Glück im Unglück

Zielgedanke

Jesu Blick ist anders: Er sieht die, die Leid tragen. Die Kinder dürfen lernen, dass Jesus auch ihre Sorgen und ihren Kummer sieht.

Merkvers

Doch ich wohne auch bei denen, die traurig und bedrückt sind. Ich gebe ihnen neuen Mut und erfülle sie wieder mit Hoffnung.

Jesaja 57,15; HfA

Situation der Jungscharler

Die Kinder leben inmitten unserer Leistungs- und Bewertungsgesellschaft. Sie spüren zeitig die Anerkennung und Ablehnung von anderen und machen sich davon abhängig. Man ist wer, wenn man mit Markenklamotten, den neuesten elektronischen Geräten und etwas Geld in der Tasche auftritt. Wem man schon die Pro­bleme von zu Hause ansieht, der fällt meistens durch. Die Sorge, gut bei anderen anzukommen, beschäftigt die Kinder jeden Tag. Zusätzlich übertragen sich auch die Nöte ihrer Familien auf sie. Es beschäftigt die Kinder, wenn der Papa arbeitslos ist und keiner ihn anstellen will. Wenn die Schwester ständig krank ist und von einem Arzt zum anderen geschickt wird. Wenn das Geld knapp ist und jeder improvisieren muss. Das Kind bestimmt ein hoher Gerechtigkeitssinn. Erste Schuldgefühle entstehen und können schwer auf der Seele liegen.

Erklärungen zum Text

Der Text stammt aus den einleitenden Worten der Bergpredigt. In ihr spricht Jesus von grundlegenden Elementen seiner Lehre. Er zeigt auf, wie sich ein Mensch im Reich Gottes verhält und was sein Leben bestimmt. Vor seinen ethischen Aussagen lenkt er den Blick der Zuhörer auf das, was Gott ihnen anbietet. Die Seligpreisungen sind keine frommen Wünsche, sondern stellen dar, was Christen schon jetzt mit Gott haben. Jesus dreht die Maßstäbe um. Entgegengesetzt zu dem, was wir tagtäglich erleben, zeigt er eine andere Perspektive auf. In der Welt kommt nur dem Starken das Glück zu. Menschen werden bewundert, denen scheinbar alles zufällt. Wir prahlen gern mit dem, was wir haben und scheinbar sind. Wer auf der Schattenseite des Lebens steht, der hat es heute schwer. In unserer Hochglanz- und Leistungsgesellschaft geraten oft Schwache, Kranke und Menschen mit besonderen Belastungen unter die Räder. Die neuen Richtlinien des Menschen heißen oft: Verraten sind die geistlich Armen, denn sie haben nichts einzubringen. Verraten sind die Leidenden, denn sie werden in Krankenhäuser und Einrichtungen verbannt. Doch Jesus zeigt eine ganz andere Sicht. Er nennt Menschen selig, das bedeutet glücklich, die Eigenschaften von Verlierern der Welt haben. Doch hier, in seiner Sicht, so wie er das Reich Gottes beschreibt, werden sie eine andere Stellung haben. Die Seligpreisungen sind eine Art Glücksöffner (weniger eine Anleitung zum Glück). Das verwendete griechische Wort beschreibt die innere Freiheit von alltäglichen Sorgen und Mühen.
Jesus hebt in den Seligpreisungen Menschen hervor, die erkannt haben, dass sie Gott brauchen (= die geistlich arm sind vor Gott). Die verstanden haben, dass Gott viel größer ist als sie und dass sie nicht alles schaffen können und müssen. Sie werden das Reich der Himmel erleben, denn Gott ist mit ihnen. Sie können sich auf den verlassen, bei dem sie Hilfe suchen.
Gerade die, die unter den Herausforderungen ihres Lebens leiden, können sich glücklich schätzen. Sie dürfen wissen, dass da einer ist, der ihnen helfen will. Der um ihre Gefühle weiß und bereit ist, ihnen beizustehen. Jesus sieht die Ängste und Not und weiß um all ihren Kummer (Mt 11,28; Ps 34,19). So zeigen es uns die Berichte der Evangelien aus dem Leben von Jesus. Und so ist es auch bei uns bis heute. Unser Glück im Unglück ist, dass wir wissen dürfen, dass Jesus auch all unser Leid sieht. Die Bibel sagt uns zu, dass er auch in diesen Situationen bei uns ist. Wir dürfen ihm all die Dinge bringen und sagen, die wir mit uns herumtragen (1. Petr 5,7).

