Psalm 23 – Outdoor-Parcours

Psalm 23 mit ganzem Körpereinsatz erfahren – und das auch noch im Wettbewerb

Der wohl bekannteste Psalm ist der Psalm 23. Er wird im Konfirmandenunterricht noch auswendig gelernt. In diesem Outdoor-Parcours wird er – in einzelne Fragmente unterteilt – Stück für Stück erlebt und auf unterschiedlichste sportliche und kreative Weise an einzelnen Stationen umgesetzt.

Vorbereitung

Die Stationen: Es gibt 11 Stationen, an jeder Station treten zwei Teams gegeneinander an; möglich wären als Mindestmenge 2 Teams à 4 Personen, die zusammen von Station zu Station gehen; bei Höchstmenge der Teilnehmenden starten gleichzeitig an allen Stationen zwei Teams à 5–7 Personen. Die Teams sollten einigermaßen gleichzeitig zur nächsten Station in einem Rundlauf weitergehen. Da die Stationen unterschiedlich viel Zeit erfordern, gibt es auch immer wieder „Chill-Zeiten“.

1. Der Herr ist mein Hirte: Schafparcours – Die Schafe hören meine Stimme

Wenn Gott der Hirte ist, dann sind wir die Schafe. Schafe sehen relativ schlecht, haben aber ein sehr gutes Gehör. Sie können ihre Ohren quasi wie Radarschirme in alle Richtungen drehen. Das können wir nicht, trotzdem soll jetzt das Gehör herausgefordert werden.

Aufgabe

Jedes Team teilt sich auf. Drei Personen werden zu Hirten, alle anderen sind Schafe und bekommen die Augen verbunden. Die Schafe werden gedreht, so dass sie den Richtungssinn verlieren. Die Hirten stellen sich an der Spielfläche auf. Ein Hirte im Zielbereich, einer an der Strecke, einer im Startbereich. Das Ganze natürlich pro Team, d. h. es sind relativ viele Schafe im Spielfeld und sechs Hirten stehen außen rum. Die Spielfläche selbst ist mit Hindernissen bestückt. Im Zielbereich ist durch eine Bierbank oder ähnliches eine Art Eingang in einen abgegrenzten Gatterbereich aufgestellt, so dass das Reinlaufen in dieses Gatter nicht ganz so einfach ist. Aufgabe ist nun, dass die drei Hirten ihre Schafe von dem Startbereich in den Zielbereich bringen müssen. Die Schafherde, die zuerst komplett im Ziel ist, hat gewonnen – was nicht so einfach ist, da man seine Ohren auf die eigenen Hirten ausrichten muss, um zügig ins Ziel zu kommen.

Die Regeln für die Hirten

Solange sich die Schafe im Startbereich befinden, dürfen nur der Zielbereich-Hirte und der Mittelfeld-Hirte ihren Schafen Anweisungen zurufen. Der Startbereich-Hirte muss schweigen. Die beiden rufenden Hirten dürfen sich nicht absprechen, was oder wie sie rufen, so dass es auch immer wieder schwierig sein wird die richtigen Anweisungen herauszuhören. Außerdem sind ja auch noch die „falschen Hirten“ der anderen Schafherde zu hören. Die Hirten dürfen richtungsweisende Anweisungen geben, wie z. B. zwei Schritte vor, langsam, 90 Grad-Drehung und die Namen der Schafe rufen. Erlaubt ist den Hirten allerdings auch, dass sie zusätzlich falsche Anweisungen rufen, um die anderen Schafe irre zu führen. Die Schafe müssen sich also ganz auf die Stimme ihres Hirten konzentrieren und die Hirten sollten aufpassen, dass sie ihre eigenen Schafe im Blick behalten. Sobald sich mindestens ein eigenes Schaf im Mittelbereich befindet, darf auch der Startbereich-Hirte Anweisungen geben. Wenn sich das erste eigene Schaf im Zielbereich befindet, muss der Zielhirte schweigen. Das Schaftreiben ist vorbei, sobald die erste Herde vollständig im Gatter ist.

