Nicht mehr – aber auch nicht weniger / Die Berufung der Jünger

Einstieg

Es ist wichtig mit den Teens zu klären, was eigentlich Berufung ist. Je nachdem, mit welchen Teens ihr es zu tun habt, gehört der Begriff irgendwie dazu (eher fromme Teens) oder ist total komisch. Manche Leute kennen den Begriff nur noch aus den Nachrichten, wenn im Rahmen einer Gerichtsverhandlung von „Berufung“ die Rede ist. Das heißt, wenn ein Urteil angefochten wird und eine höhere Instanz „angerufen“ wird. Wieder andere kennen Berufung von der Nationalmannschaft. Wenn der Bundestrainer bestimmte Spieler in den Kader der Nationalmannschaft „beruft“. Und hier sind wir voll beim Thema. In die Nationalmannschaft berufen zu werden ist mit das Größte, was einem Sportler passieren kann. Die Teens sollen Kriterien benennen, die notwendig sind, um in die Nationalmannschaft berufen zu werden. Dabei wird ziemlich sicher herauskommen, dass man in vielem richtig gut sein muss, um berufen zu werden.

Gruppenphase

Die Teens können in kleinen Gruppen (2 – 3 Personen) verschiedene Bibelstellen aufschlagen, die mit den Jüngern zu tun haben. Cool wäre es, wenn die Teens eine Art Steckbrief zu einigen Jüngern erarbeiteten: Beruf, Herkunft, Familie, was aus ihnen geworden ist. Vielleicht helfen da auch kopierte Einträge aus Bibellexika o. Ä. weiter.

Anschließend stellen die Gruppen ihre Steckbriefe vor.

Andacht

1. Jesus beruft – wen

Wer die Steckbriefe anschaut, dem wird schnell klar, dass Jesus hier keinen einzigen Nationalspieler berufen hat. Das waren alles einfach irgendwelche Typen. Petrus war ein Fischer, vermutlich ein einfacher Mann, der vielleicht nicht mal richtig lesen und schreiben konnte. Matthäus war ein Zollbeamter, ein Außenseiter der Gesellschaft, mit dem eigentlich keiner etwas zu tun haben wollte. Zöllner haben mit den Römern zusammengearbeitet und wurden deshalb von der Bevölkerung verachtet. Und dann gab es da noch eine ganz spezielle Person, nämlich Simon, den Zeloten. Er war in einer sehr radikalen Partei, die auch vor Gewaltakten nicht zurückgeschreckt hat. Alles in allem eine sehr kunterbunte Truppe, die sich Jesus da zusammensucht. Warum beruft Jesus ausgerechnet diese Leute? Warum nimmt er niemanden, der höher qualifiziert wäre?

Jesus nimmt niemanden, der anders oder besser ist, weil es einfach nicht um das geht, was wir Menschen bringen können. Jesus beruft nicht irgendwelche Leute, die vor Intelligenz oder Muskeln nicht mehr laufen können. Er beruft Menschen mit Fehlern und Schwächen und vielen Macken. Eben solche Leute, wie du und ich es sind. Menschen, die darauf angewiesen sind, dass da jemand ist, der sich auskennt. Der den richtigen Weg weiß. Und das ist Jesus. Jeder dieser Leute, die Jesus berufen hat, wusste: „Ich bin nicht der große Weltveränderer.“ Und Jesus wusste das auch. Und trotzdem hat er jeden Einzelnen genommen, so wie er war.

2. Jesus beruft – wozu

Jesus beruft diese Männer zu einer einzigen Sache. Er beruft sie dazu, ihm nachzufolgen. Das ist ja ganz spannend, Jesus sagt nicht: „Hey wir gehen jetzt mal los und verändern die Welt.“ Sondern Jesus sagt einfach nur: „Komm folge mir nach.“

Komm folge mir nach, einfach so. Die Männer, die Jesus berufen hat, mussten nichts Besonderes machen, sondern einfach nur Jesus hinterherlaufen. Es gab keine Bedingungen, die erfüllt werden mussten. Es gab einfach nur diese Einladung. Nicht mehr. Als Jesus sagte: „Folge mir nach“, da sagte er: „Ich möchte, dass du den ganzen Tag bei mir bist. Ich möchte, dass du die gleichen Dinge siehst, die ich sehe, dass du dieselben Wege gehst wie ich. Ich möchte, dass du erlebst, was ich tue und was ich sage. Ich will, dass du ein Teil von meinem Leben wirst.“

Krasser Gedanke! Es geht nicht darum, dass Jesus Teil von meinem Leben wird, sondern darum, dass ich voll und ganz ihm gehöre. Jesus lädt die Jünger ein ihm nachzufolgen, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger!

Die Einladung von Jesus ist völlig radikal. Am deutlichsten wird das, wenn man sich die Berufung von Petrus anschaut, wie sie Matthäus berichtet (Mt. 4,18-21). Jesus sieht Petrus und seinen Bruder und sagt: „Folge mir nach“ (mehr nicht) und die beiden lassen ihre Netze liegen und folgen ihm nach. Die Netze, das war ihr Beruf. Die beiden waren bereit ihren Beruf aufzugeben, um Jesus nachzufolgen, um zu entdecken, was er mit ihrem Leben vorhat. Sie waren bereit ihre eigenen Vorstellungen vom Leben aufzugeben und sich auf eine ganz neue Zukunft einzulassen.

3. Jesus beruft – und jetzt?

Die Einladung von Jesus hat das Leben der zwölf Jünger völlig verändert. Keiner dieser Männer hat ein „normales“ Leben gehabt. Diese Männer sind mit Jesus losgezogen und sie haben völlig faszinierende Sachen erlebt. Sie waren dabei, wie Jesus Menschen geheilt und sogar Tote auferweckt hat. Petrus ist sogar selbst auf dem Wasser gelaufen (jedenfalls eine Zeit lang). Sie haben mit eigenen Augen gesehen, wie Jesus einen Sturm zum Schweigen gebracht hat und noch vieles mehr. Die Jünger haben aber auch miterlebt, wie Jesus grausam am Kreuz gestorben ist und sie haben nicht verstanden, wieso. Erst nach einiger Zeit haben sie begriffen, dass das größte Wunder nicht die Sturmstillung oder eine Krankenheilung war. Das größte Wunder war (und ist), dass Jesus am Kreuz gestorben ist und damit alle Schuld vergeben ist. Dass dadurch der Weg zu Gott frei ist.

Und diese Botschaft hat die Jünger dann wirklich angetrieben. Diese Nachricht hat das Leben der Jünger noch einmal völlig auf den Kopf gestellt. Als sie das verstanden haben, sind sie in die ganze Welt losgezogen, weil sie wussten, jeder Mensch muss genau das hören. Jeder Mensch muss hören, dass Jesus am Kreuz gestorben ist und alle Schuld der Welt auf sich genommen hat.

Die Jünger haben das erst für sich ganz persönlich angenommen und es dann weitergegeben.

Abschluss

Je nach Gruppe kann man den Abschluss unterschiedlich gestalten:

Variante 1 – für Teens, die mit dem Glauben noch nicht so viel am Hut haben:

Die Teens bekommen einen Zettel ausgeteilt, der sie mit folgenden Fragen konfrontiert.

  • Warum sind die Jünger Jesus nachgefolgt?
  • Warum folgst du Jesus nach? Warum nicht?
  • Was bedeutet es für dich, Jesus nachzufolgen?

Variante 2 – für Teens, die im Glauben schon ein Stück unterwegs sind:

Die Teens bekommen einen Zettel ausgeteilt, der sie mit verschiedenen Fragen konfrontiert, die sie für sich selbst beantworten sollen. Die Teens können sich über einen Aspekt Gedanken machen, aber auch über alle.

  • Was bedeutet es für dich, Jesus nachzufolgen?
  • Was muss ich aufgeben, um Jesus wirklich ganz nachfolgen zu können?
  • Was hält mich davon ab, manche Dinge in meinem Leben aufzugeben?
  • Was muss passieren, damit ich so wie die Jünger losgehe und anderen von Jesus erzähle?
  • Was wünsche ich mir für mein Leben mit Jesus?

Natürlich können beide Varianten auch gemeinsam im Gespräch erarbeitet werden.

1. Vorbemerkungen

Die Jünger. Das sind zwölf ganz unterschiedliche Typen. Angsthasen, Betrüger, laute und leise, vertrauensvolle und Skeptiker. Staatsdiener, Unternehmer oder Angestellte. Mit jedem hat Jesus seine eigene Geschichte. Das unterscheidet die Jünger nicht von uns. Das zeigt, dass ER auch heute noch Geschichte mit individuellen Persönlichkeiten schreibt und dass wir nicht an einen „Pauschal-Gott“, sondern an einen persönlichen Gott glauben. Über die zwölf Jünger wissen wir mal mehr, mal weniger. Eine spannende und nicht immer harmonische Truppe, die Jesus da auserwählt hat.

2. Zielgedanke

Es sind zwölf unterschiedliche Typen und trotzdem hat jeder seinen Platz und seine Berechtigung im Unterwegssein mit und für Jesus. Daran hat sich bis heute in unserer Nachfolge nichts verändert.

3. Einführung inkl. Exegese

V.12: Die Berufungsgeschichte startet mit einem Gebet. Es ist nicht irgendein Gebet, sondern ein ganz inniges Gebet, das hier beschrieben wird. Jesus berät sich, er teilt sich seinem Vater mit und hört auf das, was Gott ihm im Gebet sagt. Die Entscheidung für die Zwölf am kommenden Tag ist also keine Bauchentscheidung. V.13: Apostel bedeutet übersetzt Gesandter. Jesus verwendet diesen Begriff und sendet die Jünger auch immer wieder aus. Deutlich wird der Auftrag in Johannes 17,18: Jesus betet zu Gott für seine Jünger: „So wie du mich in diese Welt gesandt hast, genau so habe ich sie in diese Welt gesandt.“ V.14-16: siehe BasisBibel.

4. Einstieg

Im Raum verteilt hängen die Bilder der Jünger (diese findest du als Download zu dieser Einheit: Übersicht Jünger). Bei den Bildern liegen die verschiedenen Bibeltexte (die entsprechenden Bibelstellen entnimm bitte der Tabelle im Download: Andy_12 Juenger).
Die Teilnehmer haben jetzt Zeit, die Texte und Bilder zu entdecken und mit den ausliegenden Stiften Eigenschaften, die sie bei den Jüngern entdecken, auf die Bilder zu schreiben.

5. Hauptteil (Andacht)

Was entdeckt ihr, wenn ihr die Bilder mit euren Kommentaren so anschaut? Ich finde, es ist eine ziemlich spannende Mischung an Typen, die Jesus auserwählt hat. Manche sogar kontrovers. Aber was hat sie verbunden? Ihre Begeisterung für diesen Jesus. Das Entdecken, dass er mehr ist als nur so ein dahergelaufener Wanderprediger. Vielleicht auch das Gebrauchtwerden. Das Angenommensein. Das Gruppenfeeling, die Gemeinschaft. Zusammen haben sie viel erlebt. Die Reden und Predigten von Jesus haben manchmal für viele Diskussionen gesorgt, genauso wie für Verwunderung und Begeisterung. Manches hat herausgefordert. Jetzt kann man sich, wie wir heute, diese Jünger anschauen. Über den einen staunen oder über einen anderen den Kopf schütteln. Aber eins sollten wir dabei nicht vergessen, nämlich, dass wir, wenn wir unser Leben mit Jesus leben, auch Jünger sind. Dieser Begriff ist nicht patentiert auf die Typen von damals. Wenn du dein Leben mit Jesus lebst, dann bist auch du heute ein Jünger. Das bedeutet, dass du nicht perfekt bist – das war keiner der zwölf. Das bedeutet, dass auch mal was voll danebengeht. Das war bei den „Ur-Jüngern“ nicht anders. Aber es bedeutet, dass du genauso staunen kannst über das, was Jesus auch heute noch tut. Dass du gebraucht wirst, so wie du bist – mit deiner Art. Dass Jesus dich prägen möchte, so wie er damals die so unterschiedlichen Charaktere geprägt hat. Gibst du ihm den Raum, die Zeit dafür in deinem Alltag? Beschäftigst du dich mit ihm und bist du bereit dafür, dass er dich verändert und prägt? Jesus hat die Jünger zu dem gemacht, was wir über sie wissen. Nicht zu perfekten Menschen. Aber zu prägenden Persönlichkeiten, die wiederum andere angesteckt haben mit der Begeisterung zu Jesus und sie zu Jüngern gemacht haben.

