Weihnachten mit Matthäus

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zur Weihnachtsgeschichte aus dem Matthäusevangelium aus JUMAT 4/16. Im Mittelpunkt stehen dabei die Weisen aus dem Morgenlande, aber auch die Träume von Josef und die Flucht nach Ägypten werden thematisiert.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Außerdem enthält das Thema noch einen Vorschlag mit vielen Bastel- und Backideen, wie man mit der Jungschargruppe einen Weihnachtsbasar gestalten kann.

Zielgedanke

Gott redet auf ganz unterschiedliche Weise mit uns Menschen. Es lohnt sich, auf Ihn zu hören.

Merkvers

Darum gilt, was Gott gesagt hat: „Heute, wenn ihr meine Stimme hört, dann verschließt eure Herzen nicht.“

Hebräer 3,15a; HfA

Situation der Jungscharler

Jedes Kind hat Träume! Dazu gehören Tagträume und Wünsche ebenso wie manch intensiver Traum in der Nacht, an den es sich am nächsten Tag – oder noch nach sehr lange Zeit erinnern kann. Es gibt die schönen Träume, aus denen man nicht erwachen will. Es gibt auch die Alpträume, die Angst verursachen und manchmal sogar mehrmals geträumt werden. Träume gehören zum Leben dazu, jedoch werden sie von den Kindern nur selten mit dem Reden Gottes verbunden! Dies geschieht eher im Zusammenhang mit der Bibel, anderen Menschen oder manchen Liedern. So oder so ist es immer wieder herausfordernd, Gottes Worte zu verstehen. Demnach laden die Bibelverse heute auf eine besonders spannende Entdeckungsreise ein: Gott redet noch heute! Gott redet auf ganz unterschiedliche Weise! Und es ist traumhaft, wenn wir lernen, seine Stimme zu erkennen und ihr zu vertrauen.

Erklärungen zum Text

Das Evangelium von Matthäus ist etwa um das Jahr 80 n. Chr. geschrieben worden. Zu dieser Zeit gab es vor allem zwei verschiedene Gruppen von Christen. Zum einen die, die ohne jegliche religiöse Vorgeschichte zum Glauben an Jesus Christus kamen. Zum anderen aber auch die Christen, die zuvor im jüdischen Glauben mit all den jüdischen Traditionen gelebt hatten, die sogenannte Judenchristen. Allem Anschein nach hat Matthäus durch seine Erzählungen über das Leben Jesu besonders die Judenchristen vor Augen gehabt. Verweise auf Prophezeiungen aus dem Alten Testament, die sich auf den Messias beziehen, sind klare Hinweise dafür. Auch deshalb beginnt dieses Evangelium mit dem Stammbaum Jesu. Er ist ein Nachkomme Abrahams und stammt aus der königlichen Familie Davids.

Der Name

In diesen Versen begegnen uns zwei Gottesnamen, die sich jeweils auf den neugeborenen Sohn beziehen. Aus dem Alten Testament heraus soll er den Namen „Immanuel“ (Gott mit uns) erhalten. Jedoch wird er letztlich „Jesus“ genannt. Diese Spannung kann man so erklären: Jesus (Gott ist Rettung) ist der „bürgerliche“ Name des Gottessohns. „Immanuel“ dagegen ist (s)ein Hoheitstitel.

V.18: Jetzt wird es spannend, da Jesus in gewisser Weise zwei Väter hat! Zum einen Gott, den Vater im Himmel. Zum anderen aber auch Josef, seinen weltlichen Vater, aus dem Stamm Davids. Und dieser spielt hier eine wichtige Rolle!

V.19: Zur damaligen Zeit bedeutete eine Verlobung bereits die Verpflichtung zur nachfolgenden Ehe, jedoch ohne jegliche sexuelle Beziehung. Die Schwangerschaft Marias lies demnach nur den einen Schluss zu, dass sie die Ehe gebrochen hatte. Somit hätte Josef das Recht gehabt, sie wieder zu verlassen.

V.20.21.24: Nun meldet sich Gott zu Wort! Er spricht mit Josef im Traum. Und Josef hat keinerlei Zweifel daran, dass dieser Traum tatsächlich Gottes Reden war. Denn nach dieser Nacht lässt er Maria nicht allein, sondern holt sie zu sich nach Haus. Er nimmt sie zur Frau.

