben. Die Kreise werden dann wie Taschen zusammengeklappt.

Bei 190 °werden die Hamanohren 20-25 Minuten gebacken.

Hinweis: Bevor man mit den Kindern bäckt, muss man es selbst ausprobieren.

Aktion für andere

Gemäß dem Purimfest kann man sich mit den Jungscharlern überlegen, ob man von dem Gebäck etwas Menschen schenkt, die sonst nicht so viel zum Feiern haben.

Israelische Tänze

In Israel gibt es viele Kreistänze. Zu dem Lied „Hewenu schalom alechem“ stellen sich die Jungscharler im Kreis auf. Sie legen ihre Arme auf die Schultern des rechten und linken Nachbarn.

Die Schrittfolge: Den rechten Fuß seitwärts vor den linken Fuß stellen, den linken Fuß seitwärts nach links, rechten Fuß seitwärts hinter den linken Fuß stellen, linken Fuß seitwärts nach links

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto