8. Siegt die Ungerechtigkeit?

Das Ziel

Starter

Die Kinder erfahren, dass Ungerechtigkeit nicht von Gott gewollt ist, doch es gibt verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren.

Checker

Die Kinder erleben Wertschätzung für ihren Ärger über Ungerechtigkeit und hören, dass sie darin – wie Mose – Gott ähnlich sind.

Der Text an sich

Vorher geht es um Moses Geburt, die Rettung aus dem Nil, das Aufwachsen bei seiner hebräischen Familie und anschließend im Palast des Pharao. Nun werden fünf Ereignisse berichtet:

Tag 1: Mose will zu seinen hebräischen „Brüdern“. Er beobachtet, wie ein Ägypter einen Hebräer schlägt und erschlägt daraufhin heimlich den Ägypter.

Tag 2: Mose beobachtet einen Streit zwischen Hebräern und will ihn schlichten. Dabei erfährt er Ablehnung durch zwei Fragen: nach seiner Autorität (Wer hat dich zum Richter eingesetzt?) und nach seinen Mitteln (Willst du mich auch töten?). Mose bekommt Angst.

Kurz darauf: Der Pharao erfährt von dem Vorfall und will Mose töten lassen. Dieser flieht.

In Midian: Mose beobachtet am Brunnen, wie weibliche Hirten ungerecht behandelt werden. Sie haben Wasser für ihre Tiere geschöpft, nun wollen männliche Hirten sie wie sonst auch wegdrängen. Mose beschützt die Frauen und hilft ihnen beim Tränken. Sie berichten ihrem Vater davon (Reguel, an anderen Stellen Jitro, Priester in Midian). Der lädt Mose zum Bleiben ein und gibt ihm Zippora zur Frau.

Viele Jahre später: Der alte Pharao ist zwar gestorben, die Situation der Israeliten in Ägypten ist aber unverändert: sie leiden unter der Sklaverei. Sie schreien zu Gott um Hilfe. Gott hört ihr Schreien, erinnert sich an seinen Bund mit ihren Vorvätern, wendet sich ihnen zu und kümmert sich um sie. Mose wendet sich ebenfalls ungerecht behandelten Menschen zu und kümmert sich um sie. Er versucht dreimal auf verschiedene Weise, Gerechtigkeit herzustellen:

  • Indem er den ungerechten Ägypter tötet und dabei selbst ungerecht handelt (was ihm bewusst ist!) – Nach dem Verständnis „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zahlt er dem Unterdrücker Gleiches mit Gleichem heim.
  • Indem er durch ein Gespräch versucht, den Streit innerhalb der eigenen Gruppe zu schlichten und den Täter zu Solidarität mit seinem „Bruder“ zu bewegen.
  • Indem er sich schützend vor die (fremden) Frauen stellt und selbst mit anpackt, dass sie zu ihrem Recht kommen und das selbst geschöpfte Wasser auch selbst nutzen können.

Auch wenn die Versuchung groß ist, Moses Tun moralisch zu bewerten, liegt der Kern der Geschichte von Mose darin, dass Gott sich den Menschen seines Volkes zuwendet und sich um sie kümmert. Er gebraucht dafür Menschen wie Mose, die sich von Ungerechtigkeit bewegen lassen.

Anmerkungen:

  • Keiner hat Mose um Hilfe gebeten, aber die Not bewegt ihn zum Handeln. Gott wendet sich erst dann dem Volk Israel zu, als es um Hilfe schreit.
  • Die Midianiter sind Nachfahren von Abraham und seiner Frau Ketura und galten damals vermutlich auch als Hebräer. Mose findet also bei seiner sehr entfernten Verwandtschaft eine neue Heimat.

Der Text für mich

Ich entdecke in diesem Text viel Ungerechtigkeit und Züge von Rassismus. Denn die Zugehörigkeit zu einem Volk entschied darüber, welche Position man innehatte (Hebräer = Fronarbeiter, Ägypter = Aufseher). Die Hebräer waren ursprünglich Wirtschaftsflüchtlinge in Ägypten und gern gesehene Gäste. Später wurden sie aus Neid zu Sklaven. Mose, der als Sohn der Prinzessin gilt, bildet unter den Hebräern eine privilegierte Ausnahme. Er sehnt sich aber nach Zugehörigkeit zu den Hebräern. Sie verweigern sie ihm, weil er zu anders ist. Der Pharao will ihn töten, weil er mit dem Mord am Ägypter seine Loyalität zu den Hebräern gezeigt hat – eine Bedrohung für die Ägypter! In Midian wurde Mose als Ägypter angesehen und für sein helfendes Handeln wertgeschätzt. Er wurde durch Heirat in die angesehene Priesterfamilie aufgenommen.

Doch was mache ich, wenn ich Ungerechtigkeit wahrnehme? Versuche ich Gleiches mit Gleichem heimzuzahlen oder suche ich das Gespräch? Ich erlebe ähnliche Reaktionen wie Mose – woher kommt meine Autorität? Und wie beurteile ich, wer im Streit im Recht ist? Wen nehme ich als hilfebedürftig oder Opfer wahr? Stelle ich mich an die Seite der Opfer und packe tatkräftig mit an? Ganz ehrlich: Meistens warte ich, bis jemand um Hilfe bittet und schalte mich nicht einfach ein.

Der Text gibt mir keine moralischen oder ethischen Richtlinien. Er erzählt nur von Moses Erfahrungen, in denen scheinbar sehr klar war, wer im Recht war und wer benachteiligt wurde.

Der Text für dich

Kinder erleben in ihrem Alltag viele Ungerechtigkeiten: mit Erwachsenen, anderen Kindern oder durch Strukturen. Sie erkennen Ungerechtigkeiten meist sehr sensibel. Umso mehr, wenn es um jemand aus der eigenen Gruppe geht. Sie können sich daher gut mit Mose identifizieren:

  • mit seinen Versuchen, zu helfen
  • mit der Eindeutigkeit, wer im Recht ist
  • mit den Methoden: Auge um Auge/durch Gespräch schlichten/Mit-Anpacken
  • mit dem Frust, nicht gehört zu werden
  • mit der Angst vor Konsequenzen

Häufig haben sie Ungerechtigkeit aber auch selbst erlebt und wissen daher gut, wie es ist ein Betroffener bzw. ein ‚Opfer‘ zu sein. Zudem erleben Kinder eine starke moralische Wertung für die unterschiedlichen Wege, um anderen zu helfen, bzw. haben diese auch als Bewertungsmaßstab zum Beurteilen Anderer verinnerlicht. Dieser Text kann daher

  • erleichtern: Auch Mose musste üben, um Gerechtigkeit herzustellen.
  • herausfordern: keine negative Bewertung für Mose! Aber: Konsequenzen.
  • ermutigen: Gott wendet sich seinem Volk zu und kümmert sich um sie, z.B. durch Menschen wie Mose, die sich von Ungerechtigkeit bewegen lassen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Material: Schärpen in rot (2x), blau (3x), grün (2x), Äpfel, kleines Messer

Spielleitung: „Wir zeigen euch jetzt 3 Szenen und hinterher stelle ich euch dazu ein paar Fragen. Ich beende jede Szene durch In-die-Hände-Klatschen.“

Szenen:

  1. Kennzeichnen: A (rot), B (blau), C (rot und blau)
    • A schlägt B an den Arm. C schlägt A an den Arm. A und C schlagen sich ein paarmal gegen den Arm. Spielleitung klatscht in die Hände.
  2. Kennzeichnen: A (rot), B (blau), C (blau)
    • A und B streiten sich (z.B. wer besser in der Schule ist). A beleidigt B, ist aber im Unrecht (hat die schlechteren Noten). C fragt B, warum er sich mit A streitet, obwohl sie Freunde sind. B fragt, was C von ihm will und sagt „Schlag mich doch.“ Spielleitung klatscht in die Hände.
  3. Kennzeichnen: A (rot) und B (grün), C (rot)
    • A schneidet Äpfel für alle Mädchen (sollte darin schlechter sein als B). B will zuerst die geschnittenen Äpfel den Jungs geben und „schnell für alle Jungs Äpfel schneiden“. C hindert ihn daran und hilft A beim Schneiden der Äpfel für die Mädchen. Dann ist B dran.

Fragen zu jeder Szene:

  • Wer war im Recht, wer war im Unrecht?
  • Warum hat C sich eingemischt?
  • Wie hat C sich eingemischt?
  • War das Einmischen erfolgreich?
  • Welchen Effekt hatte das Einmischen für A, B, C / wie haben sie das Einmischen erlebt / sich hinterher gefühlt? (ggf. die Schauspieler fragen)

Idee 2

Es gibt mehrere Runden kurzer Gruppen-Wettkampf-Spiele. Die Gruppen werden nach jeder Runde neu zusammenstellen, dabei werden jeweils andere ungerechte Verhältnisse hergestellt.

Spielideen z.B.

  • Völkerball-Variante: Die Mannschaften stehen sich in zwei Feldern gegen über und müssen sich gegenseitig abwerfen. Wer getroffen wurde, muss raus. Wer zuerst alle Gegner abgeworfen hat, gewinnt.
  • Bierdeckel-Schlacht: Die Mannschaften stehen sich in zwei Feldern gegen über und müssen alle Bierdeckel aus dem eigenen in das gegnerische Feld werfen. Es darf immer nur ein Bierdeckel geworfen werden. Es gibt ein Zeitlimit, dann wird verglichen.
  • Peak-a-who: zwei MA halten eine Decke zwischen zwei Mannschaften hoch. Je eine Person der Mannschaft sitzt vorn an der Decke. Die MA lassen die Decke fallen, wer dann zuerst den Namen der Person aus der gegnerischen Mannschaft ruft, hat gewonnen. Die andere Person scheidet aus.
  • Streichhölzer-Stapeln: Die Mannschaften sitzen abwechselnd in einem Kreis. Reihum stapelt jeder ein Streichholz auf einen Flaschenhals. Die Gruppe, bei der der Turm fällt, bekommt einen Minuspunkt.

Ungerechte Bedingungen je nach Gruppe und Spiel, z.B.: Jungs gegen Mädchen; Große gegen Kleine; ältere gegen jüngere; neue gegen „schon lange da“.

