Passion und Ostern im Markusevangelium

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 2/2022. Es geht in vier Lektionen um Sterben und Auferstehen Jesu im Markusevangelium:

Lektion 1: Markus 14,27-61;66-72 Voll versagt

Lektion 2: Markus 15 Befreit!

Lektion 3: Markus 16,1-8 Das Grab ist leer!

Lektion 4: Markus 16,9-20 Zweifeln erlaubt?!

Zusatz: Ein Ostergarten für Kinder und Familien

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Ziel

Starter

Zweifel sind okay. Du darfst mit deinen Fragen zu Jesus kommen.

Checker

Auch wenn du Zweifel und Fragen hast – du darfst damit zu Jesus kommen. Er möchte mit dir unterwegs sein und dich gebrauchen.

Der Text an sich

Einige Ausleger sind sich nicht ganz sicher, seit wann die Verse 9-16 zum Markusevangelium dazugerechnet werden, da sie in vielen alten Handschriften nicht auftauchen. Jedoch finden sich die dort beschriebenen Begebenheiten auch in anderen Evangelien, sodass wir davon ausgehen können, dass sie auch so stattgefunden haben.

Markus berichtet uns in den Versen von einige Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus. Er erscheint drei Personen bzw. Gruppen von Menschen. Zuerst Maria aus Magdala, einer Frau, die Jesus begleitete, nachdem er bei ihr Dämonen ausgetrieben hatte (Lk 8,2). Sie ist eine der Frauen, die am Sonntagmorgen nach der Kreuzigung den Leichnam von Jesus salben wollten (Mk 16,1ff). Sie bleibt aber, anders als die restlichen Frauen, am Grab, das sie leer vorgefunden hatten, zurück. Da begegnet ihr Jesus im Garten. Anscheinend in einer anderen Gestalt, denn Maria erkennt ihn nicht sofort. Erst als er ihren Namen sagt, erkennt sie Jesus. Eine Frau ist also die erste Zeugin der Auferstehung. Das ist schon ungewöhnlich, denn Frauen waren damals nach jüdischem Gesetz nicht als vollwertige Zeugen vor Gericht zugelassen. Die anderen Jünger glauben ihr auch prompt nicht.
Die zweite Begegnung berichtet von zwei Jüngern, denen Jesus unterwegs begegnet und die auch erst recht spät erkennen, wer da mit ihnen unterwegs ist. Die Erzählung kennen wir aus einem Bericht von Lukas als „Die Emmausjünger“ (LK 24,13-35). Auch hier können die anderen Jünger dem Bericht der beiden nicht glauben.

Als dritte Begegnung erzählt uns Markus, wie Jesus zu den Jüngern kommt. Sie haben die beiden anderen Berichte über seine Auferstehung nicht geglaubt. Jetzt kommt Jesus selbst zu ihnen. Fast klingt es so, als ob er mit ihnen schimpft, sie rügt, weil sie zweifeln. Aber der Bericht von Markus bleibt eben nicht hier stehen. Jesus verwirft sie nicht aufgrund ihrer Zweifel oder ihres Unglaubens. Er hält an ihnen fest. Denn kurz nach seiner „Rüge“ bekommen die Jünger einen Auftrag. Er sendet sie zu den Menschen. Sie sollen seine Boten sein, um anderen Menschen die gute Nachricht zu bringen. Dieser „Missionsbefehl“ ist auch in den anderen Evangelien zu finden. Es geht darum, den anderen Menschen die Gute Botschaft weiterzusagen und zu taufen. Außerdem gibt Jesus ihnen das Versprechen, dass sie Macht und Kraft bekommen.

Markus berichtet uns von einigen Zeichen, an denen man die Jünger erkennen wird. Da klingt schon manches etwas seltsam und wir sollten uns hüten das alles auszuprobieren (z.B. Gift trinken oder Ähnliches). Es gibt solche Wunder – in der Apostelgeschichte lesen wir davon und auch noch heute passieren solche Wunder, aber wir müssen Gott nicht auf die Probe stellen. Deutlich wird: Gott hat die Macht und er befähigt seine Nachfolger. Durch die Jünger damals und auch durch seine Nachfolger heute sollen große Taten vollbracht werden – weil Jesus ihnen die Macht dazu gab und gibt.

Das Markusevangelium endet dann genau damit: Die Jünger ziehen los, verkünden, tun Zeichen und erleben Wunder.

Der Text für mich

Ich kann Maria und die Jünger verstehen. Bei solchen Berichten tauchen doch schnell Zweifel an der Echtheit auf. Kann das sein? Kann Jesus wirklich wieder von den Toten auferstanden sein? Das ist doch zu schön, um wahr zu sein. So viele Informationen, so viele Berichte von unterschiedlichen Menschen. Wem oder was soll man denn da glauben?

Auf der anderen Seite finde ich es toll, dass Jesus einzelnen Menschen begegnet, ganz persönlich. Er spricht sie an, schenkt ihnen Trost und nimmt sie an – auch mit ihren Fragen und Zweifeln.

Wo habe ich meine Zweifel? Wo „prangert“ Jesus meinen Unglauben an? Wo will Jesus mir und meinen Zweifeln begegnen? Und lasse ich mich ansprechen von Jesus?

Jesus bleibt nicht bei den Zweifeln stehen – er geht weiter. Gleich danach beauftragt er die Jünger. Trotz und vielleicht auch wegen ihrer Zweifel. Jesus macht weiter mit uns. Er gebraucht uns. Er gebraucht mich – auch mit meinen Unzulänglichkeiten und Zweifeln. Und er ermutigt und befähigt mich in meinen Aufgaben und Herausforderungen.

Der Text für dich

Starter

Es ist völlig normal, dass wir in unserem Leben Zweifel haben. Vielleicht fällt es den Kids schwer, das, was die Bibel sagt, zu glauben. Sie hören andere Meinungen und vieles scheint ja auch wirklich unglaublich. Der Bibeltext zeigt uns: Auch die engsten Freunde von Jesus hatten ihre Zweifel. Das ist okay. Er ist und bleibt da. Wir dürfen mit unseren Fragen zu ihm kommen. Die Kinder sollen erleben, dass ihre Fragen Raum bei uns haben. Aber es kann auch sein, dass wir mit manchen Fragen und Zweifeln leben müssen und keine Antworten bekommen werden. Jedoch können wir uns sicher sein, dass Jesus jedem mit Liebe und Annahme begegnen möchte.

Checker

Auch wenn die Kinder vielleicht schon einiges von Jesus gehört haben, kennen sie wahrscheinlich den ein oder anderen Zweifel. In dem Bibeltext begegnen wir Menschen, die auch ihre Zweifel hatten. Sie laden ein, sich mit ihnen zu identifizieren. Jesus geht die Zweifel an, er zeigt sich seinen Jüngern. Er spricht sie an. Er bleibt aber nicht beim Fragen stehen. Er gibt den Jüngern einen Auftrag. Er macht weiter mit ihnen, er will sie gebrauchen, auch mit ihren Zweifeln. Die Kinder sollen erleben, dass Jesus sie auch mit und trotz ihrer Fragen gebrauchen möchte. Ihre Zweifel können auch anderen helfen, sich zu trauen mit ihren Zweifeln zu Jesus zu kommen und trotz Fragen an ihn zu glauben.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Spiel „Wahr oder unwahr“

Es werden Aussagen vorgelesen und die Kids müssen sich entscheiden, ob die Aussage stimmt oder nicht. Als letzte Aussage kann dann „Jesus ist von den Toten auferstanden“ genannt werden.

Mögliche Aussagen:

  • Einige Tiere haben grünes Blut. (unwahr)
  • Ein Kolibri kann seitwärts fliegen. (wahr)
  • In Kalifornien gibt es Mammutbäume, durch die man mit dem Auto fahren kann. (wahr)
  • An den Streifen der Zebras erkennt man das Alter. (unwahr)
  • Die südamerikanische Neon- Pythonschlange leuchtet im Dunkeln schwach. (unwahr)
  • Die Farbe der Eier eines Huhnes (also weiß oder braun) hängt davon ab, ob ein männliches oder weibliches Küken im Ei ist. (unwahr)

Idee 2: Spiel „Was stimmt nicht?“

Ein Mitarbeiter erzählt drei Geschichten über sich. Davon sind zwei Geschichten wahr und eine ist erfunden. Die Kinder müssen herausfinden, welche erfunden wurde. Es können auch mehrere Mitarbeiter oder Kinder Geschichten erzählen.

Verkündigung

Rollenspiel: Interview mit Zeitzeugen von Jesus

Möglich, wenn mehrere Mitarbeiter vorhanden sind.

Ein Reporter (R) interviewt Maria Magdalena (M), die beiden Jünger Levi und Nathan (L&N) und Petrus (P).

R: Schön, dass ihr alle da seid. (zu den Jungscharlern gesprochen) Wir haben heute ganz besondere Gäste unter uns. Die ersten Zeugen der Auferstehung von Jesus. Es gibt gerade nur diese eine Thema hier bei uns in Jerusalem. Was ist die letzten Wochen nicht alles passiert: Jesus ist am Kreuz gestorben wie ein Verbrecher, in ein Grab gelegt worden und auferstanden. Zumindest ist es das, was seine Freunde berichten. Das Grab wurde leer vorgefunden, und Jesus selbst ist einigen persönlich begegnet. Wie das war und wem er genau begegnet ist, das wollen wir jetzt herausfinden. Wir haben hier: Maria Magdalena, die Freunde Levi und Nathan und außerdem noch Petrus, einer von den 12 engsten Freunden von Jesus. Einen herzlichen Applaus. Vielen Dank, dass ihr heute hier seid.

R.: Jetzt gleich zu dir, Maria. Ladys first. Erzähl doch mal, wie du Jesus kennengelernt hast.

M: Ich habe Jesus zum ersten Mal getroffen, als es mir nicht gut ging. Es war, als ob in mir eine andere Person das Sagen hatte. Jesus hat mich davon befreit und dann bin ich mit ihm unterwegs gewesen.

R: Das klingt ja wirklich spannend. Und wie war das bei euch beiden?

L: Wir haben von Jesus gehört und fanden seine Message echt interessant. Da sind wir mit ihm unterwegs gewesen – bis zum Schluss.

N: Das war echt ein Tiefschlag, als er nicht mehr da war.

R.: Dazu kommen wir gleich noch. Aber, jetzt zu dir, Petrus.

P: Also, Jesus hat mich bei der Arbeit erwischt. Mein Bruder hat ihn mir vorgestellt. Und Jesus wollte mich in seinem Team haben. Er war so überzeugend, dass ich alles habe stehen und liegen lassen und mit ihm gegangen bin.

R: Ich merke schon, ihr habt alle eine eigene Geschichte mit Jesus und seid mit ihm unterwegs gewesen. Levi und Nathan, ihr habt ja schon angedeutet, dass es da auch einen Tiefschlag gab. Damit meint ihr doch bestimmt den Tod von Jesus. Aber ich dachte, ihr habt Jesus nach seinem Tod noch mal gesehen?

N: Stimmt, aber bis es so weit war, wussten wir nicht, was wir von dem ganzen Geschehen halten sollten, also von dem Tod von Jesus. Wir waren ziemlich verzweifelt. Es gab kein anderes Thema mehr. Wir waren unterwegs nach Emmaus. Dort ist uns Jesus nach seiner Auferstehung dann begegnet.

L: Einfach so. Wir waren so aus dem Häuschen, dass wir den ganzen Weg wieder zurück sind und den anderen Jüngern davon berichtet haben. Aber es wollte uns keiner glauben.

M: Das kenne ich. Bei mir war es ähnlich. Am Sonntagmorgen nach der Kreuzigung bin ich mit ein paar anderen Frauen zum Grab gegangen. Wir wollten Jesus noch salben, aber das Grab war leer. Der Stein war weggerollt. Die anderen sind dann weggegangen. Ich konnte noch nicht. Ich musste erst mal allein sein und über alles nachdenken. Da bin ich durch den Garten spaziert. Bis mir ein Mann begegnet ist. Ich dachte ja, das ist der Gärtner, aber dann hat der Mann meinen Namen gesagt und da wusste ich es: Das war Jesus. Ich bin auch gleich, wie ihr Nathan und Levi zu den Jüngern gerannt. Aber mir wollte auch keiner glauben.

R: Petrus, du warst doch einer von den Jüngern, du hast doch die Berichte von Maria, Nathan und Levi gehört, oder?

P: Ja, schon. Und jetzt im Nachhinein ist es echt traurig, dass ich ihnen nicht geglaubt habe. Aber ich hatte echt meine Zweifel. Es schien so unglaublich.

M: Ich kann das schon auch verstehen. Ich konnte es ja selbst kaum glauben.

R: Das klingt ja schon auch sehr fragwürdig. Da seid ihr so lange mit Jesus zusammen unterwegs gewesen und dann begegnet er euch und ihr erkennt ihn nicht? Da habe ich auch meine Zweifel …

L: Uns ging es ähnlich wie Maria. Wir haben Jesus auch erst erkannt, als wir in Emmaus angekommen waren und er mit ins Haus gekommen ist und das Brot geteilt hat. Vorher war er aber schon eine Zeit mit uns unterwegs und hat uns auch alles geklärt, unsere Fragen beantwortet.

N: Ja, wir haben schon gespürt, dass er ein besonderer Mensch ist. Aber wir haben ihn erst nicht erkannt.

P: Aber so ist Jesus auch irgendwie. Er kommt und ist anders, als wir uns das vorstellen. Bei uns stand er auf einmal mitten im Raum. Einfach so. Und das Erste was er gemacht hat: Er hat uns Vorwürfe gemacht. Das saß. Er hatte recht. Wir hatten den anderen nicht geglaubt und wenn wir ehrlich sind: Jesus hat uns vor seinem Tod mehrmals versucht zu erklären, was alles passieren wird und trotzdem haben wir es nicht verstanden. Das hat mich hart getroffen.

R: Was genau hat dich getroffen? Und wie ging es dann weiter?

P: Na ja. Wieder einmal versagt. Wieder einmal Jesus enttäuscht. Das hat echt wehgetan. Ich wollte doch mit Jesus unterwegs und für ihn da sein. Andere Menschen auch zu Jesus führen.

R: Und dann? Was hat Jesus denn dann gemacht? Du sitzt ja jetzt hier …

P: Das ist der Hammer: Jesus will mich, er will uns immer noch. Wir sollen den anderen Menschen von Jesus erzählen. Krass, oder? Sogar mit einem Versager wie mir macht Jesus weiter. Auch wenn ich Zweifel hatte und nicht geglaubt habe, dass er wirklich auferstanden ist, darf ich anderen von Jesus erzählen.

