Thema: Freiheit

„echt. Im glauben wachsen“ – Themen für das 3. Quartal 2021 im Paket – bestehend aus einem theologischen Einstieg ins Thema, 6 Bibelarbeiten, einem Video, einem Stundenentwurf, zwei Andachten und zwei weiteren Artikeln

Zum Herbst/Winter möchten wir mit unserem neuen KON-Thema ein »Lichtblick« in der dunklen Jahreszeit für euch als Mitarbeiterinnen und eure Mädchengruppe sein. Ihr findet viele gute Ideen und Impulse für das letzte Quartal des Jahres – von der adventlichen Bibelarbeit bis zum gemütlichen Abend am Lagerfeuer.

Besonders »coronatauglich« sind zwei kreative Ideensammlungen: »Lichtblicke für euren Ort« und »PlayingArts«, viele coole und zugleich Mut machende Aktionen für euch und euer Umfeld.

Eine Themenreihe mit Artikeln für Mitarbeiterinnen, Bibelarbeiten, Andachten, Stundenentwürfen und Kreativangeboten, ausgedacht für Mädchen von 12 bis 17, meistens aber auch in gemischten Gruppen zu verwenden.

Weinglaslampen sind ein schnelles und einfaches »Do it yourself« und lassen sich auch in Gruppen wunderbar gemeinsam herstellen. Gerade in der dunklen Jahreszeit zaubern sie mit ihren Teelichtern und bunten Lampenschirmen eine ganz besondere Atmosphäre und malen ein sanftes, buntes Licht in den Raum. Außerdem eignet sich dieses DIY wunderbar zum Recyceln von alten Weingläsern. Geht zur Materialbeschaffung also am besten in Second-Hand-Läden oder auf Flohmärkte. Dort bekommt man richtige Schmuckstücke meist für einen sehr geringen Preis. Dabei ist es natürlich cool, wenn ihr verschiedene Gläser bekommen könnt, damit sich jedes Mädchen eins aussuchen kann, das ihm gefällt und zu ihm passt. Andernfalls eignen sich auch die IKEA-Rotweingläser bestens für das DIY. Denkt außerdem unbedingt daran, keine echten, sondern besser künstliche LED-Teelichter zu benutzen. Auch wenn die meist auf den ersten Blick nicht so schön aussehen, zaubern sie dennoch ein sanftes und vor allem feuerfreies Licht. Damit sind sie gerade für kleinere Kinder eine gute Alternative. Außerdem kann man unter dem bunten Schirm den künstlichen Docht der LEDs sowieso nicht mehr erkennen. Der Lichtschein ist meist ähnlich!

Eine Anleitung für die individuellen Lichtmacher gibt es hier:

Schritt für Schritt:

  1. Druckt zuerst die Schablonen in ausreichender Anzahl aus und bringt sie entweder fertig ausgeschnitten oder zum Selbstausschneiden mit in die Gruppenstunde.
  2. Startet dann damit, die Schablone auf das Lampion- oder Laternenpapier zu übertragen und auch dieses auszuschneiden.
  3. Jedes Mädchen darf sich danach ein Glas aussuchen, das es gerne gestalten möchte (Achtung: Je nach Größe des Glases müsst ihr am ausgeschnittenen Laternenpapier noch eine Anpassung vornehmen: Bei sehr kleinen Gläsern schneidet ihr dazu am Rand etwa 1–2 cm ab, bei sehr großen Gläsern, verkürzt ihr das obere Ende des Schirms um etwa 1 cm)
  4. Dann können die BastlerInnen beginnen, die fertigen Lampenschirmchen zu gestalten. Dazu kann das mitgebrachte Geschenkpapier benutzt werden sowie die Acrylstifte bzw. Eddings. Wer noch alte Dekoelemente im Schrank hat, findet hier sicherlich auch eine gute Möglichkeit, diese Reste aufzubrauchen.
  5. Wenn die Lampenschirmchen fertig und gut getrocknet sind, könnt ihr sie bereits auf die Gläser setzen. Dazu legt ihr sie um den Glasrand und klebt sie an der markierten Fläche mit doppelseitigem Klebeband zusammen.
  6. Jetzt muss nur noch das LED-Teelicht ins Glas und fertig ist der »bunte Lichtblick«.