6. Abschluss

Jeder Teilnehmer kann am Ende der Andacht für sich überlegen, welchem Charakterzug der Jünger er am nächsten kommt und wie Jesus ihn gebrauchen kann.

Themensammlung mit Bausteinen und Einheiten zum großen Oberthema „Beziehungen“ – zwischen Mensch und Mensch, aber auch zwischen Gott und Mensch – mit dabei Bibelarbeiten, Hintergrundartikel und ein Verweis auf ein Video

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 2/2022. Es geht in vier Lektionen um Sterben und Auferstehen Jesu im Markusevangelium:

Lektion 1: Markus 14,27-61;66-72 Voll versagt

Lektion 2: Markus 15 Befreit!

Lektion 3: Markus 16,1-8 Das Grab ist leer!

Lektion 4: Markus 16,9-20 Zweifeln erlaubt?!

Zusatz: Ein Ostergarten für Kinder und Familien

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Ziel

Starter

Zweifel sind okay. Du darfst mit deinen Fragen zu Jesus kommen.

Checker

Auch wenn du Zweifel und Fragen hast – du darfst damit zu Jesus kommen. Er möchte mit dir unterwegs sein und dich gebrauchen.

Der Text an sich

Einige Ausleger sind sich nicht ganz sicher, seit wann die Verse 9-16 zum Markusevangelium dazugerechnet werden, da sie in vielen alten Handschriften nicht auftauchen. Jedoch finden sich die dort beschriebenen Begebenheiten auch in anderen Evangelien, sodass wir davon ausgehen können, dass sie auch so stattgefunden haben.

Markus berichtet uns in den Versen von einige Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus. Er erscheint drei Personen bzw. Gruppen von Menschen. Zuerst Maria aus Magdala, einer Frau, die Jesus begleitete, nachdem er bei ihr Dämonen ausgetrieben hatte (Lk 8,2). Sie ist eine der Frauen, die am Sonntagmorgen nach der Kreuzigung den Leichnam von Jesus salben wollten (Mk 16,1ff). Sie bleibt aber, anders als die restlichen Frauen, am Grab, das sie leer vorgefunden hatten, zurück. Da begegnet ihr Jesus im Garten. Anscheinend in einer anderen Gestalt, denn Maria erkennt ihn nicht sofort. Erst als er ihren Namen sagt, erkennt sie Jesus. Eine Frau ist also die erste Zeugin der Auferstehung. Das ist schon ungewöhnlich, denn Frauen waren damals nach jüdischem Gesetz nicht als vollwertige Zeugen vor Gericht zugelassen. Die anderen Jünger glauben ihr auch prompt nicht.
Die zweite Begegnung berichtet von zwei Jüngern, denen Jesus unterwegs begegnet und die auch erst recht spät erkennen, wer da mit ihnen unterwegs ist. Die Erzählung kennen wir aus einem Bericht von Lukas als „Die Emmausjünger“ (LK 24,13-35). Auch hier können die anderen Jünger dem Bericht der beiden nicht glauben.

Als dritte Begegnung erzählt uns Markus, wie Jesus zu den Jüngern kommt. Sie haben die beiden anderen Berichte über seine Auferstehung nicht geglaubt. Jetzt kommt Jesus selbst zu ihnen. Fast klingt es so, als ob er mit ihnen schimpft, sie rügt, weil sie zweifeln. Aber der Bericht von Markus bleibt eben nicht hier stehen. Jesus verwirft sie nicht aufgrund ihrer Zweifel oder ihres Unglaubens. Er hält an ihnen fest. Denn kurz nach seiner „Rüge“ bekommen die Jünger einen Auftrag. Er sendet sie zu den Menschen. Sie sollen seine Boten sein, um anderen Menschen die gute Nachricht zu bringen. Dieser „Missionsbefehl“ ist auch in den anderen Evangelien zu finden. Es geht darum, den anderen Menschen die Gute Botschaft weiterzusagen und zu taufen. Außerdem gibt Jesus ihnen das Versprechen, dass sie Macht und Kraft bekommen.

Markus berichtet uns von einigen Zeichen, an denen man die Jünger erkennen wird. Da klingt schon manches etwas seltsam und wir sollten uns hüten das alles auszuprobieren (z.B. Gift trinken oder Ähnliches). Es gibt solche Wunder – in der Apostelgeschichte lesen wir davon und auch noch heute passieren solche Wunder, aber wir müssen Gott nicht auf die Probe stellen. Deutlich wird: Gott hat die Macht und er befähigt seine Nachfolger. Durch die Jünger damals und auch durch seine Nachfolger heute sollen große Taten vollbracht werden – weil Jesus ihnen die Macht dazu gab und gibt.

Das Markusevangelium endet dann genau damit: Die Jünger ziehen los, verkünden, tun Zeichen und erleben Wunder.

Der Text für mich

Ich kann Maria und die Jünger verstehen. Bei solchen Berichten tauchen doch schnell Zweifel an der Echtheit auf. Kann das sein? Kann Jesus wirklich wieder von den Toten auferstanden sein? Das ist doch zu schön, um wahr zu sein. So viele Informationen, so viele Berichte von unterschiedlichen Menschen. Wem oder was soll man denn da glauben?

Auf der anderen Seite finde ich es toll, dass Jesus einzelnen Menschen begegnet, ganz persönlich. Er spricht sie an, schenkt ihnen Trost und nimmt sie an – auch mit ihren Fragen und Zweifeln.

Wo habe ich meine Zweifel? Wo „prangert“ Jesus meinen Unglauben an? Wo will Jesus mir und meinen Zweifeln begegnen? Und lasse ich mich ansprechen von Jesus?

Jesus bleibt nicht bei den Zweifeln stehen – er geht weiter. Gleich danach beauftragt er die Jünger. Trotz und vielleicht auch wegen ihrer Zweifel. Jesus macht weiter mit uns. Er gebraucht uns. Er gebraucht mich – auch mit meinen Unzulänglichkeiten und Zweifeln. Und er ermutigt und befähigt mich in meinen Aufgaben und Herausforderungen.

Der Text für dich

Starter

Es ist völlig normal, dass wir in unserem Leben Zweifel haben. Vielleicht fällt es den Kids schwer, das, was die Bibel sagt, zu glauben. Sie hören andere Meinungen und vieles scheint ja auch wirklich unglaublich. Der Bibeltext zeigt uns: Auch die engsten Freunde von Jesus hatten ihre Zweifel. Das ist okay. Er ist und bleibt da. Wir dürfen mit unseren Fragen zu ihm kommen. Die Kinder sollen erleben, dass ihre Fragen Raum bei uns haben. Aber es kann auch sein, dass wir mit manchen Fragen und Zweifeln leben müssen und keine Antworten bekommen werden. Jedoch können wir uns sicher sein, dass Jesus jedem mit Liebe und Annahme begegnen möchte.

Checker

Auch wenn die Kinder vielleicht schon einiges von Jesus gehört haben, kennen sie wahrscheinlich den ein oder anderen Zweifel. In dem Bibeltext begegnen wir Menschen, die auch ihre Zweifel hatten. Sie laden ein, sich mit ihnen zu identifizieren. Jesus geht die Zweifel an, er zeigt sich seinen Jüngern. Er spricht sie an. Er bleibt aber nicht beim Fragen stehen. Er gibt den Jüngern einen Auftrag. Er macht weiter mit ihnen, er will sie gebrauchen, auch mit ihren Zweifeln. Die Kinder sollen erleben, dass Jesus sie auch mit und trotz ihrer Fragen gebrauchen möchte. Ihre Zweifel können auch anderen helfen, sich zu trauen mit ihren Zweifeln zu Jesus zu kommen und trotz Fragen an ihn zu glauben.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Spiel „Wahr oder unwahr“

Es werden Aussagen vorgelesen und die Kids müssen sich entscheiden, ob die Aussage stimmt oder nicht. Als letzte Aussage kann dann „Jesus ist von den Toten auferstanden“ genannt werden.

Mögliche Aussagen:

  • Einige Tiere haben grünes Blut. (unwahr)
  • Ein Kolibri kann seitwärts fliegen. (wahr)
  • In Kalifornien gibt es Mammutbäume, durch die man mit dem Auto fahren kann. (wahr)
  • An den Streifen der Zebras erkennt man das Alter. (unwahr)
  • Die südamerikanische Neon- Pythonschlange leuchtet im Dunkeln schwach. (unwahr)
  • Die Farbe der Eier eines Huhnes (also weiß oder braun) hängt davon ab, ob ein männliches oder weibliches Küken im Ei ist. (unwahr)

Idee 2: Spiel „Was stimmt nicht?“

Ein Mitarbeiter erzählt drei Geschichten über sich. Davon sind zwei Geschichten wahr und eine ist erfunden. Die Kinder müssen herausfinden, welche erfunden wurde. Es können auch mehrere Mitarbeiter oder Kinder Geschichten erzählen.

Verkündigung

Rollenspiel: Interview mit Zeitzeugen von Jesus

Möglich, wenn mehrere Mitarbeiter vorhanden sind.

Ein Reporter (R) interviewt Maria Magdalena (M), die beiden Jünger Levi und Nathan (L&N) und Petrus (P).

R: Schön, dass ihr alle da seid. (zu den Jungscharlern gesprochen) Wir haben heute ganz besondere Gäste unter uns. Die ersten Zeugen der Auferstehung von Jesus. Es gibt gerade nur diese eine Thema hier bei uns in Jerusalem. Was ist die letzten Wochen nicht alles passiert: Jesus ist am Kreuz gestorben wie ein Verbrecher, in ein Grab gelegt worden und auferstanden. Zumindest ist es das, was seine Freunde berichten. Das Grab wurde leer vorgefunden, und Jesus selbst ist einigen persönlich begegnet. Wie das war und wem er genau begegnet ist, das wollen wir jetzt herausfinden. Wir haben hier: Maria Magdalena, die Freunde Levi und Nathan und außerdem noch Petrus, einer von den 12 engsten Freunden von Jesus. Einen herzlichen Applaus. Vielen Dank, dass ihr heute hier seid.

R.: Jetzt gleich zu dir, Maria. Ladys first. Erzähl doch mal, wie du Jesus kennengelernt hast.

M: Ich habe Jesus zum ersten Mal getroffen, als es mir nicht gut ging. Es war, als ob in mir eine andere Person das Sagen hatte. Jesus hat mich davon befreit und dann bin ich mit ihm unterwegs gewesen.

R: Das klingt ja wirklich spannend. Und wie war das bei euch beiden?

L: Wir haben von Jesus gehört und fanden seine Message echt interessant. Da sind wir mit ihm unterwegs gewesen – bis zum Schluss.

N: Das war echt ein Tiefschlag, als er nicht mehr da war.

R.: Dazu kommen wir gleich noch. Aber, jetzt zu dir, Petrus.

P: Also, Jesus hat mich bei der Arbeit erwischt. Mein Bruder hat ihn mir vorgestellt. Und Jesus wollte mich in seinem Team haben. Er war so überzeugend, dass ich alles habe stehen und liegen lassen und mit ihm gegangen bin.

R: Ich merke schon, ihr habt alle eine eigene Geschichte mit Jesus und seid mit ihm unterwegs gewesen. Levi und Nathan, ihr habt ja schon angedeutet, dass es da auch einen Tiefschlag gab. Damit meint ihr doch bestimmt den Tod von Jesus. Aber ich dachte, ihr habt Jesus nach seinem Tod noch mal gesehen?

N: Stimmt, aber bis es so weit war, wussten wir nicht, was wir von dem ganzen Geschehen halten sollten, also von dem Tod von Jesus. Wir waren ziemlich verzweifelt. Es gab kein anderes Thema mehr. Wir waren unterwegs nach Emmaus. Dort ist uns Jesus nach seiner Auferstehung dann begegnet.

L: Einfach so. Wir waren so aus dem Häuschen, dass wir den ganzen Weg wieder zurück sind und den anderen Jüngern davon berichtet haben. Aber es wollte uns keiner glauben.

M: Das kenne ich. Bei mir war es ähnlich. Am Sonntagmorgen nach der Kreuzigung bin ich mit ein paar anderen Frauen zum Grab gegangen. Wir wollten Jesus noch salben, aber das Grab war leer. Der Stein war weggerollt. Die anderen sind dann weggegangen. Ich konnte noch nicht. Ich musste erst mal allein sein und über alles nachdenken. Da bin ich durch den Garten spaziert. Bis mir ein Mann begegnet ist. Ich dachte ja, das ist der Gärtner, aber dann hat der Mann meinen Namen gesagt und da wusste ich es: Das war Jesus. Ich bin auch gleich, wie ihr Nathan und Levi zu den Jüngern gerannt. Aber mir wollte auch keiner glauben.

