Beziehungsweise

Themensammlung mit Bausteinen und Einheiten zum großen Oberthema „Beziehungen“ – zwischen Mensch und Mensch, aber auch zwischen Gott und Mensch – mit dabei Bibelarbeiten, Hintergrundartikel und ein Verweis auf ein Video

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 2/2022. Es geht in vier Lektionen um Sterben und Auferstehen Jesu im Markusevangelium:

Lektion 1: Markus 14,27-61;66-72 Voll versagt

Lektion 2: Markus 15 Befreit!

Lektion 3: Markus 16,1-8 Das Grab ist leer!

Lektion 4: Markus 16,9-20 Zweifeln erlaubt?!

Zusatz: Ein Ostergarten für Kinder und Familien

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Jesus lebt und für ihn ist nichts unmöglich.

Checker

Jesus sieht unsere Zweifel, doch er zeigt uns immer wieder neu, dass er lebt.

Der Text an sich

Vers: 1-2: Maria aus Magdala, Salome und Maria die Mutter von Jakobus gehen zum Grab von Jesus. Alle Hoffnungen, die sie in Jesus gesetzt haben, wurden mit seinem Tod vollkommen zerstört. Sie glauben nicht mehr, dass Jesus wieder zurückkommt. Am Tag davor haben sie noch wohlriechendes Öl gekauft, denn alles was ihnen jetzt noch bleibt, ist den toten Körper von Jesus mit Öl zu salben, um ihm eine letzte Ehre zu erweisen.

Vers: 3-4: Die Gräber in Israel bestanden damals nicht aus einem Loch in der Erde, sondern aus Grabkammern oder Höhlen, die aus einem Berg oder Hügel ausgehöhlt wurden und mit einem schweren Stein verschlossen waren. Auf dem Weg zum Grab machen sich die Frauen Sorgen, wie sie diesen schweren Stein vor der Öffnung beseitigen sollen. Doch als sie dort ankommen, erleben sie das erste Wunder. Der Stein ist weggewälzt, denn Gott ist größer als ihre Sorgen.

Vers 5-6: Die Frauen gehen in die Grabkammer, doch auch hier ist alles anders als erwartet. Sie finden nicht den Leichnam des toten Jesus, sondern einen Mann mit einem weißen Gewand. Aus Mt 28,2 wissen wir, dass es ein Engel ist. Die Frauen sind wahrscheinlich ziemlich erschrocken, denn der Mann sagt sofort: „Ihr braucht euch nicht zu erschrecken.“ Und er trifft eine Aussage, die für die Frauen alles verändert: „Er ist auferstanden.“ Die Frauen, die bis zu diesem Moment einen Toten salben wollten, hören und sehen, dass sich die Aussagen von Jesus über seine Auferstehung erfüllt haben.

Vers 7-8: Die Frauen werden zu den ersten Zeugen der Auferstehung und sollen den Jüngern berichten, dass Jesus auch zu ihnen kommt. Sie sind immer noch entsetzt und können nicht glauben, dass Jesus lebt. Furcht und Schrecken beherrscht ihr ganzes Handeln, sie können diese Botschaft nicht an die Jünger, besonders Petrus, weitergeben. Stattdessen fliehen die Frauen, ohne den anderen etwas zu erzählen.

Später im Kapitel begegnet Maria Magdalene Jesus und erzählt jetzt auch allen, dass Jesus lebt.

Der Text für mich

Das Zittern und Entsetzten der Frauen erstaunt mich. Im ersten Moment kann ich nicht verstehen wie die Frauen bei so einer frohen Botschaft erzittern und nicht freudig allen davon erzählen. In meinem Alltag erkenne ich oft gar nicht, was für ein riesiges Wunder die Auferstehung doch ist. Die Kraft der Auferstehung ist so viel größer und da ist es verständlich, wie die Frauen reagieren. Auch wenn Jesus ihnen vor seinem Tod gesagt hatte, dass er auferstehen wird, haben sie es trotzdem nicht verstanden. Als Mitarbeiter kannst du der Botschafter sein, der den Kindern zeigt, wie toll es für sie ist, dass Jesus lebt, und was es für sie bedeutet.

Der Text für dich

Starter

Kinder erfahren jeden Tag, dass es Grenzen gibt. Entweder sie werden ihnen von außen gegeben oder sie schaffen manche Dinge noch nicht. Sie sehen in ihrem eigenen Leben, dass etwas nicht möglich ist. Auch die Frauen am Grab haben erlebt wie Jesus gestorben ist, das war für sie eine Grenze, über die nicht einmal Jesus gehen konnte. Doch Jesus sprengt diese Grenzen. Jesus ist vom Tod auferstanden und damit ist klar: für ihn ist nichts unmöglich. Die Kinder dürfen wissen, dass für und mit Jesus alles möglich ist.

Checker

Hätten die Frauen nur das leere Grab gefunden, hätten sie trotzdem nicht gewusst was passiert ist. Genau das wusste Jesus schon vorher, er hat ihnen einen Boten geschickt, der ihnen noch einmal erklärt was passiert ist. Auch Kinder können manchmal nicht verstehen was mit Jesus nach seinem Tod passiert ist. Jesus sieht jede dieser Fragen und will den Kindern z.B. durch die Bibel und persönliche Erlebnisse zeigen, dass er lebt.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Spiel

In einem festgelegten Bereich (ca. 4m x 2m) werden 21 Überraschungseier ausgelegt oder versteckt. Alle bis auf ein Ei sind mit Gegenständen wie Zetteln oder Perlen befüllt. Ziel ist es, so schnell wie möglich das leere Ü-Ei zu finden.

Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt und müssen sich hinter einer Linie aufstellen. Danach darf aus jeder Gruppe jeweils ein Kind loslaufen und ein Ü-Ei öffnen und schauen, ob es leer ist. Danach läuft das Kind zurück an die Startlinie und klatscht das nächste Kind ab. Erst dann darf das nächste Kind aus der Gruppe loslaufen. Das wird solange wiederholt, bis eine Gruppe das leere Ü-Ei gefunden hat.

Wenn die Gruppe sehr schnell ist, kannst du das leere Ei noch mal verstecken und die beiden Gruppen treten noch einmal gegeneinander an.

Idee 2: Experiment – Optische Täuschung im Glas

Halte hinter ein leeres Glas einen Zettel, auf dem Pfeile zu sehen sind. Fülle dann in das Glas das Wasser. Wenn das Glas mit Wasser gefüllt ist, zeigen die Pfeile in die andere Richtung.

Das steckt dahinter: Das Licht wird beim Übergang von der Wasseroberfläche ins Wasser gebrochen.

Bei dem Experiment werden die Kinder überrascht. Sie rechnen nicht damit, dass sich durch das Wasser etwas verändert. Auch wenn wir denken, dass es nicht weitergeht, zeigt uns Gott, dass für ihn nichts unmöglich ist.

Verkündigung

Material: Legofiguren (3 Frauen, 1 Mann),1 Stein, ausgedrucktes Fragezeichen

Verkündigungsart: Darstellung der Geschichte mit Lego Figuren

Ganz früh am Sonntagmorgen als gerade die Sonne aufging, machten sich Maria aus Magdala, Maria die Mutter von Jakobus und Salome auf den Weg. Sie wollten zum Grab von Jesus gehen. Gestern Abend hatten sie extra noch wohlriechende Öle gekauft, um den toten Körper von Jesus damit einzusalben. Die drei Frauen waren richtig niedergeschlagen. Sie hatten so viel Hoffnung in Jesus gesetzt. Sie dachten immer er würde alles verändern. Aber jetzt war er schon seit drei Tagen tot. Und das Einzige, was sie noch für ihn tun konnten, war seinen Körper mit dem Öl einzusalben und damit zu zeigen, dass er ihnen wirklich wichtig war. (Die drei Lego – Figuren laufen zum Grab.)

Als die drei Frauen schon mitten auf dem Weg waren, kam ihnen auf einmal ein Gedanke. „Wer rollt uns denn den großen Stein vor dem Eingang des Grabes weg? Wie sollen wir Jesus denn mit dem Öl salben, wenn wir gar nicht in das Grab hineinkommen?“ In Israel wurden die Menschen nämlich nicht in einem Grab in der Erde begraben, sondern in einer Höhle oder einem großen Loch, das in den Felsen gehauen wurde. Und die Öffnung dieser Höhlen wurden dann mit einem großen Stein verschlossen. Über dieses Problem hatten sie bisher noch gar nicht nachgedacht. Aber jetzt machten sie sich große Sorgen darüber, denn für die drei Frauen war der Stein viel zu schwer. (Ein ausgedrucktes Fragezeichen auf den Boden legen.)