Alternative oder Zusatzspiel

Gleiche Regeln wie oben, aber die Hirten dürfen keine „menschliche Sprache / Worte“ verwenden, sondern müssen sich andere Zeichen überlegen, die sie mit ihren Schafen absprechen dürfen. Zum Beispiel: Husten = einen Schritt vor, Jodeln = einen Schritt nach rechts. Es gibt keinerlei Vorgaben. Die Teams müssen selbst überlegen, welche Zeichen sie wirklich brauchen. Das andere Team läuft auch parallel mit, aber es gibt nur noch einen einzigen Hirten pro Team. Dieser muss immer am Spielfeldrand bleiben. Jedes Schaf läuft einzeln. Sobald ein Schaf das Ziel erreicht hat, darf das nächste Schaf starten.

Tipp: Das Spielfeld nicht zu groß anlegen, es ist auch so schon verwirrend und schwierig genug.

2. Mir wird nichts mangeln: Gräser- und Blumenvielfalt entdecken

Es gibt keinen Mangel. Wenn man sich auf einer Wiese umschaut, so ist hier tatsächlich kein Mangel an bunter Vielfalt von Gräsern und Blumen zu entdecken.

Aufgabe

Jedes Team soll so schnell wie möglich fünf verschiedene Gräser und zehn verschiedene Blumen pflücken – jeweils in zweifacher Ausfertigung.

Hinweis: Je nach Austragungsort kann die Menge der Gräser und Blumen und auch die Anzahl der Ausfertigung angepasst werden -> wird nur an einem Grünstreifen in der Innenstadt gespielt, ist die Artenvielfalt sicher deutlich reduziert gegenüber einer Wiese am Dorfrand.

Regeln

Die Teilnehmenden dürfen nicht gleichzeitig ausschwärmen und immer nur einen einzelnen Halm oder eine einzelne Blume besorgen. Dies bedeutet, dass in einer Art Staffellauf der Erste losrennt, einen Grashalm oder eine Blume besorgt, sie im Zielbereich bei seinem Team ablegt und den Zweiten abschlägt. Gewonnen hat das Team, das zuerst die geforderte Anzahl von Grashalmen und Blumen ausgelegt hat. Sinnvoll sind an dieser Station zwei Mitarbeitende. Dann kann sich je ein Mitarbeitender ganz auf die Beobachtung des ihm zugeteilten Teams konzentrieren.

3. Er weidet mich auf einer grünen Aue: Bastelstation Schaf

Gott als der gute Hirte weidet uns auf einer grünen Aue. Dies steht für den Ort, an dem es uns gut geht und wir das haben, was wir brauchen. Jesus hat mit einem Gleichnis erklärt, dass er so ist wie der gute Hirte, der jedes einzelne Schaf kennt. Jeder Teilnehmende gestaltet mit dem vorhandenen Material ein Schaf. Da wir sehr unterschiedlich sind, dürfen auch die Schafe unterschiedlich groß sein und aus unterschiedlichem Material bestehen.

Aufgabe

Jeder Teilnehmende darf hier kreativ werden und sein persönliches Schaf gestalten (Obergrenze der Schafgröße: 15 x 15 cm -> an Keilrahmen- und Gesamtgruppengröße ggf. anpassen). Auf den vorbereiteten grünen „Auen-Keilrahmen“ schreibt jeder ein Wort als „Grashalm“ oder „Blume“, was ihn an seine persönliche Aue erinnert, die Gott für ihn geschaffen hat, ein Wort stellvertretend für all das, was Gott uns Gutes zum Leben schenkt – Notwendiges, Überflüssiges. Anschließend klebt jeder sein persönliches Schaf irgendwo auf den Keilrahmen.

4. Er führet mich zum frischen Wasser: Trinkstation im Überfluss

Idealerweise ist diese Station an einem Bach oder einem Brunnen, um optisch den Sinn dieses Psalm-Satzes zu unterstreichen.

Der gute Hirte versorgt seine Schafe mit allem was sie brauchen. Frisches Wasser ist lebensnotwendig und erfrischt, gibt Kraft. Alle dürfen sich an dieser Stelle einfach mit klarem Wasser erfrischen und nehmen, so viel sie wollen. (>> Material 4)

5. Er erquicket meine Seele: Erquickungsbild gestalten

„Erquicken“ ist ja schon ein seltsames Wort.