JOKER: Die TN können während des Spiels (nicht vorher!) einen MA um Hilfe bitten. Diese Regel wird aber nicht erklärt, sondern kommt nur zum Einsatz, wenn ein TN einen MA fragt.

Verkündigung

Verkündigungsart: Geschichte lesen und visualisieren

Die Kinder lesen die Geschichte abschnittweise vor. Nach jedem Abschnitt wird darüber gesprochen und die Situation auf einer Flipchart o.Ä. visualisiert.

Vers 11-12. Fragen:

  • Zu welchem Volk gehörte Mose? (Hebräer)
  • Warum musste er keinen Frondienst leisten? (Ziehsohn der Prinzessin)
  • Was ist Frondienst und warum mussten die Hebräer ihn leisten? (Hebräer wurden zu viele Menschen; die Ägypter haben sie unterdrückt; sie mussten Ziegel herstellen; Ungerechtigkeit aufgrund von Zugehörigkeit zu Hebräern)
  • Visualisieren: höhergestellter Ägypter, unterdrückter Hebräer haben einen Konflikt
  • Was wollte Mose wohl bei den Hebräern? (vielleicht dazugehören? Helfen?)
  • Was hat er beobachtet? Wie hat er darauf reagiert? (nacherzählen lassen)
  • Visualisieren: Mose steht zwischen den Völkern und den Positionen, schlägt sich auf die Seite der unterdrückten Hebräer, handelt selbst nach dem Motto „Auge um Auge“
  • War Moses Handeln besser als das vom Ägypter? Warum, warum nicht?
  • Hat der Mord etwas an der Ungerechtigkeit gegenüber den Israeliten gebracht? (Nein, es ist ein zu großes Problem für einen Einzelnen. Es war die falsche Herangehensweise von Mose.)
  • Und hat er dabei geholfen, dass Mose den Israeliten näher war? (offen)

Vers 13-14. Fragen:

  • Wer hat jetzt einen Konflikt miteinander?
  • Visualisieren: Hebräer – Hebräer, also gleichgestellt, aber einer ist dennoch im Unrecht
  • Wie versucht Mose den Konflikt zu lösen? (Gespräch)
  • Ist Mose erfolgreich darin, die Ungerechtigkeit zu lösen? (Jein. Situation ist unterbrochen, das ist gut, aber gelöst – eher nicht. Der Mann im Unrecht wird durch seine Vorwürfe mächtig gegenüber Mose als Helfer!)
  • Warum ist Mose eigentlich noch mal hingegangen? (Idee: Sehnsucht dazuzugehören)
  • War er darin erfolgreich? (Nein.)

Vers 15-22. Fragen:

  • Zwischen wem passiert der nächste Konflikt?
  • Visualisieren: midianitische Frauen und midianitische Hirten. Dasselbe Volk, Geschlechtsunterschied, Statusunterschied Priester-Töchter / Hirten. Hintergrund erklären: Frauen weniger wert, schwächer. Eigentlich höflich, den Frauen zu helfen. Wegdrängen = Ausdruck von Abwertung. Midianiter als entfernte Verwandte, also auch Hebräer).
  • Wie schaltet Mose sich ein? (Er hindert die Hirten am Wegdrängen und hilft beim Tränken.)
  • War er erfolgreich darin, die Ungerechtigkeit zu lösen? (Jein – für den Moment ja. Zukunft ungewiss. Allerdings wird er ja dann Hirte für Jitros Schafe. Vorbildhandeln. Dankbarkeit der Frauen und ihres Vaters.)
  • Und war er erfolgreich darin, ein Teil einer hebräischen Familie zu werden? (Ja.)

Vers 23-25. Fragen:

  • Was sind Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Gott und Mose?
    • Bedeutung Bund: Zugehörigkeit zum Volk, Versprechen an die Vorväter des Volkes
    • Gott reagiert, als die Menschen um Hilfe rufen, Mose hat einfach so geholfen
    • Beide haben ein Schützer- und Helfer-Herz, wenden sich Menschen zu
    • Gottes Macht für so große Probleme wie die Ungerechtigkeit an einem ganzen Volk ist viel größer. In den weiteren Geschichten werden wir noch sehen, wie Gott aber Mose durchaus gebrauchen möchte, um das Problem anzugehen! Moses Herz ist genau das richtige dafür.

Die andere Idee

Geschichte aus der Perspektive der Sonne erzählen: „Sie schien fröhlich wie immer über dem Land Ägypten, brutzelte aus Lehm und Stroh, das die Menschen in Kästen stopften, harte Ziegel, lachte über die Ägypterinnen, die im Nil schwimmen gingen und beobachtete erhitzte Gemüter …“

Anregungen:

  • Sonne beschreibt als neutrale Person die Unterschiede zwischen den Völkern (Recherchieren und etwas die Fantasie spielen lassen: woran konnte man Ägypter und Hebräer unterscheiden? Wie sah Mose aus? Keine Stereotypen aus Filmen, sondern echt mal drüber nachdenken!)
  • Formulierungen über die Sonne möglichst passend einbauen (brennt, sticht, lacht vom Himmel, scheint, geht auf, geht unter, versteckt sich hinter Wolken)
  • Mit Zoom spielen: „genauer hinsehen“, „aus der Ferne betrachten“, …

Der Text gelebt

Wiederholung

In 5 Gruppen aufteilen – jede Gruppe malt eine der fünf Szenen als Comic.

Gespräch

  • In welchen Situationen erlebst du Ungerechtigkeit und möchtest gerne helfen?
  • Was hast du schon ausprobiert?
  • Kinder aufstehen lassen: Wer hat schon mal auf folgende Weise geholfen? Auge um Auge/Gespräch/Mit-Anpacken;
  • Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, um zu helfen?
  • Wo hast du schon mal Hilfe erlebt, als du ungerecht behandelt wurdest? Wie war das für dich?
  • Hast du schon mal erlebt, dass Gott dir geholfen hat? Magst du erzählen?

Merkvers

2. Mose 2,25: Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich um sie.

Leitung spricht vor, Kinder sprechen gemeinsam nach. Einen Satzteil nach dem anderen hinzufügen und das bisherige komplett wiederholen. Jeder Satzteil hat eine eigene Geste.

  • Gott (nach oben zeigen)               
  • Gott wandte sich (zum linken Nachbarn drehen)                    
  • Gott wandte sich den Israeliten zu (auf alle in der Gruppe zeigen)
  • Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich (Hände nach vorne geöffnet ausstrecken)
  • Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich um sie. (Hände überkreuz auf die eigene Brust legen.)
  • Gott wandte sich den Israeliten zu und kümmerte sich um sie. 2. Mose 2,25 (zwei Mal zwei Finger nach vorne strecken (2. Mose und Kapitel 2), dann die ganze Hand (für die gesprochene 5), dann wieder zwei Finger (für die gesprochenen zwanzig).
  • Vers komplett sagen und wiederholen lassen
  • Einzelne Kinder aufsagen lassen

Gebet

Anliegen sammeln, wo die Kinder mitbekommen, dass Menschen ungerecht behandelt werden oder wo es Streit gibt. Ermutigen, dass jedes Kind ein stilles Gebet dafür sprechen kann. Leitung spricht ein Gebet für alle gesammelten Anliegen:

  • Dank für Gottes Helfer- und Schützer-Herz und dass er unsere Not sieht.
  • Bitte, dass er sich uns zuwendet und um uns kümmert.
  • Bitte um Mut, dass wir erkennen, was wir tun können und sollen und wo wir etwas Gott überlassen können

Kreatives

Auf Holzbrettern mit unterschiedlichen Methoden Formulierungen wie „Du gehörst dazu“, „Du bist nicht allein“ oder auch den Lernvers gestalten (Vorlagen im Downloadbereich):

  • Mit Brandmalkolben (Brenn-Peter) einbrennen
  • Nägel einschlagen, ggf. mit der Fadentechnik verschönern
  • Mit wasserfesten Stiften aufschreiben (Outdoor-Edding)

Rätselhaftes

Das Quiz (siehe Vorlage Downloadbereich) wird verteilt. Als Belohnung gibt es für jeden, der mindestens 4 der 6 Fragen richtig beantwortet hat, ein High Five.

Die Belohnung erst verteilen, nachdem alle mitgemacht haben oder in der Abschlussrunde feierlich verteilen.

  1. Wie heißt der Mann von Zippora?
  2. Welche zwei Fragen stellt der Hebräer Mose?
  3. Wer erschlägt wen?
    • Der Hebräer erschlägt Mose.
    • Mose erschlägt den Ägypter.
    • Der Ägypter erschlägt Mose.
  4. Was macht Mose, um die Frauen zu beschützen?
    • Er erschlägt die Hirten.
    • Er bedroht, beschimpft und beleidigt den Anführer der Hirten.
    • Er hilft den Frauen beim Tränken der Schafe und Ziegen.
  5. Wo steht der Lernvers?
  6. Mit wem hatte Gott einen Bund geschlossen?

5-Sterne-Ferienprogramm für Kinder

Auch dieses Jahr haben wir wieder ein Sommerferienprogramm für Kinder erstellt. In dieser Themenreihe „Ab in die Liga der Champions“ sind alle Artikel hinterlegt. Zur besseren Übersicht ist hier der Vorschlag für einen Programmplan (am besten ausdrucken):

Wie ihr sehen könnt, gibt es noch Lücken im Plan. Das ist volle Absicht. Denn jeder möchte auf einer Freizeit seine ganz eigenen Ideen einbringen. Die Programmpunkte sind Vorschläge. D.h. ihr könnt sie als Grundlage nehmen, abändern, kürzen, verlängern, bereichern, euch inspirieren lassen… Passt sie also gerne auf eure Freizeit an. Natürlich könnt ihr auch noch weitere biblische Geschichten selbst geschrieben dazunehmen (z.B. Petrus, Thomas, die Frau am Jakobsbrunnen…). Wir haben uns auf die 5 Geschichten hier begrenzt für eine Wochenfreizeit.

Und darum geht es inhaltlich:

Stell dir vor, du gehörst zum besten Team der Welt: du hast den besten Trainer, du hast Mitspieler und Mitspielerinnen, die auf allen Positionen genau richtig aufgestellt sind. Und du bist auch ein wichtiger Teil dieses Teams auf deiner Position. Du bist ein Gewinner, eine Gewinnerin!