Die Frauen waren so sehr in ihren Sorgen und Gedanken versunken, dass sie beim Gehen nur auf den Boden starrten. Im Kopf immer noch bei dem Problem mit dem schweren Stein, schauten die Frauen zu ersten Mal vom Boden auf als sie am Grab ankamen. Und da sahen sie auf einmal etwas Unglaubliches! (Die Frauen kommen am Grab aus Legosteinen an.)

Frage an die Kinder: Was glaubt ihr haben die Frauen gesehen, dass sie so erstaunt sind?

Der Stein vor dem Grab war zur Seite gerollt! (den Stein weglegen) Den ganzen Weg über hatten sie sich solche Sorgen gemacht, doch Gott hat schon für alles gesorgt und den Stein für sie beseitigt. Die Frauen waren richtig erleichtert.

Und so gingen die Frauen in die Grabkammer hinein, um den toten Körper von Jesus mit dem Öl zu salben. Doch auf einmal erschraken die Frauen. Denn an der Stelle, an der eigentlich Jesus hätte liegen sollen, saß ein junger Mann in einem weißen Gewand. (Mann in die Grabkammer stellen) Und dieser Mann war auch nicht tot, sondern er redete mit ihnen: „Ihr braucht nicht zu erschrecken! Ihr sucht Jesus aus Nazareth, der gekreuzigt wurde. Gott hat ihn von den Toten auferweckt, er ist nicht hier. Seht: Hier ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. Macht euch auf! Sagt seinen Jüngern, besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“

Frage an die Kinder: Was denke ihr, wie die Frauen reagiert haben als sie das gehört haben?

Das war eine unglaubliche Nachricht! Die Frauen dachten, sie würden den Toten Jesus mit dem Öl salben, aber stattdessen sagt ihnen dieser Mann, ein Engel, dass Jesus gar nicht mehr tot ist. Er ist auferstanden und lebt. Doch die Frauen waren so erschrocken, von dem was sie erlebt haben, dass sie voller Angst vom Grab weggelaufen sind und niemandem von er guten Nachricht erzählt haben. Sie konnten noch gar nicht richtig glauben, dass Jesus wirklich lebt.

Die andere Idee

Jedes Kind erhält ein Blatt, auf dem der Bibeltext abgedruckt ist. Der Text wird gemeinsam gelesen. Dann können die Kinder den Text mit verschiedenen Farben markieren:

  • Grün: Das finde ich toll
  • Rot: Das verstehe ich nicht.
  • Gelb: Wo ist Jesus?
  • Lila: Welche Personen kommen in dem Text vor und wie geht es ihnen?

Der Text gelebt

Wiederholung

Die Kinder sollen einzeln oder in kleinen Gruppen eine Situation aus der Geschichte aussuchen und mit Legosteinen nachbauen. Wenn unterschiedliche Situationen gewählt werden, kann so auch die ganze Geschichte nachgestellt werden.

Gespräch: Würfelfragen

Die Kinder würfeln abwechselnd mit zwei Würfeln und beantworten jeweils die Fragennummer die sie gewürfelt haben.

Fragen:

  1. Wie viele Frauen waren am Grab?
  2. Was fühlen die Frauen?
  3. Wer war in der Grabkammer?
  4. Wovor hast du dich schon einmal erschreckt?
  5. Warum ist Jesus nicht mehr im Grab?
  6. Wem erzählten die Frauen von der Auferstehung?
  7. Gibt es Dinge, die du nicht alleine schaffst?
  8. Woran zweifelst du manchmal?
  9. Was wollten die Frauen am Grab machen?
  10. Was haben die Frauen mit zum Grab gebracht?
  11. Wann waren die Frauen am Grab?
  12. Was sollten die Frauen den Jüngern erzählen?

Merkvers

„Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der ans Kreuz genagelt wurde. Er ist nicht hier; Gott hat ihn vom Tod auferweckt!“ Markus 16,6 (Gute Nachricht)

Der Merkvers wird groß auf ein Blatt geschrieben und dann auseinandergeschnitten. Die Kinder sollen als Erstes den Vers in die richtige Reihenfolge legen. Danach kann der Merkvers vorgelesen werden und bei jeder Wiederholung werden ein paar Teile weggenommen.

Gebet

Raketen-Gebet

Alle stellen sich in einen Kreis und jedes Kind darf sich etwas überlegen, was es Gott sagen möchte. Wer fertig gebetet hat, streckt seine Hand in die Mitte. Wenn alle Hände in der Mitte sind rufen alle gemeinsam 1,2,3 und werfen den Arm in die Luft, um das Gebet wie eine Rakete zu Gott zu schicken.

Kreatives

Material: Pappteller, Buntes Papier, Buntstifte, Musterklammer, Lochstanzer

Man kann mit den Kindern ein leeres Grab basteln. Als Erstes werden die Pappteller ca. 5 cm über der unteren Kante abgeschnitten und es wird ein Loch als Grabeingang in den Teller geschnitten. Dann noch einen runden Grabstein ausschneiden. Danach wird mit einem Lochstanzer ein Loch gemacht (jeweils am Stein und am Grab – abgeschnittener Pappteller). Der Pappteller und der Stein werden mit einer Musterklammer aneinander befestigt (so, dass sich der Stein noch bewegen kann). Als Nächstes wird der Pappteller mit Flüssigkleber auf die Hintergrundvorlage geklebt. In das leere Grab schreibt man noch „Jesus lebt!“.

Wenn noch Zeit ist können die Kinder das fertige Bild noch mit Buntstiften verschönern.

Spielerisches

Die Kinder erhalten verschiedene Materialien (Steine, Federn, Tücher, Korken, Seile, Papierschnipsel, Knete, Muscheln) und sollen damit Begriffe legen. Als Erstes darf sich jedes Kind ein Material aussuchen. Danach werden Begriffe aus einem Säckchen gezogen. Die schwereren Begriffe können auf rote Zettel geschrieben werden und eignen sich für die älteren Kinder. Die jüngeren Kinder können die roten Zettel einfach wieder zurücklegen und einen weißen Zettel ziehen. Nachdem jedes Kind seinen Begriff gelegt hat, werden die Legebilder nacheinander angeschaut und die Kinder können raten, welcher Begriff gemeint war.

Begriffe: Frauen – Stein – Jesus – Grab – Auferstehung – Öl – Füße – Angst – gehen – leer

Rätselhaftes  

Siehe Suchrätsel im Downlaodbereich.

(T)Extras

Lieder

Mein Gott ist größer als die Berge

Sei mutig und stark

Je-Je-Jesus ist größer

Spiel: Tischfangen

Es werden 2-3 Tische in die Mitte des Raumes gestellt. Der Fänger bekommt die Augen verbunden und muss die anderen fangen. Wer gefangen wurde scheidet aus. Außerdem müssen alle Mitspieler zu jedem Zeitraum den Tisch berühren, sonst scheiden sie auch aus. Wenn das Spiel zu lange dauert, können Tische weggenommen werden.

Aktion

Man geht nach draußen und sucht verschieden Materialen, wie Steine, Blätter, Stöcke und kann daraus ein leeres Grab legen.

Das Ziel

Starter

Gott spendet Trost.

Checker

Das Wir gewinnt!

Der Text an sich

Nehemia ist Mundschenk des persischen Königs in der Hauptstadt Susa. Als solcher war er am Hofe für die Versorgung des Königs mit Getränken und Wein zuständig und hatte eine Stellung mit großer Verantwortung. In dem Text berichtet Nehemia selbst davon, wie ihn sein Bruder Hanani und weitere Judäer besuchen. Auf seine Nachfrage hin müssen sie ihm berichten, dass die Stadtmauern seiner Heimatstadt Jerusalem in Schutt und Asche liegen. Auch die aus der Gefangenschaft nach Jerusalem Zurückgekehrten leiden bittere Not (V. 3). Obwohl Nehemia fast sein ganzes Leben lang in Babylon verbracht hatte, brachen ihm diese Neuigkeiten das Herz. Zum einen ging es hier um seine Heimatstadt, zum anderen um die heilige Stadt der Juden. Als Hauptstadt Judäas symbolisierte Jerusalem die nationale jüdische Identität und stand unter dem Segen der besonderen Gegenwart Gottes im Tempel. Sind Stadtmauern heute kaum noch von Bedeutung, so waren sie zu Nehemias Zeit lebenswichtig. Sie boten Sicherheit vor Überfällen und symbolisierten Frieden und Stärke. Die Nachrichten über die schlimmen Umstände machten Nehemia zutiefst Traurig. So sehr, dass er tagelang trauerte, fastete und betete (V. 4).

