Gideon

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 3/2021. Es geht in sechs Lektionen um die Geschichte von Gideon:

Lektion 8 Richter 6,11-24 Gideons Berufung

Lektion 9 Richter 6,25-32 Gideons Einsatz für Gott

Lektion 10 Richter 6,33-40 Zeichen von Gott

Lektion 11 Richter 7,1-8 Auswahl der Kämpfer

Lektion 12 Richter 7,9-15 Ermutigung für Gideon

Lektion 13 Richter 7,16-25 Kampf und Sieg

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Gott sieht dich. Er kennt dich und weiß genau, was dir fehlt oder dir Angst macht und wie er dir helfen kann. Er kann auch dich ermutigen.

Checker

Gott kann auch dich gebrauchen und mit ihm an deiner Seite kannst du schaffen, wozu du dich alleine nicht stark genug fühlst.

Der Text an sich

Diese Geschichte schildert, wie Gideon in einer angespannten Situation steckt. Dem feindlichen Heer war der Krieg erklärt und er sollte Anführer der Armee seines Volkes sein, wenn sie in die Schlacht ziehen. Allerdings standen die Chancen zu gewinnen ganz schlecht. Zwar hatte Gott seine Unterstützung zugesagt, aber er hatte die Anzahl von Gideons Mitkämpfern auch drastisch reduziert und nur noch 300 Männer stehen zur Verfügung. Der Tag der Entscheidung steht nun unmittelbar bevor und Gideon hat kein gutes Gefühl. Der Mut hat ihn verlassen und sein Gottvertrauen scheint aufgebraucht.

Obwohl Gideon für Gott und seinen Auftrag schon viel gewagt hat, zweifelt er. Er hat die Götzen seines Vaters zerstört, hat seine Armee verkleinern lassen, hat sich zum Kampf positioniert. Er hatte Zeichen als Beweis von Gott gefordert und diese sogar erhalten – und trotzdem ist er sich nicht sicher, ob er diese Aufgabe schaffen kann.

Gerade jetzt in dieser Situation unterstützt ihn Gott, indem er ihm unverhofft und unerbeten ein weiteres Zeichen gibt. Gott sieht die Angst bei Gideon und er kennt seine Zweifel, obwohl der sie gar nicht ausspricht. Er weiß auch sehr gut, was dem entmutigten Gideon hilft und ihn neu bestärkt.

Gott veranlasst Gideon dazu, die Gegner zu belauschen und dabei erfährt Gideon, wie sehr die sich vor ihm und dem Gott, der hinter ihm steht, fürchten. Das gibt ihm neuen Mut und stärkt sein Vertrauen.

Gideon und sein Kumpel hören, wie Gott einem der gegnerischen Soldaten im Traum zeigte, dass das Heerlager Midians zerstört wird. Ohne lange überlegen zu müssen, deutet dessen Gesprächspartner dieses Bild auf Gideon, der (von Gott beauftragt und unterstützt) die Midianiter vernichten wird.

Dass die Gegner ihrerseits solche Angst vor Israel, Gideon und deren Gott haben, ermutigt Gideon. Nun kann er auch selbst wieder erkennen und daran glauben, dass der allmächtige Gott hinter ihm steht und er sich deshalb vor nichts zu fürchten braucht. Mit diesem neuen Aufwind macht er seine Truppe bereit, in den Kampf zu ziehen. Vorher aber betet er noch Gott an. Er weiß, wem er die Ermutigung und den bevorstehenden Sieg zu verdanken hat.

Der Text für mich

Diese kleine Episode in der Geschichte von Gideon, den Gott hier einsetzt, um zur Befreiung Israels aus der Hand der feindlichen Midianiter beizutragen, hat etwas besonders Geniales. Sie zeigt uns, dass Gott den Gideon sieht. Er sieht, was ihm fehlt. Er kennt ihn gut genug, um auch zu wissen, was ihm in seiner Mutlosigkeit helfen kann. Und er gibt es ihm, ohne dass er darum konkret gebeten wird. Gott sagt zu Gideon: „Greif die Midianiter an! Ich gebe ihr Lager in deine Gewalt! Wenn du aber Angst hast, dann geh vorher mit deinem Diener Pura hinunter und hör dir an, was sie dort reden. Das wird dir Mut geben, sie anzugreifen!“ (HfA). In meinem Büro hängt über dem Schreibtisch ein Poster mit der Aufschrift: „Gott hat die Lösung, bevor du ein Problem hast“.

Natürlich erleben wir nicht immer solche Zeichen wie Gideon. Aber wir dürfen uns sicher sein, dass Gott uns genauso gut kennt und um unsere Bedürfnisse weiß und wir ihm nicht egal sind. Er will uns helfen, wo immer es uns fehlt, damit wir gestärkt und mutig seinen Auftrag erfüllen können.

Der Text für dich

Starter

Viele Kinder sind schon in recht frühem Alter auf sich allein gestellt. Die Lehrer sind überfordert damit, allen Schülern gerecht zu werden. Die Eltern sind oft beide berufstätig und die Kinder gehen in die Ganztagesbetreuung in der Schule, wo, wie in der Klasse, viele andere Kinder sind. Sie werden selten mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen und erleben, dass sich niemand wirklich für sie zu interessieren scheint. Sie müssen in ihren Bereichen Leistung bringen (Schulnoten, Haushaltsmithilfe usw.), bekommen aber wenig Aufmerksamkeit und Lob. Oft werden sie auch noch kritisiert, weil sie zu viel Zeit mit Fernseher, Videogames und Smartphones verbringen.

Wir dürfen ihnen zusichern, dass Gott sie sieht und kennt. Ihm ist jeder einzelne Mensch wichtig. Er weiß, was jedem fehlt, was ihm zu schaffen macht und was er braucht. Und Gott weiß auch, wie er jedem helfen kann, was dem Einzelnen gut tut und er will jeden ermutigen, stärken und erfüllen.

Checker

Es begegnen den Kindern zahlreiche Herausforderungen in Form von Leistungsdruck in der Schule, Erwartungen, die zu Hause an sie gestellt werden und dazu noch sich profilieren zu müssen, um bei den Freunden Anerkennung zu finden. Das alles kann sie schnell überfordern. Wenn sie versagen und zu schlechte Noten schreiben, es den Eltern nicht recht machen oder von den anderen in der Schule, beim Sport usw. ausgegrenzt werden, dann fühlen sie sich unnütz und schlecht. Wir dürfen ihnen sagen, dass Gott sie gebrauchen kann, auch wenn sie sich das selbst nicht zutrauen. Bei Gott hat jeder einen Wert, auch ängstliche oder mutlose Kinder sind bei ihm willkommen. Die Kinder sollen ermutigt werden, herauszufinden, was Gott mit ihnen vorhat und welchen Auftrag sie für ihn erfüllen sollen. Er möchte sie gebrauchen und hilft ihnen auch, wenn sie es allein nicht schaffen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Wir beginnen die Gruppenstunde mit einem oder mehreren Mutprobe-Spielen oder Vertrauensspielen. Dazu kann frei ausgewählt werden, was zur Gruppe passt. Zum Beispiel kann ein Kind mit verbundenen Augen auf die Reihe der anderen Kinder zu rennen und darauf vertrauen, dass diese es rechtzeitig vor der Wand abbremsen.

Ein Klassiker ist auch, sich rückwärts fallenzulassen und von den anderen aufgefangen zu werden (hier unbedingt die Gruppe gut einschätzen, damit es nicht zu Unfällen kommt).

Danach leitet ein/e Mitarbeiter/in über zu der Geschichte von Gideon, dessen Mut und Vertrauen auf die Probe gestellt wurde.

Idee 2

Wir versuchen, mit den Kindern ins Gespräch darüber zu kommen, was sie sich trauen bzw. zutrauen und wovor sie Angst haben. Oder auch über Dinge, von denen sie denken, dass sie das nie schaffen können.

Das Gespräch wird dahin gelenkt, dass Gideon auch dachte, er könne nicht schaffen, was Gott ihm als Auftrag gegeben hatte.

Verkündigung

Verkündigungsart: Erzählung mit Darstellung

Wir bauen im Vorfeld aus Zahnstochern und Servietten ein kleines Zeltlager auf einer Styroporplatte auf. Wie groß das wird und wie aufwändig die Gestaltung, bleibt jedem selbst überlassen. Um nah am Original zu sein, passen Beduinenzelte besser als Indianer-Tipis, die jedoch einfacher konstruiert sind. Mit etwas Abstand – evtl. auf einer separaten Platte, die erhöht platziert wird – ist eine Feuerstelle aus Streichhölzern errichtet. Die Geschichte wird erzählt, während (von einer/m weiteren Mitarbeiter/in) das Ganze mit kleinen Figuren (Playmobil o. Ä.) nachgespielt wird. Für die Stelle mit dem Traum vom großen Brotlaib kann man einen solchen aus Knete anfertigen.

Anregung: Wer es für vertretbar hält, kann die Szene auch auf einem Tablett oder Teller aufbauen und essbare Materialien verwenden. Zelte aus Fondant und Lagerfeuer mit Salzstangen. Dann darf an der entsprechenden Stelle ein echtes Brötchen drüber rollen.

Gideon sitzt am Feuer. Es ist ziemlich still und sein Gesicht ist wie versteinert. Tausend Gedanken schwirren in seinem Kopf durcheinander. Warum nur hatte er sich auf das alles eingelassen? Jetzt sitzt er da – von anfänglich 32.000 Soldaten waren nur noch 300 Männer bei ihm. Die Armee der Gegner zählt 135.000 Kämpfer. Wie soll das gut gehen können? Hätte er nicht lieber seine Finger von all dem lassen sollen? Ja, Gott hatte ihn gerufen und beauftragt, aber konnte der in dieser Situation helfen? War der Sieg bei einem solchen Ungleichverhältnis überhaupt möglich? Wird er den nächsten Tag überleben und seine Familie wiedersehen? Wahrscheinlicher werden alle 300 Männer, für die er nun verantwortlich ist, mit ihm sterben und man wird ihm die Schuld dafür geben. Gideon denkt aber auch an die Zeichen, die er von Gott bekommen hatte. An die vielen Freunde und Nachbarn in seinem Dorf, die von Gott nichts wissen wollten. Wie ihr Dorf immer wieder von den Feinden überfallen und geplündert worden war. Das musste aufhören. Aber konnte er das leisten? Mit den paar Männern, die nicht einmal richtige Soldaten waren? Gideon wird sehr traurig und verzweifelt. Er hat den Mut verloren und würde am liebsten wieder nach Hause gehen.

Seine Gedanken werden plötzlich durchbrochen von dem Gefühlt, dass eine Stimme zu ihm spricht. War das Gott? Ja, er sagt zu Gideon: „Du kannst das feindliche Heer jetzt angreifen. Ich schenke euch den Sieg.“ „Aber wenn du Angst davor hast,“ sagte Gott, „wenn du dich nicht traust, dann schleiche dich doch zum Lager der Midianiter hinunter. Falls du dich allein zu sehr fürchtest, dann nimm deinen Diener Pura mit. Wenn du nah genug herankommst, wirst du belauschen können, was die miteinander reden. Das, was du dort hören wirst, wird dir neuen Mut, Stärke und Sicherheit geben.“

Gideon und Pura machten sich also auf und schlichen sich heimlich im Schutz der Dunkelheit bis ganz nah an den Rand des Heerlagers. Zunächst flößte ihm der Anblick noch mehr Angst ein. Das ganze Tal, soweit man sehen konnte, war belagert. Zelt an Zelt stand dort und überall waren Nachtwachen unterwegs, einige Feuerstellen waren zwischen den Zelten, Waffen waren bereitgestellt …

Niemand bemerkte sie. Zum Glück. Sie waren ganz leise und so konnten sie tatsächlich verstehen, was zwei Wachen miteinander redeten. Gespannt hörten sie hin. Der eine erzählte, was er geträumt hatte: „Du, ich bin bei der Nachwache eingepennt und hatte einen total seltsamen Traum. Ich sah unser Lager. Wir saßen so am Feuer wie jetzt auch. Plötzlich rumpelte und polterte es. Etwas Riesengroßes rollte auf unser Lager zu. Alle schauten starr vor Schreck in die Richtung, aus der das Getöse kam. Da sah man einen megariesigen Brotlaib auf uns zu rollen. So was Verrücktes – ein Gerstenbrot …! Wie komme ich nur darauf, so komische Sachen zu träumen?! Aber der Traum ging noch weiter. Das Brot rollte unaufhaltsam in das Lager mittenhinein, direkt zum Zelt des Hauptgenerals. Das Zelt wurde einfach überrollt und komplett platt gemacht. Alles flog durcheinander. Nichts bleib heil. Das ganze Zelt mit allem, was drin war, wurde total zerstört. Was meinst denn du? Das ist doch ein voll dummer Traum, oder nicht?“

Der andere Mann, der sich den Traum angehört hatte, war ganz blass im Gesicht geworden und blickte den ersten verängstigt an. Schockiert antwortete er: „Weißt du, was das bedeutet? Dieses riesige Brot ist Gideon, der Anführer von den Israeliten, die oben auf dem Hügel lagern, bis die Schlacht beginnt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott den Israeliten den Sieg über uns schenken wird. Keiner kann gegen diesen Gott ankommen. Wenn der auf deren Seite ist, haben wir keine Chance! Wir sind alle verloren. Ich habe furchtbare Angst vor diesem Gideon und seinen Leuten und vor allem vor ihrem Gott. Unser König hätte niemals mit denen Krieg anfangen sollen.“

Die andere Idee

Ein/e Mitarbeiter/in verkleidet sich mit einem Tuch oder Gewand und spielt den Pura. Der berichtet, wie er es aus seiner Sicht erlebt hat, als Gideon ihn mitnimmt, um zum Midianiterlager zu schleichen. Dabei sollte hervorgehoben werden, wie verwirrt Pura über die Verunsicherung bei Gideon ist und wie er die Veränderung erlebt, dass Gideon durch den „Lauschangriff“ sehr ermutigt wird.