R: Petrus, du warst doch einer von den Jüngern, du hast doch die Berichte von Maria, Nathan und Levi gehört, oder?

P: Ja, schon. Und jetzt im Nachhinein ist es echt traurig, dass ich ihnen nicht geglaubt habe. Aber ich hatte echt meine Zweifel. Es schien so unglaublich.

M: Ich kann das schon auch verstehen. Ich konnte es ja selbst kaum glauben.

R: Das klingt ja schon auch sehr fragwürdig. Da seid ihr so lange mit Jesus zusammen unterwegs gewesen und dann begegnet er euch und ihr erkennt ihn nicht? Da habe ich auch meine Zweifel …

L: Uns ging es ähnlich wie Maria. Wir haben Jesus auch erst erkannt, als wir in Emmaus angekommen waren und er mit ins Haus gekommen ist und das Brot geteilt hat. Vorher war er aber schon eine Zeit mit uns unterwegs und hat uns auch alles geklärt, unsere Fragen beantwortet.

N: Ja, wir haben schon gespürt, dass er ein besonderer Mensch ist. Aber wir haben ihn erst nicht erkannt.

P: Aber so ist Jesus auch irgendwie. Er kommt und ist anders, als wir uns das vorstellen. Bei uns stand er auf einmal mitten im Raum. Einfach so. Und das Erste was er gemacht hat: Er hat uns Vorwürfe gemacht. Das saß. Er hatte recht. Wir hatten den anderen nicht geglaubt und wenn wir ehrlich sind: Jesus hat uns vor seinem Tod mehrmals versucht zu erklären, was alles passieren wird und trotzdem haben wir es nicht verstanden. Das hat mich hart getroffen.

R: Was genau hat dich getroffen? Und wie ging es dann weiter?

P: Na ja. Wieder einmal versagt. Wieder einmal Jesus enttäuscht. Das hat echt wehgetan. Ich wollte doch mit Jesus unterwegs und für ihn da sein. Andere Menschen auch zu Jesus führen.

R: Und dann? Was hat Jesus denn dann gemacht? Du sitzt ja jetzt hier …

P: Das ist der Hammer: Jesus will mich, er will uns immer noch. Wir sollen den anderen Menschen von Jesus erzählen. Krass, oder? Sogar mit einem Versager wie mir macht Jesus weiter. Auch wenn ich Zweifel hatte und nicht geglaubt habe, dass er wirklich auferstanden ist, darf ich anderen von Jesus erzählen.

R: Das ist ja echt verrückt. Also, ich an Jesu Stelle, ich weiß nicht, ob du noch den Job bekommen hättest …

M: Ja, so ist das bei Jesus. Er ist so ganz anders. Eine Frau als erste Zeugin. Ich weiß ja selbst nicht, ob ich mir geglaubt hätte. Eine Frau zählt doch nicht als Zeugin. Aber ich durfte den anderen als Erste von der Auferstehung erzählen. Und auch mit mir möchte Jesus weitermachen.

N: Wenn Jesus uns begegnet, dann verändert sich alles. Auch wenn vorher Fragen da waren und vielleicht auch noch Fragen bleiben. Wir dürfen uns an Jesus und seine Gute Nachricht halten. Auch jetzt, wo er nicht mehr da ist, sondern wieder bei seinem Vater im Himmel ist, gilt: Er ist immer bei uns.

R: Das klingt ja wirklich spannend. Zuerst die Zweifel und die Fragen. Ein Nichtverstehen und dann ändert sich alles für euch. Jesus ist euch begegnet. Wie geht es jetzt weiter und wollt ihr unserem Publikum noch etwas mitgeben?

L: Wir werden auf jeden Fall weitermachen: So wie Jesus es uns aufgetragen hat. Wir möchten anderen erklären, was in der Bibel steht und dass es okay ist, Fragen und Zweifel zu haben. Wir können sie Jesus stellen. Er nimmt sie ernst. Aber es kann auch sein, dass es immer wieder Fragen gibt, die offen bleiben.

P: Ich kenne Zweifel und ich glaube, deshalb kann ich das auch anderen weitergeben und sie besser verstehen. Ich hatte das Glück, Jesus nach seiner Auferstehung noch einmal persönlich zu sehen. Ich will anderen davon erzählen, wie Jesus mein Leben verändert hat. Und ich bin gespannt, was ich alles noch so erleben werde. Denn Jesus hat uns auch versprochen, dass wir in seinem Namen Wunder tun können.

R: Von einigen Wundern von Jesus habe ich ja schon gehört. Da bin ich gespannt, was du noch so erlebst. Vielleicht können wir uns ja in einigen Monaten noch einmal treffen.

Jetzt noch mal zu dir, Maria. Was machst du jetzt?

M: Ich bin erst einmal so dankbar, dass ich mir jetzt sicher sein kann, dass Jesus lebt. Und er mich auch mit meinen Zweifeln liebt und annimmt. Ich möchte anderen Mut machen, von Jesus zu erzählen, auch wenn einige uns nicht glauben wollen.

R: Vielen Dank für eure Einblicke. Das bringt mich ins Nachdenken. Ich wünsche euch alles Gute und vielleicht sehen wir uns ja mal wieder …

Die andere Idee

Ihr macht eine Art Bibliolog. Dabei versetzen die Kinder sich in einzelne Personen aus der Geschichte und antworten aus deren Sicht.

Erzählt dazu kurz die Geschichte und das Setting. Stellt für jede Rolle einen Stuhl (beschriftet mit der Rolle) auf, auf den die Kinder sich der Reihe nach setzen können und dann beispielsweise aus Sicht von Maria, einen der beiden Jünger oder Petrus auf die Fragen antworten. Denkt daran, die Kinder wieder aus ihrer Rolle zu entlassen.

Mögliche Fragen:

  • Maria, was hast du gedacht, als du Jesus erkannt hast?
  • Ihr beiden Jünger, wie war es, als ihr dem Fremden (also eigentlich ja Jesus) berichtet habt, was in der letzten Zeit passiert ist?
  • Petrus, auf einmal stand Jesus im Raum – wie ist das gewesen?
  • Warum hattest du vorher Zweifel?
  • Wie hat die Begegnung mit Jesus dich verändert?
  • Wie geht es jetzt weiter? Was machst du als Nächstes?
  • Wie kann deine Geschichte auch anderen Menschen helfen?
  • Was oder wer hat dir bei deinen Zweifeln geholfen?

Der Text gelebt

Wiederholung

Im Raum hängen verteilt Plakate mit „Maria“, „Nathan und Levi“ und „Petrus“. Zu jedem Plakat gibt es ein paar Fragen. Die Kinder können die verschiedenen Plakate mit den Fragen „abgehen“ und einige Fragen beantworten, indem sie sie auf die Plakate schreiben. So setzen sie sich mit der Geschichte noch einmal auseinander. Am besten die Fragen zu den Plakaten auf extra Zettel schreiben, damit die Kinder genug Platz zum Antworten haben. Außerdem können sie die Antworten der anderen lesen und auch kommentieren.

Mögliche Fragen:

Was hat Maria (Petrus, Nathan und Levi) wohl gedacht, als sie Jesus erkannt hat?

Was hat Petrus (Maria, Nathan und Levi) dazu bewegt, nicht mehr zu zweifeln?

Was würdest du gerne die Person einmal fragen?

Was möchtest du der Person gerne sagen?

Gespräch

Gespräch über Zweifel und den persönlichen Glauben an Jesus. Vielleicht kann ein Mitarbeiter ein kurzes Zeugnis geben, ob er schon einmal Zweifel im Glauben hatte und wie er damit umgegangen ist.

Mögliche Gesprächsimpulse:

  • Wo hast du schon einmal gedacht, als du Geschichten von Jesus gehört hast – das kann doch alles nicht stimmen?
  • Was hättest du an Stelle von Maria, Petrus, … gemacht?
  • Was hat den Jüngern geholfen, mit ihren Zweifeln umzugehen?
  • Was oder wer hat dir bei Fragen und Zweifeln geholfen?

Merkvers

Der Glaube ist ein Festhalten an dem, worauf man hofft – ein Überzeugt sein von Dingen, die nicht sichtbar sind. Hebräer 11,1 (Basis Bibel)

Schreibt mit einem UV- Stift (es gibt günstig UV-Stifte, bei denen direkt eine UV-Lampe integriert ist, im Internet zu bestellen) den Merkvers verteilt auf mehrere Zettel. Die Kids suchen den Vers mithilfe der UV- Stifte auf den Zetteln und setzen ihn richtig zusammen.

Gebet

Es liegen Federn und Steine bereit. Die Kinder können die Gegenstände ans Kreuz bzw. in die Mitte legen. Wer möchte, kann auch etwas dazu sagen. Die Feder steht für Dank, etwas Tolles, oder wo Gott Zweifel oder Fragen im Leben geklärt hat. Der Stein für Schweres, den Zweifel, die Fragen, die noch offen sind, Dinge, die wir nicht verstehen.

Kreatives

Schreibt mit dem UV-Stift den Merkvers auf einen Zettel. Ihr könnt auch selbst „Geheimtinte“ herstellen (z.B. mit Zitronensaft). Die „weiße“ Seite eines Tintenkillers funktioniert auch als „Geheimtinte“. Wenn mit Zitronensaft/ Tintenkiller auf einen Zettel geschrieben und dieser später (nach dem Trocknen) mit einem Bügeleisen warm gemacht wird, erscheint die Schrift.

Spielerisches

Zu dem Thema Zweifel und Vertrauen bieten sich auch Vertrauensspiele an

Beispielsweise jemanden mit verbundenen Augen mithilfe von Kommandos durch einen Parcours führen.

Rätselhaftes

Siehe Wortgitter mit Begriffen aus der Geschichte im Downloadbereich.

(T)Extras

Lieder

Felsenfest und stark (Andy Park, Daniel Kallauch)

Du bist stark (Adlerlied) (Thomas Klein)

Dein Plan für mich (Thomas Klein)

Du machst mir Mut (Marvin Göpfert, Pala Friesen, Lilly Kolbow)

Vollgas mit Jesus (Jan Wörner)

Experimente

Führt kleine und kurze Experimente durch, die auf den ersten Blick unglaublich erscheinen. Im Internet lassen sich dazu viele Ideen finden.

Beispiel:

Wie trennt man Salz und Pfeffer?

Für dieses Experiment brauchst du:

  • Salz
  • Pfeffer
  • einen Teller
  • einen Plastiklöffel
  • ein Wolltuch

Streue den Pfeffer und das Salz auf den Teller. Mische beides gut durch. Dann reibe mit dem Wolltuch fest am Plastiklöffel. Anschließend halte den Löffel über dein Pfeffer-Salz-Gemisch. Der Pfeffer wird vom Plastiklöffel angezogen und bleibt kleben.

Was passiert hier?
Durch die Reibung am Wolltuch wird der Plastiklöffel elektrisch aufgeladen und zieht zuerst den Pfeffer an, weil dieser leichter als das Salz ist. Die Kraft, die hier wirkt, heißt statische Elektrizität.

Aktion

Der Auftrag von Jesus gilt auch uns noch heute – wem können wir die gute Nachricht bringen? Überlegt euch gemeinsam als Jungschar eine Aktion. Beispielsweise könnt ihr einen Ostergruß an die Nachbarschaft verteilen oder eine Karte mit der Osterbotschaft an Freunde schreiben, etc.

Kreatives

Jeder kann einen Stein oder auch ein einfaches kleines Holzkreuz bemalen. Die Kids können darauf die Zusage von Jesus schreiben, dass er immer bei ihnen ist. Beispielsweise aus Matthäus 28, 20 b (LUT): „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Wenn die Kinder Zweifel haben oder schwere Zeiten erleben, können sie sich an dieser Zusage „festhalten“ bzw. sie „fest umklammern“.

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir hier ein paar Materialien zusammengestellt, die mit Krieg und Frieden zusammenhängen. Wir hoffen euch können die Einheiten und Bausteine für die Arbeit vor Ort mit der Zielgruppe helfen.

1. Deine Frage an Gott                                                                                 

Ziele.                                                                                         

  1. Werbung für den Jugendabend / die Gruppen des CVJM machen
  2. Mut machen, über Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen.
  3. Jesus zum Thema machen und zeigen: Der CVJM ist ein kompetenter und authentischer Ansprechpartner für Glaubens- und Lebensfragen.