Treffpunkt

Spiele

Brettspiele
Es werden verschiedene Brettspiele gespielt, bei denen es Gewinner und Verlierer gibt. Gut eignet sich Malefiz (Barrikade). Auf dem Weg zum Ziel legen die Gegenspieler immer wieder Barrikaden in den Weg.
Weitere Spielvorschläge sind das altbekannte „Mensch ärgere dich nicht“ und das neuere „DOG – den letzten beißen die Hunde“.

Regenrinnenstaffel
Im Baumarkt werden Plastikregenrinnen besorgt und in gleich große Stücke zurechtgeschnitten. Die Kanten sollten etwas geglättet werden. Jedes Kind bekommt einen Abschnitt. Ziel des Spieles ist, einen Tischtennisball oder eine größere Murmel mit diesen Rinnen über eine längere Strecke zu transportieren. Die Kinder müssen zusammenarbeiten. Der Ball selbst darf dabei nicht berührt werden. Den Schwierigkeitsgrad kann man mit zwei Bällen oder einer Zeitvorgabe erhöhen.

Luftballonmonster
Die Kinder werden in Teams eingeteilt. Als Material bekommt jedes Team die gleiche Anzahl an (unterschiedlichen) Luftballons, Scheren, Klebe- und Kreppband. Jedes Team bestimmt einen Freiwilligen, der als Ballonmonster herhalten muss. An diesem müssen nach einer bestimmten Zeitvorgabe so viele aufgeblasene Luftballons wie möglich angebracht werden. Wenn die Zeit rum ist, werden die Ballons am Monster gezählt. Alternative für erhöhten Schwierigkeitsgrad: Die Luftballonmonster müssen einen Hindernisparcours ablaufen. Danach wird gezählt.

Nasengolf
Für dieses Spiel braucht man eine freie Fläche, am besten im Freien. Am Rand dieser Fläche wird ein kleines Loch gegraben, in das eine Kartoffel passt. Mehrere Spieler treten gegeneinander an. Sie starten gegenüber von dem Loch. Sie legen die Kartoffel auf den Boden und haben nun die Aufgabe, die Kartoffel in das Loch zu schubsen. Dabei dürfen sie aber nur die Nase benutzen. Wer seine Kartoffel als Erster ins Loch befördert hat, hat gewonnen.

Kartoffeln fassen
Alle Teilnehmer laufen im Kreis. In der Mitte des Kreises liegen Kartoffeln, und zwar eine Kartoffel weniger, als Teilnehmer beim Spiel dabei sind. Es wird Musik eingespielt. Wenn die Musik verstummt, muss sich jeder sofort eine Kartoffel nehmen. Wer keine Kartoffel abbekommt, scheidet aus. Eine Kartoffel wird aus dem Spiel genommen. Gewonnen hat der Spieler, der am Schluss noch eine Kartoffel nehmen kann.

