Juden in Gefahr

Zielgedanke

Die Jungscharler werden sensibilisiert für die offene oder unterschwellige Judenfeindlichkeit. Der wollen wir bewusst entgegentreten.

Merkvers

Gott sagt zu seinem Volk: „Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an!“
Sacharja 2,12b; Luther84

Erklärungen zum Thema

Wissenswertes

  • Die Geburtsstunde des Volkes Israel liegt ungefähr 2000 v.Chr.
  • Der Vater des Volkes ist Abraham.
  • Heute leben 18 Millionen Juden auf der Welt, verstreut in mehr als 100 Ländern (5.671.000 Juden leben in USA; 5.300.000 Juden leben in Israel; 100.000 Juden leben in Deutschland).
  • Das Judentum ist die älteste der Religion, die wir kennen und die heute noch besteht.
  • Als Juden bezeichnet man teils die Angehörigen des Jüdischen Volkes, also die Nachkommen Abrahams, teils die Anhänger der jüdischen Religion.
  • Zwischen 1933 und 1945 wurden 6,3 Millionen Juden umgebracht (Holocaust). So viele, wie heute im Staat Israel leben.

Immer wieder hört man den Begriff „Antisemitismus“. Er bedeutet Judenfeindlichkeit und richtet sich gegen den Staat Israel genauso wie gegen Juden in aller Welt. Diese Feindschaft gegen die Juden reicht geschichtlich so weit zurück, wie es das Volk Israel gibt. Schon immer musste das Volk um seine Existenzberechtigung kämpfen. Der Holocaust zur Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945 ist wohl der grausamste Höhepunkt. Bis heute werden Juden ausgegrenzt. Die arabischen Länder wollen Israel aus der Landkarte radieren. Die Palästinenser beantragten kürzlich bei der FIFA den Ausschluss Israels. Israel spielt im Fußball bei Europameisterschaften mit, obwohl es nicht in Europa liegt. Warum? Weil die arabischen Staaten Israel nicht dabei haben wollen. Im Jahr 2000 gab es einen Brandanschlag auf die Jüdische Synagoge in Düsseldorf. Die Gottesdienste finden vielerorts auch in Deutschland unter Polizeischutz statt.
Die Frage ist: Warum fordert dieses kleine Volk Israel mit seinen heute ca. acht Mio. Einwohnern bis heute zu dieser Feindseligkeit heraus? Was hat die jüdische Religion mit ihren weltweit 18 Millionen Zugehörigen an sich, dass sie zeitweise so martialisch bekämpft werden musste? Die Schweiz hat ungefähr genauso viele Einwohner wie Israel und niemals hatten Menschen vergleichbare Gefühle gegen die Schweizer.

Die Antwort liegt nicht an den Menschen selbst, sondern in dem, was sie verkörpern: Sie sind das Volk Gottes. Die Israeliten, die Israelis oder die Juden, wie man sie auch nennen mag, weisen offen oder unterschwellig immer auf die Existenz Gottes hin. Der Hass gegen Israel ist der Hass gegen Gott. Der Hass gegen seinen Anspruch, der Schöpfer, Herrscher und Erhalter der Welt zu sein. Gegen ihn kommt kein Herrscher, keine Ideologie an. Also richtet sich der Vernichtungswille gegen sein Volk.
Es gibt aber auch einen christlichen Antisemitismus. Er ist geprägt durch ein falsches Verständnis der Bibel und wie sie in den Gemeinden ausgelegt wurde und noch wird.
In den Geschichten des Neuen Testamentes sind es ja immer „die Juden“, die zuerst Jesus und dann auch seine Jünger und die neu entstehenden Gemeinden angreifen. So entsteht ein Negativbild der Juden. Schon in der Kinderstunde. Im Extremfall begründete sich darauf der Holocaust im Nationalsozialismus. „Die Juden haben unseren Heiland getötet!“

Niemand hat jedoch das Recht und die Möglichkeit, Israel auszurotten.
Und Israel ist einfach nach wie vor Gottes Volk, erklärtermaßen sein Augapfel, den er versprochen hat, zu erhalten und zu schützen. (5. Mose 32,10; Sach 2,12) Und wer ihn antastet, tastet seinen wertvollsten Besitz an. Das wird Gott nicht ungestraft lassen.

Situation der Jungscharler

Betrifft dieses Thema Kinder im Jungscharalter? Wahrscheinlich, hoffentlich noch nicht direkt. Sie haben aber schon von Angriffen auf jüdische Einrichtungen in Deutschland gehört und auch die kriegerischen Auseinandersetzungen und Anschläge im Nahen Osten werden vielen nicht unbekannt sein. Sie haben wahrscheinlich auch schon davon gehört, dass Juden während der Nazizeit umgebracht wurden. Es ist wichtig, hier grundlegende Gedanken weiterzugeben. So können die Jungscharler später antisemitisches Gedankengut, das an sie herangetragen wird, dem sie begegnen, besser einordnen. Wenn sie Nachrichten über judenfeindliche Aktivitäten hören, verstehen sie, was passiert und können Stellung beziehen.

Treffpunkt  

Wir sind heute ein Fanclub für Israel. Dafür braucht man natürlich Fanartikel. Die werden wir herstellen.

Israelische Fahne
Auf ein großes weißes Tuch werden mit blauer Wachsfarbe der Davidstern und die beiden Streifen oben und unten aufgezeichnet (s. Malvorlage). Beides wird dann blau ausgemalt.

Fähnchen
Auf weißes Papier (DIN-A6-Querformat) wird der Davidstern und die Streifen oben und unten aufgezeichnet (s. Malvorlage) und mit blauer Farbe ausgemalt. Eine schmale Seite wird nun um einen Schaschlikspieß geklebt.
Den gleichen Vorgang kann man auch für ganz kleine Fähnchen machen. Dann benutzt man Zahnstocher und Papier im A7-Format.

Davidstern
Aus blauem Tonkarton werden sechs Streifen ausgeschnitten: 15cm lang, 1,5cm breit.
Aus drei Streifen wird nun ein gleichseitiges Dreieck gelegt und an den Spitzen zusammengeklebt. Aus den anderen drei Streifen wird auch ein solches gleichseitiges Dreieck gestaltet. Diese beiden Dreiecke werden nun in der Form des Davidsternes zusammengeklebt (s. Malvorlage).

Davidstern-Anhänger
Von sechs Streichhölzern wird der Zündkopf abgeknipst. Aus den Hölzchen werden zwei gleichseitige Dreiecke gelegt und mit Flüssigkleber zusammengeklebt. Dann werden beide Dreiecke in die Form des Davidsternes geklebt (s. Malvorlage). Man muss alles einige Zeit zum Trocknen liegen lassen.
Wer den Stern kleiner haben möchte, kann halbe Streichhölzer nehmen.