Der Ablaufplan für diese Schulstunde ist als Datei im Anhang beigefügt. In der Stunde wird dieser kurze Imagefilm eingesetzt.

2. Weltbeweger gesucht!

Ziele:

  • Jugendliche zur Beteiligung im CVJM motivieren
  • Gesprächsansätze bieten, was Gott mit den Menschen vorhat
  • Zeigen, dass Glaube motiviert, aktiv diese Welt zu gestalten
  • Einladen, sich als möglicher Teil der Rettungsbewegung Gottes in dieser Welt zu sehen

Der Ablaufplan für diese Schulstunde ist als Datei im Anhang beigefügt. In der Anlage finden sich auch alle Bilddateien, die eingesetzt werden.

Auch der Image-Film zum CVJM (siehe Link oben) wird eingesetzt.

3. Pausenaktionen

Die meisten Schulpausen dauern nicht länger als 10-20 Minuten und bieten die Möglichkeit, in kurzer Zeit von vielen Jugendlichen wahrgenommen zu werden.

Sie beeinflussen nicht den Schulunterricht und nehmen daher Lehrkräften keine Zeit aus dem Lehrplan. Dadurch werden sie oft erlaubt und bieten sich an, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, Jugendliche aus dem CVJM zu besuchen, die diese Schule besuchen und Werbung an den Mann (und die Frau) zu bringen. Oftmals ergeben sich mit Lehrkräften davor und danach gute Gespräche über die Arbeitsfelder des CVJM, da sie natürlich daran interessiert sind, was Vereine in der Kinder- und Jugendarbeit tun.

Während solcher Pausenaktionen konnten wir folgende Erfahrungen machen:

  1. Mit spielerischen Werbeaktionen (Heißer Draht, Big Wheel, Einräder, Hochstelzen,…) waren vor allem die Schülerinnen und Schüler der unteren Jahrgangsstufen zu begeistern (5.-6. Klasse).
  2. Es braucht sehr initiative und im Ansprechen von Jugendlichen fitte Mitarbeitende, um mit den oft verhaltenen Schülerinnen und Schüler ins Gespräch zu kommen.
  3. Meistens beginnt ein Kontakt damit, dass Jugendliche, die jemand aus dem Mitarbeiterteam kennen, auf eine Werbeaktion zukommen und dabei ihre Freundinnen und Freunde mitnehmen.
  4. Der Zeitraum ist extrem kurz. Die Zeiten der Jugendlichen, auf den Schulhof und wieder in den Unterrichtsraum zu gelangen, nehmen immer mehr Zeit in Anspruch, sodass sich der Aktionszeitraum oft auf wenige Minuten beschränkt.

Folgende Ideen haben sich bisher bewährt und unterstützten die Werbung positiv:

„PIMP MY PAUSENBROT“

Eine riesige Theke mit allem, was ein Pausenbrot aufwertet oder ein Pausenbrot entstehen lässt, steht für die Jugendlichen bereit – und bietet die Möglichkeit, beim Brot schmieren ins Gespräch zu kommen.

Wichtig: in der Schule besonders auf Hygiene achten!

SPIELE / GEWINNSPIELE

Kleine Herausforderungen oder ein „Glücksrad“ entwickelt bereits enorme Anziehungskräfte, weil sie dazu animieren, in Kontakt zu kommen und etwas mitzunehmen.
Beispiele: Heißer Draht, Geschicklichkeitsspiele,…

TALK-WÄNDE
Eine riesige Frage (z.B. „Wofür lebst du?“) auf einer großen Leinwand oder einer Folie bieten die Möglichkeit, dass Jugendliche zu Wort kommen, ohne dabei in ein Gespräch gehen zu müssen – und dennoch kann man dort gut ansetzen.

Gute Fragen dazu: https://die-erinnerungsguerilla.org/

CHILL-OUT-ZONE
Ein Moment Entspannung im doch so harten Alltag der Schule bieten Liegestühle, Ventilatoren, Sitzsäcke, und andere Möglichkeiten zu entspannen. Eine Chill-Out-Zone mit frischem Obst (oder Schokospießen) und Säften ist gut vorzubereiten, schnell auf- und abzubauen und bietet eine gute Möglichkeiten, Jugendlichen etwas Gutes zu tun, ohne aufdringlich zu sein.

TORWANDSCHIESSEN + ANDERE SPORTLICHE AKTIONEN

Solche Aktionen kann man gut anwenden, um Jugendlichen etwas Neues zu bieten und in Kontakt zu kommen – als Einladung für ein Turnier oder Sportevent genauso gut geeignet wie ein Sportler, der sein Können auf dem Schulhof zeigt (BMX-Biker, …).

Wichtig ist bei allem:

Die Form muss zu euch und den Jugendlichen passen, authentisch und umsetzbar sein!

4. Einladeaktionen

Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Einladeaktionen vor, in und rund um Schulen sind ein gutes Mittel, Jugendliche zu erreichen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, insbesondere dann, wenn es um Konzertveranstaltungen, Street-Soccer-Turniere oder andere kreative Events geht.

Herausfordernder wird es, wenn es um Bibelverteilaktionen oder das Verteilen von evangelistischen Handzetteln geht.

In den letzten Jahren haben insbesondere andere religiöse Strömungen wie die Zeugen Jehovas, aber auch Scientology oder islamistisch motivierte Bewegungen entdeckt, dass Schulen ein gutes Feld für Erstkontakte zu jungen Menschen sind – daher unbedingt im Vorfeld mit der Schulleitung sprechen und gut überlegen, in welcher Form, mit welchen Personen, mit welcher Außendarstellung und welchen „Geschenken“ ihr unterwegs sein wollt und ob diese erstmal Befremden auslösen können.

Ideen konkret

Gut geeignet für Einladeaktionen in Schulen sind Veranstaltungen, die eine Schule unterstützt, weil sie kulturell wertvoll oder für das Miteinander förderlich sind.

Hier gab es gute Erfahrungen mit:

  • CVJM-Theatergruppen / TENSING-Auftritten
  • Internationalen Austauschprogrammen, Begegnungsfreizeiten
  • Workcamps im Ausland
  • Sportturniere im öffentlichen Raum
  • Kinogottesdienste (Cinema-Church, MovieTime, Cut-Kino, usw.)
  • Soziale Einsätze (3 Tage Zeit für Helden, Rent-a-volunteer,…)

Diese können sowohl gut in Schulstunden in 5-15 Minuten vorgestellt werden als auch auf dem Schulhof mit einem Stand, einer Werbeaktion beworben werden, insofern die Schulleitung zustimmt bzw. die Lehrerkräfte dies erlauben und unterstützen.

5. Weitere Ideen

Interessante Persönlichkeiten

Manchmal hat ein CVJM Kontakt zu bekannten Sportlern, Menschen aus der Politik oder anderen Feldern, die für Schulen interessant sein könnten.

Mit ihnen gemeinsam kann man gut Zugang zu Schulen bekommen und / oder Schuleinsätze gestalten.


Geschichten von Menschen

Oftmals sind Schulen sehr daran interessiert, tiefere Einblicke in das Weltgeschehen zu bekommen und Jugendlichen Ansatzpunkte zu bieten, konkret und persönlich mit einem Thema in Kontakt zu kommen.
Offen sind Schulen z.B. für Angebote, die das Thema „Flucht und Heimat“ thematisieren, insbesondere wenn junge Geflüchtete dabei sind, die von ihren Erfahrungen berichten.

Weitere Themen könnten sein: Junge Erwachsene, die in extremen politischen oder religiösen Strömungen unterwegs waren und Auswege daraus gefunden haben, Menschen mit internationalen Erfahrungen an besonderen Orten, die im Fokus der Nachrichten stehen oder junge Menschen aus anderen Ländern, wie z.B. das Team Ithemba, das thematisch-kreativ mit seinen Erfahrungen in Deutschland unterwegs ist.

GOD‘S WORD WEEK

Gemeinsam mit einem CVJM-Ortsverein habe ich einmal ein Gemeindehaus zu einer Bibelerlebnisaustellung umgebaut und dort gezielt Angebote für Schulklassen, Erwachsene und Jugendgruppen gemacht. Dazu gehörten Räume mit Erlebnis-, Erfahrungs-, Wissens- und Glaubenscharakter, in denen die Geschichte der Bibel, ihre Inhalte, die Persönlichkeiten, das Umfeld und die Botschaft erfahrbar wurden. Dies ist auch im Schulkontext möglich oder bietet eine Möglichkeit, Schulklassen dafür zu gewinnen, die Räumlichkeiten eines CVJM kennenzulernen.

Worum geht’s?

Eineinhalb Jahre Corona. Viele Lockdowns. Jugendarbeit fand entweder online, mit Abstand und Maske oder gar nicht statt. Jugendliche sind seit Monaten darauf fokussiert, ihren eigenen Alltag mit sich ständig ändernden Regelungen zu meistern. Welche Rolle spielt dabei ihr Glaube? Uns brennt auf dem Herzen, dass Jugendliche wieder ganz neu ihren Alltag aus Gottes Perspektive sehen können: Welche Geschichte schreibt Jesus in meinem Leben? Wie kommen seine und meine Welt zusammen? Wie kann ich seine Liebe weitergeben?

Dafür haben wir SHIFT your ground entwickelt. Drei interaktive Abende mit Games und Tiefgang sollen dabei helfen, deine Jugendgruppe neu zu beleben und den Glauben in den Alltag zu holen. Wir stellen dir alles zur Verfügung, was du dafür brauchst. Anhand des Materials kannst du die Abende selbst gestalten.

Inhalte der Abende

1. Abend: SHIFT your ground_Know your story

Was hast du mit Gott bisher schon erlebt und was hast du weiterzuerzählen? Entdecke die Geschichte, die dein Leben erzählt.

2. Abend: SHIFT your ground_Unite your world

Dir kommt es so vor, als gäbe es eine Welt mit christlichen Freunden und eine mit allen anderen? Manchmal kostet es ganz schön viel Kraft, beide Welten auseinanderzuhalten. Doch was, wenn beide aufeinander träfen? Entdecke mit Jesus neue Perspektiven.

3. Abend: SHIFT your ground_Love your school

Was wäre, wenn Gott die Leute in deiner Schule liebt? Was würde sich ändern, wenn du mit Jesus zur Schule gehst? Entdecke wie seine Liebe deine Schule verändern kann.

Die Abende bauen inhaltlich aufeinander auf. Trotzdem sind sie so konzipiert, dass Teilnehmende an jedem Abend neu mit dazukommen können. Um den inhaltlichen Bogen kennenzulernen, empfehlen wir, im Vorfeld die Entwürfe für alle drei Abende durchzulesen. Am dritten Abend kann eine gemeinsame Aktion entstehen.

Ihr könnt die Abende selbst gestalten und an eure Situation vor Ort anpassen.

Auf www.shiftyourground.smd.org und direkt hier beim Stundenentwurf auf jo findet ihr alle zusätzlichen Materialien zu den Entwürfen (Vorlagen für Kleingruppen, Poetry-Text …) zum Download.

Um SchülerInnen gut begleiten zu können, ist uns der persönliche Kontakt zu ihnen wichtig. Und wir können mit euch überlegen, wie wir euch über SHIFT hinaus unterstützen und mit euch zusammenarbeiten können. Ein Besuch von uns bietet sich deshalb besonders am dritten Abend an. Über shiftyourground.smd.org könnt ihr einen Termin mit uns vereinbaren. Für die Unterstützung vor Ort haben wir ein Team aus Ehren- und Hauptamtlichen, die euch gerne besuchen.

HINWEISE ZUR GESTALTUNG

Wenn es in eurer Jugendgruppe einen bewährten Ablauf für eure Treffen gibt, überlegt, ob ihr die Entwürfe darin gut integrieren könnt oder ob ihr an diesen Abenden bewusst davon abweichen wollt. Hinweise für die Gestaltung der einzelnen Abende findet ihr in den jeweiligen Entwürfen. Die Entwürfe sind so konzipiert, dass sie in 45-60 Minuten durchgeführt werden können. Zeit für gemeinsames Singen/ Lobpreis, persönlichen Austausch, Ansagen… sind in die Zeit nicht mit eingerechnet. Vorschläge, wie ihr das Rahmenprogramm gestalten könnt, zusätzliche Spielideen und passende Lieder findet ihr in den jeweiligen Entwürfen.

Gemeinsam zu essen, hilft anzukommen und erleichtert, miteinander ins Gespräch zu kommen. Überlegt, ob ihr den Abend mit einem gemeinsamen Essen starten oder beenden könnt. Vielleicht lassen sich hier ja auch Erwachsene aus der Gemeinde gewinnen, für diese drei Abende ein Essen oder kleine Snacks vorzubereiten.