Tipps/Ideen:

  • Übrigens: Das Ganze eignet sich damit auch prima als Weihnachtsgeschenk für Freunde und Verwandte! Wer Lust hat, als Gruppe eine richtig coole Aktion zu gestalten, kann die Gläser natürlich auch geschlossen in einer sozialen Einrichtung oder vielleicht in einem Altersheim feierlich an die BewohnerInnen überreichen. Eine schöne Geste und ein echter Lichtblick für die Beschenkten! Glücksgefühle garantiert!
  • Wer möchte, kann die Lampenschirme natürlich auch zu einem bestimmten Thema gestalten lassen. Dazu könnt ihr vorher vielleicht gemeinsam eine Bibelgeschichte lesen oder zu einem bestimmten Thema ins Gespräch kommen, wozu die BastlerInnen dann gestalten dürfen.
  • Bitte benutzt keine Wasserfarben oder Farben, die sehr flüssig sind (Acryl oder Tempera). Das Lampionpapier kann zu viel Wasser nicht gut vertragen und wird sich schnell wellen. Mit den angegebenen Materialien sollte das nicht passieren.

KON 01.2020 hat das Thema Aufbruch. Aufbrechen – das ist spannend, aufregend, manchmal auch schmerzlich. Es macht neugierig, nervös oder traurig – je nachdem, was man hinter sich lässt und was vor einem liegt. Menschen sind sehr unterschiedlich gestrickt, was das Aufbrechen angeht: Manchen fällt es eher schwer, sich zu verabschieden und auf einen neuen Weg zu begeben, andere stehen eigentlich permanent in den Startlöchern und können es gar nicht erwarten, endlich wieder aufzubrechen.

Eine Themenreihe mit Artikeln für Mitarbeiterinnen, Bibelarbeiten, Andachten, Stundenentwürfen und Kreativangeboten, ausgedacht für Mädchen von 12 bis 17, meistens aber auch in gemischten Gruppen zu verwenden.

Bibelarbeit zu 1. Mose 15,1–6

Hinführung:

Glaubst du alles, was man dir verspricht? Früher, als Kind, war das vielleicht noch so. In der Zeit, in der wir noch an das Christkind, den Weihnachtsmann und den Osterhasen geglaubt haben, waren wir vielleicht noch sehr leichtgläubig. Aber spätestens, nachdem diese »Kindheits-Legenden« aufgeklärt wurden, wir festgestellt haben, dass Blutabnehmen doch mehr weh tut, als der Arzt es vorher verspricht, und die Sonne nicht zwingend scheint, nur weil wir unseren Teller leer gegessen haben, sind wir (hoffentlich?!) vorsichtiger geworden.

Vielleicht sollten wir uns bei der Beantwortung der Eingangsfrage nicht zu sehr daran orientieren, was man uns verspricht, sondern wer uns etwas verspricht.

Text (1. Mose 15, 1–6):

Der Bund des Herrn mit Abram

1 Danach sprach der Herr in einer Vision zu Abram: »Hab keine Angst, Abram, denn ich will dich beschützen und dich reich belohnen.« 

3 Doch Abram entgegnete: »O allmächtiger Herr, was wirst du mir geben, wenn ich kinderlos bin? Da du mir keine Kinder geschenkt hast, wird mich mein Verwalter Eliëser von Damaskus beerben.« 

4 Da sprach der Herr zu ihm: »Nein, dein Verwalter wird dich nicht beerben. Du wirst einen Sohn bekommen, der dein Erbe sein wird.« 