R: Das ist ja echt verrückt. Also, ich an Jesu Stelle, ich weiß nicht, ob du noch den Job bekommen hättest …

M: Ja, so ist das bei Jesus. Er ist so ganz anders. Eine Frau als erste Zeugin. Ich weiß ja selbst nicht, ob ich mir geglaubt hätte. Eine Frau zählt doch nicht als Zeugin. Aber ich durfte den anderen als Erste von der Auferstehung erzählen. Und auch mit mir möchte Jesus weitermachen.

N: Wenn Jesus uns begegnet, dann verändert sich alles. Auch wenn vorher Fragen da waren und vielleicht auch noch Fragen bleiben. Wir dürfen uns an Jesus und seine Gute Nachricht halten. Auch jetzt, wo er nicht mehr da ist, sondern wieder bei seinem Vater im Himmel ist, gilt: Er ist immer bei uns.

R: Das klingt ja wirklich spannend. Zuerst die Zweifel und die Fragen. Ein Nichtverstehen und dann ändert sich alles für euch. Jesus ist euch begegnet. Wie geht es jetzt weiter und wollt ihr unserem Publikum noch etwas mitgeben?

L: Wir werden auf jeden Fall weitermachen: So wie Jesus es uns aufgetragen hat. Wir möchten anderen erklären, was in der Bibel steht und dass es okay ist, Fragen und Zweifel zu haben. Wir können sie Jesus stellen. Er nimmt sie ernst. Aber es kann auch sein, dass es immer wieder Fragen gibt, die offen bleiben.

P: Ich kenne Zweifel und ich glaube, deshalb kann ich das auch anderen weitergeben und sie besser verstehen. Ich hatte das Glück, Jesus nach seiner Auferstehung noch einmal persönlich zu sehen. Ich will anderen davon erzählen, wie Jesus mein Leben verändert hat. Und ich bin gespannt, was ich alles noch so erleben werde. Denn Jesus hat uns auch versprochen, dass wir in seinem Namen Wunder tun können.

R: Von einigen Wundern von Jesus habe ich ja schon gehört. Da bin ich gespannt, was du noch so erlebst. Vielleicht können wir uns ja in einigen Monaten noch einmal treffen.

Jetzt noch mal zu dir, Maria. Was machst du jetzt?

M: Ich bin erst einmal so dankbar, dass ich mir jetzt sicher sein kann, dass Jesus lebt. Und er mich auch mit meinen Zweifeln liebt und annimmt. Ich möchte anderen Mut machen, von Jesus zu erzählen, auch wenn einige uns nicht glauben wollen.

R: Vielen Dank für eure Einblicke. Das bringt mich ins Nachdenken. Ich wünsche euch alles Gute und vielleicht sehen wir uns ja mal wieder …

Die andere Idee

Ihr macht eine Art Bibliolog. Dabei versetzen die Kinder sich in einzelne Personen aus der Geschichte und antworten aus deren Sicht.

Erzählt dazu kurz die Geschichte und das Setting. Stellt für jede Rolle einen Stuhl (beschriftet mit der Rolle) auf, auf den die Kinder sich der Reihe nach setzen können und dann beispielsweise aus Sicht von Maria, einen der beiden Jünger oder Petrus auf die Fragen antworten. Denkt daran, die Kinder wieder aus ihrer Rolle zu entlassen.

Mögliche Fragen:

  • Maria, was hast du gedacht, als du Jesus erkannt hast?
  • Ihr beiden Jünger, wie war es, als ihr dem Fremden (also eigentlich ja Jesus) berichtet habt, was in der letzten Zeit passiert ist?
  • Petrus, auf einmal stand Jesus im Raum – wie ist das gewesen?
  • Warum hattest du vorher Zweifel?
  • Wie hat die Begegnung mit Jesus dich verändert?
  • Wie geht es jetzt weiter? Was machst du als Nächstes?
  • Wie kann deine Geschichte auch anderen Menschen helfen?
  • Was oder wer hat dir bei deinen Zweifeln geholfen?

Der Text gelebt

Wiederholung

Im Raum hängen verteilt Plakate mit „Maria“, „Nathan und Levi“ und „Petrus“. Zu jedem Plakat gibt es ein paar Fragen. Die Kinder können die verschiedenen Plakate mit den Fragen „abgehen“ und einige Fragen beantworten, indem sie sie auf die Plakate schreiben. So setzen sie sich mit der Geschichte noch einmal auseinander. Am besten die Fragen zu den Plakaten auf extra Zettel schreiben, damit die Kinder genug Platz zum Antworten haben. Außerdem können sie die Antworten der anderen lesen und auch kommentieren.

Mögliche Fragen:

Was hat Maria (Petrus, Nathan und Levi) wohl gedacht, als sie Jesus erkannt hat?

Was hat Petrus (Maria, Nathan und Levi) dazu bewegt, nicht mehr zu zweifeln?

Was würdest du gerne die Person einmal fragen?

Was möchtest du der Person gerne sagen?

Gespräch

Gespräch über Zweifel und den persönlichen Glauben an Jesus. Vielleicht kann ein Mitarbeiter ein kurzes Zeugnis geben, ob er schon einmal Zweifel im Glauben hatte und wie er damit umgegangen ist.

Mögliche Gesprächsimpulse:

  • Wo hast du schon einmal gedacht, als du Geschichten von Jesus gehört hast – das kann doch alles nicht stimmen?
  • Was hättest du an Stelle von Maria, Petrus, … gemacht?
  • Was hat den Jüngern geholfen, mit ihren Zweifeln umzugehen?
  • Was oder wer hat dir bei Fragen und Zweifeln geholfen?

Merkvers

Der Glaube ist ein Festhalten an dem, worauf man hofft – ein Überzeugt sein von Dingen, die nicht sichtbar sind. Hebräer 11,1 (Basis Bibel)

Schreibt mit einem UV- Stift (es gibt günstig UV-Stifte, bei denen direkt eine UV-Lampe integriert ist, im Internet zu bestellen) den Merkvers verteilt auf mehrere Zettel. Die Kids suchen den Vers mithilfe der UV- Stifte auf den Zetteln und setzen ihn richtig zusammen.

Gebet

Es liegen Federn und Steine bereit. Die Kinder können die Gegenstände ans Kreuz bzw. in die Mitte legen. Wer möchte, kann auch etwas dazu sagen. Die Feder steht für Dank, etwas Tolles, oder wo Gott Zweifel oder Fragen im Leben geklärt hat. Der Stein für Schweres, den Zweifel, die Fragen, die noch offen sind, Dinge, die wir nicht verstehen.

Kreatives

Schreibt mit dem UV-Stift den Merkvers auf einen Zettel. Ihr könnt auch selbst „Geheimtinte“ herstellen (z.B. mit Zitronensaft). Die „weiße“ Seite eines Tintenkillers funktioniert auch als „Geheimtinte“. Wenn mit Zitronensaft/ Tintenkiller auf einen Zettel geschrieben und dieser später (nach dem Trocknen) mit einem Bügeleisen warm gemacht wird, erscheint die Schrift.

Spielerisches

Zu dem Thema Zweifel und Vertrauen bieten sich auch Vertrauensspiele an

Beispielsweise jemanden mit verbundenen Augen mithilfe von Kommandos durch einen Parcours führen.

Rätselhaftes

Siehe Wortgitter mit Begriffen aus der Geschichte im Downloadbereich.

(T)Extras

Lieder

Felsenfest und stark (Andy Park, Daniel Kallauch)

Du bist stark (Adlerlied) (Thomas Klein)

Dein Plan für mich (Thomas Klein)

Du machst mir Mut (Marvin Göpfert, Pala Friesen, Lilly Kolbow)

Vollgas mit Jesus (Jan Wörner)

Experimente

Führt kleine und kurze Experimente durch, die auf den ersten Blick unglaublich erscheinen. Im Internet lassen sich dazu viele Ideen finden.

Beispiel:

Wie trennt man Salz und Pfeffer?

Für dieses Experiment brauchst du:

  • Salz
  • Pfeffer
  • einen Teller
  • einen Plastiklöffel
  • ein Wolltuch

Streue den Pfeffer und das Salz auf den Teller. Mische beides gut durch. Dann reibe mit dem Wolltuch fest am Plastiklöffel. Anschließend halte den Löffel über dein Pfeffer-Salz-Gemisch. Der Pfeffer wird vom Plastiklöffel angezogen und bleibt kleben.

Was passiert hier?
Durch die Reibung am Wolltuch wird der Plastiklöffel elektrisch aufgeladen und zieht zuerst den Pfeffer an, weil dieser leichter als das Salz ist. Die Kraft, die hier wirkt, heißt statische Elektrizität.

Aktion

Der Auftrag von Jesus gilt auch uns noch heute – wem können wir die gute Nachricht bringen? Überlegt euch gemeinsam als Jungschar eine Aktion. Beispielsweise könnt ihr einen Ostergruß an die Nachbarschaft verteilen oder eine Karte mit der Osterbotschaft an Freunde schreiben, etc.

Kreatives

Jeder kann einen Stein oder auch ein einfaches kleines Holzkreuz bemalen. Die Kids können darauf die Zusage von Jesus schreiben, dass er immer bei ihnen ist. Beispielsweise aus Matthäus 28, 20 b (LUT): „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Wenn die Kinder Zweifel haben oder schwere Zeiten erleben, können sie sich an dieser Zusage „festhalten“ bzw. sie „fest umklammern“.

In dieser Themenreihe beschreiben wir Bausteine, die ihr für eure Gruppenstunde nutzen könnt, um die 2. Serienstaffel von „The Chosen“ zu vertiefen und gemeinsam aufzugreifen. Ideal um die Folgen gemeinsam zu schauen und danach als Gruppe zu erleben, besprechen und persönlich anzugehen.

Elemente in den Erarbeitungen sind: Spiel, Gespräch durch Fragen, eine Zeugnisandacht, der Blick in die Bibel, eine persönliche Challenge und etwas zum Essen.

Über The Chosen: „The Chosen“ ist die erste Serien-Verfilmung über das Leben von Jesus mit mehreren Staffeln, und zugleich das erfolgreichste durch Crowdfunding finanzierte Filmprojekt (über 16.000 Beteiligte) aller Zeiten. Die Serie hat sich binnen eines Jahres zu einer Weltsensation entwickelt, die zig Millionen Fans gefunden hat.

Schaut euch die Folge zusammen an!

Spiele:

“Zwinkern”

In dieser Folge geht es darum, dass jeder einzelne Mensch gesehen wird und niemand in der Masse untergehen kann. In diesem kleinen Spiel geht es auch darum, gesehen zu werden.

Die Anzahl der Teilnehmenden sollte ungerade sein. Das Spiel wird im Kreis gespielt und die Hälfte der Teilnehmenden benötigen einen Stuhl. Die eine Hälfte sitzt also auf den Stühlen, schaut sich an und die andere Hälfte steht jeweils hinter diesen Stühlen. Einer der Stühle bleibt wegen der ungeraden Anzahl leer. Die Person, die hinter diesem leeren Stuhl steht, ist für diese Runde der sogenannte Zwinkerer. Die sitzenden Spieler blicken zum Zwinkerer und die Stehenden haben ihre Hände hinterm Rücken verschränkt, während sie auf die Köpfe der Sitzenden vor ihnen blicken. Der Zwinkerer sucht sich nun einen der Spieler auf den Stühlen aus und zwinkert ihm zu. Dieser muss jetzt versuchen, von seinem Stuhl aufzustehen und zum Zwinkerer zu laufen. Der Spieler, der hinter dem Stuhl des „Flüchtenden“ steht, muss dies verhindern, indem er ihn rechtzeitig berührt. Hier kommt es auf eine schnelle Reaktionszeit an. Gelingt die Flucht ohne Berührung, dann wird der Spieler hinter dem nun freien Stuhl zum neuen Zwinkerer. Gelingt die Flucht nicht, so bleibt der flüchtende Spieler auf seinem Stuhl und der Zwinkerer muss es erneut versuchen.

“Blickkontakt”

Stellt euch immer einer Person gegenüber auf. Nun versucht ihr in einer Mini-WM immer einer Person so lange in die Augen zu schauen, wie ihr könnt. Wer blinzelt, lacht oder wegschauen muss, ist raus! Der Gewinner darf sich einen neuen Partner suchen. Wer verloren hat, setzt sich auf den Boden.

Gespräch

Wenn ihr wollt, könnt ihr euch in kleinere Gruppen aufteilen und in diesen gemeinsam über die folgenden Fragen sprechen. Kommt danach wieder in die große Gruppe zusammen und tauscht euch über eure Antworten aus. Vielleicht hattet ihr auch besondere Erkenntnisse, von denen ihr den anderen erzählen wollt.

Fragen zum Einstieg:

  • Wie hat euch die Folge allgemein gefallen?
  • Was ist aus der Folge besonders bei euch hängen geblieben?
  • Gab es Szenen, die euch überrascht haben?

Fragen zur Vertiefung:

  • Konntet ihr euch an manchen Stellen selber wiederfinden?
  • Mit welchem Jünger könnt ihr euch ganz persönlich am besten identifizieren?
  • Warum fühlt sich Nathanael alleine?
  • Wieso ist Nathanael verzweifelt?
  • Fühlst du dich manchmal unbedeutend oder allein? Warum?
  • Warum zündet Nathanael die Zeichnung an?
  • Wenn Jesus für jeden von denen, die ihm folgen, eine Aufgabe/Vision hat – was könnte deine sein?
  • Jesus sieht jeden in der Masse! Wen übersehen wir?
  • Fühlst du dich gesehen? Von wem?
  • Wenn du allwissend wärst, was würdest du gerne wissen?
  • Was denkst du: Ist Gott allwissend? Findest du das gut oder ist es dir unangenehm?
  • Wie würdest du Jesus in deinem Alltag erkennen? Was müsste Jesus zu dir sagen?

Blick in die Bibel

Lest die Geschichte in Johannes 1,43-51 nach. Macht euch nochmal Gedanken darüber, wie Jesus mit Nathanael umgeht.

43Am nächsten Tag wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen. Da traf er Philippus. Jesus sagt zu ihm: »Folge mir!«44Philippus kam aus Betsaida, das ist die Stadt, aus der auch Andreas und Petrus stammten.45Philippus sucht Natanael auf und sagt zu ihm: »Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz geschrieben hat und den die Propheten angekündigt haben. Es ist Jesus, der Sohn Josefs. Er kommt aus Nazaret.«46Da fragte ihn Natanael: »Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen?« Philippus antwortete: »Komm und sieh selbst!«

47Als Jesus Natanael zu sich kommen sah, sagte er über ihn: »Das ist ein wahrer Israelit: ein durch und durch aufrichtiger Mann!«48Da fragte ihn Natanael: »Woher kennst du mich?« Jesus antwortete: »Noch bevor Philippus dich rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.«49Natanael erwiderte: »Rabbi, du bist der Sohn Gottes. Du bist der König Israels!«50Jesus antwortete: »Glaubst du das, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum gesehen habe? Du wirst noch viel größere Dinge zu sehen bekommen!«51Und er sagte zu ihm: »Amen, amen, das sage ich euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen. Und die Engel Gottes werden vom Menschensohn zum Himmel hinaufsteigen und von dort wieder zu ihm herabsteigen!«

Folgende Fragen können euch helfen:

  • Wie begegnet Jesus Nathanael das erste Mal?
  • Was bringt Nathanael zum Staunen?
  • Was verspricht Jesus den Jüngern?
  • An welchen Stellen können wir unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen ändern?
  • Wo handelst du schon so, wie Jesus es hier tut?
  • Wo begegnest du Mitmenschen vielleicht mit Vorurteilen, wie es Nathanael gegenüber Jesus aufgrund seiner Herkunft aus Nazareth tut?
  • Wurdest du schon einmal von Jesus überrascht?

