Jesus im Johannesevangelium

Diese Themenreihe enthält 7 Einheiten zu Texten aus dem Johannesevangelium. 5 Einheiten beschäftigen sich den Taten und Begegnungen von Jesus, unter anderem dem Weinwunder bei der Hochzeit in Kana (Johannes 2) und dem Gespräch mit der Samariterin am Brunnen (Johannes 4). Außerdem enthält diese Reihe noch zwei Einheiten zum Johannesprolog (Johannes 1,1-18) die besonders für die Weihnachtszeit geeignet sind und die Weihnachtsgeschichte aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Außerdem enthält die Themenreihe, passend zur Jahreszeit, ein Winterfest mit Spielideen für drinnen und draußen, sowie einer Andacht zum Thema Winter.

Das Ziel

Starter

Jesus ermutigt Dich und ermöglicht es Dir, aufzustehen und aktiv zu werden.

Checker

Jesus ermutigt Dich und ermöglicht es Dir, loszugehen und Menschen zu helfen.

Der Text an sich

Die Bibelstelle ist eingebettet in ein für damals typisches Geschehen. Juden ziehen zu einem Fest am Sabbat hinauf nach Jerusalem. Der Weg führt sie an fünf Säulenhallen vorbei, daneben ist der See Betesda. Betesda ist hebräisch und bedeutet „Barmherzigkeit“. Wenn die Juden durch diese Säulen gehen, gehen sie an vielen Kranken vorbei. Sie liegen dort und warten, bis sich das Wasser des Teiches bewegt. Es wurde gesagt, dass ein Engel die Wasseroberfläche berührt und sie sich dadurch bewegt. Und viele glaubten, dass sie gesundwerden, wenn sie als erstes das Wasser berühren, nachdem es der Engel tat. Mit diesem Fünkchen Hoffnung warteten die Kranken dort, um eines Tages der oder die Erste zu sein.

Die Juden, die zum Fest kommen, helfen den Kranken dabei nicht. Sicher auch, weil es Sabbat ist und ein gläubiger Jude in der damaligen Zeit am Sabbat nichts tun durfte. Ein anderer Grund ist wahrscheinlich auch, dass sie mit einem anderen Ziel angereist sind und nicht, um Fremden zu helfen. Jesus handelt anders. Der Text erzählt uns nicht, woher Jesus wusste, dass der Mann schon 38 Jahre dort lag. Doch er geht nicht einfach an ihm vorbei, sondern bleibt stehen und wendet sich ihm zu. Im Dialog, der folgt, reagieren beide anders als man erwarten würde. Jesus fragt, ob der Mann gesund werden will. Eine komische Frage. Wer würde das nicht wollen? Und doch ist das ein Zeichen dafür, dass Jesus uns immer die Wahl lässt, ob wir seine Hilfe haben wollen oder es weiter alleine probieren wollen. Und vielleicht auch, dass Menschen sich manchmal selbst im Weg stehen und sie irgendwann gar nicht mehr aufstehen wollen. Denn der Kranke wird durch die Frage gezwungen aktiv eine Entscheidung zu fällen. Will er, dass sich die Situation ändert oder will er sich damit abfinden, dass es nie gesund wird? Wie er sich in dieser passiven Rolle eingefunden hat, wird bei seiner Antwort deutlich. Seine Sicht, dass er wenig Chancen hat und auch, dass er alleine vor diesem Problem steht, wird deutlich. Vielleicht reagiert er auf diese Weise, da er Jesu Frage als Anschuldigung für seine Untätigkeit interpretiert hat. Es ist seine Begründung und Rechtfertigung, dass er dort schon so lange liegt. Jesus geht nicht auf die Antwort ein, sondern bleibt bei seinem Thema. Er fordert den Kranken auf, aufzustehen, die Matte zu nehmen und zu gehen. Gleich drei Aussagen, die den Mann wieder in die aktive Rolle bringen. Raus aus dem passiven Kranksein, rein in das selbstbestimmte Losgehen. Es ist besonders, dass der Mann ihm ohne Murren glaubt. Er fühlt sich nicht auf den Arm genommen von dieser Aussage Jesu, sondern vertraut ihm und tut, was ihm gesagt wird.