Menora
Dazu braucht man lufttrocknenden Ton oder festen Salzteig.
Rezept Salzteig:
2 Tassen Mehl mit
1 Tasse Salz mischen.
1 Tasse Wasser nach und nach unterrühren. Der Teig darf nicht klebrig, aber auch nicht mehr bröselig sein.
Einige Tropfen Öl unterkneten, damit der Teig geschmeidig wird.
Nach dem Verarbeiten entweder an der Luft trocknen lassen oder eine Stunde bei 100 Grad backen.
Aus dem Salzteig oder dem Ton wird ein siebenarmiger Leuchter (Menora) gestaltet. Am oberen Ende der Leuchterarme werden Vertiefungen eingedrückt, in die später kleine Weihnachtsbaum- oder Geburtstagskerzen gesteckt werden können.
Es empfiehlt sich, den noch feuchten Leuchter mit Zeitungspapierkugeln, im Backofen mit zerknülltem Backpapier zu stützen, damit er beim Trocknen nicht in sich zusammensinkt.

Knackpunkt

Geschichte der Juden
Als Juden werden die Nachkommen Abrahams bezeichnet. Auf eine lange Wandzeitung, z. B. auf einer Tapetenrolle, wird die Geschichte des Volkes Israel grob skizziert:
An allen Seiten des Raumes werden Bibeln verteilt, entsprechend der Anzahl der Anwesenden. Wenn eine Bibelstelle genannt wird (es müssen nicht alle hier aufgeführten Bibelstellen genannt werden), laufen alle los und schlagen sie blitzschnell auf. Wer sie gefunden hat, liest den ersten der angegebenen Verse vor. Wer von den Jungscharlern die entsprechende Geschichte kennt, kann sie kurz (!) erzählen. Dazu ist es nötig, dass der Mitarbeiter die jeweiligen Geschichten kennt und sie kurz (!) zusammenfassend erzählen kann. Danach wird die Bibel wieder zurückgelegt und es geht weiter.

Ab ca. 1500 v.Chr (Lässt sich nicht genau sagen): Zeit der Erzväter: Abraham (1. Mose 12,1 ff.) – Isaak (1. Mose 21,1 ff.) – Esau/Jakob(1. Mose 25,21 ff.) – Josef (1. Mose 37,3 ff.) – Zeit in Ägypten (2. Mose1,1) – Mose: Auszug (2. Mose 2,1 – 5. Mose 34) – Josua: Landnahme (Josua 1–24) – Richterzeit. (Ri 3,15)

Ca. 1000 v.Chr.: Zeit der Könige: Saul (1. Sam 10,1) – David (1. Mose 16,1 ff.) – Salomo usw. Nach der Herrschaft des Königs Salomo wird Israel zum Spielball der Großmächte Babylon (Dan 1,1), Persien (Ester 2,15), später der Römer.

5 v. Chr.: (Neues Testament) Jesus (Lk 2,1 ff.)– christliche Gemeinden entstehen – das Christentum breitet sich aus (Mt 28,19)

70 n.Chr.: (keine biblischen Berichte, belegt durch außerbiblische Schriften, Geschichtsschreiber Josefus) Zerstörung des Tempels – kein Staat Israel mehr. Die Juden verstreuen sich über die ganze Welt. Aber obwohl sie keinen eigenen Staat mehr hatten, blieben sie als Juden, als Volk Gottes, bestehen. Sie fühlten und fühlen sich bis heute zusammengehörig als Volk Gottes und warteten auf eine Rückkehrmöglichkeit nach Israel. Ihr Gruß war regelmäßig: „Nächstes Jahr in Jerusalem“. Wir sagen es auf Hebräisch: „Leschana Haba’a Bi Jeruschalajim“
In der Zeit kommt es immer wieder zu Judenfeindlichkeit. Ihnen wird die Schuld gegeben für schlechte Ernten, Naturkatastrophen. Mal mehr, mal weniger herrschte ein Misstrauen, eine Feindschaft gegen die Juden.

1933 – 1945: Holocaust: 6 300 000 Juden werden getötet. Ein Beispiel ist Anne Frank. Ihre Geschichte wird kurz erzählt:
Anne Frank kam am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main auf die Welt. Ihre Eltern hießen Edith und Otto. Sie hatte eine ältere Schwester Margot.
Bis 1933 lebte die Familie ganz normal. Sie waren Juden. Aber das war völlig normal, keiner störte sich daran. Sie hatten Freunde und Nachbarn, gingen in die Schule, der Vater ging normal seiner Arbeit nach.
Aber 1933 kam ein Mann an die Macht. Der hieß Adolf Hitler. Er und seine Partei, die NSDAP, verkündeten, dass Juden schlechte Menschen seien und dass sie ausgerottet werden sollten. Sie erzählten schlimme Sachen über die Juden, die überhaupt nicht stimmten. Aber viele Menschen glaubten das. Oder sie hatten Angst zu widersprechen. Denn ab sofort wurde jeder, der freundlich zu den Juden war, hart bestraft, ins Gefängnis gesperrt oder sogar getötet.
Also durfte der Vater auf einmal nicht mehr arbeiten, sie konnten nicht mehr einkaufen, Anne und Margot durften nicht mehr in die Schule. Und sie hörten und erlebten, dass andere Juden von der Polizei abgeholt und in Arbeitslager gebracht wurden. Viele, viele Juden sind dort gestorben.
Deshalb flüchtete die Familie Frank in die Niederlande. Dort waren sie eine Zeit lang sicher. Aber dann begann der 2. Weltkrieg. Die deutschen Soldaten eroberten die Niederlande. Und jetzt wollten sie auch die Juden aus den Niederlanden vernichten.
Aber gute Freunde der Familie Frank hatten einen super Plan: Sie bauten im Dachboden ihres Bürogebäudes eine versteckte Wohnung. Vor die Tür bauten sie ein Bücherregal, das man auf und zu machen konnte. Darin versteckte sich die Familie Frank. Anne war da 11 Jahre alt.
Tagsüber musste die Familie ganz leise sein, auch nicht auf Toilette gehen, damit sie keiner der Arbeiter hörte und sie an die Polizei verraten konnte, nachts durften sie sich etwas freier bewegen. Die Freunde brachten ihnen zu essen.
So lebte Anne mit ihrer Familie vier Jahre lang. In der Zeit hat sie ein Tagebuch geschrieben. Darin erzählt sie alle ihre Erlebnisse. Das Buch gibt es heute noch zu kaufen. „Das Tagebuch der Anne Frank“.
Aber ein Arbeiter hat sie doch verraten. Deshalb wurde die ganze Familie 1944 von der Polizei abgeholt und in ein schreckliches Vernichtungslager gebracht. Dort ist Anne dann bald gestorben.
So wie Anne Frank ging es in der Zeit ganz vielen Juden. Insgesamt wurden in der Zeit über 6 Millionen Juden umgebracht.
Aber 1945 verlor Deutschland unter Adolf Hitler und der NSDAP den Krieg. Und endlich hatten die Juden Freiheit. Keiner darf seither in Deutschland den Juden etwas Böses tun. Wer es tut, wird bestraft.