Der Text gelebt

Wiederholung

Auf einem Plakat an der Wand oder auf einer Flipchart ist eine Kurve aufgezeichnet. Sie beginnt am linken Rand ungefähr auf Höhe der Blattmitte. Dann verläuft sie nach unten und wieder hoch. Sie endet deutlich höher als der Ausgangspunkt liegt.

Der Anfang ist das Lager der Israeliten auf der Anhöhe. Nun sollen die Kinder zusammentragen, wie sich die Geschichte auf der Kurve voran bewegt. Was passiert und weshalb geht es runter und warum dann rauf?

Gideon fürchtet sich und so geht es runter mit ihm. Gott schickt ihn noch tiefer bis zu den Midianitern. Dann geht es steil nach oben.

Gespräch

Die Gruppe sitzt im Stuhlkreis, auf dem Boden liegt ein weiteres großes Plakat (oder nächste Seite der Flipchart). In der Mitte des Plakats ist ein Brot aufgemalt.

Wir sprechen in der Gruppe noch einmal durch, welche Rolle das Brot im Traum des Midianitersoldaten gespielt hat. Es ist ein Zeichen, mit dem Gott zu den Soldaten spricht. Gott spricht durch einen Fremden, der ihn nicht kennt, und gebraucht ihn, um Gideon zu einem brauchbaren und mutigen Werkzeug zu machen.

Wie kann Gott sonst noch sprechen? Wie kann er sich bemerkbar machen, ohne direkt zu jemandem zu reden?

Hast du Gottes Reden in irgendeiner Form schon einmal wahrgenommen?

Hast du schon einmal erlebt, dass Gott dir in einer Situation geholfen hat?

Was könnten Aufgaben von Gott für uns sein? Z. B.: anderen von Jesus erzählen, dass wir an ihn glauben. Oder neue Kinder in die Jungschar einladen.

Ein/e Mitarbeiter/in beendet das Gespräch, indem sie/er noch einmal den Zielgedanken deutlich betont: Gott kennt jeden Einzelnen. Er sieht dich und weiß, was du brauchst. (Vielleicht passt auch noch ein Beispiel aus dem eigenen Leben, wie sie/er Gottes Reden und Hilfe erlebt hat).

Merkvers

Psalm 139,2

Wenn ich sitze oder wenn ich aufstehe, du weißt es. Du kennst alle meine Gedanken. (Neues Leben)

Wir stehen im Kreis und sprechen gemeinsam den Vers mit Bewegungen:

Wenn ich sitze (in die Hocke gehen) oder wenn ich aufstehe (aufstehen), du weißt es (Hand über die Augen wie beim Indianer-Spähblick). Du (nach oben zum Himmel zeigen) kennst alle meine Gedanken (Finger an die Schläfe).

Gebet

Im Kreis herum betet im Uhrzeigersinn jedes Kind für seinen rechten Nachbarn. Das heißt, ein Kind betet für das Kind, das vor ihm sitzt usw. Auf diese Weise wird für jedes Kind gebetet. Die Kinder sollen Gott danken, dass er sie kennt und sieht und um Mut bitten, von Jesus weiterzusagen.

Bei einer kleineren Gruppe mit älteren Kindern kann auch jedes Kind die Möglichkeit bekommen, nachdem es für seinen Nachbarn gebetet hat, zu sagen, wofür es Mut braucht, damit das nächste Kind genau dafür bittet.

Kreatives

Ermutigungskarten basteln und an Personen schreiben, die eine Ermutigung brauchen.

Die Kinder dürfen Postkarten gestalten. Dazu kann man einfach Tonkarton auf die entsprechende Größe zuschneiden (Postkarten sind ca. A6 = 10,5×14,8 cm). Auf der Vorderseite werden ausgeschnittene Formen (kreative Eigenkreationen, Phantasiegebilde, geometrische Körper, …) aus andersfarbigen Tonpapierbögen ausgeschnitten und aufgeklebt. Auf die Rückseite schreiben die Kinder einen Mut machenden Gruß an eine Person (Opa / Oma / Tante / Onkel; kranker Freund; alte Nachbarin; gestresster Lehrer), die ihnen einfällt.

Wem nichts einfällt, kann einfach den Merkvers verwenden und schön gestalten oder „Mit Jesus bist du stark“ drauf schreiben.

Man kann auch Sticker verwenden oder mit Stempeln arbeiten.

Eine gute Möglichkeit wäre auch, eine Postkarten-Schablone auf dickes Papier auszudrucken und die Vorderseite bemalen zu lassen.

Spielerisches

Anschleichen wie Gideon

Ein Kind steht mit verbundenen Augen an einer festgelegten Stelle. Unter dem Kind auf dem Boden zwischen seinen Füßen liegt eine Süßigkeit.

Jetzt darf ein Kind nach dem anderen versuchen, sich anzuschleichen und unbemerkt die Süßigkeit stehlen. Alle anderen Kinder sollten möglichst leise sein, damit der blinde Spieler auch eine Chance hat, Schritte zu hören.

Wer traut sich was?

Die Mitarbeiter denken sich mehrere Aufgaben aus, und dann dürfen die Kinder entscheiden, wem sie das zutrauen. Man kann auch die Kinder sich Aufgaben ausdenken lassen, aber je nach Gruppe kann das auch sehr schwierig verlaufen.

Mögliche Aufgaben:

  • Von einer Mauer springen
  • Bei einer fremden Person klingeln und ihr Gottes Segen wünschen und Mut zusprechen
  • Sich einen Eimer Wasser über den Kopf leeren lassen
  • Mit den Füßen in eine Wanne mit Schlamm stehen
  • Jegliche Ekelspiele, die ihr kennt

Rätselhaftes

Gideon und sein Freund dürfen sich nicht verlaufen, wenn sie sich bei Nacht zum feindlichen Lager schleichen. Aber der Weg ist nicht leicht zu finden. Kannst du ihnen helfen, den richtigen Weg zu wählen? Nur ein Weg ist richtig. Finde den Weg zum Lager.

(T)Extras

Lieder

  • Sei mutig und stark
  • Wer Gott vertraut hat schon gewonnen
  • Am Ende kein Ausweg
  • Trau dich ran

Spiele

Brot rollen

Natürlich können wir nicht mit Broten spielen, aber ein alter Reifen, Schwimmreif oder ein Hula-Hoop-Reifen tut es auch.

  1. Einen Parcours aufbauen und die Kinder „das Brot“ hindurchmanövrieren lassen.
  2. Eine Strecke abstecken, wer am schnellsten bis zu einem bestimmten Punkt rollt.
  3. Eine Startlinie markieren und einmal anstoßen, wer schafft es am weitesten?

Wir spielen eine Brotjagd (Schnitzeljagd geht immer)

Ein/e Mitarbeiter/in malt mit Straßenkreide eine Spur aus Pfeilen und die Kinder folgen zusammen mit Gideon der Spur bis zum Zelt der Midianiter. Als Midianiterlager wird irgendein Zielpunkt ausgewählt, wo ein Brot in Form eines Süßi-Schatzes zu finden ist.

Aktionen

Tut er/sie es oder nicht (viel Aufwand im Vorfeld)

Man denkt sich Aufgaben aus und sucht Menschen, die diese tun. Das Ganze wird gefilmt. Die Kinder sehen sich das Video an, wie der Person die Aufgabe erklärt wird. Dann wird der Film gestoppt und die Kinder stimmen ab: denken sie, die Person macht es oder traut sie sich nicht? Danach wird weitergeschaut und verglichen, wer richtig lag. Die Personen können Fremde sein oder auch gut bekannte Menschen, wie der Gemeindepastor oder so.

Dafür können die gleichen Aufgaben genommen werden wie bei den Spielen oben.

Es ist auch möglich, die Jungscharkinder aufzunehmen und bei einem Gemeindefest die Gemeindebesucher und Eltern raten zu lassen, welches der Kinder sich was traut.

Das Ziel

Starter

Auch wenn es Streit gibt, ist es möglich, eine friedliche Lösung zu finden.

 

Checker

Vertrauen auf Gott heißt manchmal auch, scheinbar schlechte Wege zu gehen.

 

Der Text an sich

Dieser Text der Vätergeschichten wird in die Zeit zwischen 1550 bis 1200 v. Chr. datiert.

Abram, das war der eigentliche Name und wird erst in 1. Mose 17,5 in Abraham umgeändert. Abram bedeutet: „Vater ist erhaben“ und wird dann im Verlauf zu Abraham. Der geänderte Name bedeutet „Vater einer Menge“ und in diesem Namen spiegelt sich die Verheißung Gottes wider. Abram zog von Ur in Chaldäa in ein Land, das er nicht kannte. Er machte sich auf den Weg, weil Gott es ihm so verheißen hatte.

Lot wird übersetzt mit „Hülle“. Er ist der Sohn von Haran, dem Bruder von Abram. Er begleitete Abram von Anfang an (siehe Kap 12,4).

Nach der traurigen Episode in Ägypten (Kap 12) zieht Abram mit seiner Familie weiter nach Norden und erreicht den Süden Kanaans. Er kam als reicher Mann. Wie reich er eigentlich war, wird in Kapitel 12 deutlich, wo er ganz selbstverständlich Kontakt mit dem ägyptischen Pharao hat. Abram spricht trotz aller Arbeit und nomadischer Routine in dieser Zeit intensiv mit Gott.

Lot war auch reich. Im Vers 6 wird deutlich, dass der Konflikt sich nicht aus Feindschaft der Hirten oder Ähnlichem ergab, sondern aus nicht zu ändernden Umständen. (Das Land war zu klein und es konnte die Menge nicht ertragen.) Als Ältester ergreift Abram das Wort. Er hätte sich das fruchtbarere Land aufgrund der patriarchalischen Rangordnung aussuchen können. Abram handelt hier sehr weise und verhält sich wie ein Mann, der schon Erfahrungen im Lösen von Konflikten hat. Er sorgt dafür, das Lot wählen kann und er damit nicht als Verlierer dastehen muss. Abrams Gelassenheit kommt sicher nicht aus ihm selbst heraus. Er glaubt daran, dass Gottes Verheißung eintrifft.

Lot wählt mit den Augen. Er schwärmt regelrecht von der Gegend und wählt sich dann das attraktive und wasserreiche Gebiet am Jordan. Abram votiert nicht dagegen, sondern zieht daraufhin nach Westen. Abram und Lot trennen sich als Brüder. Da geht es nicht nur um das verwandtschaftliche Verhältnis, sondern es wird eine Bruderschaft im Glauben beschrieben.

Mit der Beschreibung der Leute in Sodom und ihrer Lebensart baut der Vers 13 schon einen Spannungsbogen zum weiteren Verlauf der Geschichte. Man fragt sich unweigerlich: Wie wird es Lot wohl ergehen?

 

Der Text für mich

Dieser Text fordert mich immer wieder heraus. Ich finde es bemerkenswert, wie Abram im Konflikt zurücksteckt und sich ganz auf Gottes Verheißung besinnt. Wie schnell denke ich egoistisch und will für mich das Beste haben. Faszinierend finde ich auch, dass der Neffe Lot auch schon in den Segensgenuss kommt. Auch er ist reich und wird mit Tieren gesegnet. Abram erkennt, dass ein Konflikt immer stärker wird. Er ist in Sorge um das Wohlergehen der Tiere und der Angestellten. Sofort reagiert er sehr aufmerksam und verhindert so eine Eskalation. Die Frage stellt sich für mich, wann reagiere ich, wenn ich merke, dass sich in meiner Umgebung Konflikte anbahnen (aus den unterschiedlichsten Ursachen)? Sitze ich es aus oder spreche ich es an, auch wenn ich vermeintliche Nachteile davon habe?

 

Der Text für dich

Starter

Streit um Besitztümer kennen alle Kinder. Den Kindern ist auch bewusst, dass Streit oft entsteht, weil einer denkt, dass er zu kurz kommt. Das Streitverhalten ist sehr unterschiedlich, aber oft dreht es sich um die gleichen Fragen.

  • Wer ist hier der Bestimmer?
  • Wo stehe ich in der Gruppe?
  • Wer darf hier was?

Das sind Streitfragen, die Spielfreunde umtreiben, ganz ähnlich wie die, über die Geschwister aneinandergeraten. Da wird es schnell laut und manchmal wird auch mit vollem Körpereinsatz gestritten.

Eine andere Herangehensweise zeigt hier Abram. Das ist einigen Kindern fremd und es fällt ihnen schwer, die Beweggründe seines Angebotes zu verstehen. Er kommt ja im ersten Moment schlechter weg. Das zu verdeutlichen, wird unsere Aufgabe sein.

