Entdecker Tour

Die Gleichnisse Jesu – Geschichten aus dem Leben

„Gleichnisse sind Geschichten, aus dem Leben gegriffen!“
Diese Aussage ist für uns heute im Bezug auf die Gleichnisse Jesu nicht mehr gültig. Wir stellen fest, Jesus erzählt Geschichten, die für uns Geschichte sind. Nicht aus dem Leben, sondern aus der weit zurückliegenden Vergangenheit gegriffen.
Das beginnt bei Maßeinheiten (ein Talent), geht über damalige bäuerliche Verhaltensweisen, die uns fremd sind, weil heute in unserem Kulturkreis kaum jemand mehr so arbeitet, und endet bei der Erbfolge oder bei familiären Regeln, die 2.000 Jahre zurück liegen. Halten wir Gleichnisse Jesu dennoch für erzählenswert und wichtig für heutige Menschen? Ja, denn sie erzählen etwas über die Nähe und Liebe Gottes, die jedem Menschen gilt, heute wie vor 2.000 Jahren. Wollen wir dies gemeinsam mit Kindern entdecken, so haben wir zwei große Aufgaben:

  1. Geschichte muss lebendig – begreifbar werden.
    Kinder brauchen Zugänge zur Lebenswirklichkeit, von der Jesus redet und in der er lebte.
  2. Gleichnishafte Geschichten müssen übertragen werden in unseren heutigen Erfahrungsraum.

Jesus erzählte Gleichnisse, weil Menschen dadurch ohne Rückfragen sofort in ihrem Erfahrungs-raum denken konnten. Ein Sachverhalt wird einleuchtend dargestellt. Mit dem Reich Gottes ist es wie … Hier müssen wir ganz neu nach zeitgemäßen Parallelen und Erfahrungen suchen. Kinder werden diese mit ihrer Lebenswirklichkeit vergleichen. Sie entdecken dann die Aussage eines Gleichnisses ganz individuell und neu.
Damit diese Entdeckertour vielfältig wird, haben wir fertige Andachten, Anspiele, Werkideen, Geländespiele und mehr zusammengetragen.

Von den anvertrauten Pfunden

Vorüberlegungen für Mitarbeitende

Jesus erzählt von einem Fürsten, der in ein fernes Land zieht, um als König zurückzukommen. Seine Untertanen fürchten ihn, und schicken eine Delegation hinterher, die verhindern soll, dass er König wird. Die Könige reisten damals zur Ernennung nach Rom. Eine nachreisende Gruppe, die die Krönung verhindern wollte, hatte es bei Archelaus – einem Sohn des Herodes – tatsächlich gegeben. Jesus erwähnt in seinem Gleichnis wieder Dinge, die den Zuhörern wohl vertraut waren.
Er will hier die Menschen vorwarnen, dass er seine Herrschaft nicht mit seinem bevorstehenden Einzug in Jerusalem beginnen wird. Wie der König im Gleichnis, geht Jesus zuerst weg, um als König wiederzukommen. Und wie im Gleichnis, wollen auch Viele Jesus nicht als ihren König. Diese Menschen wird Jesus bei seiner Rückkehr richten, wie im Gleichnis. Ein Gedanke, den wir nicht vergessen dürfen, der aber für unsere Jungscharkinder noch nicht zu fassen und deshalb auch nicht Thema in dieser Einheit ist. Für die Kinder steht der Aspekt der anvertrauten Pfunde (Talente) im Vordergrund. Sie sollen durch die Geschichte ermutigt werden, ihre Begabungen und
Fähigkeiten zu entwickeln und einzusetzen auch und gerade, wenn sie (noch) nicht die besten sind.

Erlebniswelt für Kinder

Die meisten kleinen Kinder zeigen stolz, was sie haben und können. Ein Verhalten wie das des dritten Knechtes ist für sie nur schwer nachvollziehbar. Und doch erfahren sie – je älter sie
werden – immer wieder, dass es Dinge gibt, die sie nicht (so gut) können. Schade, wenn sie sich dann zurückziehen und eine Begabung – aus Angst zu versagen – nicht mehr trainieren.
Gott traut jedem Kind etwas zu! Jede und jeder ist begabt!

Szene: Christiane und Nick

Nick ist total aufgeregt! Christiane und ihre Kollegen haben heute eine Fläche mit ganz sandigem Boden entdeckt, und Christiane hat Nick erlaubt, ihr richtig zu helfen. Er sitzt im Schatten eines Sonnenschirms und siebt mit einem feinen Sieb den Sand. Er passt ganz genau auf, damit ihm auch ja kein einziger wertvoller Stein, eine Scherbe oder Münze unbemerkt durch das Sieb rutscht.
Achtung: Wird die Aktion in Räumen mit Parkettboden durchgeführt, Sägemehl benutzen. Quarzsand löst die Versiegelung der Böden auf, und die kleinen Steine zerkratzen den Boden.
Nick ist begeistert. In seinem Sieb findet er tatsächlich eine Münze. Christiane schaut sich seinen Fund genau an und strahlt mit ihm um die Wette. Die Silbermünze hat eine Königskrone auf der Rückseite.
Christiane denkt laut vor sich hin: „Eine solche Münze könnte der König seinen Knechten gegeben haben.“
Nick stutzt: „Was hast du gesagt? Welcher König und welche Münze?“
Christiane: „Nun, Jesus hat einmal ein Gleichnis von einem König erzählt, der, bevor er auf eine lange Reise gegangen ist, zehn Knechten je ein Pfund Silbermünzen gegeben hat. Jedem
gab er dazu die Anweisung, mit den Münzen bis zu seiner Rückkehr verantwortungsvoll zu handeln. Für so eine Münze musste man damals 100 Tage lang hart arbeiten.“
Nick: „Oh la la, das ist ja heute ein Haufen Geld! Was meint denn der König mit verantwortungs-voll Handeln?“

Zeltgruppenaktion

Die Fragen sollen sich nun alle Kinder in ihren Zeltgruppen ebenfalls stellen. Die Ergebnisse können auf Plakaten festgehalten und vorgestellt, oder anschließend einfach von einem
Gruppenmitglied im Plenum vorgetragen werden.