MIT ANDEREN JUGENDGRUPPEN

Jugendliche finden es interessant, andere Jugendliche kennenzulernen. Oft sind Schüler- Innen aus demselben Ort in unterschiedlichen Schulen und Gemeinden. Einige kennen sich und sind miteinander im Gespräch, andere würden feststellen, dass es noch andere Christen an der Schule gibt, die eine Jugendgruppe besuchen. Solche Begegnungen stärken die Gemeinschaft von ChristInnen an einer Schule und helfen ihnen, ihren Glauben im Schulalltag zu leben. Daher ist SHIFT eine ideale Möglichkeit,

andere Jugendgruppen einzuladen und die Abende gemeinsam zu gestalten. Dies fördert nicht nur die Begegnungen von Jugendlichen, sondern erleichtert euch auch die Durchführung. Jede Jugendgruppe kann einen ganzen Abend oder Teile davon übernehmen und gegebenenfalls auch Gastgeber sein.

Statt alle Abende gemeinsam zu gestalten, kann auch jede Jugendgruppe die ersten beiden Abende für sich durchführen und ihr macht aus dem dritten Abend ein gemeinsames Event. Hier könnte z.B. jede Gruppe einen Gang zu einem gemeinsamen Essen beisteuern.

Für die Abende gemeinsam mit anderen Jugendgruppen bieten sich folgende Elemente an:

Hängt eine große Stadtkarte auf und markiert darauf die Schulen. Die Jugendlichen kleben ein Post-it mit ihrem Namen zu der Schule, auf der sie sind bzw. waren. Markiert, an welchen Schulen es eine christliche Schülergruppe (SBK) gibt. Weist darauf hin, dass die Schüler-SMD SchülerInnen darin unterstützt, ihren Glauben an der Schule zu leben und eine Gruppe zu gründen. Näheres dazu am dritten Abend bzw. an dem Abend mit einem Gast der Schüler-SMD. Nehmt euch Zeit, um gemeinsam für Schulen zu beten. Dies kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise geschehen. Ihr könnt euch beispielsweise in Gruppen nach Schule bzw. Stadtteil oder Ort zusammenstellen. Die Jugendlichen tauschen sich in ihrer Gruppe über Gebetsanliegen aus und beten füreinander und für ihre Schulen.

 WENN CORONA ES ZULÄSST

Wir wissen nicht, was coronabedingt möglich sein wird, wenn ihr die Abende durchführt. Die Entwürfe gehen davon aus, dass bei der Durchführung reale Treffen möglich sind. Ihr müsst situationsbezogen entscheiden, was davon stattfinden kann und welche Regelungen dafür zu beachten sind. Welche Spiele könnt ihr spielen? Ist Singen möglich? Könnt ihr gemeinsam essen? Dürfen andere Jugendgruppen zu Besuch kommen? … Passt die Entwürfe kreativ an eure Situation an.

Shift your ground

Worum geht’s?

Eineinhalb Jahre Corona. Viele Lockdowns. Jugendarbeit fand entweder online, mit Abstand und Maske oder gar nicht statt. Jugendliche sind seit Monaten darauf fokussiert, ihren eigenen Alltag mit sich ständig ändernden Regelungen zu meistern. Welche Rolle spielt dabei ihr Glaube? Uns brennt auf dem Herzen, dass Jugendliche wieder ganz neu ihren Alltag aus Gottes Perspektive sehen können: Welche Geschichte schreibt Jesus in meinem Leben? Wie kommen seine und meine Welt zusammen? Wie kann ich seine Liebe weitergeben?

Dafür haben wir SHIFT your ground entwickelt. Drei interaktive Abende mit Games und Tiefgang sollen dabei helfen, deine Jugendgruppe neu zu beleben und den Glauben in den Alltag zu holen. Wir stellen dir alles zur Verfügung, was du dafür brauchst. Anhand des Materials kannst du die Abende selbst gestalten.

Auf dieser Website findest du alle Infos zu SHIFT:

https://www.smd.org/schueler-smd/mitmachen/fuer-jugendgruppen/

Inhalte der Abende

1. Abend: SHIFT your ground_Know your story

Was hast du mit Gott bisher schon erlebt und was hast du weiterzuerzählen? Entdecke die Geschichte, die dein Leben erzählt.

2. Abend: SHIFT your ground_Unite your world

Dir kommt es so vor, als gäbe es eine Welt mit christlichen Freunden und eine mit allen anderen? Manchmal kostet es ganz schön viel Kraft, beide Welten auseinanderzuhalten. Doch was, wenn beide aufeinander träfen? Entdecke mit Jesus neue Perspektiven.

3. Abend: SHIFT your ground_Love your school

Was wäre, wenn Gott die Leute in deiner Schule liebt? Was würde sich ändern, wenn du mit Jesus zur Schule gehst? Entdecke wie seine Liebe deine Schule verändern kann.

Die Abende bauen inhaltlich aufeinander auf. Trotzdem sind sie so konzipiert, dass Teilnehmende an jedem Abend neu mit dazukommen können. Um den inhaltlichen Bogen kennenzulernen, empfehlen wir, im Vorfeld die Entwürfe für alle drei Abende durchzulesen. Am dritten Abend kann eine gemeinsame Aktion entstehen.

Ihr könnt die Abende selbst gestalten und an eure Situation vor Ort anpassen.

Auf shiftyourground.smd.org und direkt hier beim Stundenentwurf auf jo findet ihr alle zusätzlichen Materialien zu den Entwürfen (Vorlagen für Kleingruppen, Poetry-Text …) zum Download.

Um SchülerInnen gut begleiten zu können, ist uns der persönliche Kontakt zu ihnen wichtig. Und wir können mit euch überlegen, wie wir euch über SHIFT hinaus unterstützen und mit euch zusammenarbeiten können. Ein Besuch von uns bietet sich deshalb besonders am dritten Abend an. Über shiftyourground.smd.org könnt ihr einen Termin mit uns vereinbaren. Für die Unterstützung vor Ort haben wir ein Team aus Ehren- und Hauptamtlichen, die euch gerne besuchen.

HINWEISE ZUR GESTALTUNG

Wenn es in eurer Jugendgruppe einen bewährten Ablauf für eure Treffen gibt, überlegt, ob ihr die Entwürfe darin gut integrieren könnt oder ob ihr an diesen Abenden bewusst davon abweichen wollt. Hinweise für die Gestaltung der einzelnen Abende findet ihr in den jeweiligen Entwürfen. Die Entwürfe sind so konzipiert, dass sie in 45-60 Minuten durchgeführt werden können. Zeit für gemeinsames Singen/ Lobpreis, persönlichen Austausch, Ansagen… sind in die Zeit nicht mit eingerechnet. Vorschläge, wie ihr das Rahmenprogramm gestalten könnt, zusätzliche Spielideen und passende Lieder findet ihr in den jeweiligen Entwürfen.

Gemeinsam zu essen, hilft anzukommen und erleichtert, miteinander ins Gespräch zu kommen. Überlegt, ob ihr den Abend mit einem gemeinsamen Essen starten oder beenden könnt. Vielleicht lassen sich hier ja auch Erwachsene aus der Gemeinde gewinnen, für diese drei Abende ein Essen oder kleine Snacks vorzubereiten.

MIT ANDEREN JUGENDGRUPPEN

Jugendliche finden es interessant, andere Jugendliche kennenzulernen. Oft sind Schüler- Innen aus demselben Ort in unterschiedlichen Schulen und Gemeinden. Einige kennen sich und sind miteinander im Gespräch, andere würden feststellen, dass es noch andere Christen an der Schule gibt, die eine Jugendgruppe besuchen. Solche Begegnungen stärken die Gemeinschaft von ChristInnen an einer Schule und helfen ihnen, ihren Glauben im Schulalltag zu leben. Daher ist SHIFT eine ideale Möglichkeit, andere Jugendgruppen einzuladen und die Abende gemeinsam zu gestalten. Dies fördert nicht nur die Begegnungen von Jugendlichen, sondern erleichtert euch auch die Durchführung. Jede Jugendgruppe kann einen ganzen Abend oder Teile davon übernehmen und gegebenenfalls auch Gastgeber sein.

Statt alle Abende gemeinsam zu gestalten, kann auch jede Jugendgruppe die ersten beiden Abende für sich durchführen und ihr macht aus dem dritten Abend ein gemeinsames Event. Hier könnte z.B. jede Gruppe einen Gang zu einem gemeinsamen Essen beisteuern.

Für die Abende gemeinsam mit anderen Jugendgruppen bieten sich folgende Elemente an:

Hängt eine große Stadtkarte auf und markiert darauf die Schulen. Die Jugendlichen kleben ein Post-it mit ihrem Namen zu der Schule, auf der sie sind bzw. waren. Markiert, an welchen Schulen es eine christliche Schülergruppe (SBK) gibt. Weist darauf hin, dass die Schüler-SMD SchülerInnen darin unterstützt, ihren Glauben an der Schule zu leben und eine Gruppe zu gründen. Näheres dazu am dritten Abend bzw. an dem Abend mit einem Gast der Schüler-SMD. Nehmt euch Zeit, um gemeinsam für Schulen zu beten. Dies kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise geschehen. Ihr könnt euch beispielsweise in Gruppen nach Schule bzw. Stadtteil oder Ort zusammenstellen. Die Jugendlichen tauschen sich in ihrer Gruppe über Gebetsanliegen aus und beten füreinander und für ihre Schulen.

 WENN CORONA ES ZULÄSST

Wir wissen nicht, was coronabedingt möglich sein wird, wenn ihr die Abende durchführt. Die Entwürfe gehen davon aus, dass bei der Durchführung reale Treffen möglich sind. Ihr müsst situationsbezogen entscheiden, was davon stattfinden kann und welche Regelungen dafür zu beachten sind. Welche Spiele könnt ihr spielen? Ist Singen möglich? Könnt ihr gemeinsam essen? Dürfen andere Jugendgruppen zu Besuch kommen? … Passt die Entwürfe kreativ an eure Situation an.

Heute geht es um den zweiten Abend:
Unite your world

Entdecke mit Jesus wie seine und deine Welt zusammengehören.

MINUTENPLAN


Zeit
in min
PhaseInhaltMaterialienMethodeWer?
2EinleitungBegrüßung, anknüpfen
an den letzten Abend und Einleitung Thema
PlenumLeitung
1HinführungErklärung der Bubble-
Reflexions-Aufgabe
3 Seile, Deko, Jesus- Symbol (siehe Entwurf), Arbeitsblätter (Schaubilder)Plenum, VisualisierungLeitung
15Interaktive
Reflexionszeit
s.o., Stifte, ggf. MusikEinzelarbeitJugendliche
4HauptteilJesu Interesse besteht
an der ganzen Welt
Jesus-Symbol, BindfädenPlenum, VisualisierungLeitung
3Gemeinsame Definition von „authentisch“Plenumsgespräch
15BibelgeschichtenBibeltexteNacherzählung der BibelgeschichtenLeitung
2Bezug zu den
Jugendlichen, persönliches Beispiel
5Persönliche
Reflexionszeit
Fragen, SchaublätterEinzelarbeit oder MurmelgruppeJugendliche
1AbschlussGedanken der GeduldLeitung
5Call to ActionGebetspartnerIn
und ein konkretes Vorhaben
kleine A6-KartePartnerarbeitJugendliche
2Gebet/SegenGemeinsames Gebetvorformuliertes
Gebet
Plenumalle

Zielgedanke

Die Kernfrage des Abends lautet: Wie kann ich als ChristIn in meinen unterschiedlichen Rollen und Lebenswelten authentisch sein? Jugendliche werden ermutigt, ihre Zugehörigkeit zu Jesus in allen Bereichen ihres Lebens bewusst und sichtbar zu leben. Sie verstehen sich als Sprachrohr der Liebe Gottes in allen Rollen ihres Alltags, z.B. Kind, SchülerIn, FreundIn etc.

Hörerperspektive

Menschen sind in unterschiedlichen Kreisen unterwegs und leben damit scheinbar in verschiedenen Welten. Sei es in der Schule, im Sportverein, in der Jugendgruppe oder der Familie. All diese Gruppen unterscheiden sich beispielsweise durch die Leute, die Insider, die Interessen und vieles mehr.

Dazugehören ist für Jugendliche ein wichtiges Grundbedürfnis, woraus auch die Angst resultiert, ausgeschlossen zu werden.

