Nichts als Ärger!: Jona haut ab

Zielgedanke

Wenn du dich über Gott oder Menschen ärgerst, dann rede mit Gott darüber.

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Jonas Ärger setzt ihn in Bewegung. Er versucht vor Gott zu fliehen und zwar in die entgegengesetzte Richtung von Ninive. Vermutlich denkt Jona, dass er am damaligen offiziellen „Ende der Welt“ (Tarsis, Spanien) für Gott nicht erreichbar ist. Auf diesem Weg werden heidnische Matrosen Zeugen, dass Gott Macht über Himmel, Meer und Leben hat. Sie fangen sogar an, mit Gott zu reden. Damit bringt Jona die Heiden ganz unbeabsichtigt mit Gott in Kontakt.

Es lohnt sich natürlich, den Kindern die ganze Jona-Geschichte auf mehrere Jungscharstunden verteilt zu erzählen. Aber diese Einheit endet damit, dass Jona vom Wal ausgespuckt wird. So erfahren die Kinder noch, dass Jona heil aus der Sache rauskommt.

Erlebniswelt der Kinder

Kinder ärgern sich über ungerechte Spiele, Benachteiligung im Schulunterricht, Aussprüche von Mitschülern, Verbote der Eltern, über Gott und warum er nicht eingreift, wenn Not am Mann ist. Kinder ärgern sich über alles Mögliche. Ärgern ist menschlich. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. In dieser Einheit sollen den Kindern dazu Lösungswege aufgezeigt werden: Der Ärger setzt Kräfte frei. Er hilft, sich von Dingen oder Menschen zu distanzieren. Er kann Impuls sein, etwas bei sich zu ändern oder eben ein klärendes Gespräch zu suchen. Manchmal reicht es auch, seinem Ärger einfach „Luft zu machen“, z. B. durch einen Schrei auf dem Fußballplatz, wenn der Ball neben das Tor ging…

Erzählung

Hinweis zur Vorbereitung: Die Personen in der Geschichte werden mit Spielfiguren (aus „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel) dargestellt (Jona = rot, 4 Matrosen = grün, Kapitän = gelb), das Meer ist aus blauem Stoff (1 m x 1 m), ein Schiff (eine flache Herings-Dose), Proviant (kleine Kieselsteine), ein leeres Marmeladenglas als Wal.

Zu Beginn liegt der blaue Stoff auf dem Boden, die Kinder sitzen drum herum. Am Rand des Stoffes stehen die Matrosen und der Kapitän an Land. Auf dem Meer liegt das Schiff direkt bei den Matrosen, im Schiff die Kieselsteine. Der Mitarbeitende hält Jona in der Hand.

Darf ich vorstellen? Das ist Jona. Jona ärgert sich gerade (Jona ein Stück von den Matrosen wegstellen). Aber hört selbst, warum: „Das kann er nicht von mir verlangen! Ich soll nach Ninive? Warum schickt Gott ausgerechnet mich dort hin? In dieser Stadt gibt es nur böse Menschen. Sie lügen und betrügen. Sie lassen arme Menschen einfach verhungern. Gott ist ihnen total egal. Aber klar, ich versteh schon! Wenn ich jetzt dort hingehe und ihnen sage, dass sie sich ändern sollen, dann tun sie das am Ende noch. Und dann vergibt Gott denen bestimmt. Das regt mich jetzt schon auf. Nein, da mach ich nicht mit. Ich hau ab! Ich gehe einfach weg. Ich verreise. Ganz weit weg. Am besten ans Ende der Welt. Soll Gott doch sehen, wen er schickt. MICH NICHT!“ Jona läuft in Richtung Meer (Jona in Richtung Matrosen schieben). Direkt am Hafen trifft er auf die Matrosen und ihren Kapitän (Rote Figur Jona zu gelber Figur Kapitän schieben). „Hallo, Kapitän. Wohin fährt denn dein Schiff?“ „Nach Spanien, wieso?“ „Das ist gut. Weit genug weg von Israel. Kannst du mich mitnehmen?“ „Eigentlich nehmen wir keine Passagiere mit!“ „Aber ich muss weg! Ganz dringend!“ „Bist du auf der Flucht? Hast du was angestellt?“ „Nein, ich habe nichts verbrochen. Aber ich fliehe vor meinem Gott.“ „Das verstehe ich nicht. Du fliehst und hast nichts angestellt? Aber ich will mal nicht so sein! Komm mit an Bord!“ „Danke.“ Und alle gehen an Bord des Schiffes (Matrosen, Kapitän und zuletzt Jona gehen an Bord). Ja, Jona ist an Bord. Und er ist sehr müde. Deshalb legt er sich erst mal hin und schläft auch ganz schnell ein (Das Schiff in die Mitte des Tuches schieben). Nach einiger Zeit ist das Schiff auf hoher See. Jona schläft immer noch. Plötzlich ziehen dunkle Wolken auf und ein gewaltiger Sturm peitscht das Meer. Das Schiff wird in den Wellen hin und her geworfen ( Das Schiff etwas hin und her schaukeln, die Figuren fallen um). Die Männer können sich kaum noch im Schiff halten. Der Kapitän bekommt es mit der Angst zu tun: „So ein Unwetter habe ich noch nie erlebt. Das ist die Strafe der Götter! Wer hat was ausgefressen? Irgendjemand ist schuld an diesem Chaos!“ Die Matrosen sind in Panik und schreien: „Hilfe, Hilfe!“ Der Kapitän ruft: „Was schreit ihr rum, werft das schwere Gepäck über Bord!“ Was der Kapitän befiehlt, wird getan (Kieselsteine ins Meer werfen). Die Matrosen werfen alles über Bord. Aber es hilft nichts. Der Sturm hört nicht auf zu wüten, die Wellen bleiben hoch. (Tuch an den Seiten des Schiffes wellen, Kapitän zu Jona stellen.) „Hey, du!“ Der Kapitän ist fassungslos. „Hey, du! Was liegst du hier rum und schläfst? Los, steh auf und ruf zu deinem Gott! Vielleicht hilft er uns, damit wir nicht umkommen!“ Jona ist schnell wach und als er sieht, was los ist, haben die Matrosen eine Idee: „Schnell, lasst uns losen. So kriegen wir raus, wer schuld ist am Sturm!“ Gesagt getan. Es wird gelost. Alle ziehen ein Los. Jona zieht das kurze Los. Er scheint schuld zu sein am Unglück. Wütend umringen ihn die Matrosen und der Kapitän (alle um Jona). Sie stellen ihm jetzt viele Fragen: „Warum geht es uns so schlecht? Wer bist du? Wo kommst du her?“ „Ich komme aus Israel und glaube an Gott, der das Meer und den Himmel gemacht hat. Und vor meinem Gott bin ich jetzt auf der Flucht.“ „Spinnst du? Warum hast du das getan?“ Die Matrosen sind total verärgert. „Sag uns wenigstens, was wir jetzt tun sollen!“ Jona ist verzweifelt. „Nehmt mich und werft mich ins Meer! Dann wird der Sturm aufhören.“ Die Schiffsbesatzung glaubt das nicht. Stattdessen rudern alle wie verrückt. Aber sie kommen nicht vorwärts. Und der Sturm lässt auch nicht nach. Da rufen die Matrosen und der Kapitän zu Gott: „Gott, hilf uns. Rette uns. Und rechne es uns nicht an, was wir gleich tun. Du wirst tun, was du für richtig hältst.“ Plötzlich schnappen die Matrosen Jona (Jona-Figur nehmen und ins Meer werfen) und werfen ihn ins Meer. Sofort hört der Sturm auf und das Meer ist wieder ruhig. Die Männer sind gerettet. Nur Jona nicht. Er kämpft ums Überleben. Alleine schafft er das nicht. Deshalb schickt Gott einen Wal (Marmeladenglas öffnen und Jona reinlegen, Glas schließen, auf dem Meer schwimmen bis ans Land). Das Tier nimmt Jona auf für drei Tage und drei Nächte. Danach spuckt der Wal Jona an Land. (Marmeladenglas öffnen, Jona an Land absetzen.) Jona ist wieder an Land. Von seinem Auftrag ist er immer noch nicht begeistert. Aber er macht sich trotzdem auf den Weg nach Ninive.