1948 n.Chr.: Gründung des Staates Israel.
Eigentlich könnte jetzt alles gut sein.
ABER: Es gibt auch heute noch Menschen, die sind judenfeindlich. Sie behaupten, dass Juden schlechte Menschen seien. Dass sie kein Lebensrecht hätten und dass der Staat Israel von der Landkarte radiert werden müsse. Obwohl es den Staat Israel seit beinahe 70 Jahren gibt, wird er von manchen Staaten nicht anerkannt. Und im „Nahen Osten“, so wird die Gegend um Israel immer in den Nachrichten genannt, ist immer noch Krieg. In manchen Städten in Deutschland und auch anderen Ländern wurden schon die Synagogen, das sind die Gotteshäuser der Juden, angezündet. Wenn die Juden ihren Gottesdienst feiern wollen, müssen sie von der Polizei geschützt werden. Auf manchen jüdischen Friedhöfen wurden schon Grabsteine mit dem Zeichen der NSDAP besprüht. Sie finden richtig, was diese Partei früher gemacht hat. Das ist besonders böse. Ihr erinnert euch an die Geschichte der Anne Frank und was diese Partei da gemacht hat?! Dabei sind Juden die gleichen Menschen wie wir alle. Sie sind meistens ganz normale Deutsche oder Franzosen oder Engländer oder was auch immer. Manche haben einen uns fremden Lebensstil, Sitten und Gebräuche. Manche wohnen in Israel, aber die meisten in den USA. Sie haben einfach nur eine andere Religion. Sie glauben an den gleichen Gott wie wir. Sie glauben einfach nicht, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Warum sollen sie denn deshalb böse und schlechte Menschen sein? Die, die blöde Sprüche über die Juden schreien, glauben ja selbst nicht an Jesus. Warum werden die Juden dann wohl so angefeindet? Warum wollte Adolf Hitler alle Juden ausrotten? Und warum sagen das heute noch manche Regierungschefs laut und deutlich im Fernsehen?
Das Volk Israel ist etwas Besonderes. Es ist das Volk Gottes. Er sagt über sie, dass sie sein Augapfel sind. Und den hütet er ganz besonders.
Ohne es zu wissen, kämpfen die Menschen, die gegen die Juden sind, gegen Gott. Die Juden verkörpern die Gegenwart Gottes auf Erden. Das wollen viele nicht wahrhaben. Das bereitet manchen Machthabern oder auch anderen Menschen Unbehagen oder Zorn.

Doppelpunkt

Wir wollen helfen, Gottes Augapfel zu hüten und wollen Freunde der Juden sein. Sie glauben an den gleichen Gott wie wir. Diese Freundschaft können wir beweisen, indem wir

  • eingreifen, wenn blöde Sprüche über Juden gemacht werden. Oder wenn das Wort „Jude“ als Schimpfwort benutzt wird.
  • widersprechen, wenn jemand sagt, dass Juden schlecht sind.
  • uns dafür interessieren und informieren, was in Israel passiert und nicht alles glauben, was in den Nachrichten berichtet wird.
  • den Kontakt suchen zu einer jüdischen Gemeinde um ihnen zu zeigen, dass wir auf ihrer Seite stehen. Man kann nachfragen, ob es in irgendeiner Form eine Zusammenarbeit, einen Austausch geben kann. Vielleicht haben sie auch eine Art Jungschar.
  • einen (im Treffpunkt gebastelten) Anhänger mit dem Davidstern tragen als Zeichen der Freundschaft und Solidarität.
  • einen freundlichen Gruß senden: Wenn es in der Umgebung eine jüdische Gemeinde gibt, kann der Gruß dahin gesendet werden.

Die zentrale Adresse für Fragen aller Art oder Grüße ist:
Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R.
Leo-Baeck-Haus
Postfach 04 02 07
10061 Berlin
Tel.: +49 ((0) 30) 28 44 56 – 0
Fax: +49 ((0) 30) 28 44 56 – 13
E-Mail: info@zentralratdjuden.de

Schlusspunkt

Es wird das Lied:Hevenu shalom alechem (Aus Meine Lieder- deine Lieder, Nr. 230)
Dazu tanzen alle den Israelischen Nationaltanz:
Alle fassen sich im Kreis an – linkes Bein nach links – rechtes Bein vorne vorbei nach links – linkes Bein nach links – rechtes Bein hinten vorbei nach links – usw.

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach Spitze
Nr. 103 Groß ist unser Gott

Aus: Lebenslieder
Nr. 94 Go down Moses

Aus Gemeinschaftsliederbuch „Jesus unsere Freude“
Nr. 406 Zünde an dein Feuer (Die Melodie des Liedes entspricht der israelischen Nationalhymne.)

Um den Jungscharlern die Augen zu öffnen für jüdisches Leben in ihrer Umgebung, kann man probieren, eine Synagoge besichtigen zu können. Dabei empfiehlt es sich, sich vorher zu erkundigen, sich anzumelden oder nachzufragen, ob und wie das möglich ist. Ob es eine Synagoge in der Nähe gibt, erfährt man in der „Liste der Synagogen in Deutschland“
Vielleicht gibt es auch Gedenkstätten oder Mahnmale in der Nähe, die man besuchen kann. Darüber gibt es eine „Liste der Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus“
Auf manchen Friedhöfen gibt es einen Bereich für jüdische Gräber. Sie unterscheiden sich von denen von christlich beerdigten Menschen. Darüber kann man auch ins Gespräch kommen. Evtl. werden auch Führungen angeboten. Da fragt man am besten in der Gemeindeverwaltung nach.

Zielgedanke

Gott lenkt die (Welt)geschichte mit Menschen, die er gebraucht. Er hat alles in der Hand und ist auch in unserem Alltag dabei.

Merkvers

Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt.
Sprüche 16,9; Luther84 

Situation der Jungscharler

Die Familiensituationen der Kinder können sehr unterschiedlich sein. Vielleicht geht es manchen ähnlich und sie müssen ohne Vater oder Mutter aufwachsen, weil diese geschieden sind. Die Situation der Juden und von Israel ist auch heute aktuell und es gibt immer wieder Nachrichten darüber. Auch im Geschichtsunterricht werden die Älteren von Antisemitismus etwas mitbekommen. Situationen im Alltag die überraschend sind, kennen auch Kinder. Wie sollen sie sich verhalten? Von ihrem Glauben an Jesus erzählen oder lieber den Mund halten? Jeder kennt diese Unsicherheiten im Alltag. Dazu kommt bei Manchen auch die Angst, es falsch zu machen oder ausgelacht zu werden. Die Gruppenstunde soll dazu dienen, den Kindern Mut zu machen. Sie können heute auch noch in ähnliche Situationen hineinkommen und können genauso erleben, dass Gott da ist.