Beim Eintauchen in die jeweilige „Welt“ ist es eigentlich normal, dass man sich ihr anpasst, um Teil davon sein zu können und sich akzeptiert zu fühlen. Manchmal kann das jedoch auch dazu führen, dass man sich hinter einer Maske versteckt und nicht mehr authentisch ist.

Und was passiert, wenn auf einmal zwei „Welten“ aufeinandertreffen?
Die Sorge, in der einen Welt für die Zugehörigkeit zur anderen Welt ausgelacht zu werden, führt dazu, dass viele versuchen, die beiden Welten getrennt zu halten oder sogar aus Scham die Zugehörigkeit verschweigen oder leugnen. Aufgrund dieser Angst ist es zum Beispiel vielen christlichen Jugendlichen peinlich, in der Schule zuzugeben, dass sie ChristIn sind bzw. in eine Gemein- de gehen. Innerhalb der christlichen Bubble kann es dann wiederum oft als peinlich empfunden werden, zu anderen sozialen Gruppen zu stehen.

Biblischer Hintergrund

Jesus ist hier unser roter Faden. Dabei wird er als authentisches Vorbild vorgestellt, da er gekommen ist, um der ganzen Welt zu begegnen. Auch die JüngerInnen sind im Missionsbefehl zu „allen Völkern“ gesandt und er selbst hat viele unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Hintergründen berührt und hat immer einen Weg gefunden, den Menschen mit Liebe und Barmherzigkeit zu begegnen. Zusätzlich ist er gemeinsam mit anderen Menschen, die sein Wertesystem teilen, unterwegs und betet gemeinsam mit ihnen.

Exemplarisch liegen zwei Bibelgeschichten vor, die die Authentizität Jesu deutlich machen. Beide Geschichten werden weniger für ihre theologischen Grundaussagen als für ein Verhaltensbeispiel von Jesus heran- gezogen. Daher verzichten wir an dieser Stelle darauf, die theologischen Aussagen Jesu näher zu erläutern.

Erklärungen zu Johannes 4, 6-42

In der Geschichte der Samaritanerin am Brunnen begegnet Jesus einer Frau, die einem anderen Glauben und einer anderen Kultur angehört. Normalerweise sprachen Juden nicht mit SamaritanerInnen (siehe Esra 4,1-3 und 9-10; Matthäus 10,5; Lukas 9, 53). Nun ist Jesus mit ihr allein und beginnt das Gespräch. In dem Dialog wird in den Versen 7 bis 26 deutlich, wie sie auf unterschiedlichen Ebenen miteinander kommunizieren. Erst sprechen sie über das materielle Brunnenwasser, dann über das Wasser des Lebens, die Frau spricht eine Streitfrage zwischen Samaritanern und Juden an. Diese Frage unterbricht Jesus mit einer Frage nach ihrem Leben, die Frau merkt, dass Jesus sie durchschaut und sieht ihn als Propheten und schließlich als Messias an. Danach wird sie sogar zur Missionarin. Diese verschiedenen Ebenen wirken so, als würden die beiden sich nicht verstehen. Am Anfang ist es wohl auch so. Doch sie bleiben im Gespräch, ringen miteinander, bis die Frau Jesus als den Messias erkennt. Als die Jünger das Gespräch bemerken, wundern sie sich, sagen aber nichts dazu. In dieser Bibelgeschichte kann Jesus uns zu einem Vorbild im Brückenbauen und Kommunizieren werden. Jesus geht hier bewusst in eine andere Bubble und verbindet sie durch den Vers 21. Er baut hier eine Brücke in der Frage, wo und wie Gott angebetet werden kann, die Streitfrage, die die Frau angesprochen hatte.

Erklärungen zu Johannes 8, 1-11

Die zweite Geschichte ist die der Ehebrecherin, die gesteinigt werden soll. Die Sünde, die die beiden Frauen begangen haben, ist die gleiche: Ehebruch. Trotzdem reagiert Jesus darauf anders. Wie leicht wäre es gewesen, den klaren Regularien, denen die Pharisäer folgen, ebenfalls zu folgen? Es war ein klar falsches Verhalten der Frau. Doch Jesus bleibt auch in dieser Situation authentisch. Er reagiert barmherzig und mit Liebe. Das zeigt sich in der Rettung des Lebens und der Ermahnung. Jesus findet die richtigen Worte gegenüber der Frau (sündige hinfort nicht mehr) aber auch gegenüber seinen Glaubensbrüdern, den Pharisäern und Schriftgelehrten (wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein). Seine Liebe und Barmherzigkeit und seine Durchsicht durch diese undurchsichtige Aktion der religiösen Führungselite, bringt auch die Pharisäer dazu, Gnade walten zu lassen.

Obwohl Jesus zweimal einer Ehebrecherin begegnet, reagiert er der Bubble entsprechend anders, aber immer authentisch und seine Werte treu vertretend.

TIPPS FÜR DEN ABEND

Raumgestaltung und Dekoidee

Siehe Einstieg.

Ideen zur Gestaltung des Rahmenprogramms

» Spielanleitungen und Themenbezüge befinden sich im Downloadbereich.

Hindernisparcours Signs

Therapie Kontakt

Gemeinsames Zählen

Gemeinsam im Hochseilgarten

Ihr könnt auch davor oder danach gemeinsam in einen Hochseilgarten gehen.

Bezug zum Thema:

Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, neue Umfelder, die man für sich „lösen“ muss. Jede/r hat je nach Voraussetzung andere Herangehensweisen.

Liedvorschläge

No longer slaves (Bethel Music)
Voice of truth (Casting Crowns)
Mittelpunkt (Outbreakband)

DURCHFÜHRUNG DES ABENDS

Dekoration und Vorbereitung:

Baut in jeder Ecke des Raumes eine „Bubble“ mit repräsentativen Materialien, die zu diesen Orten passen, auf. Markiert auf dem Boden mit Tape sichtbar voneinander getrennte Kreise (verschiedene Farben können helfen). Die Jugendlichen teilen sich auf die Kreise auf. Stimmt also die Größe der Kreise auf eure Jugendgruppe ab. Optional könnt ihr auch Luftballons von der Decke abhängen oder Luftballons mit Gas befüllen. Das sieht nicht nur schick aus und macht gute Laune, es entführt auch ein bisschen in die Bubbles. Auf den Einstieg könnt ihr später immer wieder Bezug nehmen.

Beispiel für die Materialien in den Bubbles:
  1. Schule: Rucksack, Brotdose, Schulbuch, Stundenplan, Federmappe, Trinkflasche, Heft, Collegeblock, Gong, Namen der jeweiligen Schulen, …
  2. Gemeinde: die Adresse der Gemeinde, Namen der Jugendlichen, Kreuz, Erinnerungen, Insider, die charakteristisch für eure Jugend sind, Liederbuch, Vaterunser, …
  3. Familie/Zuhause: To-do-Liste mit Haushaltsaufgaben von den Eltern, Schlüsselbund, Müsli-Packung & Küchentisch, Computer/Fernseher, Bettzeug, …

Einstieg ins Thema

In welcher Welt lebst du denn?
Kennst du diesen Moment, wenn du bemerkst, dass du gerade von etwas null Peilung hast, von dem dein Gegenüber richtig Ahnung hat und begeistert erzählt? Kein Wunder, denn wir alle, die heute Abend hier sind, leben einen unterschiedlichen Alltag, in unterschiedlichen Bubbles. Diese sind von Menschen, Orten, Themen, Insidern, Worten und Einflüssen geformt.

Unsere Jugend ist ein Überschneidungsort unserer jeweiligen Bubbles. Überleg mal, welche Bubbles und Welten in deinem Alltag präsent und relevant sind?

Es gibt zum Beispiel die Schule, die Gemeinde, den Jugendkreis, die Familie, die Sportgruppe, den Musikverein, die Discord-Community, andere Freundeskreise usw.

In diesen unterschiedlich vielen und unterschiedlich großen Bubbles, nehmen wir unterschiedliche Rollen ein.

Erzähle von zwei unterschiedlichen Bubbles, in denen du lebst.

Über unsere Rollen in den Bubbles und wie wir innerhalb dieser Bubbles reagieren und interagieren, wollen wir uns heute Abend Gedanken machen.

Interaktion & Erleben:

In jeder Ecke in diesem Raum ist eine Bubble oder ein Lebensraum aufgebaut. Heute schauen wir uns folgende drei an: Schule, Gemeinde und Familie. Ihr habt jetzt 15 Minuten Zeit (etwa 5 Minuten pro Kreis), alle drei Welten zu begehen und folgende Fragen, die auf dem Handout stehen, persönlich zu beantworten. Ihr dürft hier alles aufschreiben, was euch in den Sinn kommt. Ihr müsst das später niemandem vorstellen oder zeigen.

  1. Welche Rollen habe ich in dieser Bubble?
  2. Welche Werte gelten hier?
  3. Gibt es Situationen, in denen ich mich verstellen muss?
  4. Wie kommt hier mein Glaube an Jesus vor?

Die Jugendlichen durchlaufen und durchleben in Stille die Orte und schreiben ihre Gedanken auf. Wenn es deiner Jugendgruppe leichter fällt, wenn Musik läuft, ist das hier auch gut möglich.

Frage im Plenum:

Wie ging es euch dabei? Sind euch neue Erkenntnisse gekommen?

Je nachdem wie offen eure Jugendlichen sind, reicht hier auch ein Ja oder Nein bzw. ein Votum der Jugendlichen. Das Teilen der direkten Erkenntnisse wäre sehr privat und nur mit Zeit und in einer vertrauten Runde zu empfehlen.

Überleitung

Die letzte Frage, die ihr beantworten konntet, lautet: „Wie kommt hier mein Glaube an Jesus vor?“ Das Thema dieses Abends nennt sich „Unite your world“. Entdecke mit Jesus wie seine und deine Welt zusammengehören.

Hauptteil

Manchmal kommt es mir so vor, als würde unser Leben mit Jesus vor allem in der Gemeinde stattfinden. Als würden wir Jesus nur in der Gemeinde, auf Freizeiten oder Events begegnen und kennenlernen. Danach geht es wieder raus in die Welt, wo andere Dinge wichtig sind, anders gesehen und gewertet werden.

Erzähle gerne eine persönliche Erfahrung zu Frage 4: Wie kommt mein Glaube an Jesus in meinen Welten vor? Teile, was dich daran herausfordert.

Jesus war, wie vielleicht einige von euch auch, viel unterwegs. In unterschiedlichen Kreisen und Kontexten. Mal mit den Juden, den Samaritanern, mit Kindern, Frauen, Männern, Insidern und Outsidern der Gesellschaft. Krass wie viele Bubbles er sich angeguckt hat und mit wie vielen unterschiedlichsten Menschen er Leben geteilt hat. Eine sehr ermutigende, aber auch herausfordernde Seite von Jesus ist, dass er nie gesagt hat, dass er nur in der Gemeinde, nur an einem Ort zu finden ist. Ganz im Gegenteil, er selbst ist in die Welt hinausgegangen und ist vielen Menschen außerhalb des Tempels begegnet. Jesus ist nämlich nicht nur in der Gemeinde zu Hause. Die Welt ist sein Zuhause. Er war Wanderprediger von Beruf und hat sich immer wieder neu getraut, sich in die Welt der anderen zu bringen und da zu sein. Er hat die Bubbles platzen lassen und war mit Menschen unterwegs.

Geh in alle Kreise und stelle symbolisch Jesus in die Mitte jeden Kreises, z.B. einen König aus einem Wikingerschach und in die Mitte des Raumes. Verbinde mit einer Schnur alle Jesus-Holzklötze, um die umspannende Gegenwart Jesu deutlich zu machen. Tipp: Die Schnur muss ja nicht gespannt sein, sonst fallen vermutlich die Jesus-Holzklötze um.

Jesus fordert uns mit seinem Leben heraus, einen Blickwechsel vorzunehmen. Wir erfahren durch die Geschichten und die Art, wie Jesus gelebt hat, dass sein Blick auf die Welt immer die ganze Welt mit all ihren Bubbles umfasst. Wir denken diese Welt oft in verschiedenen Bubbles, die wir voneinander fernhalten. Jesus ist aber nicht auf die Welt gekommen, um in seiner Komfortzone zu sein und sich ein entspanntes Leben zu machen. Er hat bewusst auch andere Lebensräume betreten, um möglichst vielen Menschen mit diversen Hintergründen mit der Liebe und Großzügigkeit Gottes zu begegnen. Für mich ist Jesus in seinem Handeln authentisch. Authentisch ist ein sperriges Wort. Deshalb die Frage: Was heißt authentisch eigentlich?