V.22.23: Diese beiden Verse sind erneut vor allem für die Judenchristen mit aufgeschrieben. Der im Alten Testament verheißene Messias, der „Immanuel“, ist der Sohn von Maria und Josef, da sich bereits in seinem Werden (und in seiner Geburt) die Verheißungen erfüllen.

V.25: Der Hinweis darauf, dass Maria und Josef bis zur Geburt Jesu körperlich nicht zusammen waren, soll klar und unmissverständlich bezeugen, dass Jesus nicht der leibliche Sohn des Josef ist. Später dann, das verrät uns die Bibel (Kap. 12,46), bekamen Maria und Josef jedoch noch mehrere Kinder.

Treffpunkt

Passend zum Stichwort „Traum“ können verschiedene Angebote gemacht werden.

Aktionen

Traummann und Traumfrau

Aus Salzteig können die Kinder sich das jeweilige traumhafte Gegenüber formen.

Albtraum

Die Kinder können sich selbst möglichst hässlich schminken und verkleiden oder auch einfach nur grausame Grimassen ziehen. Natürlich sollten von dieser Aktion Fotos gemacht werden.

Traumfigur

Kurze sportliche Einheiten wie Liegestützen, Seilspringen oder Situps können hier gemacht werden.

Traumhaus

Aus Keksen, Zuckerguss und bunten Streuseln kann sich jedes Kind sein eigenes Traumhaus gestalten.

Traumberuf

Hier geht es darum, Berufe pantomimisch darzustellen. Ein Kind macht einen Beruf vor und die anderen raten.

Traumauto

Mit zwei BobbyCars findet ein Wettrennen statt.

Traumhaft

Weiße Kissenbezüge werden mit Stricken „verknotet“ und in Batikfarbe getränkt. Je nach Farbe ist die Verwendung unterschiedlich, deshalb muss man genau auf die Packungsanweisungen achten. Nach dem trocknen hat jeder ein Kissen, auf dem er traumhaft schlafen kann.

Knackpunkt

Die Geschichte soll mit Hilfe von einigen Szenen aus dem Film „Die Weihnachtsgeschichte: Es begab sich aber zu der Zeit …“ erzählt werden. Natürlich geht es (notfalls) auch ohne! Dann müssen die kurzen Abschnitte erzählt oder z. B. von einem anderen Mitarbeiter aus der Bibel vorgelesen werden.

Einleitung

Bald ist Weihnachten und wir feiern den Geburtstag von Jesus Christus. Es ist ein großartiges Fest mit vielen Lichtern, leckerem Essen, Geschenken, Überraschungen und guter Laune. Aber: So war das allererste Weihnachten nicht! Rund um die Geburt von Jesus war damals so einiges chaotisch. Auch für Maria und Josef gab es immer wieder echte Schwierigkeiten zu meistern. Besonders ihr Vertrauen auf Gott wurde dabei herausgefordert. Außerdem haben Maria und Josef vor der Geburt Jesu auf ganz besondere Weise erlebt, dass Gott mit uns Menschen redet.

Maria (Zettel mit ihrem Namen oder ein Symbol zur Darstellung) war eine junge Frau, die in dem kleinen Dorf Nazareth in Israel wohnte. Damals war es so üblich, dass die Eltern mit überlegten, manchmal sogar ganz allein entschieden haben, wen ihre Kinder heiraten sollen. Auf diese Weise wurden auch Maria und Josef miteinander verlobt. Verlobt zu sein bedeutete damals, dass man zwar noch eine Weile getrennt voneinander wohnt (in den eigenen Familien), aber definitiv kein anderer Mann und keine andere Frau mehr eine Rolle spielt. Zwei Menschen waren einander fest versprochen. Und das bedeutet natürlich auch, dass die beiden schon vor der Ehe einander treu sein mussten. Tatsächlich war es so, wenn die Frau dem Mann nicht treu war, konnte er dafür sorgen, dass sie verurteilt, vielleicht sogar getötet wurde. Echt spannende Zeiten waren das damals. Und genau in dieser Verlobungszeit von Maria und Josef passiert etwas Einzigartiges!