Aufgabe

Jedes Team soll das Wort „erquicken“ durch ein Wort oder eine Umschreibung ersetzen und auf ein Kärtchen notieren – ohne bei den anderen oder auf der Leinwand abzuschauen. Unbewusste Doppelungen (z. B., weil jemand auf die gleiche Idee kommt wie das vorherige Team) sind erlaubt. Anschließend überlegt sich jeder Mitspielende eine Situation/Lebensphase, in welcher Gott ihn erquickt hat oder durch die er immer wieder „Erquickung“ erlebt. Dies malt dann jeder an eine Stelle auf der bereitstehenden Leinwand – ob ganz konkret oder abstrakt mit Formen und Farben, das bleibt jedem überlassen.

Hinweis: Es nehmen XX Teams an dem Spiel teil. Entsprechend auf die Größe des Kunstwerks achten und es in einem solchen Umfang halten, dass jedes Team Platz für ihre „Erquickung“ auf dem gemeinsamen Kunstwerk hat.

Hinweis: Bei wenigen Mitspielern macht jeder Teilnehmende die Aufgabe für sich allein. Bei einer sehr großen Gesamtgruppe überlegt sich jedes Team einen Begriff und gestaltet anschließend nur 1–2 Bilder auf der Leinwand.

Wenn alle Gruppen ihren Beitrag auf die Leinwand gemalt haben, klebt der Stationsmitarbeitende die Begriffskärtchen auf oder um die Leinwand.

6. Er führet mich auf rechter Straße – Geo-Caching

Einen bekannten Weg entlanglaufen ist keine Kunst. Einen unbekannten Weg zu gehen erfordert Mut. Wie gut zu wissen, dass ich Gott immer an meiner Seite habe. Auch wenn er nicht unbedingt die exakten Koordinaten für den „richtigen“ Weg durchgibt – er hat zugesichert, dass er jeden Weg mitgeht.

Aufgabe

Die beiden Teams bekommen die Koordinaten und ein Geo-Caching-Gerät, suchen damit den „rechten Weg“ zu einem Versteck, an dem ein Lösungswort hinterlegt ist. Das Team, das zuerst wieder an diese Station zurückgerannt ist und das richtige Lösungsmotto nennen kann, hat die Runde gewonnen. Lösungswort: „Die rechte Straße, die Gott mich führt!“

7. Um seines Namens willen: Gottesnamen-Wettbewerb

Gott hat viele Namen. Einen ganz wichtigen Namen hat Gott Mose am Dornbusch gesagt: „Ich bin der ich bin“ oder auch: Ich bin der „Ich bin da“, oder „Ich bin für dich da“. Gottes Name ist Programm!

Aufgabe

Im Team weitere Namen für Gott finden. Drei Namen, die ihn mit einem Adjektiv und Nomen beschreiben, wie z. B. „Der gute Hirte“, „Das helle Licht“, „Die helfende Hand“… Außerdem zwei weitere Namen, die Gott in dem Namen ausführlich umschreiben, wie z. B. „Der-nie-von-deiner-Seite-weicht“ (ähnlich wie manche Indianernamen). Für jeden Namen wird ein extra Kärtchen verwendet. An dieser Station darf ohne Zeitdruck und Konkurrenz gearbeitet werden. Diese Kärtchen werden auf den Hirten geklebt. Am Ende wird der Hirte auf oder neben die Leinwand mit den Schafen (von Station 3) angebracht.

8. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück: Wettlauf blinder Schafe, die durch die Finsternis geführt werden

Aufgabe

Pro Team gibt es hier einen Hirten und die Schafe. Die „Schafe“ stellen sich an der Startlinie jeweils in ihrer Gruppe hintereinander auf. Jeweils das erste Schaf bekommt die Augen verbunden und wird von seinem „Teamhirten“ möglichst schnell über die markierte Ziellinie gebracht. Dort wird die Augenbinde abgenommen, der Hirte rennt zurück und verbindet (unter Beobachtung eines Mitarbeitenden) dem nächsten Schaf die Augen. Die Schafherde, die zuerst von ihrem Hirten komplett ins sichere Ziel geführt wurde, hat gewonnen. Stürzt ein Schaf oder wird nach Ansicht des Mitarbeitenden nicht liebevoll genug behandelt, müssen Hirte und Schaf wieder von neuem an der Startlinie beginnen -> es lohnt sich also, das Schaf liebevoll und sicher zu führen, als zu hetzen und das blinde Schaf in Gefahr zu bringen.

9. Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich: Massagestation

Es liegen diverse Rundstäbe bereit, mit denen die Teilnehmenden sich untereinander den Rücken und Schulterbereich massieren dürfen. Massagezeit die jedem Teilnehmenden zusteht: mindestens 2–3 Minuten. Wird jemand grob behandelt innerhalb der eigenen Gruppe und die Trost- und Massagestation missbraucht, so notiert dies der Mitarbeitende als Minuspunkt für den Punktestand.

10. Du bereitest vor mir einen Tisch, im Angesicht meiner Feinde: Stärkung mit Obst und Süßigkeiten

Einträchtig sitzen die beiden gegnerischen Teams um einen Tisch und bedienen sich an Obst und Süßigkeiten zur Stärkung.

11. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein: Salböl-Auffüll-Staffellauf

Aufgabe

Die beiden Teams starten wieder gegeneinander in einem Staffellauf. Alle sind Hirten, denen das wertvolle Salböl ausgegangen ist, mit dem sie ihre Schafe pflegen und ihnen abends die Wunden pflegen.

Pro Team rennen die ersten Jugendlichen mit einem „Salbölkrug“ los und schöpfen in einem großen Behälter Wasser (= Salböl). Sie rennen weiter zu einem Eimer, leeren dort ihren Krug aus und bringen den leeren Krug zum bereitstehenden zweiten Teammitglied. Das Team, das als erstes den Eimer zum Überlaufen bringt bzw. eine bestimmte Marke erreicht hat, hat gewonnen.

12. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar

Singen und Andacht

Wenn alle Teams die ganzen Stationen absolviert haben, trifft man sich auf einer Lichtung und legt die Kunstwerke in die Mitte. Das Gewinnerteam wird ermittelt, indem die Mitarbeitenden ihre notierten Ergebnisse zusammentragen. Wichtiger als der Sieg ist, dass sich alle gewiss sein dürfen, zu dem besten aller Hirten zu gehören. Gemeinsam wird Psalm 23 gesprochen und dazu passende Lieder ausgewählt. Es werden die Reste gegessen und die entstandenen Kunstwerke bewundert.

Anregung: Ein gemeinsames Essen mit Baguettes, Schafskäse und/oder griechischem Salat mit Schafskäse.

Diese Themenreihe enthält alle Einheiten zum Thema Reformation aus dem JUMAT-Jahrgang 2017. Zwei Einheiten beschäftigen sich mit Martin Luther und seinem Freund Lucas Cranach. Vier Einheiten haben die vier Sola der Reformation als Schwerpunkt und zwei weitere Einheiten beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Reformation bis heute.

Ein Teil der Einheiten ist nach folgendem Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Die anderen Einheiten haben folgenden Aufbau: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Außerdem enthält die Themenreihe einen passenden Entwurf für einen Familiengottesdienst und zwei Geländespiele.

Zielgedanke

Die Kinder lernen, dass Martin Luther Freunde brauchte und hatte, die mit ihm zusammen die Reformation förderten – jeder nach seiner Begabung.

Merkvers

Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe! 1. Petrus 4,10

Situation der Jungscharler

Durch die Person von Lucas Cranach kann man den Jungscharlern sehr gut deutlich machen, wie man durch seine Begabung die Sache Jesu unterstützen bzw. voranbringen kann.

Wenn jeder seine Begabungen einbringt, kann Jesus etwas Großes daraus machen. Die Jungscharler werden ihre eigenen Begabungen noch nicht genau kennen. Das zeigt sich ja oft erst später. Aber wir können sie motivieren, zu überlegen, wie sie kreativ etwas für Jesus machen können.