Andacht

Ziehe dir eine Sonnenbrille auf.

Oft verstecken wir uns mit unserem Frust, wir ziehen uns zurück und leiden unter unserem Feigenbaum. Wir wollen cool sein! Wir wollen nicht, dass die Menschen sehen, wie es uns wirklich geht. Wir zeigen uns so, wie wir denken, dass wir für die anderen sein sollten.

Schaut euch mal unser Leben auf Insta oder Tiktok an – ist so die Realität? Ein Freund von mir sagte mir mal, ich hätte aber auch ein richtig geiles Leben! Ich fragte ihn: Warum? Ja, so sähe es aus. Meine Posts sähen danach aus! Ich bin nachdenklich geworden. Na klar, ich poste ja kein Bild von meinem weinenden Kind, oder mache ein Video von mir wie ich gerade ausflippe oder nicht schlafen kann.

Gott sieht uns!

Ziehe die Sonnenbrille ab!

Gott sieht uns. Gott sieht dich! Er sieht dich mitten in deiner Schule mit X-hundert Schülern und Schülerinnen. Gott sieht dich nicht als einer von vielen. Gott sieht dich!

Gott scheint allwissend zu sein. Er weiß, was Nikodemus unter dem Feigenbaum gemacht hat. Auf der einen Seite kann einem das Angst machen. Überwachungsstaat und Kamera überall lassen grüßen. Doch Gott sieht dich nicht, um dich zu erwischen. Er sieht dich nicht, um dich bloßzustellen. Er sieht dich nicht, um dich später an was zu erinnern, was dir unangenehm ist. Oder um was in der Hand zu haben, wenn er dich mal erpressen muss.

Er sieht dich an, wie du bist. Er sieht dich in deiner Not. Er sieht dich in deiner Verzweiflung. Er sieht dich mit deinen Gaben und mit deinem Potenzial. Jeder der Menschen um Jesus herum hat etwas an sich. Jesus hat mit allen einen Plan. Auf jeden kommt es an! Eine schöne Nebenaussage in dieser Folge von The Chosen.

Glaubst du, dass Gott dich sieht?

Ich glaube: Er sieht dich! Nur richtige gute Freunde oder Familie können einen so sehen wie man wirklich ist. Wenn überhaupt. Jesus ist so ein Freund, der dich kennt und trotzdem liebt. Jesus ist Familie. Zumindest fallen bei ihm alle Sichtblockaden ab. Alle Mauern fallen weg, alle getönten Scheiben. Er kennt dich durch und durch. Er weiß was in dir steckt. Er schmiedet einen Plan, wie du das für ihn einbringen kannst. Jesus sieht dich!

Gesehen werden ist eines unserer tiefen Bedürfnisse. Jesus sieht dich! Ich kann es gar nicht oft genug sagen. Doch es geht noch weiter. Dadurch, dass wir gesehen werden und Jesus in unser Leben kommt, können wir auch sehen und erkennen, wer Jesus ist. Nathanael checkt sofort, wer Jesus sein muss. Du bist wirklich Gottes Sohn!

Wer ist Gott für dich persönlich?

Challenge für den Alltag

Gibt es Menschen in eurem Umfeld, die Leid erfahren haben? Zum Beispiel in der Schule, im Bekanntenkreis oder in der Familie? Versucht diese Menschen bewusster wahrzunehmen und bringt ihnen vielleicht etwas Wertschätzung entgegen. Ihr könntet zum Beispiel jemanden zum Essen einladen oder etwas gemeinsam unternehmen. Damit zeigt ihr der Person, dass sie einen unverlierbaren Wert hat und ihr keine Vorurteile ihr gegenüber habt. Manchmal reicht sogar ein einfaches Sehen und wohlwollendes Zuzwinkern. Überlegt euch eine Person und setzt dies für diese Person um. Es kann ihr Leben verändern, wie Nathanaels Leben verändert wurde.

Essen

Bei gutem Wetter lässt sich passend ein Lagerfeuer machen, an dem ihr euch Stockbrot backen könnt. Bereitet dafür vorher einen Teig zu und sucht euch Stöcker, die eine passende Länge haben.

Zutaten für einen Teig für acht Personen:

400 grMehl
1Pck (Trockenhefe, oder 0)
5Würfel frische Hefe
2TL Salz
½TL Zucker
3EL Olivenöl
230 mllauwarmes Wasser

Mehl, Trockenhefe, Salz und Zucker in einer Schüssel vermischen. Olivenöl und lauwarmes Wasser zum Teig geben und alles 3 Min. auf höchster Stufe mit den Knethaken zu einem glatten Teig kneten. Zugedeckt ca. 30 Min. ruhen lassen.  Teig durchkneten, in Portionen teilen und um die Spitze eurer Stöcker wickeln. Jetzt nur noch über die Glut halten und warten, bis euer Stockbrot die gewünschte Bräune hat.

Hier kommt die dritte Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in vier Lektionen um weihnachtliche Verheißungen aus dem Alten Testament. Außerdem ist ein Krippenspiel enthalten:

Lektion 10 Sacharja 9,9-17 Frieden wird sein

Lektion 11 Micha 5,1-13 Der Herrscher kommt aus Bethlehem

Lektion 12 Jesaja 7,10-14 Immanuel: Gott mit uns

Lektion 13 Jesaja 11,1-10 Das Friedensreich des Messias

ZUSATZ: Krippenspiel: Das Haus ist voll!

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in fünf Lektionen um die Reise von Paulus nach Rom:

Lektion 5 Apostelgeschichte 26,1-32 Paulus vor Agrippa

Lektion 6 Apostelgeschichte 27,1-12 Mit Gott im Herbststurm

Lektion 7 Apostelgeschichte 27,13-44 Schiffbruch und Rettung

Lektion 8 Apostelgeschichte 28,1-10 Paulus auf Malta

Lektion 9 Apostelgeschichte 28,17-31 Paulus in Rom

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Jesus macht alles anders, und noch mehr als du denkst.

Checker

Jesaja spricht aus der Vergangenheit bis in unsere fantastische Zukunft bei Jesus.

Der Text an sich

Jesaja ist der erste der sogenannten „großen“ Propheten und hat eine lange Wirkungszeit von ca. 45 Jahren gehabt. Er hat unter mehreren Königen gedient, die sich immer weiter von Gott entfernt haben, politisch falsche Entscheidungen trafen und sogar die Anbetung fremder Götter unterstützt haben. Jesaja hatte den Auftrag, Gottes Gerichtsankündigungen zu äußern, durfte aber auch Verheißungen für Gottes Volk verkünden. Unser Text gehört zu den Verheißungen. Während es im Abschnitt davor um die tatsächliche und reale Rettung Israels vor der Bedrohung durch die Assyrer geht, handelt unser Abschnitt von einer Aussicht auf die Zukunft.

Der Text beschreibt eine zukünftige Welt, die in unseren Augen und auch aus damaliger Sicht absolut realitätsfern scheint. Ohne den Begriff „Messias“ einmal zu verwenden, wird hier immer von „er“ und „ihm“ geschrieben. Es wird die Herkunft dieses „er“ benannt, nämlich aus dem Stamm Isais (König Davids Vater), und dass „er“ mit besonderen Gaben und Fähigkeiten Gottes ausgestattet sein wird. Der eigentlichen Verheißung geht zuerst eine Zeit der Gerechtigkeit voraus und damit verbunden auch eine Bestrafung der Gewalttätigen und Gottlosen. Den Armen und Elenden dagegen werden gerechte Urteile versprochen. Erst nachdem diese Gerechtigkeit unter den Menschen hergestellt wurde, wird die eigentliche positive Zukunft geschildert. „Er“, der Messias, wird gerecht und treu sein und es wird Friede herrschen. Der Friede wird hier ganz besonders bildlich in Beschreibungen aus der Tierwelt dargestellt. Jesaja malt quasi paradiesische Zustände vor Augen, wo es allen gut geht. Selbst die Raubtiere sind friedlich und leben in Eintracht mit den Beutetieren, die Löwen sind Vegetarier geworden. Und auch für uns Menschen stellen die Tiere keine Bedrohung mehr dar. Jesaja bedient sich hier des Bildes von Kindern, die insbesondere in der damaligen Zeit einer hohen Gefährdung durch die Natur ausgesetzt waren. Die Kindersterblichkeit stand damals allen deutlich vor Augen und war ein verbreitetes Schicksal.

Unser kurzer Abschnitt endet mit einer Beschreibung des Lebens in dieser friedlichen Umgebung. Auch die Menschen haben sich dann in dieses „Paradies“ eingefügt. Es gibt keine Sünden und keine Beleidigungen mehr und „er“ wird als Zeichen für dies alles stehen. Es wird so schön sein, dass selbst die Ungläubigen danach fragen und suchen werden.

Der Text für mich

Ich finde diesen Text von Jesaja ganz erstaunlich. Er stützt sich nicht auf direkte Überlieferungen über das Paradies von Adam und Eva. Jesaja malt ein neues, aber ebenso reizvolles Bild von der Zukunft, und das aus einer Zeit heraus, die das nicht rechtfertigt. Die Vision, die Gott Jesaja schenkt, ist damals wie heute fantastisch. Sie ist auch für uns immer noch unrealistisch und dennoch wünschenswert und bezieht all das mit ein, was uns auch heute beschäftigt. Der Blick auf eine Welt, in der Natur und Menschheit und Gott miteinander in Einklang, Frieden und Harmonie leben, hat damals wie heute seinen ganz besonderen Reiz. Mit einem so positiven Blick in die Zukunft zu leben verändert mein Denken und auch meine Befürchtungen für mich, meine Nachkommen und uns Menschen insgesamt. Für mich ist es kein Vertrösten auf etwas Kommendes, sondern ein Ansporn, die ersten kleinen Veränderungen in diese schöne Zukunft auch jetzt schon zu wagen. Diese positive Sichtweise auf das, was kommen wird, möchte ich auch jetzt schon den Kids vermitteln und ansteckend vorleben.

Der Text für dich

Starter

Jesaja beschreibt eine Welt, die Gott ihm vor Augen gemalt hat. Alles ist gut und schön. Denen, die Unrecht und Gemeinheit erfahren haben, schenkt Gott im Messias, also Jesus, Gerechtigkeit. Es wird allen Menschen gut gehen und sogar die Naturgesetze kann Jesus verändern. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere halten Frieden untereinander und jagen sich nicht gegenseitig. Jesus hat all das unter Kontrolle und will die Welt verändern. Niemand muss Gefahren fürchten, alle Menschen sind nett zueinander und es wird so schön sein, dass alle dort leben wollen. Gott verspricht durch Jesaja, dass unsere Welt ein guter Platz zum Leben für ALLE wird, auch für dich und mich!

Checker

Manchmal sieht unsere Welt wirklich mies aus. Die Menschen suchen nur ihren eigenen Vorteil und wollen sich selbst großmachen, indem sie andere kleinmachen. Das war auch früher schon so. Jesaja wird von Gott gezeigt, dass das nicht so bleiben wird. Wenn Jesus wiederkommt, wird er allen Gerechtigkeit schenken. Böse werden bestraft, den Armen wird Gutes getan. Und dann wird die Welt so verändert, dass es nur noch Frieden gibt. Nicht nur unter den Menschen, die sich nicht mehr gegenseitig wehtun, sogar in der Tierwelt wird Frieden herrschen. Was wir als feststehendes (Natur-)Gesetz sehen, kann Jesus verändern. Gott verspricht durch Jesaja, dass unsere Welt ein guter Platz zum Leben für ALLE wird, auch für dich und mich!

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Karten mit Abbildungen von problematischen Szenen aus unserem Alltag (oder auch etwas weiter) werden in die Mitte gelegt (z. B. Prügelei, Streit, Diebstahl, Sandburg wird kaputt gemacht, aber auch Jagdszene unter Wildtieren, Umweltzerstörung, Schlangenbiss, …, es können auch noch andere Szenen rausgesucht werden oder auch ähnliche Situationen abgebildet sein). Jedes Kind und jeder Mitarbeiter sucht sich ein Bild aus und beschreibt dann der Gruppe, was darauf zu sehen ist. Eine kurze Erklärung, warum jeder das jeweilige Bild ausgesucht hat. Kommt über die unschönen Situationen im Alltag ins Gespräch und tauscht euch kurz darüber aus. Fallen euch noch mehr Situationen ein, die zu den Fotos passen, aber nicht in der Mitte liegen?

Idee 2

Die Mitarbeiter stellen unterschiedliche Szenen von den oben benannten Situationen (Idee 1) in kleinen Theaterstücken nach und die Kinder versuchen sie zu erraten. Dazu nehmen 2-3 Mitarbeiter die unterschiedlichen Rollen wahr. Nach jeder Szene gibt es eine Unterbrechung und die Gruppe tauscht sich kurz darüber aus. Fallen den Kindern noch mehr Situationen ein, die zu den Theaterszenen passen, aber nicht von den Mitarbeitern dargestellt wurden? Vielleicht trauen sich ja ein paar mutige Kinder nach kurzer Beratung diese Szenen selbst der Gruppe vorzuspielen und die anderen Kinder raten zu lassen.

Verkündigung

Verkündigungsart: Theaterstück

Jesaja geht in großen Runden durch den Raum. In der ersten Runde bleibt er mittendrin stehen und stellt sich vor: „Ich bin Jesaja und das ist meine Welt!“

Nach der ersten Runde kommt Jesaja zu der ersten Spielszene.

Immer zwei Mitarbeiter spielen eine kurze, pantomimische Szene.

1. Szene: Ein Streit zwischen zwei Geschäftsleuten wird dargestellt. Jesaja geht an der ersten Szene vorbei und beschreibt immer kurz laut, was er sieht, damit alle Kinder die Szene verstehen.
Dann geht er weiter und läuft wieder eine Runde durch den Raum.

Dann folgt die 2. Szene: eine Person klaut der anderen etwas aus der Handtasche. Jesaja beschreibt wieder was er sieht.
Jesaja läuft weiter.