 

Checker

Streiten – manchmal ist das in christlichen Kreisen verpönt und wir wollen eine heile Welt abbilden. Doch die Kinder erleben es oft ganz anders. Da wird um Positionen gestritten, um Besitz und vielleicht sogar in Scheidungssituationen um sie selbst. In diesem Text liegt der Schwerpunkt ja darauf, dass Abram mit Gottes Zusage rechnet und deshalb Lot entscheiden lässt. Kinder, die Checker sind, wissen im Kopf viel über Gott und seine Zusagen. Wir dürfen auch mit diesem Text für sie Ermöglicher sein, damit ihr Herz Gott annehmen kann. Sie sollen spüren, dass diese alte Geschichte auch heute noch eine Lösungsmöglichkeit für Streit im Alltag bietet. Es ist auch heute eine Möglichkeit, sich auf zu Gott verlassen und deshalb manchmal zurückzustecken und das vermeintlich Schlechtere zu wählen.

 

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Spiel Tüte wählen

Zwei geschlossene Tüten stehen mit Zahlen 1 und 2 versehen auf dem Tisch. Die Kinder sollen sich zu der für sie passenden Tüte stellen. Dann werden die Tüten geöffnet. Tüte Nummer 1 enthält eine Packung Kinderriegel, die aufgeteilt werden. Tüte Nummer 2 enthält ein Senfglas. Darunter klebt versteckt aber ein Zettel mit der Aufschrift: Jedes Kind erhält 0,50 € vom Leiter. Im ersten Moment werden die Kinder enttäuscht sein, die Tüte 2 gewählt haben. Aber das ändert sich dann.

So sind Entscheidungen nie immer gut oder schlecht.

Hinweis: Man kann die Tüten auch mit anderen Inhalten füllen, sollte aber darauf achten, dass der Wert in Tüte 2 höher ist als in Tüte 1.

 

Idee 2: Bewegung

Auf dem Boden liegen Zeitungsseiten. Es wird Musik eingespielt. Beim Stoppen der Musik muss sich jedes Kind auf eine Zeitung stellen. Dabei werden immer mehr Zeitungen entfernt. Damit wird der Platz, wie bei den Schafen und Rindern immer knapper. Schaffen es die Kinder, sich auf die letzten zwei Zeitungen zu drängen?

 

Verkündigung

Erzählung durch einen Einzelnen

Die Geschichte wird mit Figuren erzählt, die an Stöcken befestigt sind. Dazu eignen sich Schaschlikstäbe sehr gut. Es werden folgende Figuren benötigt: Abram, Sarai, Lot, Schaf, Kamel, Altar.

Eine Styroporplatte braucht man als Untergrund. Diese kann man anmalen oder mit dünnem Papier in entsprechenden Farben gestalten. Dabei sollte auf einer Seite der Platte der Fluss Jordan angedeutet sein und Grünes wachsen. Auf der anderen Seite überwiegen Braun- und Gelbtöne, die eine trockene, karge Landschaft darstellen. Die Figuren werden immer passend zur Erzählung in die Platte gesteckt.

 

Figuren: Abram, Sarai und Lot

Abram zog herauf aus Ägypten mit seiner Frau. Lot war auch dabei.

 

Figuren: Abram, Sarai, Schafe und Kamele, Lot wird weggenommen

Er war sehr reich und hatte viele Schafe, Kamele und auch jede Menge Geld.

 

Figuren: Altar

Abram kam an einen Ort zwischen Bethel und Ai, an dem er früher Gott schon einen Altar gebaut hatte. Abram hatte Gott lieb und wollte hören, was er ihm zu sagen hatte.

 

Figuren: Altar wird weggenommen, Lot kommt mit Schafen dazu (so viele, dass die Platte fast überfüllt ist)

So langsam wurde der Platz knapp. Es gab nicht genug Futter und Wasserstellen. Die Knechte zankten sich ständig. Das bekam Abram mit und bat Lot um ein Gespräch.

Abram machte einen Vorschlag: Lass nicht Ärger zwischen dir und mir und zwischen deinen und meinen Hirten sein. Trenne dich von mir. Willst du nach links, gehe ich nach rechts. Willst du nach rechts, gehe ich nach links.

Lot sah sich um und sah das tolle Land rund um den Fluss Jordan. Auf der anderen Seite war das Land schon trockener und sah aus, als wären viele Schafherden schon darauf gewesen. Er wählte das fruchtbare Land aus.

 

Figuren: Lot und seine Schafe weg, die Schafe von Abram etwas auseinanderstecken.

Und so nehmen sie Abschied. Es gibt vielleicht noch ein großes Abschiedsfest, denn es ist ja nicht so einfach, als Verwandte auseinanderzugehen. Sie waren ja schon so lange gemeinsam unterwegs. Auch die Hirten kannten sich gut. Aber alles passierte in Frieden. Und so macht sich Lot auf den Weg in die fruchtbare Gegend und Abram zieht Richtung Kanaan.

Lot wusste noch nicht, dass genau dieses Gebiet (Sodom und Gomorrha), sehr viele Menschen wohnten, die mit Gott nichts zu tun haben wollten.

 

Die andere Idee

In die Geschichte einsteigen

Die Geschichte wird aus der Bibel vorgelesen. An einigen Stellen werden Fragen gestellt, die die Teilnehmer beantworten. Sie sollen sich dabei in die Situation der Menschen in der Geschichte hineinversetzen.

Vers 1: Du bist Sarai. Ziehst du gern mit?

Vers 4: Du bist Abram. Was würdest du beten?

Vers 7: Du bist ein Hirte von Abram. Was sagst du zu Lots Hirten? Du bist ein Hirte von Lot. Was sagst du zu Abrams Hirten.

Vers 9: Du bist Lot. Was denkst du jetzt?

Vers 10: Du bist Lot. Beschreibe das Land, das du siehst.

Vers 11: Du bist Abram. Was denkst du?

 

Der Leiter soll die Äußerungen der Kinder verstärken durch Wiederholen, um die anderen auch mit in die Gedankenwelt zu holen. Diese intensive Methode ist gut für Gruppen geeignet, die sich untereinander kennen und aufeinander hören.

 

Der Text gelebt

Wiederholung

Eine Landkarte der eigenen Region wird in die Mitte gelegt. Eine Playmobilfigur „läuft“ über die Karte.

Stellt euch vor, das seid ihr und ihr müsst immer wieder entscheiden, wo ihr langgeht. Eine Kreuzung nach der anderen. Rechts oder links? Genau wie bei Lot. Er musste auch entscheiden, wo er hingeht. Ihr müsst vielleicht entscheiden, welche Schule ihr besuchen wollt oder ob ihr ein Instrument lernen wollt oder nicht? Welches Computerspiel spiele ich? Vernetze ich mich mit den anderen oder nicht? Jedes Mal, wenn so eine Entscheidung fällt, wird eurer Leben auf eine ganz bestimmte Art beeinflusst. Und man weiß vorher oft nicht, wie es werden wird. Aber jedes Mal bestimmen wir mit, wo wir uns hinbewegen. Es gibt auch ganz kleine Entscheidungen: Was ziehe ich heute an? Was für eine Eissorte kaufe ich mir? Welches Buch lese ich heute? Welchen Film schaue ich mir an? Aber diese Entscheidungen sind auch wichtig, denn auf meinem Weg durch die Landkarte übe ich bei diesen kleinen Entscheidungen für die großen. Man kann das Entscheiden lernen, wie man lernt, Fahrrad zu fahren oder ein Sudoku-Rätsel zu lösen. Man fragt sich: Ging es mir mit der Entscheidung gut? Habe ich sie bereut? Bin ich fähig, eine Entscheidung durchzuziehen?

Zurzeit habt ihr ja noch Hilfe durch eure Eltern.

Abram in der Geschichte hat sich entschieden, Gott zu vertrauen, der ihm versprochen hatte, ihm ein Land zu geben, wo es ihm gut geht.

Es ist gut, wenn man Gott in seine Entscheidungen mit einbezieht. Er weiß schon im Voraus, was passiert, wenn wir rechts langgehen, und was passiert, wenn wir links langgehen. Deshalb macht es Sinn, ihn um Hilfe zu bitten.

 

Gespräch

Streit – Wie geht ihr damit um?

Worüber streitet ihr mit wem?

Wie geht es meistens aus?

Gibt es einen typischen Gewinner oder Verlierer?

Warum denkt ihr, handelte Abram so in der Geschichte?

Was wäre gewesen, wenn er es anders entschieden hätte?

Denkt ihr, Gott hätte irgendwie eingegriffen, wenn Lot sich die andere Gegend gewählt hätte? Wenn ja, wie?

 

Merkvers

Und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Philipper 2,4 Luther17

 

Es werden Augen aufgemalt und einzelne Satzteile des Verses zu den Augen geschrieben. Diese Satzteile werden gelernt. Danach erhält jeder Teilnehmer den Vers ausgedruckt. Auf dieses Blatt können auch noch Augen gemalt werden.

 

Gebet

An verschiedenen Stellen des Raumes werden Stationen zu Themen gestaltet, die der Lebenswelt der Kinder entsprechen, zum Beispiel Jungschar, Schule, Familie, Hobby, Gemeinde.

Die Stationen werden mit den Kindern immer von rechts nach links und wieder zurück abgegangen. Dabei wird immer zum jeweiligen Schwerpunkt ein Gebet formuliert. Die Kinder dürfen auch selbst Gebete sprechen.

 

Kreatives

Die Kinder erhalten Vorlagen von Schafen und Kamelen. Diese müssen ausgeschnitten und gestaltet, sie können angemalt oder die Schafe können mit Watte beklebt werden. Diese Schafe werden auf eine Wiese (grünes Papier geklebt). Nun hat man vor sich die Herden von Abram und Lot. Man kann diese kreative Aktion auch in zwei Gruppen durchführen. Dann wird daraus ein Wettkampf im Gestalten von Schafen und Kamelen. Welche Gruppe gestaltet in einer bestimmten Zeit die meisten Tiere und klebt sie auf?

 

Spielerisches

Jedes Kind bekommt drei unterschiedlich farbige Kärtchen mit den Zahlen eins bis drei. Ein Kind zieht einen Zettel und beantwortet für sich die Frage bzw. nimmt Stellung zu den beschriebenen Entscheidungssituationen. Er teilt seine Entscheidung dem Mitarbeiter schriftlich mit. Dann wird der Zettel vorgelesen. Jeder soll nun entscheiden, für welches Verhalten sich das Kind entschieden hat. Wenn man richtig liegt, bekommt man einen Punkt. Wer hat am Ende die meisten Punkte?

Entscheidungssituationen: ein Beispiel

1. Du bist mit deinen Freunden im Wald und hast eine kleine Tüte Chips dabei.

1 Du teilst mit deinen Freunden.

2 Du isst sie allein.

3 Du hebst die Tüte auf, bis du wieder zu Hause bist.

 

Rätselhaftes

Wie viel Schafe sind im Raum?

Es werden zwei Gruppen gebildet. Der Raum wird in zwei Hälften geteilt. Jede Gruppe erhält 25 Schafe (die ausgeschnittene Vorlage). Sie haben die Aufgabe, einen Teil der Schafe in ihrer Raumhälfte zu verstecken, aber so, dass immer noch ein Teil des Schafes zu sehen ist. Wenn das passiert ist, suchen die Teilnehmer in der gegnerischen Hälfte Schafe. Es wird nur mit den Augen gesucht, das heißt, es darf nichts verändert werden. Nach einigen Minuten sagt die Gruppe die Zahl der versteckten Schafe. Haben beide Gruppen alle Schafe gefunden oder sind welche auf rätselhafte Art und Weise verschwunden?

 

(T)extras

Lieder

Eins, Zwei der Herr ist treu

Geh, Abraham geh

Vater Abraham hat viele Kinder

 

Spiele

Futtermangel – Futterneid

Man spielt ein Spiel, wie zum Beispiel Mau-Mau.

Wenn jemand einen König legt, dürfen sich alle Kinder eine Süßigkeit nehmen. Da aber weniger liegt als Kinder da sind, entsteht schnell Neid. Die Kinder konzentrieren sich nicht mehr auf das Spiel an sich, sondern nur auf die entsprechende Karte. Alles andere wird unwichtig.

 

Kampf ums Gras

Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die beiden Gruppen werden nummeriert und stehen sich gegenüber. In der Mitte liegt ein grünes Tuch.

Jetzt wird eine Nummer genannt und aus beiden Gruppen versuchen die entsprechenden Kinder das Futter (das grüne Tuch) zu retten und in ihre Gruppe zurückzubringen.

 

Aktion

Schild mit „DER KLÜGERE GIBT NACH“ in die Mitte legen. Die Kinder sollen bereden, ob das stimmt und ob sie es schon mal erlebt haben. Waren sie die, die nachgegeben haben oder die nicht so „klugen“? Welche Situationen waren das?

Diese Themenreihe enthält alle Gruppenstunden zu Abraham aus JUMAT 2/18. Sie beginnt mit der Berufung und den Aufbruch in das neue Land. Die letzte Einheit ist die Opferung seines Sohnes Isaak. Im Anschluss an die Themenreihe Abraham kann die Themenreihe Jakob durchgeführt werden.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes. Außerdem enthält die Themenreihe einen passenden Familienimpuls, um das in der Jungschar erlebte auch zu Hause umzusetzen.

Zielgedanke

Auch in ausweglosen Situationen können wir auf Gott vertrauen, er hat das Ganze im Blick und lässt etwas Gutes aus der Situation entstehen.