In seinem Gebet schüttet Nehemia Gott sein Herz aus. Er lobt Gott und dankt ihm für seine Gnade. Er bekennt seine Sünden und die der anderen Israeliten und erinnert sich und Gott an Gottes Versprechen, sein Volk wieder zu vereinen. Dieses Versprechen wurde Mose für das Volk Israel mitgegeben (vgl. 5. Mose 30, 2 – 4). Sie glaubten daran, dass dies in Jerusalem passieren muss, da dort der Tempel steht, in dem Gott gegenwärtig war. Nehemia bittet Gott darüber hinaus aber auch ganz konkret für sein weiteres Vorhaben. Er will sich ihm hingeben und von ihm gebrauchen lassen. Er erzählt Gott, dass er in seiner Rolle als Mundschenk zum König gehen und vorsprechen möchte. Er weiß, dass er auf die Unterstützung des Königs angewiesen ist und bittet Gott deswegen beim König ein offenes Ohr zu finden (V. 11).

Der Text für mich

Ich kann Nehemia praktisch vor mir sehen, einen Mann, dem es eigentlich nicht zu schlecht gehen dürfte. Der einen wichtigen Job für den König ausübt und in diesem auch geschätzt und respektiert wird. Und trotzdem bricht für diesen Mann eine Welt zusammen, als er erfährt, wie es in seiner Heimat, in der er vielleicht sogar die kürzeste Zeit seines Lebens verbracht hatte, aussieht und wie es um seine Brüder und Schwestern steht. Er setzt sich, bricht praktisch in sich zusammen und beginnt zu weinen, so sehr trifft es ihn. Egal, ob Besuch oder nicht. Nehemia erzählt uns, dass er tagelang trauerte. Vermutlich wird das Gebet, welches er uns mitgibt, nicht das einzige gewesen sein, das er in der Zeit gesprochen hat.

Der Text für dich

Starter

Wie oft passieren uns Dinge, die uns traurig machen? Ein böser Streit mit einem guten Freund oder mit den Eltern, eine schlechte Note in der Schule, eine Verletzung, wodurch das Lieblingshobby nicht mehr ausgeübt werden kann, eine Krankheit oder sogar der Verlust eines Haustieres oder Familienangehörigen. Wir leben in einer Welt, in der immer wieder schlimme Dinge geschehen, die uns und andere verletzten. Und trotzdem ist Trauer oft ein Zeichen für Schwäche. Man verkneift sich vor anderen zu weinen oder Probleme und Ängste direkt anzusprechen. Umso mehr können wir uns von Nehemia abschauen: Seinen Mut zu seinen Gefühlen zu stehen und diese zu zeigen und seiner ganz persönlichen Beziehung zu Gott, dass er ihm sein Herz öffnet und somit seine Aufgabe findet, die er zu erfüllen hat.

Checker

Obwohl Nehemia in Susa sitzt und als Mundschenk ein gutes Leben genießen dürfte, betrifft ihn die Lage in Jerusalem sehr. Deutlich wird dies vor allem in seinem Gebet: (…), dass wir gegen dich gesündigt haben, (…). Wir alle haben unsere Schuld auf uns geladen. (V. 6 – 7) Er sieht die Probleme anderer, sagt für sich jedoch: jetzt haben wir(!) ein Problem, damit kann ich dich nicht allein lassen. Er erinnert uns, wofür es die Gemeinschaft der Christen (zu seinem Zeitpunkt Juden) gibt, es ist kein Einzelglaube, Gott und ich. Wir brauchen auch einander, um aufeinander zu achten, einander zu helfen und füreinander da zu sein. Gott kann das am besten, aber sollte es nicht unser Ziel sein in unserem Handeln Jesus Christus ähnlich zu sein?

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1: Theaterstück

Paul (P) sitzt weinend in einer abgelegenen Ecke auf dem Schulhof. Seine Freundin Laura (L) sieht ihn und geht zu ihm.

Laura: Hey Paul, die anderen wollen zum Kiosk, kommst du mit?

Paul (schluchzend): Nein danke, heute nicht.

Laura: Was ist denn mit dir los? Weinst du etwa?

Paul: Gar nicht! Sport war so anstrengend und ich schwitze immer aus den Augen.

Laura: Tut mir leid, das war doch nicht böse gemeint. Ich habe dich nur noch nie so gesehen. Ist denn alles in Ordnung?

Paul schweigt und ist sich nicht sicher, was er sagen soll. Beschämt guckt er zur Seite.

Laura (setzt sich zu Paul): Du kannst mir alles erzählen.

Paul: Du weißt doch, dass mein Papa schon so lange auf der Suche nach Arbeit ist, oder?

Laura: Ja, das hattest du mir mal erzählt. Wieso?

Paul: Nun ja, er hatte gestern ein Telefonat und wurde in einer großen Firma angenommen. Nächsten Monat soll er anfangen.

Laura: Das ist doch super! Freut mich für dich!

Paul: Wenn es das denn wäre … die Firma ist in einem anderen Bundesland. In zwei Wochen wollen Mama und Papa umziehen. Mama sagt es wäre besser so, aber ich kenne da doch niemanden. Und was ist mit meinen Freunden, die ich hier habe?

Laura (ist jetzt auch den Tränen nahe): Wirklich?! Das ist doch gar nicht mehr so super.

Beide sitzen traurig nebeneinander und schauen zu Boden. Nach kurzer Zeit, traurigem Schweigen bricht Paul die Stille.

Paul: Danke, dass du dich zu mir gesetzt hast. Vielleicht sollten wir doch zum Kiosk gehen.

Laura (schaut ihn leicht verwirrt an): Warum?

Paul: Weil es guttat, mit dir darüber zu sprechen. Und dann kann ich gleich schon mal ein paar Briefmarken kaufen, um dir regelmäßig schreiben zu können.

Laura: Oh, das ist eine gute Idee.

Beide stehen lächelnd auf, wischen sich die letzte Träne aus dem Gesicht und gehen gemeinsam weg.

Idee 2: Spiel

Für dieses Spiel sind 5 bis 8 Personen optimal. Bei einer größeren Gruppe ist es sinnvoll, mehrere kleine zu machen.

Ein Kind stellt sich in die Mitte und die anderen bilden einen engen(!) Kreis drumherum. Das Kind aus der Mitte schließt die Augen und macht sich steif wie ein Brett. Danach lässt es sich vorsichtig in eine Richtung fallen. Der äußere Kreis muss nun das Kind auffangen und es behutsam zurück in seine stabile Ausgangsposition drücken. Daraufhin kippt der Freiwillige in eine andere Richtung.

Wenn dies gut funktioniert, kann die fallende Person auch erst später aufgefangen und wieder aufgerichtet werden. Dabei sollte aber kein Risiko eingegangen werden! Bei kleineren Kindern kann die Aufgabe auch mit offenen Augen oder einem sehr eng gestellt Kreis durchgeführt werden.

Wenn die Übung richtig ausgeführt wird, sollte das Kind in der Mitte sich durch die Hilfe der Gruppe sicher fühlen. Der Kreis merkt eventuell, dass es nicht immer leicht ist, wenn man versucht, andere aufzufangen.