3. Szene: eine Götzenanbetung, ein Mitarbeiter steht als Statue auf einem Stuhl, der andere Mitarbeiter fällt davor auf die Knie und bringt Opfergaben dar. Jesaja beschreibt kurz das Gesehene.
Jesaja läuft weiter.

4. Szene: Achtung, hier wird es etwas wild! Ein Mitarbeiter ist ein Löwe auf der Lauer, einer ein Schaf auf der Weide. Dann folgt eine Jagdszene (bitte nicht zu realistisch, wenn jüngere oder empfindliche Kinder dabei sind). Jesaja beschreibt kurz das Gesehene.
Jesaja läuft weiter.

5. Szene: ein Kind wird von einem Tier gebissen, als es irgendwo spielt.
Jesaja läuft mehrere Runden, bis alle Szenen einmal zu sehen waren. Am Ende bleibt er wieder mitten in der Runde kopfschüttelnd stehen und sagt laut: „Was für eine Welt!“

Dann schläft er quasi im Stehen ein, schließt die Augen und bittet alle, die Augen ebenfalls zu schließen. Jesaja formuliert einen Einstieg in die Verheißung Gottes, z. B. „Gott schenkt mir einen Traum und der sieht so aus: …“. Nun liest er unseren Abschnitt des Bibeltextes vor, als wenn Gott ihm diese Bilder gerade vor Augen malt. Nehmt eine Übersetzung, die für die Kinder sprachlich leicht zu verstehen ist z. B. Hoffnung für Alle oder die Basis-Bibel.

Die andere Idee

Ein Mitarbeiter ist Jesaja. Er verkleidet sich, stellt sich vor und erzählt den Kindern von seiner letzten Woche: „Wisst ihr, was ich letzte Woche alles erlebt habe? Das war vielleicht unschön … Am Montag habe ich beobachtet, wie …“ Er schildert unterschiedliche Szenen, die er beobachtet hat. Der Mitarbeiter hält als Veranschaulichung eine passende Bildkarte vom Anfang hoch. An jedem Wochentag hat Jesaja eine andere der dargestellten Situationen erlebt und schildert sie den Kindern. Es sollten möglichst unterschiedliche Situationen ausgesucht werden, um die Bandbreite darzustellen (siehe Theaterstück). Am Ende schüttelt er enttäuscht den Kopf und sagt laut: „Was für eine Welt!“ Dann schläft er quasi im Stehen oder Sitzen ein, schließt die Augen und bittet alle, die Augen ebenfalls zu schließen. Jesaja formuliert einen Einstieg in die Verheißung Gottes, z. B. „Gott schenkt mir einen Traum und der sieht so aus: …“. Nun liest er unseren Abschnitt des Bibeltextes vor, als wenn Gott ihm diese Bilder gerade vor Augen malt. Nehmt eine Übersetzung, die für die Kinder sprachlich leicht zu verstehen ist z. B. die Luther 2017 oder Basis-Bibel.

Der Text gelebt

Wiederholung

Überlegt gemeinsam: Welche Bilder kamen in dem Traum, den Gott Jesaja geschenkt hat, vor? Besonders die Tierbilder werden den Kindern erfahrungsgemäß hängenbleiben, aber versucht auch gerade die Bilder zu wiederholen, die mit uns Menschen zu tun haben. Was wird über denjenigen erzählt, der aus dem Stamm Isais kommt? Versucht die Eigenschaften gemeinsam zu sammeln und schreibt sie an die Tafel oder eine Flipchart.

Gespräch

Verknüpft die gesehenen Szenen oder Bilder aus der Hinführung und der Verkündigung mit dem Alltag der Kinder. Können diese Situationen auch heute passieren? Wie sehen diese Szenen vielleicht bei uns und / oder heute aus (Götzenanbetung, Schlangenbiss, Jagdszene, …)?

Passende Fragen für das Gespräch:
„Hast du schon einmal etwas Ähnliches erlebt?“
„Fallen euch noch mehr Situationen ein, die bei uns heute passieren?“
„Was fallen euch noch für Situationen ein, die wir gerne verändern würden?“

Merkvers

Jesaja 11, 10b: „Nach ihm werden die Völker fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.“

Der Vers bietet sich durch seine Satzstruktur an, um ihn wortweise in Dreier-Gruppen zu lernen. Ein Klatschrhythmus hilft dabei.
Mitarbeiter: „Nach ihm werden …“, Kinder wiederholen: „Nach ihm werden …“
MA: „… die Völker fragen, …“, Kids: „… die Völker fragen, …“ Zu jedem Wort ein Klatschen.

Erst die Wiederholung in den 3er-Wort-Gruppen, dann die ersten beiden Gruppen zusammen wiederholen, dann die dritte und vierte Gruppe zusammen wiederholen. Am Ende dann den ganzen Satz.

Wer mutig ist, traut sich den Satz dann auch alleine vor der ganzen Gruppe laut zu wiederholen.

Gebet

Gebetskreisstaffel

Kinder und Mitarbeiter bilden gemeinsam einen großen Kreis und halten sich an den Händen. Die Augen schließen, damit es ein bisschen ruhiger ist. Ein Mitarbeiter fängt an zu beten. Erst ein paar einleitende Worte, dann möglichst eine Alltagssituation der Kinder aus der Hinführung aufgreifen. Für die Situation bitten, dass sie sich bald ändert. Wenn der Mitarbeiter sein kurzes Gebet abgeschlossen hat, gibt er mit einem Händedruck an seinen Nachbarn weiter. Jeder darf kurz beten, laut oder leise, und gibt den „Staffelstab“ an seinen Nachbarn weiter, bis der Kreis einmal durchlaufen wurde. Der Mitarbeiter, der den Start gemacht hat, spricht noch ein paar abschließende Worte.

Kreatives

Löwe zum Kuscheln

Aus gelbem oder braunem Stoff (am besten Jersey oder anderer weich fallender Stoff, es soll kuschelig werden) werden breite Stoffstreifen (ca. 15cm breit und 1m lang) zugeschnitten. Diesen Schritt am besten zu Hause vorbereiten, um mehr Zeit für das eigentliche Bemalen oder Basteln zu haben. An einem Ende des Schals entstehen der Kopf und die Vorderläufe, am anderen Ende die Hinterläufe und der Schwanz. Der Stoff kann mit Textilmarkern bemalt werden, schöner ist es, Teile aus gelbem und braunem Filz zuzuschneiden und mit Textilkleber oder anderem gutem Flüssigkleber (z. B. Uhu) anzukleben. Wenn es gut halten soll, können die Beine und der Schwanz noch festgenäht werden.

Kleinere Variante

Auf A4-Papier einen Umriss von einem Löwen malen und für alle Kinder kopieren. Dieser wird ausgeschnitten und mit Wollstücken in gelb und braun beklebt. Für ein flauschiges Fell die Wollstücke ein bisschen auseinander „fusseln“. Mit gutem Flüssigkleber (z. B. Uhu) auf den Umriss aufkleben. Wer will, kann seinen Löwen noch auf ein großes Papier mit einer selbst gemalten Landschaft, z. B. einem Löwenfelsen, kleben.

Spielerisches

Flucht auf den Löwenfelsen
(Variante von „Reise nach Jerusalem“)
In der Mitte wird ein „Löwenfelsen“ gebaut, dort stehen Stühle, einer weniger als Mitspielende teilnehmen. Alle Mitspieler sind Schafe. Musik ertönt, sobald die Musik aufhört, müssen sich die Schafe einen Platz auf dem Löwenfelsen suchen. Optional kann ein Mitarbeiter als Löwe inmitten der Stühle stehen und zu den Schafen freundlich sein, z. B. die Hand schütteln oder auch nette Sachen sagen. Derjenige, der keinen Stuhl abgekriegt hat, scheidet aus. Schwieriger wird das Spiel, wenn man statt der Musik Naturgeräusche wie Wasserrauschen, Vogelgezwitscher, … einspielt, das ist für die Kids im Trubel meist schwerer zu hören.

Schafe jagen

Ein Schaf versucht die anderen Schafe zu fangen. Es gibt einen Platz zum Ausruhen, den Löwenfelsen. Hier sitzt ein Mitarbeiter als Löwe und die Schafe dürfen sich dort erholen. Auf dem Löwenfelsen ist aber immer nur Platz für drei Schafe. Damit wechseln die Schafe und das Fang-Schaf kommt auch zum Zug.

Rätselhaftes

Welches Wort ist gesucht?

Die roten Zahlen geben den Platz des Buchstabens im gesuchten Wort an.

Die Zahlen neben den Bildern geben den Platz des gesuchten Buchstabens im Bildwort an.

Lösung: FRIEDEN

Dauer: ca. 25 Minuten

Material: Kostüme, Tisch, Stühle, Schaukelstuhl, Haus / Tür, Teetasse, alte Decke, 2 Vespertüten, Stall

Personen:

Samuel

Rebekka

Onkel Hesekiel

Prophet Johanan

Simon

Johanna, seine Frau

Ihre zwei Kinder

Josef

Maria

Marcus, römischer Soldat

Lucius, römischer Soldat

Hirte Andreas

Hirte Daniel

Nachbarin Josepha

Sprecher (Text kann abgelesen werden)

Zahlreiche Statisten in Rebekkas Haus (evtl. können Simon und Johanna auch noch mehr Kinder zugeordnet werden bzw. ein dritter Hirte im Stall auftreten)

1. Szene

Simon, Johanna und ihre Kinder ziehen zu Rebekkas Haus und klopfen an die Tür. Dort sitzen zahlreiche Gäste am Tisch, Onkel Hesekiel in einem Schaukelstuhl daneben. Rebekka rennt hin und her, um alle zu bedienen.

Rebekka:             Samuel, machst du bitte mal auf? Ich hab hier grade zu tun!

Samuel (geht maulend zu Tür, öffnet, ohne die Neuankömmlinge anzuschauen und verzieht sich wieder):              Mama! Da sind schon wieder welche!

Rebekka (rennt erschöpft an die Tür):     Oh, Simon, Johanna, schön dass ihr da seid! Ihr kommt auch wegen dieser Volkszählung, nicht wahr! Aber so ganz gemütlich ist es bei uns grade nicht, das Haus ist schon ziemlich voll!

Simon:  Rebekka, mach dir bitte keine Umstände! Wenn du ein Bett für uns hast und vorher vielleicht noch ein Abendessen, sind wir schon zufrieden!

Rebekka:             Hmmm, Bett … Essen … das ist so eine Sache …. Aber kommt erst mal rein!

Die Familie tritt ein.

Onkel Hesekiel: Rebekka! Wo bleibst du denn! Es ist zehn nach sechs, wo bleibt denn mein Kamillentee! Einen alten Mann so warten zu lassen!

Rebekka (flüsternd zu Samuel): Samuel, du musst mir jetzt helfen! Du bist doch schon ein großer Junge! Kannst du bitte heute Nacht im Heu schlafen, dass wir Simon und seiner Familie dein Zimmer überlassen können? Bitte! Ich weiß ehrlich nicht, wo ich die sonst noch unterbringen könnte. Und lauf zu Josepha rüber und frag, ob sie uns Bettzeug ausleihen kann! Ach ja, und was zu essen! Ich hab wirklich nichts mehr im Haus!

Samuel (seufzt):               Alles klar, Mama, mach ich! (zieht ab)

Kind 1:  Tante Rebekka, ich hab solchen Hunger! Kannst du uns vielleicht Spaghetti machen? Oder Pommes?

Kind 2:  Ooch ja, Pommes wär cool! Mit Ketchup!

Onkel Hesekiel: Zum Donnerwetter, Rebekka! Mich so warten zu lassen! Mit wem redest du da die ganze Zeit! Ich will jetzt sofort meinen Tee!!!

Rebekka:             Ja, Vater, ich komm ja schon! (bringt ihm eine Teetasse)

Onkel Hesekiel: Na endlich! (schaut auf Simon und seine Familie) Sag, hast noch mehr Leute reingelassen? Schaff jetzt endlich mal die Kinder heraus, dieser Lärm macht mich ganz verrückt!

Rebekka:             Ich kann sie ja schlecht draußen stehen lassen, oder? Kommt, ihr anderen, rutscht mal ein bisschen zusammen, damit die Vier auch noch Platz haben!

Johanna:            Rebekka, vielen Dank! Du, es wäre ganz toll, wenn wir jetzt schnell essen könnten, die Kinder gehen normalerweise um sechs Uhr uns Bett und sind schon schrecklich hungrig!

Prophet Johanan (mit wichtiger Stimme):            Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen, aber dem Hungrigen ist alles Bittere süß.

Rebekka:             Ja, ja, ich beeile mich! (leise zu sich selbst) Diese Volkszählung bringt mich noch um! Hoffentlich kommt Samuel bald zurück – und hoffentlich konnte er was organisieren!

Sprecher:                            Schritte im Dunkeln, wir tappen voran:

Die Hand vor den Augen, die sehen wir nicht.

Wir wissen nicht weiter und denken daran,

dass Gottes Wort uns Erleuchtung verspricht.

2. Szene

Samuel klopft bei der Nachbarin an. Unweit davon lassen sich die römischen Soldaten Marcus und Lucius zum Vespern auf einer Bank nieder.

Josepha (öffnet die Tür):               Ah, guten Abend, Samuel, du alter Hühnerdieb! Was treibt dich diesmal zu mir? Willst du wieder Äpfel klauen, oder was ist los?

Samuel (außer Atem):   Guten Abend, Josepha. Nein ich will nichts Schlimmes diesmal, ehrlich nicht. Aber meine Mutter schickt mich. Wir haben ganz viel Besuch bekommen, wegen der Volkszählung, wissen Sie. Und jetzt lässt sie fragen, ob Sie ihr nicht mit Bettzeug aushelfen könnten und auch mit was zu essen … unsere Speisekammer ist leer, und kaufen kann man jetzt auch nichts mehr. Sie wird es bestimmt so bald wie möglich zurückerstatten, versprochen …

Josepha (lacht höhnisch):            Junge, Junge, wie stellst du dir das vor? Ich hab auch das ganze Haus voll! Diese Volkszählung ist eine Katastrophe. Aber warte mal … (kramt eine alte Decke hervor) Hier, die kannst du mitnehmen. Aber zu essen kann ich dir wirklich nichts mitgeben, ich weiß auch nicht, wie ich meine Leute hier satt kriegen soll.

Samuel (riecht an der Decke und verzieht das Gesicht):  Vielleicht wenigstens ein bisschen Brot …

Josepha (wütend):          Ich hab dir doch gesagt, ich kann dir nichts geben! Jetzt ist aber mal gut! Und die Decke hätte ich gerne nächste Woche wieder – frisch gewaschen!

Samuel (duckt sich unwillkürlich):            Ich werde es meiner Mutter ausrichten. Vielen Dank auch und nix für ungut!

