Jeremia

Hier kommt die dritte Themenreihe der JUMAT 2/2021. Es geht in fünf Lektionen um den Propheten Jeremia:

Lektion 9 Jeremia 1,1-19 Es geht los!

Lektion 10 Jeremia 7,1-15 „Kirche“ ist Herzenshaltung (Die Tempelrede)

Lektion 11 Jeremia 18,1-17 Der Töpfer bei der Arbeit

Lektion 12 Jeremia 19,1-13 Der Krug geht kaputt

Lektion 13 Jeremia 29,1-23 Der Brief an die Gefangenen

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Gott möchte deine Aufmerksamkeit.

Checker

Wie viel Aufmerksamkeit schenkst du Gott?

Der Text an sich

In dem Text für diese Lektion, der im Alten Testament steht, geht es um eine Prophezeiung, die Jeremia aussprechen soll. Eine Prophezeiung ist eine Vorhersage von Gott, über etwas, das einmal passieren wird. Zum Beispiel erzählt ein Prophet aus dem Alten Testament schon von Jesus.
Jeremia, der Mann aus der Geschichte, ist ein Prophet aus dem Alten Testament, lange bevor Jesus geboren wurde.

Ein Prophet ist eine Art Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Gott spricht mit dem Propheten und der gibt die Worte an das Volk weiter, oder auch andersherum. Das Volk sagt etwas dem Propheten und der gibt diese Worte dann an Gott weiter.
Zur Zeit von Jeremia hatte sich das Volk Israel oft anderen Göttern bzw. Götzen zugewandt und Jeremia musste immer wieder die Menschen zur Vernunft bringen.

In Vers 1 steht, dass Jeremia viele Älteste des Volkes und der Priester mit zu einem Ort nehmen soll, wo er ihnen die Worte von Gott weitergeben soll. Diese Leute waren als Zeugen gedacht, also als jemand, der bestätigen kann, dass Jeremia alles so gesagt und getan hat.

Der Baal, der in Vers 5 vorkommt, ist ein Götze, den die Israeliten von ihren Nachbarländern bzw. Nachbarvölkern übernommen haben. Diesen beten sie an, bringen Opfer für ihn dar und erhoffen sich von ihm Hilfe. Damit verstoßen sie gegen das erste der 10 Gebote, die Gott Mose gegeben hat: „Ich bin der Herr dein Gott, […]. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (aus 2. Mose 20, 2-3, Luther 2017).
Das ist der Grund, warum Gott den Israeliten durch Jeremia eine so schlechte Zukunft voraussagt.

Zuerst erklärt Gott, warum er so wütend auf das Volk von Jerusalem und die Könige Judas ist (Vers 4f.). Dann erklärt er, was die Strafe für sie sein wird (Verse 6- 9). Und um das alles zu verdeutlichen, dass es sich jeder auch merken kann, kommt die Veranschaulichung mit dem Tonkrug (Verse 10-13).

Der Tonkrug steht hier für das Volk Israel, das zerstört werden soll, wie ein Tonkrug, der in viele Stücke zerspringt, wenn man ihn kaputtmacht.

Der Text für mich

Was der Text für mich bedeutet? Um ehrlich zu sein, hatte ich am Anfang keine Ahnung, wie ich mit dem Text umgehen sollte. Ich bin am Anfang überhaupt nicht mit dem strafenden Gott klargekommen. Wie soll man das Kindern und Jugendlichen vermitteln, ohne dass sie Angst vor Gott bekommen, besonders, wenn sie gerade frisch im Glauben sind?

Doch dann sind mir die Verse mit dem zerstörten Tonkrug ins Auge gefallen. Wie oft habe ich in meinem Leben Scherben entdeckt, die von mir, aber auch von anderen, verursacht worden sind. Wie oft habe ich die Beziehung zu Gott zerstört und hätte eigentlich dieselbe Strafe verdient wie die Israeliten damals. Doch heute ist es anders. Dafür möchte ich einen kurzen Schwenk zu Jesus machen. Durch den Tod von Jesus ist diese harte Strafe unnötig geworden. Das Einzige, was ich tun muss, ist, meine volle Aufmerksamkeit auf Gott zu richten und seine Gnade anzunehmen. Und nicht auf andere Götter zu schauen, die den Platz von Gott einnehmen können, z. B. Filme, Handy und andere Sachen.
Wie sieht es bei den Kindern aus? Wo sind ihre Prioritäten?

Der Text für dich

Starter

Kinder, die gerade frisch im Glauben sind und noch nicht so viel wissen, könnte dieser Text verschrecken. Deshalb ist es hier besonders wichtig, den Blick der Kinder weniger auf einen strafenden Gott zu richten, sondern vielleicht eher auf ihr Leben. Vielleicht auch mit dem Schwenk zu Jesus, obwohl das den Rahmen sprengen könnte, aber meiner Meinung nach wichtig ist. Was ist bei ihnen schon alles passiert, in ihrem Leben? Wo können sie sich vielleicht auch bei jemandem entschuldigen? Und wo können die Kinder mehr Platz für Gott in ihrem Leben einräumen?

Checker

Wie geht es den Kindern, wenn sie diese Geschichte hören? Schreckt es sie ab? Hier ist es wichtig, dass die Kinder erzählen, wenn sie Probleme mit der Geschichte haben, denn die Geschichte kann sehr schnell verwirren und auch abschrecken. Aber trotzdem sollen sie versuchen, herauszufinden, wo ihre Scherben im Leben sind und wo sie Gott eine größere Rolle in ihrem Leben geben können. Wo haben die Kinder „Götzen“, wo Gott „sauer“ sein könnte? Ist vielleicht ihr Handy oder ihr Computer ihr Götze? Womit verbringen sie mehr Zeit?

Der Text erlebt

Material:
Hinführung Idee 1: Wenn vorhanden, können die Lieder mit einer Gitarre, Klavier o. Ä. begleitet werden. Ansonsten kann das Lied auch ohne ein Instrument gesungen werden.

Hinführung Idee 2: keine nötig

Verkündigung 1: Kostüm für den Jeremia – muss nicht aufwändig sein. Zum Beispiel: ein braunes Laken oder ähnliches als Gewand mit vielleicht einem Gürtel.

Verkündigung 2: Ein größeres Bild oder Plakat mit einer Person drauf (Jeremia). Darauf kommen dann verschiedene Sprechblasen mit verschiedenen Bildern oder Texten. Diese können mit Büroklammern angeheftet werden oder alle Sprechblasen mit Klebestreifen o. Ä. übereinander geklebt werden.