Merkvers

Jesus sagte: Du sollst sehen können! Dein Vertrauen hat dich gerettet.
Lukas 18,42; GNB

Situation der Jungscharler

Viele Kinder in Deutschland wachsen mit einem unglaublichen Überfluss auf. Die Spielzeugregale der Supermärkte sind mehr als gut gefüllt und auch die Kinderzimmer sind ein Spiegelbild dieser Angebote. Was bedeutet also in dieser Zeit existenzielle Not? Angst haben um das Liebste, was wir haben? Was ist für die Kinder in der Jungschar das Wichtigste, was sie haben? Gibt es da den Blick für den Nächsten oder zählen die materiellen Dinge? Wir haben eine Flüchtlingskrise in Europa erlebt. Die Kinder der Flüchtlingsfamilien sind nun in Deutschland und vielleicht auch in der Jungschar. Sie haben es erlebt, alles zurückzulassen, was ihnen wichtig und wertvoll war. Dieser Text erscheint auf den ersten Blick weit weg von der Lebenswelt eines Jungscharlers. Aber auf dem zweiten Blick kann er eine wunderbare Ermutigung sein, in Zeiten der Bedrohung (durch Krieg, aber auch Armut oder Scheidung der Eltern) auf Gott zu vertrauen und an ihm festzuhalten!

Erklärungen zum Text

Das Volk Israel lebt in Ägypten. Das Volk der Juden wuchs über die Jahre und als nach einigen Jahren ein neuer Pharao an die Macht kam, bekam er Angst vor der Größe und Macht des Volkes und wollte es schwächen. So erließ er irgendwann den Befehl, dass alle neugeborenen Söhne in den Nil geworfen werden sollen. Diesem Befehl widersetzt sich Moses Mutter und an dieser Stelle setzen wir mit der Jungschar ein.

V.1: Herrlich unspektakulär wird hier von der Hochzeit eines levitischen Mannes (Amram) und einer levitischen Frau (Jochebed) ohne Angabe von Namen berichtet. Vor Mose wurden noch seine Geschwister Mirjam und Aaron geboren.

V.2:Sie bekamen einen Sohn, die Bibel spricht von einem gesunden, schönen Kind (GNB), und hielten es drei Monate versteckt. Das muss eine sehr große Herausforderung gewesen sein, da sich kleine Babys ja wirklich lautstark bemerkbar machen und die Bauweise der Häuser ganz anders war, als bei uns heute.

V.3: Jochebed baut ein Kästchen aus Schilfrohr, dichtet es ab und setzt es ins Schilf. Das ist interessant, denn so ist die Möglichkeit, dass ihr Kind gefunden wird, höher als wenn sie das Kästchen ins Wasser lässt und es dann flussabwärts fließt. Ob die Nähe zum Königshof absichtlich gewählt wurde, bleibt offen.

V.4: Mirjam hielt sich versteckt, um zu sehen, was mit ihrem Bruder geschehen würde. Das ist spannend! Die Mutter von Mose legt ihn im Schilf ab und geht dann anscheinend weg. Wohin, wird nicht deutlich gesagt und auch nicht, ob sie Mirjam anstiftete, in der Nähe zu bleiben. Man kann also einerseits von Leichtsinn reden oder aber, und das ist viel wahrscheinlicher, von einem riesengroßen Gottvertrauen. Dieses Vertrauen gibt Jochebed die Kraft, ihr Kind nicht zu töten, sondern am Leben zu erhalten.

V.5: Die Tochter des Pharaos kommt, um zu baden. Ob das ihre übliche Badestelle war oder ob Gott sie an diese Stelle führte, bleibt offen.

V.6: Als sie das Kästchen mit dem weinenden Mose öffnet sieht sie sofort, dass das Baby ein Hebräerjunge ist. Interessanterweise denkt sie anscheinend nicht einen Augenblick an den Befehl ihres Vaters, sondern ist sofort von diesem Baby begeistert.

V.7.8: Als Mirjam sich in diesem Augenblick zu erkennen gibt und vorschlägt eine Amme für das Kind zu holen, ist die Tochter des Pharao sofort einverstanden. Ich finde, an dieser Stelle zeigt sich deutlich Gottes Größe. Er kann die Herzen der Menschen bewegen. Egal was die Mächtigen sagen, und wenn es auch der eigene Vater ist, ist es doch Gott, der Leben schenkt und der alle Dinge vorbereitet und im Blick hat.

V.9: So kommt es, dass Jochebed ihren Sohn wiederbekommt und sogar dafür bezahlt wird, ihn zu stillen und aufzuziehen.

V.10: Zur damaligen Zeit wurden die Kinder bis sie ungefähr drei Jahre alt waren gestillt. Mose war also wahrscheinlich so lange bei seiner leiblichen Familie und wurde dann von der Tochter des Pharao adoptiert. Sie war es auch, die ihm seinen Namen gab. Mose bedeutet: aus dem Wasser gezogen.

Begriffe
Kästlein von Rohr (Luther84): Hier ist Schilfrohr gemeint, welches mit Pech innen und außen verklebt wurde, um es abzudichten. Es erinnert an die Arche, die Noah und seine Familie vor dem sicheren Tod rettete. Es ist auch das gleiche hebräische Wort, was für diesen Kasten verwendet wird.

Treffpunkt

Spiele

Ausmalbild Schatzkiste
Die Kinder können ein Bild ausmalen, dass sie an die Aussage der Geschichte erinnert. Die Vorlage ist als Datei Schatzkiste im Anhang.

Puzzle Schatzkiste
Die Vorlage des Ausmalbildes wird zerschnitten und somit erhält man eine Puzzlevorlage. Wenn man mehrere Vorlagen vorbereitet können mehre Kinder oder mehrere Teams ein Wettpuzzlen veranstalten.

Wettfahrt
Zunächst bastelt man Schiffe. Dazu werden aus einer Styroporplatte Stücke in Bootsform herausgeschnitten. Sie können auch noch gestaltet werden zum Beispiel mit Aufbauten, Mast, usw. Die Schiffe werden in ein Becken voll Wasser (oder eine große Schüssel) gelegen. Nun hat jedes Kind die Aufgabe, sein Schiff von hinten anzupusten. Das Kind, dessen Schiff zuerst am anderen Ende des Beckens ist, hat gewonnen.

Streichholzschachtelwerfen
Das Spiel wird mit einer gefüllten Streichholzschachtel gespielt. Sie wird so über die Tischkante gelegt, dass man mit einem Finger von unten dagegen schlagen kann. Wenn das getan wird, überschlägt sich die Schachtel mehrmals und bleibt auf dem Tisch stehen. Wenn sie auf die Oberseite fällt, erhält man 2 Punkte, wenn sie auf einer Seite stehenbleibt erhält man 5 Punkte und wenn sie hochkant stehenbleibt erhält man 10 Punkte. Wenn sie allerdings auf die Unterseite fällt, gibt es keine Punkte. Man kann so viele Versuche durchführen, wie man möchte. Die Punkte werden addiert. Wenn die Schachtel aber auf die Unterseite fällt, dann verfallen alle Punkte, die bisher erzielt wurden und der nächste ist dran. Man kann aber zu jeder beliebigen Zeit mit Spielen aufhören, auch dann ist der Nächste an der Reihe. Die gesammelten Punkte werden aufgeschrieben. Gewonnen hat der Spieler, der als erstes eine bestimmte Punktzahl, z.B. 50 erreicht.

Streichholzschachtel rollen
Zwei Spieler treten gegeneinander an. Jeder braucht drei Streichhölzer und eine volle Streichholzschachtel. Die Schachtel wird auf zwei Streichhölzer gelegt und ein drittes Streichholz wird davor gelegt. Nun wird die Schachtel so weit nach vorn geschoben, dass das hintere Streichholz freiliegt. Dieses wird nun nach vorn gelegt und die Schachtel weitergeschoben usw. So wird eine bestimmte Strecke zurückgelegt. Wer als erstes diese Strecke zurückgelegt hat, hat gewonnen. Spannend wird es, wenn die beiden Rennen nebeneinander auf einem Tisch durchgeführt werden, denn da kann man den Rennverlauf gut verfolgen.

Knackpunkt

Die Geschichte als Theaterstück
Sind genügend Mitarbeiter vorhanden, bietet es sich an, die Geschichte als kleines Theaterstück nachzuspielen.
Man benötigt einen Mitarbeiter als Mutter, einen als Tochter Mirjam, einen als Tochter des Pharao und einen als Dienerin und eine Puppe als Baby Mose.

Jochebed: (verkleidet, mit einem schwangeren Bauch, läuft herum und redet zu sich selbst) Ach, was mach ich nur … Ich bin schwanger. Bald wird das Kind kommen und wenn es ein Junge wird, hat der Pharao befohlen, ihn zu töten. Was mach ich nur? Herr, du musst uns helfen!
Szenenwechsel: Das Baby ist nun auf der Welt, man sieht Jochebed wie sie es stillt oder wickelt.
Jochebed: Ach mein kleiner, nun bist du schon drei Monate auf dieser Welt und bisher konnte ich dich gut verstecken. Aber dein Schreien wird immer lauter! Bald wird dich jemand entdecken und dann wirst du getötet werden. Was mach ich nur? Du bist so ein wunderschöner Junge! (Pause) Ich habs! Ich werde ein kleines Kästchen bauen und dich hineinlegen. Dann werde ich dich ins Schilf setzen und Gott wird dich retten, da bin ich ganz sicher!
(Jochebed nimmt ein Kästchen, einen kleinen Korb oder einen Schuhkarton und legt das Baby hinein. Sie geht an eine Stelle im Raum, wo der Fluss ist. Diese Stelle wird mit einem blauen Tuch und einer großen Zimmerpflanze dargestellt.)
Jochebed: So, mein geliebtes Kind, ich vertraue dich unserem Gott an! Gott, ich weiß, dass du aus jeder Situation das Beste machst! Hier ist mein Kind, ich gebe es in deine Hände!
(Dann legt sie das Kästchen ab und geht. Im Hintergrund taucht nun Mirjam auf. Sie hält sich versteckt, aber so, dass die Kinder sie sehen können. Von der anderen Seite kommt die Tochter des Pharao mit ihrer Dienerin.)
Tochter des Pharao: Ach ist das herrlich, so ein kühles Bad an einem so warmen Tag wie heute. Wunderbar!
(Sie tut so, als würde sie sich erfrischen und entdeckt das Kästchen.)
Was ist denn das? Dienerin, hol mir das Päckchen da aus dem Wasser!
(Die beiden schauen hinein und entdecken das Baby.)
Tochter des Pharao: Was ist denn das für ein wunderschönes Baby! Das ist bestimmt eines von den hebräischen Kindern. Und so wunderschön!!Sieh doch nur, diese Grübchen!
Mirjam: (Sie kommt in diesem Moment heran und fragt) Soll ich eine hebräische Frau holen, die das Kind stillen kann?
Tochter des Pharao: Wer bist du denn? Ach, ist ja auch egal. Dieses schöne Baby hier schreit und schreit, ich glaube es hat Hunger. Ja, das ist eine gute Idee! Hol mir eine Frau, die das Baby stillen kann.
Mirjam: (geht aus dem Raum, holt Jochebed hinein und sagt) Diese Frau kann das Baby stillen.
Tochter des Pharao: Gut. Vielen Dank, ich will dich auch für deine Dienste bezahlen. Nimm das Kind mit zu dir und wenn es alt genug ist, bringst du es mir an den Königshof!
Jochebed und Mirjam (gehen mit dem Baby aus dem Raum)
Die Tochter des Pharao und ihre Dienerin (gehen in eine Ecke, die mit einem besonderen Stuhl und Tüchern königlich geschmückt ist. Die Tochter des Pharao setzt sich darauf.)
Jochebed (kommt herein, hat ein kleines Kind an der Hand und tritt vor die Tochter des Pharaos.)
Jochebed: Ich bringe dir wie versprochen dein Kind!
Tochter des Pharao: Ich danke dir, das du ihn für mich aufgezogen hast. Von nun an soll er mein Sohn sein und ich gebe ihm den Name Mose.

Alternative: Die Geschichte als Theaterstück mit den Kindern
Ein Mitarbeiter liest die Geschichte aus der Bibel vor, die Kinder spielen sie parallel dazu nach. Man braucht also ein Kind als Amram, ein Kind als Jochebed, ein Kind als Mirjam, ein Kind als Tochter des Pharao, ein Kind als Dienerin, eine Puppe als Baby und ein Kind als kleiner Mose. Dazu verschiedene Gegenstände wie z. B. eine Kiste, verschiedene Tücher, Hemden, Kleider zum Verkleiden.

Doppelpunkt

Ihr habt gerade die Geschichte von Mose als Baby gesehen und wie seine Mutter ihn voller Vertrauen auf Gott in das Schilf gelegt hat. Was denkt ihr, dass ist ihr bestimmt nicht so leicht gefallen, oder? Was ist denn in eurem Leben das Wertvollste was ihr habt? Könntet ihr euch vorstellen, dass ihr das hergeben müsstet? Wie würde es euch dann gehen? Würdet ihr auch, wie Jochebed, Gott vertrauen? Würdet ihr wirklich glauben können, dass Gott es gut mit euch meint?
Ich wünsche euch, dass ihr das könnt! Denn Gott ist ein Gott der Liebe. Auch wenn wir in Situationen stecken, die ungerecht zu sein scheinen, ist Gott doch da! Er hält das Beste für uns bereit und er hält unser Leben in seiner Hand. Wir können nicht so weit sehen, aber Gott schaut aus der Adlerperspektive. Er sieht mehr als wir und er hat einen Plan. Und vor allem wünscht er sich, dass wir mit ihm leben und das wir ihm so vertrauen, wie es Jochebed getan hat!

