Paulus auf der Reise nach Rom

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in fünf Lektionen um die Reise von Paulus nach Rom:

Lektion 5 Apostelgeschichte 26,1-32 Paulus vor Agrippa

Lektion 6 Apostelgeschichte 27,1-12 Mit Gott im Herbststurm

Lektion 7 Apostelgeschichte 27,13-44 Schiffbruch und Rettung

Lektion 8 Apostelgeschichte 28,1-10 Paulus auf Malta

Lektion 9 Apostelgeschichte 28,17-31 Paulus in Rom

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Mit Gott bin ich im Vorteil, auch wenn’s stürmt.

Checker

Stürme gehören zum Leben dazu, auch wenn ich mit Jesus unterwegs bin.

Der Text an sich

Die Vorgeschichte

Paulus ist seit mehreren Jahren ein Gefangener. Bereits in Kapitel 21 wurde seine Verhaftung geschildert. Nun soll Paulus zusammen mit anderen Gefangenen von Israel nach Rom verlegt werden. Das geschieht, weil Paulus das selbst wollte. Als römischer Bürger hat er das Recht, dass sein Fall direkt vor dem Kaiser verhandelt wird. Dieses Recht will Paulus für sich in Anspruch nehmen. Hätte Paulus das nicht gemacht, hätte man ihn nun freigelassen (26,32). Doch Paulus wünscht sich, vor dem Kaiser von Jesus zu erzählen.

In unserem Text wird nun die Schiffsreise von Israel bis nach Kreta beschrieben. Paulus ist Teil einer Gruppe Gefangener, wird aber von zwei Freunden begleitet. Der eine ist Aristarch (27,2), der andere der Arzt Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte. Dass er mit an Bord ist, kann man an der Wir-Form erkennen (27,2).

Der für die Gefangenen zuständige römische Offizier heißt Julius. Er hilft Paulus und vertraut ihm. In Sidon erlaubt er ihm, dem Gefangenen, einen Landgang. Offenbar wusste Julius, dass Paulus kein Verbrecher war, sondern dass sein Fall mit Religion zusammenhing. Seine freundliche Haltung gegenüber Paulus wird auch später noch einmal deutlich (27,43).

Die Reise fand im Herbst statt. Die aufkommenden Herbststürme und die Suche nach einem sicheren Platz zum Überwintern zeigen das deutlich. Mit dem in Vers 9 angesprochenen Fasten ist vermutlich das jüdische Versöhnungsfest gemeint, das im September oder Oktober gefeiert wird.

Der Text für mich

Paulus ist für Jesus unterwegs. Er will dem römischen Kaiser das Evangelium erklären! Und dann bremst ihn das Wetter aus: Gegenwind. Der Kurs muss geändert werden, alles verzögert sich. Warum stillt Jesus bei dieser wichtigen Mission den Sturm nicht? Warum ist ihm Paulus ausgesetzt, wie alle Gottlosen um ihn herum?

Das Warum kann ich nicht beantworten. Ich kann nur die Wirklichkeit wahrnehmen. Auch als Mann Gottes und Mitarbeiter in der Jungschar, bin ich den Einflüssen meiner Umgebung ausgesetzt. Ich stehe auch im Stau, und die Corona-Einschränkungen haben um mich auch keinen Bogen gemacht.

Was macht dann den Unterschied ob ich glaube oder nicht? Gott ist dabei. Im Sturm, im Stau, in den Einschränkungen. „Und muss ich durch ein finsteres Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist an meiner Seite!“ (Psalm 23) Im Sturm stellt Gott Paulus Freunde an die Seite. Im Sturm schenkt er ihm einen wohlwollenden Offizier. Im Sturm lässt Gott Paulus irgendwie gelassen sein. Er gibt ihm sogar eine Botschaft für die anderen (27,10). Doch den Sturm stillt er nicht.

„Denn er lässt seine Sonne aufgehen über bösen und über guten Menschen. Und er lässt es regnen auf gerechte und auf ungerechte Menschen.“ Matthäus 5,45

Der Text für dich

Starter

Alle Kinder sind Stürmen ausgesetzt. Manche haben gesundheitliche Einschränkungen, es gibt Schwierigkeiten in der Familie, Probleme in der Schule, Krisen mit sich selbst und Streit mit Freunden. In ganz unterschiedlichem Ausmaß natürlich. Es gibt Kinder mit großen und andere mit scheinbar kleinen Problemen. Auch ist der Umgang mit diesen Herausforderungen von Kind zu Kind verschieden. Aber Stürme waren da, sind da und werden kommen. Der Text kann helfen, sich trotz Sturm auch auf die Suche nach Gutem im Leben zu machen.

Und durch seine Freundschaft mit Gott konnte Paulus sogar richtig gelassen bleiben.

Checker

Auch Kinder, die mit Jesus leben, werden Stürme erleben. Es kann sein, dass sie die Erfahrung machen, dass sie beten, aber der Sturm nicht besser wird. Vielleicht müssen sie sogar erfahren: ich bete und der Sturm wird noch schlimmer!

Der heutige Text ist in zwei Punkten hilfreich.

Erstens zeigt er: Stürme sind Teil meines Lebens. Auch wenn ich mit Jesus lebe. Und auch wenn Jesus Stürme stillen kann, stillt er nicht jeden.

Zweitens lädt er ein, zu entdecken: wo ist trotz Sturm Gutes in meinem Leben? Freunde, die zu mir stehen? Menschen, die mir helfen? …

Der Text erlebt

Aufbau und Setting

Der Raum wird in drei Bereiche aufgeteilt: Stuhlkreis, Platz, um symbolisch ein Schiff darzustellen (z. B. ausgebreitete Picknick-Decke), Platz für Spiele

Wir benutzen einen Beamer, um Dinge zu veranschaulichen. Alternativ können Ansichten ausgedruckt werden.

Vorbereitung

Es werden vier Schilder angefertigt, die unsere inhaltlichen Gliederungspunkte darstellen. Man kann sie am Computer vorbereiten und ausdrucken, oder einfach mit einem Edding auf Papier schreiben. Sie werden im Laufe der Geschichte mit Kreppband an die Wand gehängt und dienen der Erinnerung an die inhaltlichen Punkte.

  • Nicht allein! Gott schenkt Begleiter
  • Julius meint es gut! Unerwartete Helfer
  • Gegenwind – manchmal läuft es einfach nicht
  • Göttliche Warnung – auf wen soll ich hören?

Personenkärtchen anfertigen: Paulus, Lukas, Aristarch, Julius; je nach Gruppengröße weitere Gefangene, Seeleute, Soldaten

Folgendes sollte am PC im Vorfeld im Browser geöffnet sein, damit man es in der Gruppenstunde zur Verfügung hat:

Wenn man ohne Beamer und PC arbeitet, kann man die Bilder zu Hause ausdrucken und normale Bibeln verwenden. In vielen Bibeln findet man Landkarten vom Mittelmeerraum.

Es ist gut, sich im Vorfeld mit der Karte und den geografischen Orten etwas vertraut zu machen.

Die Hinführung „Handschelle“ ist auf jeden Fall der Einstieg in die Verkündigung.

Hinführung

Idee 1

Spiel „Gegenwind“

Zwei Spieler, zwei Papierschiffchen, zwei Pappendeckel, zwei Mitarbeiter mit jeweils einem Fön. Jeder Spieler muss ein Papierschiffchen mit einem Pappdeckel eine festgelegte Strecke weit ins Ziel wedeln. Es gibt aber auch Mitarbeiter, die stören, indem sie mit einem Fön versuchen das Papierschiffchen zurück zu blasen oder vom Kurs abzubringen.

Alternativ zu den fönenden Mitarbeitern könnte man den Spielern erlauben, sich gegenseitig die Schiffchen vom Kurs wegzuwehen.

Idee 2

„Handschellen“

Man legt Handschellen, eine Kette oder ein Seil in die Mitte (alternativ: ausgedruckte Handschellen). Dann stellt man Fragen: Was fällt euch dazu ein? Wer ist gefangen? Was war geschehen? Auf diese Weise wiederholt man die Geschichte der letzten Woche.

Verkündigung

Die Geschichte wird in 4 Abschnitten erzählt und durch Einbeziehen der Kinder miterlebt. In jeden Abschnitt ist eine kurze Anwendung integriert.

Abschnitt 1: Nicht allein!

Nach der Hinführung „Handschellen“ liest der Mitarbeiter die ersten beiden Verse (Apostelgeschichte 27,1-2) vor. Durch den Beamer haben alle Kinder den Bibeltext vor Augen. Der Mitarbeiter fragt: „Wer geht nun alles an Bord?“

Die Kinder nennen die Personen. Jedes Kind bekommt ein vorbereitetes Personenkärtchen mit Kreppband auf die Brust geklebt und darf das Schiff betreten. Das Schiff ist die ausgebreitete Picknick-Decke, die auf dem Boden liegt.

Optional: An dieser Stelle kann man das Spiel „Plankenlauf“ einbauen (siehe „Spielerisches“), in dem der Zugang zum „Schiff“ nur über so eine Planke erfolgt.

Ab jetzt sitzen die Kinder auf dem „Schiff“ auf dem Boden.

Nun zeigen wir per Beamer das Bild eines römischen Handelsschiffes.

Mitarbeiter: „Was mich beeindruckt, ist, dass Paulus auf diesem Schiff nicht allein war. Gott hat ihm Freunde an die Seite gestellt. Trotz all dem Mut, den Paulus hatte, er war ein Gefangener. Und Gott gibt ihm Freunde an die Seite! Freunde, die seinen Glauben teilen und es gut mit ihm meinen.“

Das Schild „Nicht allein! Gott schenkt Begleiter“ wird an die Wand geklebt.

Abschnitt 2: Unerwarteter Helfer

„Wer möchte weiterlesen?“ Ein Kind liest die Verse 3-6.

Mitarbeiter: „Der römische Offizier hat Paulus gemocht und ihm erlaubt, seine Freunde zu besuchen. Ich kann mir vorstellen, dass das Paulus sehr ermutigt hat. Von einer ganz unerwarteten Seite schenkt Gott ihm einen Helfer. Gott kennt die Situationen, in denen wir sind. Und überall kann er uns Helfer schicken. Gut, wenn man zu ihm gehört!“

Das Schild „Julius meint es gut! Unerwartete Helfer“ neben das erste Schild hängen.