Hinführung

Idee 1

Zu Beginn der Gruppenstunde kann ein Willkommenslied gesungen werden. Ideen dafür sind: „Halli, Hallo“ oder „Hallo, Ciao, Ciao“, usw.. Wenn es in der Gruppe ein Lied gibt, das immer gesungen wird, kann es auch hier am Anfang gesungen werden.

Idee 2

Zum Anfang kann auch ein Spiel gespielt werden. „Ich fülle meinen Tonkrug mit …“ das geht wie „Ich packe meinen Koffer“, nur mit einem Tonkrug. Hier kann alles Mögliche genannt werden. Man kann sagen, dass sich die Kinder nur Getränke überlegen sollen, aber es auch gar nicht eingrenzen. So kann das Gefäß aus der Geschichte aufgegriffen werden.

Verkündigung

Verkündigungsart: Geschichte erzählen aus Sicht von Jeremia. Gut machbar für eine Person.

Benötigt wird eine Person, die sich wie ein Prophet kleidet und einen Tonkrug in der Hand hat. Da nicht jeder einen Tonkrug zu Hause hat, geht da auch ein anderes Gefäß oder zur Not auch ein Bild von einem Tonkrug.

(Jeremia kommt auf die Bühne, mit dem Tonkrug in die Hand, erblickt die Kinder und beginnt zu erzählen)

Hallo, ich bin Jeremia, ein Prophet aus dem Volk Israel. Ein Prophet ist jemand, der zwischen dem Volk und Gott steht. Er erzählt dem Volk, was Gott gesagt hat, aber auch Gott, was das Volk gesagt hat.
Und Gott hat mir wieder was richtig Krasses erzählt, was ich dem Volk Israel weitergeben soll. Ich soll einen Tonkrug kaufen und ihn dann wieder kaputtmachen. Ihr fragt euch sicher, wozu das Ganze. Ich möchte versuchen, es euch zu erklären.
Das Volk Israel hat sich mal wieder andere Götter gesucht. Sie vergessen immer wieder, wer ihr Gott ist und suchen sich andere. Sie machen Brandopfer für die Götter und viele andere nicht so schöne Dinge. Einer von diesen, den sie besonders verehren, nennt sich Baal. Baal, ein Götze, der ihnen nicht helfen kann, und das wollen sie nicht kapieren. Also hat Gott beschlossen, ihnen auch nicht mehr zu helfen, weil er sauer auf sein Volk ist. Sie haben schon so oft gegen seine Gebote verstoßen. Er will sie zerstören, wie diesen Tonkrug, den ich hier in der Hand habe. Den soll ich nachher zerschmettern, so als Zeichen.
Ich finde das echt hart, dass Gott sein Volk so straft, aber so ist das zu meiner Zeit. Wer Mist baut, bekommt auch seine Strafe.
So, ich muss jetzt los. Treffe mich gleich noch mit wichtigen Leuten, denen ich das weitergeben soll, was Gott mir gesagt hat. Diese Leute sind die Ältesten und Priester von meinem Volk. Also Leute, die eine hohe Stellung im Volk und viel zu sagen haben.
Wenn ihr leise seid, könnt ihr vielleicht auch mitkommen, wenn ihr wollt. Wenn nicht, dann sehen wir uns später. Bis nachher.

Die andere Idee

Verkündigungsart: Bildergeschichte – gut für eine Person, kann aber auch mit mehreren Personen erzählt werden.

Die Geschichte kann auch anhand von Bildern erklärt werden. Die Grundlage ist ein Bild, auf dem Jeremia zu sehen ist. Darauf können immer wieder Sprechblasen in Form von Bildern oder Text ergänzt werden, um die Worte von Gott an Jeremia darzustellen. Wie die Bilder in den Sprechblasen aussehen können, schreibe ich im folgenden Text.

Bild 1: ohne Sprechblase, um Jeremia vorzustellen. Das ist Jeremia, ein Prophet aus dem Alten Testament. Also jemand, der Botschaften von Gott an das Volk Israel weitergibt.

Sprechblase 1: Tonkrug und Geld. Gott gibt Jeremia den Auftrag, sich einen Tonkrug zu kaufen.

Sprechblase 2: verschiedene Menschen. Jeremia soll den Tonkrug mit zu den Ältesten und Priestern nehmen, um das zu erzählen, was Gott ihm gesagt hat.

Sprechblase 3: Menschengruppe + Blitz. Gott gibt Jeremia die Aufgabe, zu verkünden, was Gott tun möchte. Gott möchte Unheil über die Menschen in Juda und Jerusalem schicken. Also Gott ist wütend auf sein Volk. Warum?

Sprechblase 4: Bild von einem goldenen Stier als Zeichen für ein Götzenbild und Menschen, die niederknien. Das ist der Grund, warum Gott sauer auf sein Volk ist. Sie haben sich von ihm ab- und anderen Göttern zugewandt. Gott war immer sehr geduldig, nur die Israeliten haben immer wieder gegen Gottes Gebote verstoßen.

Sprechblase 5: Blitz und Schwert. Gott kündigt die Strafe für das Volk an. Er will das Volk zerstören (klingt hart).

Sprechblase 6: zerbrochener Krug. Als Zeichen dafür soll Jeremia den Tonkrug, den er gekauft hat, zerstören und kaputtmachen. Das erklärt auch, warum Jeremia den Tonkrug kaufen sollte.

Der Text gelebt

Wiederholung

Zur Wiederholung gibt es verschiedene Fragen, die die Kinder beantworten sollen. Dies kann man als Quiz mit einem kleinen Gewinn gestalten.
Gerne können auch noch weitere Fragen ergänzt werden.

  • Was sollte Jeremia für einen Gegenstand besorgen? – Tonkrug
  • Wem sollte Jeremia die Worte von Gott erzählen? – Den Ältesten und Priestern / dem Volk Israel
  • Was hat das Volk Israel gemacht, das Gott so wütend gemacht hat? – Andere Götter angebetet
  • Was hat Jeremia am Schluss mit dem Tonkrug gemacht? – Kaputtgeschlagen

Gespräch

In dem Gespräch kann es sehr persönlich für die Kinder werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder wissen, dass das, was sie erzählen, in der Runde bleibt.
Auch hier können die Mitarbeiter weitere Fragen ergänzen, um vielleicht besser auf die Kinder eingehen zu können.