Erklärungen zum Text

Das Buch Ester erzählt die Geschichte wie Ester zur Königin wurde. In der Geschichte kommt das Wort Gott nie vor, aber es geht sehr wohl um Gott. Er lenkt diese Geschichte, die Weltgeschichte und die Geschichte seines Volkes. Die neue Königin und ihr Pflegevater sind Juden und maßgeblich daran beteiligt. Die Juden leben in der Zerstreuung (Diaspora), nachdem sie in die Babylonische Gefangenschaft durch König Nebukadnezar gekommen sind. Sie sahen das als Strafe Gottes an. Aber sie waren tüchtig und ließen sich in der Gefangenschaft nicht unterkriegen. König Kyrus hat die Rückkehr der Juden ermöglicht (im Jahre 538). Viele sind zurückgegangen, aber einige sind auch geblieben. Dazu gehört die Sippe von Ester. Sie hatte keine leiblichen Eltern mehr. Ein älterer Cousin mit Namen Mordechai hat sie als Tochter angenommen und gut für sie gesorgt. Sie hielten im fremden Land an ihrem unsichtbaren Gott fest und auch an ihren Gesetzen.

Personen
Ahasveros: Das ist sein hebräischer Name, im griechischen heißt er Xerxes. Dieser Name ist bekannter. Er war der persische König von 486 – 465 v. Chr. Der königliche Palast des Königs war in Susa, eine Stadt im Lande Elam, ca. 220 km östlich von Babel.
Wasti: König Ahasveros holte Wasti, die schon jung reich wurde, auf sein Schloss. Sie wurde seine Frau und die persische Königin. Sie war nicht die einzige Frau, aber die Königin! Sie feierte ein eigenes Fest mit den Damen in ihrem eigenen Palastbereich, weil das mindestens 6-monatige Fest ihres Mannes ausartete. Ihr Mann feierte die Fertigstellung des Königspalastes sehr ausgiebig. Es verlor seinen Charakter und wurde eine Zurschaustellung des unermesslichen Reichtums. Das Trinken von alkoholischen Getränken nahm ungeheure Ausmaße an. Sie weigerte sich dann auf die Anforderung ihres Mannes als Vorzeigeobjekt wieder zu dem Fest zu kommen, weil die Männer voll Wein waren. Das war Majestätsbeleidigung und Ungehorsam gegenüber dem König und ihrem Mann. Ob es unzumutbar war, wurde von den Männern und Beratern nicht bedacht. Die Vernunft zählte nicht, sondern die Angst, dass wegen dem Widersetzen der Königin Wasti jetzt auch andere Frauen ihren Männern nicht mehr gehorchen könnten. Deshalb wurde sie als Königin abgesetzt und als Frau verstoßen. Das wurde auch öffentlich in allen Ländern des Königs bekannt gegeben.
Mordechai: Er ist Esters Vormund und hat sich sehr gut um sie gekümmert. Auch als sie am Königshof ist, versucht er immer in der Nähe zu sein und mitzubekommen, wie es ihr geht. Er ist Jude und seine Familie stammt vom Stamm Benjamin ab. Er nimmt seinen Glauben auch in den schwierigen Umständen ernst und erscheint wie ein Handlanger Gottes in der Geschichte von Ester.
Ester: Ester war eine sehr schöne und hübsche Frau, die leider ihre Eltern schon verloren hat und bei einem Cousin aufwuchs. Wie er stammt sie aus dem Stamm Benjamin, aus einer vornehmen Familie. Sie wurde jüdisch erzogen und lernte es, sich an die Gesetze zu halten. Durch Fasten versucht sie herauszubekommen, was in Gottes Augen richtig ist. Sie hat Mut und ist bereit für ihr Volk, das der Juden, einzutreten.

Treffpunkt

Spiel

Rippel Tippel
Im Kreis sitzend bekommt jeder eine Zahl – von 1 bis … Der 1 ist König und beginnt. Rippel Tippel Nr. 1 ohne Tippel ruft Rippel Tippel Nr. z. B. 3 ohne Tippel. Dann ist Nr. 3 dran und setzt als erstes seine Zahl (3) und dann die, die er aufrufen möchte ein. Wer einen Fehler macht oder zu lange zum Reden braucht, der bekommt einen Tippel (mit Ruß oder Creme einen Punkt ins Gesicht). Dann muss zu dieser Zahl auch gesagt werden – z.B. Nr. 2 mit 1 Tippel, später vielleicht mit 2 Tippeln. Man kann gemeinsam versuchen, dass der König oft drankommt und dadurch schneller mehr Fehler macht und nicht mehr als der Beste gilt.

Wellnessstation
Ester wurde über sechs Monate verwöhnt und gepflegt, damit sie sehr hübsch wurde und eine weiche Haut bekam. Es können verschiedene Wellnessstationen aufgebaut werden und die Teilnehmer können die verschiedenen Stationen besuchen und sich verwöhnen lassen (z. B. Gurkenmaske, Schminken, Fingernägel lackieren, Füße waschen, Haare stylen, Massage mit Bällen).
Die Dekoration des Raumes sollte gemütlich gestaltet werden, sodass eine entspannte Atmosphäre entstehen kann, z. B. gedimmtes Licht, Stationen abgetrennt voneinander, mit Tüchern verschönern, Liegen für Gurkenmaske zum Ausruhen und Entspannen.
Es müssen genügend Mitarbeiter zur Verfügung stehen, damit die Aktion gelingen kann.

Basteln

Es kann Schmuck für Königinnen und Könige gebastelt werden, z.B. Kronen aus gelben Pappkarton, Armbänder oder Ketten mit Looms oder Perlenketten.

Fest feiern

Ihr könntet mit Ester feiern, dass der König sie als Königin ausgesucht hat. Entweder ihr bereitet einen Obstsalat vor, in dem in verschiedenen Gruppen je eine Obstsorte geschnitten wird. Danach kommt alles zusammen mit etwas Saft oder ihr backt ein Fladenbrot auf und belegt es mit geriebenen Käse und Schinken oder Salami. Möglich ist vieles, ihr könnt euch auch selbst was einfallen lassen!