5 Der Herr führte Abram nach draußen und sprach zu ihm: »Schau hinauf zum Himmel. Kannst du etwa die Sterne zählen?« Dann versprach er ihm: »So zahlreich werden deine Nachkommen sein!« 

6 Und Abram glaubte dem Herrn und der Herr erklärte ihn wegen seines Glaubens für gerecht. 

Hintergründe zum Buch Mose

Die fünf Bücher Mose nennt man zusammen auch »Pentateuch« (aus dem griechischem »pentáteuchos« für Fünfrollenbuch), und sie bilden als »Tora« die erste Hälfte des »Tanach«, was für die Juden die Bedeutung hat wie für uns unsere Bibel. So sind die fünf Bücher Mose die Grundlage des jüdischen Glaubens. Sie erzählen die Geschichte Gottes mit dem Volk Israel von der Entstehung der Welt an.

Obwohl die Bücher den Namen Mose tragen, wird er doch nicht als ihr Verfasser angesehen. Stattdessen werden verschiedene Quellen angenommen, aus denen die Geschichte Israels rund um die Lebensgeschichte Mose zusammengetragen wurde.

Die ersten Kapitel im ersten Buch Mose befassen sich (bis Kapitel 11) mit den Fragen rund um die Existenz und Entwicklung der Welt und des Menschen: z.B. die Entstehung der Erde, die Herkunft der ersten Menschen oder wie es zu so vielen verschiedenen Völkern und Sprachen kam. 

Danach behandelt das Buch die Geschichte des Volkes Israel – von den Erzeltern Abraham und Sarah an bis hin zu Josef – und was es gemeinsam mit Gott erlebte.

Hintergründe zum Text

Abraham war für die damalige Zeit ein sehr reicher Mann. Er war kein einfacher Nomade, sondern war sesshaft und ein sehr erfolgreicher Händler geworden.

Auf die Zusage Gottes hin, ihm neues Land zu schenken, verließ er seine Heimat und wagte sich auf eine fast 6500 km weite Reise – von Ur (im heutigen Südirak) bis nach Haran (in der heutigen Türkei). Gott belohnte sein Vertrauen, indem er ihm in allen Gefahren beistand und Abraham bei all seinen Vorhaben Gelingen schenkte. Nur eins fehlte Abraham noch zu seinem Glück: eigene Kinder.

Impuls

Du kennst es sicherlich aus der Werbung: Da wird uns das »Blaue vom Himmel« versprochen – wir müssen nur noch irgend etwas Besonderes kaufen, essen, erleben …, um in den Genuss des Versprechens zu kommen. Natürlich wissen wir, dass nicht alles aus der Werbung auch tatsächlich hält, was es verspricht. Aber manchmal fallen wir halt doch auf die Versprechen rein und erleben eine Enttäuschung.

Auch im Umgang mit Menschen ergeht es uns oft so. Da verspricht die Freundin, bestimmt nicht mehr so oft zu spät zu kommen – aber sie schafft es einfach nicht, pünktlich zu sein. Oder deine Mutter verspricht dir, nicht immer so neugierig zu sein – und stellt doch ständig weiter Fragen nach dem neuen Freund. Oder du versprichst dir selbst, endlich weniger Serien zu suchten und dabei Chips und Schokolade zu inhalieren, stattdessen doch mal etwas Sport zu machen – und du erinnerst dich daran, wenn du feststellst, dass die Tüte Chips schon wieder alle ist. Das sind zum Glück alles noch recht harmlose Situationen, wo ein von Menschen gegebenes Versprechen gebrochen wird. 

Aber es gibt auch die anderen: wo man sich gegenseitige Treue verspricht – und der andere einfach nicht treu ist; wo man sich Ehrlichkeit verspricht – und doch immer wieder belogen wird. Irgendwann ist es dann soweit: Von all den gebrochenen Versprechen enttäuscht, ziehen wir uns zurück und glauben irgendwann niemandem mehr etwas.