  • Wie findet ihr die Geschichte?
  • Was ist das Erste, woran du denkst, wenn du die Geschichte hörst?
  • Gibt es etwas, das ihr nicht verstanden habt?
  • Wo hast du Sachen in deinem Leben, die nicht gut sind?
  • Wie viel Zeit investierst du in verschiedene Dinge (Handy, Freunde, Computer, Schule, Zeit mit Gott, …)?
  • Hast du eine Idee, wie du Gott mehr Raum in deinem Leben geben kannst?

Merkvers

„Ich bin der Herr dein Gott, […]. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2. Mose 20, 2-3)

Eine Idee, den Vers im Alltag umzusetzen:
Die Kinder sollen überlegen, was ihnen sehr wichtig ist und womit sie sehr viel Zeit verbringen. Ist es das Handy, der Computer, der Fernseher oder anderes? Diese Dinge können auch eine Art „Gott“ sein. Deshalb können die Kinder mal versuchen, einen Tag lang auf diese Sachen zu verzichten oder den Gebrauch zu reduzieren. Die Zeit, in der sie normalerweise z. B. am PC spielen, können sie mit Gott verbringen oder anderen etwas Gutes tun (z. B. der Mama in der Küche helfen o. Ä.).

Gebet

Die Kinder können überlegen, wo sie Gott mehr Raum in ihrem Leben geben können oder wo sie zuletzt etwas falsch gemacht haben. Orientierung können da auch wieder die Fragen aus dem Gespräch geben.
Dann können die Kinder dies im Gebet Gott erzählen, laut oder leise. Auch können die Mitarbeiter für die Kinder beten.

Kreatives

Je nach Alter gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Geschichte kreativ zu gestalten. Die Jüngeren können einen Tonkrug ausmalen (Anhang 1), die Älteren können einen selbst malen und dann hineinschreiben, was sie aus der Geschichte mitnehmen und sich merken wollen. Dafür können die Fragen aus dem Gespräch eine Hilfe sein:

  • Wie findet ihr die Geschichte?
  • Was ist das Erste, woran du denkst, wenn du die Geschichte hörst?
  • Gibt es etwas, das ihr nicht verstanden habt?
  • Wo hast du Sachen in deinem Leben, die nicht gut sind?
  • Wie viel Zeit investierst du in verschiedene Dinge (Handy, Freunde, Computer, Schule, Zeit mit Gott, …)?
  • Hast du eine Idee, wie du Gott mehr Raum in deinem Leben geben kannst?

Spielerisches

Hier kann man Tabu mit verschiedenen Begriffen aus der Geschichte spielen. Außerdem kann man selbst wählen, wie man es genau spielt. Erklärt man den Begriff, müssen die Kinder einen Begriff malen oder pantomimisch darstellen? Alle Varianten sind möglich.
Begriffe, die verwendet werden können, sind:

  • Jeremia
  • Prophet
  • Gott
  • Älteste
  • Zorn / Wut
  • Tonkrug

Aber auch Begriffe, die nicht unbedingt etwas mit dem Thema zu tun haben.

Rätselhaftes

Jeremia geht mit den Ältesten aus der Stadt hinaus in ein Tal. Kannst Du ihnen helfen, den Weg dorthin zu finden? (Siehe Wegrätsel im Anhang.)

 (T)Extras

Lieder

  • Echt elefantastisch (kann auch gut am Anfang gesungen werden)
  • Halli, Hallo
  • Hallo, Ciao, Ciao

Spiele

Entknoten:
Ein Kind wird nach draußen geschickt. Die anderen Kinder stellen sich in einem Kreis auf. Es gibt zwei Varianten, wie die Kinder ein Knotenbündel entstehen lassen können.
Die erste Variante ist, dass die Kinder die Augen schließen und mit ausgestreckten Armen aufeinander zugehen. Jedes Kind greift einfach zwei Hände, die es spürt. Dann öffnen die Kinder die Augen und können, wenn nötig, den Knoten etwas erschweren oder erleichtern.
Die zweite Variante ist, dass die Kinder sich alle an den Händen fassen. Sie bilden den Knoten, indem sie über die Hände der anderen drübersteigen oder darunter durchgehen. Wenn der Menschenknoten fertig ist, kommt das Kind von draußen wieder rein und muss versuchen, den Knoten zu entknoten.

Zeitungsweg
Für dieses Spiel werden Zeitungen benötigt. Außerdem sollte ein Spielfeld vorhanden sein, das je nach Gruppengröße variiert. Das Spielfeld setzt sich aus einer Start- und einer Ziellinie zusammen.
Jedes Kind bekommt eine Zeitungsseite. Je nach Größe der Gruppe werden die Kinder in zwei Gruppen geteilt und spielen dann gegeneinander. Ziel des Spiels ist es, auf die andere Seite zu kommen, ohne den Fußboden zu berühren. Ein Kind beginnt und legt die Zeitung auf den Fußboden, muss sie aber immer irgendwie berühren, egal ob mit dem Fuß oder der Hand. Dann steigt das Kind auf die Zeitung. Das nächste Kind gibt dem ersten Kind seine Zeitung. Diese muss das erste Kind wiederum auf den Boden legen und sie immer berühren. Das erste Kind steigt auf die zweite Zeitung, das zweite Kind muss die erste Zeitung berühren, bevor das erste Kind auf die zweite Zeitung steigt. So geht es immer weiter und es entsteht ein Zeitungsweg.

Aktionen

Eine Aktion, die möglich, aber schwer umzusetzen ist, ist der Besuch in einer Töpferei.

Kreatives

Sucht ein Bild von einem Tonkrug und druckt es aus (oder nehmt das Bild aus dem Anhang). Lasst die Kinder das Bild auf einen Tonkarton kleben und ausschneiden. Anschließend können die Kinder den Tonkrug entweder anmalen oder mit buntem Pergamentpapier bekleben.

Alternativ könnt ihr aus den aufgeklebten (und bemalten) Tonkrügen ein Puzzle basteln.

Diese Themenreihe enthält alle Einheiten zum Thema Reformation aus dem JUMAT-Jahrgang 2017. Zwei Einheiten beschäftigen sich mit Martin Luther und seinem Freund Lucas Cranach. Vier Einheiten haben die vier Sola der Reformation als Schwerpunkt und zwei weitere Einheiten beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Reformation bis heute.

Ein Teil der Einheiten ist nach folgendem Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Die anderen Einheiten haben folgenden Aufbau: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Außerdem enthält die Themenreihe einen passenden Entwurf für einen Familiengottesdienst und zwei Geländespiele.