Landkarte einblenden

„Wo sind wir eigentlich?!“ Die Orte Cäsarea, Sidon, Zypern und Myra zeigen.

Aktion: „Jetzt brauche ich einen Freiwilligen.“

Der Freiwillige wird in eine Decke gewickelt und mit einem Gürtel oder einem Seil zusammengebunden. Kopf und Füße gucken raus. Der Freiwillige liegt auf dem Boden. Auf der anderen Seite des Raumes liegen Schokobons. Er muss nun eingewickelt durch den Raum robben, um die Schokobons zu erreichen, die er dann essen darf. Dazu wird er befreit.

„So mühsam wie die Fortbewegung für dich war, ging es auch für Paulus weiter.“

Abschnitt 3: Gegenwind

„Wer will weiterlesen?“ Ein Kind liest Verse 7-8.

Auf Landkarte zeigen

Mitarbeiter: „Warum schenkt Gott keinen günstigen Wind? Paulus ist doch auf dem Weg zum Kaiser und will ihm von Jesus erzählen. Warum muss die Reise so mühsam sein?

Auch bei uns? Manche von uns leben mit Jesus – aber oft ist das Leben mühsam. Und Gott zeigt sich nicht. Warum ist das so?

Ich weiß nicht, warum es so ist, aber wir sehen in der Bibel, dass es bei Paulus auch solche Zeiten gab.“

Das Schild „Gegenwind – manchmal läuft es einfach nicht“ neben die beiden anderen hängen.

„Das ist der Hafen, wo sie dann angekommen sind: Kaloi Limenes“ (Bild im Browser zeigen)

Abschnitt 4: Warnung

„Wer liest weiter?“ Zwei Kinder lesen die restlichen vier Verse 9-12.

„Schauen wir mal, wie das Wetter auf Kreta heute ist!“ =>WetterApp

Mitarbeiter: „Mitten im Sturm spricht Gott wieder. Wie weiß ich nicht, aber Paulus sieht voraus, dass die Reise gefährlich werden wird. Die Leute reden dann und diskutieren und folgen dann nicht der Warnung des Paulus. Ist auch schwierig, auf wen soll man hören? Ich für mich sag mir, ich will auf Leute hören, die an Gott glauben und in der Bibel lesen. Denn so finde ich eher die Wahrheit als bei Menschen, die nicht an Gott glauben.“

Das Schild „Göttliche Warnung – auf wen soll ich hören?“ neben die anderen hängen.

„Hier endet die Geschichte für heute. Ob es ein Fehler war, nicht auf Paulus zu hören, erfahren wir nächste Woche.“

Die andere Idee 1

Die Geschichte spielen.

Je nach Anzahl der Kinder bildet man eine oder mehrere Gruppen. Sie kriegen die Aufgabe die Geschichte zu lesen und dann als kleines Theaterstück den anderen vorzuspielen. Wenn man möchte, kann man ihnen einige Requisiten zur Verfügung stellen, wie z. B. einen Strick zum Fesseln oder einen Besenstil als Speer für einen Legionär.

Die andere Idee 2

Wir bauen die Szenerie mit Lego oder Playmobil auf. An verschiedenen Orten im Raum sind die verschiedenen Häfen aufgebaut. In jedem Erzählabschnitt fährt das Schiff einen Hafen weiter.

Der Text gelebt

Wiederholung

Wir schauen uns noch einmal die aufgehängten Schilder an. Dabei versuchen wir uns zu erinnern, was da alles passiert ist.

  • Nicht allein! Gott schenkt Begleiter
  • Julius meint es gut! Unerwartete Helfer
  • Gegenwind – manchmal läuft es einfach nicht
  • Göttliche Warnung – auf wen soll ich hören?

Gespräch

Gott hat Paulus Begleiter geschenkt. Und in Julius einen unerwarteten Helfer. Habt ihr das auch schon einmal erlebt?

Habt ihr schon mal jemandem geholfen, der dann überrascht war?

Warnt uns Gott auch? Vor was?

Bei wem gab es schon mal Gegenwind im Leben? Wie sah der aus? Was habt ihr dann gemacht? Habt ihr irgendwann gemerkt, dass Gott doch da ist?

Wer hat schon einmal einen guten Rat bekommen? Welchen?

Wer hat einen schlechten bekommen? Was war das?

Habt ihr gleich erkannt, dass der Rat gut oder schlecht war?

Was hilft mir, zwischen guten und schlechten Ratschlägen zu unterscheiden?

Merkvers

Auch David hat erlebt, dass im Leben Stürme kommen können. Er nannte die Stürme „finstere Täler“. Ihm war wichtig, dass gerade auch im Sturm / Tal Gott einen nicht allein lässt. Psalm 23,4: „Und muss ich durch ein finsteres Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist an meiner Seite!“ Wir sagen den Vers mehrere Male laut gemeinsam auf.

Gebet

Danken trotz Stürmen. Wofür konnte Paulus trotz seiner Situation dankbar sein? Wofür können wir dankbar sein, auch wenn einem vielleicht der Wind ins Gesicht bläst? Wir schreiben die Ideen auf ein Plakat und wer möchte sagt es laut zu Gott.

Kreatives

Bastelt aus buntem A4-Papier Schiffchen. Lasst die Kinder eine Seite (!) der Schiffchen bemalen, mit Stickern verzieren oder anderweitig kreativ gestalten.

Klebt die Schiffchen auf ein blaues Papier oder eine blaue Pappe. Schreibt darüber einen passenden Satz wie: „Gott verhindert nicht den Sturm, aber er beschützt das Schiff“.

Entweder könnt ihr jedes Kind ein eigenes Meer mit Schiff gestalten lassen. Oder ihr gestaltet ein großes blaues Meer und jedes Kind darf sein Schiff (evtl. mit Namen) auf das Plakat kleben. Das Plakat kann dann im Jungscharraum aufgehängt werden.

Spielerisches

Plankenlauf

Ein langes Brett wird über zwei Stühle oder zwei Getränkekisten gelegt. Nun gilt es, darüber zu balancieren. Wer schafft es, wenn die Hände hinter dem Rücken sind? Wer schafft es mit verbunden Augen, wenn jemand ihn führt?

Legionärsblinzeln

Die Kinder bilden Paare und stellen sich im Kreis auf. Jeder hat seinen Partner vor sich. Die Kinder, die hinten stehen, sind die Legionäre, die vorne stehen, sind die Gefangenen. Die Legionäre haben die Hände auf dem Rücken. Ein Kind ist der Offizier Julius, es steht allein da. Es versucht einen Gefangenen zu befreien, indem es ihm zublinzelt. Bemerkt der Legionär, dass seinem Gefangenen zugeblinzelt wird, darf er seinen Gefangenen festhalten. Wird einem Gefangenen zugeblinzelt und er entkommt seinem Legionär, stellt er sich hinter Julius. Er ist nun Legionär, Julius ist nun ein Gefangener und der Legionär, dem sein Gefangener entkommen ist, steht nun allein da und ist der neue Julius.

Schiffchen ziehen

Zwei Papierschiffchen werden jeweils an einer etwa 5m langen Schnur befestigt. Das Ende der Schnur ist an einem Stock festgebunden. Zwei Spieler. Auf die Plätze fertig los! Wer hat seine Schnur als erstes aufgewickelt und damit sein Papierschiffchen zu sich hergezogen?

Raum überqueren

Zwei Wolldecken, zwei Spieler, zwei Paar Schuhe. Die Decke ist das Schiff, auf dem der Spieler sitzt. Über jede Hand zieht er einen Schuh. Wer durchquert den Raum als erstes? Körper und Füße müssen auf der Decke bleiben, nur mit den Schuhen auf den Händen darf ich mich vorwärts schieben.

Rätselhaftes

Wir haben eine ausgedruckte Landkarte ohne Ortsangaben. Auf kleinen Zetteln stehen die Ortsbezeichnungen, die in der Geschichte vorkommen. Z. B. Cäsarea, Syrien, Türkei, Griechenland, Kreta, Zypern, Myra, Guthafen, Phönix …

Welche Gruppe kann die Zettel richtig auf die Karte legen? Wer weiß noch, was wo passiert ist?

(T)Extras

Aktionen

„Warum ich trotz Gegenwind und Stürmen mit Jesus unterwegs bin!“ Ein Gast kommt und erzählt aus seinem Leben.

ür die 6- bis 12-Jährigen haben wir eine Freizeit zum Thema „Jakob – gesegnet, geflüchtet, versöhnt!“ entwickelt. Das Freizeitkonzept ist als flexibler, individuell anpassbarer Baukasten zu verstehen. Das heißt: Die Freizeit kann im Tagesablauf und der Freizeitlänge ganz den Gegebenheiten und Bedürfnissen vor Ort angepasst werden. Als Beispiel haben wir für euch ein 6-Tages-Programm konzipiert.

Die Jakobsgeschichte

Unter „Programmideen“ finden sich eine Einführung in die biblische Jakobsgeschichte mit Hintergrundwissen. Die biblische Geschichte haben wir über sechs Einheiten verteilt. Vier Geschichten sind als Anspiel ausgearbeitet, zwei als „Skechtboard-Geschichten“ (die Geschichte entsteht malerisch beim Erzählen auf einer großen Staffelei). Die Anspiele findet ihr schriftlich und als Filmaufnahmen vor. So könnt Ihr wählen, ob ihr die Anspiele selbst spielt oder einfach per Film abspielt. Die Sketchboardgeschichten sind ausschließlich Filmclips. Nach den jeweiligen Geschichten haben wir Vertiefungen ausgearbeitet für zwei Altersgruppen (6-10 Jahre; 11-13 Jahre). So kann mit den jeweiligen Zielgruppen altersentsprechend gearbeitet werden.