Verkündigung

Verkündigungsart: Erzählung mit einem Schwamm

Material: Saugfähiger Schwamm, Wasser (ggf. in einer Gießkanne), Schüssel, Overheadprojektor

Der Bibeltext Nehemia 1, 1 – 11 wird vorgelesen. Falls gute Leser in der Gruppe sind, kann der Text auch von einem Kind vorgelesen werden. Anschließend wir vor allem auf Vers 4 eingegangen:

Nehemia wird mit einem Schwamm verglichen. Dazu kann ein größerer saugfähiger Schwamm mitgebracht werden. Auf die Vorderseite wird ein glückliches, auf die Rückseite ein trauriges Gesicht gemalt. Ist der Schwamm ohne Sorgen und Kummer, so fühlt er sich leicht an. Der Schwamm wird in der Runde umhergegeben. Doch als Hanani von den Problemen in Jerusalem erzählt, füllt es Nehemia/den Schwamm. Der Schwamm wird über eine Schüssel gehalten und mit Wasser begossen, bis er sich vollgesaugt hat. Anschließend wird der Schwamm wieder rumgereicht. Wenn der Schwamm zu nass ist, ist es besser nur ein Kind den Schwamm halten und berichten zu lassen, damit nicht alles nass wird. Die Kinder können merken, dass der Schwamm ganz schwer geworden ist. Nehemia weinte und trauerte tagelang. Der Schwamm wird über der Schüssel ausgewrungen, bis das meiste Wasser herausgepresst ist und der Schwamm wieder leichter wird. Anschließend können die Kinder nochmal den Schwamm in den Händen abwiegen. Der Schwamm wird wieder leichter geworden sein, ist aber noch nicht so leicht wie am Anfang. Zum Trocknen würde es jetzt nochmal wieder länger dauern. So ging es Nehemia. Das Trauern und Beten befreite ihn von der Last. Es half ihm alles herauszulassen, was ihn zuvor bedrückt hatte. Das gleiche gilt auch für uns. Wir können auf ähnlichem oder gleichem Wege unsere Lasten bei Gott ablegen und wieder einen klaren Kopf bekommen.

Die andere Idee

Wenn man die Kinder nicht direkt einbinden kann oder möchte, kann die Geschichte auch mit Unterstützung eines Overheadprojektors erzählt werden. Dabei lassen sich Sandmalereien, Folien oder Schattenspiele mit ausgeschnittenen Formen und Bildern besonders gut nutzen. Am besten funktioniert es, wenn eine Person die Geschichte liest und eine die Arbeit am OHP macht. Dies sollte aber vorher mindestens einmal zusammen geübt worden sein. Einzelne Szenen lassen sich so besonders gut optisch darstellen:

Der fragende Nehemia lässt sich einfach durch ein Männchen mit einem Fragezeichen in einer Sprechblase darstellen. Für das zerstörte Jerusalem kann gut eine Mauersilhouette benutzt werden, welche nach und nach mit Flammen verdeckt wird. Nehemias Trauer und sein Schuldeingeständnis im Gebet kann auch besonders betont werden, indem das Licht des OHPs einfach ausgestellt wird und kurz vollkommene Dunkelheit herrscht. So hat es in dem Moment vielleicht auch in Nehemia ausgesehen. Der Raum sollte dafür bestmöglich abgedunkelt sein. In der Zeit kann das nächste Bild vorbereitet werden: Eine Weltkugel in der Mitte und kleine Männchen außen rum. Das Licht wird wieder angemacht, sobald von Gottes Versprechen an Mose gesprochen wird. Die Männchen werden dann in die Mitte zur Welt verschoben. Abgeschlossen werden kann das Schattenspiel z.B. mit einer Silhouette betender Hände.

Der Text gelebt

Wiederholung

  • Wofür steht das Wasser?
  • Was ist das Wasser in Pauls und Nehemias Geschichte?
  • Wofür steht der Schwamm?
  • Was macht das Wasser mit dem Schwamm?
  • Wie kommt das „Wasser“ in den Geschichten von Paul und Nehemia wieder aus dem „Schwamm“ raus?

Vergleicht die Geschichte mit dem Spiel (Idee 2): Wo steht Nehemia? In der Mitte, im Kreis oder ganz außen und schaut nur zu?

Wer steht wo? Jerusalem, Nehemia, Hanani

Gespräch

  • Habt ihr euch schon mal wie ein nasser Schwamm gefühlt?
  • Was macht euch traurig?
  • Fällt es euch leicht, Traurigkeit zu zeigen? Falls nein, warum nicht?
  • Was hilft euch gegen Traurigkeit?
  • Habt ihr euch schon mal mit einem Problem allein gelassen gefühlt?
  • Habt ihr schon mal das Problem eines anderen zu eurem gemacht? Wie hat sich das für euch angefühlt?
  • Wo steht ihr: In der Mitte des Kreises, im äußeren Kreis, oder ganz außen? (In welcher Situation)

Merkvers

“Wenn du durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehen musst – ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken. Und wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt. Keine Flamme wird dich verbrennen.” (Jesaja 43,2)

Zum Lernen können verschiedene Bilder vorbereitet werden:

Wasser, reißender Fluss, Feuer, Flamme

Gebet

Schüttet Gott euer Herz aus. Traut euch, es vor der Gruppe zu tun, oder tut es im Stillen. Vor Gott zählt beides. Bittet um Trost und dafür, euch schwere Lasten abzunehmen, oder euch stark genug zu machen die anderen mittragen zu können. Was euch zu groß erscheint, das gebt ab. An Gott, den großen und allmächtigen Vater im Himmel.

Kreatives

Bastelt zusammen eine Fotocollage eurer Gruppe, bei der jedes Kind ein Foto von sich aufklebt. Alle Fotos können zusammen einen Kreis bilden, um zu zeigen, dass alle eine Einheit sind und zusammenhalten.

Alternativ können auch Freundschaftsbänder geknüpft werden.

Spielerisches

Zusammen aufstehen

Variante ab 8 Mitspieler: Die Kinder bilden mit dem Rücken zur Mitte einen Sitzkreis auf dem Boden. Der Kreis sollte rund und sehr eng sein. Anschließend haken sich die Kinder bei ihren Nachbarn unter. Auf Kommando versucht die Gruppe aufzustehen. Dabei müssen die Kinder eingehakt bleiben und dürfen keine Hände benutzen.

Über den Druck nach innen kann die Gruppe die Aufgabe lösen. Wichtig ist außerdem auf seinen Nachbarn zu achten und gute Absprachen zu treffen.

Variante ab 2 Mitspieler: Man kann mit zwei Kindern Rücken an Rücken beginnen und dann immer ein Kind mehr dazunehmen.

Rätselhaftes

Suchrätsel (siehe Downloadbereich)

(T)Extras

Lieder

Spar dir deine Sorgen

Hand in Hand

11 Freunde

Von guten Mächten

Das Jungscharlied

Rückenwind

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 1/2022. Es geht in sechs Lektionen um Geschichte von Nehemia:

Lektion 8: Nehemia 1,1-11 Schlechte Nachrichten für Nehemia

Lektion 9: Nehemia 2,1-20 Nehemia kommt nach Jerusalem

Lektion 10: Nehemia 3,1 – 4,17 Der Bau der Mauer

Lektion 11: Nehemia 5,1-13 Nehemia hilft den Armen

Lektion 12: Nehemia 6,1-19 Gott ist für mich!

Lektion 13: Nehemia 8,1-12 Das große Fest

Alle Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut:

Der erste Teil enthält exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder.

Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Hier kommt die zweite Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in fünf Lektionen um die Reise von Paulus nach Rom:

Lektion 5 Apostelgeschichte 26,1-32 Paulus vor Agrippa

Lektion 6 Apostelgeschichte 27,1-12 Mit Gott im Herbststurm

Lektion 7 Apostelgeschichte 27,13-44 Schiffbruch und Rettung

Lektion 8 Apostelgeschichte 28,1-10 Paulus auf Malta

Lektion 9 Apostelgeschichte 28,17-31 Paulus in Rom

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Hier kommt die erste Themenreihe der JUMAT 4/2021. Es geht in vier Lektionen um die Geschichte von Ruth:

Lektion 1 Ruth 1 Gretchenfrage

Lektion 2 Ruth 2 Vergelt’s Gott

Lektion 3 Ruth 3 Der Erlöser

Lektion 4 Ruth 4 Eine Liebesgeschichte mit Happy End

Die einzelnen Lektionen sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Das Ziel

Starter

Die Kinder sollen lernen, dass Jesus immer bei ihnen ist. Auch in schweren und ausweglosen Situationen ist er da.

Checker

Die Kinder sollen lernen, auch in schwierigen Situationen auf Gott zu vertrauen und mit seiner Hilfe Verantwortung zu übernehmen, das Steuer in die Hand zu nehmen und ein Licht für andere zu sein.