Knackpunkt

Ein Jungscharmitarbeiter, Udo (U), kommt mit einer Handpuppe, Kalle (K), ins Gespräch.
U: (freudig) Hey Kalle, schön, dass du wieder hier bist!
K: (traurig) Hallo Udo, ich freue mich auch, dich zu sehen …
U: Aber Kalle, hey, was ist denn los? Ist was passiert?
K: (wütend) Das ist ja gerade das Pro­blem! Nichts ist passiert! Nichts passiert! Es geht nicht voran! Alles ist Mist!
U: Nun aber mal der Reihe nach. Was ist denn nicht passiert?
K: Ich fühle mich gerade richtig doof. Alles läuft irgendwie schief! Und ich bekomme gar nichts auf die Reihe! In der Schule hagelt es gerade eine schlechte Note nach der anderen. Dabei hatte ich mich so angestrengt und extra gelernt. Doch heute stand unter der Klassenarbeit wieder nur ein Mangelhaft drunter. Und Lukas, der hat dann wieder so blöd angegeben, dass er überhaupt nicht gelernt hat und trotzdem mit einer Eins nach Hause geht.
U: Das ärgert dich ziemlich, oder?
K: Na klar ärgert mich das. Dem fällt alles in den Schoß, und ich bekomme überhaupt nichts richtig hin. Sowieso reden alle nur noch von der blöden Klassenfahrt und dass wir da Gokart fahren dürfen.
U: Aber du hast dich doch auch schon länger auf die Tage gefreut!
K: Das stimmt, aber mein Vater ist mal wieder ohne Arbeit, und da ist das Geld zu Hause knapp. Wir haben wenig, und seitdem meine Schwester schon länger krank ist, geht das meiste Geld für ihre Medizin und die vielen Arztbesuche drauf. Ich bekomme von meinen Eltern kein zusätzliches Taschengeld. Und dann darf ich auf der Klassenfahrt am Rand sitzen und zuschauen, wie alle cool Gokart fahren und Spaß haben. Ich habe Angst, dass alle mich auslachen.
U: Mensch Kalle, du hast ja ganz schönen Kummer! Hast du schon Jesus davon erzählt?
K: Ja schon, irgendwie, aber ist ihm das überhaupt wichtig? Der hat doch bestimmt ganz andere Sorgen, als meine kleinen Problemchen. Da gibt’s doch ganz andere Dinge zu lösen.
U: O, sag das nicht Kalle. Ich glaube, dass er dich längst im Blick hat und deinen Kummer und deine Sorgen kennt. Er hat sich besonders um die gekümmert, die so wie du auch mal eine schwere Zeit durchmachen mussten.
K: Echt jetzt? Erzähl mal, was der da gemacht hat …

Der Jungscharmitarbeiter setzt die Handpuppe in die Ecke und beginnt zu berichten:
Der Text der Seligpreisung wird an einer Tafel oder per Beamer präsentiert. Jesus sagt: „Freuen dürfen sich alle, die erkannt haben, dass sie Gott brauchen. Gott wird ihnen helfen. Freuen dürfen sich alle, die Sorgen und Kummer leiden. Gott ist bei ihnen.“
Man kann diese Übertragung verwenden oder auch den Text aus einer vorhandenen Übersetzung. Das hat den Vorteil, dass die Jungscharler die Verse in ihrer Bibel nachlesen können.
Der Text wird kurz erläutert (Bergpredigt – Seligpreisungen). Jesus hat dies in seinem Leben immer wieder deutlich gemacht. Er half ganz unterschiedlichen Menschen und nahm sich ihrer Sorgen an.

Den Kindern werden nun ein paar Beispielgeschichten aus den Evangelien präsentiert. Das können Geschichten aus den vorangegangenen Lektionen sein, die die Kinder schon kennen, oder auch Geschichten, die gut zur Thematik passen. Die Geschichten (oder einige davon) werden kurz nacherzählt oder kreativ dargeboten (Flanellbilder, Playmobilfiguren, Legobilder, Anspiel, YouTube-Video). Wenn die Geschichten bekannt sind, dann können sie auch von den Kindern erzählt werden.

Vorschläge:

Alternativvorschlag: Die Kinder entdecken selbst die einzelnen Geschichten anhand mehrerer Stationen. In Kleingruppen widmen sie sich den einzelnen Geschichten, die von je einem Mitarbeiter präsentiert werden.

In der Bibel werden Menschen hervorgehoben, die erkannt haben, dass sie Gott brauchen. Ihre Armut besteht darin, zu erkennen, dass Gott viel größer ist als sie. Sie müssen nicht alles allein schaffen. Sie müssen sich mit ihren Sorgen nicht allein abmühen. Gott ist in Jesus mit ihnen. Sie können sich auf den verlassen, bei dem sie Hilfe suchen.