Gebet
„Hallo Gott! Danke für diesen Tag. Danke für mein Leben. Ich will dir vertrauen! Danke, dass du mit mir gehst! Amen.“
Ein Mitarbeiter kann dieses oder ein ähnliches Gebet Satz für Satz beten und die Kinder können es nachsprechen.

Jetzt kann man zusammen den Merkvers lernen. Schön wäre, wenn am Ende der Stunde jedes Kind eine Streichholzschachtel mit dem Merkvers mit nach Hause nehmen könnte. So können sie den Vers immer noch mal nachlesen und in die Schachtel vielleicht noch andere kleine Schätze legen. Man könnte also auch diese Schachtel im Treffpunkt als Schatzkiste  bekleben und den Merkvers hinein legen.
An dieser Stelle kann man den Vers gemeinsam mit den Kindern lesen und üben, in dem man ihn mal laut liest, mal leise, mal schnell oder langsam.
Um das Gehörte zu vertiefen wird ein Vertrauensspiel durchgeführt.,

Blindenparcours
Es werden Paare gebildet. Ein Kind bekommt die Augen verbunden und wird dann von dem anderen Kind einen Parcours geführt, z. B. durch den Raum, eine Treppe hoch und runter, durch eine Kiste usw.
Manchmal fühlen wir uns wie bei diesem Spiel, wir wissen nicht wo es langgeht und tappen im Dunklen. Da ist es gut zu wissen, dass einer da ist, der mich führt und auf dem ich mich verlassen kann.

Aktion für Andere
Die Kinder bekleben noch eine Streichholzschachtel oder eine andere kleine Schachtel, legen dort ein paar Süßigkeiten und den Merkvers hinein und bekommen die Aufgabe, diese Schachtel in der nächsten Woche an jemanden zu verschenken, der nicht in der Jungschar ist. Der Gedanke dahinter ist: Die Kinder sollen etwas weitergeben, was ihnen wichtig ist und anderen eine Freude machen und mit ihnen ins Gespräch kommen. So können sie das Gehörte gleich weitersagen. Bei der nächsten Jungschar sollte darüber geredet werden, wer das gemacht hat und was man erlebt hat.

Schlusspunkt

In euren kleinen Schatzschachteln nehmt ihr heute den Merkvers mit nach Hause und ich wünsche euch, dass er erfahrbar wird in eurem Leben, und das, wenn ihr in Schwierigkeiten kommt, ihr auf Gott vertraut. Wir wollen jetzt den Vers noch mal zusammen sagen.

Abschlussgebet
Danke Gott für diesen Tag und das du einen wunderbaren Plan für uns hast!

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach Spitze
Nr.18 sei mutig und stark
Nr. 38 Alles was ich hab
Nr. 67 Mein Gott ist groß
Nr. 127 Hier bewegt sich was

Ein bunter Mix zu Temperatur und Thermometer

Heiß oder kalt sind Empfindungen. Thermometer messen Temperaturen genau. Wobei Empfindungen und Einschätzungen wichtig sind. Dieser Vorschlag kann in Mädchen- oder Jungengruppen oder auch in gemischten Gruppen durchgeführt werden. Das Alter der Jugendlichen sollte etwa 12 bis 17 Jahre betragen. Die Idee ist ein Mix aus Spielen, Experimenten, Quiz und Andacht zu Fragen der Temperatur und zum Thermometer.

Spielideen und Experiment

Wertung

Vorschlag: Bei jedem Spiel bekommt die Gewinnergruppe die Note 1, die zweitbeste Gruppe die Note 2 usw. Die Einzelergebnisse werden am Schluss addiert. Gewonnen hat dann diejenige Gruppe mit der niedrigsten Summe.

Spiel 1 – Da schmilzt das Eis

Bei etwa 12 Personen werden zwei Gruppen gebildet. Die Aufgabe besteht darin, dass der Eiswürfel in einer Hand möglichst rasch zum Schmelzen gebracht wird. Von den 6 Personen pro Gruppe werden die schnellsten vier Personen gewertet. Das bedeutet das die Gruppe  gewonnen hat, bei der zuerst vier Jugendliche ihren Eiswürfel in der Hand geschmolzen haben. Das Schmelzwasser läuft auf eine Papierserviette oder auf ein Tuch.

Spiel 2 – Die richtige Mischung herstellen

Die Gruppen sollen in einem Glas Wasser solange mischen, bis es 40 °C erreicht hat. Es darf kein Thermometer verwendet werden. Zur Verfügung stehen Gefäße mit Leitungswasser (etwa 15 °C) und Gefäße mit 60 °C heißem Wasser. Die Mischungstemperatur von 40 °C soll durch Empfindung hergestellt werden. Ein Glas mit 40 °C (immer wieder mit Thermometer nachprüfen und heißes Wasser dazugießen) steht als Vergleichsobjekt zur Verfügung. Die Jugendlichen tauchen einen Finger in das Wasser mit 40 °C und in die eigene Mischung. Eine Zeitvorgabe von z. B. 5 Minuten wird vereinbart. Dann wird für jede Gruppe die Temperatur ihrer Wassermischung gemessen. Gewonnen hat, wer am nächsten an die 40 °C herankommt (die Temperaturdifferenz zählt!). Tipp: Die Gefäße auf Styropor stellen, dann kühlt das Wasser weniger schnell ab.

Experiment 1 – Wasser dehnt sich aus beim Erwärmen

Die Jugendlichen können ihre Lehrer in der Schule fragen, ob sie Reagenzgläser für ein  paar Experimente in der Jugendgruppe ausleihen dürfen. Ein Digitalthermometer kann sicher auch von einer Schule ausgeliehen werden oder es müsste in einem Baumarkt gekauft werden.

Wenn man das Reagenzglas bis etwa 5 cm unterhalb des oberen Randes mit Wasser füllt, kann man das Glas mit der Hand festhalten, selbst wenn das Wasser im Reagenzglas 85 °C heiß ist.

Das Experiment kann so vorgeführt werden: Die Jugendlichen stehen im Halbkreis um die Leitungsperson und können auch mitmachen. Mit einem Filzstift wird an das Reagenzglas in Höhe der Wasseroberfläche ein Strich angebracht. Das Wasser sollte gefärbt werden (z. B. durch Tinte oder durch kleine farbige Papierschnipsel von einer Serviette). Nun hält man das Reagenzglas in die Flamme einer Kerze. Das untere Teil des Glases wird durch Ruß schwarz, (den Ruß kann man nach dem Experiment leicht wieder abwischen). Mit einem Thermometer (besser Digitalthermometer) wird das Ansteigen der Temperatur verfolgt. Bald sieht man, dass sich das Wasser im Reagenzglas ausdehnt, d. h. die Wasseroberfläche steigt über den Markierungsstrich.

Die Jugendlichen können das Glas ebenfalls in die Kerze halten. Sie können auch die Temperaturmessungen durchführen.

Information: Wie entsteht die Celsius-Skala?

Wenn man ein nicht geeichtes Thermometer in eine Mischung aus Eis und Wasser hält, stellt sich die Flüssigkeitssäule im Thermometer auf eine Stelle ein, der man 0 Grad Celsius zuweist. Man könnte diese Stelle mit einem Filzstift markieren. Hält man das Thermometer in kochendes Wasser (Vorsicht!), dann ergibt dies die 100 Grad Celsius Marke. Den Zwischenraum zwischen 0 Grad und 100 Grad unterteilt man in 10 gleiche Strecken und markiert diese mit 10 , 20 bzw. 30 … Die 10-Grad-Abschnitte könnten dann noch mal in 1-Grad-Schritte unterteilt werden.

Ich habe als Physiklehrer die Eichung mit der Celsiusskala mindestens 12 Mal durchgeführt (in Gruppenarbeit). Die Skalen waren häufig bis auf drei Prozent genau!

Quiz

1. Bei welcher Temperatur schmilzt Gold?

2. Wie hoch ist etwa die Temperatur auf der Sonnenoberfläche?
4000 °C, 5000 °C oder 6000 °C

3. Wie hoch ist die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen?

4. Welches Material kann mehr Wärme speichern: Wasser oder Sand?

5. Welche Energiemenge in Kilowattstunden braucht man ungefähr, um 100 Liter Wasser von 10 °C auf 30 °C zu erwärmen? 0,3 kWh, 3 kWh oder 30 kWh

6. Um wie viel Zentimeter ist der aus Eisen bestehende Eiffelturm (Höhe rund 300 m) an einem Sommertag mit 30 °C höher als im Winter bei minus 20 °C?

7. Warum kann man Beton und Stahl miteinander beim Bauen von Hochhäusern verbinden (im Hinblick auf die Erwärmung von Stahlbeton)?

8. Wie hoch ist etwa die Temperatur eines glühenden Wolframdrahtes in einer Glühbirne?

9. Wie hoch ist etwa die Temperatur des Kaffees?

10. Welche Temperaturskala wird häufig in England oder in den USA verwendet?

11. Bei welcher Temperatur schmilzt Eisen?

12. Der „normale“ Luftdruck (1013 Millibar) entspricht einer Höhe über dem Meeresspiegel von Null Meter. Dort siedet das Wasser bei 100 Grad Celsius. Bei welcher Temperatur siedet das Wasser auf 3000 m Höhe (Druck 700 Millibar)?

Lösungen:

  1. 1063 Grad Celsius
  2. 6000 Grad Celsius
  3. 37 Grad Celsius
  4. Wasser
  5. 3 kWh entspricht etwa 0,60 Euro
  6. 18 Zentimeter
  7. Beton und Stahl haben den gleichen Längenausdehnungskoeffizienten, d. h. beide Stoffe dehnen sich bei Erwärmung gleich aus.
  8. 2000 Grad Celsius
  9. 55 bis 60 Grad Celsius
  10. Fahrenheit-Skala
  11. 1539 Grad Celsius
  12. 90 Grad Celsius

Spiel 3 – Die richtige Empfindung

Durch Mischen von kaltem und heißem Wasser aus der Leitung werden drei Gläser Wasser mit den Temperaturen 40 °C bzw. 43 °C bzw. 45 °C bereitgestellt. Die Gläser werden auf Styropor gestellt, damit der Inhalt nicht so rasch abkühlt. Die Gruppen müssen nun durch Eintauchen eines Fingers in die jeweilige Flüssigkeit feststellen, in welchem Glas (Gläser mit 1 bzw. 2 bzw. 3 beschriften) sich das Wasser mit 45 °C, 43 °C bzw. 40 °C befindet. Jede Gruppe legt sich auf eine Antwort fest.

Experiment 2 – Wie erreicht man tiefe Temperaturen?

Etwa 10 Eiswürfel werden in ein Handtuch gepackt und mit einem Metall- oder Holzhammer vorsichtig zerstoßen. Die Eissplitter kommen in ein Glas oder besser noch in einen Plastikbecher. In das zerstoßene Eis drücken wir ein Reagenzglas, das etwa 6 cm hoch mit Leitungswasser gefüllt ist. Mit dem Thermometer (besser: Digitalthermometer) messen wir die Temperatur des zerstoßenen Eises (etwa 0 °C) und des Wassers. Die Wassertemperatur nimmt relativ rasch von etwa 15 °C auf 6 bis 8 °C ab.

Frage: Was geschieht, wenn wir jetzt mehrere Kaffeelöffel mit Kochsalz (normales Speisesalz) unter das Eis rühren? Die nahe liegende Antwort, dass die Temperatur des Eises und damit des Wassers im Reagenzglas ansteigt, ist falsch! Eis und Kochsalz vermischt ergibt eine so genannte „Kältemischung“, die Temperaturen von Minus 18 °C erzeugen kann (Eis: Salz wie 3:1 im Hinblick auf das Gewicht; doch so genau kommt es nicht darauf an!). Mit dem Thermometer stellen wir im Eis-Salz-Gemisch sofort Temperaturen von Minus 12 Grad fest. Im Reagenzglas geht die Temperatur rasch auf Null Grad Celsius zurück. Bald bildet sich im Reagenzglas eine Eisschicht.

Spiel 4 – Ja oder Nein

Frage 1: In einem Glas befindet sich ein Teelöffel, der am oberen Ende ca. 3 cm aus dem Glas herausragt. In das Glas wird bis zum Rand 90 °C heißes Wasser gegossen.

Frage: Kann man den Teelöffel aus Metall noch mit den Fingern festhalten (ca. 2 bis 3 Minuten lang) oder wird er zu heiß?

Antwort: Man kann den Teelöffel mit den Fingern festhalten. Die Stellen des Löffels, die sich im Wasser befinden, können nach dem Herausziehen nicht angefasst werden. Metall ist zwar ein guter Wärmeleiter, jedoch nicht so gut, dass man den Löffel nicht mehr anfassen könnte.

Frage 2: Kann auch als Wettbewerb durchgeführt werden: In Gläser wird 80 °C heißes Wasser so eingefüllt, dass das Wasser bis ca. 3,5 cm unterhalb des Glasrandes steht. Kann man das Glas mit „spitzen“ Fingern am oberen Glasrand festhalten? Ja, es geht. Glas ist kein guter Wärmeleiter. Als Wettbewerb: Glas immer höher mit heißem Wasser füllen. Wer muss das Glas zuerst abstellen?