Und dann kann es sein, dass wir den Menschen verpassen, der es wirklich mal ernst und gut mit uns meint. Oder wir verpassen sogar Gott, der uns auch einige Versprechen macht, in der Bibel nennen wir sie auch Verheißungen, die es zu erleben lohnt.

Die Geschichte mit Abraham ist ein gutes Beispiel dafür. Dem ging es schon richtig gut im Leben und er hätte beim ersten Mal, als Gott ihn aufgefordert hat, seine Heimat zu verlassen, auch ablehnen können. Denn was hätte Gott ihm schon geben können? Er war doch schon sehr reich.

Aber Gott sprach auch davon, dass Abraham viele Nachkommen bekommen sollte, und Kinder fehlten Abraham noch zu seinem Glück. So zog er los und er erlebte, wie sehr Gott ihn segnete und beschenkte. Nur das mit den Kindern, das sollte noch dauern. Hier zeigt sich eine weitere wichtige Sache, wenn es um Gott und seine Versprechen/Verheißungen geht: Manchmal dauert es etwas länger.

Geduld gehört zum Beispiel nicht gerade zu meinen »Kernkompetenzen«. Ich werde darum auch schnell ungeduldig, wenn etwas nicht sofort klappt.

Bei Abraham muss es etwas anders gewesen sein, denn bis er sich an Gott wendet und ihm sein Leid über den immer noch unerfüllten Kinderwunsch klagt, sind einige Jahre vergangen. 

Als sich Abraham ein Herz fasst und die Situation anspricht, erlebt er ein weiteres wichtiges Merkmal Gottes: Er kommt damit zurecht, wenn wir mal nachfragen oder sogar zweifeln, ob das mit seiner Verheißung wohl noch zutrifft. Er hätte Abraham ja auch vorhalten können, dass der so wenig Vertrauen hat – und das, wo Gott ihm doch schon an so vielen Stellen geholfen hat. Aber nein, das macht er nicht. Gott verdeutlicht Abraham noch einmal, was er ihm versprochen hat und zeigt ihm die Fülle auf, in der er diese Verheißung erfüllen will. Nicht nur den langersehnten Sohn und Stammhalter will er Abraham schenken, sondern so viele Nachkommen wie Sterne am Himmel stehen.

Wenn du möchtest, kannst du ja mal versuchen, nachts die Sterne zu zählen. Du wirst wohl erkennen, dass du die genaue Anzahl nicht benennen kannst. Darum geht es: wenn Gott etwas schenkt, dann ohne Maßen, in unbegrenzter Fülle.

Und darum wäre es doch schade, wenn wir uns von den Enttäuschungen, die wir von Menschen zugemutet bekommen, dazu verleiten lassen, auch Gott und seinen Verheißungen nicht mehr zu trauen. Wir würden viel verpassen – und wir werden viel erleben, wenn wir uns auf den Weg machen, Gottes Versprechen zu erleben. Dafür müssen wir nur eins und das zeigt uns Abraham auch: glauben.

Ablauf:

Einstieg

Begrüßung

Lied und Gebet 

Einstieg

Wir machen ein Brainstorming zu der Frage: »Was für Werbe-Versprechen/Lügen kennt ihr?« Dann vergeben wir Noten, für wie wichtig wir diese »Versprechen« halten, um ein gutes Leben zu führen. (»1« für sehr – »6« für überhaupt nicht)

Hauptteil 

Wir machen ein zweites Brainstorming zu der Frage: »Was für Lebens-Lügen kennt ihr?« Z. B. »Nur was etwas kostet, ist etwas wert.« »Man muss etwas leisten, um wer zu sein.« »Geiz ist geil« Wir vergeben noch einmal Noten, für wie wichtig wir diese »Lügen« in unserem Leben halten. (»1« für sehr – »6« für überhaupt nicht)

Gemeinsam lesen wir den Bibeltext und klären Fragen.
  • Was verspricht Gott?
  • Wie geht Gott damit um, dass Abraham an der Zusage Gottes, Kinder zu bekommen, zweifelt? (Siehe 1. Mose 12,2)
  • Welche Tat Abrahams macht ihn vor Gott gerecht?