Der Text für mich

Zwei Fragen stelle ich mir beim Text: Wann bleibe ich mal stehen, um zu helfen, gucke den bedürftigen Menschen ehrlich an und frage ihn, was er braucht? Jesus ist mir hier ein großes Vorbild. Denn ich bin sicher, auch ohne Wunder, wäre es ein guter Tag im Leben des Kranken geworden. Im Text wird deutlich, wie respektvoll Jesus helfen kann, ohne dass sich der Geholfene schlecht fühlt. Wie oft, auch in der Jungschar, gehe ich davon aus, dass ich am besten weiß, was der andere braucht. Wie kann ich die Kinder ernster nehmen und trotzdem sinnvoll helfen? Die zweite Frage ist, was mich eigentlich am Boden hält und mich lähmt? Auf welche unrealistischen Hoffnungen stütze ich mich, damit ich eine Ausrede habe, nicht loszugehen. Der Mann wird gleich zweimal von Jesus gefunden. Auch beim zweiten Mal muss er den Weg nicht selbst machen. Jesus geht auf ihn zu, nicht andersrum, und ermöglicht ihm ein selbstbestimmtes Leben. Nehme ich Jesu Aufforderung „Steh auf, nimm Deine Matte und geht“ ernst? Was ist meine Matte, was zehrt mich auf und lähmt mich. Denn nur, wenn ich immer wieder aufstehe, kann ich den Menschen so helfen, wie Jesus es mir vorlebt.

Der Text für Dich

Starter

Die Kinder kennen Situationen, in denen sie sich selbst gelähmt fühlen und nicht wissen, wie sie aus dieser Starre wieder herauskommen können. Solche Situationen sind, wenn Eltern sich streiten, sie Sorge vor dem nächsten Schultag oder Streit mit Freunden haben. Jesus macht wieder neu Mut aufzustehen und loszugehen, mit ihm im Rücken. Er hilft uns, wieder handeln zu können und mit neuem Selbstbewusstsein in den Tag zu starten.

Checker

Die Kinder wissen, dass Jesus oft Wunder getan hat. Nun ist es interessant ihnen bewusst zu machen, was durch das und neben dem Wunder hier passiert. In der Schule, im Sportverein, in der Nachbarschaft erleben Kinder, dass Menschen Hilfe benötigen. In der Geschichte gibt Jesus dem gelähmten Menschen das Handwerkszeug, selbst zu gehen und sein Leben selbstbestimmt zu leben. Das wünscht sich Jesus nicht nur für Kranke, sondern auch für uns. Auch die Kinder sind aufgefordert von passiv in aktiv zu wechseln und zu handeln. Jesus ist ein Vorbild, wie das beim Helfen aussehen kann. Hingucken und gemeinsam mit dem Bedürftigen überlegen, was er braucht. Es geht nicht darum, alles für den Menschen zu machen, sondern so zu helfen, dass er selbst handeln kann. Die Hausaufgaben also nicht einfach für ihn machen, sondern ihm erklären, wie es geht, damit er es beim nächsten Mal selbst machen kann.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Standbild-Rätsel

Eine/r der Mitarbeitenden stellt sich als Standbild vor die Gruppe. Die Pose, in der er oder sie verharrt, zeigt, dass Hilfe gebraucht wird. Was für Hilfe sollte nicht ganz deutlich sein. Nun dürfen die Kinder raten, was sich der Mensch wünscht oder was er braucht, was sein Problem ist. Jedes Kind hat nur eine bestimmte Anzahl an Versuchen. Danach wird das Rätsel gelöst. Je nachdem wie fit die Gruppe ist, können dann noch weitere Runden mit einem Kind im Standbild gespielt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder schon beim Erstellen des Standbildes eine klare Lösung des Rätsels im Kopf haben. Dabei können die Mitarbeitenden auch helfen.

Idee 2: Gegenseitige Hilfe

Allen Kindern werden die Hände zusammengebunden. Nun haben sie zunächst Zeit, zu versuchen, den Knoten alleine aufzumachen. Danach dürfen sie sich gegenseitig helfen, die Knoten bei dem jeweils anderen aufzumachen.