Dabei ist es wichtig, dass sie sich als Team verstehen: Niemand kann alles allein bewältigen. Wir brauchen einander. Im Grunde ist das genau der Gedanke von Gemeinde: Jesus hat uns zusammengestellt, damit wir gemeinsam für ihn leben und dabei für ihn aktiv sind. Wenn jemand eine richtig gute Idee hat, braucht er auch andere, um diese Idee umzusetzen.

Erklärungen zum Text und zum Thema

1. Petrus 4,10

Was in der Guten-Nachricht-Übertragung mit Fähigkeiten genannt wird, sind geistliche Gaben. Jeder aus der Gemeinde wird von Gott mit solchen Gaben beschenkt. Nun gilt es, sie für andere einzusetzen. Jeder Christ hat dabei Christus als Vorbild: Christus kam als Diener zu uns Menschen. Seine Demut (Mut zum Dienen) brachte uns das Heil. Wenn Menschen einander dienen mit den Gaben, die Gott ihnen geschenkt hat, geben sie so Gottes Liebeserweise weiter.

Natürliche Gaben können und sollen auch als Gabe Gottes für den Nächsten und zur Ehre Gottes eingesetzt werden.

Lucas Cranach der Ältere

Geb. 1472 in Kronach (davon leitet sich der Name Cranach ab), gest. 16. Oktober 1553 in Weimar

1505 wird er von Friedrich dem Weisen als Hofmaler nach Wittenberg gerufen. Dort lebte er bis 1550.

Cranach gilt als Maler der Reformation und war einer der bedeutendsten Maler und Grafiker der Renaissance.

In seiner Zeit in Wittenberg befreundete er sich mit Martin Luther und Philipp Melanchthon.

Seine Frau und er waren die Trauzeugen bei der Eheschließung von Martin Luther und Katharina von Bora. Er war auch Pate von Luthers ältestem Sohn Johannes.

Neben seiner Tätigkeit als Maler war er auch ein erfolgreicher Geschäftsmann. Ihm gehörte das repräsentativste Haus in Wittenberg. Er besaß eine Druckerei, eine Apotheke, war Verleger, Papier- und Buchhändler und galt als angesehenes Mitglied des Stadtrats in Wittenberg. Dreimal wurde er als Bürgermeister gewählt.

In seiner gut organisierten Werkstatt waren zahlreiche Lehrlinge und Gesellen beschäftigt. Wurden Portraits angefertigt, behielt man ein Muster zurück. Wurde derselbe Mensch später noch einmal portraitiert, hatte man dafür schon eine Vorlage. Ca. 5000 Gemälde werden ihm und seiner Werkstatt zugeschrieben.

Er sympathisierte mit der Reformation. So wurden in seiner Druckerei die 95 Thesen gedruckt und er verlegte Luthers Übersetzung des NTs (3000 Exemplare).

Mit seinen Grafiken illustrierte er reformatorische Schriften. Damit trug er zur Verbreitung der Reformation bei. Gleichzeitig war er aber eben auch Geschäftsmann und malte auch für katholische Auftraggeber Bilder.

Auf sein Grabstein wird er als „schnellster Maler“ bezeichnet.

Als „Reformationsaltar“ gilt das Altarbild in der Wittenberger Stadtkirche. Sehr bekannt ist die Pedrella, auf der der predigende Luther zu sehen ist, der auf den Gekreuzigten weist.

Ebenso bekannt sind etliche Portraits von Luther, seiner Frau, seinen Eltern und Philipp Melanchthon.

Treffpunkt  

Es geht alles um Bilder und um das Malen.

Spiele

Montagsmaler

Ein Kind denkt sich einen Begriff aus und malt ihn auf. Wer ihn zuerst rät, bekommt einen Punkt und darf als nächstes malen.

Montagsmaler in Variation: Schnellmalen

Es werden zwei Gruppen gebildet. Jede Gruppe bekommt die gleichen Begriffe. Ein Kind malt ihn auf, wenn die anderen Kinder ihn erraten haben, ist der Nächste dran. Welche Gruppe ist zuerst fertig?