Frage 3: Löst sich Zucker schneller in warmem oder in kaltem Wasser auf? Je ein Stück Würfelzucker wird in ein Glas mit Leitungswasser (ca. 15 °C) und in ein Glas mit ca. 50 °C heißem Wasser gelegt. Klar ist, dass der Würfelzucker sich im heißen Wasser schneller auflöst.

Weitere Ideen

  • Gleichartige Stäbe (nicht zu lang) aus Kupfer, Eisen, Aluminium und Glas in eine Kerzenflamme halten. Wer legt den Stab zuerst aus der Hand? (Die Person mit dem Kupferstab, da Kupfer der beste Wärmeleiter unter den vier Stoffen ist)
  • Temperaturen schätzen und dann messen: Im Sommer oder im Herbst: Temperatur des Asphalts auf der Straße bei Sonneneinstrahlung; Temperatur eines dem direkten Sonnenlicht ausgesetzten Kupferblechs; Raumtemperatur; Temperatur von Steinen, die in der Sonne liegen; Temperatur eines Holzstückes, das in der Sonne liegt…
  • Was heißt Anomalie des Wassers? Antwort: Wasser dehnt sich bei Erwärmung von 0 °C auf 4 °C nicht aus, sondern zieht sich zusammen. Wäre es anders, würden Seen vom Grund aus zufrieren und die Fische würden auf einer Eisfläche liegen.

Andacht: Heiß oder kalt

In Osteuropa kam es im 18. Jahrhundert vor, dass reiche Leute ihre Häuser abends und nachts von Wachpersonal bewachen ließen. Ein solcher Wachmann war eines Abends unterwegs, als er am Waldrand auf einen berühmten Rabbi traf, der dort noch ein wenig spazieren ging. „Für wen gehst Du?“, fragte der Rabbi. Der Wachmann gab Auskunft. Danach fragte dieser Mann den Rabbi: „Und für wen geht Ihr, Rabbi?“. Der Rabbi war im Innersten aufgewühlt. Für wen ging er? Ging er für Gott, dem zu dienen seine wichtigste Aufgabe war? Lag ihm Gottes „Besitz“ am Herzen, seine gesamte Schöpfung, insbesondere die Menschen und noch einmal besonders die Kinder Israels?

Heiß oder kalt. Nichts dazwischen. Also nicht lau, nicht lauwarm. In der Offenbarung des Johannes sagt der auferstandene Christus an den Gemeindevorsteher in Laodizea: „Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ (Offb. 3,16)

Kaltes Wasser erfrischt im heißen Orient. Heiß ist aber auch gut. Die Beduinen in der Wüste trinken sogar in der Hitze heißen Tee. Lauwarmes Wasser aus einer Zisterne ist schlecht. Man spuckt es aus.

Christus erwartet von uns, dass wir heiß sind. Ganz bei der Sache. Dass wir für unseren Glauben eintreten. Dass es uns weh tut, wenn die Kirchen leer sind. Dass wir uns freuen, dass wir an Gott glauben können. Dass der heilige Geist unser Leben verändert. Dass man es in unseren Familien spürt, dass Christus uns zu unserem Vorteil aufgefordert hat: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“.

Wenn Christen lau sind, dann meinen sie, dass sie alles richtig machen. Dann ist der Glaube eine nette Verschönerung des normalen Lebens. Oft genug sind dann Erfolg, Macht und Geld wichtiger als Christus. Wenn man solchen Menschen sagen würde „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“, dann würden sie einen vermutlich nur verständnislos anblicken. Jesus hat es ernst gemeint mit der Nachfolge. Er hat seinen Jüngern es regelrecht verboten, sich Sorgen zu machen. Klar hat er ihnen gesagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Geld“. Laue Christen meinen, dass man da einen Kompromiss finden muss. Wo Jesus „nein“ sagt, suchen laue Christen einen Kompromiss. Die Geschichte mit dem Rabbi geht noch weiter. Der Rabbi fragte den Wachmann, ob er für ihn, den Rabbi, arbeiten wolle. Der sagte erfreut zu und fragte, was denn seine Aufgabe sei. Der Rabbi antwortete: „Dass du mich immer daran erinnerst, dass ich Gott diene“.

Ich bin überzeugt, dass der auferstandene Christus an diesem frommen Juden seine Freude hatte.

Mit vereinten Kräften und High-Tech ein Land besiedeln

Das Siedler-Action-Spiel ist ein an das bekannte Brettspiel (Siedler von Catan) angelehntes Spiel, das Indoor oder Outdoor durchgeführt werden kann. Es geht wie im Original darum, Rohstoffe zu sammeln, um damit entsprechende Dinge kaufen zu können. Allerdings werden die Rohstoffe im Gegensatz zum Brettspiel nicht durch Würfeln erworben, sondern an den Rohstoff-Stationen „erarbeitet“ = erspielt. Die bei der Bank abgegebenen Rohstoffe können dann entsprechend der benötigten Menge zum Kauf der gewünschten Bauwerke eingesetzt werden. Für jedes Bauwerk erhält die jeweilige Gruppe eine bestimmte Anzahl an Punkten (siehe Punkte-Tabelle). Gewonnen hat die Gruppe, die am Ende des Spiels die meisten Punkte erworben hat.

Aufbau und Vorbereitung

Rohstoffe/Stationen: Holz, Lehm, Erz, Stroh, Schaf

Bauwerke: Straße, Dorf, Stadt, Mühle

Bank: Laptop und Beamer (Punkteübersicht der Gruppen), Stadtplan (Straßennetz), Sonderaktionskarten und Aktionsfläche

Vorbereitung

Unabhängig davon, ob Indoor oder Outdoor gespielt werden soll, wird für die Bank (= Spielleitung) ein Platz (= Tisch) eingerichtet, von dessen Position der Spielleiter möglichst viel vom Spielfeld überblicken kann. Wird Indoor gespielt, kann dies in einer Ecke des Raumes sein. Sollte Outdoor gespielt werden, sollte auf eine trockene und blendfreie Positionierung geachtet werden.

Der Spielleiter, der die Bank verwaltet, hält per Laptop und Beamer die Spielstände der Gruppen fest. Diese haben also immer sowohl ihre eigenen Rohstoffe und Punkte als auch die der anderen Gruppen im Blick. So können die Gruppen gegebenenfalls ihre eigene Strategie überdenken bzw. korrigieren.

Die Spielstationen sind sowohl bei der Indoor- (Gruppenraum) als auch Outdoor-Variante (Gelände) gleichmäßig zu verteilen. Die Stationen fallen bei der Outdoor-Variante selbstredend etwas größer aus und erzeugen wahrscheinlich auch mehr Unordnung.

Durchführung

An der Bank (= bei der Spielleitung) wird zunächst für alle das Spiel erläutert. Dann kann es direkt losgehen. Die Gruppen entscheiden sich, welchen Rohstoff (Holz, Lehm, Erz, Stroh oder Schaf) sie sammeln möchten, begeben sich zur passenden Station und wenn die Station nicht gerade durch eine andere Gruppe belegt ist geht’s dort direkt los.

Bauwerke

Die Rohstoffe werden von den Gruppen jeweils bei der Bank abgegeben und dort können sie auch ihre Einkäufe tätigen:

Straße | Dorf | Stadt | Mühle

Kosten

Rohstoffe

Dorf

Punkte

Extra-Punkte für die Gruppe

Holz

Lehm

Erz

Stroh

Schaf

Straße

1

1

X X X X

1

5

… die die meisten Straßen hat

Dorf

1

1

X

1

X X

2

5

… die zuerst 10 Städte hat

Stadt

X X

2

3

X

1*)

3

4

… die zuerst 5 Städte hat

Mühle

1

X

1

1

1

X

2

7

… die zuerst 5 Mühlen hat

*) Achtung: Analog dem Original-Spiel ist zum Erwerb einer Stadt ein Dorf abzugeben!

Der aktuelle Stand der gesammelten Rohstoffe, gekauften Bauwerke und erlangten Punkte wird den Gruppen über die Beamer-Ansicht angezeigt.

Rohstoffe

Übersicht der benötigten Rohstoffe und wie man sie erwerben kann:

Holz | Lehm | Erz | Stroh | Schaf

Die Gruppen können Rohstoffe bei der Bank zu einem festgelegten Kurs umtauschen. Bei einem 3:1-Kurs könnten z. B. drei Holz für ein Erz, oder drei Erz für ein Stroh mit der Bank getauscht werden. Ein Tauschhandel zwischen den Gruppen sollte vermieden werden.

Der Kurs wird üblicherweise vom Spielleiter zu Beginn des Spiels festgelegt. Dies kann aber optional auch von einer Gruppe durch Würfeln festgelegt werden. Hierbei wird der Kurs für alle Gruppen für die nächsten 10 Minuten festgelegt. Der Kurs wird aus der gewürfelten Augenzahl folgendermaßen ermittelt:

Würfel

1

2

3

4

5

6

Kurs

2:1

3:1

4:1

Die Gestaltung der Stationen

Holz-Station

Material 1: 1 x ca. 1 m x ᴓ 50 mm Abwasserrohr, Heißkleber, 10 mm Styroporplatte, 8 x Holzbretter ca. 80 x 80 mm, ca. 100 x Streichhölzer sowie 2 x Kronkorken

Stationsbeschreibung und -vorbereitung:

Das Abwasserrohr wird in zwei Halbschalen zersägt und die Enden jeweils mit einem Holzbrett sowie Heißkleber abgedichtet. Die restlichen Holzbretter dienen als Stützfüße. Aus dem Styropor werden zwei 2 x 5 cm kleine Flöße (Transporthilfen) angefertigt. Der Kronkorken wird mit dem Heißkleber mittig auf dem Floß fixiert – (um das Drauflegen und Herunterheben der zu transportierenden Streichhölzer zu erleichtern). Die beiden Halbschalen werden bis ca. 1 cm vom oberen Rand mit Wasser gefüllt. (>> Material 1)

Die Aufgabe

Während des Spiels müssen die Mitspielenden an einem Ende der Halbschale ein Streichholz auf das Floß (= Transporthilfe) legen und dieses durch gleichmäßiges Pusten an das andere Ende befördern.

Gelingt dies dem Spielenden, ohne dass das Streichholz unterwegs runterfällt, nimmt er das Streichholz vom Floß runter.

Fällt es unterwegs runter, muss der Vorgang wiederholt werden.

Die gesammelten Streichhölzer werden bei der Bank abgegeben. Hierbei entspricht ein Streichholz einem Holz Rohstoff.

Lehm-Station

Material 2: 1 x Brett (ca. 40 x 40 cm groß), Knete, Cocktail-Strohhalme (ca. 8 mm), Filzstift

Stationsbeschreibung und -vorbereitung

Mit einem dicken Filzstift wird auf ein Holzbrett eine Zielscheibe, bestehend aus drei Ringen, gezeichnet. (>> Material 2)

Aufgabe

Die Mitspielenden formen sich kleine Knet-Kügelchen, die mit einem Blasrohr (Strohhalm) auf die Zielscheibe gepustet werden.

Für den inneren Ring erhält der Mitspielende 3 x Lehm, für den mittleren Ring 2 x Lehm und für den äußeren Ring 1 x Lehm.

Die Anzahl der Trefferpunkte wird auf einem Zettel notiert und bei der Bank abgegeben. Hierbei entspricht ein Trefferpunkt einem Lehm Rohstoff.

Erz-Station

Material 3: 2 x Eimer (einer für Sand und Perlen und einer gefüllt mit Wasser zum Hände waschen), Sand, Armbandperlen (Bastelzubehör), Handtuch (zum Hände abtrocknen)

Stationsbeschreibung und -vorbereitung

Ein Eimer wird mit Sand befüllt und die Armbandperlen untergemischt.

Der zweite Eimer wird mit Wasser gefüllt, um die sandigen Hände abzuwaschen und mit dem Handtuch zu trocknen. (>> Material 3)

Aufgabe

Die Spielenden müssen mit ihren Händen die Armbandperlen aus dem Sand rauspicken und diese bei der Bank abgeben. Hierbei entspricht eine Perle einem Erz Rohstoff.

Stroh-Station

Material 4: Transportwagen, Schnur, Rundholz und „Strohballen“

Stationsbeschreibung und -vorbereitung

Aufgabe

Über eine Strecke von ca. 2 m wird durch Aufrollen einer Schnur auf ein Rundholz ein symbolischer Strohballen von A nach B transportiert.

Die Anzahl der transportierten Strohballen wird auf einem Zettel notiert und bei der Bank abgegeben. Hierbei entspricht ein transportierter Strohballen einem Stroh Rohstoff.

Schaf-Station

Material 5: Watte, Strohhalme, zwei Tische, genügend Kopien der Schafvorlage

Stationsbeschreibung und -vorbereitung

Die Aufgabe

Mit Hilfe der Strohhalme muss ein Stück Watte von A nach B (ca. 2 m) transportiert werden, indem das Wattestück während des Transports mit dem Strohhalm angesaugt wird.

Die transportierten Wattebällchen werden auf eine Schafvorlage geklebt. Das Schaf besteht aus acht Feldern, auf die die einzelnen Wattebällchen geklebt werden. Ein beklebtes Feld ergibt ein Schaf Rohstoff. Sind alle acht Felder beklebt, erhält die Gruppe von der Bank zwei extra Schaf Rohstoffe.