Impuls

Abschluss

Jede sucht sich aus den (vorher rausgesuchten) Verheißungen Gottes aus der Bibel eine aus, die sie sich als Ermutigungskarte im „Handlettering“-Stil auf eine Karte/kleine Leinwand schreibt. Wenn genug Zeit ist, kann man sich auch 1–2 weitere Verheißungen aussuchen und zur Ermutigung an andere verschenken.

Material

  • ausgedruckte Verheißungen Gottes (kann man selbst raussuchen oder im Internet finden, wenn’s schnell gehen muss)
  • Filz-/Bunt- und Bleistifte, Radiergummi, Anspitzer, Acrylfarben o.ä.
  • beispielhafte Layouts für Handlettering
  • kleine Leinwand-Pappen oder Pappkarton

1. Erklärungen zum Text

V. 1: Dieser Vers ist als Zusammenfassung des bisher Gesagten zu verstehen: Christus hat uns die Freiheit geschenkt, nun gilt es, sie zu bewahren und zu gebrauchen. Nichts und niemand hat das Recht, uns durch Christus befreite Menschen wieder zu knechten und zu beugen.

V.2-4: Ein bisschen Gesetz und ein bisschen Gnade, das geht für Paulus nicht zusammen. Ihm geht es hier nicht um die Beschneidung an sich (vgl. Apg. 16,3). Die Galater hätten die Beschneidung vollziehen lassen, in der Meinung, Gott damit zu dienen und sich so „das Himmelreich“ zu erarbeiten. Dahinter steht also die Unterwerfung unter das jüdische Gesetz. Paulus hat selbst erlebt, dass ihn ein Leben unter dem Gesetz nicht näher zu Gott gebracht hat. Er hat erkannt, dass nur eins im Leben absolut frei macht: die Hingabe und das Vertrauen zu Gott, der durch Jesus bereits alles getan hat! Eine Freudenbotschaft für alle, die nichts vorzuweisen haben und ein hartes Wort für die, die stolz sind auf ihren „festen Glauben“, ihr moralisch gutes Leben oder ihre Bibelfestigkeit. 

V.5: „Hoffen“ ist hier nicht zu verstehen im Sinne von „na dann hoffen wir mal…“, sondern im Sinne von „gewiss werden“. Der Heilige Geist, der Tröster Gottes, lässt uns wissen, gewiss werden, spüren, dass an der Gerechtigkeit Gottes (allein durch Gnade) wirklich was dran ist.

V. 6: Nicht Rituale oder Äußerlichkeiten zählen bei Gott, auch wenn sie noch so fromm gemeint sind. Auf die Auswirkungen des Glaubens kommt es an. Die Taten der Liebe sind dabei die Folgen des Glaubens, nicht seine Bedingungen.

V. 7-9: Den Galatern geht es wie einem Wettläufer, der seinen Lauf gut begonnen hat, aber dann abgelenkt wurde. Paulus ist betroffen vom Schicksal der Galater. Er warnt vor Irrlehrern. Sie sollen sich nicht verunsichern lassen!

V.10: Paulus tritt  vor Gott noch einmal für die Galater ein. Doch nicht nur um die Galater soll Gott sich kümmern, auch auf die, die die Verwirrung in der Gemeinde stiften, soll Gott ein Auge haben.

V.11: Ob hinter diesem Vers ein konkreter Vorwurf steht, ist unklar. Er wäre jedoch absurd! Wenn Paulus neben dem Kreuz auch noch die Beschneidung als zweiten Weg zum Heil gepredigt hätte, dann wäre das Ärgernis für die Juden beseitigt, das der Tod Jesu am Kreuz mit sich bringt. Dann müsste jedoch auch die Verfolgung des Paulus langsam ein Ende haben, so seine Argumentation.