Filmsequenz von 00:19:00 bis 00:21:10 (Engel kommt zu Maria = Lukas 1,26-38)

(Zettel, auf dem „Engel“ steht oder ein Symbol zur Darstellung)

Das war der Anfang – die Vorbereitung zur Geburt Jesu. Maria hat etwas ganz besonderes erlebt. Ein Engel, ein Bote Gottes kam zu ihr und hat ihr eine Nachricht von Gott weitergesagt. Wie genau dieser Engel aussah – oder noch heute aussieht, wissen wir leider nicht. Das verrät uns auch die Bibel nicht genau. Aber klar ist: Gott hat Maria wissen lassen, dass sein Sohn in ihrem Bauch wachsen und werden wird. Ein echtes Wunder … und sie hat es geglaubt! Sie hat absolut auf die Worte Gottes vertraut, die sie gehört hat. Und ich denke, Maria hat nicht komplett verstanden, was das alles bedeutet. Aber sie hat Gott vertraut.

Und kurz danach ist sie zu einer Verwandten losgezogen. Maria hat sich auf den Weg gemacht, um Elisabeth und Zacharias zu besuchen. Einige Wochen war sie bei ihnen. Als sie wieder zurück nach Nazareth kam, da war ihr Babybauch schon gut zu sehen. Das Chaos war perfekt! Denn als unverheiratete Frau durfte man doch nicht schwanger werden! Was wird jetzt wohl passieren?

Filmsequenz von 00:39:30 bis 00:45:10 (Maria steht vor der Tür = Lukas 1,39-42.56 und Matthäus 1,18.19)

(Zettel mit Wort „merkwürdig“ und Zettel mit Worten „würdig zu merken“)

Echt krass! Maria ist schwanger – so wie es der Engel gesagt und wie es Gott geplant hat. Aber mal ehrlich: Wenn eine Frau schwanger ist und dann erzählt, dass Gott der Vater des Kindes ist … Das klingt schon komisch. Das ist schwer zu glauben. Merkwürdig! Genau so ging es den Eltern von Maria und auch ihrem Verlobten Josef. Das, was Maria erzählt hat, konnten sie nicht glauben. Sie waren total entsetzt und enttäuscht. Und die anderen Leute aus Nazareth haben die Nase gerümpft, wahrscheinlich ordentlich gelästert und wollten mit der Familie rund um Maria nichts mehr zu tun haben. Pah! Schwanger, ohne verheiratet zu sein. Das geht gar nicht! Auch Josef ist zutiefst getroffen. Aber zumindest will er sie nicht anklagen, damit sie nicht zum Tode verurteilt wird. Das ist echt fein.

Aber wirklich beeindruckend finde ich etwas ganz anderes: Obwohl ihr niemand glaubt, obwohl sie verachtet, vielleicht sogar gemobbt und von allen schief belächelt wird … Maria hält fest an dem, was sie von Gott her verstanden hat. Sie ist sich sicher: Das, was Gott zu sagen hat, ist wahr! Und trotzdem bleibt das alles merkwürdig. Ja, würdig, dass wir es uns merken. Denn Gott meldet sich noch einmal zu Wort!

Filmsequenz von 00:45:10 bis 00:46:22 (Adler fliegt = Matthäus 1,21.22)

(Zettel mit den Worten „Gott redet“ zur Darstellung)

Josef träumt. Und in diesem Traum spricht Gott zu ihm. Josef sieht und hört im Traum einen Engel. Der Bote Gottes bringt wieder eine Botschaft. Er lässt Josef wissen, dass Maria die Wahrheit sagt. Das Kind wird ein besonderes Kind sein. Maria und Josef sollen die Eltern des Sohnes Gottes werden. Was für eine Aussage! Was für ein Plan von Gott! Wie genial, dass er immer genau weiß, wann es uns Menschen gut tut, von ihm zu hören. Und: Einfach großartig, wie Josef Gottes Worte versteht und ihnen vertraut.

Filmsequenz von 00:46:22 bis 00:47:34 (Engel bei Josef = Matthäus 1,24.25)

(Zettel mit dem Wort „Jesus“ oder ein Symbol zur Darstellung)

Das Kind soll Jesus heißen. Das bedeutet „Retter“. Denn er wird sein Volk und alle, die an ihn glauben, von Sünden, Schuld und Last befreien. Obwohl die Begegnung mit Gott für Josef nur ein Traum war, war er sich sicher, dass es tatsächlich Gottes Worte für ihn waren. Josef hat Gottes Wort nicht in Frage gestellt, sondern darauf vertraut. Er hat daran festgehalten, egal was die anderen gesagt oder gedacht haben. Deshalb hat er Maria zu sich genommen, sie geheiratet und war dem Sohn Gottes ein guter Vater.