Wer zu Jesus gehört, gehört zu einem Gewinnerteam, zu den Menschen, die auf den „Trainer der Welt“ hören und versuchen, seine Worte auf dem Platz des Alltags umzusetzen. Diese Menschen nennt die Bibel Jünger und Jüngerinnen. Sie folgen Jesus nach. Aber wie geht das mit dem Jünger sein? Und wer waren die ersten Jünger und Jüngerinnen? Was kann man aus diesen Geschichten lernen?

Mit dem Eintauchen in das Leben dieser Menschen laden wir Kinder ein, selbst Teil dieses Teams zu werden und darauf zu achten, was der beste Lebens-Trainer der Welt ihnen sagen will. Und was einen zu einem Gewinner, einer Gewinnerin macht.

Bei der Auswahl der Geschichten haben wir bewusst darauf geachtet, dass Jüngerinnen und Jünger (also mögliche Vorbilder für Jungs und Mädels) zu Wort kommen: Nathanael, Maria und Marta, Jakobus und Johannes, Zachäus, Paulus und Hananias.

Dazu gibt es wieder eine tolle Rahmengeschichte, die auf/neben einem Fußballplatz spielt. Diese Geschichte kann auf einer Freizeit live gespielt werden vor und nach der jeweiligen biblischen Geschichte. Die Rahmengeschichte nimmt die Welt der Kinder auf und hilft den Kindern, die Aussagen der biblischen Geschichten ins Heute zu übertragen.

Insgesamt besteht die Themenreihe aus 5 biblischen Geschichten, dazu viele tolle Spiele für das Ferienprogramm.

Viel Spaß und Begeisterung bei der Umsetzung,

euer Redaktionsteam Jungscharleiter online

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 2/2022. Es geht in fünf Lektionen um Geschichten von Ester:

Lektion 5: Ester 1,1-2,18 Ester wird Königin

Lektion 6: Ester 2,19-23 Lebensretter

Lektion 7: Ester 3,1-15 Ein böser Plan

Lektion 8: Ester 4,1-5,17 Eine mutige Entscheidung

Lektion 9: Ester 6-9 Gott macht’s gut

Zusatz: Das Purimfest feiern – Gott schenkt Rettung und Sieg

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Gott beschützt seine Freunde.

Checker

Auch wenn andere etwas gegen uns haben, ist Gott an unserer Seite.

Der Text an sich

Personen

Mordechai: Je nach Übersetzung wird dieser Name verschieden geschrieben. Er gehört zu den Nachkommen der jüdischen Bürger, die im Zuge der Eroberung durch den babylonischen König Nebukadnezar verschleppt und über das damalige babylonische Reich (später das persische Reich) verteilt und sesshaft wurden. 

Haman Ben – Hammedata aus Agag: Er stammt vermutlich aus der Region Agag, was im Gebiet der Amalekiter liegt. Das könnte seinen Hass auf die Juden erklären, da Israel und die Amalekiter immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen hatten. Er wurde durch König Artaxerxes/Ahasveros (je nach Bibelübersetzung) ein hoher Beamter am Hof des persischen Königs. Trotzdem hatte er bei den anderen Mitarbeitenden am Hof vermutlich keinen guten Stand, denn trotz seiner Stellung brauchte es den Befehl des Königs, dass alle sich vor ihm verbeugen mussten.

König Artaxerxes/Ahasveros: Er regierte etwa von 486-464 v. Chr. Das Persische Reich mit 127 Ländern (von Indien bis Kusch).

Ort

Die Stadt Susa war damals eine Hauptstadt im persischen Reich. Sie lag im heutigen Iran, in der Nähe der irakischen Grenze.

Handlung

Nach der Heldentat Mordechais sind einige Jahre vergangen und Haman am Hof des Königs aufgestiegen. Haman versucht auf verschiedene Weise, seine Feinde – das jüdische Volk – zu demütigen. Erst sollen sie sich vor ihm verbeugen und somit eine demütige Haltung einnehmen – Mordechai macht es nicht. Danach macht er die Juden allgemein vor dem König schlecht. Seine Hinterlist wird unter anderem dadurch deutlich, dass er dem König in dem Gespräch kein Volk und keinen Namen einer Person nennt und trotzdem seinen Wunsch zur Ausrottung des jüdischen Volkes bekommt. Seine Vorwürfe stimmen nur teilweise. Die Juden haben ihre eigenen Gesetze und leben überall verstreut im persischen Reich. Aber grundsätzlich halten sich die Juden an das persische Gesetz, bis auf das Gesetz, dass sich alle vor Haman verbeugen müssen. Aus dem verletzten Stolz heraus scheint Haman seinen Plan zu entwickeln. Er überzeugt den König von seinem Vorhaben und erhält von ihm nicht nur übermäßig viel Geld, sondern auch seinen Siegelring, der ihn dazu befähigt, Gesetze zu erlassen und im Namen des Königs zu handeln. So wird dann der Erlass Hamans als ein Gesetz des Königs in alle Provinzen geschickt.  

Der Text für mich

Es ist erstaunlich, wie der Hass eines Menschen sich so gegen ein ganzes Volk richten kann. Es wird in dem Textabschnitt nicht erklärt, warum Haman gegen die Juden ist. Es ist nur eines klar – er ist der Feind der Juden. Mich erschreckt, mit welcher Raffinesse er vorgeht, um am Ende an sein gewünschtes Ziel zu kommen. Durch die Verbindung zum König hat er fast alle Möglichkeiten, seine Pläne umzusetzen.

Aber nicht nur im großen Stil geht eine solche Unterdrückung. Auch heute erleben wir an verschiedenen Stellen Menschen, die andere unterdrücken, schlecht behandeln oder zum Außenseiter machen. Auf der Arbeit eine Person, die wir nicht mögen und über die in der Pause gelästert wird, im Sportverein jemand, der nicht gut genug ist, weil die Person zu dick oder schwach ist. Aber nicht nur Erwachsene erleben es. Das geht bereits im Kindesalter los – die falschen Klamotten, die falsche Frisur, nicht cool genug für die Gruppe. Ausschlusskriterien gibt es für uns Menschen genug, zum Glück aber nicht bei Gott.

Der Text für dich

Starter

Du bist komisch, irgendwie anders, du passt nicht zu uns. Was trägst du denn für Klamotten? Wo kommst du denn her?

Nicht selten beginnen in den ersten Schuljahren die ersten Peergroups zu entstehen und damit beginnt auch das „Du gehörst zu uns“ oder „Dich will hier keiner“. Äußerlichkeiten zählen da mehr als alles andere. Den Mut zu haben, den „anders seienden“ nicht auszugrenzen, fällt schwer. Denn dann läuft man Gefahr, selber in genau die gleiche Falle zu geraten und von den anderen ausgegrenzt zu werden. Und das will keiner.

Checker

Sie wissen, dass Gott jeden liebt und jeder bei Gott gleich zählt. Doch Ausgrenzung und Mobbing sind nicht ungewohnt im sozialen Umfeld der Kinder. Schule, Sportverein oder die eigene Peergroup. Immer wieder begegnen die Kinder diesem Thema. Es gibt meistens einen, der den Ton angibt und sagt, wer dazugehört und wer nicht. Dem zu widersprechen fällt schwer, weil man meistens dann selber zu „den anderen“ gehört.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Gespräch zwischen zwei Freunden

Material: 2 Figuren (Playmobil oder ähnliches), Garten

Mordechai und sein Freund David unterhalten sich heimlich in einem Garten.

David: Hallo Mordechai, bist du schon da?

Mordechai: Pssst, ja ich bin schon da. Mach nicht so laut, es müssen nicht alle wissen, dass wir uns treffen.

David: Okay, alles klar. Aber wovor hast du Angst?

Mordechai: Ich fühle mich schon seit einigen Tagen verfolgt. Dieser Haman am Hof vom König versucht uns Juden mal wieder das Leben schwer zu machen.

David: Ach dieser Haman. Weißt du nicht, was man sich am Hof über ihn erzählt?

Mordechai: Ja schon. Er ist nicht wirklich beliebt. Und keiner versteht, was der König an ihm so toll findet.

David: Und man redet schon über dich. Du traust dich, dich ihm gegenüber zu stellen und nicht auf die Knie zu fallen. Obwohl es der König befohlen hat.

Mordechai: Manche nennen es mutig, andere nennen es dumm. Denn immerhin hat Haman alle Macht, mich deswegen einzusperren.

David: Und hat er es bisher gemacht?

Mordechai: Nein, aber man weiß ja nie, was noch kommen wird.

David: Ach Mordechai, du weißt doch, dass unser Gott größer ist als all die Pläne dieses Haman.

Mordechai: Ja, das weiß ich. Aber manchmal fällt es schwer, es zu glauben. Aber pssst, ich höre die Wachen. Am besten ist, wir trennen uns für heute. Bis zum nächsten Mal.

Idee 2: Bodyguard

Aus den Kindern werden ein Promi und ein Bodyguard ausgewählt. Alle anderen bilden einen Kreis um die beiden Kinder. Nun versuchen die Kinder mit einem Softball den Promi abzuwerfen. Die Aufgabe des Bodyguards ist es den Promi zu beschützen und die Bälle abzufangen oder sich in die Schusslinie zu stellen. Wird der Promi getroffen wird durchgewechselt. Der Werfer wird zum Bodyguard, der Bodyguard zum Promi und der Promi stellt sich zu den anderen in den Kreis.

Kinder die von anderen ausgegrenzt werden, aber auch den Juden geht es in der Geschichte ähnlich wie dem Promi. Sie werden von allen Seiten angegriffen, mit dem Ziel sie zu verletzten. In so einer Situation braucht es jemanden, der sich zu ihnen stellt und sie beschützt.

Verkündigung

Zwischen dem Ende des ersten Gesprächs und dem zweiten Teil kann man gemeinsam ein Lied singen oder ein Spiel spielen.

Zwei Tage später treffen sich David und Mordechai wieder an ihrem geheimen Treffpunkt.

David: Mordechai, Mordechai, wo bist du?

Mordechai: Hier! Oh Mann, wann lernst du es, leiser zu sein.

David: Ja tut mir leid, aber ich muss dringend mit dir reden.

Mordechai: Was ist denn so wichtig, dass du die ganze Stadt damit aufweckst.

David: Haman war beim König.

Mordechai: Aber das ist er doch immer.

David: Aber diesmal scheint es ernst zu werden.

Mordechai: Wie meinst du das?