Verkündigung

Theaterstück

Die Verkündigung ist ein zweiteiliges Theaterstück. Einmal wird die Bibelgeschichte ohne Jesus gespielt, einmal mit.

Am Boden ist mit blauer Plane ein Teich dargestellt. Daneben liegen mehrere Personen am Boden auf Matten.

Erzähler: „Es war ein Fest in Jerusalem. Dazu kamen viele Juden, um dieses Fest zu feiern. Jedes Jahr fand es statt. Um zum Festort zu kommen, mussten viele durch die Säulenhallen gehen, in denen wir hier grade sitzen. Dort seht ihr den Teich Betesda. Da sind ja auch schon die Kranken und Lahmen, die auf Heilung oder ein Wunder oder Hilfe warten. Mal schauen, was dieses Jahr passiert.“ Nun kommen zwei Personen in Gewändern (z.B. weiße Laken), sie stellen die Juden dar, die sich auf den Weg zum Fest gemacht haben. Sie können sich gegenseitig von ihrer langen Reise erzählen. Sie gehen kurz zu dem Wasser und waschen ihr Gesicht. Im Weitergehen sagt der eine zum anderen: „Der Mann da drüben, der ist wirklich schon lange hier. Bestimmt über 30 Jahre. Hm…“ Beide gehen weiter, ohne die Personen am Boden weiter zu beachten.

Erzähler: „So ging es jedes Jahr. Doch dann, 8 Jahre später passierte etwas, womit niemand gerechnet hat. Dabei ist einfach nur eine andere Person dabei gewesen. Seht selbst.“

Gleiches Szenario. Doch nun ist ein dritter bei den Juden dabei.
Person A: „Der Mann da drüben, der ist wirklich schon lange hier. Bestimmt seit 38 Jahren. Hm…“ Die dritte Person bleibt stehen, dreht sich zu dem Mann am Boden um und hockt sich hin, um auf der gleichen Augenhöhe zu sein wie er. (Dabei ist es wichtig, gut darauf zu achten, dass die Kinder trotzdem noch gut sehen können und nicht nur den Rücken sehen.) „Willst Du gesund werden?“

Alle anderen gucken irritiert und der Mann am Boden fängt an, sich zu rechtfertigen: „Herr, ich hoffe doch, dass das Wasser dort drüben mich gesund machen kann. Denn der erste, der es berührt, nachdem es sich bewegt hat, wird gesund – so sagt man es zumindest. Doch ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt. Wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.“

Jesus legt ihm beruhigend die Hand auf die Schulter und sagt: „Steh auf, nimm Dein Bett und geh hin.“

Plötzlich kann der Mann am Boden aufstehen und weggehen.

Erzähler: „Was war anders als bei der ersten Situation vor 8 Jahren? Wer war wohl der Mann? Was meint ihr? Was hat er anders gemacht als die anderen?“ Hier können die Kinder die Unterschiede zwischen den beiden Situationen benennen.

Erzähler: „Oh guckt mal, auch andere wurden auf die Situation aufmerksam.“ Die Szene, in der der Mann weggeht wird nochmal wiederholt. Die beiden anderen Juden tuscheln miteinander. Der eine flüstert: „Es ist doch Sabbat, da darf man doch gar nichts tun. Weder heilen, noch seine Matte tragen. Was das wohl noch wird.“

Alle frieren ein. Nur noch der Erzähler bewegt sich, das andere ist ein Standbild.

Erzähler: „Die beiden Flüsterer haben Recht. Das damalige Gesetz besagte, dass man an dem Sabbat, also dem Samstag, nichts tun durfte, was nur im Entferntesten Arbeit war. Es wurden andere auf diese Begegnung zwischen dem Lahmen und dem Mann aufmerksam und fanden es gar nicht gut. Als andere Juden Jesus auf das Geschehene ansprachen, dass er etwas falsch gemacht hat, sagte er nur, dass er, genau wie Gott an jedem Tag wirkt. Ihm war es wichtiger, Menschen zu helfen, als die starren Regeln zu beachten.“

Die andere Idee

Interview mit dem Geheilten

Eine Person mit einer Matte unter dem Arm sitzt in der Runde der Kinder. Ein anderer Teamer stellt ihm verschiedene Fragen, sodass er erzählt, was aus seiner Perspektive geschehen ist.

