Das Tohuwabohu: Gott kann aus Chaos etwas Gutes machen

Zielgedanke

Gott kann aus unserem „Tohuwabohu“ etwas Gutes machen.

Vorüberlegung für Mitarbeitende

„Hier ist aber ein Tohuwabohu“, sagt einer, der ein Zimmer chaotisch findet. Was aber bedeutet „Tohuwabohu“ ursprünglich und wo kommt das Wort her?
In 1. Mose 1,2 (Luther) steht: „Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser“. Im weiteren Textverlauf geht es darum, wie Gott die Welt erschaffen hat. Am Anfang war alles wüst und leer. Übersetzt man die Worte „wüst und leer“ in den hebräischen Ursprungstext, heißt es „Tohuwabohu“: „Tohu“ = „wüst / Wüste“, „wa“ = „und“ und „bohu“ = „die Leere“. Tohuwabohu bedeutet somit ein heilloses Durcheinander und wird heute mit „Chaos“ übersetzt.
Also sah unsere Erde wohl so aus: Sie bestand aus Wüste. Und in der Wüste war kein Leben möglich. Sie war leer, es existierte überhaupt nichts. Sie war leblos. Es war aussichtslos, dass jemals Leben auf der Erde stattfinden konnte. Als wäre das nicht schon schlimm genug, kam noch die Finsternis hinzu. Ohne Sonne und Licht war erst recht kein Leben möglich.
Aber der nächste Satz gibt Hoffnung: „Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser“. Trotz dieser Hoffnungslosigkeit ist Gott schon da und hat große Pläne mit unserer Erde. Auch wenn sie aussieht wie ein Tohuwabohu. (Gedanken zu diesem Text sind entnommen aus der „Wuppertaler Studienbibel 2008“.)

Erlebniswelt der Kinder

Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit: Ich spiele stundenlang mit meinen Spielsachen, habe alles aufgebaut und aus den Schränken gezogen und dann kommt meine Mutter herein und ruft entsetzt: „Wie sieht es denn hier aus? Hier herrscht ja das reinste Chaos! Ein richtiges Tohuwabohu!“
Kinder erleben das heute auch. Sie spielen ganz vertieft und die Mutter sieht nur die herumliegenden Sachen und erkennt gar nicht, dass man ganz phantasievoll gespielt und gebaut hat. Das Ende vom Lied ist: man muss alles sofort wieder aufräumen und die tollen Bauwerke sind kaputt. Sehr deprimierend!

Einstieg

Als Einstieg benötigt ihr eine Ladung Recycling-Müll (nichts Schmutziges oder Feuchtes). Nehmt eine große Tüte und stopft alles rein, was ihr zu Hause findet. Alte Zeitungen, Plastikbecher, Alu, Kartonagen, Folien, Flaschen, Styropor, usw. Zu Beginn der Andacht verteilt ein Mitarbeitender den Inhalt der Tüte auf dem Boden. Der zweite Mitarbeitende ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Raum. Er kommt dann herein und ruft laut und entsetzt: „Was ist denn das für ein Tohuwabohu? Wer hat denn dieses Chaos hier angerichtet? Das kann aber so nicht bleiben. Kinder, könnt ihr helfen, das wieder aufzuräumen? Aber die Sachen bitte schön sortieren!“ Liegt alles sortiert auf dem Boden, bedankt ihr euch bei den Kindern, dass sie geholfen haben, das Chaos zu beseitigen.

Erzählung

Ihr habt gerade ein großes Chaos beiseite geräumt und alles schön sortiert. Ihr kennt Chaos zur Genüge, oder? Aber wie sieht das bei Gott aus? Kennt Gott auch ein Chaos? Was denkt ihr? (Die Kinder erzählen lassen, was sie denken.)


Ganz am Anfang in der Bibel erlebt Gott das größte Chaos seines Lebens. Ein „Tohuwabohu“. Wer hat das Wort schon einmal gehört und weiß, was es bedeutet? (Die Kinder erzählen.)
Tohuwabohu kommt aus dem Hebräischen. „Tohu“ bedeutet „wüst = Wüste“, „wa“ bedeutet „und“ und „Bohu“ bedeutet „die Leere“. Tohuwabohu heißt also übersetzt „Chaos“. Wenn wir die Bibel aufschlagen steht gleich im zweiten Satz: „Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“ Gott sah sich die Erde an und sie war ganz dunkel und leer. Es gab weder Menschen, Tiere, Bäume, Blumen, Wasser oder Licht. Der Unterschied zwischen Himmel und Erde war kaum zu sehen.
(Zur Veranschaulichung eignet sich das Bilderbuch von Kees de Kort „Gott erschafft die Welt“. Darin wird diese Situation sehr schön dargestellt und ihr könnt es den Kindern an dieser Stelle zeigen). Genau wie auf diesem Bild hier. So können wir uns besser vorstellen, wie die Erde einmal aussah und welcher Anblick sich Gott bot, als er auf die Erde blickte. Nicht gerade schön.