David: Ich erzähle dir, was geschehen ist. Also Haman trat mal wieder vor den König. Dieser hatte keine gute Laune und Haman schmeichelte ihm mal wieder. Das macht er immer, damit er bekommt, was er will.

Mordechai: Ja das wissen alle. Erzähl weiter!

David: Nun, als er da war, berichtete er dem König, was alles geschehen ist. Unter anderem sprach er auch über uns Juden. Er sagte: Es gibt ein Volk unter deinen Völkern. Es lebt verstreut in vielen Ecken deines Reiches. Es ist ein stures Volk. Es weigert sich, die Befehle von dir zu befolgen.

Mordechai: Dieser Verräter. Er weiß ganz genau, dass ich mich nicht vor ihm niederwerfen werde. Das mache ich nur vor Gott. Er verdient es.

David: Ja das weiß Haman auch, aber …

Mordechai: Nichts aber, er will uns vertreiben. Haman will uns aus dem Persischen Reich jagen und dabei ist ihm alles recht. Es besteht schon seit Jahren eine Feindschaft zwischen Haman und den Juden. Man nennt ihn nicht umsonst den Feind der Juden.

David: Wenn er uns vertreiben würde, wäre das noch gut. Aber es kommt noch schlimmer.

Mordechai: Was meinst du?

David: Er hat den König um sehr viel Geld gebeten, damit er seinen Plan umsetzen kann. Er will die Juden alle umbringen lassen. Dazu hat er Briefe an alle Fürsten in alle Landesteile des Persischen Reiches geschickt. Spätestens in einem Jahr wird es so weit sein. Der König hat diesen Befehl unterzeichnet.

Mordechai: Das ist unglaublich. David, ich glaube nicht, dass Gott das zulässt.

David: Ich auch nicht. Aber gerade sehe ich keinen Ausweg. Wenn Gott nicht schnell eingreift, dann werden wir in einem Jahr nicht mehr leben.

Mordechai: Wir müssen etwas unternehmen. Hast du eine Idee, was wir machen können?

David: Nein, nachdem ich gehört habe, was Haman plant, bin ich direkt zu dir. Ich hatte keine Zeit mir einen Plan zu machen.

Mordechai: Okay, dann lass uns gemeinsam überlegen, wie wir vorgehen können.

David: Ich werde erst einmal unsere Freunde informieren und dann treffen wir uns wieder hier.

Mordechai: Das ist gut. Und ich werde mich auf den Weg durch die Stadt zur Burg Susa machen. Vielleicht kann ich etwas erreichen. Bis Bald, mein Freund!

Die andere Idee

Geschichte mit Bewegung und Geräuschen

Jedes Kind bekommt eine Rolle in der Geschichte. Immer wenn die Person oder die Gruppe oder der Ort benannt werden, steht das Kind auf und macht das entsprechende Geräusch oder die Bewegung.

Sprechrollen:

  • Mordechai: Gott ist der Größte!
  • Haman: Alle Juden sind meine Feinde!
  • König: Ich bin der größte Herrscher aller Zeiten!

Geräusche (die können auch von mehreren Kindern gleichzeitig gemacht werden):

  • Thronsaal: Fanfaren.
  • Burg: Wachen stehen auf und halten die Hand an die Stirn, um in die Ferne zu schauen.
  • Susa: Alle machen eine Bewegung und/oder sprechen durcheinander einen kurzen Satz, den sie sich vorher überlegt haben.

Vor fast 2500 Jahren lebte in Susa auf der Burg ein König. Dieser regiert über ein riesiges Reich. In seiner Burg lebte ein Mann, dem der König sehr vertraute. Dieser hieß Haman. Der König vertraute Haman so sehr, dass er ihn zu einem der mächtigsten Männer in Susa und seinem Reich machte.

Haman war ein Mann, der nicht gut war. Er hatte sich einen bösen Plan ausgedacht. Haman wollte die Juden loswerden. Eines Tages kam Haman in den Thronsaal zum König nach Susa auf die Burg. Haman schleimte sich beim König so sehr ein, dass der König seinem Plan zustimmte. Haman wollte, dass sich alle Menschen auf der Burg, in Susa und im gesamten Persischen Reich vor dem König niederbeugen sollten. Wirklich alle Völker, nicht nur die Perser.

Dazu gehörten auch die Juden. Zu ihnen gehörte auch Mordechai. Dieser lebte nun schon viele Jahre im Persischen Reich und war mit dem König zufrieden. Mordechai hatte dem König vor einiger Zeit sogar das Leben gerettet, als er eine Verschwörung gegen ihn aufdeckte …

Der Text gelebt

Wiederholung

Gemeinsam wird mit den Kindern die Geschichte kurz zusammengefasst. Folgende Punkte sollen erwähnt werden

  • Haman erlässt ein Gesetz, dass alle vor ihm auf die Knie gehen sollen.
  • Mordechai weigert sich, weil er Jude ist und sich nur vor Gott verbeugt. Denn nur Gott allein gebührt diese Ehre, so steht es in den 10 Geboten.
  • Hamans Hass auf die Juden steigert sich so sehr, dass er sie vernichten will.
  • Hamann erlässt ein Gesetz, dass alle jüdischen Bewohner des persischen Reiches getötet werden sollen.
  • Dieses Gesetz schockiert die Juden. Sie klagen Gott ihr Leid. Sie vertrauen darauf, dass Gott ihnen helfen wird.

Mordechai weiß noch nicht, wie das alles enden wird. Aber er hat einen Plan entwickelt. Ob dieser gelingt oder nicht wird beim nächsten Mal erzählt.

Auch heute erleben wir oft, dass Menschen ausgegrenzt werden. Aus unterschiedlichen Gründen wollen wir nicht mit ihnen befreundet sein. Eventuell kann von den Mitarbeitenden eine persönliche Geschichte dazu erzählen. Gott selber möchte nicht, dass wir so miteinander umgehen. Er will mit jedem Menschen befreundet sein. Egal, ob jemand die tollsten Klamotten trägt, immer die besten Noten schreibt oder bei allen beliebt ist. Für Gott gibt es keine Unterschiede.

Gespräch

Um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen, können folgende Fragen besprochen werden:

  • Warum will Mordechai sich nicht vor dem König niederbeugen?
  • Warum stört sich Haman daran?
  • Wie hätte der König Xerxes reagieren können?
  • Was könnte Mordechai jetzt machen?

Die Antworten auf die letzte Frage könnte man aufschreiben und in der nächsten Stunde gemeinsam schauen, ob jemand die richtige Idee hatte.

Dann kann folgende Frage auf ein großes Plakat geschrieben werden:

  • Was können wir machen, wenn Menschen ausgegrenzt werden?

Mit den Kindern werden gemeinsam verschiedene Möglichkeiten zusammengetragen.

Einiges ist schnell aufgeschrieben und doch schwer umzusetzen. Den Kindern kann Mut gemacht werden, diese Schritte im Alltag auch zu machen.

Merkvers

Rufe mich an in der Not, dann will ich dich erretten und du sollst mich preisen. Psalm 50,15 (Luther)

Der Vers zuerst zwei bis dreimal gemeinsam gesprochen. Dann beginnt ein Kind und sagt das erste Wort des Verses. Reihum ergänzt jedes Kind immer nur das nächste Wort des Satzes. So kann der Vers erst langsam und dann immer schneller aufgesagt werden.

Gebet

Lieber Vater im Himmel,

Danke, dass wir wissen, dass du uns immer siehst. Auch wenn andere Menschen etwas gegen uns haben oder etwas planen, weißt du es. Bitte sei in dieser Situation bei mir: …

Bitte hilf uns auch, dass wir andere Menschen nicht ausgrenzen, weil sie anders sind als wir. Es ist nicht leicht, aber wir wissen, dass du uns zur Seite stehst. Bitte hilf mit bei …

Amen

Ein Mitarbeiter spricht das Gebet und lässt am Ende jeweils etwas Zeit, damit die Kinder in Gedanken den Satz für sich zu Ende sprechen können.

Kreatives

Material: möglichst großes kariertes Papier (evtl. Flipchart, vorbereitet wie in der Vorlage), Dicker Filzstift, Schwarzer Edding

Auf einem großen, vorbereiteten karierten Blatt werden mit den Kindern gemeinsam Sachen gesucht, die dazu führen, dass andere ausgegrenzt werden. Diese werden in die „markierten“ Felder geschrieben. Am Ende werden alle „markierten“ Kästchen ausgemalt, wodurch alle Ausgrenzungsmerkmale übermalt werden und es entsteht der Schriftzug: GOTT LIEBT ALLE!

Spielerisches

Material: Augenbinde

Wächter in der Nacht

Mordechai trifft sich nachts mit seinen Freunden. Dabei müssen sie so leise wie möglich an den Wachen vorbeischleichen.

Alle stehen im Kreis. Ein Spieler wird ausgewählt und bekommt die Augen verbunden. Er wird in den Kreis gestellt und muss versuchen, einen der Spieler zu fangen, der seinen Platz tauscht. Eine Person bestimmt zwei Kinder, die den Platz so leise wie möglich tauschen müssen. Erwischt der Wächter eine Person, ist diese „gefangen“ und ist in der nächsten Runde der Wächter. Klappt der Platzwechsel, werden zwei weitere Personen ausgesucht.

Rätselhaftes

Labyrinth

Mordechai möchte sich mit seinem Freund David treffen. Dieser ist bereits am vereinbarten Treffpunkt. Kannst du Mordechai den Weg dahin zeigen?

(T)Extras

Lieder

Bist du groß oder bist du klein

Unserem Gott ist alles möglich

Gott verlässt seine Kinder

Spiele

Material: Eimer, 1-2 Bälle

Eimer in der Mitte

Alle Personen stellen sich in einen Kreis. In die Mitte des Kreises wird der Eimer gestellt. Ein Kind wird ausgewählt (später zwei Kinder– dann auch zwei Bällen). Diese müssen den Eimer beschützen. Die anderen Kinder versuchen mit den Bällen den Eimer zu treffen, sodass er umfällt. Ist der Eimer umgefallen, sind zwei andere Kinder an der Reihe.

Ein Warming-Up-Spiel

Kurz

Ein sehr beliebtes Spiel, um sich auszupowern. Bei Zombieball gibt es keine Mannschaften, sondern jeder spielt gegen jeden. Durch Abwerfen der anderen Kindern bleibt man im Spiel. Aber es gibt für alle die Chance der Rückkehr!