Bild auf Staffelei

Wenn man die Möglichkeit hat, kann man ein richtiges Gemälde mit den Kindern zusammen malen: Benötigt werden eine große Staffelei, eine blanko Leinwandbild und Acrylfarben.

Ein Kind malt ein Muster seiner Wahl (einen Strich, einen Punkt usw.). Dann malt ein anderes Kind weiter. Es geht darum, ein Jungschar-Gemälde zu malen. Es darf ruhig abstrakt sein.

Selbstporträt

Jedes Kind malt ein Selbstporträt. Das ist ja nicht so schwierig. Nur sollen sie dabei ihre Augen geschlossen halten! Was für Material man nimmt, spielt keine Rolle. Der Spaß ist das Entscheidende!

Porträtfotos

Die Kinder können von sich Selbstportraits machen. Vielleicht habt ihr noch eine Verkleidungskiste oder andere Utensilien, die sie dabei unterstützen.

Bilderrahmen

Kauft günstige Rohholzbilderrahmen (IKEA). Die Jungscharler können sie nach Herzenslust bemalen, bekleben, Muster hineinbrennen …

Knackpunkt

Der Knackpunkt ist eine Mischung aus Anspiel, Erzählung und Bildpräsentation.

Wer nicht genügend Mitarbeitende hat, kann die Anspiele auch erzählen.

Die benötigten Bilder kann man sich aus dem Internet runterladen. Entweder zeigt man sie in ausgedruckter Form oder per Beamer.

Die Szenen spielen in der Malerwerkstatt von Lucas Cranach.

Spieler: Lucas Cranach der Ältere (LC) mit Bart und Pinseln in der Hand; Martin Luther (ML) mit Barrett und schwarzem Umhang

Wir schreiben das Jahr 1517 n.Chr. Ganz Deutschland ist in Aufruhr. Ganz Deutschland? Nein! In einem Haus in Wittenberg herrscht Ruhe. In der Malerwerkstatt von Lucas Cranach dem Älteren ist es still. Aber diese Ruhe täuscht: Zwar ist es still, aber es ist sehr betriebsam.

Lucas Cranach der Ältere war einer der bekannten Maler. Schließlich hatte Friedrich der Weise ihn extra nach Wittenberg als Hofmaler geholt. Aber Cranach war auch Geschäftsmann. Seine Geschäfte gingen gut. Er besaß das beste und größte Haus in ganz Wittenberg.

Und er war nicht nur Maler: Bei ihm konnte man Papier kaufen. Wer ein Buch herausbringen wollte, konnte es bei ihm drucken lassen. Zusätzlich war auch noch eine Apotheke in seinem Haus. Lucas Cranach war in Wittenberg ein angesehener Mann.

Weil Cranach ein guter Geschäftsmann war, hatte er in seiner Malerwerkstatt auch etliche Malerlehrlinge und Malergesellen. Er brachte ihnen bei, wie sie malen sollten, dass man später kaum seine Bilder und die seiner Mitarbeiter unterscheiden konnte.

Cranachs Spezialität waren Portraits. Und dafür hatte er sich einen Trick in Italien abgeschaut. Kam ein Kunde zu ihm, der ein Portrait haben wollte, wurde es natürlich gemalt. Aber gleichzeitig behielt man ein Muster zurück. Kam dieser Kunde ein paar Jahre später wieder in die Werkstatt, um ein Portrait zu bestellen, hatte man schon eine gute Vorlage. Jetzt musste man nur das Bild der neuen Frisur und dem neuen Bart anpassen. Das ging alles total schnell und Cranach war als der schnellste Maler bekannt. Gerade stand er an seiner Staffelei und malte ein Selbstportrait (https://de.wikipedia.org/wiki/Lucas_Cranach_der_%C3%84ltere#/media/File:Lucas_Cranach_d._%C3%84._063.jpg).

Da klopfte es an der Tür.

LC: Herein, wenn’s kein Schneider ist.

ML: (Die Tür geht auf.) Nein, ein Schneider bin ich nicht. Nur ein kleiner angefochtener Theologieprofessor.

LC: Ach, Martin, du bist es. Herein mit dir. Nein, du bist kein kleiner Theologieprofessor, du bist ein großer Reformator.