8 x Schaf (gesammelt) + 2 x extra Schaf (von der Bank) = 10 x Schaf Rohstoffe.

Für den Fall, dass ein Schafvordruck nicht vollständig beklebt wurde, erhält die jeweilige Gruppe nur die Anzahl von Schaf Rohstoffen für die Anzahl der aufgeklebten Wattebällchen.

3 x Schaf (gesammelt) = 3 x Schaf Rohstoff

Beispiele für Extrapunkte

Die Mega-Stadt

Hierbei erhalten z. B. drei Gruppen, die als Erste fünf Städte erworben haben, vier Extrapunkte (siehe Punkte-Tabelle).

Der Mega-Bauer

Hierbei erhalten z. B. drei Gruppen die als Erstes fünf Mühlen erworben haben, vier Extrapunkte (siehe Punkte-Tabelle).

Das längste zusammenhängende Straßennetz

Jeder Gruppe wird ein fest zugeordneter Farbstift (z. B. Gruppe 1 = rot, Gruppe 2 = blau, …) zugeteilt. Beim Kaufen einer Straße markiert diese Gruppe mit dem Farbstift auf einem vorliegenden Stadtplan einen Straßennamen (den Straßenverlauf). Die Straßen dürfen jeweils nur einmal markiert werden. Dieser Vorgang wird bei jeder neu erworbenen Straße wiederholt. Am Ende der Spielzeit werden die zusammenhängenden Straßen der einzelnen Gruppen zusammengezählt (im aufgezeigten Bsp. hat die Gruppe 1 (rot) drei zusammenhängende Straßen und die Gruppe 2 (blau) nur zwei zusammenhängende Straßen. Die Gruppe 1 würde somit die vorher festgelegten vier Extrapunkte erhalten.

Beispiel für Sonderaktionen

Dorf

Beim Erwerb eines Dorfes muss die Gruppe, um das Dorf zu erhalten, auf der Aktionsfläche eine Sonderaktionsaufgabe lösen/erfüllen.

Wie z. B. Lösen einer einfachen Matheaufgabe (+, -, *, /); mit der gesamten Gruppe für 15 Sekunden auf einem Bein hüpfen; ein leichtes Sudoku-Rätsel lösen; usw.

Spieldurchführung

Um die Rohstoffeinzahlungen sowie Bauwerkkäufe schnell verrechnen zu können, wird eine Excel-Tabelle benötigt. Damit die Gruppen ständig über den aktuellen Stand der Rohstoffe, Bauwerke und Punkte informiert sind, können mit Hilfe der in der Excel-Tabelle implementierten Beamer-Ansicht diese Informationen via Beamer in Echtzeit angezeigt werden.

Hinweis: Die Excel-Tabelle kann vom Autor bezogen werden. Einfach eine E-Mail an alex-hiller@gmx.net schreiben.

Option: Die Abgabe von Rohstoffen bei der Bank mit Hilfe von RFID-Karten

Material 6: RFID-Karten, RFID-Lesegerät

Das Einzahlen der Rohstoffe sowie das Kaufen von Bauwerken kann durch den Einsatz von RFID-Karten beschleunigt werden. Hierbei erhält jede Gruppe eine fest zugeordnete RFID-Gruppenkarte, mit der sie sich bei der Bank einloggen kann. Die Rohstoffe und Bauwerke werden auch jeweils einer separaten RFID-Karte zugeordnet. Diese befinden sich während des Spiels direkt bei der Bank. (>> Material 6)

Zum Beispiel teilt die Gruppe 1 der Bank (= Spielleiter) mit, dass sie Rohstoffe einzahlen möchte. Der Spielleiter betätigt in der Excel-Tabelle die „Rohstoff zuweisen“-Taste, um das Eingabefenster zu öffnen. Nun legt die Gruppe ihre RFID-Gruppenkarte auf das RFID-Lesegerät, um sich als Gruppe einzuloggen. Anschließend legt die Gruppe die entsprechende RFID-Rohstoffkarte auf das Lesegerät, um den gewünschten Rohstoff einzuloggen, den sie einzahlen möchte. Der Spielleiter muss jetzt lediglich mit der Computer-Maus die Anzahl der Rohstoffe auswählen die die Gruppe gesammelt hat.

Es klingt komplizierter als es ist. Man beschafft sich einmalig die benötigte Anzahl der RFID-Karten (ca. 0,20 Euro pro Stück) und das Lesegerät (ca. 8 Euro). Dies schließt man per USB (plug&play) an den Computer an und kann dann mit wenigen Einstellungen in der Excel-Tabelle bereits loslegen.

Hinweis: Unbedingt vorher ausprobieren, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und etwas Routine im Umgang mit den RFID-Karten und dem Lesegerät zu bekommen.

Die RFID-Karten sowie das Lesegerät können online erworben werden, z. B.:

USB RFID Kartenlesegerät 125kHz – 4100 EM-Karten www.amazon.de/gp/product/B00HSDOTTU/ref=oh_aui_detailpage_o06_s00?ie=UTF8&ps

RFID EM4100-Karten 125kHz www.amazon.de/gp/product/B01EJBPLV8/ref=oh_aui_detailpage_o08_s00?ie=UTF8&psc=1

Die Excel-Tabelle

Siedler-Action-Spiel (Spielleiter-Ansicht)

Siedler-Action-Spiel (Beamer-Ansicht für Gruppen)

Siedler-Action-Spiel (Punkte-Tabelle)

Weitere Tipps aus der Praxis:

Die Gruppenaufteilung ist abhängig von der Teilnehmeranzahl (z. B. würde ich bei einer Teilnehmerzahl von 12 Personen drei Gruppen (je 4 Personen) und nicht nur zwei (je 6 Personen) wählen).

Vorbereitungszeit: Die Vorbereitungszeit ist zum größten Teil davon abhängig, wie die Stationen gestaltet sind. Indoor sowie Outdoor spielt die Raumaufteilung bzw. das Gelände eine große Rolle. Bei den von mir beschriebenen Stationen, habe ich für den Aufbau ca. 30 Minuten benötigt (Tische, Laptop, Beamer, Leinwand, Aktionsfläche sowie die fünf Rohstoffstationen). Zusätzlich wird vorab Zeit benötigt, um die Materialien für die Stationen zusammen zu suchen bzw. zu erstellen sowie das Spiel und ihre Spielregeln zu erklären.

Zum Rohstoff „Stroh“: Bei der Outdoor-Variante einfach einen echten Strohballen nehmen. Wird Indoor gespielt, kommen z. B. gelb angestrichene Holzstücke oder Würfel (10x10x10 cm) zum Einsatz. Es muss also nicht zwingend ein echter Strohballen sein, sondern man kann z. B. auch einen Plastikstrohballen für Kindertraktoren verwenden.

Das Ziel

Starter

Ich kann Gott alles sagen, auch meine Fehler.

Checker

Es kommt nicht auf meine fromme Leistung an, sondern da­rauf, mich ganz auf Gott zu verlassen.

Der Text an sich

Es gab zwei klar definierte Gruppen im Judentum: Gerechte und Sünder. Wenn man zu einer bestimmten Gruppe gehörte, galt man automatisch als Sünder. Das war bei den Zöllnern der Fall, denn Zöllner arbeiteten mit den Feinden Israels zusammen. Ein Pharisäer galt als Gerechter, weil er die Weisungen der Bibel ernst nahm. Diese beiden Gruppen stellt Jesus im Gleichnis gegenüber.

Bevor Jesus auf Pharisäer und Zöllner zu sprechen kommt, wird ein bestimmter Menschentyp vorgestellt, zu dem das Gleichnis in erster Linie gesprochen wird: Es werden Menschen beschrieben, die von sich überzeugt, aber trotzdem nicht wirklich gerecht sind. Außerdem verachten sie die anderen, die Sünder. Dieser Typ Mensch taucht auch im Gleichnis wieder auf.

Beide Menschen, der Gerechte und der Sünder, gehen in den Tempel und beten. Von dem Pharisäer hätte man das erwartet, aber auch der Sünder sucht sich einen Platz zum Beten. Jeder kann mit Gott reden, egal wer er ist und egal welche Vorgeschichte er hat.

Der Pharisäer dankt Gott, dass es ihm möglich ist, einen gerechten Lebensstil zu leben. Er benennt auch bewusst zwei Leistungen, die er regelmäßig tut. Er fastet mehr als es das Gesetz verlangt und er gibt mehr, als es das Gesetz verlangt. Jesus kritisiert nicht seine religiöse Praxis, und trotzdem geht er nicht gerechtfertigt nach Hause. Der Grund ist in Vers 14 zu finden. Der Pharisäer hat sich selbst erhöht. Er hat sich an die erste Stelle gesetzt. Er hat sich nicht selbst erniedrigt, denn die Einstellung ist klar: Ich bin von Gott akzeptiert.

Der Zöllner hat Dreck am Stecken. Das ist für Gott kein Hinderungsgrund, das Gebet anzunehmen. Es geht auch hier nicht darum, dass das Gebet des Zöllners ehrlicher war als das des Pharisäers, denn der hat auch ehrlich seine Gedanken allein vor Gott ausgesprochen. Die Antwort, warum der Zöllner gerechtfertigt nach Hause geht, finden wir wieder in Vers 14. Er hat sich vor Gott erniedrigt. Das wird an seiner äußeren Haltung deutlich, indem er den Blick senkt und an seine Brust schlägt. Das wird aber auch an seinem Gebet deutlich, welches seine innere Haltung widerspiegelt. Er bittet Gott um Gnade, weil er weiß, dass er Fehler gemacht hat. Er ist sich nicht sicher, dass Gott ihn und sein Gebet akzeptiert. Er steht beschämt vor Gott und vertraut darauf, dass seine Schuld weggenommen wird.

Der Text für mich

Mir ist klar, dass ich nicht zu einer der beiden definierten Gruppen Gerechter und Sünder gehöre. Ich bin beides zugleich. Diese reformatorische Erkenntnis ist mir klar und trotzdem kann ich mich nicht zurücklehnen und so tun, als würde mich der Text überhaupt nichts angehen. Wenn ich ehrlich bin, dann entdecke ich auch bei mir manchmal dieses pharisäische Verhalten. Ich kenne mich in der Bibel aus, ich arbeite in der Gemeinde mit und schreibe JUMAT-Lektionen. Das ist doch was, wo ich mir auf die Schulter klopfen kann. Schnell geht es, dass ich auf die anderen herabsehe und denke, warum machen die denn das alles nicht. An dieser Stelle heißt es für mich dann Stopp. Manchmal erkenne ich den Moment selbst, manchmal muss mich auch Gott oder eine andere Person darauf hinweisen. Dann muss ich mich wieder beschämt vor Gott stellen und beten: Sei mir Sünder gnädig. An dieser Stelle wird mein theoretisches Wissen ganz praktisch, denn ich kann immer wieder zu Gott kommen und ihn um Vergebung bitten.

Der Text für dich

Starter

Wie gebetet wird, ist den meisten Kindern egal. Sie kennen Gebet vielleicht überhaupt nicht oder erleben es nur in der Jungschar. Manchmal wird vielleicht noch bei Freunden vor dem Essen gebetet oder die Großmutter kennt das Vaterunser. Sie erleben Gebet als etwas Formelles. Sie empfinden es als eine Form, dass man es aber auch ganz anders machen kann und das Gebet nicht nur eine äußere Form ist, sondern eine innere Haltung ausdrückt, ist ihnen fremd. Durch die Beschäftigung mit dem Text kann ihnen aber deutlich werden, dass Gebet mehr ist als ein christliches Ritual. Sie erfahren, dass es nicht auf schöne Worte beim Beten ankommt, sondern dass sie das aussprechen können, was sie bewegt. Sie dürfen erfahren, dass sie auch das Gebet um Vergebung mitsprechen können, egal was sie bisher für Erfahrungen mit Gebet und mit Gott gemacht haben.

Checker

Beten gehört selbstverständlich dazu. Die Jungscharler erleben es zu Hause, in der Jungschar und auch in anderen Gemeindeveranstaltungen. Wie sieht aber ihr persönliches Verhältnis zum Gebet aus? Ist es eine ritualisierte Form oder ist es ein Ausdruck ihrer Beziehung zu Gott? Es wird auch einige fromme Jungscharler geben, die die gleichen Gedanken haben wie der Pharisäer im Gleichnis. Sie sind stolz, dass sie nicht sind wie die anderen und jede Menge gute Leistungen vollbringen. Man sollte diese Haltung nicht vorschnell verurteilen, sondern kann den Jung­scharlern deutlich machen, dass es nicht auf ihre Worte und Leistungen ankommt, sondern auf ihre Einstellung. Haben sie sich selbst erhöht oder stehen sie demütig vor Gott?

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Veränderung erleben

Alle Teilnehmer werden aufgefordert, ihre Hände zu falten. Ihnen wird erklärt, dass diese Haltung etwas mit dem Thema der heutigen Jungscharstunde zu tun hat. Schnell werden die Kinder auf das Thema Gebet kommen. Das ist richtig, aber es geht noch um mehr. Die Kinder werden nun aufgefordert, ihre Hände anders zu falten. Wenn also beim Händefalten erst der linke Daumen oben war und dann abwechselnd alle anderen Finger, so ist nach dem Wechsel der rechte Daumen oben und auch die anderen Finger haben ihre Reihenfolge geändert. Wie geht es euch damit? Mögliche Antworten könnten sein: Das ist ungewohnt. Das fühlt sich doof an. Die erste Haltung war besser.