Zielgedanke

Es fällt oft schwer, zu unserer Freundschaft mit Jesus zu stehen. Es lohnt sich aber, dafür einzustehen.

Merkvers

Haltet durch, dann werdet ihr das wahre Leben gewinnen! Lukas 21,19

Situation der Jungscharler

Christsein ist uncool. Vielen Jungscharlern fällt es heutzutage nicht einfach, zu ihrem Glauben und ihrer Freundschaft zu Jesus zu stehen. Andere machen sich lustig darüber und lachen einen deshalb vielleicht sogar aus. Umso wichtiger ist es, dass wir die Kinder darin bestärken, zu ihrem Glauben zu stehen. „Hier stehe ich und kann nicht anders …“ Martin Luther ist hier ein starkes Vorbild. Martin Luther spielt im Jahr 2017, dem Jahr des Reformationsgedenkens eine große Rolle. In der Schule wird das oftmals thematisiert werden und auch in der Öffentlichkeit ist Martin Luther ein großes Thema. Vielleicht sind manche Kinder und vor allem Mitarbeiter von dem Lutherthema schon angenervt, wir sollten aber trotzdem die gesellschaftliche Relevanz des Themas nutzen, um die Person Martin Luthers mit den tiefen Inhalten seiner Lehre zu verknüpfen und Kindern deutlich zu machen, wie er gelebt und geglaubt hat und dass das an vielen Stellen für uns eine Vorbildrolle haben kann.

Erklärungen zum Text

Die wichtigsten Stationen im Leben von Martin Luther:

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben (Sachsen-Anhalt) geboren. Der Plan seines Vaters war es, das Martin studieren sollte, um später ein gutes Leben führen zu können. Doch in einer Nacht änderte sich alles. Martin geriet in ein schlimmes Gewitter und hatte furchtbare Angst, dass er sterben müsse. So rief er Gott um Hilfe und versprach ihm, dass er ins Kloster geht und Mönch wird, wenn er nur heil aus diesem Gewitter heraus kommt. So geschah es dann auch, dass Martin ins Kloster ging, sehr zum Ärger von Martins Vater.

Während seiner Zeit im Kloster ging es Martin oft schlecht, da er sich viele Sorgen machte. Er dachte immer, dass Gott ihn für all die Dinge, die er falsch machte (Sünde), schrecklich bestrafen wird. Doch eines Tages erkannte er beim Lesen in der Bibel, dass Gott kein strafender, sondern ein liebender Gott ist. Die Kirche predigte zu dieser Zeit jedoch das genaue Gegenteil. Sie erzählte den Leuten, dass Gott sie für all ihre schlechten Taten in der Hölle (Fegefeuer) schmoren lassen würde. Um ihre Zeit in der Hölle zu verkürzen, konnten die Leute Ablassbriefe kaufen. Somit bekam die Kirche viel Geld. Martin Luther erkannte, was für Geschäfte die Kirche mit diesem Ablasshandel machte. Er ärgerte sich fürchterlich darüber und auch andere Missstände innerhalb der Kirche ärgerten ihn sehr. Da die Leute oft nicht lesen konnten und es die Bibel in dieser Zeit nur auf Latein gab, konnte die Kirche den Menschen erzählen was sie wollte, da die Menschen nicht nachlesen konnten, ob das Gesagte wirklich in der Bibel steht. So kam es, dass er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Wittenberger Kirchentür anschlug.

Der damals katholischen Kirche passte dies natürlich überhaupt nicht. Deshalb wurde Luther vor den Reichstag in Worms gestellt. Dort sollte er seinen Thesen widersprechen. Doch Luther tat dies nicht, sondern sagte den berühmten Satz: „Hier stehe ich und kann nicht anders.“ Danach wurde er für vogelfrei erklärt, das heißt, jeder konnte ihn umbringen, ohne dafür bestraft zu werden. Ein Freund von Luther entführte ihn daraufhin und brachte ihn auf die Wartburg, wo er in Sicherheit war. Dort begann Luther die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche zu übersetzen, und zwar in einer solchen Sprache, dass sie jeder, also auch die einfachen Leute, verstanden. Noch heute gibt es die Lutherbibel, und sie hat keinesfalls an Bedeutung verloren.

Treffpunkt

Aktionen

Die Aktionen beziehen sich überwiegend auf den Thesenanschlag.

Papierschöpfen

Die Kinder können bei dieser Aktion ihr eigens Papier herstellen. Unter folgendem Link findet sich eine gute Anleitung: http://www.geo.de/GEOlino/kreativ/basteln/basteltipp-papier-selber-machen-68859.html

Wenn man Papierschöpfen als einen kleinen Teil der Gruppenstunde machen will, dann sollte man das angesetzte Papier und den Rahmen schon im Vorfeld vorbereiten, sodass die Kinder nur das Papier schöpfen und trocknen müssen. Man kann natürlich Papier schöpfen auch als ein Projekt über mehrere Wochen machen, also zunächst den Rahmen bauen usw.

Hammerspiele

Man benötigt einen Hammer und Nägel. Jedes Kind bekommt einen Nagel und hat die Aufgabe diesen, mit möglichst wenigen Schlägen, in einen Holzklotz zu schlagen.

Stempel

Bei dieser Aktion können die Kinder ein Blatt gestalten. Die Stempel können Motive oder auch Buchstaben sein. Man hat die Möglichkeit fertige Stempel zu verwenden, es ist aber auch schön, wenn die Jungscharler die Stempel selbst entwerfen. Für die Herstellung eines Stempels wird eine große, rohe Kartoffel quer halbiert wird. Nun kann ein Motiv, eine Form oder ein Buchstabe in die Kartoffel geschnitten werden. Danach wird der Stempel mit Farbe bestrichen und los geht’s.

Zeitungsbrief

Bei dieser Aktion können die Kinder aus vielen verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften Buchstaben und Wörter ausschneiden. Diese Buchstaben und Wörter werden aufgeklebt und ergeben eine Botschaft. Vielleicht kann die Botschaft auch als Brief verschickt werden. Dann sollte man aber darauf achten, dass der Brief nicht als „Erpresser- oder Drohbrief“ wahrgenommen wird, sondern er sollte eine gute, wertschätzende Botschaft enthalten, zum Beispiel Grüße aus der Jungschar.