Knackpunkt

Die Geschichte ist sehr schön zu erzählen, deshalb wird sie aus der Sicht von Ester berichtet. Dazu kann man sich ein schönes Kleid anziehen.
Ich bin Esther und eine Jüdin. Wir wurden aus unserem Land verschleppt und kamen in die Gefangenschaft nach Babylonien. Meine Familiensippe lebt in der Stadt Susa und in der Umgebung davon. Meine Eltern sind schon gestorben, aber mein älterer Cousin Mordechai hat mich bei sich aufgenommen. Er ist ein lieber und fürsorglicher Mann. Er kümmert sich gut um mich und hat mich auch anständig erzogen. Er erzählte mir von Gott und seinen Geboten. Wir Juden halten uns daran und es ist uns wichtig, sie einzuhalten. Einige Juden sind zurück in ihre Heimat, denn das ist wieder möglich, aber unsere Sippe ist hier in diesem Land geblieben. Den Menschen dieses Landes ist unser Gott nicht wichtig, deshalb ist es manchmal gar nicht so leicht, sich an die Gebote zu halten. Aber ich habe gemerkt, dass Gott mir hilft.
Stellt euch vor, wo ich gerade bin!? Ich bin im Königspalast! Es gab einen Aufruf für alle hübschen Mädchen. Wir wurden an den Königshof geholt, weil der König eine neue Königin sucht. Ich weiß noch nicht so genau, was das bedeutet, aber hier sind wir im Frauenhaus untergebracht und werden darauf vorbereitet. Ich bin schon über ein halbes Jahr da und bald darf ich mich beim König vorstellen. Ich werde mit Balsam und mit Myrrhe und kostbaren Spezereien gepflegt. Viele Dienerinnen kümmern sich um meine Körperpflege. Es ist unvorstellbar! Meine Haut strafft sich und wird geschmeidig, rosig, weich und zart. Alle Mädchen werden so behandelt und werden immer schöner und blühen auf. Der Leiter des Frauenhauses Hegai mag mich gerne. Er kümmert sich gut um mich und gibt mir genügend Speise, sodass ich mir „das Reine“ Essen aussuchen kann. Es gibt bei uns Juden nämlich auch Speisevorschriften. Ich hatte da schon ein bisschen Angst, wie das alles werden soll. Immerhin bin ich als Jüdin am Königshof. Das passt eigentlich nicht! Mordechai mein Pflegevater musste mich ziehen lassen, aber er will, dass ich mein Judentum nicht verrate. Er sorgt sich immer noch um mich. Er versucht immer in den Königshof zu kommen oder in die Nähe, sodass er mich z. B. am Fenster sehen kann. Er versucht immer Informationen über mich zu bekommen und wie es mir geht. Er meint es wirklich gut mit mir, aber er muss vorsichtig sein.
Der König sucht eine neue Königin und ich kann es werden! Das ist unfassbar! Wasti, der alten Königin, habe ich das zu verdanken. Sie weigerte sich zum König zu kommen und deshalb hat der König sie entlassen. Man muss aber wissen, wieso sie sich geweigert hat: Der König Ahasveros feierte ein großes Fest, das über ein halbes Jahr ging. Er lud viele Gäste ein. Sie feierten die Fertigstellung des Königspalastes. Es wurde viel gesungen, gegessen und getrunken. Irgendwann artete das Fest aus. Das Trinken der Männer nahm ungeheure Ausmaße an und es war für die Frauen nicht mehr schön, dabei zu sein. Deshalb organisierte Wasti, die frühere Königin, ein eigenes Fest in ihrem Palastbereich. Auch sie hatten zusammen viel Spaß. Doch auf einmal kamen die Kämmerer des Königs herein und wollten Wasti mitnehmen zum Fest der Männer. Sie sollte sich hübsch machen und sich in ihrer ganzen Würde zeigen. Das ging für Wasti gar nicht. Sie sollte sich dort bei den Männern, die nicht mehr bei Anstand waren, zeigen. Noch dazu mit Krone!? Sie als Vorzeigeobjekt bei den Männern in diesem Zustand!? Nein, das ging nicht. Das wollte sie nicht und sie machte es auch nicht. Sie weigerte sich, dem König zu gehorchen. Es war ein Befehl, aber sie führte ihn nicht aus. Majestätsbeleidigung! Der König war aufgebracht und erbost. Er wollte sich das nicht bieten lassen. Wasti hielt an ihrem Entschluss fest und ging nicht zum König und den Männern. Dadurch verteidigte sie die Ehre und Würde der Frauen. Für den König ist es vielleicht auch eine Lehre, anders mit seiner Frau umzugehen. Die Berater und der König sahen durch diese Aktion von Wasti die Gefahr, dass die anderen Frauen zuhause auch nicht mehr auf ihre Männer hören würden. Deshalb gab es ein Schreiben an alle Länder, dass ein jeder Mann der Herr in seinem Haus sei.
Diese Verweigerung Wastis ist also meine Chance, Königin zu werden. Es dauert nicht mehr lange, dann darf ich mich beim König vorstellen. Ich bin schon gespannt, was er zu mir sagt. Ich bin wirklich hübsch und durch die Pflege am Königshof bin ich wunderschön geworden. Und jetzt stellt euch vor: Heute ist der große Tag! Ich bin voll aufgeregt und gespannt.

Aktion
Eine eigene Castingshow wird durchgeführt.
Entweder ihr bringt hübsche Kleider, Perücken, Haarschmuck, Schmuck, Verkleidungsutensilien, Schuhe … für die Gruppe mit oder ihr gebt es in der Stunde vorher bekannt, dass jeder etwas mitbringen soll.
Dann macht ihr einen Laufsteg bereit und nach einer gewissen Vorbereitungs- und Stylingzeit geht es los. Am besten besorgt ihr noch Musik dazu und dann ist jeder an der Reihe, sein Bestes zu geben.
Wegen der Bewertung könnt ihr überlegen, ob ihr eine Jury wollt, oder ob alle mitabstimmen z. B. mit Handzeichen oder jeder schreibt geheim seinen Favoriten auf einen Zettel, die dann eingesammelt werden.
Jungs können genauso mitmachen, denn es kann allgemein bewertet werden.
Das Ergebnis bitte erst nach Fertigerzählung der Geschichte mitteilen.

Weitererzählen der Geschichte
Ja, heute war der große Tag! Ich war aufgeregt und gespannt, wie es wird. Hegai hat mir letzte Anweisungen gegeben und daran habe ich mich gehalten. Alle, die mich sahen fanden mich hübsch. Und stellt euch vor: Der König hatte Wohlgefallen an mir und er fand mich schöner als alle anderen Frauen, die sich bei ihm vorstellten. Ich freute mich riesig als er die Krone nahm und sie mir liebevoll aufsetzte. Es war unbegreiflich: Ich, Ester – die Jüdin – wurde die neue Königin und die Frau von Ahasveros. Der König freute sich und feierte ein großes Fest, mit leckerem Essen. Und es blieb nicht nur bei einem Fest, sondern er ließ auch die Länder daran teilhaben, in dem er Steuern erließ und königliche Geschenke austeilte. Mir geht es gut am Königshof und als Königin, aber ich habe auch einiges aufregendes dort erlebt, von dem ihr die nächsten Male hört.