Jede Jakobgeschichte wird von einer Rahmengeschichte umklammert. Die Handlung spielt in der heutigen Zeit und hilft den Kindern, die Themen der Jakobgeschichten in ihr Leben zu übertragen. Gezeigt wird die Rahmengeschichte jeweils vor bzw. nach einer Jakobgeschichte. Ihr findet diese Geschichte als Textdatei unter „Programmideen/ Rahmengeschichte“ und als Film in einzelnen Clips unter „Videos“.

Programmplan

Der vorgestellte Programmplan der „5 Sterne Sommer“-Freizeit geht zunächst von einem Angebot ohne Übernachtung aus. Selbstverständlich kann der Tagesplan auch auf eine Übernachtungs-Freizeit abgewandelt werden. Auch im Hinblick auf Kooperationen, mögliche Corona-Bestimmungen… kann die Freizeit ganz auf die örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse abgestimmt werden und ermöglicht so eine hohe Identifikation mit der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort. 

Sonntag
Streiten ist normal, da steckt was dahinter / 1.Mose 25, 19-34 / Esau verkauft Jakob sein Erstgeburtsrecht
Montag
Gott segnet nicht nur die Braven / 1.Mose 27,1-40 / Jakob holt sich den Segen
Dienstag
Wie und wo kann ich Gott erleben (und was antworte ich?) / 1.Mose 27, 41- 28, 22 / Jakob und die Himmelsleiter
Mittwoch
Wie gehe ich mit Unrecht um? / 1.Mose 29,1-30 / Jakob wird betrogen Zeit bei Onkel Laban
Donnerstag
In Zeiten der Angst – an wen oder was klammere ich mich da? / 1.Mose 32,1-33 / Jakob am Jabbok
Freitag
Wie geht „Aufeinander zugehen“ nach Verletzungen? / 1.Mose 33,1-16 / Jakob und Esau versöhnen sich
8:30 Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück
9:00 Beginn: Begrüßung, Spiel, Ritual … Beginn Beginn Beginn Beginn
9:30 Video
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Video
Rahmengeschichte
Sktechboard
Video
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Video
Rahmengeschichte
Sktechboard
Video
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
9:45 10.00 Uhr Ankommen und Begrüßen Vertiefung für zwei Altersgruppen Vertiefung für zwei Altersgruppen Vertiefung für zwei Altersgruppen Vertiefung für zwei Altersgruppen Vertiefung für zwei Altersgruppen
10:15 Kennenlern-Spiele Ratespiel „Wer bist du“ oder Quiz „Gefragt – gejagt“ „Spiele rund um die Leiter“ oder Spiel „Nummer 2 gewinnt“ Spiel: „Israel sucht den Superhirten“ „Würfeln-Suchen-Quizzen“ Geländepiel: „Kuhhandel“
12:00 Mittagessen Mittagessen Mittagessen Mittagessen Mittagessen
12:30 Workshops Workshops Workshops Workshops Workshops Workshops
14:00 Snack Snack Snack Snack Snack Snack
14:15
Video
Rahmengeschichte
Bibelanspiel
Vertiefung für zwei Altersgruppen
14.30-15.15 Streitspiele 15:20 -16.25 Begabt! Wettkampf 1 Std
Geländespiel „Capture the Wildraten” Dorf- oder Stadtspiel „Himmelsleiter“

Platz für eigene Ideen
Spiel: Handelsspiel „Büffeljagd“
oder
Stationenspiel „Talente ausprobieren“
Platz für eigene Ideen Stationenspiel
„Jakobs leckere Suppe“
16:45 Abschied Abschied Abschied Abschied Abschied Abschied
17:00 Ende Ende Ende Ende Ende Ende

Die Idee hinter diesem Notizheft ist, dass man hier beispielsweise seine schönsten Erlebnisse mit Gott, Gebetsanliegen, Gebetserhörungen oder einfach Notizen und schöner Erlebnisse hineinschreibt.

So kannst du ein Segens-/Gebetsheft oder ganz einfach ein Notizbuch basteln.

  1. Schritt: Nimm dir 5 Blätter DIN A4 Papier und falte sie einmal in der Mitte.
  2. Schritt: Jetzt nimmst du die Blätter und legst sie alle wieder auseinandergefaltet, übereinander.
  3. Schritt: Falte ein Blatt bunten Tonkarton deiner Wahl in der Mitte und lege es unter die bereits gefalteten Blätter.
  4. Schritt: Falte die übereinanderliegenden Blätter in der Mitte wieder zusammen und tackere diese dann in gleichmäßigen Abständen an der gefalteten Linie zusammen.
  5. Schritt: Nimm nun den anderen Streifen Tonpapier (Breite: ca. 5cm; Höhe: DIN A5) und falte ihn einmal in der Mitte zusammen. Nun kannst du ihn mit einem Klebstift einstreichen und ihn auf die Kante, der Rückseite deines Notizheftes kleben. Dies verdeckt die Tackerklammern.  
  6. Schritt: Jetzt kannst du dein Notizheft nach Lust und Laune gestalten. Du könntest Beispielsweise Sticker draufkleben, es bemalen oder es hübsch beschriften.

Viel Spaß dabei!

Vielleicht geht es dir ja ähnlich wie mir: Jedes Jahr fange ich so ab Mitte Dezember, spätestens aber nach Weihnachten an, mir Gedanken zu machen: Wie war mein Jahr so? Was ist gut beziehungsweise nicht so gut gelaufen? Was möchte/sollte/muss ich im nächsten Jahr wohl verändern?

Bei allen Menschen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, bilden sich einige »Klassiker« bei den Antworten heraus: mehr für die Schule/die Arbeit tun, mehr Sport treiben, mehr Zeit mit der Familie/mit Freunden verbringen, mehr auf gesunde Ernährung achten …

Irgendwie geht es darum, ein gewisses MEHR im Alltag einzubringen – und das, wo unser Alltag doch in der Regel eh schon gut gefüllt ist.

So dauert es meistens nicht lange, bis sich unsere guten Vorsätze nicht weiter mit dem Alltag in Einklang bringen lassen, alles nur stressig wird, ein schlechtes Gewissen macht etc. Zumindest bei mir ist es in den letzten Jahren immer so gewesen – und wer weiß: Vielleicht findest du dich ja in meinen Erfahrungen tatsächlich wieder? Dann habe ich vielleicht auch für dich eine Lösung, wie du 2021 aus diesem immer wiederkehrenden Rhythmus aus »Vorsätze bilden – motiviert anfangen – straucheln – aufgeben – schlechtes Gewissen bekommen« entfliehen kannst!

Ich habe mich für 2020 das erste Mal dazu entschieden, dass ich keine »guten Vorsätze« mehr fassen möchte. Natürlich gab und gibt es auch in meinem Alltag Dinge, die ich für »optimierbar« halte. Warum das so ist, und warum dieser Hang zur Selbstoptimierung für uns Menschen eher ein Stolperstein als ein hilfreiches Geländer ist, würde hier zu weit führen. Vielleicht nur so viel: Unsere Zeit und unsere Möglichkeiten sind begrenzt – und auch das, was Gott in uns hineingelegt hat. Wer aber immer nur (in der Welt der sozialen Medien) auf das schaut, was andere ganz Instagram-like von sich geben und nicht auf das achtet, was zu einem selber passt, der wird scheitern. Das tut weh und ist meistens gar nicht nötig!

Darum lass dich von dem inspirieren, was ich für mich entdeckt habe und schau einfach, wie du das auf dich, deinen Alltag und deine Ziele anwenden kannst.

Was hat mir in diesem Jahr gut getan?

Statt überfrachteter guter Vorsätze zu fassen im Sinne von »Ich mache viel mehr Sport, verzichte auf Süßes und achte mehr auf mich«, habe ich mir eine ganz einfache Frage gestellt: »Was hat mir in diesem Jahr gut getan?«

Mit dieser Frage wollte ich die Sichtweise verändern: weg von dem, was mich unter Druck setzt, etwas leisten zu müssen, hinzu dem, was bereits in meinem Alltag vorkam, was ich als positiv wahrgenommen habe, was ich mir gönnen darf und was mir gut tut.

Die Antwort ist natürlich gerade bei solch »einfachen« Fragen nicht immer leicht, aber mit etwas Zeit und Nachdenken bin ich darauf gekommen:

Zum einen hatte ich mich zwischendurch mit Yoga beschäftigt, dass aber trotz guter Erfahrungen nicht konsequent verfolgt. Zum anderen hatte ich Mitte 2018 bis Anfang 2019 ein »Danke«-Tagebuch, in das ich täglich geschrieben habe. Dann war mein Notizbuch voll, ich hatte nicht direkt ein neues da, musste erst eins kaufen und dann … kam ich darüber hinweg und dieses Ritual hatte keinen Platz mehr in meinem Alltag.

Mit diesen Antworten war mir klar, wo ich 2020 meinen Schwerpunkt setzen wollte: wieder mehr Yoga in den Alltag integrieren und mich wieder in Dankbarkeit üben!

Mit der »SMART-Formel« meine Ziele erreichen

Nachdem ich mein Ziel grob ins Auge gefasst hatte, wollte ich es konkretisieren und dazu habe ich die SMART-Formel genutzt, zu der du viel im Internet finden kannst. Konkret bedeutet die Formel, dass du dein Ziel so formulierst, dass es:

S spezifisch ist, also nicht nur grob »mehr Sport«, sondern genau formuliert: »Ich möchte Yoga machen«

M messbar ist, also nicht nur ein schwammiges Ziel ist, sondern genau formuliert: »Ich möchte 30 Tage hintereinander Yoga machen«

A attraktiv ist, also nicht etwas, wozu du dich quälen musst: Wer »Sport« machen möchte, sollte also eine Sportart wählen, die ihr selbst Freude macht.

R realistisch bleibt, also nicht stundenlange Yoga-Einheiten, sondern überschaubare Sequenzen, die sowohl vom Zeitaufwand als auch der körperlichen Fitness her passen.

T terminiert ist, also sowohl einen möglichst konkreten Zeitpunkt benennt (»sobald ich zu Hause bin, mache ich als erstes meine Yoga-Einheit«) als auch (optional) einen genauen Endpunkt benennt. Einzelnen Projekte sind für manche motivierender als die Aussicht »das ganze Jahr lang«.