Der Text an sich

Die Erzählung geht weiter, Paulus reist als Gefangener nach Rom. Wie letzte Woche erzählt, geraten Paulus und alle, die bei ihm sind, in Seenot. Sie sind auf einer Insel gelandet und erfahren, dass dies Malta ist. Dort werden sie von den Inselbewohnern freundlich aufgenommen. Diese versorgen sie mit dem Nötigsten. Anscheinend können sie sich verständigen. Paulus, der wieder einmal mithilft und das Feuer weiter anfeuert, wird von einer Schlange gebissen. Nun wendet sich der Blick der Menschen auf Paulus. Sie halten ihn für einen Mörder. Sie warten ab, was geschehen wird. Keiner hilft! Doch als Paulus nichts Schlimmeres passiert, vermuten sie, dass er ein Gott ist. Hier wird nicht explizit erwähnt, dass Paulus kein Gott ist, der Erzähler der Geschichte geht davon aus, dass uns Lesern klar ist, dass Paulus nur dort steht, weil Gott ihn heilt und hilft.

Der Blick der Inselbewohner auf Paulus ändert sich durch dieses Ereignis erneut. Der angesehenste Mann der Insel, Publius, nimmt Paulus und alle anderen auf. Er sorgt sich drei Tage lang um sie. Paulus kann in dieser Zeit viele Wunder tun, als erstes heilt er Publius‘ Vater von Fieber und Ruhr (bakterielle Magendarm-Erkrankung) und danach viele andere Kranke, die zu ihm gebracht werden. Paulus, der als Gefangener aufs Schiff kam, wurde zum inoffiziellen Kommandanten des Schiffes und nun zum Helfer auf der Insel. In all dem Schlechten, wie der Gefangennahme und der Seenot, ist er kein Opfer, sondern er hört auf Gott, übernimmt Verantwortung und hilft anderen.

Der Text für mich

Wir alle kennen Situationen, die schlecht sind, wo wir Leid erfahren. Paulus lehrt mich auf seiner Reise und hier auf Malta, dass es einen Unterschied macht, wie wir mit der Situation umgehen. Wenn wir in der Situation stecken, wissen wir oft nicht warum und wozu. Doch eins können wir immer tun: mit Gott in Verbindung bleiben. Mit ihm reden und herausfinden, was er von uns will. Und natürlich anpacken und logisch denken. Paulus versorgt das Feuer und wird dabei von einer Schlange gebissen. Im Text steht nichts davon, dass er flucht oder schreit, als er von der Schlange gebissen wird. Er scheint ruhig und besonnen zu sein, zu wissen, dass Gott bei ihm ist und für ihn. Er weiß, dass seine Reise noch nicht vorbei ist. Und auch als er dann bei Publius wohnt, hilft er mit seinen Gaben. Er hat die Gabe der Heilung und setzt diese ein. Dadurch verändert er das Leben von vielen, zum einen werden viele geheilt, aber sie lernen auch Jesus kennen. Ich möchte mir von dem Text mitnehmen, dass ich die Situation oft nicht verändern kann, aber wie ich mit ihr umgehe. Ich möchte einen Unterschied machen, für andere da sein und ein Licht sein.

Der Text für dich

Starter

Paulus ist in einer echt schwierigen Situation. Gestrandet auf einer Insel, nass und kalt. Und als er hilft, das Feuer anzuzünden, wird er auch noch von einer Schlange gebissen. Alle warten darauf, dass er nun stirbt oder schwer erkrankt. Doch Gott hält sein Versprechen, dass wir keine Angst vor Angriffen haben müssen, wenn wir für ihn unterwegs sind. Auch nicht vor dem Biss einer Schlange, siehe Lukas 10,19.

Was für eine kraftvolle Aussage! Wenn wir mit Gott unterwegs sind, also nach seinem Willen fragen und auf ihn hören, dann verspricht er auch, bei uns zu sein.  Um Gottes Willen kennenzulernen, müssen wir Gott kennenlernen. Und das lernen wir in der Bibel, im Gespräch mit Freunden, die auch Christen sind, und im Gebet, also Gespräch mit Gott.

Checker

Gott führt uns durch schwierige Situationen, in diesen Situationen dürfen wir lernen, Verantwortung zu übernehmen, aus der Opferrolle herauszukommen, das Steuer mit Gottes Hilfe zu übernehmen und ein Licht für andere zu sein. Paulus muss sehr viel durchmachen, weil er Jesus nachfolgt. Er könnte jetzt sauer auf Jesus sein und sich fragen warum. Doch davon lesen wir nichts! Er befolgt Gottes Anordnung und vertraut darauf, dass Gott ihn jetzt auch gebrauchen will. Er übernimmt Verantwortung und hilft mit. Er kümmert sich ums Feuer. Auch als er da gebissen wird, vertraut er weiter auf Gottes Wirken. Er hätte Grund genug, depressiv oder aggressiv zu sein oder Ähnliches. Doch er ist konstruktiv, er packt an, er hilft.  Obwohl alles schiefgeht, hat er Vertrauen, dass Gott es gut mit ihm meint und einen Plan für ihn hat. Er setzt seine Gaben ein und bleibt am Ball. Er setzt seine Gaben ein und heilt. Dadurch erleben viele andere Gott. Paulus ist ein Licht, ein Scheinwerfer für viele. Und Gott vergisst ihn nicht. Alle, die Paulus folgten und auch er selbst, werden gesegnet mit vielen Geschenken und Anerkennung und dürfen weiterziehen.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Rätsel (zum Auffrischen was beim letzten Mal erzählt wurde):

1,2 oder 3 – ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.

Auf dem Boden klebt man mit Kreppband 3 Rechtecke ab. Diese stehen für die drei Antwortmöglichkeiten. Die Frage wird vorgelesen und auch die drei Antwortmöglichkeiten. Nun kann Musik abgespielt werden oder die Kinder hüpfen solange von einem zum anderen Feld, wie der Mitarbeiter seinen Arm oben hält. Lässt er ihn runterfallen oder macht die Musik aus, muss jedes Kind sich für ein Rechteck entscheiden und stehenbleiben. Der Mitarbeiter sagt: „Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.“ Entweder leuchtet der Mitarbeiter nun in ein Feld mit einer Taschenlampe oder (falls vorhanden) es wird ein Scheinwerfer in dem richtigen Rechteck angemacht. Wenn vorhanden, kann das Spiel auch mit einer Powerpoint-Präsentation durchgeführt werden.

1.) Wie viele Leute waren ca. mit auf dem Schiff bei Paulus? (1)
1) 276
2) 12
3) 350

2.) Wohin wollte das Schiff fahren? (2)
1) Jerusalem
2) Rom
3) Bethlehem

3.) Was versuchten die Matrosen, als sie Angst hatten, dass das Schiff auf ein Riff fährt? (2)
1) entgegen der Strömung zu rudern
2) Mit einem Rettungsboot zu fliehen
3) Hilfe zu rufen

4.) Was sollten alle an Bord tun, um neuen Mut zu fassen? (3)
1) tanzen
2) schreien
3) essen

5.) Wen besuchte Paulus auf seiner Reise? (1)
1) Freunde
2) Jesus
3) Petrus

Idee 2

Sammelt an einer Tafel schwierige Situationen, die die Kinder kennen. Am besten mit einem dunklen Stift schreiben. Füge auch eigene Beispiele hinzu, die nicht zu schwer für die Kinder sind, die sie nachvollziehen können. Vielleicht welche aus deiner Kindheit. Z. B.: Umzug, Lockdown, Sitzenbleiben, Streit mit Freunden …
Lass das Geschriebene stehen, darauf könnt ihr bei der Vertiefung zurückkommen.

Verkündigung

Ein-Mann-Theater
(Erzähle ruhig frei und mit deinen eigenen Worten, so wie es dir leichter fällt. Wenn du frei erzählen willst, mach dir einige Stichpunkte, so dass du nichts Wichtiges vergisst und immer wieder den Faden aufnehmen kannst. Umso mehr du schauspielerst und dich „zum Affen machst“, umso mehr wirst du die Kinder mitnehmen):

Der Mitarbeiter verkleidet sich als Kind.