Knackpunkt

Die Geschichte von Martin Luther wird von einem Mitarbeiter erzählt. Zur Veranschaulichung der einzelnen Lebensstationen, kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Man benötigt folgende Gegenstände: eine Playmobilfigur für Luther; Trommel o. Ä. für das Gewitter und seine Entscheidung, Mönch zu werden; ein Kreuz für sein Leben als Mönch; ein Herz für seine Entdeckung, dass Gott ein liebender und kein strafender Gott ist; ein Hammer für den Thesenanschlag; eine aufgemalte Sprechblase in der das Wort „Nein“ steht; eine (Luther)Bibel für seine Zeit auf der Wartburg.

Alternativ könnte sich ein Mitarbeiter verkleiden und die Geschichte aus Luthers Sicht erzählen.

Zum Einstieg werden die einzelnen Gegenstände in eine Tasche gepackt. Die Kinder dürfen nun nacheinander in die Tasche fassen und versuchen, einen Gegenstand zu erfühlen. Wurden alle Gegenstände erraten, beginnt der Mitarbeiter seine Erzählung. Er nimmt das Playmobilmännchen und erzählt:

Wir befinden uns im Jahr 1483. Am 10. November hörte man in einem Haus in der Stadt Eisleben ein Baby schreien. Es war gerade geboren worden. Das Kind war ein Junge. Seine Mutter Margarethe fragte ihren Mann Hans: „Wie wollen wir das Kind nennen?“ „Morgen werden wir ihn taufen lassen“ sagte Hans „und morgen ist der Tag des Heiligen Martin. Wir werden ihn deshalb Martin nennen.“ Diese Szene spielte sich so vielleicht im Haus der Familie Luther ab. Damals kannte Martin Luther noch niemand, aber irgendwann wurde dieser Mann bekannt. Er war so bekannt und wichtig, dass wir ihn noch heute, über 500 Jahre nach seiner Geburt, kennen. Wenige Zeit später zog die Familie Luther nach Mansfeld, weil Hans Luther dort als Bergmann arbeiten konnte. Sein Vater hatte hart gearbeitet, damit die Familie genügend Geld hatte und es ihnen gut ging. Martin sollte eines Tages studieren, damit es ihm und seiner Familie auch gut gehen würde.  Martin war ein guter Schüler. Deshalb wurde er auf Schulen in andere Städte geschickt. Das kostete viel Geld. Als Martin 18 Jahre alt war beendete er seine Schule. Sein Vater wollte, dass er Rechtsgelehrter, Jurist wurde und deshalb schickte er ihn auf die Universität, wo er Jura studierte. Das Studium schloss er mit dem Titel Magister ab. Sein Vater war sehr stolz auf ihn. Eines Nachts, als Martin auf dem Nachhauseweg war, zog plötzlich ein fürchterliches Gewitter auf.

Der Mitarbeiter legt die Trommel hin.

Das Gewitter war so schlimm, dass Martin dachte, er müsse jeden Moment sterben. Ganz in der Nähe von ihm schlug ein Blitz ein. Er war zu Tode erschrocken. Er schrie laut um Hilfe. Dabei machte er das, was viele Menschen damals taten. Er rief: „Hilf, heilige Anna!“ Anna war eine Heilige. Heilige waren Menschen, die schon gestorben waren. Zu ihren Lebzeiten waren sie sehr fromm gewesen, haben an Gott geglaubt und viele gute Dinge getan.  Man glaubte, dass sie nach dem Tode direkt zu Gott kommen und als „Heilige“ ganz nah bei ihm lebten.  Diese Heiligen bat man um Hilfe. Martin rief nicht nur um Hilfe, sondern schloss ein Gelübde an, also ein versprechen, was er einlösen wollte, wenn er aus dieser todesbedrohlichen Situation lebend herauskommen sollte. Er schrie: „Hilf, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“ Er hielt sein Versprechen Martin kam heil durch das Unwetter, hielt sein Wort und wurde Mönch. Seinem Vater passte das allerdings gar nicht. Doch Martin ließ sich nicht davon abbringen.

Das Kreuz wird hingelegt.

So lebte Martin einige Jahre im Kloster, doch so richtig glücklich war er nicht. Er versuchte, sehr ernsthaft für Gott zu leben. Er betete viel, las viel in der Bibel und verzichte auf Essen, er fastete also für Gott. Er versuchte alles zu tun, was Gott gefiel. Dabei war er aber am Verzweifeln, denn er merkte: Ich schaffe das nicht. Ich kann mich bemühen wie ich will, aber meine Sünde ist so groß. Ständig hatte er Angst, dass Gott ihn für all die Dinge, die er falsch machte, schrecklich bestrafen würde. Doch eines Tages, als er gerade wieder einmal in der Bibel las, erkannte er, dass Gott gar kein strafender, sondern ein liebender Gott ist. Denn Gott liebt seine Menschen und möchte, dass es ihnen gut geht. Die Kirche predigte zu dieser Zeit jedoch das genaue Gegenteil. Sie erzählte den Leuten, dass Gott sie für all ihre schlechten Taten in der Hölle (Fegefeuer) schmoren lassen würde. Um ihre Zeit in der Hölle zu verkürzen, konnten die Leute deshalb Ablassbriefe kaufen. Somit bekam die Kirche viel Geld. Martin erkannte, was für Geschäfte die Kirche machte. Er ärgerte sich fürchterlich darüber. Leider konnten viele Leute gar nicht lesen, sodass die Kirche den Menschen erzählen konnte, was sie wollte. Zudem gab es die Bibel zu dieser Zeit noch gar nicht in Deutsch, sondern meistens auf Latein. Martin ärgerte sich sehr darüber, dass die Kirche den Menschen so viele falsche Dinge erzählte, sodass er 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an die Kirchentür hämmerte.

Der Hammer wird hingelegt.

In diesen Thesen standen all die Dinge, über die sich Martin ärgerte und die nicht nach Gottes Willen waren. Die Kirche ärgerte sich natürlich fürchterlich darüber, sodass Martin vor ein Gericht musste – den Reichstag in Worms. Dort sollte er seinen Schriften widersprechen. Doch Martin Luther sagte: „Hier stehe ich und kann nicht anders“, denn Martin wusste, dass es richtig war, die falschen Lehren der Kirche aufzudecken und dies auch dem Volk mitzuteilen. Weil er seine Meinung nicht änderte wurde Martin Luther für vogelfrei erklärt, das heißt, jeder konnte ihn umbringen, ohne dafür bestraft zu werden. Ein Freund von Luther entführte ihn daraufhin und brachte ihn auf die Wartburg, wo er in Sicherheit war. Dort begann Martin Luther die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche zu übersetzen, und zwar in einer solchen Sprache, dass sie jeder, also auch die einfachen Leute, verstanden.