Doppelpunkt

Bei der Geschichte von Ester sehen wir, wie Gott wirkt. Ester, die eine Jüdin ist, und im fremden Land lebt, muss zum König, weil sie als Kandidatin für die neue Königin gilt. Sie hat Angst und weiß nicht wie sie sich verhalten soll. Sie soll von ihrem Glauben an Gott nichts sagen, aber sich trotzdem an die Gesetze halten. Das ist nicht leicht für sie, aber sie hat den Mut und den Willen und Gott ist bei ihr. Ihr Pflegevater sorgt sich um sie und versucht ihr zu helfen, wo es geht. Auch Hegai, der Leiter des Frauenhauses, unterstützt sie unwissend. Gott hat alles in der Hand und er führt die Geschichte, wie sie sein soll. Manchmal benutzt er dazu auch andere Menschen. Wir können uns darauf verlassen, auch in den Situationen, in denen wir Angst haben und vielleicht auch nichts von unserem Gott erzählen können: Gott ist dabei. Er lenkt unsere Gedanken, Worte und unsere Schritte. Gott führt seine Geschichte zum guten Ende. Das dürfen wir getrost wissen und uns deshalb wieder neu auf Gott verlassen.
Frage: Habt ihr schon solche Situationen gehabt, wo ihr nicht wusstet, wie ihr euch verhalten solltet? Um was ging es? Und wie ist es ausgegangen?
Gab es solche unsicheren Situationen bei euch auch wegen euren Glauben an Jesus? Was war es und wie ging es aus?
Diese Fragen kann an die Jungscharler gestellt werden, es wäre aber auch schön, wenn ein Mitarbeiter dazu etwas Persönliches von sich erzählen könnte.
Danach kann der Merkvers noch zusammen gelernt werden.

Schlusspunkt

Das Ergebnis der Castingshow wird bekanntgegeben. Der  Sieger oder die Siegerin erhalten einen Preis und werden gefeiert. So wurde Ester damals gefeiert, nicht von der gesamten Jungschar, aber vom gesamten Volk. Sie war jetzt Königin und sie wusste, dass sie das Gott zu verdanken hatte. Mit diesen Gott reden wir noch. Die Gruppenstunde wird mit einem Gebet beendet.

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach Spitze
Nr. 32 Die besten Pläne
Nr. 36 O, der Himmel erfüllt mein Herz

Nr. 146 Wir singen für unsern Gott

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zu Esther aus JUMAT 2/16. Schwerpunkt sind fünf Einheiten, die die Geschichte der Königin Esther im Zusammenhang darstellen. Außerdem gehören zu dieser Reihe zwei Einheiten, die inhaltliche Schwerpunkte noch einmal besonders behandeln. Dabei geht es um Antisemitismus und Zivilcourage.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Außerdem enthält die Themenreihe noch zwei Bausteine. Ein Baustein ist ein Impuls zum Thema Zivilcourage, der von den Kindern zu hause mit ihren Familien umgesetzt werden kann. Der andere Baustein ist ein Vorschlag, wie das Purimfest gefeiert werden kann, welches seinen Ausgangspunkt in der Esthergeschichte hat.

Diese Themenreihe enthält die alle Gruppenstunden zum Thema Gemeinde aus JUMAT 2/16. Die Grundlage bilden texte aus dem 1. Korintherbrief. In der ersten Einheit geht es um das Thema Streit in der Gemeinde. Die nächsten Einheiten beschäftigen sich mit Bildern, die für Gemeinde verwendet werden. Die abschließende Einheit dreht sich um das Hohelied der Liebe aus 1.Korinther 13.

Die einzelnen Einheiten sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Zielgedanke

Jeder ist ein wichtiger Teil der Gemeinde. Die Kinder dürfen entdecken, was ihre Aufgabe in der Gemeinde ist.

Merkvers

Ihr alle seid der eine Leib Christi, und jeder Einzelne von euch gehört als ein Teil dazu.
1. Korinther 12,27; HfA

Situation der Jungscharler

Die Vorstellung von persönlichen Gaben, ist für Kinder noch recht abstrakt. Manche lernen ein Instrument oder sind in einem Sportverein aktiv – ihnen sind diese Gaben sicher bewusst. Es gibt aber viele andere Möglichkeiten, sich in die Gemeinde einzubringen. Einige Kinder haben noch gar keine Vorstellung davon, was sie gut können. Die Jungscharler brauchen deshalb eine altersgerechte Begleitung, um ihre Gaben zu entdecken.
Der Wunsch, etwas leisten und beitragen zu können, ist in diesem Alter sehr groß. Darum ist es wichtig zu vermitteln, dass sie ein wesentlicher Teil der Gemeinde sind und mitmachen dürfen. Gerade Kindern, die mit Misserfolgen zu kämpfen haben, kann Gemeinde ein Ort werden, an dem sie ihren Platz und Wert finden.
Das Bild vom Körper mit seinen verschiedenen Aufgaben ist dabei sehr anschaulich und verständlich.

Erklärungen zum Text

V.12.13: Der Einheitsgedanke der vorangegangenen Verse wird hier weitergedacht. Paulus beschreibt eine Einheit, die von aller Unterschiedlichkeit nicht zerstört, sondern nur bereichert werden kann. Eine Einheit innerhalb der Gemeinde in und mit Christus.

V.14-26: In anschaulichen Beispielen weist Paulus darauf hin, dass jedes unterschiedliche Glied am Leib (Christi) seinen gottgewollten Platz hat. Wir können uns nicht selbst aus der Verantwortung ziehen (V.15.16) und genauso wenig anderen Mitchristen ihre Bedeutung absprechen (V.21), egal wie unbedeutend oder schwach sie nach außen hin wirken (V.22-24). Mit unseren Begabungen dienen wir nicht nur dem Reich Gottes als großen Ganzen, sondern haben auch im Kleinen den Auftrag, füreinander da zu sein (V.25.26).

V.27: Hier findet sich der Zentralgedanke des Textes: Wir sind der Leib Christi und müssen es nicht erst mühsam erlernen. Ich gehöre dazu und jeder andere neben mir ist ebenso ein Teil davon.

V.28-31: Gott selbst setzt die Menschen in ihren unterschiedlichen Dienst ein und rüstet sie dazu aus. Nicht jeder kann oder soll alles tun. Aber wir dürfen um Gottes Gaben bitten und sie von ihm empfangen. Paulus weist bereits hier auf das 13. Kapitel hin, in dem er erläutert, dass all diese Gaben nutzlos sind, wenn sie nicht in Liebe gebraucht werden.

Personen
Paulus: Er ist der Gründer der Gemeinde und Autor dieses Briefes. Auch während seiner Abwesenheit betreut er die Gemeinde von ferne.
Gemeinde in Korinth: Die Gemeinde der Weltstadt Korinth ist sehr bunt und von unterschiedlichen Meinungen und Konflikten geprägt. Sie wendet sich mit verschiedenen Fragen an Paulus, die er in diesem Brief beantwortet.

Treffpunkt  

Körperstationen
Der Treffpunkt besteht aus verschiedenen Stationen rund ums Thema Körper. An jeder Station wird ein bestimmter Körperteil besonders gebraucht. Dafür können Schilder mit dem entsprechenden Symbol aufgehangen werden, um den Kindern bereits hier den Hinweis auf das Thema zu geben.