Hallo, da seid ihr ja, oh Mann, ich muss euch so eine verrückte Geschichte erzählen!!
Ich weiß nicht, ob ihr das krasse Unwetter vor drei Tagen auch mitbekommen habt, aber es regnet ja schon seit Wochen und vor drei Tagen kam dann noch dieser megastarke Wind dazu. Ich habe bei meinen Eltern in der Hütte gehockt, ihr müsst wissen, wir wohnen in einer Hütte direkt mit Meerblick!! Und auf einmal hören wir zum Pfeifen des Windes auch noch Rufe. Erst konnte ich nicht richtig erkennen, woher diese Rufe kamen und wer es war, aber nach und nach wurden die Rufe lauter.
Da waren im Meer einfach mal über 270 Mann!! Einige sind so geschwommen, andere haben sich an Planken festgehalten.

Ich habe schnell meinen Vater geholt und er einige Nachbarn und nach und nach haben wir alle aus dem Meer gefischt. Einige von ihnen waren römische Soldaten, andere einfache Matrosen und sie hatten einige Gefangene dabei, wie sie uns dann erzählt haben.

Vater und die anderen haben die ganzen Männer ins Dorf gebracht und Feuer für sie angezündet. Die Männer erzählten, dass sie schon seit 14 Tagen in Seenot waren und dass sie sich sooo freuen, endlich an Land zu sein und sich etwas aufwärmen zu können!!

Das alles war jetzt ja schon echt verrückt, also, dass ein ganzes Schiff so lange in Seenot ist und doch alle gerettet werden, aber dann ging es erst richtig rund!! Die meisten saßen einfach am Feuer, starrten hinein und wärmten sich auf, mir wurde langweilig und ich wollte schon wieder ins Trockene gehen, als ich sah, dass einer der eigentlich Gefangenen etwas Holz hochhob und es ins Feuer warf.

Genau in diesem Augenblick sah ich sie!! Ich schrie: „Da, eine Schlange!!!!“ und zeigte auf den Mann, alle rissen die Augen auf und einige eilten in seine Richtung, doch er schwenkte seinen Arm mit der festgebissenen Schlange über das Feuer und sie flog im hohen Bogen hinein und verbrannte. Unser Nachbar rief: „Dieser Mann muss ein Mörder sein!!“

Ich habe die Luft angehalten und gewartet, was jetzt wohl passiert!! Ich meine, ihr wisst es vielleicht nicht, aber wenn man von einer giftigen Schlange gebissen wird, kann man Glück haben und nur etwas erkranken, dann schwillt die Hand an und tut ordentlich weh, oder man hat Pech und das Gift der Schlange ist tödlich. Eins von beiden musste jetzt passieren! Ich habe wie alle anderen den Mann angestarrt und noch nicht mal mehr den Regen wahrgenommen, der mich durchnässte. Doch es verstrichen einige Minuten und nichts dergleichen passierte. Was war das nur für ein Mann, oder war er ein Gott?

Publius, einer der wichtigsten Männer im Dorf, nahm daraufhin den Mann und die anderen bei sich auf. Ich meine, genug Platz und Geld hat er ja. Doch naja, reich sein ist halt auch nicht alles, der Vater von Publius ist richtig krank gewesen mit Fieber und so einer richtig starken Magendarm-Erkrankung, nämlich der Ruhr.

Naja, dieser Mann, ich habe endlich seinen Namen herausgefunden, er heißt Paulus, bekommt das mit und anstatt sich schnell fernzuhalten, geht Paulus zu dem Kranken und heilt ihn!!!

Er heilt ihn, oh Mann, wie übertrieben krass ist das bitte? Einfach so, natürlich haben das sofort alle im Dorf mitbekommen und alle anderen Erkrankten zu Paulus gebracht. Und wisst ihr was? Er hat sie alle geheilt!! Auch die Armen, einfach alle, die zu ihm kamen!!!

So verrückt, oder? Hätte ich das Ganze nicht selbst gesehen, hätte ich es auch nicht geglaubt. Aber, oh Mann, ich hab so etwas noch nie erlebt!! Er ist doch eigentlich einfach nur ein Gefangener, aber er zieht einfach sein Ding durch. Er benutzt die Gaben, die Gott ihm gegeben hat und vertraut darauf, dass Gott es gut mit ihm meint und er bei ihm ist. So hat er es uns eben erzählt. Jetzt wollen wir ihm und den anderen Männern auch helfen und ihnen alles geben, was sie an Essen, Trinken, Werkzeug usw. brauchen, um weiterreisen zu können.

Ich muss wieder los und helfen, die Sachen zum Strand zu tragen! Aber ich musste euch einfach von meinen Erlebnissen erzählen. Wenn es einen Gott gibt, der vor Schlangenbissen bewahrt und Menschen gesundmachen kann, dann sollte jeder davon gehört haben!! So gut zu wissen: Wenn Gott für mich ist, wer kann dann schon gegen mich sein?!?

Tschüss, ihr Lieben, ich muss weiter!! – weiterlaufen und in die Ferne rufen: Hey ihr da, ich muss euch was erzählen …

Die andere Idee

Spiele die Geschichte mit Playmobil nach.

Materialien: Menschen: Paulus, Publius, Publius‘ Vater, einige Kranke (2-3), Seeleute (3-10), Soldaten (3-10), Inselbewohner (3-10)
Lagerfeuer, Schlange, Haus / Hütte

Der Text gelebt

Wiederholung

1,2 oder 3, ob ihr wirklich richtig, steht seht ihr wenn das Licht angeht:
Nach denselben Regeln wie bei Idee 1 erklärt.

Wie hieß der Mann, der heilen konnte? (2)
(1) Petrus
(2) Paulus
(3) Lukas

Was kann nach einem giftigen Schlangenbiss passieren? (3)
(1) Magendarm-Probleme und Fieber
(2) Schlafstörungen und ruhelose Beine
(3) Anschwellen der Bissstelle und sterben

Wie hieß der angesehene Mann, der Paulus aufnahm? (3)
(1) Philippus
(2) Peter
(3) Publius

Wie lange blieben Paulus und der Rest auf der Insel? (2)
(1) eine Woche
(2) 3 Tage
(3) 4 Tage

Wen heilte Paulus? (1)
(1) Den Vater von Publius
(2) Den Vater vom Kind
(3) Den Onkel des Generals

Gespräch

Hole die Tafel / das Plakat wieder nach vorne und schaut euch die Begriffe an, die ihr am Anfang gesammelt habt. Besprecht nun, was die Kinder in den verschiedenen schwierigen Situationen tun können. Lasst sie selbst Lösungen finden und helft nur da, wo sie selbst nicht weiterkommen. Dieses Gespräch kann auch in Kleingruppen durchgeführt werden.

Hier ein paar Ideen, was Lösungsvorschläge sein könnten:
Mit Eltern, Freunden reden. Überlegen, wer helfen kann, z. B. um etwas zu reparieren. Gott die Situation bringen. Auf das Positive sehen. Sich schöne Aktionen überlegen. Die Kinder sind da meist sehr kreativ. Bei allen Punkten, wo ihr Lösungen oder Hilfen gefunden habt, macht einen Haken dran. Male am Ende über alles ein großes Kreuz und erkläre:

Für viele Situationen haben wir Lösungen oder Hilfen gefunden, doch manches bleibt auch offen und muss ausgehalten werden. So ging es Paulus auch. Er war Gefangener und daran konnte er nichts ändern, aber er konnte das Beste aus seiner Situation machen und Gott war bei ihm und hat ihn durch alles begleitet. Schlimme Dinge passieren und wir wissen nicht wieso, aber wir wissen: Gott ist gut und bei uns!!

Merkvers

Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Römer 8,31

oder

Lukas 10,19: Ja, es ist wahr: Ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zunichte zu machen. Er wird euch nicht das Geringste antun können.

Teile die Kinder in zwei Gruppen auf, drucke die Verse aus oder schreibe sie ab. Nun bekommen beide Gruppen einen Bibelvers und die Kinder haben 5 Minuten Zeit, ihn auswendig zu lernen. Nun dürfen die Gruppen immer einen aussenden, der den Vers aufsagt, immer im Wechsel, bis eine Gruppe nicht mehr weiterkommt. Je nach Alter dürfen die Gruppenmitglieder sich gegenseitig helfen.