Spielvorbereitung

Ihr steckt für eine Gruppe von 8-15 Kindern ein begrenztes Spielfeld ab (Kreide, Spielpylonen, Kreppband…) von ca. 6-8 x 4 m. Das Spiel ist also geeignet für draußen (Wiese oder Hartplatz) und drinnen (in einem größeren Raum). Habt ihr mehr Kinder vor Ort, könnt ihr auch parallel auf mehreren Spielfeldern spielen. Alle Kinder gehen in ihr zugeteiltes Spielfeld. Ein Kind im Spielfeld bekommt den Softball in die Hand. Los geht´s!

Regeln
Wer den Ball hat beginnt, eine oder mehrere Personen abzuwerfen. Abgeworfen ist man, wenn der Ball nach dem Treffer einmal auf dem Boden landet oder wieder direkt in der Hand des Werfenden landet. Fängt der zu Treffende, ist der Werfende raus und gilt als abgeworfen.

Wer abgeworfen ist, muss sich merken von wem er/sie abgetroffen worden ist und geht aus dem Feld an den Spielfeldrand. Wird nun die Person, von der man abgeworfen wurde, selbst vom Ball getroffen, muss sie natürlich das Spielfeld verlassen. Der Clou: alle, die von dieser Person vorher abgeworfen wurden, sind „erlöst“ und dürfen wieder ins Spielfeld.

Spielende

Nach einer vorher vorgegebenen Zeit (z.B. 10 Minuten) oder wenn es eine Person schafft, am Ende alleine als Sieger_in auf dem Spielfeld zu stehen.

Natürlich kann man auch mehrere Runden spielen. Man sollte aber nach dem Fitnesszustand und vor allem auf die Spielfreude der Kinder achten. Lieber aufhören, wenn es am Schönsten ist.

In der Bibel spielt Essen immer wieder eine Rolle. Mal wird zu einem Festessen eingeladen und keiner kommt. In einer anderen Geschichte wird ein Bruder mit einem Essen übers Ohr gehauen. Diese und weitere Geschichten finden sich hier in der Themenreihe. Dazu Spiele, Aktionen und ein Hintergrundartikel zum Thema „Was tun, wenn Kinder nicht mehr (in die Jungschar) kommen.

Höchste Zeit, mit den Kindern mal über Essen zu reden und vielleicht gemeinsam die eine oder andere Mahlzeiten zu genießen. Viel Spaß beim Umsetzen!

Zielgedanke

Hast du die Macht, dann setze sie nicht gegen, sondern für Menschen ein.

Einführung für Mitarbeitende

Diese Geschichte hat es in sich. Es geht um ein Geschwisterpaar, um ein köstliches Essen und die Folgen, wenn der Klügere seine Macht zum Nachteil anderer ausnutzt.

Esau und Jakob sind Zwillingsbrüder. Esau, der Erstgeborene, ist ein leidenschaftlicher Jäger, ein echter Naturbursche. Mit seinem erjagten und zubereitetem Wild begeistert er seinen Vater Isaak. Esau ist Isaaks Lieblingssohn. Jakob hingegen bleibt lieber zuhause bei den Zelten. Er ist ein hervorragender Koch, gesittet, gut erzogen und schlau. Jakob ist Mutter Rebeccas Lieblingssohn.

Als Rebecca mit den beiden Jungs schwanger ist, bekommt sie von Gott die Nachricht, dass der Ältere einmal dem Jüngeren dienen wird (1.Mose 25, 23). Hier wird von Gottes Plan im Vorhinein erzählt. Denn nach jüdischem Recht ist der Erstgeborene – in diesem Fall Esau – eines Tages der Erbe Isaaks und das neue Oberhaupt der Familie. Dieses „Erstgeburtsrecht“ verkauft Esau leichtfertig an Jakob für ein Linsengericht. Hier wird besonders deutlich, dass Esau das Erstgeburtsrecht nicht so wichtig war, bzw. dass der Hunger stärker war, als seine Ansprüche auf das Erbe. Esau zeigt sich nicht würdig für die künftige Führung seines Volkes.

Der raffinierte Jakob hingegen handelt vorausschauend und nutzt seine Klugheit und seine Macht (das Essen) aus. Das ist natürlich nicht in Ordnung. Aber Gott weiß, wem er trotz Betrug und Schlitzohrigkeit sein Volk einmal anvertrauen wird. Bis dahin ist es noch ein langer Weg für Jakob. Er wird noch selber erfahren wie es ist, betrogen zu werden. Und eines Tages wird aus dem schlitzohrigen Betrüger ein Mann nach Gottes Geschmack.

Erlebniswelt der Kinder

Ältere Geschwister dürfen in einigen Bereichen des Alltags mehr, als jüngere Geschwister. Als jüngeres Kind versucht man, möglichst schnell an die gleichen Rechte zu kommen (z.B. länger aufbleiben, dieselben Filme sehen dürfen, Aufgaben übernehmen, die eigentlich noch zu schwierig sind).

Was ist ein jüngeres Kind bereit dafür zu tun? Besitzt es einmal die Macht, das ältere Kind einzuholen oder gar zu übertrumpfen, ergreift es dann nicht die Gelegenheit? Und wenn es dazu schummeln oder eine List ausüben muss oder seine Klugheit missbraucht, ist es dann auch o.k.? Zumal, wenn das ältere Kind dadurch benachteiligt wird oder zu viel hergeben muss?

In dieser Einheit denken wir mit den Kindern nach, was Macht bedeutet und wie man gut mit ihr umgeht.

Einstieg

Kinder in Kleingruppen à 2-3 Kinder einteilen. Jede Gruppe bekommt ein Plakat und einen Stift. Aufgabe: „Stellt euch vor, ihr habt ab sofort das Sagen zuhause. Ihr dürft alles bestimmen. Z.B. wer wie lange aufbleiben darf, wer wie viel Taschengeld bekommt, wofür das Familiengeld ausgegeben wird, wann gegessen wird usw. D.h. jeder in eurer Familie muss sich an eure Regeln halten. Einigt euch in der Gruppe, wie diese Regeln lauten. Ihr dürft 3-5 Regeln aufstellen.“ Anschließend (nach 5 Min.) stellt jeder sein Plakat vor.

Erzählung

Irgendwie mag er diese Regel nicht. „Warum soll sein Zwillingsbruder mal alles erben, nur weil er ein paar Minuten älter ist?“ Während Jakob das Gemüse klein schneidet, hängt er weiter seinen Gedanken nach. Sein Zwillingsbruder Esau war seit Tagen nicht mehr zuhause. Das ist aber ganz typisch für Jäger. Und Esau jagt für sein Leben gerne. Er sieht auch aus, wie ein Naturbursche: groß, muskulös, stark und überall Haare auf der Haut. Esau liebt das Abenteuer. Mit seinem Pfeil und Bogen zieht er durch die Wälder. Er versteckt sich hinterm Gebüsch und wartet auf seine Beute. Nach Hause kommt er erst, wenn er ein paar Tiere erlegt hat für die Familie. „Unser Vater Isaak redet ständig nur von Esau“, denkt sich Jakob. „Jaja, Esau, der Lieblingssohn!“

Segen, das würde Gesundheit bedeuten, Kraft, eine große Familie mit vielen Nutztieren, und alles andere, wofür man Verantwortung übernimmt. Segen heißt vor allem, dass Gott immer für einen da ist, ganz nahe. „Aber Esau wird diesen Segen bekommen. Und ich gehe leer aus!“ Jakob tritt mit seinem Fuß gegen eine Kiste. Er ärgert sich. „Esau macht sich bestimmt keine Gedanken über das Erbe. Er denkt immer nur an Fleisch, an seine Abenteuer im Wald. An die Zukunft seiner Familie denkt er nicht.“ Jakob nimmt leckere Gewürze und schmeckt den Gemüse-Linsen-Fleisch-Eintopf gut ab. Er nimmt einen Holzlöffel und probiert. „Hm, lecker!“ Der Duft des guten Essens zieht durch das ganze Lager. Jakob rührt noch einmal um, damit auch nichts am Boden anbrennt.

„Gib mir von deinem Essen!“ Jakob erschrickt und dreht sich um. Esau wirft seinen Bogen und den Köcher erschöpft vor das Zelt und setzt sich an den Tisch neben der Feuerstelle. „Hast du nichts gejagt?“ Esau ist genervt: „Nur kleine Tiere, die habe ich schon in die Zelte gebracht. Aber seit wann interessierst du dich dafür, was ich erlegt habe, kleiner Bruder? Los, schöpfe mir eine große Portion, ich habe Hunger und es duftet wirklich lecker!“

In diesem Moment passiert es. Jakob erkennt, dass er nur diese Chance hat. Sein Bruder hat riesen Hunger. Und er hat das Essen. Und Essen ist Macht. Was für eine günstige Gelegenheit. Ohne noch weiter zu überlegen sagt er daher: „Du bekommst deine Riesenportion, wenn du mir dein Erstgeburtsrecht dafür gibst!“ Esau schnaubt: „Was redest du da. Mir doch egal. Irgendwann werden wir alle sterben, was soll ich dann mit diesem Recht?“ „Also schwöre, dass ich das Erstgeburtsrecht ab jetzt habe“, antwortet Jakob nervös. „Sein Bruder wird doch nicht so doof sein, ihm jetzt sein Recht zu geben für nur eine einzige Mahlzeit?“ Doch Esau hebt seine Hand und schwört. Jakob dreht sich schnell zur Feuerstelle um und schöpft eine extra große Portion des roten Linseneintopfes aus dem Topf in den Teller. Kaum hat er den Teller vor seinem Bruder Esau abgestellt, hört Jakob schon lautes Schlurfen und Schmatzen.

„Sein Erstgeburtsrecht ist ihm also wirklich total egal“, denkt sich Jakob. Wenn er das mal nicht bereut. Jetzt werde ich eines Tages der Erbe sein über allen Besitz unseres Vaters. Und das alles nur für eine einzige Mahlzeit. Ich bin eben schlauer!“ Jakob grinst in sich hinein und freut sich.

Andachtsimpuls

Ganz schön gemein von Jakob. Er nutzt es aus, dass er schlauer ist. Er hat in diesem Moment die Macht, weil er ein gutes Essen hat und sein Bruder einen großen Hunger. Er hat die Macht über seinen Bruder.