Doppelpunkt

Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben, über ihre eigenen Sorgen und Ängste zu sprechen anhand einer „Wie-geht’s-mir?-Runde“. Dabei sitzen sie im Kreis auf dem Boden oder an einem Tisch. In der Mitte liegen Gegenstände oder ausgedruckte Bilder. Der Mitarbeiter erklärt die Bedeutung der Symbole. (Die Symbole findet man auf Seite 25 oder unter www.jumat.de) Eine Blume steht für ein schönes Erlebnis, von dem man erzählen kann. Hier wird der Dank ausgedrückt. Ein Stein steht für etwas Schweres, was man erlebt hat oder was einen gerade (oder zurzeit) bedrückt. Hier hat die Fürbitte ihren Raum. Eine Wolke steht für einen Wunsch oder Gedanken, den man hat. Hier findet die Bitte ihren Platz. Der Mitarbeiter lenkt das Gespräch auf die Sorgen von Kalle und spricht behutsam die Lebenswelt der Kinder an.
Zusätzlich können Gedanken und Empfindungen aus den dargebotenen Geschichten, wie Jesus mit Menschen umgeht, geäußert werden.

Der Merkvers wird anhand eines Puzzles gemeinsam entdeckt. Dazu wird der Vers auf eine Karte geschrieben und zerschnitten. Der Mitarbeiter erklärt den Merkvers und verweist auf die Aussagen aus den Geschichten, wo Jesus den Menschen half. Gern kann er auch von einem persönlichen Erlebnis berichten oder die Kinder berichten lassen.
Danach greift er noch einmal den Text der Seligpreisungen auf und fragt, worin denn die Freude liegt, von der Jesus spricht. Jesus ist auch in schwierigen Situationen bei uns und will uns helfen.

Zum Ende dürfen die Kinder auf den Symbolkarten ihre Sorgen, Wünsche oder ihren Dank schreiben oder malen.
Die Kinder werden eingeladen, das Aufgeschriebene oder Gemalte (auf den Symbolkarten) zu einem aufgestellten Kreuz oder dem Altar zu bringen und dort abzulegen. Währenddessen könnte das Lied „Lege deine Sorgen nieder“ (Feiert Jesus! 4, Nr. 171) eingespielt oder gesungen werden.

Schlusspunkt

Zum Abschluss kommen noch einmal Kalle und Udo zu Wort:
K: Uh, das war toll!
U: Was war denn so toll, Kalle?
K: Na, dass ich meine Angst und alle meine Not Jesus geben konnte.
U: Und, geht‘s dir jetzt besser?
K: Ja, ein bisschen schon! Denn ich weiß ja jetzt, dass Jesus mich und meine Probleme sieht und dass er bei mir ist.
U: Weißt du was, ich kenne da ein Lied, was dazu ganz gut passt.
K: Au fein, lass es uns zusammen singen!
Zusammen mit den Kindern wird das Lied „Immer und überall“ gesungen.

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach spitze
Nr. 14 Vom Anfang bis zum Ende
Nr. 40 Ich bin nie mehr allein

Aus: Kinder feiern Jesus
Nr. 34 Kindermutmachlied
Nr. 143 Vater im Himmel
Nr. 145 Jesus, gib mir Mut
Nr. 167 Ob ich sitze oder stehe

KLAGEMAUERKREUZ FÜR JUNGSCHARGRUPPE
Aus kleinen Holzklötzen wird auf eine Platte in Kreuzform ein Kreuz geklebt. Dabei werden zwischen den Klötzen Fugen gelassen. In diese Ritzen kann man später kleine Gebetszettel stecken, so wie an der Klagemauer in Jerusalem.

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zu den Seligpreisungen aus der Bergpredigt von Jesus, wie sie in JUMAT 3/17 enthalten sind. Jeweils 2 Seligpreisungen werden dabei zu einer Einheit zusammengefasst.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Außerdem enthält die Themenreihe noch eine Anleitung zum bau eines Glücksrades, dass thematisch zu den Einheiten verwendet werden kann.

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