Ganzer Körper: Umriss malen
Die Kinder legen sich auf den Boden und werden von einem Mitarbeiter oder einem anderen Kind ummalt. Im Freien eignet sich dazu Straßenmalkreide, drinnen kann z. B. eine Papiertischdecke dafür genutzt werden.

Hände: Körperteile malen
Die Kinder sollen auf ein A4-Blatt ein Körperteil malen, was ihrer Meinung nach wichtig oder auch besonders schön ist. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wichtig: Diese Bilder werden später fürs Plenum benötigt.

Arme: Armdrücken
Immer zwei Kinder treten gegeneinander an. Wer ist der Stärkste?
Alternativ: Wer schafft es, einen Mitarbeiter zu besiegen?

Beine: Seilspringen
Wer schafft die meisten Sprünge in 60 Sekunden?

Füße: Ball jonglieren
Die Kinder bekommen einen Fußball zum Jonglieren. Wie viele Ballberührungen werden geschafft, ohne dass er auf den Boden fällt?

Augen I: Sehtest
Die Kinder stehen möglichst weit vom Mitarbeiter entfernt. Der hält einen Buchstaben hoch. Solange sie den Buchstaben nicht erkennen können, müssen sie immer einen Schritt nach vorn gehen. Wer kann ihn als Erster lesen?

Augen II: Rätselbilder
Die Kinder dürfen verschiedene Rätsel lösen, bei denen man genau hinsehen muss. Ein Beispiel dafür sind Suchbilder, in denen man alle Fehler finden muss.

Nase: Riechmemory
Kleine verschließbare Gefäße (z. B. Ü-Eier oder Eierbecher mit Folie darauf) werden mit kleinen Löchern präpariert und mit Gerüchen gefüllt. Dafür eignen sich viele Gewürze oder Watte, die in Haarspray, Saft, Essig, usw. getränkt wird. Jeden Geruch gibt es zweimal. Das Kind muss nun versuchen, nur durch Riechen Paare zu finden. Es können auch mehrere Kinder wie beim normalen Memory gegeneinander spielen.
Alternativ: Die Kinder müssen die Gerüche erraten.

Mund I: Wattebällchen pusten
In der Mitte des Tisches liegt ein Wattebällchen. Zwei Kinder sitzen sich gegenüber und haben jeder einen Strohhalm im Mund. Mit dessen Hilfe versuchen sie nun, das Wattebällchen über den Tischrand des Gegners zu pusten.

Mund II: Apfeltauchen
In einer Schüssel Wasser liegt ein (Stück) Apfel. Die Kinder müssen diesen mit dem Mund aus der Schüssel herausfischen und dürfen ihn anschließend aufessen.

Ohren: Geräusche raten
Es werden verschiedene Geräusche abgespielt, die Kinder müssen erraten, was sie hören. Wenn nicht mehrere Kinder gleichzeitig spielen, können Kopfhörer benutzt werden.

Knackpunkt

Einstieg
Wer von euch hat vorhin im Treffpunkt auch ein Körperteil gemalt? Zeigt mal eure Bilder hoch! Das sieht schon richtig toll aus. Wir wollen aus den verschiedenen Teilen jetzt einen ganzen Körper zusammenpuzzeln. Bringt eure Bilder mal zu mir nach vorn.
Auf der Bühne werden die Bilder zu einem Körper zusammengefügt, am besten auf einem Laken o. Ä. aufgehangen. Diesem Körper wird einiges fehlen und einiges zu viel sein. Das ist in Ordnung so, alles wird aufgehangen. Übrigens: Es ist möglich, dass ein Kind einen gemalten Penis nach vorn bringt. In diesem Fall: Bleibt entspannt, hängt ihn auf, macht vielleicht einen lockeren Kommentar. So habt ihr die Kids auf eurer Seite und sie lernen, dass auch dieser Teil zum Körper dazugehören darf.
Das ist aber ein lustiger Körper geworden! (Je nach Körper aufzählen:) Der hat ja fünf Köpfe! Und gar keinen Oberkörper! Und wo ist denn der Hals?
Fragen an Kinder:

  • Was entdeckt ihr noch? Was fehlt unserem Menschen hier?
  • Was kann er alles?
  • Was kann er nicht?

So ein verrückter Körper kann gar nicht richtig funktionieren. Ein Mensch mit fünf Köpfen würde sich wahrscheinlich ständig mit sich selbst streiten. Und mit nur einem Fuß kann man zwar hüpfen, aber nicht laufen.
Gott hat sich wunderbar ausgedacht, wie unser Körper funktioniert. Jeder Körperteil hat seine Aufgabe und nur alle zusammen bilden einen vollständigen Menschen.

Bibeltext
Es wird ein zweiter Körper aufgehangen, diesmal ein leerer Umriss.
In der Bibel erzählt Paulus auch von einem Körper mit ganz verrückten Körperteilen. Da war z. B. der Fuß (Bild von einem Fuß zeigen). Streckt mal alle einen Fuß in die Luft. Jetzt schaut ihn genau an: Hängt er fest an eurem Körper dran? Gehört er zu eurem Körper dazu? Ja, klar. Aber! Was wäre denn, wenn euer Fuß euch jetzt erzählt (mit verstellter Fuß-Stimme) „Moment mal! Hier stimmt doch was nicht. Ich habe ja gar nicht so lange Finger wie die beiden Hände da oben! Und ich bin auch viel größer! Und überhaupt, ich sehe ja völlig anders aus! Ich bin ja gar keine Hand! Na dann gehöre ich ja auch gar nicht zu dem Körper hier dazu!“
Was glaubt ihr, wenn euer Fuß euch das erzählt, dass er keine Hand ist und deshalb nicht zum Körper gehört – Gehört er dann trotzdem noch zu eurem Körper oder nicht?
Na klar gehört er dazu! Er ist doch wichtig, er ist doch euer Fuß! Dort unten brauchen wir ja keine Hände. Da brauchen wir starke Füße zum Laufen. Ganz klar: Der Fuß gehört dazu (Bild vom Fuß an den Körperumriss heften)!
Und dann war da noch das Ohr (Bild vom Ohr zeigen). Greift euch alle an eure Ohren, zieht mal dran, sind die fest an eurem Körper? Ja, sehr gut. Das Ohr erzählt (mit verstellter Ohr-Stimme) „Ich bin so traurig. Ich sitze hier immer allein an der Seite vom Kopf. Hier braucht mich gar keiner, ich habe hier keine Freunde. Manchmal verstecke ich mich einfach unter den Haaren, dann sieht mich auch keiner. Ein Auge müsste man sein! Die Augen sitzen mitten im Gesicht und jeder schaut sie gern an. Und sie sind so schön und funkeln und sie können sehen! Sie sehen was von der Welt da draußen! Ich nicht, ich kann nur hören, gar nichts sehen. Ich bin nicht so wichtig wie die Augen, ich gehöre nicht zum Körper …“.
Was denkt ihr, das traurige kleine Ohr, gehört es trotzdem zum Körper? Auch wenn es kein Auge ist? Ja, es gehört dazu, natürlich! Wir brauchen unsere Ohren. Zum Hören, zum Brille aufsetzen, zum Haare dahinter streichen und zu vielem mehr! Unser Kopf sähe auch ganz schön lustig aus, so ganz ohne Ohren. Das Ohr (Bild an Umriss heften) gehört dazu!
Stellt euch doch mal vor, unser Körper wäre nur ein einziges riesiges Auge! Können wir dann noch hören? Nein! Dafür brauchen wir die Ohren (zweites Ohr an Umriss heften). Aber genauso: Stellt euch vor, unser Körper wäre nur ein einziges riesiges Ohr! Könnten wir dann riechen? Nein! Dafür brauchen wir unsere Nase (Nase anheften).
Und was auch wichtig ist: Das Auge kann auch nicht einfach zur Hand sagen: „Du bist doof, dich brauch ich nicht.“ Und der Kopf darf auch nicht sagen: „Ach du Fuß, du bist so weit unten am Körper. Dich brauch ich nicht.“ (dabei wieder Bilder zeigen und dazuheften).
Gott hat jedem Teil einen Platz am Körper zugewiesen (weitere fehlende Körperteile am Umriss ergänzen), er hat sich das so ausgedacht, dass unser Körper funktioniert. Dass wir laufen, essen, hören, fühlen, lachen, spielen, schlafen können! Jedes einzelne Teil ist wichtig und gehört zum Körper dazu.