Maria und Josef haben Gottes Wort in ihrem Leben entdeckt, gehört, verstanden und darauf vertraut. Auf diese Weise haben sie ein echtes Wunder erlebt.

Doppelpunkt

Gespräch/Impulsfragen

Gemeinsam mit den Kindern überlegen wir, wie Gott zu uns Menschen redet. Welche Art und Weise kennen wir aus biblischen Geschichten? (Direkt, im Traum, durch Engel, durch Tiere (Bileam), durch andere Menschen …)

Wie hat Gott schon mit uns geredet? Oder was wissen wir von Menschen unserer Zeit über ihre Gespräche mit Gott? (Antwortmöglichkeiten: Auch heute spricht Gott noch durch Träume, die Bibel, Lieder, andere Menschen, einen spontanen klaren Gedanken …)

Weiterführend kann bedacht werden, warum es manchmal so schwer ist, Gottes Stimme zu erkennen, seine Worte „zu hören“?

(Antwortmöglichkeiten: Weil er nur selten tatsächlich in seiner Stimme mit uns redet. Weil die Bibel nicht immer eindeutig ist und viele Christen ihr Leben individuell gestalten. Weil es immer noch Menschen gibt, die lachen, mobben oder meiden, wenn wir auf Gottes Wort vertrauen. Weil es so viele andere Menschen und Dinge gibt, die interessant sind und gut tun, sodass wir oft vergessen zu beten oder in der Bibel zu lesen. Wir geben Gottes Wort nicht so viele Chancen …)

Bibel/Aktiv

Es werden Bilder von Personen aus der Bibel gezeigt, die auf Gott gehört haben, obwohl seine Worte zunächst absurd und unlogisch erschienen. Die Kinder sollen dann die jeweilige Geschichte kurz erzählen bzw. den Kern der Geschichte benennen. Dies kann auch spielerisch geschehen, indem die Kinder in Gruppen aufgeteilt werden. Wenn nun eine Gruppe die Person bzw. Geschichte auf dem Bild erkennt muss ein Kind der Gruppe losrennen. Wer zuerst auf dem „Erzählstuhl“ sitzt, darf erzählen und die Gruppe erhält einen Punkt.

Beispiele: Noah sollte ein Boot bauen, ohne dass Wasser zu sehen war. Abraham wurde mit fast 100 Jahren ein Sohn angekündigt. Gideon sollte seine Krieger ermitteln, indem sie wie Hunde tranken. Gideon sollte mit nur 300 Mann gegen ein ganzes Heer kämpfen. Der Gelähmte sollte einfach aufstehen und gehen.

Kreativ

Entweder können die gebatikten Kissenbezüge bestaunt werden … oder man kann mit den Kindern zusammen Kissenbezüge aus alten Hemden nähen. (Dazu werden Nähmaschinen gebraucht!) Verschiedene Anleitungen findet man im Internet.

Schlusspunkt

Die Kinder erhalten jeder ein Herz. Das Herz kann aus Salzteig hergestellt werden oder man schneidet es einfach aus Pappe aus. Auf diesem Herz steht der Merkvers. Zum Abschluss der Gruppenstunde wird nun der Vers mehrmals gesagt und zwar in unterschiedlichen Sprechformen: langsam, ganz schnell, mit zugehaltener Nase, mit hoher Stimme, mit lispelnder Stimme usw.

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach spitze

Nr. 44 Unserm Gott ist alles möglich

Nr. 46 Ich bin sicher

Nr. 47 Runtergekommen

Aus: Kinder feiern Jesus

Nr. 147 Hast du Gott schon mal ´nen Wunsch gesagt

Film schauen

Gemeinsam mit den Kindern (und vielleicht ihren Eltern) kann der Film „Es begab sich aber zu der Zeit …“ komplett angeschaut werden. Da das den Rahmen der Gruppenstunde sprengt, könnte man im Laufe der Adventszeit einen besonderen Filmabend anbieten.

Mit der Bibel auf Gott hören

Ihr könnt in eurer Jungschar eine Bibellese-WhatsApp-Gruppe gründen. Dort schreibt ein Mitarbeiter in der kommenden Woche täglich eine Bibelstelle hinein, die die Kinder lesen sollen. Im Laufe des jeweiligen Tages kann über „Das Wort Gottes“ dann ein echter Gesprächsaustausch entstehen.

Ganz ohne WhatsApp könnt ihr euch vornehmen, Gottes Wort eine Chance zu geben und in der kommenden Woche jeden Tag in der Bibel zu lesen und ein „Bibellese-Tagebuch“ zu beginnen.