Gespräch mit Kindern:

Was ist Macht eigentlich? Was würdet ihr sagen? (Macht: Wenn eine Person oder eine Gruppe auf andere so einwirken kann, dass diese das anerkennen oder tun, was die Person oder die Gruppe will). Ein Fußballtrainer hat Macht über seine Spieler, ein Hundebesitzer kann seinen Hund so erziehen, dass er die Macht des Herrchens anerkennt.

Was denkt ihr? Habt ihr auch Macht über andere? Zum Beispiel über Haustiere, Geschwister, Klassenkameraden…? Erzählt mal… Jeder hat irgendeine Macht über jemand. Wenn du besonders stark bist, hast du Macht über Schwächere. Wenn du gut rechnen kannst, kannst du anderen beim Rechnen zeigen, wie gut du bist.

Wie geht man mit Macht gut um? Am besten ist es, wenn man sie FÜR andere, nicht GEGEN andere einsetzt. Blick auf die Plakate… Wie habt ihr bei den Regeln eure Macht eingesetzt? Habt ihr Regeln nur zu euren Gunsten gemacht oder zum Wohl für alle?

Gebet

Lieber Gott, danke für die vielen Fähigkeiten, die du uns geschenkt hast. Jeder kann etwas besonders gut. Bitte hilf, dass wir diese Fähigkeiten nicht gegen, sondern für andere einsetzen. Und wo wir gemein zu anderen waren, hilf, dass wir uns entschuldigen können und es nächstes Mal besser machen. Amen.

Vertiefungsideen

Familienregeln auf dem Plakat

Wie müssten die Regeln auf eurem Plakat heißen, damit alle Familienmitglieder damit zufrieden wären? Plakate umgestalten für alle Familienmitglieder.

Jägerball

Regeln: https://www.spielregeln.de/jaegerball.html

Linsenwettlauf

Die Kinder in zwei Gruppen einteilen. In der Mitte steht ein Teller, gefüllt mit zwei ineinander vermischten unterschiedlichen Linsensorten. Die beiden Gruppen stehen am Rand mit gleichem Abstand zum Teller. Jedes Kind erhält einen Trinkhalm, vor jeder Gruppe steht ein leerer Teller auf einem Stuhl. Jede Gruppe bekommt eine Linsensorte zugewiesen (z.B. rote und braune Linsen). Auf Kommande versucht ein Kind eine Linse seiner Farbe von der Mitte zu dem Teller seiner Gruppe zu transportieren und schlägt dann zum nächsten Kind der Gruppe ab. Nachdem jedes Kind mind. Zweimal dran war oder nach 3 min ist das Spiel zu Ende. Welche Gruppe hat die meisten Linsen im Teller?

Geländespiel für Freizeiten und Jugendgruppen

Den Teilnehmenden werden vom General verschiedene Aufgaben gestellt, welche sie gemeinsam meistern müssen und die sie aus ihrer Komfortzone holen. Am Ende steht der große Kampf um die Festung, bei dem König Takeshi persönlich mitspielt. Takeshis Castle ist eine japanische Fernsehproduktion, die auch in Deutschland großen Erfolg hatte. „Takeshi“ (Japanisch) heißt übersetzt „Zeig, was in dir steckt“.

Vorbemerkungen

Für das Spiel ist es wichtig, dass niemand von den Teilnehmenden zu etwas gezwungen wird. Für manche ist es eine große Überwindung, zum Beispiel durch Matsch zu robben oder auf einer Slackline zu stehen. Die Mitarbeitenden sollten motivierend agieren und gleichzeitig die Teilnehmenden respektvoll behandeln. Wenn Einzelne eine Station nicht machen wollen ist das in Ordnung. Diese
können dann einfach daneben stehen oder zum Zielpunkt der Station gehen. Möchten Teilnehmende die Aufgabe nicht machen, wird dies kommentarlos akzeptiert und passiert ohne großes Aufsehen. Es kann sinnvoll sein, die Möglichkeit des „Aussetzens“ bei der Einleitung mit anzukündigen. Doch ist hierbei Fingerspitzengefühl gefragt, da Jugendliche, die einfach keine Lust haben, diese Möglichkeit dann als Ausrede nutzen.

Vorbereitungen im Vorfeld

Die Stationen werden – wie unten beschrieben – vorbereitet und aufgebaut.

Aus dem Mitarbeiterteam wird ein Spielleiter (General) und ein Takeshi (König) ausgewählt. Diese Personen verkleiden sich nach Möglichkeit entsprechend.

Vier weitere Mitarbeitende werden in die Stationen und den Spielmodus eingeweiht. Weitere fünf Mitarbeitende betreuen die Stationen.

Ein Megafon oder ein Mikrofon mit tragbarem Lautsprecher macht es dem General leichter.

1. Station: Einführung

Aufbau

Gewählt wird ein Raum oder ein Platz, an dem alle Mitspielenden die Leinwand und damit die Einführung gut sehen können. Als Einführungsvideo kann eine alte Folge „Takeshis Castle“ gezeigt werden, da viele Jugendliche diese Spielshow nur aus Erzählungen kennen. Das Video zeigt, was Takeshis Castle ist und animiert die Jugendlichen beim Spiel mitzumachen. Als Verkleidung für den König dient ein entsprechendes Kaiser- oder Königskostüm, alternativ ein witziges Kostüm (Einhorn, Schwein, Frosch etc.). Der General trägt Generalsklamotten oder ist zumindest deutlich erkennbar.

Durchführung

Die Teilnehmenden treffen sich alle fertig umgezogen in dem vorbereiteten Raum bzw. auf dem Platz und werden vom General herzlich begrüßt. Der General stellt sich als Spielleiter vor ohne jedoch gleich zu verraten, was den Jugendlichen bevorsteht. Danach wird das Video mit einzelnen Szenen aus Takeshis Castle gezeigt. Im Anschluss geht der General zu einzelnen Teilnehmenden und fragt sie nach spontanen Meinungen und Reaktionen. Vermutlich sorgen die Szenen für die einen oder anderen Lacher.

Nun tritt König Takeshi auf und verkündigt, dass die Jugendlichen niemals seinen Thron stürmen werden und dass er verschiedene Aufgaben für sie vorbereitet hat, die sie daran hindern werden. Er stachelt die Jugendlichen ein bisschen an.

Jetzt wird das Mitarbeiterteam vorgestellt, das mit den Teilnehmenden zusammen kämpfen wird, um Takeshis Thron zu stürzen. Im Idealfall sind diese Mitarbeitenden schon etwas mit Matsch beschmiert, um zu verdeutlichen, dass es nicht schlimm ist, dreckig zu werden, sondern dass genau das auch Spaß machen wird. Diese Mitarbeitenden sollten sich auch nicht scheuen, die Aktionen vorzuführen und mit viel Motivation vorangehen. Die Jugendlichen entwickeln nun einen gemeinsamen Schlachtruf, womit die Stimmung weiter angeheizt wird. Jetzt fällt der „Startschuss“.

2. Station: Lauf mit verbundenen Augen

Aufbau

Die Augenbinden sind so vorbereitet, dass die helfenden Mitarbeitenden jedem Mitspielenden schnell die Augen verbinden können. Die zurückzulegende Wegstrecke über ca. 50 Meter wurde definiert.

Durchführung

An dieser Station legen die Jugendlichen eine Wegstrecke mit verbundenen Augen zurück. Dabei stehen ihnen fünf Mitarbeitende im Weg, die ihnen zunächst die Augen verbinden und sie dann immer wieder in eine andere Richtung drehen, nachdem der Startschuss durch den General erfolgt ist.

Vor dem Startschuss wird allen das Ziel gezeigt und es wird erklärt, dass Mitarbeitende versuchen werden, jeden daran zu hindern dieses Ziel zu erreichen. Alle übrigen Mitarbeitenden spielen mit verbundenen Augen mit.

Am Ziel angekommen dürfen die Teilnehmenden die Augenbinden nicht abnehmen. Wenn alle am Ziel angekommen sind, wird gemeinsam zur nächsten Station gegangen. Idealerweise befindet sich die dritte Station direkt am Ziel der zweiten Station.

3. Station: Schatzsuche

Aufbau

Sollte auf dem Gelände ein Beachvolleyballfeld sein, werden so viele Tennisbälle darin vergraben, wie Mitspielende dabei sind. Alternativ werden große Wannen mit Sand gefüllt und darin entsprechend viele Tischtennisbälle vergraben.

Durchführung

Die Mitspielenden haben weiterhin die Augen verbunden. Ihnen wird erklärt, dass sie jeweils einen (!) Tennisball im Beachvolleyballfeld oder einen (!) TT-Ball in großen Wannen finden müssen. Auf ein Startsignal hin beginnt die Suche. Auch das Mitarbeiterteam spielt mit.

In der Zwischenzeit gehen fünf Mitarbeitende zur nächsten Station und machen sich mit Wasserbomben und Spritzpistolen bereit.

Haben alle ihren Ball gefunden, werden die Augenbinden und Bälle vom General wieder eingesammelt. Zwischendurch führt der General kleine Interviews mit den Jugendlichen und befragt sie zu den einzelnen Aktionen. Dies dient zur Motivation und zum Mut machen, auch bei der nächsten Aktion mitzumachen.

4. Station: Alle gegen das Wasser

Aufbau

Hat das ausgewählte Gelände einen Hügel/Berg, wird diese Station am oberen Ende aufgebaut. Es sind genügend Wasserbomben gefüllt – ca. so viele wie Teilnehmende mitspielen. Mehrere große Wasserspritzpistolen sind ebenfalls gefüllt und liegen bereit.

Durchführung

Das Ziel dieser Station ist der Ort, an dem die fünf Mitarbeitenden mit Wasserbomben und Wasserpistolen stehen. Die Mitspielenden müssen diesen Ort erreichen, ohne nass zu werden. Aufgabe ist es, den „Berg“ zu stürmen und den fünf Mitarbeitenden die Wasserbomben und Spritzpistolen abzunehmen. Dabei entsteht natürlich eine kleine Wasserschlacht.

Die Teilnehmenden werden dieses Spiel zunächst unfair finden, jedoch schnell merken, dass sie ja zahlenmäßig überlegen sind. Das Mitarbeiterteam muss auch das Ziel erreichen.