Josepha schließt die Tür. Samuel geht langsam davon, hält die Decke etwas auf Abstand.

Samuel (zu sich selbst): Oh je, das war aber eine Pleite! Was sollen ich denn nur machen? Wir brauchen unbedingt was zu essen!

Die beiden Soldaten unterhalten sich. Samuel spitzt die Ohren und schleicht sich näher heran.

Lucius:  Endlich Pause! Also, Marcus, ich muss dir sagen, ich finde das Kommando hier echt anstrengend. Diese Juden sind wirklich ein komisches Volk – dermaßen hochnäsig! Dauernd reden sie von ihrem Gott und diesem Messias – wer soll das überhaupt sein?

Marcus (holt sich etwas aus der Vespertüte):     Ja, also, sie glauben, dass ihr Gott ihnen irgendeinen Retter schicken wird, einen großen König, der uns in die Flucht schlagen soll, damit das Land wieder ihnen gehört. Dass ich nicht lache! Das römische Volk beherrscht praktisch die ganze Welt. Und da meinen so ein paar eingebildete Dorftrottel, hier den Aufstand planen zu müssen! Aber die sind einfach unbelehrbar …

Lucius (holt sich ebenfalls Essen aus der Tüte):   Ja, mir scheint auch, dass wir hier wachsam sein müssen. Und jetzt fängt diese Volkszählung an. Ich hoffe bloß, es bleibt alles ruhig!

Samuel schleicht sich von hinten heran, schnappt sich die Vespertüte und rennt blitzschnell davon.

Marcus:               He, du kleiner Dreckspatz! Unser Vesper! Du spinnst wohl! (steht auf und will ihm hinterherrennen)

Lucius (hält ihn fest):      Komm, lass ihn doch! Wir können ja da drüben in die Kneipe gehen und uns was holen. Wahrscheinlich lebt der Kleine auf der Straße und hat lange nichts mehr zu essen abbekommen – so wie der roch … Puuh! (hält sich die Nase zu)

Sprecher:                            Düstere Zeiten, das Unrecht regiert:

                                           Der Starke befiehlt und missbraucht seine Macht.

                                           Der Schwache verzweifelt, hat fast resigniert,

                                           hofft nun auf Gott, auf sein Licht in der Nacht.

3. Szene

Örtlichkeiten wie in der ersten Szene, im Stall neben der Wohnstube sind jetzt Maria und Josef angekommen.

Samuel klopft zu Hause wieder an die Tür. Rebekka öffnet.

Rebekka:             Da bist du ja wieder! Ich hätte dich schon fast vermisst gemeldet! Wo warst du denn so lange?!

Samuel:               Weißt du, so einfach ist es auch nicht, auf die Schnelle was zu organisieren! Hier, eine Decke von Josepha und ein bisschen was zu essen von … äh … vom Markt.

Rebekka:             Die Decke stinkt ja fürchterlich, da hat wohl ihre Ziege drauf gelegen, die letztes Jahr gestorben ist. Die kann ich doch unseren Gästen nicht anbieten! Und Essen, sagst du, vom Markt … Ich dachte, da gibt´s nichts mehr zu kaufen? Und woher hast du das Geld? Samuel?

Samuel (schnell): Mama, glaub mir, so genau willst du es gar nicht wissen. Ich zieh jetzt um ins Heu.

Rebekka:             Äh, Samuel, ich muss dir was sagen. Während du weg warst, sind noch mehr Gäste angekommen. Dein Onkel Josef mit seiner Frau, ich glaube, Maria heißt sie, oder so ähnlich. Er hat wohl kürzlich geheiratet, wir waren nicht mal eingeladen – na ja. Also, sie ist hochschwanger. Das Baby kann jederzeit kommen. Deshalb hab ich sie in den Stall gelegt, da haben sie wenigstens etwas Ruhe. Kannst du dann im Vorraum schlafen?

Samuel (gleichgültig):    Wenn es sein muss … Kann ich ihnen dann wenigstens was zu essen bringen? Sonst fressen Simons gefräßige Kinder alles weg!

Onkel Hesekiel (aus dem Hintergrund):  Rebekka, mir ist kalt! Kannst du mir eine Wärmflasche machen? Und wo sind meine Pantoffeln?

Rebekka:             Ich komme, Vater! (zu Simon) Ja, ja, geh nur rüber zu ihnen! Und … danke, Samuel! Was täte ich bloß ohne meinen großen Jungen!

Samuel geht zu Maria und Josef in den Stall.

Samuel:               Hallo, Onkel Josef! Hallo, Tante Maria! Ich bin Samuel, der Sohn von Rebekka. Hier, ich hab euch was zu essen mitgebracht.

Josef:    Samuel, mein Junge! Wie groß du geworden bist! Als ich zum letzten Mal hier war, warst du noch ein Baby!

Maria:  Und vielen Dank für das Essen, Samuel! (schaut in die Tüte) Oh, sogar Pizza, das essen doch sonst nur die Römer!

Samuel (ehrfürchtig):    Wie schön du aussiehst, Tante Maria! Wie ein Engel!

Maria (verlegen):            Danke für das Kompliment, Samuel. Aber Engel sind … sind … ganz anders.

Samuel (neugierig):        Ja, hast du denn schon mal einen gesehen?

Maria:  Ich glaube, dir kann ich die Geschichte erzählen, Samuel. Du wirst nicht drüber lachen. Also, ich hatte tatsächlich vor ein paar Monaten Besuch von einem Engel.

Samuel (ungläubig):       Echt? Und wie sah er aus, der Engel? Und was hat er gesagt?

Maria:  Er hat gesagt, dass in meinem Bauch ein Baby wachsen wird. Und dass es ein ganz besonderes Kind sein wird, weil … weil es nämlich Gottes Sohn sein wird, der versprochene Retter, den uns Gott schickt, der Messias.

Samuel (aufgeregt):       Echt? In deinem Bauch wächst Gottes Messias heran? Und wird vielleicht in unserem Haus geboren? Mann, ist das aufregend! Das muss ich sofort den anderen erzählen! (rennt hinaus)

Josef (nachdenklich zu Maria):  Meinst du, dass das jetzt klug war, Maria?

Samuel stürmt ins Wohnzimmer, wo immer noch alle um den Tisch sitzen. Onkel Hesekiel sitzt in seinem Schaukelstuhl. Als Samuel hereinkommt, verstummen die Gespräche.

Samuel (atemlos):           Hört mal alle zu! Ich muss euch was Unglaubliches erzählen! In Marias Bauch wächst der Messias heran! Ein Engel hat sie besucht und es ihr gesagt! Vielleicht wird Gottes Sohn in unserem Haus geboren! Ich bin ja so aufgeregt!

Onkel Hesekiel (entrüstet):          Junge, jetzt benimm dich mal! Man unterbricht nicht die Erwachsenen! Hier so eine Unruhe zu verbreiten! Und was erzählst du da für Geschichten? Das sind doch reine Hirngespinste!

Rebekka (geht zu Samuel und legt ihm die Hand auf die Stirn):   Samuel, das alles war wohl heute ein bisschen viel für dich. Mein armer Junge! Aber Fieber hast du, glaube ich, nicht. Leg dich doch ein Weilchen hin, dann geht es dir wieder besser!

Johanna:            Rebekka, ich glaube, du musst dir keine Sorgen machen. So sind Kinder eben. Sie haben eine blühende Fantasie! Das ist bei meinen auch nicht anders!

Prophet Johanan:            Es steht geschrieben: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Land üben wird.“ Glaubst du, dass ein König in unserem Stall hier geboren wird? Das ich nicht lache! Junge, hüte deine Zunge! Das grenzt ja an Gotteslästerung, was du da sagst!

Samuel (den Tränen nahe):         Es ist mir ganz egal, was ihr sagt! Ich glaube Tante Maria! Ihr werdet schon sehen!

Samuel rennt hinaus. Die anderen sehen sich bestürzt an.

Sprecher:                            Finstere Sprüche, respektloser Spott:

                                           Wir ziehn in den Dreck, was gestern noch trug.

                                           Die Werte sind wertlos, Gebote bankrott.

                                           Gott, greif doch ein, es ist längst genug!

4. Szene

Am nächsten Morgen (evtl. Hahnenschrei einspielen). Samuel schleicht sich in den Stall zu Maria und Josef. Er trifft Maria lächelnd mit ihrem Baby im Arm an. Außerdem sind zwei fremde Männer im Stall.

Samuel:               Guten Morgen! Ich konnte nicht mehr schlafen, und da dachte ich, ich sehe mal nach euch. Ohh, das Baby ist da! Heute Nacht geboren? Und Besuch habt ihr auch bekommen?

Maria:  Ja, Samuel, unser Sohn ist heute Nacht geboren. Er heißt Jesus, auch das hat der Engel mir gesagt.

Samuel:               Oh, das ist ja der Wahnsinn! Gottes Sohn kommt in unserem Stall zur Welt! Er ist wunderhübsch, aber, wenn ich ehrlich sein soll … ich habe ihn mir irgendwie anders vorgestellt … irgendwie besonders. Er sieht aus wie ein ganz normales kleines Baby.

Maria:  Samuel, ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Vielleicht erkennen wir Gott oft nicht, weil er so ganz normal mit uns redet oder in ganz normalen Alltagsdingen uns begegnet. Und seinen Sohn in einem Stall zur Welt kommen zu lassen, auf so eine Idee kann eigentlich nur Gott kommen, meinst du nicht?

Samuel (ehrfürchtig):    Ich glaube, du hast einen großen Glauben, Maria. Du kennst Gott besser als dieser sogenannte Prophet Johanan, der mir immer nur sagt, dass ich brav sein soll. (sieht zu den Hirten hinüber) Oh, und ihr habt in dieser aufregenden Nacht dann gleich noch Besuch bekommen??!

Hirte Andreas (verbeugt sich leicht):       Gestatten, Andreas ist mein Name, das ist mein Kollege Daniel. Wir sind Hirten auf den Feldern vor der Stadt. Als wir heute Nacht die Schafe hüteten, wurde es auf einmal taghell. Und es war Musik in der Luft, wie aus einer anderen Welt, so wunderschön, wie ich sie noch nie gehört habe. Wir sind zu Tode erschrocken und fielen auf die Erde, aber dann trat ein Engel zu uns und sprach mit uns. „Fürchtet euch nicht!“, sagte er, „Euch ist heute der Heiland geboren. Geht nur hinein in die Stadt und seht ihn euch an. Ihr findet ihn in Windeln gewickelt in einer Krippe liegen.“ Dabei weiß ich doch gar nicht so genau, was das ist, ein Heiland. Aber dann sagte Daniel …

Hirte Daniel (unterbricht):           Ja, also, dann sagte ich: „Andreas, stell dich nicht so an!“, sagte ich, „Das waren eindeutig Engel, von Gott geschickt. Wenn wir jetzt nicht gehen, dann verpassen wir was Großartiges und werden das unser ganzes Leben lang bereuen.“ Und so sind wir jetzt hier. Wir haben alles genau so vorgefunden, wie der Engel gesagt hat. Auch wenn das Baby aussieht wie ein ganz normales Kind und seine Eltern – entschuldigt bitte – auch nichts Besonderes sind, muss es doch so sein, wie der Engel gesagt hat. Aber eigentlich können wir ja froh sein. Wenn der Heiland im Palast in Jerusalem geboren wäre, hätten wir ihn nie zu sehen bekommen.

Samuel:               Das ist ja der Wahnsinn, eure Geschichte! Maria, ich hab gestern Abend noch den anderen im Haus erzählt, was der Engel dir gesagt hat, aber es hat sie überhaupt nicht interessiert. Sie haben mich nur ausgelacht oder gesagt, ich soll still sein. Aber ich bin jetzt sicher, dass dieses Kind wirklich Gottes Sohn ist. (streichelt dem Baby ehrfürchtig das Köpfchen) Der Messias ist in unserem Stall zur Welt gekommen! Das ist die coolste Geschichte, die ich je erlebt habe!

Sprecher:                                            Sein Licht geht auf,

                                                          in den dunkelsten Stunden ein freundlicher Schein.

                                                           Sein Licht geht auf und leuchtet ins Dunkel hinein.

Ende.

Das Ziel

Starter

Mit Gott bin ich im Vorteil, auch wenn’s stürmt.

Checker

Stürme gehören zum Leben dazu, auch wenn ich mit Jesus unterwegs bin.

Der Text an sich

Die Vorgeschichte

Paulus ist seit mehreren Jahren ein Gefangener. Bereits in Kapitel 21 wurde seine Verhaftung geschildert. Nun soll Paulus zusammen mit anderen Gefangenen von Israel nach Rom verlegt werden. Das geschieht, weil Paulus das selbst wollte. Als römischer Bürger hat er das Recht, dass sein Fall direkt vor dem Kaiser verhandelt wird. Dieses Recht will Paulus für sich in Anspruch nehmen. Hätte Paulus das nicht gemacht, hätte man ihn nun freigelassen (26,32). Doch Paulus wünscht sich, vor dem Kaiser von Jesus zu erzählen.

In unserem Text wird nun die Schiffsreise von Israel bis nach Kreta beschrieben. Paulus ist Teil einer Gruppe Gefangener, wird aber von zwei Freunden begleitet. Der eine ist Aristarch (27,2), der andere der Arzt Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte. Dass er mit an Bord ist, kann man an der Wir-Form erkennen (27,2).

Der für die Gefangenen zuständige römische Offizier heißt Julius. Er hilft Paulus und vertraut ihm. In Sidon erlaubt er ihm, dem Gefangenen, einen Landgang. Offenbar wusste Julius, dass Paulus kein Verbrecher war, sondern dass sein Fall mit Religion zusammenhing. Seine freundliche Haltung gegenüber Paulus wird auch später noch einmal deutlich (27,43).

Die Reise fand im Herbst statt. Die aufkommenden Herbststürme und die Suche nach einem sicheren Platz zum Überwintern zeigen das deutlich. Mit dem in Vers 9 angesprochenen Fasten ist vermutlich das jüdische Versöhnungsfest gemeint, das im September oder Oktober gefeiert wird.

Der Text für mich

Paulus ist für Jesus unterwegs. Er will dem römischen Kaiser das Evangelium erklären! Und dann bremst ihn das Wetter aus: Gegenwind. Der Kurs muss geändert werden, alles verzögert sich. Warum stillt Jesus bei dieser wichtigen Mission den Sturm nicht? Warum ist ihm Paulus ausgesetzt, wie alle Gottlosen um ihn herum?

Das Warum kann ich nicht beantworten. Ich kann nur die Wirklichkeit wahrnehmen. Auch als Mann Gottes und Mitarbeiter in der Jungschar, bin ich den Einflüssen meiner Umgebung ausgesetzt. Ich stehe auch im Stau, und die Corona-Einschränkungen haben um mich auch keinen Bogen gemacht.