…nicht auszurechnen, was das bedeutet

1. Vorbemerkungen

Für Teens ist Trinität eher unbedeutend, vielleicht nur ein kaum verstandener Lehrsatz aus dem Konfiunterricht. Dabei ist die Trinität ein Einblick in das Innerste Gottes. Deshalb ist dieses Thema nicht nur kognitiv, sondern auf der Herzebene zu vermitteln. Wichtig für die Vorbereitung ist, dass zuerst das eigene Herz der Mitarbeiter angesprochen wird. Genug Zeit und eine anbetende Haltung helfen dabei.

Ich bearbeite Dreieinigkeit sehr stark unter dem Aspekt der vollkommenen Liebesgemeinschaft zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist. Die Teens können darauf gut vorbereitet werden, indem sie ein bis zwei Wochen vorher den Auftrag erhalten, verschiedene Ehepaare zu ihrem „Einssein“ (Mt 19,6 f.) zu interviewen. Mögliche Fragen: Wodurch drückt sich das „Einssein“ eurer Ehe aus? Was verbindet euch auch dann noch, wenn ihr total unterschiedlich seid?

2. Zielgedanke

Die Teens verstehen Dreieinigkeit als perfekte Liebesgemeinschaft, in die Gott sie mit einbeziehen will. Kreativ wird erarbeitet, was das für ihre Beziehung zu Gott und zu Menschen bedeutet.

3. Einführung inkl. Exegese

Trinitätslehre war in der Kirchengeschichte oft umstritten und ihr Verständnis heiß diskutiert. Es würde die meisten Teenager überfordern oder langweilen, hier auf Details einzugehen.

Eine Lehre der Trinität finden wir in der Bibel noch nicht. Es gibt aber viele Bibelstellen, in denen Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist vorgestellt wird. Schon bei der Schöpfung (1. Mose 1,2.26) oder bei der Begegnung Abrahams mit Gott (1. Mose 18,2) finden wir erste, aber noch recht unklare Hinweise auf die Trinität. Wirklich deutlich wird es mit dem Kommen Jesu Christi.

Bei Jesu Taufe werden alle Personen der Dreieinigkeit namentlich genannt, sind aber räumlich und in ihrem Handeln deutlich voneinander unterschieden (Mt 3,16-17). Dennoch bezeugt Jesus und ebenso seine Gemeinde, dass nur einer Gott ist (Mk 12,29 f.; Röm 3,30; 1. Tim 2,5; Jak 2,19).

Ein weiterer Hinweis ist, dass Jesus genau wie Gott als Herr (kyrios) bezeichnet wird (Phil 2,11), dass zu ihm gebetet wird (Apg 7,59; 1. Kor 1,2) und er sogar ausdrücklich Gott genannt wird (Joh 20,28; Hebr 1,8 f.). Ebenso ist auch der Heilige Geist Gott (Joh 4,24). Außerdem gibt es zahlreiche Aussagen in der Bibel, die Vater, Sohn und Heiligen Geist direkt nebeneinanderstellen (z. B. Mt 28,19; 1. Kor 12,4-6; Eph 4,4-6; 1. Petr 1,2).

Schon die frühesten Christen bekannten sich zu einem dreieinen Gott aus Vater, Sohn und Heiligem Geist: drei Personen, die gleich ewig, gleichwertig und alle göttlichen Wesens sind, und dennoch voneinander unterschieden werden müssen.

Veranschaulicht wird die Trinität gern mit den drei Erscheinungsformen von Wasser (Eis, Wasser, Dampf). Ein schönes Bild, aber die Einheit Gottes besteht nicht durch die gleiche göttliche „Substanz“ von Vater Sohn und Heiligem Geist, sondern in ihrer völligen Liebe und Hingabe aneinander.

4. Einstieg (12 Min)

Die Stühle werden in Dreiergrüppchen gestellt, sodass Dreierteams entstehen. Folgende Begrüßung wäre denkbar:

„Liebe Dreierteams, heute haben wir ein Teambuilding-Seminar mit dem erfolgreichsten, perfektesten Dreierteam in der Weltgeschichte – es ist der Star aller Dreierteams! Es ist der dreimal eine Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ihn begrüßen wir als heutigen Gastgeber und Coach!“ (Lobpreislied oder Gebet)

Nach der Begrüßung wird auf den Titel der Gruppenstunde eingegangen. „3 x 1 = 1 … Dreieinigkeit – nicht auszurechnen, was das bedeutet.“ Was würde wohl euer Mathelehrer zu dieser Gleichung sagen? Könnt ihr die Gleichung irgendwie auflösen?