Eine Veränderung ist geschehen und die ist ungewohnt. In der Geschichte hat jemand gebetet (vielleicht hat er die Hände gefaltet) und es kam zu einer Veränderung, das war auch ungewohnt.

Idee 2: Über die Leiter

Es wird eine Anlegeleiter benötigt. Bei den Kindern sollte man je nach Alter darauf achten, dass die Leiter nicht zu hoch ist (evtl. kann man auch eine Leiter vom Hochbett abschrauben und für dieses Aktion benutzen). Die Aufgabe besteht darin, über die Leiter zu klettern. Ein Teilnehmer steigt auf der einen Seite die Leiter hoch, steigt oben über die Leiter und auf der anderen Seite wieder hinunter. Die anderen müssen die Leiter halten. Achtung: Bei jüngeren Kindern muss ein Mitarbeiter Hilfestellung geben, damit die Leiter nicht umfällt.

Verkündigung

Erzählung auf der Leiter

Es wird eine Doppelstehleiter benötigt, eine Leiter, bei der man auf beiden Seiten nach oben gehen kann. Drei Personen (Pharisäer, Zöllner, Erzähler) spielen die Geschichte an und auf der Leiter.

Der Erzähler kommt und stellt die Leiter in die Mitte. Dann stellt er sich an den Rand und beginnt.

Erzähler: Wir befinden uns in Jerusalem. Ein Mann kommt in den Tempel. Der Tempel ist oben auf dem Berg. Der Mann will beten. Er ist ein Pharisäer. Damit gehört er zu einer Gruppe von Menschen, die die Gebote Gottes genau einhalten wollen. Er stellt sich hin und redet mit Gott.

(Während dieser Sätze kommt der Pharisäer und stellt sich auf die unterste Sprosse der Leiter.)

Pharisäer: Gott, ich bin dir so dankbar, dass ich gut bin. Ich betrüge niemanden und ich raube niemanden aus. Ich schlage keine anderen Menschen. Ich bin meiner Frau treu. Ich bin nicht wie dieser Zöllner dahinten, der nicht so gut ist.

(Während er das sagt, steigt er langsam die Leiter nach oben, bei den Worten über den Zöllner zeigt er nach unten, auf die andere Seite der Leiter.)

Ich tue alles was du willst, Gott. Ich faste zweimal in der Woche. In deinem Gebot steht zwar, dass ich das nicht so oft tun muss. Ich faste trotzdem so viel. Ich gebe auch immer den zehnten Teil von meinem kompletten Einkommen.

(Während er diese Worte sagt, steigt er langsam auf der Leiter nach oben und bleibt dann nach seinem Monolog ganz oben stehen.)

Ein weiterer Mitarbeiter (Zöllner) kommt und stellt sich an die andere Seite der Leiter. Der Erzähler beginnt wieder:

Erzähler: Wir befinden uns in Jerusalem. Ein Mann kommt in den Tempel. Der Tempel ist oben auf dem Berg. (Der Zöllner steigt eine Stufe nach oben.) Der Mann will beten. Er ist ein Zöllner. Damit gehört er zu einer Gruppe von Menschen, die von den meisten Israeliten verachtet werden. Sie bezeichnen ihn als Sünder. Aber auch er kommt und betet.

Zöllner: (Er steigt von der Leiter wieder nach unten, legt die Hand auf die Brust und senkt seinen Kopf. Dann sagt er:)

Gott, sei mir Sünder gnädig.

So bleibt er stehen.

Erzähler: (Er tritt in die Mitte vor die Leiter.)

Zwei unterschiedliche Männer beten. Diese Geschichte ist so nie passiert. Jesus hat sie sich ausgedacht und den Menschen erzählt, die dachten, sie seien besonders wichtig. Nachdem er mit seiner Geschichte fertig war, fasste er das Gesagte zusammen. Der Zöllner ging befreit von Schuld nach Hause. Der Pharisäer nicht. Woran liegt das? Beide haben gebetet. Beide haben Gott ihre Gedanken gesagt. Einer hat sich selbst groß gemacht und in den Mittelpunkt gestellt und der andere hat Gott in den Mittelpunkt gestellt und sich selbst als unbedeutend Gott untergeordnet. Der Pharisäer wollte durch seine Leistung vor Gott angeben. Der Zöllner wusste, dass er nichts vorzuweisen hatte und musste sich ganz auf Gott verlassen.

Die andere Idee

Pantomime

Der Text wird zunächst mehrmals gelesen, damit die Teilnehmer den Inhalt erfassen. Nun haben die Jungscharler die Aufgabe, das Gleichnis pantomimisch darzustellen. Einer kommt nach vorn und stellt alles dar, was ein anderer liest. Dann ist der Nächste dran und präsentiert seine Pantomime. Der Text bleibt zwar der gleiche, aber die Darstellung wird sehr unterschiedlich sein.

Der Text gelebt

Wiederholung

Es liegen zwei Bilder bereit. Ein Bild des Pharisäers und ein Bild des Zöllners. Die Gruppe wird geteilt. Eine Gruppe erhält das Bild des Zöllners und die andere das des Pharisäers.

Immer abwechselnd sagen sie etwas, was sie über ihre Person wissen. In erster Linie geht es dabei um die Wiederholung der Geschichte, die Kinder können natürlich auch ihr weiteres Wissen über diese Personengruppen mit einfließen lassen.

Gespräch

Es werden noch einmal die beiden Blätter mit dem Bild des Pharisäers bzw. des Zöllners bereitgelegt. Die Teilnehmer stellen sich zu einem der beiden Bilder. In einer ersten Gesprächsrunde soll jeder einen Satz sagen, der die Person charakterisiert, bei der er steht.

In einer zweiten Runde schauen wir die Gebete der Männer näher an. Was ist der Unterschied? Wo gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Gebeten?

Was hat sich beim Beten bei den beiden Männern verändert?

In einer dritten Gesprächsrunde sprechen wir über unser Gebet.

Wie betest du?

Hast du auch schon mal ein solches Gebet gesprochen, wie einer der beiden Männer?

Welche Erfahrungen mit Gebet hast du gemacht?

Merkvers

Denn wer sich selbst groß macht, wird von Gott unbedeutend gemacht. Aber wer sich selbst unbedeutend macht, wird von Gott groß gemacht werden.

Lukas 18,14 BasisBibel

Zur Erarbeitung des Merkverses wird noch einmal die Stehleiter benötigt. Jeder erhält den Satz auf einem kleinen Kärtchen und soll sich überlegen, wie er ihn sagt. Einer stellt sich vielleicht oben auf die Leiter und sagt ihn komplett dort auf.

Einer sagt den ersten Teil des Verses beim Aufstieg und den zweiten Teil beim Abstieg. Ein dritter fängt oben an und sagt den ersten Teil beim Abstieg und den zweiten beim Aufstieg. Jeder sagt den Satz so, wie er es für gut und richtig hält.

Es schließt sich die Frage an: Warum habt ihr gerade den Satz auf diese Art und Weise gesagt?

Gebet

Hier geht es vor allem um das Gebet des Zöllners: Gott sei mir Sünder gnädig. Die Kinder erhalten ein flaches Stück weißes Styropor. Dort können sie das draufschreiben, was sie von Gott trennt, was ihre Sünden sind. Evtl. können sie auch nur das Wort Sünde aufschreiben. Dann werden diese Styroporteile in ein Gefäß mit Nitroverdünnung gelegt. Nach einer kurzen Zeit löst sich das Styropor auf. Das ist ein Symbol dafür, dass Gott die Sünde wegnimmt.

Hinweis: Diese Aktion sollte man im Freien durchführen, da die Verdünnung sehr geruchsintensiv ist.

Kreatives

Gebetsleiter basteln

Es werden dünne Leisten benötigt, die sich die Kinder zurechtsägen. Für eine Leiter braucht man zwei Leisten die ca. 18 cm lang sind und 6 Leisten die ca. 5cm lang sind.

Nach dem Sägen werden die kurzen Stücke in gleichmäßigen Abständen auf den langen Leisten befestigt, sodass eine Leiter entsteht. Das Befestigen kann mit kleinen Nägeln oder auch mit Kleber geschehen. Auf die sechs Sprossen der Leiter werden nun die Begriffe Bitte, Fürbitte, Dank, Lob, Klage und Vergebung geschrieben. Nun erhält jeder Teilnehmer noch eine Klammer.

Die kann er dann immer an der Gebetssprosse befestigen, die dem Gebet entspricht, welches er gerade betet. Heute kommt die Klammer an die Sprosse Vergebung, denn darum ging es in der Geschichte.

Spielerisches

Angeberspiele

Jeweils ein Spieler aus der Gruppe kommt nach vorn und bekommt eine Aufgabe. Alle Teilnehmer, auch der, der vorn steht, schreiben nun auf, wie diese Aufgabe gelöst wird. Beispiel für eine Aufgabe: Wie viele Liegestütze schaffst du innerhalb einer Minute? Nachdem alle ihren Tipp abgegeben haben sagt der, der die Aufgabe ausführen muss, seine Antwort. Nun werden die anderen gefragt, wie sie es einschätzen: Schafft er es oder ist er ein Angeber? Hat er sich über- oder unterschätzt?

Nun wird die Aufgabe ausgeführt und wir sehen, ob sich der Teilnehmer selbst richtig eingeschätzt hat und auch, ob die anderen ihn richtig eingeschätzt haben. Übertragung zum Text: Es geht ganz schnell, dass wir überheblich sind und uns selbst erhöhen.

Weitere Aufgaben könnten sein:

Wie lange kannst du mit drei aufgeblasenen Luftballons jonglieren?

Wie viele Bibelverse kannst du innerhalb einer Minute aufsagen?

Wie stark kannst du eine Waage nur mit den Händen drücken? (Die angezeigten Kilos auf der Waage kommen in die Wertung.)

Wie lange brauchst du, um von einer Rolle Klopapier jedes Blatt einzeln abzureißen?

Wievielmal kannst du innerhalb einer Minute auf den Stuhl steigen und wieder herunterspringen?

Rätselhaftes

Man benötigt wieder die Stehleiter. Zwei Teams treten gegeneinander an. Ein Teammitglied steht unten an der Leiter. Die Teams bekommen Quizfragen gestellt. Die Fragen können etwas mit der Geschichte zu tun haben, das ist aber nicht zwangsläufig notwendig. Wer die Frage zuerst richtig beantwortet, darf eine Stufe auf der Leiter nach oben steigen. Gewonnen hat das Team, welches als Erstes oben ist.

Danach werden die Teams gefragt: Hättet ihr euch so eingeschätzt, dass ihr die Gewinner seid? Hättet ihr euch so eingeschätzt, dass ihr die Verlierer seid?

(T)Extras

Lieder

Du hast Erbarmen

Jesus kam für dich

So ist Gott, er hört Gebet

Spiele mit einer Leiter

Leitertrage

Jeweils drei Teilnehmer bilden ein Team und treten gegeneinander an. Jedes Team hat eine Anstellleiter. Einer legt sich darauf und die beiden anderen tragen die Leiter wie eine Krankentrage. Auf diese Art und Weise müssen die Teams einen Hindernisparcours durchlaufen.

Leiterbalance

Es werden eine Leiter und eine Unterlage benötigt, auf die die Leiter gelegt wird. Diese Unterlage soll nicht zu dick sein, gut eignet sich zum Beispiel ein Sägebock. Es werden Teams von ca. 4 Personen gebildet. Sie haben die Aufgabe, die Leiter so auf die Unterlage zu legen, dass sie im Gleichgewicht liegt. Welches Team schafft das am schnellsten? Tipp: Die Gruppen sollen gegenseitig nicht sehen, wie die Aufgabe gelöst wird, um nicht die Gleichgewichtsmethode der anderen Teams zu übernehmen.

Leiterkriechen

Man benötigt eine Leiter, bei der der Abstand der Sprossen so groß ist, dass ein Kind hindurchkriechen kann. Die Leiter wird auf den Boden gestellt und zwar so, dass ein Holm auf dem Boden liegt. Zwei Mitarbeiter müssen die Leiter halten, damit sie nicht umfällt. Nun muss jeder Teilnehmer zwischen den Sprossen hindurchkriechen und zwar immer hin und her. Wer schafft das am schnellsten?

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zu Mose aus JUMAT 3/16. Sie beginnt mit der wunderbaren Errretung von dem kleinen Mose und begleitet ihn bis zum Ausbruch aus Ägypten. Die Reihe umfasst Texte aus den ersten 14 Kapiteln des 2. Buch Mose.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Außerdem enthält diese Reihe noch einen Baustein mit Experimenten. Die Experimente passen inhaltlich zu den Einheiten und greifen jeweils einen Schwerpunkt heraus. Die Experimente können in die Gruppenstunden eingebaut werden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit alle Experimente zusammenfassend zu den Mosegeschichten zu verwenden

Diese Themenreihe enthält Gruppenstunden zu Texten aus dem Lukasevangelium. Dazu gehören 5 Einheiten zu Geschichten in denen Jesus Menschen begegnet. Außerdem sind noch 6 Bausteine zu Gleichnissen enthalten. Die Texte stammen aus JUMAT 2/18 und 3/18.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

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