  1. Was verbindest du mit dem Wort authentisch?
  2. Was macht einen Menschen für dich authentisch?

Kurzes Plenumsgespräch dazu, wenn ihr mögt, sammelt die Aussagen der Jugendlichen auf einer Flipchart.

Definition laut Duden: au|then|tisch = echt; den Tatsachen entsprechend, daher glaubwürdig.

Bibelgeschichte und Input

Wie, warum und wann war Jesus eigentlich au|then|tisch? In den folgenden beiden Bibelstellen wird deutlich, was authentisch bei Jesus bedeutet:

Hier kannst du gut bei beiden Bibelgeschichten eine passende Nacherzählung heraussuchen. Für den Input ist gleich vor allem das Verhalten von Jesus wichtig. Bei der Frau am Brunnen wäre es dabei gut, wenn ihre Fragen trotzdem Teil der Erzählung sind, da die Jugendlichen dabei erkennen können, wie lange die beiden miteinander im Gespräch waren, bis sie endlich über den gleichen Inhalt gesprochen haben.) Erzähle erst die Bibelgeschichte der Samaritanerin am Brunnen nach (Johannes 4, 6-42). Hier ist klar zu benennen, wie getrennt die Kulturen eigentlich gelebt haben und wie untypisch es für einen Mann aufgrund des damaligen Rollenbildes war, mit einer unbekannten Frau zu sprechen.

Frage an die Jugendlichen:

Wie handelt Jesus hier?

Welche Bubbles erkennt ihr in der Geschichte?

Was überrascht euch?

Mit welcher Haltung spricht Jesus mit ihr?

Erzähle nun die Geschichte der Ehebrecherin (Johannes 8, 1-11).

Frage an die Jugendlichen:

Wie reagiert Jesus hier?

Was ist die Gemeinsamkeit mit der anderen Geschichte?

Welche Unterschiede in den Gesprächen erkennt ihr in den beiden Geschichten? Was macht ihn authentisch?

Jesus macht in den beiden Situationen irgendwie dasselbe, und doch reagiert er ganz anders. Er handelt nicht gleich und ist doch authentisch. Jesus schafft eine Verbindung zwischen den „Welten“. Er schämt sich weder vor den Jüngern noch vor den Pharisäern noch vor den Frauen. Er ist das verbindende Element, weil er sich und seiner Botschaft treu bleibt, obwohl er anders spricht und unterschiedlich auf unterschiedliche Menschen reagiert. Ich glaube, dass das daran liegt, dass er sich selbst nicht nur zu einer Gruppe zuordnet, sondern zu Gott. Das macht ihn frei, zu verbinden und nicht nur in einzelnen Gruppen oder Bubbles zu wirken. Er hat sich nicht geschämt, er selbst zu sein und mit dem, was ihn bewegt, offen umzugehen. Er hat sich getraut, sich auch an fremden Orten und in unangenehmen Situationen so zu zeigen, wie er ist. Er kann uns ein gutes Vorbild sein, was „authentisch sein“ als ChristIn bedeutet.

Was hat das mit uns zu tun?

Wie wir vorhin festgestellt haben, hast du an den verschiedenen Orten verschiedene Rollen. Das ist klar und auch gut so. Du kannst anders mit Menschen reden, andere Witze machen, hast andere Verantwortungen, … Wie kannst du in all diesen Rollen als ChristIn authentisch sein? Das ist eine superspannende Frage, weil es keine allgemeine Musterlösung dafür gibt.

Jesus gibt Beispiele, wie das aussehen kann, aber er gibt keinen Stufenplan mit, wie das jetzt genau aussehen muss, sondern lässt uns und unseren Unterschiedlichkeiten Raum.

Durch den Glauben lädt Gott uns ein, sein Kind zu sein. Und wenn du diese Einladung an- nimmst, liegt dieses Kind-Gottes-Sein allem zugrunde (Galater 3,25-29). Diese Identität nimmst du in alle Bereiche mit rein, egal, welche Rolle du dort hast. So ist es nicht nur Jesus, der Begleiter und Erlöser dieser Welt, der die unterschiedlichen Bubbles dieser Welt verbindet und durchdringt. Auch du wirst so zu einem/r BrückenbauerIn. Weil Jesus und du verbunden seid, verbindet ihr unterschiedliche Welten (Hinweis auf die Kreise vom Anfang). Das ist nichts, wofür du dich in irgendeiner Bubble schämen musst oder etwas, das eine Last sein soll, sondern eine krasse Wertschätzung von Jesus uns gegenüber. Denn er traut es dir zu und befähigt dich dazu, dass du in allen Bubbles und in allen Rollen Sprachrohr für seine Liebe zu den Menschen bist. Wie genial ist das denn, wenn Menschen durch dich eine Idee haben können, wie ein Leben mit Jesus aussehen kann?

Raum für ein persönliches Beispiel, bei dem du dich eventuell für den Glauben geschämt hast oder/und wo du authentisch geglaubt hast.

Wie du siehst, gibt es viele unterschiedliche Arten, wie man authentisch Christsein leben kann. Wie ist deine Strategie, authentisch zu sein?

Persönliche Reflexionszeit der Jugendlichen

Diese Zeit kann entweder in Einzelarbeit oder Kleingruppen verbracht werden.

Schau dir nochmal deine Bubbles an.

  1. Wie könnte in deinen Bubbles für dich authentisches Christsein aussehen? Was würde sich verändern?
  2. Wo kannst du Menschen verbinden? Wo suchst du Verbindungen?

Wo gibt es schon Verbindungen?

  • Vor wem schämst du dich? Wann hast du dich für deinen Glauben geschämt?

(» Weiterarbeit mit dem Arbeitsblatt vom Anfang)

Abschluss

Jetzt haben wir uns viele Gedanken gemacht, wo und wie wir authentisch unseren Glauben leben können. Und so gut und wertvoll das auch ist, die Umsetzung kann echt schwierig sein und braucht viel Mut. Wir sind da in guter Gesellschaft: Die Jünger damals mussten nämlich auch immer wieder neu ermutigt werden. Aber genauso wie sie, dürfen wir Jesus als Vorbild und Begleiter haben, der uns auch heute helfen will. Damit wir nicht von der Aufgabe, alles und jeden zu verbinden, erschlagen werden, fangen wir mit einer konkreten Challenge an. Es geht nicht darum, direkt alles richtig zu machen, sondern mit Jesus gemeinsam auf dem Weg zu sein.

Challenge – Call to Action

Jetzt wird es konkret. Wie können wir zu BrückenbauerInnen, zu VerbinderInnen unserer Welten werden? Wie kann das in deiner nächsten Woche ganz praktisch aussehen?

Alle suchen sich eine/n GebetspartnerIn, mit dem/der er/sie sich über folgende Fragen austauscht und gemeinsam dafür betet:

  • In welchen Bubbles fällt es mir schwer, authentisch ChristIn zu sein?
  • Wo und wie will ich authentisch als ChristIn leben? Nimm dir eine konkrete Änderung für die kommende Woche vor. Was motiviert mich?
  • Was kann mich hindern? Was brauche ich?

Tipp: Es lohnt sich, kleine Schritte zu feiern. Wie feierst du diesen?

Diese Partnerschaften sollen über den Abend hinaus bestehen, damit die beiden füreinander beten und einander berichten können, wie die Action funktioniert hat. Bei der nächsten Jugendstunde tauschen die beiden sich über ihre Erlebnisse aus.

Gemeinsames Gebet

(» Präsentationsfolie im Downloadmaterial)

Jesus, du hast die ganze Welt im Blick.

Du begegnest ihr mit Liebe und Barmherzigkeit. Du nimmst die Menschen in ihren Situationen an,

kommst ihnen nah, ohne dich selbst zu verraten.

Du siehst, wie wir hin- und hergerissen sind. Zwischen dem Leben mit dir und dem Leben mit Menschen, die dich nicht kennen.

Du siehst, wie wir dich verraten, wie wir uns schämen, wie wir nicht wissen, wie wir diese Welten in unseren Köpfen verbinden, wie wir Grenzen sprengen können.

Sei du unser Lehrer. Hilf uns, authentisch zu sein.

Hilf uns, in allen Bubbles, in die du uns hineingestellt hast, wie

selbst und trotzdem nicht starr zu sein.

Hilf uns, deine verbindende Liebe in diese Welt zu tragen  und

Menschen ehrlich und liebevoll zu begegnen.

Hilf uns, dass wir dir und uns in allen Situationen treu bleiben.

Danke, dass du um unsere Zerrissenheit weißt und

dass du auch die Welten in uns selbst immer wieder neu

verbindest.

Amen.

Wovon träumst DU?

Zielgedanke

Jeder Mensch hat Träume, Wünsche, Sehnsüchte, Ziele – manche dieser Träume hat uns Gott ins Herz gelegt. Sie können uns und diese Welt bewegen und verändern. Gehen wir auf Entdeckungsreise zu unseren Herzens-Träumen.

Vorüberlegungen für Mitarbeitende

Die Rede „I have a dream“ des Baptistenpredigers und Bürgerrechtlers Martin Luther King von 1963 bewegt noch heute die Welt, wird viel zitiert und ist immer noch dabei, Realität zu werden. Es war die letzte Rede von mehreren Rednern beim sogenannten „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Diese Bewegung zu deren Wortführern M.L. King gehörte, setzte sich dafür ein, dass die Aufhebung der Rassentrennung auch umgesetzt wurde.

(Nachlesen kann man die ganze Rede z.B. unter https://ewigkite.de/glaubenssachen/38-angedacht/740-i-have-a-dream; Karte oder Poster mit dem deutschen Text der Rede gibt es z.B. unter https://www.kawohl.de/i-have-a-dream-44501).

Am Ende seiner Rede, die auch in Radio und Fernsehen übertragen wurde, spricht M.L. King über seinen Traum. Das ist der emotionale Höhepunkt der Rede. Hier können wir sein Herzensanliegen hören. Dieses Teilen seines Traums bewegt die Zuschauer und Zuschauerinnen, inspiriert, elekrisiert und motiviert weiter zu machen, dran zu bleiben, nicht aufzugeben.

Besonders an diesem Traum ist, dass sich M.L. King FÜR ein gemeinschaftliches Leben aller, FÜR Brüderlichkeit, FÜR Gerechtigkeit, … ausspricht und nicht GEGEN die Unterdrücker, Ausbeuter, Leugner,…

Diese Rede zeigt wunderbar einige Aspekte von Träumen: Träume zeigen unser Innerstes, um was es uns wirklich geht, was unsere Sehnsüchte, Motivation oder auch Ängste und Unsicherheiten sind. Träume haben Perspektive. Sie gehen über das Jetzt und Hier hinaus, sind manchmal auch kaum vorstellbar, ihre Realisierung in weiter Ferne und fraglich. Oft sind sie verbunden mit der Sehnsucht nach Veränderung. Träume können uns selbst und die, die wir daran teilhaben lassen, inspirieren und motivieren, in Bewegung setzen und etwas zur Realisierung des Traums beitragen. Träume kann uns Gott aufs Herz legen. Sie können ein Stück seiner Liebe, seiner Werte und seiner Gedanken für seine Menschen in diese Welt bringen.

Erlebniswelt der Kinder

Vier- bis sechs-jährige Kinder werden nachts häufig von Alpträumen geplagt. Ihre Welt, ihre Erfahrungen, ihr Blick weitet sich, wird realistischer. Sie nehmen Erlebnisse auch außerhalb ihrer Familie wahr. Sie erleben, dass die Welt nicht heil ist. Mama und Papa können nicht jedes Problem lösen und auch sie selbst sind nicht unbesiegbar. Diese Unsicherheit spiegelt sich in ihren Alpträumen wieder.

Träume im Sinne von Wünschen können bei jedem (Kind) ganz anders aussehen und haben unterschiedliche Wurzeln.

Träume können mit schwierigen Erlebnissen zusammenhängen. Ein Kind hat Verlust erlebt und träumt jetzt von Menschen, Situationen,… die ihm Sicherheit geben. Ein Kind fühlt sich verloren und erträumt sich Menschen, die ihm Geborgenheit geben, z.B. den König auf dessen Schloss es leben darf und zu dem es jederzeit kommen kann.