Die Dreierteams werden beauftragt, Dreieinigkeit nach ihrem Verständnis miteinander als lebendige Skulptur darzustellen. Gestaltungsmöglichkeiten sind Anordnung der Personen, Körperhaltung oder Gesichtsausdruck. Die Skulptur wird der Gruppe mit Titel und einer Kurzerklärung (zwei Sätze) vorgestellt. Die Leiter fotografieren sie.

5. Hauptteil (25 Min)

Der Hauptteil beginnt mit dem YouTube-Clip „Dreieinigkeit einfach erklärt“.

Nach dem Video tauschen die Teilnehmer aus, wie sie zur Trinitätslehre stehen. Dabei können die Leiter einige neutestamentliche Aussagen zur Dreieinigkeit Gottes einfließen lassen.

Dann wird der Schwerpunkt auf die besondere Beziehung der Dreieinigkeit gelegt. Zunächst wird das im Videoclip verwendete Bild von Wasser, Dampf und Eis hinterfragt:

„Ich habe ein Problem mit diesem Bild! Ich finde das gar nicht passend. Habt ihr eine Idee, was mich daran stört?“ (Problem: Gott wird als Substanz gedacht. Was macht Vater, Sohn und Heiligen Geist zu dem einen Gott? Was macht die Dreieinigkeit eigentlich aus? Was macht sie zu EINS?)

Zu einer ähnlichen Frage sollten die Teens in der Vorwoche Ehepaare interviewen. Was macht das „Einssein“ ihrer Ehe aus, was verbindet sie? Ergebnisse dieser Interviews werden auf Flipchart gesammelt. Ist Gottes Idee der Ehe ein Abbild seiner Dreieinigkeit?

Anschließend wird das Dreihasenfenster des Paderborner Doms gezeigt: „Drei Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei.“ Einen richtigen Hasen machen seine zwei langen Löffel aus! Wie funktioniert das hier?

Frage: Was drückt dieses Bild über die Dreieinigkeit Gottes aus?

Das Geheimnis der Dreieinigkeit ist die Liebe als vollständige Hingabe. Der Sohn verschenkt sich ganz an den Vater und empfängt alles von ihm. Der Vater übergibt alles dem Sohn und empfängt von ihm alle Ehre.

3 x 1 = 1 … Nur in der perfekten Liebesgemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist geht diese Rechnung auf. Gott ist die Liebe, die Liebe in Person ist (1. Joh 4,8.16). Er liebt nicht nur, hat Liebe nicht nur erfunden, sondern er ist Liebe in sich – in seiner Dreieinigkeit.

Diese dreieinige Liebe Gottes will sich ausbreiten, will nicht allein bleiben. Darum schafft Gott im Menschen (in dir) ein Gegenüber, dem er seine ganze Liebe schenkt. Er wünscht sich nichts sehnlicher als uns in die Liebesgemeinschaft von Vater, Sohn und Geist mit hineinzuziehen.

6. Abschluss (13 Min)

Die Teens machen nochmals ein kreatives Bild zur Fragestellung: „Wenn sich der dreieinige Gott, die perfekte Liebesgemeinschaft zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist, uns Menschen mit in seine Liebesgemeinschaft hineinziehen will – was bedeutet das für eure Beziehungen?“ (z. B. zu Gott, zu Freunden, zu einem späteren Ehepartner, zu Eltern, Senioren, älteren oder jüngeren Geschwistern …)

Stellt das kreativ dar (als lebendige Statue, Bild, Aufstellung …)! Hilfsmateriealien sind A2-Blätter, Wachsmalstifte, Seile, Tücher, Stellfiguren, Schminkfarbe … alles, was die Kreativität anregt.

Die Teens arbeiten mindesten zu dritt (5–8 Minuten). Ergebnis wieder der Gruppe mit einem Titel und einer Kurzerklärung (zwei Sätze) vorstellen. Die Mitarbeiter würdigen die Arbeit und heben hervor, wo die Darstellung das Thema besonders gut veranschaulicht.

Darstellung wieder fotografieren und mit Erster vergleichen: Was hat sich heute an euerm Verständnis der Dreieinigkeit verändert?

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