  1. Wie heißt du?
  2. Was ist das für eine Matte unter deinem Arm? (lange mein Wohnort, weil ich gelähmt war doch jetzt kann ich wieder laufen)
  3. Und wo hast du gewohnt? (Am See Betesda; Hoffnung auf die Heilung durchs Wasser)
  4. Hattest Du wirklich noch Hoffnung, dass sich das von alleine löst? (Ich wusste nicht, worauf ich sonst hoffen sollte.)
  5. Wie kann es sein, dass du jetzt wieder hier sitzen kannst? (Ein Mann kam und hat gefragt, ob ich gesund werden will. Eine komische Frage, wenn du mich fragst. Aber er hat mich wirklich gesund gemacht. Ich weiß nicht wie, aber jetzt kann ich endlich wieder selber Dinge machen.)
  6. Und kanntest du den Mann? (Nein, und ich wusste auch erst viel später, wer er war. Das schien ihm nicht wichtig zu sein. Darum ging es nicht. Das Besondere war, das er mich so richtig angeguckt hat und nicht einfach vorbeigegangen ist. Das hat vorher noch nie jemand gemacht.)

Der Text gelebt

Wiederholung

Es wird ein großes Plakat in die Mitte gelegt, darauf sind zwei menschliche Silhouetten gemalt. Der Eine steht, der andere kniet oder liegt. Nun überlegen alle zusammen oder mehrere Kleingruppen, wie sich der liegende Mensch wohl gefühlt hat in der Geschichte. Was dachte er, als alle vorbeigegangen sind. Danach geht es um die Frage, was Jesus in der Geschichte so anders gemacht hat als die anderen Personen. Was hat er ganz konkret und körperlich getan? Die Ergebnisse können mit Wörtern oder gemalten Symbolen festgehalten werden.

Gespräch

Nun ist das Ziel, dass die Kinder merken, was diese Geschichte mit ihrem Leben zu tun hat. Dazu dienen die folgenden Gesprächsimpulse:

Hast Du Dich schon mal ganz starr oder gelähmt gefühlt?

Was hat Dich so gelähmt?

Was hilft Dir dann, wieder loszulegen und Dich besser zu fühlen? Hat Dir da schon mal jemand geholfen? (Hier ist es sinnvoll auch ein eigenes Beispiel zu erzählen.)

Konntest Du schon mal jemandem helfen, wieder selbst zu handeln?

Gab es auch Situationen, in denen Du Dich nicht getraut hast, zu helfen? Warum nicht?

Was hilft Dir, dass du hilfst und nicht einfach weitergehst?

Macht es einen Unterschied für Dich, ob die Person Dich fragt, was Du brauchst und Dich dabei anschaut? (Hier kann an die Standbilder vom Anfang erinnert werden.)

Merkvers

Da sagte Jesus zu ihm: »Steh auf, nimm deine Matte und geh!« Johannes 5, 8

Alle Kinder legen sich auf ein Kissen oder einfach auf den Boden. Teamer: „Manchmal, wenn wir uns nicht trauen zu helfen, fühlen wir uns machtlos. So als würden wir selbst bewegungsunfähig am Boden sitzen oder liegen. Jesus kommt aber auch zu uns und sagt „Steh auf!“ Nun stehen die Kinder nach und nach auf. Teamer: „Nimm Deine Matte“, die Kinder rollen pantomimisch eine Matte auf oder heben das Kissen auf. Teamer: „und geh“. Kinder suchen sich einen neuen Platz.

Nun kann sich die Hälfte der Kinder wieder hinlegen, die andere Hälfte hilft ihnen mit dem Aufsagen des Merkverses auf. Danach werden die Gruppen gewechselt. So wird deutlich: Sowohl wenn ich helfen will, als auch wenn ich Hilfe brauche, ermutigt und bestärkt mich Jesus mit diesem Zuspruch.