Zurück zur Geschichte:
Nick: „Christiane, wie ging die Geschichte weiter? Was haben die zehn Knechte mit den wertvollen Münzen gemacht?“
Christiane: „Nach einiger Zeit ist der König zurückgekommen und hat Rechenschaft von seinen Knechten verlangt. Der erste Knecht konnte dem König den zehnfachen Wert zurückgeben!
Stell dir vor Nick, das ist ungefähr soviel, wie die Leute damals in drei Jahren verdient haben! Der König lobte den Knecht und gab ihm eine große Aufgabe in seinem Königreich. Auch der zweite Knecht hatte den Wert der Münze vermehrt. Er konnte den Wert verfünffachen. Dass er nicht soviel geschafft hatte wie der erste Knecht, war dem König egal. Er freute sich sehr über seinen Knecht und gab auch ihm eine große Aufgabe. Dann kam der dritte Knecht. Der hatte die Münzen einfach in ein Taschentuch gehüllt und aufgehoben. Er war zu faul, irgend etwas damit zu unter-nehmen, und er hatte Angst gehabt, etwas falsch zu machen, wenn er mit dem Geld handeln würde.
Da wurde der König wütend und befahl, ihm die Münzen weg zu nehmen und sie dem ersten Knecht noch dazuzugeben.“
Nick: „Das ist aber gemein!“
Christiane: „Naja, er hat sich ja ausdrücklich den Anweisungen widersetzt! Der König hat ihm die Münze anvertraut mit dem Auftrag, damit zu handeln, etwas daraus zu machen. Er hätte die Münzen ja zur Bank bringen können. Dann hätten sie wenigstens Zinsen abgeworfen.“
Nick: „Ok., das leuchtet mir ein. Aber was will Jesus mit dieser Geschichte sagen?“
Christiane: „Jesus fordert uns alle auf, die Gaben und Begabungen die er uns gegeben hat, einzusetzen und sie nicht einfach verkümmern zu lassen. Dabei ist es für Gott nicht so wichtig, ob andere etwas besser können als wir. Er fordert uns auf, unsere Fähigkeiten mutig und fröhlich auszuprobieren und zu leben. Weißt du denn, was du für besondere Begabungen hast?“
Nick: „Ich glaube, da muss ich heute mal richtig drüber nachdenken.“

Für die Schatzkiste: Auf die Münze vom Anfang kommt nun die Begabung des jeweiligen Jungscharlers. Entweder ganz einfach die Begabung mit einem wasserfesten Stift aufschreiben, oder die Kinder malen ein entsprechendes Bild. Anschließend kommt die Münze in die
Schatzkiste zur Erinnerung an den Tag.

Weiterarbeit in den einzelnen Zeltgruppen

Mitmach-Aktion für alle

Die Sandfläche ist so groß, dass alle Jungscharler helfen müssen. Dazu erhält jede Zeltgruppe eine Wanne mit Sand und ein Sieb. In dem Sand sind exakt so viele Münzen verborgen, wie Kinder in der Gruppe sind. Auf Kommando wird losgesiebt. Gewonnen hat die Gruppe, die zuerst alle Münzen gefunden hat.

Hinweis: Wannen mit Sand und ein bis zwei Siebe je Gruppe, Münzen in Teilnehmerzahl plus die Münzen von Nick.
Die Münzen aus Ton, Fimo, Karton oder Silberfolie herstellen. Auf der einen Seite befindet sich eine Krone, die zweite Seite ist noch frei.

Ein Netz aus Begabungen

Die Jungscharler sollen sich überlegen, was die anderen in ihrem Zelt besonders gut können. Der Zeltmitarbeiter hilft notfalls, so dass jedes Kind zu jedem anderen im Zelt etwas sagen kann.
Übung für die Mitarbeiter vorab: Wo liegen die besonderen Begabungen unserer Kinder?
Anschließend stellt sich die Zeltgruppe im Kreis auf. Ein Kind beginnt und wirft ein Wollknäuel einem zweiten Kind mit folgenden Worten zu: „Ich werfe zu …, die/der kann besonders gut …“ Dabei hält das erste Kind ein Ende der Schnur fest. Dann folgt das zweite Kind und wirft die Schnur weiter zum nächsten Kind, und nennt dabei dessen besondere Begabungen usw.
Am Ende entsteht ein Netz – wir alle sind begabt und geliebt und durch unsere Begabungen verbunden.

Ein Koffer voller Gaben

Das zweite Spiel funktioniert nach dem Prinzip von „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ Ein Kind beginnt und sagt: „Ich heiße … und kann besonders gut …“. Dabei nennt das Kind die Fähigkeit, die ihm vorher zugesprochen wurde. Das Kind daneben macht weiter: „Das ist …, sie/er kann besonders gut … Ich heiße … und kann besonders gut …“

Liedvorschlag

  • Vergiss es nie, Jungscharliederbuch Nr. 122

Gebet

Lieber Vater,
wir danken dir, dass du jeden von uns so wundervoll
mit unterschiedlichen Gaben ausgestattet hast!
Halleluja Amen!




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