Jetzt kommt der Clou. In der Bibel steht, wir sind so ein Körper. Also wir alle zusammen, ich, du, du, du, du … jeder, der hier sitzt – wir zusammen sind ein gemeinsamer Körper, so ein Körper, wo jeder wichtig ist, wo jeder gebraucht wird, wo jeder dazu gehört. Das heißt: Du gehörst dazu. Und was ist das für ein Körper? Das ist nicht irgendeiner. Das ist der Körper von Jesus. Sein Leib kann man auch sagen. Wir sind der Körper von Jesus Christus. Und du gehörst dazu!
Wir Christen nennen das auch Gemeinde. Die Gemeinde ist der Leib, der Körper von Jesus Christus.
Was fällt euch ein, wer gehört alles zu einer Gemeinde? (Die Kinder antworten.)
Richtig, die gehören alle zu unserem Gemeindekörper, da ist jeder wichtig und jeder hat eine Aufgabe und Gott freut sich über jeden, der dabei sein will. Gott hat sich das so ausgedacht, dass jeder einen Platz in der Gemeinde hat. Und der Gemeindekörper ist vollständig und funktioniert gut, weil du dazugehörst.

Doppelpunkt

Wir gehören alle hier zu diesem tollen Gemeindekörper. Das bedeutet auch, dass jeder eine Aufgabe hat, jeder von uns kann sich hier einbringen – also nicht nur die Erwachsenen, schon die kleinen Babys und erst recht ihr.
Das fängt schon damit an, regelmäßig zu kommen. Immer, wenn ihr da seid – in der Jungschar oder auch sonntags im Gottesdienst – helft ihr so unserem Gemeindekörper, dass es ihm gut geht.
Und da geht noch so vieles mehr! Ich glaube, nein, ich weiß sogar, dass jedes Kind hier, etwas kann oder Ideen hat, was wir alles zusammen in der Gemeinde machen können. Dafür habe ich euch zwei Fragen mitgebracht (ausgedruckt in die Mitte legen):

  • Was können wir als Gruppe für die Gemeinde tun?
  • Was kann ich selbst einbringen?

Das sind zwei ganz schön schwere Fragen, oder? Ich habe euch eine Hilfe dafür mitgebracht. (Arbeitsblatt als Anlage) Wenn man herausfinden möchte, was man selbst tun kann, dann hilft es, sich diese Fragen zu stellen:

  • Was kann ich gut?
  • Was macht mir Spaß?
  • Was mache ich oft?
  • Was wollte ich schon immer mal ausprobieren?

Schreibt in den Körper einmal alles hinein, was euch dazu einfällt.
Anschließend wird mit den Kindern ausgewertet, was sie sich überlegt haben. Schritt 2 ist, mit diesen und neuen Ideen zu überlegen, was sie als Jungschargruppe in nächster Zeit in der Gemeinde tun wollen. Auch dazu kann ein größerer Körperumriss aufgehangen und Ideen darin gesammelt werden.

Wichtig ist, die Kids zuerst selbst überlegen zu lassen. Mögliche Anregungen können darüber hinaus sein:

  • Lied im Gottesdienst vorsingen
  • Musikstück vorspielen
  • Alte Menschen besuchen, ihnen etwas Gebasteltes mitbringen oder Lieder mit ihnen singen, einen Psalm vorlesen
  • Schulfreunden von Jesus erzählen, sie in die Jungschar einladen
  • für andere beten
  • ein Fußball- oder Kickerturnier planen und dazu Freunde einladen
  • Kekse backen und in der Nachbarschaft verschenken
  • Menschen im Gottesdienst fröhlich begrüßen

Zum Schluss sollte eine Aktion konkret geplant werden. Dafür können die Kinder abstimmen, welche Idee sie als Erstes (Zweites,…) als Gruppe umsetzen wollen.
Auch was die Kinder als Einzelne tun wollen, können sie sich konkret vornehmen und in ihrem Körperarbeitsblatt besonders hervorheben.
Die geplanten Aktionen sollten möglichst innerhalb eines Monats anlaufen und auf jeden Fall in den nächsten Jungscharstunden thematisiert werden. Die Kinder dürfen möglichst viel selbst beitragen und werden von den Mitarbeitern dabei begleitet.

Schlusspunkt

Ich bin schon gespannt, was in den nächsten Wochen alles in unserer Gemeinde passieren wird und was ihr euch so ausgedacht habt. Das möchten wir uns jetzt gemeinsam anschauen.
Die Körperumrisse voller Ideen werden aufgehangen und präsentiert. Jedes Plakat wird von einem Sprecher der Kleingruppe vorgestellt.
Ich freu mich über eure tollen Ideen und ich bin sicher, Jesus freut sich noch mehr darüber, was ihr alles in seinem Gemeindekörper tun wollt. Darum möchte ich ihm jetzt danken und um seinen Segen dafür bitten.

Bausteine

Lieder

Aus: Einfach Spitze
Nr. 2 Hier bist du richtig
Nr. 23 Jedes Kind ist anders
Nr. 55 In Gottes Haus
Nr. 60 Hallo
Nr. 74 Wir sind Gottes Familie kunterbunt
Nr. 145 Jedes Kind ist anders

Briefaktion

Wenn ihr die Kinder gut kennt: Schreibt im Vorfeld jedem einen kleinen Brief, was ihr in ihnen seht, wovon ihr glaubt, dass Gott sie damit begabt hat. Das wird nicht öffentlich ausgewertet, sondern jedes Kind bekommt es persönlich mit nach Hause

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