Gebet

Jedes Kind überlegt sich eine Person, die Hilfe oder die Ermutigung von Jesus brauchen könnte. Dann beginnt der Mitarbeitende, zu beten:

Jesus, du zeigst uns, wie wir helfen können, und dass es hilft, die Menschen um uns herum anzuschauen und zu fragen, was ihnen helfen würde. Manchmal fällt es uns schwer, aufzustehen und loszugehen und Hilfe anzubieten. Doch du möchtest uns und anderen Mut geben, selbst zu handeln und wieder loszugehen. Lass uns einen Unterschied machen, wenn wir Menschen begegnen und sprich du auch ihnen Mut zu. Dabei denken wir an (Hier können die Kinder dann nach der Reihe die Namen aufzählen, an die sie grade gedacht haben. Das muss vorher gut erklärt werden). Mach auch ihnen Mut.
Danke, dass Du mit uns gehst. Amen.

Kreatives

Matte basteln

Aus verschiedenen Stoffresten können die Kinder ihre eigene Matte basteln. Das, was sie manchmal beschwert und sie belastet, können sie auf die Stoffreste schreiben. Die Stoffreste werden dann entweder aneinander genäht oder getackert. Hinten kann noch mit Stoffstiften „Steh auf“ raufgeschrieben werden. Die Matte kann die Maße 10cm x 30cm haben und dient zur Erinnerung an Jesu Ermutigung.

Spiel

Die blaue Plane aus dem Anspiel dient wieder als Wasserersatz. Nun legt sich ein Kind auf den Boden und macht sich ganz schwer. Ein bis drei andere Kinder haben nun die Aufgabe, das liegende Kind auf die Plane zu bringen. Hierbei können auch verschiedene Teams gegeneinander antreten, da es ja auch in der Bibelgeschichte darum ging, der oder die Erste zu sein. Wichtig dabei ist, dass das liegende Kind gar nicht mithelfen darf.

Rätselhaftes

Entweder drei Kinder oder die Mitarbeitenden stellen als Standbild eine Szene der Bibelstelle nach. Die anderen Kinder müssen ganz genau angucken, wie es aussieht. Auch Kleidung ist dabei wichtig. Dann gehen die anderen Kinder raus und die Standbild-Darsteller haben drei Minuten Zeit, fünf Dinge an ihrem Bild zu verändern. Wenn die Kinder wieder reinkommen, müssen sie diese fünf Dinge herausfinden.

(T)Extras

Lieder

Seid nicht bekümmert

Dich hat der Himmel geschickt (Daniel Kallauch)

Kindermutmachlied

Ich helfe gern (Daniel Kallauch)

Spar Dir Deine Sorgen

Spiel

Zublinzeln

Hier kann die Gruppe Zublinzeln spielen. Die Kinder stellen sich in einen großen Kreis mit den Gesichtern zueinander und hinter jedem Kind steht ein anderes Kind. In dem Kreis gibt es einen Spieler ohne Hintermann oder -frau, dieser eröffnet das Spiel. Er schaut sich in dem Kreis um und zwinkert dann einem bestimmten Mitspieler zu. Dieser muss natürlich sehr aufmerksam sein, um das Zwinkern zu bemerken. Dann läuft der Spieler, dem zugezwinkert wurde, so schnell er kann von seinem Hintermann weg zu dem Spieler, der ihm zugezwinkert hat und stellt sich hinter diesen. Damit das Spiel nicht zu einfach wird, hat natürlich der Hintermann die Hände auf dem Rücken. So muss er versuchen noch viel schneller zu reagieren als sein Vordermann und diesen zu umarmen, damit er nicht die Möglichkeit hat wegzulaufen. Man kann dieses Spiel auch so spielen, dass alle Kinder, die vorne stehen, auf Stühlen sitzen. So ist das „Steh auf“-Thema nochmal mehr involviert.

Aktionen

Einander helfen

Ein Kind trägt eine Augenbinde, und hat die Füße zusammengebunden. Nun darf ein anderes Kind den zusammen Gebundenen nur mit seiner Stimme erklären, wie er die Füße frei bekommt. Danach kann es auch die Augenbinde abmachen.

Zielgedanke

Wohin du auch gehst, Gott geht mit!