In Träumen verstecken sich natürlich auch kleine und große Sehnsüchte, durch Dinge, die sie sehen und hören, im realen Leben oder eben auch auf Hörspielen oder in Filmen. Dazu gehört der Traum vom eigenen Pony im Garten, einer erfolgreichen Formel-1-Karriere, der größten Geburtstagstorte überhaupt,…

Träume können aber auch bei Kindern schon auf Herzensanliegen, Begabungen, Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale hinweisen. So mancher Berufstraum von Kindern kommt dem, was sie später tun, beruflich oder in der Freizeit, erstaunlich nahe.

Es ist gut, sich mit seinen Träumen auseinaderzusetzen. Sie zeigen etwas von unserem Innersten. Sie können motivieren und uns und andere in Bewegung setzen.

Wichtig: Träume dürfen groß, verrückt, schillernd sein! Über Träume wird nicht gelacht! Und, Träume dürfen Geheimnisse sein!

Einstieg ins Thema

Jedes Kind bekommt einen Schaum- oder Schokokuss – Träume sind Schäume, oder?

Wer hat schon mal geträumt? Fragt die Kinder, tauscht euch, wer mag, über Träume aus, an die ihr euch erinnert. Worum ging es in dem Traum? Wie hast du dich beim Aufwachen gefühlt?

Es gibt noch andere Träume. Träume, die nichts mit der Nacht und dem Schlaf zu tun haben. Träume, die in Kopf und Herz entstehen. Wer von euch hat tief in sich einen Traum? (Nur fragen WER, nicht WAS!)

Erzählung

Bennett ist auf dem Heimweg von der Schule. Ein ganz schön langes Stück muss er zu Fuß gehen. Das ist anstrengend nach einem langen Tag in der Schule. Der Bus fährt nicht bis zu seinem Zuhause, dort, wo die kleinen, ärmlichen Häuser der Dunkelhäutigen stehen. Die Gegend, die kein Weißer in guter Absicht betritt. Allerdings ist er hier auch einigermaßen sicher. Keiner, der ihn hänselt, weil er schwarz und dumm ist. Keiner der einfach so einen Stein in seine Richtung kickt. Keiner, der ihn in den hinteren Teil des Busses, den Teil für die Schwarzen, schickt und keiner, der zusammenzuckt, weil er ihn ausversehen am Ärmel gestreift hat.

Zu Hause wartet nur sein Großvater, der zu alt und schwach zum Arbeiten ist, deshalb hat es Bennett nicht eilig. Er seufzt. Sein Vater ist im Gefängnis, weil er sich etwas getraut hat. Er hat mitprotestiert in seiner Fabrik, sogar angezettelt hat er den Protest mit zwei seiner Kollegen. Wofür sie sich eingesetzt haben? Für gemeinsame Toiletten für Schwarze und Weiße, so dass die Schwarzen nicht mehr diesen weiten Weg in das hinterste Kellerloch zu ihrer einzigen Toilette in der ganzen Fabrik gehen müssen. Und für einen überdachten Pausenraum für Schwarze, damit sie die Pause nicht in Regen und Kälte vor der Fabrik verbringen müssen.

Bennetts Mutter sorgt von morgens bis abends für zwei kleine, weiße Mädchen, deren Kinderzimmer größer sind als das Haus von Bennetts Familie. Und seine 14jährige Schwester putzt und kocht für ein reiches, älteres, weißes Ehepaar. Abends kommt sie müde und ausgehungert nach Hause, weil sie nur von den Resten essen darf.

Noch einmal seufzt Bennett auf – was ihn wohl erwartet? Wird er nach der Schule Arbeit in der Fabrik seines Vaters finden? Er würde so gerne Journalist werden, von den großen Sport-Events schreiben, oder von dem, was Pastor King gerade in Alabama und Washington bewegt, von den Massen, die er auf die Straße holt, um für Gerechtigkeit für die Schwarzen zu protestieren. Aber das bleibt wohl ein unrealistischer Traum für einen schwarzen Jungen.

Moment, Pastor King – heute soll doch der große „Marsch auf Washington“ stattfinden, bei dem auch Pastor King reden wird. Ein weißer Lehrer hat heute in seiner Schule für die Schwarzen darüber gespottet: „Das wir euch auch nichts nützen: schwarz und dumm kann nicht plötzlich weiß und klug sein. Und außerdem, ihr seid es schon immer gewohnt, Befehle auszuführen, wie wollt ihr denn plötzlich selbst Entscheidungen treffen können?“ Ein anderer Lehrer, der anders ist, als die traurigen, hoffnungslosen Lehrer, der glaubt, dass sie genauso gut lernen können, wie die weißen Kinder, hat sie allerdings ermutigt: „Hört euch die Reden an. Sie setzen sich für eure bessere Zukunft ein. Sie haben gute Ideen, ein großes Herz und wollen durchsetzen, was schon lange euer Recht ist.“

Zuhause angekommen, trifft Bennett seinen Opa vorgebeugt vor dem Radio sitzen. Gespannt lauscht er der knisternden Stimme von Pastor King. Bennett setzt sich zu ihm. Monoton spricht Pastor King von Freiheit und Gerechtigkeit, davon, dass sich JETZT etwas ändern muss. Er warnt vor Bitterkeit und Hass gegenüber denen, die ihnen die Freiheit und Rechte nicht zugestehen. Bennett schweift ab, es ist schwierig zu verstehen und so langweilig gesprochen.

Doch plötzlich schreckt er hoch. Die Stimme ändert sich, wird lauter, eindringlich, er spürt Begeisterung und immer wieder hört er die Worte: Ich habe einen Traum.

Ich habe einen Traum „dass frühere Söhne von Sklaven mit Söhnen früherer Sklavenhalter an einem Tisch sitzen“ – Bennett staunt: nicht nur das Recht auf Pause und einen Pausenraum, nein, gemeinsam an einem Tisch sitzen!

Ich habe einen Traum… „in dem man nicht nach Hautfarbe, sondern nach Charakter beurteilt wird“ – Bennetts Gedanken drehen Karussell: also nicht mehr schwarz=dumm und faul, sondern jeder bekommt die Chance zu zeigen, was er kann und was ihn ausmacht?

„Ich habe einen Traum… Das ist unsere Hoffnung… Mit diesem Glauben werde ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen… mit diesem Glauben werden wir fähig sein zusammen zu beten… in dem Wissen, dass wir eines Tages frei sein werden.“

Bennett hält es nicht mehr vor dem Radio aus. Er hüpft durch das kleine Zimmer. Das will er auch glauben. Das will er auch träumen. Dafür will er beten und kämpfen, an seiner Schule, mit seiner Familie. Denn dieser Traum, dass alle anerkennen, wir Menschen, egal ob schwarz oder weiß, arm oder reich, Jude, Moslem oder Christ, wir sind alle gleich wertvoll erschaffen, dieser Traum soll wahr werden!

Andacht

Martin Luther King hatte einen großen Traum und mit ihm träumten an diesem Tag 200 000 Menschen in Washington und noch viele mehr an Radio und Fernseher. Sie träumten von Gerechtigkeit und Freiheit, für Respekt und gleiche Chancen für alle. Manches ist wahr geworden. Für einige dieser Träume kämpfen noch heute, über 60 Jahre später, Menschen auf der ganzen Welt.

Seifenblasen fliegen lassen.

Manche Träume sind Schäume. Sie zerplatzen schneller als Seifenblasen. Trotzdem darf ich sie träumen. Vielleicht machen diese Träume mich fröhlich, vielleicht ermutigen sie mich, wenn sie mich allerdings nieder drücken ist es besser, ich lege sie weg.

Es gibt auch Alpträume. Du stellst dir das schlimmst Mögliche vor, malst dir schreckliche Situationen aus, träumst von peinlichen, erniedrigenden Situationen, … -Das sind schlimme Träume. Sie lähmen dich, ENTmutigen und rauben die Hoffnung. Diese Träume darfst du nicht wegdrücken. Es ist wichtig, mit einer Person, der du vertraust, darüber zu reden.

Es gibt aber auch Träume, die ermutigen, setzen dich in Bewegung, motivieren dich, etwas zu tun, zu lernen, dich für etwas oder jemanden einzusetzen. Das sind wertvolle Träume, halte sie fest!

Nicht jeder dieser Träume erfüllt sich genauso oder ganz schnell. Martin Luther King und seine Anhänger mussten lange träumen und kämpfen, viele Menschen in der Bibel auch. Trotzdem waren ihre Träume richtig und wichtig. Trotzdem war es richtig und wichtig, den Traum nicht wegzuwerfen, sondern dranzubleiben und ihn mit anderen zu teilen. So haben immer wieder Träume von einem Menschen, dessen eigenes Leben oder sogar das Leben vieler Menschen verändert und bereichert.

Auch du darfst träumen – groß, verrückt, bunt! Einfach, weil es Spaß macht, die Vorstellungskraft anregt und dich motiviert. Und du darfst auf deine Träume ganz tief in deinem Herzen hören, so wie der Traum von Pastor Martin Luther King. Auf den Traum, der dich nicht loslässt, der dir immer wieder begegnet, der dich motiviert, der wahr werden kann, weil vielleicht Gott ihn in dein Herz gelegt hat. Vielleicht wird er nicht heute oder morgen wahr, vielleicht nicht ganz genau so, wie du träumst. Aber dein Traum von heute, kann ein Hinweis für etwas sein, das an Fähigkeit oder Persönlichkeit in dir steckt. Deshalb, träume und höre auf deine Träume.

Gebet

Guter Gott, danke, dass wir träumen dürfen. Danke, dass du sogar Träume in unser Herz legst. Lass uns wachsam sein, für diese Träume, die von dir kommen, die uns motivieren und in Bewegung setzen sollen. Bitte zeige uns, wo wir durch unsere Träume etwas von deiner Liebe in diese Welt bringen können. Amen

Lieder
  • Du bist Gott, Leben pur, Einfach spitze Nr.52
  • Jesus, du bist der König meines Herzens, Einfach spitze Nr.152
  • Hier bewegt sich was, Einfach spitze Nr.127

Vertiefungsideen

Mein persönliches Träume-Heft gestalten

Besorgt für die Kinder eurer Gruppe jeweils ein einfaches DIN A5 – Heft und weißes DIN A4 – Papier, das ihr als Umschlag gestalten könnt.

Für die Gestaltung des Umschlags gibt es viele verschiedene kreative Ideen. Hier stelle ich euch ein paar Ideen vor. Vielleicht habt ihr ja auch eine eigene kreative Idee, dann setzt gerne diese um.

Foto – schön ist es, wenn ihr den Umschlag dieses persönlichen Heftes mit einem Foto gestaltet. Das Foto könnt ihr in der Jungschar machen und gleich ausdrucken oder auch bei einem Drogeriemarkt ausdrucken und in die nächste Jungschar mitbringen. Klebt das Foto auf ein etwas größeres buntes Papier, dann hat es einen Rahmen. Bringt ihr das Foto erst zur nächsten Jungschar mit, könnt ihr diesen Rahmen schon aufkleben und den Rest des Umschlags trotzdem gestalten.

Collage – gestaltet den Umschlag mit einer bunten Collage. Bringt dazu Zeitschriften, Urlaubsprospekte, alte Postkarten und Kalender, Werbung,… mit aus denen die Jungscharler Bilder ausschneiden und aufkleben können.

Murmel- oder Schwammtechnik – für diese Techniken benutzt ihr am besten dickflüssige Farbe, z.B. Cromar-Farben oder leicht verdünnte Fingerfarbe. Bei der Murmeltechnik legt ihr das Blatt in einen Schuhkarton oder Deckel eines Schuhkartons. Kleckst um das Papier herum zwei bis höchstens drei verschiedene Farben und lasst dann Murmeln durch die Farbkleckse und über das Papier rollen.

Bei der Schwammtechnik kleckst ihr Farbe auf einen alten Teller, eine Palette oder Pappteller, benutzt pro Farbe einen Schwamm, taucht den Schwamm in die Farbe und TUPFT den gefärbten Schwamm über das Blatt. Wählt auch bei dieser Technik höchsten zwei bis drei unterschidliche Farben pro Umschlag.

Die Schwammtechnik könnt ihr auch gut mit der Collage kombinieren.

Während der gestaltete Umschlag trocknet, können die Kinder sich Zeit nehmen, ein bis zwei Träume in ihr Heft zu schreiben. Vielleicht helfen ihnen dabei diese und ähnliche Fragen: Was ist mein Traum für die Zeit nach der Schule? Was erträume ich mir jetzt für/mit meine(r) Familie? Was ist ein Traum-Beruf?/-Land?/-Hobby?/-Unternehmung?/-…

Das gestaltete DIN A4 – Blatt klebt ihr mit Alleskleber um das Heft – fertig ist das persönliche Träume-Heft!

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