Konkret bedeutete das für mein Ziel »mehr Yoga machen«: »Ich werde den Januar über jeden Tag Yoga machen, sobald ich von der Arbeit nach Hause komme«.

Um meine Motivation noch mehr zu steigern, habe ich mir Unterstützung gesucht. Im Internet war ich bereits früher auf eine Yogatrainerin gestoßen, die eine Vielzahl von Videos online gestellt hat, die auch für Anfänger geeignet sind. Zum Jahresbeginn hat sie aus ihren Videos eine 30-Tage-Challenge konzipiert, mit einem tollen Plan zum Ausdrucken. Dieser hing bei uns in der Küche und ich konnte jeden Tag abhaken.

Für mein Dankbarkeits-Tagebuch habe ich mir zum Jahreswechsel ein schönes, neues Notizbuch gekauft und mein Ziel so formuliert: »Jeden Morgen schreibe ich am Küchentisch als erstes in mein Buch und überlege, wofür ich dankbar bin und was ich Schönes erlebt habe«.

Und was soll ich sagen? Es läuft!

Mit meinem Tagebuch schaffe ich mir einen Überblick über all das Gute, was mir widerfährt – und merke, wie die Dankbarkeit meine Sicht auf das Leben positiv verändert.

Und Yoga ist das ganze Jahr über eine tolle Begleitung meines Lebens gewesen. Außer zu solchen Challenges habe ich zwar nicht streng jeden Tag Yoga gemacht, aber durch diese Routine zu Beginn des Jahres bin ich immer wieder dazu zurück gekommen. Ich habe, völlig ohne Druck, deutlich mehr Yoga-Tage als 2019 erlebt!

Diese beiden Dinge haben sich in meinem Alltag etabliert. Für 2021 werde ich mir die Frage neu stellen: Was hat mir 2020 gut getan? Und so werde ich neue Bereiche finden, die ich mir gönnen möchte, um mein Leben zu verändern.

Termine mit Gott

Yoga oder Dankbarkeit sind nur kleine Rädchen, mit denen ich meinen Lebensalltag verändert habe. Bereits vor einigen Jahren habe ich mir eine Routine angeeignet, mit dem in Kontakt zu bleiben, der mein Leben nicht nur verändern kann, sondern es auch geschaffen hat: Gott.

Vielleicht hast du da schon deine eigenen Ideen, wie du Gott in deinem Alltag genug Platz einräumen kannst – vielleicht ist das aber auch für dich genau der richtige Schritt für das neue Jahr.

Wenn du noch unsicher bist, was für dich geeignete Schritte sein könnten, kann ich dir vielleicht einige Impulse mit auf den Weg geben:

  • Feste Termine mit Gott ausmachen, um in der Bibel zu lesen, zu beten oder ihm beim Singen von Lobpreis-Liedern zu begegnen. Im Internet findest du zahlreiche Bibellese-Pläne, die dir helfen können dran zu bleiben.
  • Verabrede dich mit einer guten Freundin, gemeinsam in der Bibel zu lesen und euch dazu regelmäßig auszutauschen, Fragen zu klären oder sich einfach nur zu motivieren.
  • Wenn du gerne dabei dein Handy nutzen möchtest: auf Instagram findest du viele Christen, die regelmäßig neue Impulse posten – da ist für jeden was dabei.
  • Einen tollen Querschnitt junger PfarrerInnen und TheologiestudentInnen findest du z. B. beim @yeet_netzwerk, klick dich da mal durch 🙂
  • Zwei weitere Apps, die ich dir ebenfalls ans Herz legen möchte, sind »365 STEPS« bzw. »STAYONFIRE«. Hier findest du Impulse, Gebetsanliegen u.v.m., was dich auf deinem Weg mit Gott begleiten kann. Schau einfach, was für dich und zu dir passt!

Ideen für einen Stundenentwurf

Wenn du diese Gedanken nicht nur für deine Jahresplanung 2021, sondern zudem auch in einem Stundenentwurf nutzen möchtest, hier ein Vorschlag:

Einstieg

miteinander ins Gespräch kommen zu folgenden Fragen:

  • Wer hat schon mal gute Vorsätze zu Silvester gefasst?
  • Was für Vorsätze kennt ihr von euch/aus der Familie/aus den Medien?
  • Was für Erfahrungen hab ihr mit diesem Thema gemacht?

Hauptteil

Zu einem stillen Rückblick auf das Jahr 2020 einladen und die Frage stellen:

»Was hat dir in diesem Jahr gut getan?« – Hier lohnt sich der Blick in die Tiefe, um Grundlegendes zu finden. »Jeden Tag ausschlafen, als es keinen Präsenzunterricht gab«, führt zu keinem Ziel. Aus den Antworten und der SMART-Formel versuchen alle, sich ein Ziel zu formulieren und auf ihren Alltag anzupassen.

Schluss

Jede stellt ihr Ziel vor. Es gibt die Möglichkeit, die Ziele auf Papier grafisch schön darzustellen.

Alles hat seine Zeit

Andachtsidee zu Prediger 3, 1–5

Es gibt für alles eine Zeit und es liegt in meinen Händen, wie ich meine Zeit gut nutze. Ich kann stundenlang Netflix schauen oder erst die Hausaufgaben machen und mich im Anschluss an die Arbeit mit einer Folge der Lieblingsserie belohnen. Ich kann ewig faul auf dem Sofa liegen oder mich dort nach einem ausgiebigen Winterspaziergang fallen lassen und erholen. Ich kann mir den Bauch mit Süßigkeiten und Fast Food vollschlagen oder mir etwas davon gönnen, wenn ich mich vorher entsprechend bewegt habe.

Es liegt an mir, was ich mit meinem Leben, das Gott mir schenkt, anfange. »Zeitmangel« ist aber nichts von Gott Gewolltes, sondern stets die Folge meiner Entscheidungen. Und bevor ich mich in zig Wünschen für ein besseres Leben verzettele, sollte ich mich besser an dem erfreuen, was Gott mir schenkt und dieses Geschenk gut nutzen.

Das Ziel

Starter

Mit Jesus zu leben ist herausfordernd. Es gilt, herauszutreten aus der bequemen Beobachterrolle, um das zu tun, was Jesus möchte.

Checker

Barmherzigkeit klingt eher wie etwas für Schwächlinge. Aber das Gegenteil ist der Fall. Man braucht starke Arme und ein großes Herz.

Der Text an sich

Dieser Bibelvers ist Teil der so genannten „Feldpredigt“ (Verse 17-49)
Nachdem in Vers 17 viele Menschen „aus ganz Judäa, Jerusalem und dem Küstenland von Tyrus und Sidon“ zuhören, hat Jesus ab Vers 20 ganz gezielt seine Jünger vor Augen.
Ihnen predigt er die „Seligpreisungen“ (20-23).
Dann warnt er eindringlich vor Einstellungen und Situationen, die für die Jünger gefährlich werden können (Vers 24-26).

Schließlich richtet er sich in Vers 27ff. an die, die wirkliches Interesse an seiner Botschaft haben („die ihr zuhört“). Dies mögen Menschen über den engen Jüngerkreis hinaus sein, Menschen, die es mit Jesus und seiner Botschaft ernst meinen. Ihnen kann er nun Dinge sagen, die herausfordernd sind. Hier ist deutlich zu spüren, dass sich die Botschaft Jesu zum Teil krass von den Gepflogenheiten der damaligen Zeit unterscheidet:

In der Parallelstelle in Matthäus 5, der so genannten Bergpredigt, steht im Vers 43f.: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ,Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ Ich aber sage euch: ,Liebt eure Feinde …‘.“

In den folgenden Versen wird dann dieser neue Umgang mit schwierigen, unangenehmen, belastenden Menschen ausgeführt: Das lässt sich mit Stichworten ausdrücken: Liebe üben, Gutes tun und leihen, ohne Lohn dafür zu erwarten. Die Herzenshaltung wird den ganzen Menschen prägen (Vers 43-45).

Diese Feldrede endet dann damit, dass Jesus die, die diese Worte hören und befolgen, mit dem Mann vergleicht, der sein Lebenshaus auf ein solides Fundament baut (Vers 46-49).

Der Vers 36, die Jahreslosung, ist in der Feldrede die zentrale Aussage, der Kern der Botschaft. Er fasst all das zusammen, bündelt, was vorher ab Vers 27 und nachher bis Vers 42 gesagt ist. Barmherzigkeit ist die Grundlage allen Handelns, die Herzenshaltung, die Motivation, der Lebensstil.

Barmherzigkeit wird von Käte Hamburger (Philosophin und Literaturwissenschaftlerin) 1985 so definiert: „Barmherzigkeit als tätige Nächstenliebe. Der Nächste sei jeweils der, den der Mensch durch barmherziges Handeln zu seinem Nächsten machte. Mitleid sei hingegen keine Charaktereigenschaft, sondern gehöre dem menschlichen Gefühlsleben an. Barmherzigkeit bezeichnet somit eine existenzielle Betroffenheit im Innersten und ein Tun, das mehr ist als bloßes Gefühl des Mitleidens“ (aus Wikipedia, aufgerufen am 19.10.2020).

Nicht nur das Herz nimmt die Situation wahr, sondern der Arm handelt, um die Situation zu verändern.

Im Gegensatz zu anderen Religionen, die durch Opfer und kultische Handlungen ihren Gott / ihre Götter gnädig, barmherzig stimmen müssen, ist unser Gott von sich aus barmherzig und wir sollen sein wie er. Nicht wir müssen Gott gnädig stimmen, damit er uns gnädig ist, sondern er ist es (Psalm 103,8) und wir sollen, können es deshalb auch sein.

Nicht nur im Christentum und Judentum, sondern auch im Islam wird die Barmherzigkeit als herausragende Eigenschaft Gottes angesehen. Der Gott des Judentums und des Christentums fordert jedoch zur Liebe und Barmherzigkeit zu allen Menschen auf, nicht nur zu Gleichgesinnten.