Vorüberlegungen für Mitarbeitende

In dieser Bibelgeschichte übergibt Elia seinen „Prophetenjob“ an seinen Schüler Elisa. Rein äußerlich wird das am Überwerfen des Mantels deutlich. Durch Elia als Vorbild lernt Elisa seinen neuen Beruf. Doch bald erfährt er, dass Gott Elia zu sich direkt in den Himmel holen wird. Elisa findet sich mit dieser Voraussage nicht ab. Viel lieber ist er weiter mit Elia unterwegs und weicht ihm nicht von der Seite. Doch der Abschied rückt näher. Am Jordan erlebt Elisa ein Wunder: Elia schlägt seinen Mantel auf den Fluss, der sich daraufhin teilt. Beide durchqueren trocken den Fluss. Elisa wünscht sich von Elia, dass er den größten Teil des Prophetenerbes abbekommt. Das bedeutet, dass er sich selbst wünscht, Nachfolger Elias zu werden. Plötzlich geschieht das Unaufschiebbare: Elia wird entrückt. Elisas Glaubensvorbild ist jetzt für immer weg. Er ist allein. Keiner sagt ihm, was er tun oder lassen soll. Was ihm bleibt ist Elias Mantel. Am Jordan schlägt Elisa den Mantel (wichtig: kein Zaubermantel!) auf den Fluss. Sein Ausruf „Wo ist nun der Herr, der Gott Elias?“ zeigt seine Verzweiflung und Einsamkeit in diesem Moment. Das Wunder am Fluss wiederholt sich und zeichnet Elisa als Nachfolger Elias aus. Gleichzeitig zeigt ihm Gott damit, dass er ihn nicht hängen lässt. Elisa kann sich auf Gott als Wegbegleiter verlassen.

Erlebniswelt der Kinder

Am Ende einer Freizeit haben die Kinder Highlights hinter sich: Tolle Programmpunkte, Gebetserhörungen, Lagerfeuerromantik. Neue Freundschaften wurden geschlossen. Mitarbeitende lebten ihren Glauben als Vorbilder. Sie sind wie elterliche Freunde. Da wünscht sich so manches Kind, die Freizeit würde weitergehen. Die Zeit im Sommer, oder auch eine Jungscharstunde unter der Woche sind wie ein Stück erlebter Himmel. Zuhause wartet „nur“ der Alltag, fern ab von Mitarbeitenden und anderen Teilnehmenden. Was erwartet die Kinder daheim? Was passiert, wenn alle weg sind, die zum Glauben an Gott Mut machen? Mit der Geschichte von Elisa werden die Kinder ermutigt, mit Gott wieder in den Alltag hinein zu finden. Egal, wohin der Weg nach der Freizeit oder der Jungscharstunde führt: Gott ist ein treuer Wegbegleiter. Mit ihm ist man nirgends allein.

Einstieg

Rückblick auf persönliche Highlights

Der Programmplan des Jungscharlagers wird in die Mitte gelegt. So haben die Kinder nochmal den Überblick, was alles geboten wurde. Frage an die Kinder: Was hat euch am besten gefallen? Warum? Was muss es nächstes Jahr wieder geben? (Kinder erzählen lassen)

Thomas und Mike haben auch viel erlebt. Aber so langsam rückt das Ende der Freizeit näher. Und Thomas packt seine Sachen zusammen …

Erzählung

Thomas erzählt:

Elia hatte den Auftrag von Gott bekommen, Elisa als seinen Nachfolger zu bestimmen. Also ging er zu Elisa nach Hause. Seine Familie hatte einen großen Bauernhof mit vielen Kühen. Elisa war gerade auf dem Acker bei der Arbeit. Und während Elisa pflügte, ging Elia zu ihm, nahm seinen Mantel ab und warf ihn Elisa über die Schultern. Elisa war damit klar, dass er einen Propheten vor sich hatte. Und er selbst war mit dem Mantelüberwurf zu seinem Schüler ernannt. Das hieß: Schluss mit dem alten Beruf, weg von daheim, auf in ein neues Abenteuer! Also verabschiedete sich Elisa von den anderen Arbeitern und seinen Eltern und ging mit Elia weiter durch seinen Heimatort Gilgal. „Weißt du was“, meinte Elia plötzlich, „bleibe du hier als Prophet, Gott hat mir gesagt, ich soll nach Bethel weiter ziehen!“ Elisa erschrak. Wie sollte er jetzt schon Elias Nachfolger sein? Und außerdem war es schön, mit Elia zu ziehen und von ihm den neuen Beruf „Prophet“ zu erlernen. „So wahr Gott lebt und du lebst“, Elisas Stimme zitterte, „ich verlasse dich nicht!“ Elia schaute Elisa verwundert an. „Also gut, so soll es wohl sein, dann komm mit!“ Als die ersten Häuser von Bethel in Sicht waren, kamen ihnen einige Schüler entgegen, die auch zu Propheten ausgebildet wurden. Sie gingen auf Elisa zu. Und während sie noch durch Bethel gingen meinte einer von ihnen: „Elisa, weißt du eigentlich, dass Gott Elia heute zu sich holen wird?“ „Pssst“, Elisa hielt kurz an, „ja ich weiß, aber jetzt sei still!“ „Elisa?“, Elia war schon einige Meter weiter vorne. Schnell lief Elisa zu seinem großen Vorbild Elia. „Elisa, bleib hier in Bethel, Gott möchte, dass ich nach Jericho gehe!“ „Jericho? Aber wir sind doch jetzt erst in Bethel angekommen!“ Elisa klang verzweifelt, als er sich erneut sagen hörte: „So wahr Gott lebt und du lebst, ich verlasse dich nicht!“ Elia schüttelte den Kopf, klopfte Elisa auf die Schultern und meinte: „Also gut!“ In Jericho angekommen, liefen Elisa wieder Schülerkollegen entgegen: „Elisa, weißt du schon, dass Gott Elia heute zu sich holen wird?“ „Pssst“, Elisa war leicht genervt und gleichzeitig traurig, „ja ich weiß es, aber jetzt seid still!“ „Eliiiiiisa!“, in einiger Entfernung weiter vorne rief Elia wieder. Schnell rannte Elisa zu seinem großen Vorbild. „Elisa, bleib hier in Jericho, Gott hat mich an den Jordan geschickt!“ „An den Fluss? Wieso denn das?“, fragte Elisa erstaunt. Doch ehe Elia antworten konnte schob Elisa verzweifelt nach: „Ich, ich …, verlasse dich nicht!“ Also gingen die beiden wieder los und in einem gewissen Abstand folgten ihnen 50 der Prophetenschüler aus Jericho.

Am Ufer des Jordans angekommen passierte es. Elia nahm seinen Mantel, wickelte ihn zusammen und schlug ihn aufs Wasser. Plötzlich, Elisa traute seinen Augen kaum, teilte sich der Fluss nach rechts und links. In der Mitte entstand ein Weg. „Los komm“, hörte er Elia sagen. Und so ging Elisa Elia hinterher. Kein Tropfen Wasser kam an ihre Füße. Die anderen Schüler blieben am Ufer mit offenen Mündern stehen.

Auf der anderen Seite angekommen ging das Wasser wieder zurück, der Fluss floss weiter, als wäre nichts geschehen. „Elisa“, Elias Stimme klang sehr ernst, „bevor ich gleich zu Gott geholt werde, kann ich noch etwas für dich tun?“ Elisa erschrak. Nun war also der Moment des Abschieds gekommen. Gerne wäre er noch Monate mit Elia unterwegs gewesen, von einem Highlight zum nächsten. In Elias Nähe fühlte sich Elisa auch Gott nah. Was sollte ohne Elia werden? Während Elisa noch viele Gedanken durch den Kopf rasten, nahm er allen Mut zusammen und sagte: „Ich möchte, dass du mich als deinen legitimen Nachfolger einsetzt. Ich will deinen Auftrag weiterführen!“ Elia dachte laut nach: „Das liegt nicht in meiner Macht. Aber wenn Gott dich sehen lässt, wie er mich von dir weg holt, wird deine Bitte erfüllt!“ Und während sie so im Gehen miteinander redeten, kam plötzlich ein Streitwagen aus Feuer mit Pferden aus Feuer und trennte sie voneinander, und Elia fuhr in einem gewaltigen Sturm in den Himmel. Elisa sah das alles und rief: „Elia, mein Vater! Du warst Israels Streitwagen und sein Lenker!“

Als Elisa Elia nicht mehr sehen konnte, war er sehr traurig. Jetzt war er ganz allein. Was sollte jetzt aus ihm werden? Plötzlich kam ihm ein wichtiger Gedanke: Was hatte Elia nochmal gesagt? Wenn er, Elisa, sehen würde, wie Elia von ihm weggeholt würde, dann würde sein Wunsch erfüllt werden. Das hieße ja, er, Elisa, wäre jetzt wirklich der Nachfolger von Elia. Konnte das sein? Nein – oder doch?