Was macht dann den Unterschied ob ich glaube oder nicht? Gott ist dabei. Im Sturm, im Stau, in den Einschränkungen. „Und muss ich durch ein finsteres Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist an meiner Seite!“ (Psalm 23) Im Sturm stellt Gott Paulus Freunde an die Seite. Im Sturm schenkt er ihm einen wohlwollenden Offizier. Im Sturm lässt Gott Paulus irgendwie gelassen sein. Er gibt ihm sogar eine Botschaft für die anderen (27,10). Doch den Sturm stillt er nicht.

„Denn er lässt seine Sonne aufgehen über bösen und über guten Menschen. Und er lässt es regnen auf gerechte und auf ungerechte Menschen.“ Matthäus 5,45

Der Text für dich

Starter

Alle Kinder sind Stürmen ausgesetzt. Manche haben gesundheitliche Einschränkungen, es gibt Schwierigkeiten in der Familie, Probleme in der Schule, Krisen mit sich selbst und Streit mit Freunden. In ganz unterschiedlichem Ausmaß natürlich. Es gibt Kinder mit großen und andere mit scheinbar kleinen Problemen. Auch ist der Umgang mit diesen Herausforderungen von Kind zu Kind verschieden. Aber Stürme waren da, sind da und werden kommen. Der Text kann helfen, sich trotz Sturm auch auf die Suche nach Gutem im Leben zu machen.

Und durch seine Freundschaft mit Gott konnte Paulus sogar richtig gelassen bleiben.

Checker

Auch Kinder, die mit Jesus leben, werden Stürme erleben. Es kann sein, dass sie die Erfahrung machen, dass sie beten, aber der Sturm nicht besser wird. Vielleicht müssen sie sogar erfahren: ich bete und der Sturm wird noch schlimmer!

Der heutige Text ist in zwei Punkten hilfreich.

Erstens zeigt er: Stürme sind Teil meines Lebens. Auch wenn ich mit Jesus lebe. Und auch wenn Jesus Stürme stillen kann, stillt er nicht jeden.

Zweitens lädt er ein, zu entdecken: wo ist trotz Sturm Gutes in meinem Leben? Freunde, die zu mir stehen? Menschen, die mir helfen? …

Der Text erlebt

Aufbau und Setting

Der Raum wird in drei Bereiche aufgeteilt: Stuhlkreis, Platz, um symbolisch ein Schiff darzustellen (z. B. ausgebreitete Picknick-Decke), Platz für Spiele

Wir benutzen einen Beamer, um Dinge zu veranschaulichen. Alternativ können Ansichten ausgedruckt werden.

Vorbereitung

Es werden vier Schilder angefertigt, die unsere inhaltlichen Gliederungspunkte darstellen. Man kann sie am Computer vorbereiten und ausdrucken, oder einfach mit einem Edding auf Papier schreiben. Sie werden im Laufe der Geschichte mit Kreppband an die Wand gehängt und dienen der Erinnerung an die inhaltlichen Punkte.

  • Nicht allein! Gott schenkt Begleiter
  • Julius meint es gut! Unerwartete Helfer
  • Gegenwind – manchmal läuft es einfach nicht
  • Göttliche Warnung – auf wen soll ich hören?

Personenkärtchen anfertigen: Paulus, Lukas, Aristarch, Julius; je nach Gruppengröße weitere Gefangene, Seeleute, Soldaten

Folgendes sollte am PC im Vorfeld im Browser geöffnet sein, damit man es in der Gruppenstunde zur Verfügung hat:

Wenn man ohne Beamer und PC arbeitet, kann man die Bilder zu Hause ausdrucken und normale Bibeln verwenden. In vielen Bibeln findet man Landkarten vom Mittelmeerraum.

Es ist gut, sich im Vorfeld mit der Karte und den geografischen Orten etwas vertraut zu machen.

Die Hinführung „Handschelle“ ist auf jeden Fall der Einstieg in die Verkündigung.

Hinführung

Idee 1

Spiel „Gegenwind“

Zwei Spieler, zwei Papierschiffchen, zwei Pappendeckel, zwei Mitarbeiter mit jeweils einem Fön. Jeder Spieler muss ein Papierschiffchen mit einem Pappdeckel eine festgelegte Strecke weit ins Ziel wedeln. Es gibt aber auch Mitarbeiter, die stören, indem sie mit einem Fön versuchen das Papierschiffchen zurück zu blasen oder vom Kurs abzubringen.

Alternativ zu den fönenden Mitarbeitern könnte man den Spielern erlauben, sich gegenseitig die Schiffchen vom Kurs wegzuwehen.

Idee 2

„Handschellen“

Man legt Handschellen, eine Kette oder ein Seil in die Mitte (alternativ: ausgedruckte Handschellen). Dann stellt man Fragen: Was fällt euch dazu ein? Wer ist gefangen? Was war geschehen? Auf diese Weise wiederholt man die Geschichte der letzten Woche.

Verkündigung

Die Geschichte wird in 4 Abschnitten erzählt und durch Einbeziehen der Kinder miterlebt. In jeden Abschnitt ist eine kurze Anwendung integriert.

Abschnitt 1: Nicht allein!

Nach der Hinführung „Handschellen“ liest der Mitarbeiter die ersten beiden Verse (Apostelgeschichte 27,1-2) vor. Durch den Beamer haben alle Kinder den Bibeltext vor Augen. Der Mitarbeiter fragt: „Wer geht nun alles an Bord?“

Die Kinder nennen die Personen. Jedes Kind bekommt ein vorbereitetes Personenkärtchen mit Kreppband auf die Brust geklebt und darf das Schiff betreten. Das Schiff ist die ausgebreitete Picknick-Decke, die auf dem Boden liegt.

Optional: An dieser Stelle kann man das Spiel „Plankenlauf“ einbauen (siehe „Spielerisches“), in dem der Zugang zum „Schiff“ nur über so eine Planke erfolgt.

Ab jetzt sitzen die Kinder auf dem „Schiff“ auf dem Boden.

Nun zeigen wir per Beamer das Bild eines römischen Handelsschiffes.

Mitarbeiter: „Was mich beeindruckt, ist, dass Paulus auf diesem Schiff nicht allein war. Gott hat ihm Freunde an die Seite gestellt. Trotz all dem Mut, den Paulus hatte, er war ein Gefangener. Und Gott gibt ihm Freunde an die Seite! Freunde, die seinen Glauben teilen und es gut mit ihm meinen.“

Das Schild „Nicht allein! Gott schenkt Begleiter“ wird an die Wand geklebt.

Abschnitt 2: Unerwarteter Helfer

„Wer möchte weiterlesen?“ Ein Kind liest die Verse 3-6.

Mitarbeiter: „Der römische Offizier hat Paulus gemocht und ihm erlaubt, seine Freunde zu besuchen. Ich kann mir vorstellen, dass das Paulus sehr ermutigt hat. Von einer ganz unerwarteten Seite schenkt Gott ihm einen Helfer. Gott kennt die Situationen, in denen wir sind. Und überall kann er uns Helfer schicken. Gut, wenn man zu ihm gehört!“

Das Schild „Julius meint es gut! Unerwartete Helfer“ neben das erste Schild hängen.

Landkarte einblenden

„Wo sind wir eigentlich?!“ Die Orte Cäsarea, Sidon, Zypern und Myra zeigen.

Aktion: „Jetzt brauche ich einen Freiwilligen.“

Der Freiwillige wird in eine Decke gewickelt und mit einem Gürtel oder einem Seil zusammengebunden. Kopf und Füße gucken raus. Der Freiwillige liegt auf dem Boden. Auf der anderen Seite des Raumes liegen Schokobons. Er muss nun eingewickelt durch den Raum robben, um die Schokobons zu erreichen, die er dann essen darf. Dazu wird er befreit.

„So mühsam wie die Fortbewegung für dich war, ging es auch für Paulus weiter.“

Abschnitt 3: Gegenwind

„Wer will weiterlesen?“ Ein Kind liest Verse 7-8.

Auf Landkarte zeigen

Mitarbeiter: „Warum schenkt Gott keinen günstigen Wind? Paulus ist doch auf dem Weg zum Kaiser und will ihm von Jesus erzählen. Warum muss die Reise so mühsam sein?

Auch bei uns? Manche von uns leben mit Jesus – aber oft ist das Leben mühsam. Und Gott zeigt sich nicht. Warum ist das so?

Ich weiß nicht, warum es so ist, aber wir sehen in der Bibel, dass es bei Paulus auch solche Zeiten gab.“

Das Schild „Gegenwind – manchmal läuft es einfach nicht“ neben die beiden anderen hängen.

„Das ist der Hafen, wo sie dann angekommen sind: Kaloi Limenes“ (Bild im Browser zeigen)

Abschnitt 4: Warnung

„Wer liest weiter?“ Zwei Kinder lesen die restlichen vier Verse 9-12.

„Schauen wir mal, wie das Wetter auf Kreta heute ist!“ =>WetterApp

Mitarbeiter: „Mitten im Sturm spricht Gott wieder. Wie weiß ich nicht, aber Paulus sieht voraus, dass die Reise gefährlich werden wird. Die Leute reden dann und diskutieren und folgen dann nicht der Warnung des Paulus. Ist auch schwierig, auf wen soll man hören? Ich für mich sag mir, ich will auf Leute hören, die an Gott glauben und in der Bibel lesen. Denn so finde ich eher die Wahrheit als bei Menschen, die nicht an Gott glauben.“

Das Schild „Göttliche Warnung – auf wen soll ich hören?“ neben die anderen hängen.

„Hier endet die Geschichte für heute. Ob es ein Fehler war, nicht auf Paulus zu hören, erfahren wir nächste Woche.“

Die andere Idee 1

Die Geschichte spielen.

Je nach Anzahl der Kinder bildet man eine oder mehrere Gruppen. Sie kriegen die Aufgabe die Geschichte zu lesen und dann als kleines Theaterstück den anderen vorzuspielen. Wenn man möchte, kann man ihnen einige Requisiten zur Verfügung stellen, wie z. B. einen Strick zum Fesseln oder einen Besenstil als Speer für einen Legionär.

Die andere Idee 2

Wir bauen die Szenerie mit Lego oder Playmobil auf. An verschiedenen Orten im Raum sind die verschiedenen Häfen aufgebaut. In jedem Erzählabschnitt fährt das Schiff einen Hafen weiter.

Der Text gelebt

Wiederholung

Wir schauen uns noch einmal die aufgehängten Schilder an. Dabei versuchen wir uns zu erinnern, was da alles passiert ist.

  • Nicht allein! Gott schenkt Begleiter
  • Julius meint es gut! Unerwartete Helfer
  • Gegenwind – manchmal läuft es einfach nicht
  • Göttliche Warnung – auf wen soll ich hören?

Gespräch

Gott hat Paulus Begleiter geschenkt. Und in Julius einen unerwarteten Helfer. Habt ihr das auch schon einmal erlebt?

Habt ihr schon mal jemandem geholfen, der dann überrascht war?

Warnt uns Gott auch? Vor was?

Bei wem gab es schon mal Gegenwind im Leben? Wie sah der aus? Was habt ihr dann gemacht? Habt ihr irgendwann gemerkt, dass Gott doch da ist?

Wer hat schon einmal einen guten Rat bekommen? Welchen?

Wer hat einen schlechten bekommen? Was war das?

Habt ihr gleich erkannt, dass der Rat gut oder schlecht war?

Was hilft mir, zwischen guten und schlechten Ratschlägen zu unterscheiden?

Merkvers

Auch David hat erlebt, dass im Leben Stürme kommen können. Er nannte die Stürme „finstere Täler“. Ihm war wichtig, dass gerade auch im Sturm / Tal Gott einen nicht allein lässt. Psalm 23,4: „Und muss ich durch ein finsteres Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist an meiner Seite!“ Wir sagen den Vers mehrere Male laut gemeinsam auf.

Gebet

Danken trotz Stürmen. Wofür konnte Paulus trotz seiner Situation dankbar sein? Wofür können wir dankbar sein, auch wenn einem vielleicht der Wind ins Gesicht bläst? Wir schreiben die Ideen auf ein Plakat und wer möchte sagt es laut zu Gott.

Kreatives

Bastelt aus buntem A4-Papier Schiffchen. Lasst die Kinder eine Seite (!) der Schiffchen bemalen, mit Stickern verzieren oder anderweitig kreativ gestalten.

Klebt die Schiffchen auf ein blaues Papier oder eine blaue Pappe. Schreibt darüber einen passenden Satz wie: „Gott verhindert nicht den Sturm, aber er beschützt das Schiff“.

Entweder könnt ihr jedes Kind ein eigenes Meer mit Schiff gestalten lassen. Oder ihr gestaltet ein großes blaues Meer und jedes Kind darf sein Schiff (evtl. mit Namen) auf das Plakat kleben. Das Plakat kann dann im Jungscharraum aufgehängt werden.

Spielerisches

Plankenlauf

Ein langes Brett wird über zwei Stühle oder zwei Getränkekisten gelegt. Nun gilt es, darüber zu balancieren. Wer schafft es, wenn die Hände hinter dem Rücken sind? Wer schafft es mit verbunden Augen, wenn jemand ihn führt?

Legionärsblinzeln

Die Kinder bilden Paare und stellen sich im Kreis auf. Jeder hat seinen Partner vor sich. Die Kinder, die hinten stehen, sind die Legionäre, die vorne stehen, sind die Gefangenen. Die Legionäre haben die Hände auf dem Rücken. Ein Kind ist der Offizier Julius, es steht allein da. Es versucht einen Gefangenen zu befreien, indem es ihm zublinzelt. Bemerkt der Legionär, dass seinem Gefangenen zugeblinzelt wird, darf er seinen Gefangenen festhalten. Wird einem Gefangenen zugeblinzelt und er entkommt seinem Legionär, stellt er sich hinter Julius. Er ist nun Legionär, Julius ist nun ein Gefangener und der Legionär, dem sein Gefangener entkommen ist, steht nun allein da und ist der neue Julius.

Schiffchen ziehen

Zwei Papierschiffchen werden jeweils an einer etwa 5m langen Schnur befestigt. Das Ende der Schnur ist an einem Stock festgebunden. Zwei Spieler. Auf die Plätze fertig los! Wer hat seine Schnur als erstes aufgewickelt und damit sein Papierschiffchen zu sich hergezogen?

Raum überqueren

Zwei Wolldecken, zwei Spieler, zwei Paar Schuhe. Die Decke ist das Schiff, auf dem der Spieler sitzt. Über jede Hand zieht er einen Schuh. Wer durchquert den Raum als erstes? Körper und Füße müssen auf der Decke bleiben, nur mit den Schuhen auf den Händen darf ich mich vorwärts schieben.