Der Text für mich

Die gesamte „Feldrede“ Jesu (Lk 6,17-49) ist eine Herausforderung. Wie in einer Regierungserklärung stellt Jesus besonders ab Vers 27 einen Katalog auf, nach dem wir in seinem Sinne handeln sollen. Unmissverständlich stellt er dar, wie er sich ein Zusammenleben vorstellt, wie wir in seinem Herrschaftsbereich mit anderen umgehen sollen. In manchen Punkten unterscheidet sich das total von dem, was gesellschaftlich gelehrt wird. Hier ist nicht von Ellenbogenmentalität die Rede, die man haben müsste, um es zu etwas zu bringen. Bei Gott werden wir belohnt, wenn wir in seinem Sinne handeln (Vers 35+38).

Unsere Gesellschaft lebt in einem Widerspruch:
Barmherzigkeit scheint gerade im Berufsleben nicht möglich zu sein. Einer will oder muss besser, stärker sein als der andere. Barmherzigkeit klingt nach Schwäche. Wer barmherzig ist, scheint der Dumme zu sein, zu defensiv.
Dann wiederum sind die hoch angesehen, die Barmherzigkeit leben (z. B. Mutter Theresa).
Und wir wünschen uns sehnlichst, selbst barmherzig behandelt zu werden.
Es ist gut zu wissen, dass diese Barmherzigkeit (auch „Fürsorge“ genannt) ein grundlegender Aspekt unseres Sozialstaates ist.

Der Text für dich

Starter

Das Wort „barmherzig“ kommt nicht unbedingt in deinem täglichen Sprachgebrauch vor. Du würdest vielleicht lieb, nachsichtig, mitfühlend sagen. Ist es dir sogar peinlich, barmherzig, fürsorglich zu sein? Klingt das für dich nach Schwäche, vielleicht sogar erniedrigend, fürsorglich zu sein? Barmherzigkeit ist aber etwas ganz Großes. Barmherzige Menschen sind keine Weicheier. Sie haben nicht nur rührselig Mitleid, sondern sie packen an, z. B. die Not zu lindern, Ungerechtigkeit zu beenden, die Spirale des Hassens zu durchbrechen.

Gott selbst ist barmherzig. Nicht wir müssen ihn gnädig, barmherzig stimmen, wie das in manchen anderen Religionen der Fall ist. Sondern er ist die Barmherzigkeit in Person. Wenn Gott nicht barmherzig wäre, sondern so gnadenlos, wie wir manchmal mit anderen umgehen, dann hätten wir nichts zu lachen. Und genau so, wie er barmherzig ist, so sollen wir es auch sein: Unser Herz öffnen für andere, uns für sie einsetzen, ihnen vergeben, ihnen helfen.

Checker

Bei diesem Vers merken wir spätestens, dass es nicht reicht, viel über Jesus zu wissen und sonst so zu leben, wie alle um dich herum. Jesus möchte, dass du gegen den Strom schwimmst. Jesus fordert dich auf, dein Herz, dein Mitgefühl groß werden zu lassen. Und dann sollst du dich für deinen Freund – aber auch für den, den du nicht leiden kannst (deinen Feind) – einsetzen. Er will, dass du barmherzig bist. Auf vielerlei Arten. Lies dazu die Verse 27-45. Gott selbst macht es uns vor.

Der Text erlebt

Material siehe unten

Hinführung

Idee 1

Alle rennen im großen Kreis am äußersten Rand des Raumes nebeneinander und hintereinander her. Ein Mitarbeitender steht in einer Ecke und tippt einem Vorüberlaufenden auf die Schulter. Der beginnt nun sofort, gegen den Strom zu rennen. Dabei versucht er, mit niemandem zusammen zu stoßen, aber einzelne freundlich am Arm zu berühren. Jeder, der berührt wurde, schlägt nun auch seine Richtung ein. Dies geht so lange, bis alle die Richtung geändert haben. Dann tippt der Mitarbeitende wieder jemanden an.

Idee 2

Gegenteiltag: Manchmal wird etwas deutlicher, wenn man das Gegenteil davon aufzeigt.

Sucht zu folgenden Worten jeweils das am besten passende Gegenteil:
Weich, gnädig, nachsichtig, sanftmütig, hart, brutal, eisig, unsozial, grausam, mitleidig, fürsorglich, hilfsbereit, freigiebig, liebevoll, freundlich, sanft, tolerant, mitfühlend, barmherzig, lieb.

Verkündigung

Verkündigungsart: Gruppenarbeit

Jeder erhält eine Bibel (GNB) und schlägt Lukas 10,25-37 auf. Gemeinsam wird diese Geschichte gelesen.

Die Gruppe teilt sich in vier Teams. Jedes Team bekommt eine Aufgabe:
Schreibt eine moderne Version dieser Geschichte aus der Sicht

  • der Räuber – sie sind erbarmungslos, brutal
  • des Überfallenen – er wird erniedrigt, fertig gemacht, ist hilflos
  • des Priesters oder des Leviten (Tempeldiener, Küster) – sie sind ignorant, egoistisch
  • des Wirtes – er hilft für Geld

und verwendet so viele passende Adjektive wie möglich.

Die andere Idee

Spontantheater: Aus der Gruppe melden sich spontan Kinder, die die Rolle der Räuber, des Überfallenen, des Priesters, des Leviten, des Samariters, des Esels, des Wirtes übernehmen.
Ein Mitarbeitender liest den Text aus Lukas 10,25-37 langsam vor. Die Kinder spielen ab Vers 30 jeweils ihre Rolle pantomimisch mit.

Der Text gelebt

Wiederholung

Die Teams aus „Verkündigung“ stellen ihre Geschichten der gesamten Gruppe vor.

Nach jeder Version werden die verwendeten Adjektive herausgesucht, ggf. passende hinzugefügt. Jedes Team erstellt davon eine Liste. Am Ende werden die Listen der Teams miteinander verglichen.
In welcher Rolle würden sich die Jungscharler wohlfühlen? Welche ärgert sie?

Bei Idee 2 wird hier nachgefragt: Wie charakterisiert ihr die Räuber, den Überfallenen, den Priester, den Leviten, den Samariter, den Wirt. Nennt jeweils passende Adjektive

Gespräch

Unversehens finden wir uns in der Rolle der Räuber wieder. Gnadenlos machen wir andere nieder, wollen besser dastehen als sie, machen mit, wenn andere ausgegrenzt werden.
Auch die Rolle des Priesters und des Leviten ist uns nicht fremd. Allzu oft gehen wir am Leid anderer vorüber, ignorieren sie.
Der Samariter gefällt uns. Aber so zu sein wie er erfordert Mut. Er wusste nicht, ob die Räuber ihn in Ruhe lassen würden. Er musste mit Zurückweisung rechnen. Denn der Verwundete in der Geschichte war einer, der nichts mit Samaritern zu tun haben wollte.

Der Wirt hat für Geld geholfen. Gehören wir auch zu denen, die nur das tun, wofür sie bezahlt werden, die nur helfen, wenn sie eine Belohnung dafür bekommen? Erwarten wir nicht mindestens einen Dank oder ein Lob?

Jetzt schlagen alle ihre Bibeln unter Lukas 6,36 auf.

Jesus fordert seine Jünger dazu auf, barmherzig zu sein. Was verstehen die Jungscharler unter dem Wort? Anhand der Definition aus „Der Text an sich“ wird der Begriff erklärt. Die Worte aus „Gegenteiltag“ und den Teamlisten werden erneut aufgegriffen. Nun werden Situationen aus dem Alltag der Jungscharler gesucht, in denen Barmherzigkeit erforderlich wäre oder gelebt wurde.

Auf diese Weise zu handeln erfordert Überwindung, Mut und Kraft. Jesus selbst gibt uns diese Kraft. Er gibt uns Rückendeckung, stärkt uns den Rücken. Er liebt uns aus vollem Herzen. Auch er bewegt seinen starken Arm, um für uns da zu sein. Von dieser Liebe können wir verschwenderisch weitergeben. Siehe dazu Lukas 6,45. Das Herz voller Liebe bewegt unsere Arme. Das heißt Barmherzigkeit.

„Streben wir stets danach, unsere Herzen wachsen zu lassen, denn je ausladender die Äste einer Eiche, umso mehr Zuflucht bieten sie.“ (Richard Jefferries 1848-1887)

Merkvers

Versucht, den Vers Lukas 6,36 rückwärts, also von hinten nach vorne, zu lesen, vielleicht sogar auswendig zu lernen. Das kann das Jahr über euer Geheimcode sein, um euch an die Challenge zu erinnern.

Oder:

Schreibt den Merkvers mit der linken Hand (Linkshänder mit der rechten Hand) auf. Ihr merkt, das, was da steht, kann man nicht einfach so „mit Links“ erledigen.

Gebet

Friedensgebet (Franz von Assisi):

Oh Herr, mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens.
Dass ich Liebe übe, da wo man mich hasst;
dass ich verzeihe, da wo man mich beleidigt;
dass ich verbinde, da wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, da wo Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel ist;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Dein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Oh Herr, mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens. Amen

Kreatives

„Challenge für das Jahr“ – Schachtel

Die Schablonen werden auf buntes Tonpapier DIN A 4 kopiert. Alles wird entlang der durchgezogenen Linien ausgeschnitten. Auf den Deckel wird die Jahreslosung (die Challenge für das Jahr) geschrieben. Dann wird alles entlang der gestrichelten Linien gefaltet und durch die schraffierten Felder zusammengeklebt. Der Deckel kann noch mit bunten Dekorationssteinchen, Stickern o.ä. beklebt werden. In die Schachtel kommen leere Zettel.

Spielerisches

„Mensch ärgere dich nicht“ mal anders

Das bekannte Spiel wird zunächst ganz normal gespielt. Aber anstatt den anderen rauszuwerfen, darf der betroffene Mitspieler die Anzahl an Feldern vorwärts gehen, mit der er getroffen wurde. Trifft er dann auch selbst auf einen anderen Mitspieler, darf der auch die entsprechende Zahl nach vorne springen.