Langsam hob Elisa den Mantel Elias auf, der auf den Boden gefallen war, und lief mit gesenktem Kopf zum Jordan zurück. Immer noch traurig nahm Elisa den Mantel Elias, schlug damit auf das Wasser und schrie verzweifelt: „Wo ist jetzt der Herr, der Gott Elias?“ Mit Tränen in den Augen sah Elisa, wie sich das Wasser teilte, genau wie bei Elia zuvor. Wenn das kein Zeichen von Gott war: Elisa war nicht allein. Gott war mit ihm, wie er auch mit Elia war.

Andachtsimpuls

Elisa hatte eine schöne Zeit mit Elia. Er hat dabei viel über Gott gehört. Elia hat ihm Geschichten erzählt, wie Gott ist und was das Volk Israel schon alles mit Gott erlebt hat. Elisa hat auch viele Highlights persönlich erlebt. Z. B. als Elia ihn vom Acker geholt hat. Oder als er durch den Jordan gegangen ist. Oder der Moment, als der Feuerwagen kam. Da war dann die gemeinsame Zeit mit Elia vorbei.

Unsere Freizeit ist nun auch langsam zu Ende. Was meint ihr: Wo ist Gott, wenn ihr nach Hause geht? Seid ihr dann ganz allein?

Elisa dachte, dass er allein gelassen würde. Aber Gott war mit ihm. Und die Prophetenschüler waren auch noch da.

Gott ist auch mit euch, egal, wo ihr seid. Er ist da, wenn ihr nach Hause kommt. Er ist da, wenn ihr wieder in die Schule geht, überall ist Gott mit euch unterwegs.

Und gleichzeitig könnt ihr euch auch nach der Freizeit treffen. In der Jungschar könnt ihr weitere Highlights erleben. Kommt doch einfach mit (Einladung für nächste Jungschar mitgeben!).

Gebet

Lieber Gott,
danke für die tolle Freizeit, für die vielen schönen Erlebnisse.
Es ist gut zu wissen, dass du auch mit uns bist, wenn wir
nicht mehr auf der Freizeit sind. Du bist immer für uns da.
Darauf können wir uns verlassen. Danke dafür.
Amen.

Ideen zur Vertiefung

Schlüsselanhänger basteln

„Mantel“ an Schlüsselring knoten: Auf ein dünnes Stoffstück (2,5 x 9 cm) mit einem Stoffmaler „Gott geht mit“ schreiben und anschließend an einen Schlüsselring knoten (Bastelbedarf oder Baumarkt). Jedes Kind bekommt seinen Schlüsselanhänger als Erinnerung, dass Gott mit ihm unterwegs ist.

Bibellesehilfe verschenken

Um mit Gott daheim in Kontakt zu bleiben, bekommt jedes Kind ein Heft mit Bibelleseplan (z. B. „Guter Start“, Bibellesebund) geschenkt. Am besten, man geht mit den Kindern den Aufbau des Heftes durch.

Für die Jungschar: Schlussritual

Am Ende der Jungschar stehen alle eng im Kreis zusammen und halten sich an den Händen oder legen sich die Arme über die Schultern.

Mitarbeitender ruft: „Bei jedem Schritt …“

Kinder antworten: „… geht Gott mit!“

Das Ganze dreimal wiederholen und dabei immer lauter werden. Dann klatschen alle.

Lieder

• Sei mutig und stark, Einfach spitze Nr. 18
• Immer und überall, Einfach spitze Nr. 14
• Vorwärts, Sei einfach du, Mike Müllerbauer
• Deine Hand ist über mir, Das Liederbuch Nr. 11

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