ML: Mein Freund, vielen Dank für deine Ermutigung. Übrigens, viele Grüße von meinem   Ältesten.

LC: Vielen Dank! Wie geht es denn meinem Patenjungen Johannes?

ML: Danke, soweit ganz gut. Er will wissen, ob er wieder einige der leckeren Lakritzpastillen aus deiner Apotheke bekommt.

LC: Ja, nimm ihm gern einige mit. Und den anderen deiner Rasselbande auch. Aber bestimmt kommst du nicht wegen der Naschereien?

ML: Nein, deshalb komme ich nicht. Ich bitte dich, dass du Porträts von unserer Familie malst: Von meiner Frau Katharina von meinem Vater Hans Luther, von meiner Mutter Magarethe Luther und von mir. (Diese Bilder findet man ebenfalls in dem oben angegebene Wikipediaartikel zu Lucas Cranach.)

LC: Was, mehr Wünsche hast du nicht?

ML: Nein, im Augenblick nicht. Mich beschäftigen sonst eher andere Gedanken …

Ja, Martin Luther hatte viele Sorgen. Er hatte doch nur das auf Papier gebracht, was ihm Gott klar gemacht hatte: Dass es unnötig ist, Geld für einen Ablass auszugeben, damit man nicht so lange in die Hölle kommt. Dass allein Gottes Gnade genügt. Er hatte doch nur aufgeschrieben, dass Gottes Wort die einzig gültige Wahrheit ist. Jesus Christus ist der einzige Erlöser. Niemand sonst kann für uns bei Gott eintreten. Und er hatte erkannt, dass der Glaube allein genügt. Wir müssen uns nicht anstrengen, dass Gott uns liebt.

In 95 Thesen hatte er alle diese Dinge, die er erkannt hatte aufgeschrieben. Sein guter Freund Lucas Cranach hatte es in seiner Druckerei vervielfältigt. Und so war es in Windeseile überall bekannt geworden. Diese neuen Gedanken brachten eine Menge Unruhe in das Land. Aber er, Luther, hatte Freunde, die ihm treu zur Seite standen und halfen: Da war z.B. Philipp Melanchthon. Er hatte so gute Gedanken und konnte sehr gut erklären, was Luther meinte (https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Melanchthon).

Und natürlich sein Freund Lucas. Was hatte er nicht schon alles für ihn getan: Er hatte schon einige Bilder von ihm und anderen wichtigen Personen der Reformation gemalt. Und er hatte einige Bücher illustriert, die Martin geschrieben hat. So konnten die Menschen viel besser und schneller verstehen, was er meinte.

Einige Jahre später, nämlich 1522 arbeitete Lucas Cranach wieder in seiner Malerwerkstatt. Es klopfte.

LC: Herein spaziert. Und bitte gleich wieder die Tür schließen. Es zieht sonst zu sehr.

Martin Luther kommt als Junker Jörg herein.

LC: Sie wünschen bitte?

ML: Lucas, erkennst du mich nicht?

LC: Martin? Bist du das? Nein, ich habe dich wirklich nicht erkannt. Du siehst so anders aus. Das muss ich malen. Komm, setzt dich und erzähle. Ich mache inzwischen einige Skizzen.

ML: Ach, du nimmermüder Maler und Freund. Zurzeit bin ich inkognito als Junker Jörg. Deshalb sehe ich so anders aus (https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther).

Ich musste mich eine Weile versteckt halten, weil die Leute der Kirche und die Leute des Kaisers hinter mir her waren.

LC: Ja, ich weiß, du warst verbannt.

ML: Ich habe mich auf der Wartburg versteckt gehalten. Dort hatte ich endlich die Zeit das zu tun, was endlich getan werden musste: Ich habe das Neue Testament auf Deutsch übersetzt.

LC: Marin, du bist verrückt! Das hast du geschafft?

ML: Ja, hier ist es (holt ein Bündel Papier heraus).

LC: Martin, welche Kostbarkeit. Endlich können alle es in Deutsch lesen.

ML: Naja, eben noch nicht alle. Es müsste gedruckt und verbreitet werden. Aber ich kann das nicht.