Rätselhaftes

Wir haben eine ausgedruckte Landkarte ohne Ortsangaben. Auf kleinen Zetteln stehen die Ortsbezeichnungen, die in der Geschichte vorkommen. Z. B. Cäsarea, Syrien, Türkei, Griechenland, Kreta, Zypern, Myra, Guthafen, Phönix …

Welche Gruppe kann die Zettel richtig auf die Karte legen? Wer weiß noch, was wo passiert ist?

(T)Extras

Aktionen

„Warum ich trotz Gegenwind und Stürmen mit Jesus unterwegs bin!“ Ein Gast kommt und erzählt aus seinem Leben.

Das Ziel

Starter

Die Kinder sollen erfahren, dass die frohe Botschaft etwas Schönes, Gutes ist, von dem das Herz voll sein und durch das ein Leben komplett verändert werden kann.

Checker

Die Kinder sollen durch das Beispiel von Paulus angeregt werden, mutig von ihrem Glauben zu erzählen.

Der Text an sich

In der Apostelgeschichte wird beschrieben, wie sich die gute Nachricht von Jesus verbreitet, erst an die Juden, dann an Heiden und später in der ganzen Welt, was damit erfüllt ist, dass Paulus nach Rom (damalige Hauptstadt des Weltreichs) kommt. Paulus hieß vorher Saul. Er war ein römischer Staatsbürger und war ein Pharisäer (jüdische Glaubensgruppe, die sehr streng nach den Gesetzen lebte), der zunächst die Christen verfolgt hat, weil er nicht geglaubt hat, dass Jesus der Messias ist, von dem in der Schrift geschrieben ist und auf den Juden heute noch warten. Er fühlte sich im Recht und meinte, dass die Christen / Apostel / Jünger Jesu Lügen / Irrlehren verbreiteten und hatte sogar Bevollmächtigung Christen zu verurteilen. Das erzählt er auch in seiner Verteidigung vor Agrippa. Durch eine persönliche Begegnung mit Jesus (Apg 9) wendet sich sein Leben um 180° – er wird Christ, bekommt einen neuen Namen und beginnt von nun an, die frohe Botschaft vom auferstandenen Jesus zu erzählen. Er geht auf Missionsreisen und verkündet sowohl Juden als auch Nicht-Juden (Heiden) die frohe Botschaft und tauft Menschen. In Jerusalem wird Paulus verhaftet, wird zum Schutz nach Cäsarea überführt und ist dort über mehrere Jahre im Gefängnis. Bei jeder Verhandlung, jedem Verhör erzählt Paulus immer wieder seine Geschichte, seine persönliche Begegnung mit Jesus und dass er glaubt, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden und der erwartete Messias ist. Den jüdischen Hohepriestern und Pharisäern gefällt das nicht, deswegen haben sie ihn angeklagt und wollten ihn sogar umbringen. Sie haben sich immer neue Pläne ausgedacht, doch Gott hat Paulus immer wieder bewahrt und bei den Verhören gab es keine Anklage, die zu einer Verurteilung führen konnte. So auch in dem Bibeltext, der zu dieser Lektion gehört. Nachdem Festus, der gerade Stadthalter geworden war, keinen Grund fand, Paulus anzuklagen bzw. die jüdischen Gesetze nicht kannte und so die Anklagepunkte nicht verstand, schlug er Paulus vor, in Jerusalem ein Urteil über ihn fällen zu lassen. Jedoch wusste Paulus, dass sich die Juden gegen ihn verbünden und ihn verurteilen würden. Also nahm Paulus sein römisches Bürgerrecht in Anspruch, sein Anliegen vor dem kaiserlichen Gericht beurteilen zu lassen. So hatte der Stadthalter keine Handhabe und musste Paulus an den Kaiser ausliefern. Allerdings sah er keine Begründung für die Anklage und wenn er bei dem kaiserlichen Gericht jemanden vorführte, musste er Anklagepunkte aufweisen. So kam es zu dem Verhör vor König Agrippa (Herodes Agrippa II, sein Urgroßvater war Herodes der Große, der zur Zeit von Jesu Geburt herrschte). Agrippa kannte sich besser mit den jüdischen Gesetzen aus. Paulus nutzt die Gelegenheit und erzählt von seinem Leben, wie er selbst erst Christen verfolgt hat, wie er von Jesus berührt wurde und er nun dem folgt und das weitererzählt, was er persönlich erlebt hat.
Paulus nutzt die Gelegenheit, er bleibt gelassen und verkündigt das Evangelium – sein Ziel ist, dass alle Anwesenden diese Botschaft in ihrem Herzen aufnehmen.
Auch Agrippa findet keinen Grund zur Verurteilung und Paulus könnte freigelassen werden, da Paulus jedoch gefordert hat, vor das kaiserliche Gericht zu kommen, muss das auch eingehalten werden und kann nicht widerrufen werden, so ist Paulus weiterhin in Gefangenschaft.

Der Text für mich

Ich finde Paulus total mutig und er ist echt ein Vorbild für mich. Paulus wurde verhaftet, stand mehrmals vor Gericht, aber er wurde nicht mutlos und sein größtes Anliegen war, dass andere Menschen die frohe Botschaft erfahren und eine Beziehung zu Jesus beginnen. Aus dem Gefängnis schrieb er die meisten seiner bekannten Briefe. Paulus hätte verurteilt werden können, eventuell sogar mit zum Tod, aber er war bereit, für seinen Glauben zu sterben, denn er war sich seiner gewiss. Wie sicher bin ich mir? Glaube und vertraue ich auch so fest wie Paulus? Ist es mir auch ein Anliegen, jederzeit von dem zu erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe?

Ich denke, das ist ein lebenslanger Prozess, aber wir dürfen uns immer wieder ermutigen lassen.

Ein Teil der Verkündigung ist die Mitarbeit in deiner Jungschar – du darfst den Kindern von dem erzählen, was du persönlich mit Jesus erlebt hast – da geht es nicht um richtig oder falsch, sondern deine persönliche Geschichte, deine Beziehung zu Jesus, außerdem darfst du vertrauen, dass der Heilige Geist dir die richtigen Worte gibt – ich wünsche dir Mut und viel Freude daran!

Der Text für dich

Starter

Die Kinder hören eventuell das erste Mal etwas von Paulus und es ist etwas befremdlich, vielleicht macht es ihnen sogar Angst, dass Paulus im Gefängnis ist und verhört wird, weil er glaubt. Gerade für Kinder, die neu in der Gruppe sind, ist das evtl. herausfordernd. Aber Paulus wirkt sehr gelassen und ist glücklich darüber, dass er von dem erzählen darf, was er mit Jesus erlebt hat. Darauf sollte man das Augenmerk richten. Die Freude, die Paulus ausstrahlt. Er hat etwas erlebt, das sein Leben komplett verändert hat und sprudelt davon über. Er weiß, dass er nicht allein ist und vertraut total auf Jesus.

Jesus kann auch den einzelnen Jungscharkindern begegnen. Es wäre für sie schön, wenn sie das durch die Mitarbeiter und andere Kinder (Checker) in der Jungschar hören, was die Menschen in dem Verhör durch Paulus erfahren.

Sie sind angenommen, Jesus liebt sie, wie sie sind, auch wenn sie vielleicht Mist gebaut haben, wie Paulus, er sieht sie, er hat einen Plan mit ihnen und möchte ihnen begegnen.

Checker

Die Kinder kennen Paulus vielleicht schon etwas und haben schon viele Geschichten von Jesus gehört. Vielleicht wissen sie schon viel, ja, aber heute wird es herausfordernd, denn es geht darum, wie wichtig ihnen dieses Wissen ist. Paulus wurde für seinen Glauben sogar gefangengenommen und selbst im Verhör nimmt er kein Blatt vor den Mund und erzählt allen fröhlich von dem, was er mit Jesus erlebt hat.

Für die Kinder kann es spannend werden, darüber nachzudenken, was sie schon mit Jesus erlebt haben und sie herauszufordern, diese Erlebnisse anderen zu erzählen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Wenn man vor einem König steht, muss man sich sehr genau überlegen, was man sagt. Denn er hat große Macht. Man sollte ihn nicht verärgern.

Stellt einen Stuhl als Thron auf. Ein Mitarbeiter beginnt. Er ist der König, der einen neuen Bediensteten sucht. Nun müssen reihum die Jungscharler vor den König treten und sich als der neue Bedienstete anpreisen. Ein bestimmtes Wort wird im Vorfeld mit dem „König“ abgesprochen. Wenn ein Jungscharler das Wort verwendet, wird der „König“ sehr glücklich und stellt den Jungscharler ein.

Jeder Jungscharler hat maximal 30 Sekunden Redezeit. Verwendet er das Wort nicht und findet es also auch nicht heraus, ist der nächste Jungscharler an der Reihe. Findet ein Jungscharler das Wort heraus, darf er der nächste König sein.

Wichtig: Sagt den Jungscharlern, auf welchen Posten sie sich jeweils bewerben.

Beispiele:

Der König sucht einen Koch, das Lösungswort lautet Topf.

Der König sucht einen Stallburschen, das Lösungswort lautet Pferd.

Der König sucht einen Putzgehilfen, das Lösungswort lautet Besen.

Der König sucht einen Kämmerer (jemanden, der die Finanzen verwaltet), das Lösungswort lautet Gold.

Der König sucht einen Kloputzer, das Lösungswort lautet Klobürste.

Der König sucht eine Königin, das Lösungswort lautet Kleid. 😉

Idee 2

In unserer heutigen Geschichte spielt das Gefängnis eine Rolle. Im Gefängnis gibt es einen Wärter, der auf die Gefangenen aufpasst und den Schlüssel hat.
Gefängnisse sind Orte, an denen man nicht gerne bleibt. Deswegen versuchen Gefangene immer wieder, zu fliehen. Das geht am besten, wenn sie den Schlüssel haben.

Macht einen Stuhlkreis. Zwischen den Stühlen sollte so viel Platz sein, dass die Jungscharler die Arme ausstrecken können, ohne die des Nebensitzers zu berühren. Stellt einen Stuhl in die Mitte. Auf den Stuhl legt ihr einen Schlüsselbund (den Gefängnisschlüssel). Er sollte beim Hochheben rasseln.

Ein Jungscharler oder Mitarbeiter beginnt. Er bekommt die Augen verbunden und stellt sich vor den Stuhl. Nun wird ein Jungscharler oder Mitarbeiter ausgesucht (Spielleiter zeigt auf eine Person). Diese Person muss versuchen, den Schlüssel zu bekommen. Der „Gefängniswärter“ muss versuchen, die Person zu berühren. Dann ist der Ausbruchsversuch gescheitert und die Person wird neuer „Gefängniswärter“. Schafft die Person es mit dem Schlüsselbund zu ihrem Stuhl, muss sie den Schlüssel einer anderen Person zuwerfen. Diese Person muss ihn auf den Stuhl in der Mitte zurücklegen. Der „Gefängniswärter“ muss wiederum versuchen, die Person zu berühren. Dann ist der Ausbruchsversuch gescheitert und die Person mit dem Schlüssel wird neuer „Gefängniswärter“. Schafft sie es, den Schlüssel auf den Stuhl zu legen und wieder zu ihrem Platz zurückzukehren, ist der Ausbruch gelungen. Es wird auf eine neue Person gezeigt und das Ganze beginnt von vorne.

Wichtig: Es muss leise sein, damit der „Gefängniswärter“ die „Ausbrecher“ hören kann. Wechselt den „Gefängniswärter“, wenn er mehrere Runden lang niemanden gefangen hat. Liegt der Schlüssel auf dem Boden, z. B. wenn er beim Zurückbringen vom Stuhl gefallen ist, muss der „Ausbrecher“ ihn aufheben und auf den Stuhl legen. Und natürlich: „Katzenwache“ ist nicht erlaubt, also z. B., dass der „Gefängniswärter“ die ganze Zeit direkt neben dem Stuhl steht und die Hand knapp über den Schlüssel hält.

Als weitere Schwierigkeitsstufe kann ein Schlüsselanhänger am Schlüsselbund befestigt werden. Dann ist die Aufgabe, den Schlüsselbund nur an diesem Schlüsselanhänger zu tragen und zu werfen (fangen darf man ihn mit beiden Händen). Das macht mehr Lärm und damit die Aufgabe für die „Ausbrecher“ schwieriger.

Verkündigung

Verkündigungsart Theaterstück

Personen: Stadthalter Festus (königlich verkleidet), König Agrippa (königlich verkleidet), Paulus (braunes Gewand)

Wenn es weniger Mitarbeiter sind, kann es auch nur den Paulus geben, der erzählt, in welcher Situation er sich gerade befindet:

„Hallo, mein Name ist Paulus und zurzeit bin ich im Gefängnis und werde heute verhört von König Agrippa. Ich wurde schon häufiger verhört, aber bisher gab es keinen Grund, mich zu verurteilen. Beim letzten Mal war ich vor dem Stadthalter Festus und die jüdischen Männer haben mir viele Sachen unterstellt, aber hatten überhaupt keine Beweise – woher auch? Ich bin unschuldig. Festus wollte mich erst nach Jerusalem schicken, aber dort hätten die jüdischen Führer irgendeinen Grund gefunden, mich zu verurteilen. Ich bin römischer Staatsbürger, deswegen habe ich gefordert, dass ich vor das kaiserliche Gericht kommen kann. Festus scheint etwas überfordert damit, weil es gar keine Anklagepunkte gegen mich gibt, also soll ich heute vor Agrippa sprechen, der König kennt wohl die jüdischen Gesetze besser. Ich bin sehr gespannt, aber ich weiß, dass ich unschuldig bin – ich erzähle einfach von dem, was ich erlebt habe und habe so die Möglichkeit, allen von Jesus zu erzählen.“

Ansonsten:

Festus: „Hallo, ich bin Festus, ich bin gerade Stadthalter von Cäsarea geworden. Hier ist ein Mann schon seit Jahren im Gefängnis, Paulus heißt der. Die angesehensten Männer aus dem jüdischen Volk kamen auf mich zu und wollten, dass ich Paulus verurteile. Also habe ich eine Gerichtsverhandlung einberufen, aber die jüdischen Männer hatten keine Beweise für all ihre Anschuldigungen und Paulus meinte, dass er sich nichts zu Schulden hat kommen lassen und ich kenne die jüdischen Gesetze zu wenig … Ich habe Paulus vorgeschlagen, dass darüber in Jerusalem geurteilt werden könnte, weil die sich besser mit den jüdischen Gesetzen auskennen – das wäre so gut gewesen, dann hätten sie das übernommen und meine Welt wäre in Ordnung, aber nein, dieser Paulus ist römischer Staatsbürger und hat sein Recht eingefordert, vor dem kaiserlichen Gericht vorsprechen zu dürfen … na super, ich muss ihn also nun zum Kaiser schicken, aber ich habe gar keine Anklagepunkte … wie soll ich denn bei dem Kaiser nach einem Gerichtsverfahren fragen, wenn es gar keinen Grund dafür gibt … ich bin verzweifelt.
Ah, jetzt kommt mir eine Idee – König Agrippa kommt bald vorbei und der kennt die jüdischen Gesetze besser. Der soll sich Paulus nochmal anhören, vielleicht findet er ja einen Grund zur Anklage.“

König Agrippa: „Ich bin König Agrippa. Festus hat mir von diesem Paulus erzählt, der im Gefängnis ist. Ich habe schon häufiger etwas von ihm gehört und bin ganz gespannt, was er zu erzählen hat und was ihm überhaupt vorgeworfen wird, Festus konnte mir das nicht genau erklären, also mal abwarten.“ (kurze Pause, so tun, als ob er sieht, wie Paulus kommt). „Ah, da kommt er ja.“ (zu Paulus): „Du kannst einfach erzählen, warum du glaubst, dass du angeklagt bist und warum du meinst, dass du unschuldig bist.“

Paulus (gilt für beide Varianten): „Die Juden bringen schwere Anschuldigungen gegen mich vor. Deshalb bin ich so dankbar, König Agrippa, dass ich mich heute vor dir verteidigen kann. Du kennst dich ja auch hervorragend mit den Gesetzen der Juden aus. Bitte, höre mir geduldig zu!