V.12: Eine sarkastische Bemerkung zur Forderung der Beschneidung!

V.13.14: Paulus stellt klar: Christliche Freiheit hat nichts mit Egoismus zu tun! Zu sagen: „Ich bin frei und kann daher tun und lassen, was ich will!“, wäre ein falscher Umgang mit dem Geschenk Gottes an mich. Wenn ich wirklich verstanden habe, was christliche Freiheit bedeutet, dann entwächst daraus eine Liebe, die zuallererst das Wohl des Anderen sieht als das eigene.

V.15: Der Streit um das Gesetz hat die Gemeinde zerrüttet. Ein gefährlicher Zustand. Jeder will dem anderen schaden und schadet dabei doch vor allem sich selbst.

2. Bedeutung für heute

Die Frage nach der Beschneidung ist weit weg von uns. Doch wenn wir die Worte Beschneidung und Gesetz einmal austauschen mit den Worten Vorbedingungen oder Leistungen, dann merken wir, wie nah dieser Text auch uns geht. Auch wir stehen einerseits in der Gefahr, in unseren Gemeinden selbst Vorbedingungen aufzubauen, andererseits haben wir diese Vorbedingungen vielleicht auch selbst schon erlebt:

  • Da gibt es die Gefahr, dass nur der in unsere Gruppe hineinfindet / hineinfinden darf, der auch hineinpasst. Doch was ist mit denen, die nicht in unser Bild von Anständigkeit, Moral oder Glaubensprägung passen? Wie begegnen wir denen?
  • Oder wie sieht es aus mit unserer (täglichen) Bibellesezeit? Tun wir das aus freien Stücken, weil uns die Zeit mit Gott wichtig ist oder lesen wir nur pflichtbewusst unseren täglichen Bibelabschnitt?

Wir sind frei davon, permanent unser eigenes Handeln und das unser Mitchristen darauf zu prüfen, ob es vor Gott in Ordnung ist. Zur Freiheit hat uns Christus befreit! Das heißt aber als Konsequenz nicht, dass alles andere egal und somit erlaubt ist. Unser Glaube hat eine wichtige Nebenwirkung: er befähigt uns zur Liebe und zum richtigen Handeln. Die Hauptwirkung unseres Glaubens aber ist es, dass Gott unser Tun und Lassen beiseitelässt und uns ganz ohne Vorbehalte annimmt! Dieses Geschenk dürfen wir selbst annehmen und auch unseren Mitmenschen zuteilwerden lassen – Segen und Herausforderung zugleich!

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstiegsideen

Filmausschnitt

Gemeinsam folgenden Filmausschnitt aus dem Film Braveheart anschauen: „Braveheart: Was würdet ihr tun ohne Freiheit?“ (https://www.youtube.com/watch?v=g4mC5Xx7iQY)

Ein freier Mensch?!

Bilder ausdrucken von verschiedenen Menschen (Mensch hinter Gittern; fröhlicher, junger Mensch; Politiker; berühmter Star; hungerndes Kind; Flüchtlingsgruppe unterwegs; arbeitendes Kind, spielendes Kind; arbeitender Mensch; Pfarrer; Mönch,…)

Frage: Welche Menschen würdet ihr als freie Menschen bezeichnen und warum bzw. warum nicht?

Zitate

Bei google die Stichworte „Freiheit“ und „Zitat“ eingeben und dann verschiedene Zitate ausdrucken und in die Mitte legen. Jeder Teilnehmende darf sich das Zitat-Kärtchen nehmen, was ihn am meisten anspricht. Im Anschluss darüber ins Gespräch kommen.