LC: Das mache ich! Das ist mein Beitrag zu deinem großen Werk. Das Neue Testament müssen alle lesen können. Gib her, ich fange gleich an.

Und so kam es, dass Lucas Cranach als Maler der Reformation berühmt wurde. An vielen Stellen hat er mit seiner Begabung die Reformation gefördert.

Er malte aber nicht nur Reformationsbilder, sondern auch Bilder, die nicht zur Reformation gehörten. Er wollte eben auch Geld verdienen.

Ein ganz berühmtes Gemälde ist in der Stadtkirche von Wittenberg zu sehen: Martin Luther predigt und weist dabei auf den gekreuzigten Christus. Nichts anderes wollte Martin predigen und Lucas hat es gemalt.

Doppelpunkt

Lucas Cranach hat auf seine Weise die Reformation unterstützt. Er konnte eben sehr gut malen und mit Papier umgehen.

Letztlich hatte er nicht nur die Reformation unterstützt, sondern wollte, dass die Menschen Jesus richtig gut kennenlernen.

Was kannst du gut? – Die Jungscharler sammeln Ideen und sagen sich gegenseitig, was der oder die andere gut kann: Fotografieren, malen, Fußballspielen, Handwerken, mit dem Computer umgehen, …

Jeder schreibt drei seiner Begabungen auf.

Wie kannst du diese Begabungen so einsetzen, dass andere Menschen auf Jesus aufmerksam werden?

Jetzt wird überlegt, wie diese Begabungen für Jesus eingesetzt werden können. Das wird sicherlich manchmal schwierig sein. Aber wenn man sich bemüht, findet man Ideen.

Als Abschluss des Doppelpunktes führen wir eine Spieleinheit zu Lucas Cranach durch. Die Spiele werden immer von kleinen Teams gemeinsam durchgeführt. Man kann natürlich auch mit den Cranach-Spielen anfangen oder die vertiefende Einheit zwischen den Spielen gestalten.

Bilderrahmen bauen

Aus alten Dachlatten soll die Gruppe einen Bilderrahmen bauen. Die Größe wird vorher in cm angegeben.

Material: Dachlatten, Säge, Hammer, Nagel, Bleistift

Malen

Luther wird beim Thesenanschlag gemalt: Ein Kind steht Modell. Dann darf immer nur ein Kind in der Gruppe 10 Sekunden lang malen, dann ist das nächste Kind an der Reihe.

Lutherbild

Ein Lutherbild wird zerschnitten und soll so schnell wie möglich zusammengesetzt und aufgeklebt werden.

Verbreitung der Reformation

Cranach half, dass der Reformationsgedanke schnell verbreitet wurde.

In ca. 1 km entfernt vom Gemeindehaus hängt irgendwo ein Plakat. Welche Gruppe schafft es zuerst den Satz „Lukas Cranach ist der Maler der Reformation“ dort aufzuschreiben.

Drucken

Cranach hat die 95 Thesen gedruckt. Die Gruppen bekommen je eine Kartoffel, ein Küchenmesser, einen Farbkasten mit Wasser und Pinsel und einige Blätter Papier. Aufgabe: Sie sollen so schnell wie möglich aus der Kartoffel einen Stempel mit der Zahl 95 machen. Danach sollen sie so viele 95 wie möglich drucken. Für diese Aufgabe haben sie 5 Minuten Zeit.

Schlusspunkt

Wir machen Porträtaufnahmen von den Jungscharlern. Dabei halten sie ihre drei Begabungen auf den Zetteln hoch, damit man sie lesen kann.

Damals konnte man Bilder nur malen. Heute sind wir mit Fotos viel schneller und genauer. Die Bilder von uns hängen wir zur Erinnerung auf: Was kann ich für Jesus tun?

Die ausgedruckten Fotos werden auf ein Plakat mit folgender Überschrift geklebt: Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe!

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach spitze

  • Nr. 38 Alles, was ich hab
  • Nr. 43 Es geht um Jesus
  • Nr. 50 Hand in Hand

Dekoration

Der Raum wird als Malerwerkstatt gestaltet.

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