Eine Bibel wird hingelegt

Inzwischen gibt es viele andere Bibelübersetzungen, aber die von Martin Luther ist auch heut noch von großer Bedeutung.

Doppelpunkt

Clip

Als gute Zusammenfassung wird der sehr anschauliche Clip „Lutherfilm zur Church night“ (https://www.youtube.com/watch?v=B7hTlzrtVRY) gezeigt werden.

Alle Gegenstände, die in der Erzählung im Knackpunkt verwendet wurden liegen bereit. Es erfolgt eine Gesprächsrunde zur Wiederholung. Die Leitfrage ist dabei: Was bedeutete welcher Gegenstand? Die Gegenstände werden von den Kindern in die richtige Reihenfolge gebracht.

Nun schließt sich eine zweite Gesprächsrunde an. Dabei geht es schwerpunktmäßig um die Frage: Was hat dieser Gegenstand, bzw. das Ereignis bei Luther, welches mit dem Gegenstand verbunden ist, mit meinem Leben zu tun?

Zur Auflockerung werden zwischendurch mit einigen der Gegenstände noch Spiele durchgeführt.

Playmobilfigur und Trommel

Ein Kind verlässt den Raum. Im Raum wird die Playmobilfigur versteckt. Das Kind darf wieder in den Raum kommen und hat die Aufgabe die versteckte Figur zu finden. Ein Kind, welches die Trommel in der Hand hat, gibt ihm dabei Hilfestellung. Immer wenn es die Gewittertrommel leise schlägt, dann ist das suchende Kind weit weg von der versteckten Figur. Wenn es lauter trommelt kommt es näher zu der Figur. So führt die Trommel den Sucher zum Ziel.

Übertragung: Luther hat Gott gesucht und er kam zum Ziel. Dabei haben ihn verschiedene Ereignisse geholfen, zum Beispiel das Erlebnis mit dem Gewitter, aber besonders sein Lesen in der Bibel.

Hammer

Wir spielen Hammerwerfen. Es werden cirka sechs Zettel benötigt, auf denen Zahlen zwischen 1 und 95 stehen. Diese Zahlen stehen für die Thesen, die Luther an die Kirchentür geschlagen hat. Da das Spiel mit 95 Zettel zu lange dauern würde, sollte man exemplarisch eine Auswahl treffen, zum Beispiel 1; 25; 38; 57, 79; 95. Diese Zahlenkärtchen werden auf einer freien Fläche im Raum verteilt. Ein Spieler bekommt den Hammer und geht an einen Startpunkt. Von dort aus wirft er den Hammer auf die niedrigste Zahl, dann geht er dorthin und wirft ihn auf die nächsthöhere Zahl usw. dabei muss der Zettel mit der Zahl wirklich getroffen werden. Wenn das nicht der Fall ist, dann muss er einen neuen Versuch starten. Bei dem Hammerwurfparcours wird die Zeit gestoppt und dann darf der nächste Spieler den Hammer werfen. Wer die schnellste Zeit erreicht hat, hat das Spiel gewonnen.

Mit diesem Spiel wird noch einmal daran erinnert, dass Martin Luther 95 Thesen veröffentlicht hat.

Fragen

Ich finde Martin Luther sehr mutig, als er vor allen Leuten sagte: „Hier stehe ich und kann nicht anders“. Er ist zu Gott gestanden, obwohl alle anderen gegen ihn waren.

  • Kennst du das auch?
  • Hast du schon mal eine Situation erlebt, wo alle gegen dich wahren und du hast trotzdem zu Jesus gestanden?
  • Wenn ja, was haben die anderen dazu gesagt?
  • Was würdest du machen, wenn dich morgen jemand (z. B. in der Schule) fragen würde, ob du ein Freund von Jesus bist?

Schlusspunkt

Den Kindern wird Mut gemacht, wie Martin Luther zu ihrer Freundschaft zu Jesus zu stehen. Den Kindern könnte dafür als „Give away“ eine Playmobilfigur „Martin Luther“ mitgegeben werden. Diese kann sie an die Geschichte von Martin Luther erinnern.

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Kinder auf ihr selbst geschöpftes Papier einen Brief oder ein Bild malen zu lassen.

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach spitze

  • Nr. 4 Superstar
  • Nr. 27 Ich stehe fest auf dem Fels
  • Nr. 30 Ich bin ein Bibelentdecker

Promi-Suche in Palm Beach

In Palm Beach, Florida, ist die Promidichte sehr hoch. Sicher fallen den Jugendlichen so manche Promis ein, die entweder in Florida leben, oder die sich dort öfters von den Paparazzi ablichten lassen. Damit es nicht zu schwierig wird, soll es allerdings nicht nur um die Palm Beach-Promis gehen, sondern um Promis allgemein. Im Normalfall gibt es nicht DEN Promi, auf den alle Jugendlichen gleichermaßen abfahren. Deshalb gilt die erste Aktion dem Herausfinden, wer bei wem angesagt ist. Je nach Größe der Jugendgruppe werden die Jugendlichen nun in zwei oder mehr Gruppen eingeteilt (ca. 6–8 Personen pro Gruppe) und die Promi-Namen gesammelt. Dazu stehen A3-Blätter und Marker zur Verfügung. Schon während der Sammelphase ergeben sich hier sicherlich Gespräche, wer welchen Promi auch gut findet oder wer sich bei einem anderen Prominamen nicht so ganz anschließen kann. Die genannten Namen sollen nun in einer passenden Größe auf das Blatt geschrieben werden. Wird z. B. Sido vorgeschlagen, aber alle anderen finden ihn nicht so toll, wird Sido eher klein in eine Ecke des Blattes geschrieben. Sollte Ariana Grande von allen die Zustimmung erhalten, wird ihr Name ziemlich groß in die Mitte geschrieben. Johnny Depp bekommt die Hälfte aller Stimmen? Dann auch groß den Namen aufschreiben, aber natürlich nicht so groß wie Ariana Grande. In diesem Stil sammeln sich die Namen und parallel wird schon ein Gespräch in Gang kommen über die unterschiedlichen Meinungen zu den Promis. Am Ende werden die Ergebnisse in der Gesamtgruppe angeschaut und verglichen. Es gibt hier keine Punkte, da es hier ja eher um Geschmack als um Leistung geht.