Gott war mehr als unzufrieden damit. Es machte ihn traurig, dass es so dunkel und leer war. Kein einziges Lebewesen war zu sehen und ihm war klar, da konnte auch nichts überleben. Die ganze Erde war eine einzige Wüste. Es gibt zwar heute auch noch Wüsten auf der Erde, aber im Gegensatz zu damals sind diese extrem klein. Stellt euch vor, die ganze Erde war eine Wüste. Nirgends ein Tropfen Wasser, ein kleines Tier oder eine Pflanze. Nichts, nur Wüste! Alles sah so leblos aus. Wenn wir heute in die Wüste gehen, nehmen wir genügend Wasser mit und jemand der sich gut auskennt und uns wieder sicher rausbringt. Aber alleine in der Wüste überlebt niemand. Und dann kam noch die Dunkelheit dazu. Man konnte nicht einmal die Hand vor Augen sehen.

So beschloss Gott, etwas zu ändern. In den folgenden Tagen machte er Licht, Wasser, Erde, Pflanzen, Sonne, Mond, Sterne, Tiere und zum Schluss die Menschen. Dann sah er alles an und war sehr zufrieden damit. Aus dem einstigen Tohuwabohu ist dank Gott etwas Gutes entstanden. Und das Ergebnis sehen wir noch heute. Ohne Gott wären wir nicht hier. Er hat uns, die Tiere und Pflanzen erschaffen.

Gott machte also aus dem absoluten Chaos auf der Erde etwas Gutes. Ob er mir dann auch helfen kann, wenn ich im Chaos versinke?

Gebet

Lieber Gott,
danke, dass du eine Struktur in das Tohuwabohu zu Beginn der Erde gebracht hast.
Du hast uns damit gezeigt,
wie aus einem Chaos etwas Gutes entstehen kann.
Wenn wir wieder im Chaos versinken,
hilf uns doch, es mit deiner Hilfe wieder in Ordnung zu bringen.
Danke, dass es dich gibt. Amen.

Ideen zur Vertiefung

Spiele

Wer bist du?

Dazu euren Gruppenraum ganz abdunkeln. Ist das Licht auch ausgeschaltet, den CD-Spieler einschalten. Die Kinder bewegen sich vorsichtig im Raum. Stoppt die Musik, suchen sie sich leise einen Partner und müssen an der Stimme erkennen, wer es ist. Dazu kurz Zeit geben, dann die Musik wieder anmachen und die Kinder laufen wieder durch den Raum.

Blind sortieren

Für dieses Spiel wird der Recycling-Müll von der Einführung benötigt. Zwei Kids bekommen die Augen verbunden, setzen sich auf den Boden und vor ihnen wird der Müll ausgeleert. Bei „Los!“ beginnen sie, jeder für sich, den Müll zu sortieren. D. h., jedes Kind macht seine eigenen Haufen. Hierfür haben sie drei Minuten Zeit. Nach Ende des Spieles werden die sortierten Gegenstände gezählt. Sieger ist, wer am meisten geschafft hat.
Tipp: Zu dieser Andacht passen auch Spiele mit Taschenlampen.

Montagsmaler

Ein Kind kommt nach vorne, bekommt einen Begriff gesagt und malt diesen an die Tafel. Die anderen müssen ihn erraten.

  • Wüste
  • Leer
  • Heiß
  • Dunkelheit
  • Licht
  • Tohuwabohu
  • Erde

Theater

Für diese Aktion die Kinder in Gruppen aufteilen. Jede Gruppe bekommt nun eine Aufgabe, die sie den anderen Gruppen pantomimisch (ohne zu sprechen!) vorspielt. Zum Einstudieren 10-15 Minuten Zeit geben. Die Zuschauer erraten, was dargestellt wurde.

  • Ihr seid eine Karawane, die durch die Wüste zieht und ihr habt nichts zum Trinken dabei. Ihr seid sehr durstig.
  • Ihr sitzt gemütlich zusammen und plötzlich ist Stromausfall.
  • Ihr wart bei Freunden, verabschiedet euch und lauft nach Hause. Draußen ist es jedoch sehr dunkel und ihr müsst durch einen dunklen Wald laufen. Ihr habt große Angst.
  • Du hast dein Zimmer ganz toll aufgeräumt, bist stolz darauf und zeigst es deinen Eltern. Als du am nächsten Tag aus der Schule kommst, war deine kleine Schwester / dein kleiner Bruder im Zimmer und hat ein Tohuwabohu hinterlassen.
  • Ihr seid in der Wüste unterwegs, das Wasser ist euch ausgegangen und nun kommt ihr an einen Brunnen.

Lieder

  • Groß, größer am größten, Einfach Spitze Nr. 122
  • Mein Gott ist groß, Einfach Spitze Nr. 67
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