„Bibel hoch“

Alle haben eine Bibel in der Hand. Beim Ruf des Mitarbeiters „Bibel hoch“ strecken alle ihre Bibel geschlossen in die Höhe. Nun nennt der Mitarbeiter eine Bibelstelle und sofort schlagen alle diese Stelle nach. Wer sie zuerst gefunden hat, reckt seine Bibel wieder hoch, behält aber dieses Mal einen Finger zwischen den entsprechenden Seiten. Wenn alle Bibeln nach oben gereckt sind, liest einer dann den Vers vor.

Ps 103,13; 2. Mose 34,6; 2. Chr. 30,9; Neh 9,17; Ps 78,38; Ps 86,15; Ps 103,8; Ps 116,5; Micha 7,18; 1. Petrus 3,8

Rätselhaftes

Lückentext: (siehe Arbeitsblatt)

Der Text der Geschichte des „barmherzigen Samariters“ ist mit Lücken versehen, die mit passenden Adjektiven gefüllt werden sollen. An manchen Stellen passen auch mehrere. Unter dem Text stehen Adjektive zur Auswahl. Besondere Herausforderung: Jedes Adjektiv darf nur einmal verwendet werden.

(T)Extras

Lieder

  • Sei ein lebend‘ger Fisch
  • Ich stehe fest auf dem Fels
  • Einen Regenbogen
  • Hand in Hand
  • Ich will nicht mehr sagen
  • Komm, wir wollen Freund sein
  • Wenn man tut, was Gott gefällt
  • Wer liebt, gewinnt

Aktionen

Die Jahreslosung ist eine „Challenge für das Jahr“.

Im Jungscharraum wird ein Plakat mit der Jahreslosung aufgehängt. Die Jungscharler, die sich an der Challenge beteiligen, schreiben ihren Namen mit Edding auf das Plakat. Sie haben damit die Challenge, die Herausforderung, angenommen, das Jahr hindurch barmherzig zu sein und dies auch zu dokumentieren. Solche Taten könnten sein

  • jemandem zu helfen, der beim Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn gestürzt ist.
  • einem Mitschüler beizustehen, der von anderen ausgelacht wird.
  • den Kontakt suchen zu jemandem, der Außenseiter ist.
  • einem schwierigen Nachbarn etwas helfen. Z. B. Schnee schieben, die Straße kehren, ohne auf ein Dankeschön oder eine andere Gegenleistung zu hoffen.
  • usw.

Die jeweiligen barmherzigen Taten notieren die Jungscharler auf einen der Zettel aus der „Challenge-Box“ (siehe „Kreatives“). Im Laufe des Jahres wird diese Box immer mal wieder aufgegriffen. Am Ende des Jahres wird es eine Belohnung geben für alle, die sich beteiligt haben.

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 1/2021. Es geht um Josef. In insgesamt 8 Lektionen geht es um Josefs Familiengeschichte, die Hochs und Tiefs seines Lebens, Verrat, Intrige, Träume und Wunder und darum, dass Gott am Ende alles gut macht.

Ergänzend als Lektion 1 ein Stundenentwurf zur Jahreslosung Lk 6,36.

Lektion 2 1. Mose 37,1-11 Getreide und Gestirne

Lektion 3 1. Mose 37,12-36 Verraten und verkauft

Lektion 4 1. Mose 39 Abgehauen und bestraft

Lektion 5 1. Mose 40 + 41 Ähren und Kühe

Lektion 6 1. Mose 42 Angst und Bange

Lektion 7 1. Mose 43 + 44 Noch einmal Angst und Bange

Lektion 8 1. Mose 45 Versöhnung und Freude

Lektion 9 1. Mose 50,1-20 Rückblick und Ausblick

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Kleingruppen-Material beinhaltet: Hintergrundinfos zum Text, einen Bezug zur Zielgruppe und Ideen zur Gestaltung der Kleingruppenzeit.

Die Kleingruppen laufen nach einem Rotationsprinzip. Jeder Kleingruppe wird von mind. einem Mitarbeitenden begleitet und läuft von Station zu Station. Durch ein Signal vom Zeitwächter wird den Gruppen signalisiert, dass sie zur nächsten Station aufbrechen. Je ein weiterer Mitarbeitender ist bei einer der 5 Stationen die je 7 Minuten dauern:

  • Gespräch inkl. Fragen
  • Spiel
  • Kreatives
  • Bibellesen und Gebet
  • Extra/Spezial

Gedanken und Hintergrundinformationen zum Text

In dem Kapitel zuvor hat Jona in Ninive die Botschaft von Gott übermittelt, dass er die Stadt in 40 Tage vernichten wird, wenn sie nicht zu Gott kommen.

Hier gibt Gott der Stadt Ninive eine zweite Chance, sich zu bessern, denn die Bewohner von Ninive beten Götzen an und verhalten sich nicht im Sinne von Gott. Und zu Jonas Erstaunen bekennen die Bewohner ihre Fehler und tun Buße. Gott freut sich darüber und verschont die Stadt vom Unheil.

Jona gönnt den Menschen die Gnade Gottes überhaupt nicht. Sie haben es in seinen Augen überhaupt nicht verdient. Er geht grimmig auf einen Hügel, um zu beobachten was mit der Stadt passiert.

Dort schenkt Gott Jona einen Baum (einen Rizinus). Der Baum soll Jona als ein bildlicher Vergleich dienen. Dabei steht der Baum für die Stadt Ninive. Gott freut sich über die Stadt Ninive, als sie zu ihm zurückgekommen sind, so wie sich Jona über den Baum (Rizinus) gefreut hat. Aber ohne die Gnade Gottes wäre die Stadt zerstört, so wie der Rizinus für Jona nicht mehr da ist. Dies soll Jona zeigen, der nicht wirklich gnädig zu den Mensch in der Stadt ist, wie toll Gottes Gnade doch ist.

Ob Jona etwas aus der Geschichte gelernt hat, steht nicht in der Bibel.

Zielgedanke: Gott schenkt Gnade, er gibt jedem eine 2. Chance

Bezug zur Altersgruppe

Für die Kinder wird der Fokus auf die Gnade als Geschenk und auf die Zweite Chance gelegt, die die Stadt Ninive erfährt. Es soll klar werden, dass Gnade ein Geschenk ist, welches sich die Bewohner nicht verdienen können, sondern geschenkt bekommen. Zusätzlich kann man daraus lernen, dass Gott sich wünscht, dass wir zu anderen gnädig sind und ihnen auch die Gnade Gottes gönnen.

Kleingruppen Übersicht

  • Station 1: Kreatives
  • Station 2: Spezial
  • Station 3: Bibellesen und Gebet
  • Station 4: Spiel
  • Station 5: Gespräch

Hinweis: Die Kleingruppen laufen nach dem Rotationsprinzip. Jeder Kleingruppe wird von einem Mitarbeitenden begleitet und läuft von Station zu Station. Gruppe 1 – startet bei Station 1, Gruppe 2 – bei Station 2 usw. Durch ein Signal vom Zeitwächter (einem Mitarbeitenden) wird den Gruppen nach 7 Minuten signalisiert, dass sie zur nächsten Station aufbrechen.

Station 1: Kreatives „Geschenkbox aus Streichholzschachteln“

  • Die Kinder erhalten jeweils eine Streichholzschachtel, die sie verzieren können. Sie haben die Möglichkeit diese mit Stickern zu bekleben, mit bunten Papier zu umhüllen oder bei weißen Schachteln, diese anzumalen.

Dazu muss das bunte Papier auf die passende Größe geschnitten werden. Die Sticker können auf dem Tisch verteilt werden, damit man sie gut einsehen kann.

Am Ende sollen sie auf den Boden der Innenschachtel das Wort Gnade schreiben oder ein Herz malen. Die Schachtel wird geschlossen und mit einem Geschenkband umwickelt und damit verschlossen.

Tipp für kleinere Kinder: Kleinere Kinder werden wahrscheinlich Hilfe beim Zubinden der Schachteln brauchen. Damit die Zeit besser genutzt werden kann, sollte man das bunte Papier schon vorher in der Vorbereitung auf die passende Größe schneiden, wie auch das Geschenkband. Vor allem den Kindern der 1./2. Klasse hilft die Vorbereitung zu einem tollen Ergebnis.

Material:

  • Streichholzschachteln (bevorzugte Größe: normal kleine)
  • Buntes Papier (evtl. passend zu geschnitten) für die Grundfarbe der Schachteln
  • Klebestifte (um das Papier auf der Schachtel zu befestigen)
  • Scheren (zum zurecht schneiden des bunten Papiers)
  • Bunte Stifte (zum Schreiben und Malen auf der Innenschachtel oder auch zum verzieren)
  • Sticker (zum zusätzlichen gestalten)
  • schmales Geschenkband (zum Verschließen der Schachtel)

Station 2: Spezial „Der Fleck muss weg!“

Anhand eines schmutzigen Stück Stoffs wird den Kindern gezeigt, dass Gnade ein Geschenk Gottes ist und diese nicht verdient werden kann. Mit Gallseife wird der Fleck entfernt und damit Gottes Gnade verdeutlicht.

Vorbereitung: Tische stellen, Putzmittel auf den Tisch platzieren und Decke darüber platzieren, Kaffee auf das Stück weißen Stoff platzieren.

Durchführung: Die Kinder kommen herein und sollen sich um einen Tisch stellen, der sich in der Mitte des Raumes befindet. Der Mitarbeiter holt ein Stück weißen Stoff her, das einen Kaffeefleck hat, hervor. Seht Euch mal dieses Stück Stoff an! Was fällt euch auf? (Der Fleck)
Dieser Fleck steht für das, was wie die Stadt Ninive war. Wie war die Stadt bevor Jona kam?
(Böse)
Der Fleck ist all das Böse und Schlechte, das die Bewohner getan haben.
Was meinte Jona denn wie man wieder gut werden kann?
(Indem man sich anstrengt, Gutes tut und man sich Gottes Gnade verdient)
Also müssen wir uns anstrengen um das Schlechte zu entfernen.
Dazu sind hier verschiedene Mittel, die man nutzen könnte, um den Fleck sauber zu machen.

Jedes Kind darf sich ein Mittel aussuchen, das zuvor auf einen anderen Tisch unter einer Decke platziert war.  Auf dem Tisch steht: Buttermilch, Sonnenmilch, Öl, Rasierschaum, Zahnpasta, Schwamm. Die Kinder sollen hintereinander die einzelnen Möglichkeiten in einem kleinen Bereich des Stoffes ausprobieren. (Keine dieser Mittel werden den Fleck entfernen.)