Aufbrezeln wie in Palm Beach

Man stelle sich nun vor, das Gerücht würde umgehen, einer der besagten Promis käme nach Palm Beach und wir wären in Palm Beach. Das Gerücht hat wohl einen hohen Wahrheitsgehalt und der Promi kommt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in einer Stunde ungefähr in der Stadt an. Natürlich will man a) an vorderster Front dabei sein und sich das nicht entgehen lassen, b) dem Promi irgendwie auch einen würdigen Empfang bereiten, und c) dabei nicht allzu schlecht aussehen.
Aufgabe: 5 Minuten stehen zur Verfügung, um sich ein wenig im Palm-Beach-Style aufzubrezeln. Dazu stehen Bürsten, Kämme, Haargel und Kajalstifte sowie einige diverse Tücher/Schals und Loops zur Verfügung, mehr ist im Moment nicht drin. Daraus sollte das Beste gemacht werden. Aber auch aus den Klamotten, die die Jugendlichen tragen, kann man vielleicht noch mehr herausholen, um das Ganze etwas hipper und Palm-Beach-mäßiger aussehen zu lassen. In den Kleingruppen wird aufgebrezelt, und eine Jury aus den Gruppenmitarbeitenden kann dann auch bewerten, welche Kleingruppe das Aufbrezeln am besten in der kurzen Zeit geschafft hat.

Würdiger Empfang

Nach dem Aufbrezeln bleibt nicht mehr viel Zeit bis zur Ankunft des Promis, und man muss sich ja auch noch rechtzeitig aufmachen, um gute Plätze zu ergattern. Aber so ein bisschen würdiger Empfang in Palm Beach sollte ja auch sein. 10 Minuten stehen zur Verfügung, um aus dem bereitgelegten Material oder allem, was irgendwie greifbar ist, eine willkommen heißende Atmosphäre in Palm Beach zu schaffen. Ob Banner oder Fähnchen, ob Flashmob oder Gedicht, ob Schlachtruf oder Lied – Phantasie ist ausdrücklich erwünscht! Auch hier wird wieder in den Kleingruppen gearbeitet, auch hier bewertet die Jury wieder die Ergebnisse.

Sich nichts entgehen lassen

Nun ist schon viel Zeit vergangen und es geht darum, so schnell wie möglich einen möglichst guten Platz zu ergattern. Jede Kleingruppe erhält 2 Minuten Besprechungszeit und soll überlegen, auf welchem Weg der Promi wohl in den Ort kommt und wo man sich dann am besten postiert. Sind die 2 Minuten abgelaufen, findet ein Wettrennen statt vom Startort bis zu einem Platz, den die Jury festgelegt hat. Die Gruppe, die nach dem Startpf ff zuerst vollständig am Zielort angekommen ist, erhält die Punkte der Jury. Am Zielort darf dann auch jede Gruppe verkünden, wo sie den besten Platz sieht, um sich für einen Promibesuch zu positionieren und dies dann auch begründen. Für die Idee und die Begründung gibt es noch mal Punkte von der Jury.