5. Station: Wasserrutsche

Aufbau

Die Wasserrutsche wird an einem Hügel oder kleinem Gefälle aufgebaut. Idealerweise ist dort eine Wasserversorgung vorhanden. Die Oberfläche der Plane darf nicht rau sein, da beim Rutschen sonst leichte Verbrennungen auf der Haut entstehen können. Die Plane wird so glatt wie möglich ausgelegt.

Durchführung

Die Wasserrutsche wird mit dem Wasserschlauch nass gemacht und nochmals glatt gezogen. Die Teilnehmenden rutschen einzeln. Dabei können auch noch Aufgaben erfüllt werden, wie ein Wasser- oder Eiertransport. Hier steht jedoch ganz der Spaß im Vordergrund. Denn die nächste Station wird die Teilnehmenden herausfordern.

6. Station: Matsch und los

Aufbau

Für diese Station wird ein matschiger Platz benötigt, bzw. ein Platz, der matschig werden darf. Der Boden wird dafür schon vor dem Spiel gründlich gewässert und aufgeweicht. Beim Spiel entsteht dann ein richtiges Matschloch.

An den Seiten werden Pflöcke eingeschlagen (alternativ Bierbänke aufgestellt) und Absperrband oder Schnur über das Feld gespannt. Je tiefer die Schnur gespannt ist, desto mehr müssen die Teilnehmenden später durch das Feld robben. Bedacht werden sollte bei der gewählten Höhe die körperliche Verfassung aller Mitspielenden.

Durchführung

Das Matschloch wird nochmals kräftig gewässert. Bei diesem Spiel machen die Mitarbeitenden motiviert den Anfang, um den Teilnehmenden die Hürde des Dreckigwerdens zu nehmen. Das Robben im Dreck wird letztlich den meisten sehr viel Spaß bereiten, jedoch auch einiges an Überwindung kosten. Besonders an dieser Station ist wichtig, dass keiner unter Gruppendruck gerät, der nicht mitmachen möchte. Nach dem Spiel werden alle in ihren matschigen Kleidern mit dem Wasserschlauch abgespritzt, damit der Matsch nicht eintrocknet.

7. Station: Balanceakt

Aufbau

Bietet das Gelände einen Badesee oder Teich, kann eine Slackline mit Handlauf über den See gespannt werden. Die Slackline wird an ausreichend dicken Stämmen bzw. Bäumen (Durchmesser mind. 30 cm) befestigt. Sie kann ggf. auch anders angebracht werden. Die Sicherheit steht jedoch immer im Vordergrund. Bei Unsicherheit diese Station lieber weglassen. Gibt es eine Seilrutsche oder Seilbahn (über den See), wird diese genommen. Die Softbälle liegen bereit.

Durchführung

Ziel ist es, den See auf der Slackline zu überqueren und auf der anderen Seite anzukommen. Beim Überqueren muss ein Ball gefangen werden. Die Teilnehmenden gehen einzeln auf die gespannte Slackline. Ungefähr in der Mitte wird ihnen ein Softball zugeworfen. Mit dem Ball gehen sie die restliche Strecke auf der Slackline, um zur nächsten Station zu gelangen.

Hier muss der General besonders die Stimmung positiv beeinflussen, da den Jugendlichen langweilig werden könnte (insbesondere bei größeren Gruppen). Er kommentiert witzig die Performance der Überquerer oder lässt kleine Wetten abschließen, ob der Ball gefangen wird oder nicht. Das Mitarbeiterteam spielt das Spiel mit.

8. Station: Endspiel

Aufbau

Am Ende dieser Station steht ein Thron. Auf ihm nimmt König Takeshi Platz und beobachtet das Spielgeschehen. Für die fünf Mitarbeitenden werden genügend Zielscheiben gebastelt. Dafür wird ein Ring aus Draht (ca. 15 cm Durchmesser) gebogen. Auf diesen wird Küchenrolle oder Toilettenpapier gespannt. Mit Gewebekleberband wird die Zielscheibe an einer Schildmütze befestigt, so dass diese über dem Schild vor dem Gesicht des Trägers hängt, oder am Hinterkopf.

Für die Teilnehmenden werden kleine Wasserspritzpistolen gefüllt. Alternativ können kleine Spritzen verwendet werden. Eine Wanne mit Wasser zum Nachfüllen steht bereit.

Durchführung

Das Endspiel ist das Highlight der Sendung und auch dieses Geländespieles! Von jeweils zwei Teilnehmenden wird mit Bändern oder Stoffresten je eine Hand so zusammengebunden, dass sie nun insgesamt drei Hände haben. In die gemeinsame „Doppelhand“ bekommen sie die Wasserspritzpistole oder die Spritze. Die Mitarbeitenden setzen die vorgefertigten Mützen mit den Zielscheiben auf und stellen sich vor Takeshis Thron. In einer kurzen Ansprache erklärt dieser, dass seine Beschützer viel zu stark sind und niemals gegen die Teilnehmenden verlieren werden.

Der General erklärt, dass die Jugendlichen die Küchenrollen-Zielscheiben mit ihren Spritzpistolen durchschießen müssen. Die Mitarbeitenden dürfen sich nur durch Bewegungen und Wegrennen vor den Wasserstrahlen schützen.

Auf das Signal vom General beginnt die wilde Wasserspritzerei. Vermutlich dauert es nicht lange, bis alle Zielscheiben kaputt sind und der Sieg über Takeshis Castle gefeiert werden kann. Natürlich kann nun auch der Thron eingenommen werden. Dies ist zugleich auch das Ende des Spieles.

Variationen

Das gesamte Spiel kann auch als Teamevent gespielt werden. Dafür werden die Stationen so verändert, dass sie bewertet werden können und die Gesamtgruppe wird in mehrere Teams eingeteilt. Bei der Schatzsuche können z. B. die Anzahl der gefundenen Bälle bewertet werden und das Team mit den meisten Punkten darf an der achten Station mit den Spritzpistolen gegen die Mitarbeitenden spielen.

Auf unserem Camp haben wir die Teilnehmenden gemeinsam spielen lassen. Alle waren bis zum Ende dabei. Die Jugendlichen waren sehr motiviert, weil es keine wirklichen Verlierer gab und sie ein gemeinsames großes Ziel hatten.

Die Konfirmanden „absolvieren“ in Kleingruppen verschiedene Stationen zum Leben Luthers und seiner reformatorischen Erkenntnis. Das Ziel ist es, die Reformation „erlebbar“ zu machen.

Ziele

Konfirmanden sollten Erfahrungen aus dem Leben Luthers „erleben“.

Anzahl Mitarbeiter

ca. 25 Personen

Ablauf

Nach einem Gottesdienst werden die Konfirmanden in Kleingruppen aufgeteilt (max. 12 Personen pro Gruppe). Die Stationen sind an bekannten Plätzen im ganzen Ort verteilt. Die Gruppen gehen nach einer Einweisung an ihre Anfangsstation. Alle beginnen die Ralley gleichzeitig, zu einer abgesprochenen Uhrzeit. Zur Bearbeitung der Stationen/Aufgaben sind 70 Minuten (je nach Wegen die zurückgelegt werden müssen) Zeit. Danach gibt es einen gemütlichen Ausklang mit einer Siegerehrung und meditativer Andacht.

Folgende Stationen gibt es:

  • Mittelalterliche Medizin = Kräuter erraten
  • Luther bekämpft den Teufel an der Wartburg = Teufel mit Dartpfeilen bewerfen
  • Luther als Kurrendesänger = Lieder einüben, Taizé
  • „Turmerlebnis“ Luthers = Bibelvers-Puzzle, Römer 5,1
  • Luther will im Kloster Gott näher kommen = Soft-Ballwürfe zum Kreuz

Erfahrungen und Erläuterungen

Jede Gruppe hat einen erwachsenen Begleiter (=Gruppenleiter), der die Quiz-Liste führt. Der Gruppenleiter kann dafür sorgen, dass sich die Teilnehmer kurz kennenlernen. Der Gruppenleiter sorgt auch dafür, dass die Jugendlichen den „Stationsvorstehern“ beim Einleitungstext zuhören. Die Uhrzeit zu der die Gruppen bei der ersten Station beginnen, muss kurzfristig bekannt gegeben werden, da der weiteste Weg berücksichtigt werden muss. Der Stationenablauf ergibt sich aus dem Laufzettel (zum download, Achtung: Jeder Zettel muss anders nummeriert sein). Das ganze ist durchstrukturiert nach dem Prinzip des „Zirkeltrainings“, d.h.jede der 5 Stationen dauert genau 10 Minuten, danach wird die Gruppe zur nächsten Station geschickt, dort beginnen wieder neue 10 Minuten. Die Gruppenleiter achten darauf, dass bei Wartezeiten die „aktive“ Gruppe nicht gestört wird. Außerdem trägt der Gruppenleiter die Ergebnisse der jeweiligen Station in die Quiz-Liste ein.

Ein Spieleabend mit neuer Idee

Die Gemeinsamkeit bei den folgenden Spielen ist, dass eine Schanze überwunden werden muss. Die Spiele könnten z. B. sehr gut auf einem Zeltlager durchgeführt werden! Dann wäre es spannend, zwei Mannschaften zu bilden, die nach Möglichkeit immer parallel spielen.

Wertung

Bei jedem Spiel bekommt der beste Teilnehmende die Note 1, der Zweitbeste die Note 2, usw. An der Wand ist ein Blatt befestigt, auf dem die Namen aller Spielpersonen stehen. Hier werden die Noten eingetragen. Wird ein Spiel in einer Mannschaft durchgeführt, dann bekommen alle Personen der Siegermannschaft die Note 1, die Personen der zweiten Siegermannschaft z. B. die Note 2 usw. Am Schluss ist derjenige Sieger, der die niedrigste „Gesamtnote“ besitzt. Für die Sieger kleine Preise mitbringen (auch Trostpreise!).

Bau der Schanze

Wenn nicht anders beschrieben, soll die Schanze so beschaffen sein: Die hinteren Beine des ersten Tisches werden so auf Bücher gestellt, dass dieses Tischende etwa fünf Zentimeter höher steht (der erste Tisch ist also ansteigend). Der zweite Tisch steht eben am erhöhten Teil des ersten Tisches und schließt direkt an ihn an. So entsteht ein Absatz, eine Schanze.