Schon als Jugendlicher habe ich bei meinem Volk in Jerusalem gelebt. Alle Juden kennen mich schon seit meiner Kindheit. Ich war sehr streng im Glauben. Und jetzt stehe ich vor Gericht, weil ich auf das hoffe, was Gott unseren Vorfahren versprochen hat und zwar, dass er kommt und dass er Tote auferweckt. Warum könnt ihr das nicht glauben? Ich dachte auch erst, dass man etwas gegen das Bekenntnis zu Jesus tun müsste und habe das auch getan. Ich habe viele Christen ins Gefängnis gebracht, habe dafür gestimmt, dass sie umgebracht werden, ich habe sie verfolgt, ich habe sie gehasst. Doch eines Mittags sah ich plötzlich vom Himmel her ein Licht aufleuchten. Es war heller als der Glanz der Sonne und umstrahlte mich und die Leute, die mit mir unterwegs waren. Wir stürzten alle zu Boden. Da hörte ich eine Stimme, die auf Hebräisch zu mir sagte: ,Saul, Saul, warum verfolgst du mich?‘ Da fragte ich: ,Wer bist du, Herr?‘ Der Herr antwortete: ,Ich bin Jesus, den du verfolgst. Doch jetzt steh auf! Stell dich auf die Füße! Denn ich bin dir erschienen, damit du mir dienst und als Zeuge auftrittst und allen erzählst, was du heute erlebt hast und ich dir noch zeigen werde. Ich werde dich schützen und zu den Menschen senden, damit du ihnen die Augen öffnest. Sie sollen sich aus der Finsternis zum Licht hinwenden, zu Gott. Durch den Glauben an mich sollen ihnen ihre Sünden vergeben werden.‘

Deshalb, König Agrippa, war ich überall und habe die Menschen aufgefordert: ,Ändert euer Leben und wendet euch Gott zu!‘ Deswegen haben die Juden mich im Tempel festgenommen und versucht, mich zu töten. Aber Gott hat mir bis heute geholfen. Deshalb stehe ich hier heute als sein Zeuge und verkündige die Botschaft vom Licht.‘“

Festus: „Du bist verrückt, Paulus! Das viele Lesen in der Schrift hat dich in den Wahnsinn getrieben.“

Paulus: „Ich bin nicht verrückt, verehrter Festus. Was ich sage, ist wahr. König Agrippa weiß darüber Bescheid. Mit ihm kann ich auch ganz offen darüber reden. König Agrippa, glaubst du den Propheten? Ich weiß, dass du ihnen glaubst!“

Agrippa: „Es fehlt nicht viel und du überzeugst mich noch, Christ zu werden!“

Paulus: „Ich bete zu Gott, dass du einer wirst und nicht nur du! Ich bete, dass alle, die mich gerade hören, zu Christen werden und Jesus persönlich kennenlernen.“

Festus und Agrippa machen sich auf den Weg nach draußen.

Agrippa: „Dieser Mann tut nichts, wofür er den Tod oder das Gefängnis verdient. Der Mann könnte freigelassen werden, wenn er nicht verlangt hätte, dass sein Fall vor den Kaiser kommt.“

Die andere Idee

Playmobilfiguren, Legofiguren nehmen – allerdings besteht die Bibelstelle fast nur aus einem Monolog, da bietet sich ein Theaterstück an.

Alternativ könnte ein Mitarbeiter Paulus pantomimisch spielen und ein anderer liest.

Der Text gelebt

Wiederholung

Ausrufezeichen (ausdrucken oder aufmalen): Das habe ich verstanden!

Was ist passiert? Paulus wurde verhört. Er hat sich vor dem König Agrippa verteidigt. Er hat von seinem Leben erzählt, hat Zeugnis gegeben.

Fragezeichen (ausdrucken oder aufmalen): Das habe ich noch nicht verstanden. Dazu habe ich eine Frage.

Die Kinder können hier Fragen stellen.

Daumen hoch (mit der Hand zeigen, ausdrucken oder aufmalen): Das finde ich gut.

Das nehme ich mit.

Daumen runter (mit der Hand zeigen, ausdrucken oder aufmalen): Das finde ich nicht gut. Das macht mir Angst.

Gespräch

Starter

Paulus ist im Gefängnis, aber er freut sich, dass er vor dem König sprechen darf, warum?
Weil er allen Menschen davon erzählen möchte, was er mit Jesus erlebt hat.

Was hat Paulus mit Jesus erlebt?
Er hat Jesus gehört und in Form eines Lichts gesehen, er hat erkannt, dass Jesus wirklich der Messias ist, von dem schon im Alten Testament geschrieben ist (es ist hilfreich in Kap. 9 die Bekehrung von Saulus zu Paulus als Hintergrundwissen nachzulesen).

Was ist so schön an der Botschaft, die Paulus erzählt?
Jesus ist Paulus persönlich begegnet und obwohl Paulus noch als Saul Christen verfolgt hat, bestraft Gott ihn nicht, sondern er begegnet ihm mit Liebe und schenkt, dass er sich und seine Einstellungen komplett ändert.

Paulus ist so begeistert von Jesus, dass er überall von ihm erzählen will. Er weiß, dass es eine gute Nachricht ist und nichts Schlimmes. Er weiß, dass die Botschaft anderen Menschen guttut und er erlebt, dass er Kraft und keine Angst hat, anderen davon zu erzählen. Er vertraut total auf Gott. Ich finde es total schön zu sehen, wie man in diesem Bibelabschnitt spürt, wie erfüllt Paulus von seinem Erlebnis mit Jesus ist und dass er ihm total vertraut und dadurch so stark ist und voller Freude.

Checker:

Hast du schon einmal etwas mit Jesus erlebt? Wenn ja, was?
Es ist schön, wenn du als Mitarbeiter hier selbst ein Zeugnis geben kannst, das hilft den Teilnehmern dann meist auch, selbst auf Ideen zu kommen.

Wissen deine Freunde in der Schule, im Sportverein, dass du in die Jungschar gehst und was das ist?

Erzählst du deinen Freunden von deinem Glauben?

Hast du Angst davor, über deinen Glauben zu reden oder freust du dich, wenn du darüber reden kannst?

Was könnte dir helfen, die Angst zu überwinden?

Überleitung zum Merkvers aus Lukas 12,12

Wir machen uns oft so einen Druck, über den Glauben zu reden oder aber haben Angst, dabei ist es so eine gute Nachricht, die wir erzählen. Wir können lernen, wie Paulus froh darüber zu sein, wenn wir über unseren Glauben sprechen dürfen. Außerdem sind wir da nicht allein und nicht auf unsere eigene Kraft angewiesen. Gott hat uns den Heiligen Geist geschenkt, der in uns wohnt und der uns die richtigen Worte geben wird.

Merkvers

Starter:

„Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.“ Jesaja 40,31

Methode zum Lernen:

Mit Bewegungen: Auf den Herrn vertrauen (nach oben schauen), neue Kraft (beide Arme anwinkeln, als ob man seine Muskeln zeigen möchte), wachsen Flügel (Arme ausbreiten und schwingen, wie ein Vogel). Sie gehen (auf der Stelle gehen), nicht müde werden (Kopf schütteln / Zeigefinger wackeln und anschließend gähnen), laufen (wieder auf der Stelle laufen) und nicht zusammenbrechen (mit dem ganzen Körper zusammensinken nach unten, als ob man fällt).

Checker:

„Denn der Heilige Geist wird euch in dem Augenblick eingeben, was ihr sagen müsst.“ Lukas 12,12

Methode zum Lernen:

Mit Hilfe eines Gedankenexperiments – an eine Situation, z. B. in der Schule, denken, in der man nicht weiß, was man sagen soll. Innerlich aufrecht hinstellen und sich sagen: „Nicht ich rede, sondern Gott durch den Heiligen Geist in mir.“

Gebet

Popcorngebet mit verschiedenen „Phasen“.
Popcorngebet bedeutet, dass jeder einfach ein Wort oder einen kurzen Satz sagt, dadurch ist die Hemmschwelle für die Teilnehmer kleiner, zu beten.

Phasen:

  1. Danke ….
  2. Bitte gib uns Mut für …
  3. Bitte für … (Fürbitte, den Blick weiten – dafür vorher gemeinsam Anliegen sammeln)

Kreatives

Bilder malen / Karten schreiben mit Erlebnissen von Jesus – eine Situation, an die sich die Kinder erinnern und damit sie es nicht vergessen, können sie sie sich schön aufschreiben, aufmalen und später ins Zimmer hängen.

Gemeinsam überlegen, wie man anderen etwas Gutes tun kann, wie man in der Schule, bei Freunden vom Glauben erzählen kann, eventuell Karten mit Einladungen zur Jungschar gestalten.

Spielerisches

Stille Post

Ihr sitzt in einer Reihe. Dem ersten Kind in der Reihe wird ein Wort ins Ohr geflüstert (Achtung, dass es die anderen nicht hören!). Das Kind muss das Wort, das es verstanden hat, an den Nachbarn weiterflüstert. Was kommt wohl beim letzten Kind an? Danach rückt jedes Kind einen Stuhl weiter, so dass jeder mal angefangen hat.

Blindes Vertrauen

Einem Kind werden die Augen verbunden. Das Kind wird durch einen Parcours geführt, entweder an einer Hand oder nur durch tippen auf die Schultern oder nur durch Sprache.

Verhör / Zeugenaussage

Ziel: Zwei Kinder sollen auf 10 Fragen die gleiche Antwort (inhaltlich) geben.

Ablauf: Zwei Kinder gehen aus dem Raum (am besten geht ein Mitarbeiter mit und gibt Hilfestellung, wenn die Kinder keine Ideen haben) und müssen innerhalb von 7-12 min (in der 1. Runde mit 10 min beginnen und danach ggf. die Zeit anpassen) versuchen, möglichst viele Dinge für eine Zeugenaussage abzusprechen.

In der Zeit überlegen sich die Kinder im Raum mit einem anderen Mitarbeiter 5-10 Fragen, die sie den Kindern stellen (jedoch können diese in der Befragung noch geändert werden, so dass es eher ein Dialog wird – es dient nur dazu, dass sie schon mal Ideen haben und es sich dann später nicht so in die Länge zieht).

Anschließend wird erst ein Kind in den Raum gerufen und antwortet auf die 5-10 Fragen – danach wird das andere Kind in den Raum gerufen und bekommt dieselben Fragen gestellt.

Haben sie die gleichen Antworten gegeben? Waren ihre Zeugenaussagen glaubhaft?

Wenn man mag, kann man je richtige Antwort ein Gummibärchen o. Ä. geben oder nach dem man mehrere Runden gespielt hat, erhält die Gruppe mit den meisten übereinstimmenden Antworten einen Preis. Ansonsten macht das Spiel einfach Spaß und ist super aufregend für die Kinder, die befragt werden.

Mögliche Fragen:

Wo wart ihr? Was habt ihr gemacht? Wann habt ihr euch getroffen (Tag und Uhrzeit)? Welche Sockenfarbe hatte XY? Wie war das Wetter? Habt ihr etwas gegessen? Wenn ja, was?

Hilfe für die Kinder, die sich absprechen:

Eine Zahl aussuchen, die sie immer als Antwort nehmen und die ggf. als Uhrzeit gelten könnte (z. B. 12 (Euro, 12x hin- und hergelaufen, 12 Uhr mittags, am 12., …), eine Farbe festlegen, die sie immer nennen können, wenn sie nach Farben gefragt werden – ein Muster überlegen (gestreift, gemustert,  …), Namen festlegen, möglichst allgemein absprechen.

Rätselhaftes

Paulus saß in seinem Leben mehrfach im Gefängnis. Er durfte aus dem Gefängnis Briefe schreiben. Manche dieser Briefe finden sich ebenfalls in der Bibel. Außerdem durfte er Besuch empfangen.

Lest Epheser 6,18-22: Wie heißt der Mann, der den Epheserbrief von Paulus aus dem Gefängnis zu den Ephesern brachte? (Tychikus)

Lest Philipper 2, 19-30: Welche beiden Männer nennt Paulus als seine Mitstreiter? Welcher der beiden war todkrank und Gott hat ihn geheilt? (Timotheus und Epaphroditus, Letzterer war krank gewesen)

Lest Kolosser 4,16: An welche Gemeinde sollen die Kolosser den Brief weitergeben, wenn sie ihn gelesen haben? (Laodizea)

Lest Apstelgeschichte 16, 23-34: Wie befreite Gott Paulus und Silas aus dem Gefängnis? (Hier sind zwei Antworten möglich: Durch ein Erdbeben oder indem er den Gefängniswärter Christ werden ließ)

(T)Extras

Lieder

Ich kann nicht schweigen (eher für ältere Kinder)
Dip (Who was that man? I like to shake his hand, for he gave his life for you and me)

Aktionen

Karten für Kinder schreiben, die verfolgt werden.

Infos dazu: https://www.opendoors.de/aktiv-werden/aktionen/ermutigungsaktionen/ermutigen-sie-kinder-in-kolumbien

(Aktion geht bis zum 30.11.2021)

Podcast oder Video von Open Doors für Kids vorspielen.
So, wie es Paulus erging, geht es heute noch vielen Christen, auch Kindern.
Open Doors hat extra Videos mit Geschichten von Kindern für Kinder erstellt, das kann den Blick erweitern und ein Anliegen für die Fürbitte (Phase 3 beim Gebet) sein.

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