Impuls: Der Promi-Besuch

Nicht nur heute gibt es Menschen, die bekannt sind und die man faszinierend findet. Auch schon vor 2000 Jahren war das so. Und so, wie auch heute die einen Leute einen bestimmten Promi total cool finden, haben andere etwas an ihm zu kritisieren oder sind einfach nur mäßig begeistert, weil er sie nicht interessiert, seine Art oder Ausstrahlung sie nicht berührt, andere aber schon. So war es auch mit Jesus. Es gab Menschen, die waren total fasziniert von seiner Art. Es gab andere, die erzählten sich begeistert von den Wundern weiter und verehrten ihn. Es gab Menschen, die hörten sich das alles kritisch an, bewegten die Worte aber in ihrem Herzen. Andere standen ihm total ablehnend gegenüber. Vielleicht weil viele Pharisäer und Schriftgelehrten vor ihm warnten oder weil er ihnen einfach so suspekt war. Es gab auch Personen, die redeten einfach so wie das Fähnchen im Wind über ihn. Je nachdem, mit wem sie grade zusammenstanden, mal so und mal so. In diese Situation hinein kam Jesus nach Jerusalem. Unglaublich viele Menschen waren zum Passahfest nach Jerusalem gekommen. Wem es möglich war, der kam zum Zeitpunkt des Passahfestes nach Jerusalem. Zum Tempel. Weil sie sich hier gemeinsam an die wunderbare Hilfe Gottes beim Auszug aus der Sklaverei aus Ägypten erinnern wollten. Weil sie besonders jetzt, unter der verhassten römischen Herrschaft, wieder auf eine Befreiung hofften. Dass Gott wieder einen Retter schickt, wie damals Mose. Viele glaubten fest daran, dass Gott nicht nur einen Propheten schicken würde, sondern den in den alten Schriften verheißenen Messias. Wenn dieser Jesus wirklich der Messias, der Retter, war, dann müsste man ihn empfangen wie einen König, wie den Retter, der von der römischen Herrschaft befreite, der von Gott geschickt wurde, der zeigte, wie nahe ihnen Gott war.Aber es gab auch andere, die sich genau darüber ärgerten. Vor allem unter den Pharisäern und Schriftgelehrten gab es viele, die waren sich ganz sicher: Erst, wenn alle Juden die Gesetze Gottes halten, dann kommt der Messias. Vorher nicht. Deshalb bemühten sie sich ja auch so sehr, Gottes Gesetze einzuhalten. Und sie erfanden viele weitere Gesetze um Gottes Gebote herum, um besser sicherzustellen, dass man das endlich schafft. Und Sie hofften so sehr darauf, dass die Juden sich so abmühten Gottes Gesetze einzuhalten, wie sie selbst das überzeugt taten. Aber dieser Aufrührer Jesus, der brach Gottes Gesetze. Zum Beispiel das Sabbatgebot. Er hatte nicht nur einmal an einem Sabbat einen Men-schen geheilt, obwohl er doch bis zum nächsten Werktag hätte warten können. Dieser Jesus scherte sich scheinbar nicht um Gottes Gebote. Er behauptete sogar dreist, der Mensch wäre Gott wichtiger als die Gebote. Und er behauptete wohl sogar, er sei Gottes Sohn. Das war Gotteslästerung in ihren Augen. Nicht, weil sie böse waren, sondern weil sie verletzt waren für ihren Gott, verletzt in ihrem festen Glauben. Manche Menschen waren auch wegen des Passahfestes in Jerusalem, weil hier der Tempel stand. Weil sie daran glaubten, dass Gott hier im Tempel besonders nahe war. Manche wollten ihrer Unzufriedenheit mit ihrem Leben, mit der politischen Situation, mit der Unterdrückung durch die Römer Ausdruck verleihen. Sie hofften, hier in der Hauptstadt Gleichgesinnte zu finden, mit denen man sich zusammen-schließen konnte, gegen die Römer aufbegehren. Manche sahen auch in Jesus den Anführer so einer aufständischen Gruppe, weil sie sich aus tiefstem Herzen von Gott wünschten, dass er sie auf diese Art befreien sollte.
Viele Menschen waren also in Jerusalem. Es war nicht einfach nur eine einheitliche Masse, sondern jeder hatte andere Erlebnisse, andere Erwartungen, andere Hoffnungen. In diesen aufgeheizten Kessel voll unterschiedlichster Menschen kam nun Jesus. Er kam mit seinen Jüngern in einem Vorort von Jerusalem an und ließ die Jünger dann einen Esel holen. Die Jünger warfen Mäntel über den Rücken des Esels, und Jesus setzte sich auf ihn und ritt hinein nach Jerusalem. Ob der Esel brav war oder ab und zu mal bockte, wie Esel das eben tun, steht nicht in der Bibel. Ob es zügig vonstattenging oder sich über eine sehr lange Zeit dahinzog, steht auch nicht drin. Die biblische Geschichte vom Einzug nach Jerusalem ist relativ kurz beschrieben.
Eine jüdische Bibelauslegung sagt, dass dieser Text mit Wörtern aus der Schrift wie schwarzes Feuer ist, das lodert. Aber dazwischen lodert auch das sogenannte weiße Feuer. Alles das, was nicht geschrieben dasteht, was aber die Menschen gedacht und gefühlt haben. Was geht denn diesen ganzen Menschen durch den Kopf, die da zum Straßenrand geeilt sind, um Jesus zu sehen und zu begrüßen? Die vielen einzelnen Menschen, mit je individuellen Geschichten, Gefühlen, Erlebnissen, Hoffnungen, Erwartungen, Gedanken. Was denken diese Menschen, was rufen sie?
Aufgabe: Jeder bekommt zwei Gedankenblasen und zwei Sprechblasen zum Ausfüllen. Wer möchte, bekommt auch mehr. Die Teilnehmenden sollen sich in die Menschen damals hineinversetzen. In wen können sie sich gut hineinfühlen? In die, die aufbegehren und ihr Schicksal aktiv in die Hand nehmen wollen? In die, die spüren, dass dieser Jesus mehr ist als ein Wunderheiler? In die, die in Jesus einfach den spannenden Promi sehen? In die, die sich über ihn aufregen? Was denken die Menschen heimlich, nur für sich? Und was sagen sie laut? Manche sind mutig, manche sind ängstlich, manche fragend, manche hoffend, manche freudig, manche unsicher. Die Teilnehmenden füllen ihre Sprechblasen aus und legen sie links und rechts von einer „freien Bahn“, die wie eine Straße wirken kann. Jeder liest seine Gedanken- und Sprechblasen vor, eine nach der anderen und legt sie hin. Dies wird nicht kommentiert, nur die Fülle an Gedanken und Kommentaren der Menschen damals steht im Raum. Dann wird an den Anfang der Straße ein skizzierter Esel mit Jesus gelegt. Aus Papier oder als Egli-Figur oder als Kerze usw.
Der Bibeltext aus Matthäus 21,1–11 wird nun vorgelesen und die Teilnehmenden sehen dabei ihre Sprech- und Gedankenblasen und am Beginn der Straße den symbolischen Jesus. So war das damals. Und heute? Es wird nun nichts aufgeschrieben und nicht darüber geredet, weil dies sehr persönlich ist. Wo stehe ich denn heute? Wie sehe ich heute, 2000 Jahre später, Jesus? Als jemanden, dem man ein Mal in der Woche im Teenkreis begegnet? Oder als jemanden, der mein Leben verändert hat und weiter verändern will? Oder als einen, bei dem ich noch nicht so recht weiß, was ich von ihm halten soll? Vielleicht als einen, den ich nicht so ganz verstehe? Oder sehe ich ihn als jemanden, an den ich große Erwartungen habe? Was für einen Jesus sehe ich dastehen, am Anfang der Straße? Wenn ich da heute stehen würde und er da käme? – Zeit lassen zum Nachdenken
Viele bunte Papierstreifen aus verschiedenfarbigem Tonpapier liegen bereit. Blau, Grün, Rot, Gelb, Weiß, Orange, Violett, Braun, Grau, Schwarz. Jeder darf sich drei farbige Streifen in den Farben holen, die für ihn die persönlichen Gefühle symbolisieren. Da keiner weiß, was man selbst mit den Farben verbindet, kann keiner wissen, was für den Einzelnen hinter der Farbbedeutung steckt. Für den einen heißt Rot: Vorsicht, würde ich mich nicht darauf einlassen, für den andern bedeutet es: meine tiefe Liebe zu ihm. Deshalb einfach drei Farbstreifen holen, in verschiedenen oder auch gleichen Farben. Dann wird der Bibeltext vorgelesen, diesmal aus Lukas 19,28–40, und jeder legt in diese Gasse zwischen den Sprech- und Gedankenblasen von damals die „farbigen Gefühls-Teppiche“ von heute. Nun liegt da ein bunter Flickenteppich auf der Straße, so wie damals ein bunter Flickenteppich aus Überkleidern und Mänteln lag.
Zum Abschluss wird Jesu Einzug in Jerusalem nach Johannes 12,12–19 vorgelesen. Je nachdem wie gut die Gruppe sich kennt, kann man dies nun so stehenlassen oder noch in einen offenen Austausch gehen. Anschließend gibt es eine stille Zeit zur persönlichen Reflexion. Zeit zum Nachdenken über den Text oder für ein stilles Gespräch mit Gott bzw. mit dem Jesus, der damals vor 2000 Jahren am Palmsonntag nach Jerusalem kam.

Das Fest

Damals wurde gefeiert. Laut und mit Musik, Getränken, Essen. Deshalb soll es nun auch festliche Getränke à la Palm Beach geben. Zutaten für Cocktails stehen bereit, evtl. auch Rezepte für Cocktails. Es kann entschieden werden, ob dies nun auch im Wettbewerb gegeneinander geschieht oder gemeinsam. Aus Palmsonntag damals kann so Palm Beach-Feeling heute werden. Wenn die Cocktails fertig sind, kann man sie genießen, zusammensitzen und natürlich auch noch passende Lieder singen – vor allem die, in denen Jesus als König bezeichnet wird, passen hier besonders gut.

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