3.2 Anleitung zum Gespräch

Bibeltext

Galater 5,1-15 gemeinsam lesen, dann nochmal jeder für sich.

Persönliche Fragen zum Bibeltext

  • Fällt es dir leicht oder schwer, Geschenke anzunehmen? Wie sieht es mit dem Geschenk der bedingungslosen Annahme Gottes aus? Kannst du das annehmen, ohne dafür eine Gegenleistung zu bringen?
  • Bist du frei? Was gibt dir die Gewissheit frei zu sein? Bzw. warum fühlst du dich eher unfrei?
  • Beschneidung ist bei uns kein Thema, aber wo gibt es Dinge, Rituale, die für dich im Glauben „Gesetz“ sind? Woher kommt das bzw. von wem hast du das übernommen?
  • Wo versuchst du Gott mit deinen Leistungen zu gefallen?
  • Sieht man dir an, dass du als freier Christenmensch durchs Leben gehst? Woran können andere das erkennen? Wo verhältst du dich eher wie einer, der durch seinen Glauben geknechtet wird?
  • Wo hinderst du andere daran, etwas von der Freiheit durch Christus zu spüren?
  • Gibt es in eurem Junge Erwachsenen Kreis bestimmte Vorbedingungen, ungeschriebene Gesetze, die andere davon abhalten könnten, zu euch zu finden?

3.3 Gebetszeit

Verschiedene Stationen anbieten. Wenn möglich sitzt an jeder Station ein Mitarbeitender, der für Gespräche und Gebete zur Verfügung steht. Die jeweiligen Fragen werden immer auf ein großes Plakat geschrieben und an der Station ausgelegt.

Befreit

Erste-Hilfe-Koffer zur Deko bereitstellen und kleine Schachtel mit Pflastern. Zettel und Stifte bereitlegen.

  • Wo trägst du Narben der Unfreiheit mit dir rum (Erlebnisse mit Mobbing, Gewalt, Ausgrenzung, Druck, …)?
  • Wer oder was hält dich gefangen, macht dich unfrei?
  • Wovon soll Gott dich frei machen?

Die Teilnehmenden dürfen über die Fragen nachdenken, beten und / oder sich auf den Zetteln Notizen machen. Als Erinnerung, dass Gott heilt und frei machen möchte, darf jeder ein Pflaster mitnehmen.

Gesetzt

Ein Gesetzesbuch bereitlegen und wenn möglich auch mehrere kleine Notizbücher oder Notizzettel, Bleistifte und Radiergummis.

  • Welche Gesetzestexte stehen in deinem Glaubensbuch geschrieben und machen dich unfrei? (Bedingungen zum Christsein, Pflichten eines guten Christen,…)? Schreibe sie in eins der Notizbücher, das du nachher mitnehmen darfst.
  • Magst du sie jetzt und hier (evtl. mit einem Mitarbeitenden) ausradieren? Wenn nein, was hält dich davon ab?
  • Schreibe dir stattdessen folgenden Vers in dein Buch: „Christus hat uns befreit, damit wir endgültig frei sind. Bleibt also standhaft und unterwerft euch nicht wieder dem Joch der Knechtschaft!“ (Gal. 5,1)

Geschenkt

An der Station liegen verpackte Geschenke als Deko. Außerdem liegen für die Teilnehmenden kleine, hübsch eingepackte Streichholzschachteln bereit. In jeder Schachtel befindet sich ein Zettel mit diesen Worten: Unser Glaube hat eine wichtige Nebenwirkung: er befähigt uns zur Liebe und zum richtigen Handeln. Die Hauptwirkung unseres Glaubens aber ist es, dass Gott unser Tun und Lassen beiseitelässt und uns ganz ohne Vorbehalte in seine Arme schließt! – Nimmst du dieses Geschenk des Glaubens an?

Jeder darf sich ein kleines Geschenk nehmen, es auspacken, die Worte lesen und über die Frage nachdenken / darüber beten.

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