Andachtsimpuls

Könnt ihr euch noch daran erinnern, worüber sich Jona geärgert hat? Wie ist Jona mit seinem Ärger umgegangen? Meint ihr, dass man vor Gott fliehen kann? (evtl. Psalm 139,7-10 lesen). Gott ist überall da. Wir können gar nicht vor ihm fliehen. Gott ist überall für uns da, d. h. wir können auch immer mit ihm reden, egal wo wir sind. Gott lässt uns nie allein, auch nicht mit unserem Ärger. Was denkt ihr, was hätte Jona machen sollen mit seinem Ärger?

Wenn wir uns ärgern, dann ist das erst mal o.k. Das ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers. Aber wichtig ist, dass wir nicht beim Ärgern bleiben, sondern überlegen, warum wir uns ärgern und das auch sagen. Da braucht es sehr viel Mut dazu.

Bei Gott können wir das einüben, weil er uns ja versteht und auch nichts weiter sagt, wenn wir ihm was anvertrauen. Wir können zuerst mal Gott sagen, was uns ärgert und ihn um Mut bitten, es auch anderen zu sagen.

Gebetsrunde mit Knetmännchen

Kinder bekommen Männchen aus Knetmasse. In der Mitte steht eine brennende Kerze.

Wenn man sich ärgert, dann sagt man unter anderem: „Ich habe mir ein Loch in den Bauch geärgert“. Symbolisch für alles, was dich ärgert, kannst du der Knetfigur ein Loch in den Bauch drücken (Kindern Zeit dazu lassen).

Wir können Gott im Gebet sagen, was uns ärgert. Dazu könnt ihr leise oder laut beten und euer Männchen zu Gott bringen (an der Kerze ablegen).

Gott, wir bringen dir alles, was uns ärgert. Mich ärgert …

Danke, dass unser Ärger von dir gehört wird.

Bitte hilf uns, mit unserem Ärger gut umzugehen.

Schenke uns Mut, auf andere zuzugehen und mit ihnen zu reden.

Amen.

Ideen zur Vertiefung

Das Spiel gegen schlechte Laune:

Jedes Kind legt sich einen Schal oder ein Tuch über die Schulter. Alle bewegen sich im Raum und versuchen, den anderen das Tuch von der Schulter zu ziehen und auf den Boden zu werfen. Das bestohlene Kind schimpft: „So ein Mist, mein Tuch ist weg!“, nimmt das Tuch wieder auf und wirft es unter ausgiebigem Schimpfen vor den „Dieb“ auf den Boden, nimmt es wieder auf und spielt weiter. Ziel des Spiels ist es, dass sich die Kinder zunächst mit sich selbst auseinandersetzen, statt sofort auf andere loszugehen.

Bastelidee:

„Mensch ärgere dich nicht“-Spiel basteln. Tolle Anleitungen (auch für ein Spiel mit 6 Personen) findest du unter: http://www.spielfibel.de/mensch-aerger-dich-nicht.php

Lieder

Ja, heut ist voll mein Tag, Einfach Spitze Nr. 101

Vor mir, hinter mir, aus Liedheft „Sei einfach du!“

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