Gebet

Gott, danke, dass du da bist. Dass du uns siehst und kennst. Du weißt, wo wir stehen und was wir brauchen. Deshalb bitte ich dich, sprich du zu uns, zeig uns, was wir machen sollen. Zeig uns deinen Willen, deinen Plan. Hilf uns in schwierigen Situationen, zeig uns, wie wir Licht sein können. Bitte mach uns zu Kindern, die einen Unterschied machen und anderen helfen.
Danke, dass du uns liebst, ich habe dich auch sehr lieb.
Amen

Kreatives

In der Andacht ging es darum, Licht zu sein, einen Unterschied zu machen. So könnten nun passend dazu kleine Kerzenhalter gebastelt werden.

Du brauchst: Mehl, Salz, Wasser und Speiseöl

Mehl, Salz und Wasser werden immer im Verhältnis 2:1:1 verknetet. Wenn du einen elastischen Teig hast, füge noch etwas Öl hinzu, so lässt sich der Teig besser formen.
Du kannst auch Formen ausstechen. Wichtig ist, dass der Teig immer ungefähr gleich dick ist, sonst braucht er unterschiedlich lange im Backofen.

Für 5 Kinder brauchst du:
2 Tassen Mehl
1 Tasse Wasser
1 Tasse Salz
1 Esslöffel Öl

Gib jedem Kind einen Klumpen Teig und lass es damit kreativ was gestalten. Mache am Ende mit der Kerze ein Loch in das geformte Objekt, so dass sie auch im gehärteten Zustand wieder hineinpasst.

Danach lege alle Kerzenständer auf ein Backblech, sie brauchen je nach Dicke 10-30 Minuten bei Umluft und 180 Grad.

Wenn sie abgekühlt sind, können sie noch bemalt werden. Eventuell zu Hause oder in der nächsten Woche.

Das Ziel

Starter

Eine Erlösung ist eine Rettung aus großer Not. Auch mit der allergrößten Anstrengung kann man sich oft nicht selbst retten. Erst recht nicht aus der Trennung von Gott.

Checker

Unsere größte Not ist die Fesselung an die Sünde. Wie hier Boas Noomis Familie aus existenzieller Not gerettet, erlöst hat, so hat Jesus die Menschheit von der Sünde erlöst.

Der Text an sich

Vers 1:

Wie Noomi schon in Rut 1,9 gesagt hat, ist es ihr ein Anliegen, dass ihre Schwiegertöchter wieder ein Zuhause finden. Das war für Frauen in der damaligen Zeit überlebenswichtig. Allein waren sie ausgeliefert, schutzlos, rechtlos, konnten nicht selbst Geld verdienen, konnten sich nicht selbst versorgen. So gehörten besonders Witwen zu den ärmsten Menschen der Gesellschaft.

Damals waren Frauen in allen Bereichen dem Ehemann unterstellt. Er entschied, was seine Frau tun und lassen musste oder durfte. Dafür hatte er aber auch die Verantwortung für sie. Er sorgte für ihren Schutz. Deshalb strebt Noomi diese Verkuppelung an.

Vers 2:

Eine Tenne ist ein freier, offener, nicht unbedingt überdachter Platz, meist aus festgestampftem Lehm, durch den der Wind frei durchwehen kann. Dort wird das geerntete Getreide mit dem Dreschflegel geschlagen, gedroschen. Dabei fallen die Körner aus den Spelzen auf den Boden, die Spreu fliegt durch den Wind weg.

Vers 5:

Rut hat absolutes Vertrauen in Noomi. Sie fragt nicht lange nach, sondern verlässt sich darauf, dass Noomi Gutes für sie im Sinn hat.

Vers 9:

Mit dem Ausspruch „Breite den Zipfel deines Gewandes über deine Magd“ (LU) oder „Breite deinen Gewandsaum über mich“ (GNB) bietet sich Rut als Ehefrau an.

Vers 10:

Indem sich Rut einem Mann aus Bethlehem anbietet, löst sie sich endgültig von ihrer Herkunft als Moabiterin und zeigt ihre Verbundenheit, Liebe und Treue zum Volk Israel (siehe 1,16).

„Der ‚Löser‘ sorgt dafür, dass ein in Not geratenes Familienmitglied Hilfe bekommt.“ (Erklärung aus Basisbibel; siehe dazu 3. Mose 25. und Rut 4,9+10) Wie oben erwähnt, gehörte die Ehefrau zum Eigentum des Mannes. Deshalb zählte zur Lösung auch die Verpflichtung der „Levirats- oder Schwagerehe“. Das heißt, dass ein Mann verpflichtet war, die kinderlos gebliebene Witwe seines gestorbenen Bruders oder nahen Verwandten selbst zu heiraten oder für einen geeigneten Mann zu sorgen (siehe 4,10).

Vers 12:

Dieser Vorgang der Lösung hat seine vorgeschriebenen Abfolgen. Die Nähe der Verwandtschaft ist ausschlaggebend, wer das vorrangige Recht oder die Pflicht der Lösung hat.

Vers 15:

In der Bibelübertragung „Hoffnung für alle“ entsprechen sechs Maß Gerste 25kg. Diese große Menge weist darauf hin, dass Boas schon begonnen hat, Noomi und Rut zu versorgen.

Der Text für mich

Diese Geschichte ist ein Vorbild für die Erlösungstat Jesu für die Menschheit.

Noomi und Rut waren als kinderlose, mittellose Witwen ohne männlichen Schutz absolut ausgeliefert. Sie hatten keine Möglichkeit, sich selbst aus dieser Notlage zu befreien. In der Antike war eine Frau allein nicht geschäftsfähig. Sie brauchten also Hilfe von außen, jemanden, der sie aus dieser Notlage erlöst, befreit. Gott hat diesen Weg der Lösung für die in Not geratenen Verwandten im alten Bund vorgesehen, damit diese nicht in noch schlimmere Bindungen, Verkettungen bis hin zur Sklaverei geraten mussten.

Im gegebenen Fall sollte Jesus die Menschen sogar aus der schon bestehenden Versklavung freikaufen. Um die Menschen von ihrer Verkettung in die Sklaverei der Sünde zu befreien, hat sich Jesus selbst als Löser, Erlöser eingesetzt.

Der Text für dich

Starter

Noomi zieht hier alle Register, um ihre Schwiegertochter Rut mit Boas zu verkuppeln. Sie kennt die Regeln aus 3. Mose 25. Dort legt Gott fest, wie kinderlos gebliebene Witwen wieder unter den Schutz eines Mannes kommen konnten. Ein verwandter Mann des Verstorbenen sollte sie heiraten. Noomi legt nun nicht die Hände in den Schoß und schaut tatenlos zu, ob vielleicht irgendjemand die Initiative ergreift. Und Rut vertraut Noomi und tut, was die ihr sagt. So nehmen sie das Angebot der Erlösung in Anspruch.

Auch Jesus ist ein solcher Erlöser. Er will uns erlösen aus dem Leben ohne Schutz, hilflos den Mächten und Gewalten ausgeliefert und uns wie ein Muttervogel unter seine guten Flügel nehmen (siehe 2,12).

Checker

Noomi und Rut waren verstrickt, gefesselt von ihren Lebensumständen. Ihre Männer waren gestorben und sie hatten deswegen niemanden, der für ihren Schutz sorgen konnte. In der damaligen Gesellschaft waren kinderlose Witwen die ärmsten Frauen. Sie durften auch nicht arbeiten gehen, um Geld zu verdienen. Sie waren also darauf angewiesen, dass ein verwandter Mann sich ihrer annahm, und sie aus dieser Notlage erlöste, befreite. Deshalb überlegte sich Noomi, die die Regelungen aus 3. Mose 25 kannte, wie sie einen guten Mann für Rut finden konnte, der dann für sie beide sorgen würde. Und sie fand ihn in Boas. Sie berief sich auf das Gesetz des Lösers, das Gott dem Volk Israel gegeben hatte.

Und Boas nahm seine Verpflichtung als Löser ernst und leitete alles in die Wege. Damit ist er ein Beispiel dafür, wie Jesus uns Menschen aus der Verstrickung der Schuld und Sünde erlöst.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Der Erzähltisch aus Lektion 1 und 2 wird weiter ausgebaut:

Außerhalb von Bethlehem, neben dem Gerstenfeld wird mit braunem Tonpapier eine Tenne angedeutet. Einige Strohhalme liegen auf einem Haufen, auf anderen liegen die Feldarbeiter. Boas sitzt auf einem Strohbett.