Und funktioniert es? Wird es sauber?

Nachdem alle Kinder einmal ihr Mittel am Fleck ausprobiert haben geht es weiter:

Egal wie sehr wir uns anstrengen und bemühen der Fleck geht nicht weg! Aber was hat Gott zu Jona gesagt, warum die Bewohner von Ninive noch leben? (Gott hat den Bewohner Gnade geschenkt, sie mussten es nicht verdienen) Gott schenkt ihnen Gnade, da können sie sich und wir selber uns noch so anstrengen, den Fleck (das Schlechte) in uns zu entfernen. Das Einzige, das wir müssen, ist es das Geschenk einfach anzunehmen.

Eine Gallseife wird aus einer Geschenkbox geholt. Und wenn wir dieses Geschenk annehmen dann verschwindet auch der Fleck und auch das Schlechte und das Böse, das uns von Gott trennt.

Mitarbeiter feuchtet den Fleck mit Wasser an und rubbelt mit der Gallseife den Fleck weg und dieser wird sauber. (Experiment endet hier) Wichtiger Hinweis: Nicht zu viel Wasser verwenden!

Falls Zeit übrig ist können noch Fragen gestellt werden…

Material:

  • Ein Ort mit Malunterlagen oder eine Küche (es könnte nass und dreckig werden)
  • Stück weißer Stoff (auf dem wird der Kaffeefleck platziert)
  • gekochter Kaffee ohne Milch, egal ob er schon abgekühlt ist (Dieser wird mit einem Löffel auf das Stück Stoff platziert.)
  • ein Löffel (für den Kaffee zum dosieren)
  • Verschiedene Putzmittel wie: Buttermilch, Öl, Sonnenmilch, Rasierschaum, Zahnpasta, Schwamm (zum Ausprobieren für die Kinder)
  • Eine Decke (um die Putzmittel erstmal verdeckt zu halten, damit der Fokus auf die Mitte liegt und den Mitarbeiter)

Station 3: Bibellesen „Gummibärchen verdienen“

Vorbereitung:

  • Bibel mit Post-Its bearbeiten (dafür auf Bibelserver.com Suchbegriff ,,Gnade“ eingeben und von den Ergebnissen einige mit einem Marker und einem Post-It markieren in der Bibel markieren)
  • Die Stelle Römer 10, 6 mit einem herausstechenden Post-It markieren
  • Packe die markierte Bibel und pro Kind eine Gummibärchenpackung in ein Schuhkarton (soll ein Geschenk darstellen), mache eine Schleife drum und stelle es etwas verdeckt z.B. unter einen Stuhl.
  • Lege die übrigen Gummibärchenpackungen zurecht. Mache eine erste Tüte auf.

„Hallo Kinder, hier könnt ihr euch ein Gummibärchen verdienen. Ihr habt die Aufgabe, 5 Liegestütze zu machen.“ Nachdem die Kinder die Aufgabe erfüllt haben, erhalten sie ihren Lohn nach ihrer Leistung. Jedes Kind bekommt so viele Gummibärchen, wie es Liegestütze geschafft hat, max. 5.

Frage an die Kinder: „Ist das Gnade, das, was wir hier gerade gemacht haben?“ Die Kinder Antworten auf die Frage.

Danach erklärst du das Wort Gnade nochmal so, dass es alle verstehen können. „Das Wort Gnade kommt von „gratia“. Das bedeutet für uns sowas wie „Gratis“, also kostenlos, umsonst, geschenkt ohne irgendeine Leistung. Nicht einmal eine Liegestütze muss man leisten. Sonst wäre es ja nicht gratis.“

Jetzt holst du den Schuhkarton hervor machst es geheimnisvoll auf und schenkst jedem Kind eine Tüte Gummibärchen und sie dürfen, wenn sie wollen, diese sofort aufmachen und essen. Während die Kinder essen, holst du die Bibel aus dem Schuhkarton.

„Seht ihr diese Bibel? Die ist an super vielen Stelle markiert. Überall geht es um Gnade, um das was Gott uns schenkt. Gnade muss also etwas sehr Wichtiges sein.
In der Geschichte heute ging es um eine ganze Stadt, die Gnade von Gott bekommen hat. Wir lesen nochmal einen Vers aus der Bibel.“

Ließ aus der markierten Bibel den Vers Römer 10, 6 und bespreche ihn mit den Kindern.
„So ist Gott. Das finde ich toll, dass er die Stadt nicht einfach vernichtet hat. Gnade heißt, wenn du wirklich Mist gebaut hast, vergibt dir Gott trotzdem. Dafür musst du nichts leisten

Material:

  • Kleine Gummibärchenpackungen: für jedes Kind eins plus nochmal 2 Packungen je Kleingruppe.
  • Schuhkarton
  • Geschenkband
  • Marker
  • Post-Its
  • Bibel mit markierten Bibelstellen

Station 4: Spiel „Schnick Schnack Schnuck Wurm“

Die Kinder verteilen sich im Raum, sodass jeweils zwei Kinder sich gegenüberstehen. Der Mitarbeiter gibt ein Startzeichen, woraufhin die Kinder mit jeweils dem gegenüberstehenden Kind anfangen, Schnick, Schnack, Schnuck (Schere, Stein, Papier) zu spielen. Jedes einzelne Duell geht solange, bis jemand dreimal gewonnen hat. Das Kind, das dabei verliert, kriecht dem Gewinner-Kind unter den Beinen durch, schließt sich dem Gewinner-Kind an und hält sich an seiner Schulter fest. Ab sofort sind sie ein Wurm. Die Kinder, die nicht der Kopf des Wurmes sind (alle die nicht an erster Stelle stehen – sind der Kopf des Wurms) sollten dann die Person anfeuern die vorne Schnick Schnack Schnuck spielen… Der Gewinner sucht sich einen anderen Wurm aus, der frei ist und beginnt eine neue Runde Schnick Schnack Schnuck. Die Kinder, die Teil des Verlierer-Wurms waren, kriechen alle unter allen Kindern des Gewinner-Wurms durch und schließen sich diesem an. Die Kinder, die zu dem Wurm gehören, folgen ihm. Das Spiel endet, wenn nur noch zwei Gruppen gegenüberstehen und einer von ihnen gewinnt und es so nur noch einen Wurm gibt.

Am Ende des Spiels könnt ihr darauf hinweisen, dass Gnade auch bedeutet, sich mit den anderen mitzufreuen. So hat das Anfeuern und Mitjubeln noch eine ganz andere Bedeutung.

Tipp: Die Runde kann relativ schnell vorbei sein, deshalb kann man den Kindern eine zweite Chance geben und das Spiel noch einmal spielen. Vielleicht weist man nochmal konkret darauf hin, dass das Anfeuern und Mitjubeln auch eine Art der Gnade sein kann und man eine zweite Chance bekommt.

Station 5: Gespräch „Interview“

Bei dieser Station sollen die Kinder sich gegenseitig interviewen. Dafür setzten sich die Kinder in einen Kreis. Danach gibt der Mitarbeiter die Mikrofon Attrappe mit dem Fragezettel einem Kind, dieses stellt die erste Frage seinem linken Nachbarn (Uhrzeigersinn) und darf es somit Interviewen. Wenn das andere Kind fertig geantwortet hat gibt er das Mikrofon an die linke Person weiter, die daraufhin die nächste Frage an den nächsten stellt. So wird einmal rund herum jeder gefragt. Wenn noch Zeit da ist, wird eine zweite Runde gestartet.

Vorbereitung: Die Fragen auf einen Zettel schreiben

Fragen:

  •  „Was denkst du über Jona? Wie würdest du ihn beschreiben?“
  •  „Was denkst du über die Stadt Ninive? Haben sie eine zweite Chance verdient?“
  •  „Wie muss sich Jona gefühlt haben, als Gott den Baum zerstört hat?“
  •  „Was ist deine Meinung darüber, dass Gott den Baum zerstört hat?“
  •  „Was ist für dich ein Geschenk?“
  •  „Wann und wem hast du etwas Geschenkt?“
  •  „Wann hat dir jemand mal eine zweite Chance gegeben?“
  •  „Wann hast du jemandem eine zweite Chance gegeben?“

Variante für 1.und 2. Klasse:

Die Fragen werden vom Mitarbeiter gestellt. Die Kinder können sich melden und der Mitarbeiter nimmt die Kinder dran. Dabei darauf achten, dass jedes Kind eine Chance hat, dranzukommen.

Material:

  • Mikro (-Attrappe)
  • Zettel mit Fragen

Ideen rund um eine Kinderfreizeit zur biblischen Rut – Geschichte

Sie war noch nie hier. Diese Umgebung ist ihr fremd. Den einzigen Menschen, den sie kennt, ist mit ihr hierher gekommen. Wie wohl die anderen so ticken? Werden sie sie mögen? Wird sie sich alleine fühlen? Was kommt wohl auf sie zu? Und was ist dran an diesem Gott, von dem hier alle reden?

Wenn Kinder mit Mitarbeitenden in eine Freizeit starten, betreten sie Neuland. Nicht jeder kennt jeden. Nicht jeder war schon mal hier. Nicht jeder kennt das typische Freizeitprogramm. Und nicht jeder kennt Gott. Kinder und Mitarbeitende, die solches Neuland betreten, finden in Rut eine „Komplizin“. Sie erleben in 6 biblischen Geschichten, welche Abenteuer Rut in ihrer neuen Heimatstadt Bethehem erlebt: Vom mutigen Aufbruch ins Ungewisse, der lohnenden Treue zu Gott und Menschen, von einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte bis hin zu dem einen Gott, der mit jedem seine eigene Geschichte schreibt.

Diese Freizeitreihe bietet eine kurze Einführung in das Buch Rut, 6 biblische Einheiten mit einer dazu passenden Rahmengeschichte als Anspiel in der heutigen Zeit (Stadtkind verbringt Ferien auf dem Bauernhof), Geschichten, Spiele, eine Interview-Idee und weitere kreative Ideen rund um das Freizeitprogramm, sowie ein weiterer pädagogisch wertvoller Artikel. Die meisten Ideen sind auch sehr gut in der Gruppe als Themenreihe über mehrere Wochen umsetzbar.