Spiel 1: Über die Schanze in die Schüssel

Eine Spielperson steht am vorderen Teil des schrägen Tisches und stößt eine Münze (z. B. ein 20-Cent-Stück) so an, dass die Münze die schiefe Ebene hochgleitet, über die Schanze springt und dann in eine unter der Schanze bereitstehende Schüssel fällt. Bei einer Cromarganschüsseln wird ein heller Ton erzeugt, wenn die Münze in die Schüssel fällt. Eine Landung in der ersten Schüssel ergibt einen Punkt und in der etwas weiter entfernt stehenden Schüssel zwei Punkte. Jede Spielperson spielt nacheinander mit zwei Münzen, dann kommt die nächste dran. Insgesamt können hier je nach Personenzahl etwa drei Durchgänge gespielt werden. Am Schluss bekommt die Spielperson mit den meisten Punkten die „Note“ 1, der zweite die „Note“ 2 usw. (Selbstverständlich können hier auch die Noten 7, 8, 9 … vergeben werden, je nachdem, wie viele Personen mitspielen.)

Variationen

Statt mit Münzen kann dieses Spiel auch mit Mühlesteinen, mit Tischtennisbällen, mit Haselnüssen (mit Schale!) oder mit Plastikchips gespielt werden.

Spiel 2: Kein Crash nach der Schanze

Bei diesem Spiel stehen die beiden Tische so, dass das Ende des ebenen Tisches mit einer Wand abschließt. Evtl. könnte man auch eine Holzlatte querlegen als Abschluss der „Gleitstrecke“. Ein Spielzeugauto wird angestoßen, läuft die schiefe Ebene hoch, fährt über die Schanze und rollt dann auf dem zweiten Tisch möglichst bis zur Wand. Diese darf jedoch nicht berührt werden, das heißt es darf keinen Crash geben.

Wertung

Am besten markiert man mit Kreide oder mit Kreppstreifen vor der Wand drei Zonen mit den Nummern eins, zwei und drei, das heißt je näher das Auto an der Wand stehen bleibt, desto größer ist die erreichte Punktzahl. Jede Spielperson macht zwei Spiele hintereinander. Dann kommt die nächste Person dran. Insgesamt sind zwei bis drei Durchgänge sinnvoll.

Variation

Mit Spielzeugautos ist dieses Spiel natürlich interessant. Man kann auch Münzen oder Mühlesteine über die Tische gleiten lassen.

Spiel 3: Mühlesteine vorsetzen nach der Schanze

Das Spiel funktioniert wie das in der Jungenschaft legendäre „Mühlesteine vorsetzen“, nur dass die Steine über eine Schanze gleiten müssen. Es werden zwei Mannschaften gebildet. Mannschaft 1 spielt mit den weißen Steinen, Mannschaft 2 mit den schwarzen Steinen. Mannschaft 1 beginnt. Eine Spielperson lässt ihren Stein die schiefe Ebene hochgleiten, dann springt der Stein über die Schanze und sollte möglichst nahe am Ende des zweiten Tisches liegen bleiben. Dann schickt eine Spielperson der zweiten Mannschaft seinen Stein los, der noch näher an das Ende des zweiten Tisches gleiten sollte. Fällt ein Stein über die Kante des zweiten Tisches, so zählt er nicht.

Wertung

Angenommen, es würden zwei weiße Steine am besten liegen, das heißt am nächsten zu dem Tischende des zweiten Tisches. Dann würde die Mannschaft mit den weißen Steinen bei diesem Durchgang zwei Punkte erhalten. Mindestens drei Durchgänge spielen. Gewonnen hat die Mannschaft mit der höchsten Punktzahl.

Spiel 4: Der zweite Spieler darf stoppen

Dieses Spiel war für die Jungs in unserer Gruppe besonders spannend. Das Spiel ist ähnlich wie Spiel 3. Neu ist jetzt, dass der Spielpartner dem ankommenden Stein seinen Stein entgegenschicken darf und zum Stoppen bringen kann, falls dies notwendig ist. Jetzt spielen zwei Spielpersonen zusammen. Die Paare werden am besten ausgelost (z. B. ziehen aus einer ersten Tüte fünf Personen die Zahlen 1 bis 5. Dann ziehen (bei insgesamt 10 Spielpersonen) die restlichen fünf Personen aus einer zweiten Tüte ebenfalls die Zahlen 1 bis 5. Es spielen die beiden Einsen zusammen usw.). Am Ende des zweiten Tisches werden mit Kreide oder mit einem wasserlöslichen Markerstift durch Querstriche Zonen eingeteilt mit den Bezeichnungen 1, 2 und 3. Die Zone 3 liegt natürlich am Ende des zweiten Tisches. Die erste Spielperson schickt ihren Stein los. Der läuft über die Schanze und gleitet auf dem zweiten Tisch weiter. Die zweite Spielperson steht am Ende des zweiten Tisches und blickt zur Partnerperson hin. Falls der losgeschickte Stein eine zu hohe Geschwindigkeit besitzt, dann sollte die zweite Person versuchen, ihren Stein entgegenzuschicken und den ersten Stein am besten in der Zone 3 zum Stillstand zu bringen. Dabei kann natürlich allerhand passieren, z. B. könnte der ankommende Stein seitlich vom Tisch geschossen werden oder der erste Stein wird plötzlich „rückwärts“ gestoßen.

Spiel 5: Auf wie vielen Schüsseln tanzt die Münze?

Dieses Spiel kennt wohl jeder: Man steht am Ufer eines Sees, wirft einen flachen Stein so auf das Wasser, dass dieser Stein möglichst oft auf dem Wasser aufsetzt. Bei unserem Spiel steht die Spielperson am schrägen Tisch, schiebt ihre Münze so an, dass sie über die Schanze springt und dass sie danach auf dem Boden von einer oder von mehreren Cromarganschüsseln aufsetzt. Das bedeutet, dass die Schüsseln „umgekehrt“ auf dem zweiten Tisch stehen, der Boden zeigt also nach oben. Die drei Schüsseln stehen dicht hintereinander in einem gewissen Abstand vom Ende des ersten Tisches (die erste Schüssel etwa 10 Zentimeter vom ersten Tisch entfernt; vorher ausprobieren!). Das Spiel ist sehr spannend. Die meisten Versuche werden so enden, dass gar keine oder eine Schüssel getroffen wird. Bei unserer Gruppe gab es mehrere Spielpersonen, bei denen eine Münze auf Schüssel 1 und Schüssel 3 aufgesetzt hat.

Wertung

Berühren von Schüssel 1 gibt einen Punkt, von Schüssel 3 gibt z. B. drei Punkte. Springt die Münze zuerst auf Schüssel 1 und dann auf Schüssel 3, wurden insgesamt vier Punkte erreicht.

Variation

Dieses Spiel kann sehr gut als Mannschaftsspiel durchgeführt werden; für die Jugendlichen ist es immer wichtig, für „ihre“ Mannschaft Punkte zu erzielen.

Spiel 6: Schanzen-Boccia

Das Spiel kann als Einzelwettbewerb (d. h. jeder gegen jeden) oder als Mannschaftswettbewerb gespielt werden (dann müssen zwei Arten von Münzen verwendet werden, z. B. 50-Cent-Stücke und 1-Euro-Münzen; diese Münzen können nach jedem Durchgang gewechselt werden). Am Ende des zweiten Tisches steht eine leere (oder volle) Mineralwasserflasche aus Glas (Gewicht bzw. Masse). Die Münze wird angestoßen und gleitet über die Schanze und sollte möglichst nahe bei der Flasche zum Liegen kommen (Vorschlag: Es sollte erlaubt sein, dass die Münze die Flasche berührt.). Beim Einzelwettbewerb hat diejenige Person gewonnen, deren Münze am nächsten bei der Flasche liegt. Falls mehrere Münzen die Flasche berühren und ganz bei der Flasche liegen bleiben, gibt es mehrere Personen, die bei diesem Durchgang einen Punkt erzielt haben (Vorschlag: Bei jedem Durchgang schieben die Spielpersonen zwei Münzen hintereinander, damit ein Gefühl für die richtige Geschwindigkeit entsteht.). Mindestens drei Durchgänge spielen.

Spiel 7: Über die Schanze im Flug ins Ziel

Dieses Mal besteht die Schanze aus einem Tisch, bei dem die beiden „hinteren“ Tischbeine um etwa 5 Zentimeter durch Unterlegen von Büchern erhöht wurden. Das Ende des Tisches befindet sich etwa 1,5 Meter von einer Wand entfernt. Auf einem Blatt Papier an der Wand mit DIN-A3-Format werden horizontal drei Zonen markiert und z. B. mit Punkten 1, 2 und 3 versehen (Mitte: 1; links von der Mitte: 2; rechts von der Mitte und kleiner: 3). Ein Tischtennisball rollt auf dem schrägen Tisch, springt über die Schanze und soll nach einem Flug am besten in Zone 3 auftreffen. Zwei Versuche direkt hintereinander. Dann kommen alle anderen Spielpersonen dran. Etwa drei Durchgänge spielen.

Spiel 8: Schanzen-Baseball

Entweder bildet man zwei größere Mannschaften oder man bildet Teams aus zwei Personen. Die Schanze besteht aus einem ansteigenden Tisch. Der „Werfer“ beschleunigt den Softball so, dass er mit Schwung die schiefe Ebene hochläuft und über die Schanze springt. In etwa zwei Meter Entfernung vom Ende des Tisches steht die zweite Spielperson. Sie muss den ankommenden Softball mit dem Schläger treffen.

Wertung

Wird der Ball getroffen, erhält das Team einen Punkt. Wird der Ball getroffen und fliegt bis zur gegenüber liegenden Wand, dann erhält das Team zwei Punkte. Achtung: in Reichweite der schlagenden Person dürfen keine anderen Spielpersonen stehen.

Spiel 9: Über die Schanze in den Eimer

Die Schanze besteht wieder aus einem ansteigenden Tisch. Die Spielperson lässt einen Tischtennisball so nach oben rollen, dass dieser über die Schanze springt. In einer Entfernung von etwa einem Meter vom Ende des Tisches stehen am Boden drei Eimer hintereinander. Landet der Ball im ersten Eimer, so hat die Spielperson einen Punkt erzielt usw. Etwa drei bis vier Durchgänge spielen.

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