Mit Gott neu anfangen

Zielgedanke: In neuen Situationen und überall dort, wo man sich fremd fühlt, gilt: Gott ist da.

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Die ersten Verse des Buches Rut beschreiben, wie Elimelech, seine Frau Noomi und ihre beiden Söhne Machlon und Kiljon ihre Heimat Betlehem verlassen. Weil im ganzen Land Juda eine Hungersnot herrscht, beschließt die Familie in das Land Moab aufzubrechen, das sich östlich des Toten Meeres befindet. In der Fremde erhofft sich die Familie einen Neuanfang. Was sie in Moab erwarten wird, ist beim Aufbruch nicht klar. Die Familiengeschichte zeigt, was auch heute in Zeiten zunehmender Mobilität die Lebensrealität vieler Kinder und ihrer Familien ist: Schritte ins Unbekannte gehören zum Leben dazu!
Bei den Moabitern ist die Familie mit einem fremden Volk und einer fremden Religion konfrontiert. Vieles ist anders als in ihrer Heimat. Und dann stirbt Elimelech. Seine Söhne heiraten zwei moabitische Frauen namens Rut und Orpa. Sie sind schließlich gut integriert und die Familie konnte sich eine neue Lebensgrundlage schaffen. Die Zeit vergeht, zehn Jahre lebt die Familie mittlerweile in Moab – und die Fremde ist zum Zuhause geworden. Der Stundenentwurf behandelt lediglich die Aufbruchserfahrung und das Ankommen in der Fremde. Die weitere Familiengeschichte, die auch den Tod der Söhne Noomis umfasst, wird in den nachfolgenden Entwürfen aufgegriffen. Da der Tod von Machlon und Kiljon in manchen Bibelübersetzungen schon in Vers 4 beschrieben wird, hier noch einmal ein Hinweis auf die Abgrenzung der Entwürfe.

Erlebniswelt der Kinder

Auch Kindern sind Erfahrungen des Aufbruchs und Schritte ins Unbekannte durchaus schon vertraut. Die biblische Geschichte thematisiert die mit einem solchen Umbruch verbundenen Unsicherheiten und Herausforderungen, die Kinder z. B. beim Umzug an einen neuen Wohnort oder beim Schulwechsel erleben. Auch die (erstmalige) Teilnahme an einer Freizeit kann für Kinder ein Schritt in fremdes Terrain darstellen. An einem neuen Ort anzukommen braucht Zeit – doch dann können aus Fremden Freunde werden.
Die Geschichte von Elimelechs Familie sensibilisiert auch für die Geschichten von Kindern mit Fluchterfahrungen, denn sie zeigt, dass es damals wie heute zwingende Gründe geben kann, die eigene Heimat zu verlassen.

Einstieg

Ein Mitarbeitender hat einen Koffer dabei und erklärt, dass das Reisegepäck entscheidend ist, wenn man an einen neuen Ort reisen will. Zum Einstieg wird den Kindern die folgende Frage gestellt: Was darf in deinem Koffer auf keinen Fall fehlen? Was sie einpacken wollen, dürfen sie im Spiel „Ich packe meinen Koffer“ einbringen.

Material: Koffer

Dazu sitzen alle Mitspieler im Kreis. Ein Kind beginnt mit dem Satz: „Ich packe in meinen Koffer …“ und nennt den Gegenstand, den es einpacken möchte. Das nächste Kind wiederholt den Satz und fügt etwas hinzu. So geht das Spiel immer weiter. Jedes Kind wiederholt die Gegenstände aus dem Koffer und die anderen Mitspieler passen auf, ob alles in der richtigen Reihenfolge eingepackt wird. In großen Gruppen kann nach 10 Personen ein neuer Koffer gepackt werden oder Hilfestellung aus der Gruppe gegeben werden.


Anschließend folgt die Rahmengeschichte (Teil 1) aus dem Anspiel „Back to the Rut“ (erhältlich bei www.jugendarbeit.online.de).

Erzählung

Vor vielen, vielen Jahren lebte im Land Juda, genauer gesagt in der kleinen Stadt Betlehem eine Familie. Doch in Betlehem und weit darüber hinaus hatte es jahrelang nicht geregnet, es war trocken und heiß – und so wuchs dort kein Getreide und die Menschen hungerten. Es gab kaum noch Vorräte und so beschlossen der Vater Elimelech, seine Frau Noomi und ihre beiden Söhne, die Malchon und Kiljon hießen, schweren Herzens ihre Heimat zu verlassen.
Sie packten ihre wenigen Besitztümer und machten sich zu Fuß auf den Weg. Wo sie hinwollten? Ins Land Moab, das einige Tagesmärsche entfernt auf der anderen Seite des Toten Meeres lag. Sie hatten gehört, dass es dort wohl fruchtbares Ackerland geben sollte – und damit hoffentlich auch genug zu essen.
Ausgehungert und völlig entkräftet kamen sie schließlich in dem fremden Land an. Die Leute auf den Straßen sahen sie neugierig an: Hier waren sie Fremde. Denn die Moabiter waren ein eigenes Volk – und sie glaubten auch nicht an den Gott Israels, so wie Elimelech, Noomi und ihre Söhne. Schnell merkte die Familie, dass hier manches ganz anders war, als in ihrer Heimat Betlehem.
Von den Menschen in Moab wurden sie trotzdem freundlich aufgenommen. Schnell fanden sie eine neue Bleibe und Arbeit und kamen auch wieder zu Kräften. Doch gerade als sie anfingen, sich zuhause zu fühlen, starb Elimelech. Noomi war dankbar, dass sie als Witwe noch ihre Söhne hatte, die für sie sorgen konnten. Malchon und Kiljon arbeiteten hart und heirateten zwei Moabiterinnen. Und auch wenn manches anders gekommen war, als Noomi es sich erhofft hatte, war sie dankbar für ihr Leben in Moab und ihre Familie, zu der jetzt auch ihre beiden Schwiegertöchter Rut und Orpa gehörten.
Die Zeit verging und auf einmal waren schon zehn Jahre vergangen, seit die Familie sich auf den Weg gemacht hatte in das unbekannte Land, das jetzt ihr Zuhause war. Und in all den Jahren sind aus Fremden Freunde geworden.

Die Rahmengeschichte aus dem Anspiel „back to the Rut“ (Teil 2) wird fortgesetzt.

Andachtsimpuls

Nehmt noch einmal den Koffer vom Einstieg zur Hand. Als Noomi sich mit ihrer Familie auf den Weg in das fremde Land Moab gemacht hat, packte sie wohl alles, was sie und ihre Familien für den Neuanfang gebraucht haben, in einen Koffer. Aber neben Kleidung und allen anderen Dingen, hat sie noch etwas mit auf die Reise genommen: Das Vertrauen, dass Gott auch in der Fremde für sie da ist.
Wenn wir Situationen erleben, die uns Angst machen oder wir uns fremd an einem neuen Ort fühlen, dürfen wir uns daran erinnern: Gott ist da – auch in der Fremde, wo alles anders ist. Dieses Versprechen dürfen wir mit in unseren Koffer packen. Wo auch immer wir hingehen, Gott geht mit und ist an unserer Seite – so wie er auch mit Noomi und ihrer Familie war.

Gebet: Guter Gott, danke, dass du da bist. Wenn wir Angst vor etwas Neuem haben, lässt du uns nicht allein. Du bist an unserer Seite und mit dir können wir mutig vorangehen. Amen.

Ideen zur Vertiefung

Spiele

Reise nach Jerusalem – mal anders

Zu Beginn des Spiels gibt es für jedes Kind einen Stuhl. Die Stühle werden mit den Lehnen aneinander gestellt. Die Musik wird abgespielt, alle laufen um die Stühle herum und sobald die Musik stoppt, müssen sich alle auf die Stühle stellen. Danach wird pro Runde ein Stuhl weggenommen, sodass alle Kinder auf die noch vorhandenen Stühle passen müssen. Die Zeit, um dies zu schaffen, ist nicht begrenzt. Ziel des Spiels ist es, dass alle auf die noch übrig gebliebenen Stühle passen.

Material 1: 1 Stuhl pro Person, Möglichkeit zum Abspielen der Musik (Musikanlage, Bluetooth-Box o. Ä.)

Basteleien

Mutmach-Karten
Bastelt gemeinsam Karten mit ermutigenden Botschaften, die in herausfordernden Situationen eine Erinnerung sein können, dass Gott da ist. Auf die Karten wird zuerst ein Bibelvers (z. B. Josua 1,9) oder die Botschaft „Gott ist da“ geschrieben. Anschließend können sie mit Washi-Tape, Stickern oder Zeichnungen weiter verziert werden.

Material 2: Pappkarton, Stifte, Washi-Tape, Sticker usw.

Aktionen

Gelände erkunden
Mit einem Geländespiel kann man die Umgebung (z. B. das Freizeitgelände) besser kennenlernen und eine tolle Abenteuertour gemeinsam erleben. Die Mitarbeitenden binden in regelmäßigen Abständen ein Tuch oder auch einen Faden an ein langes Seil. An dieser Stelle hält sich dann jeweils ein Kind am Seil fest. Ein Kind wird nun als Anführer bestimmt und ganz vorne am Seil platziert, während die anderen Kinder sich dahinter am Seil einfinden. Der Anführer entscheidet für die gesamte Gruppe, wo die Tour hingeht. Ob durch den Wald, über die Wiese oder auch über kleine Bäche. Nach 5-10 Minuten gibt der Anführer die Führung ab und das nächste Kind ist dran. Das erste Kind der Schlange stellt sich dann hinten an und die anderen Kinder rücken auf.

Material: Seil, ein Faden/Tuch pro Kind

Lieder

Du bist immer bei mir, Feiert Jesus! Kids Nr.87

Sei mutig und stark, Einfach Spitze Nr.18

Du bist der einzig wahre Gott, Feiert Jesus! Kids Nr.16

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