Figuren: Boas, einige Feldarbeiter, Noomi, Rut

Zur Herstellung der Knete für die Figuren siehe Ende des Artikels.

Idee 2

Ein Mitarbeiter wird mit Seilen, Schals, Gürteln gefesselt. (Vorsicht! Nicht schmerzhaft fesseln!) Kann er sich alleine aus der Fesselung lösen? Nein.

Er bleibt so gefesselt sitzen, bis die Geschichte zu Ende ist, und das Gespräch darüber beginnt.

Verkündigung

Verkündigungsart: Erzählung

Boas sitzt schlaftrunken auf seinem Bett aus Stroh. Alle Feldarbeiter schlafen noch. Es ist früh am Morgen. Er kann es immer noch nicht fassen, was in dieser Nacht geschehen ist. Als er aufgewacht war, dachte er zuerst, es sei vielleicht nur ein Traum gewesen. Aber dann sah er an seiner Gerste, dass ein bisschen davon frisch weggeschaufelt war. Also war es doch wahr. Gestern Nacht hatte er noch mit den Arbeitern zusammengesessen. Sie hatten gegessen und etwas getrunken. Dann hatten sie sich alle auf der Tenne schlafengelegt. Um Mitternacht war er auf einmal aufgewacht, weil sich da etwas an seinen Füßen bewegte. Erschrocken schaute er nach und sah im Mondlicht, dass da eine Frau lag. Er hatte sie gefragt: „Wer bist du?“ Sie hatte schüchtern geantwortet: „Ich bin Rut, deine Dienerin. Leg deinen Mantel über mich als Zeichen, dass du mich heiraten wirst. Denn du bist mein Löser.“ Da war es Boas eingefallen. Er war der Löser.

Jetzt sitzt er hier und grübelt. Er erinnert sich, was in den alten Gesetzen seines Landes steht: „Wenn dein Bruder, ein anderer Israelit, verarmt und etwas von seinem Grundbesitz verkaufen muss, soll sein nächster Verwandter als Löser für ihn eintreten und das Veräußerte zurückkaufen.“ Das ist die Ordnung, die Gott eingesetzt hatte, damit sich kein Israelit bei fremden Leuten verschuldete. Noomi musste wohl aus Armut den Besitz verkaufen, der ihrem gestorbenen Mann gehörte. Und es war so in Israel, dass die Frauen zum Grundbesitz gehörten. Boas weiß, dass die beiden auf ihn angewiesen sind. Sie haben sonst keinen, der für sie da sein könnte.

Ja, diese Rut gefällt ihm, sehr sogar. Er hatte gestern Nacht noch zu ihr gesagt, dass er alles regeln würde. Dann hatte er ihr noch einige Schaufeln Gerste mitgegeben. Dann war sie gegangen.

Jetzt springt Boas auf und macht sich an die Arbeit. Er hat noch einiges zu tun.

Die andere Idee

Dieses Kapitel der Geschichte liest sich wie ein Roman. Drei Kinder lesen Rut 3 nach der Guten Nachricht Bibel vor. Jemand übernimmt den Erzähler, jemand die wörtliche Rede von Rut, ein anderer die von Boas. Rut legt sich ein buntes Tuch um, Boas setzt ein orientalisches Tuch mit Stirnband auf. Die drei stehen auf der Bühne und lesen vor.

Der Text gelebt

Wiederholung

Was war in der Nacht passiert? Spielt es mit den entsprechenden Figuren nach.

Gespräch

Wie ist das nun mit dem „Löser“? Schlagt 3. Mose 25,25 nach. Dort setzt Gott dieses Gesetz ein.

Noomi weiß, dass sie sich nicht aus eigener Kraft aus dieser Verstrickung der Not und Hoffnungslosigkeit befreien kann. Sie erinnert sich an das Gesetz der Lösung, dass von außen einer kommt, um sie zu erlösen. Sie will nun nichts dem Zufall überlassen. Deswegen hat sie Rut zu der Tenne geschickt, damit sie sich Boas zu Füßen legt und ihn so auf sich aufmerksam macht. Sie hat volles Vertrauen in Boas. Sie merkt, dass er ein guter Mann ist, der nichts Böses tun und sie nicht in neue Verstrickungen schicken würde.

Diese Geschichte ist ein Vorbild für das, was Jesus für uns getan hat. Er ist DER Erlöser. Er erlöst uns aus vielen Verstrickungen: Der gefesselte Mitarbeiter aus der „Hinführung“ kommt jetzt zum Zug.

Auf Zettel werden die Verstrickungen aufgeschrieben, die uns betreffen:

  • Abkehr von Gott = Sünde
  • Schuld, Versäumnis gegen andere = Sünden
  • Unrecht gegen andere
  • Lügengeflechte
  • Unrechte Taten
  • Böse Worte

Diese Zettel werden an die Fesseln des Mitarbeiters getackert. Jetzt muss einer kommen, anpacken, die Fesseln lösen. Nur so kann der Mitarbeiter wieder frei werden. Das ist die Lösung, die Erlösung.

Merkvers

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. (Hiob 19,25 Lu)

„Komm, komm, du Sohn des Höchsten
Komm herab, zerreiß die Finsternis
Komm, komm, du Herr des Himmels
Komm, mein treuer Freund, verlass mich nicht

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
Ich weiß, dass er hoch oben steht
Hoch über all dem Staub der Welt
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

Dieses Lied von Lothar Kosse wird gebetet oder gesungen.

Gebet

Jesus, du bist der Erlöser. Durch dich sind wir frei von der Not der Sünde und Schuld. Durch dich haben wir Vergebung. Wir sind wieder frei. Du hast uns den Zugang zu deinem Vater ermöglicht, den die Fesseln der Sünde verhindert haben. Außerdem hat uns das schlechte Gewissen geplagt, weil wir Dinge gemacht haben, die nicht in Ordnung sind. Aber du hast uns durch die Vergebung davon erlöst. Danke. Amen.

Kreatives

Rut hat sich schön gemacht, um Boas zu gefallen. (Vers 3)

Herstellung einer Handcreme

Zutaten:

160 g Kokosöl

140 g Kakaobutter/Sheabutter

(beides in einer Drogerie erhältlich)

Zubereitung:

Sheabutter in eine Schüssel geben, in einem Kochtopf Wasser erhitzen, die Schüssel mit der Butter hineinstellen. So, im Wasserbad, die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Schüssel mit der Butter aus dem Wasserbad nehmen. Das Kokosöl dazugeben. Alles gründlich durchrühren. Abkühlen lassen.

Wenn die Creme nach dem Abkühlen zu fest ist, noch etwas Kokosöl zufügen. Ist sie zu flüssig, noch etwas Sheabutter schmelzen und hinzufügen.

Die Creme in verschließbare Gläschen oder Cremetiegel füllen.

Spielerisches

Geländespiel:

Für dieses Spiel braucht man ein Gelände mit Büschen und Bäumen. Vor dem Spiel wird abgesprochen, wie weit das Spielareal reicht. Wege und besondere Kennzeichen an Bäumen sind dazu hilfreich.

Dazu braucht man viele Bänder aus Krepppapier in zwei Farben.

Die Gruppe teilt sich in zwei Mannschaften auf. Die Mannschaften kennzeichnen sich jeweils mit gut sichtbar getragenen bunten Bändern ihrer Mannschaftsfarbe. Jede Mannschaft sucht sich ein Basislager, weit von der gegnerischen Mannschaft entfernt. Dort werden zusätzliche Farbbänder der eigenen Mannschaft deponiert.

Das Ziel des Spiels ist, so viele Kinder der gegnerischen Mannschaft wie möglich in die eigene Basisstation zu bringen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die gefangenen Kinder der eigenen Mannschaft wieder befreit werden. Als gefangen gilt man, wenn einem das bunte Band abgerissen wurde. Dann muss man freiwillig ins gegnerische Basislager mitkommen. Das eroberte Farbband wird dann auch dort deponiert.

Ein Mitglied der eigenen Mannschaft darf jedoch sein Mannschaftsmitglied aus der Gefangenschaft befreien. Als befreit gilt man, wenn man wieder ein Farbband der eigenen Mannschaft trägt. Man bekommt das von seinem Befreier erst im eigenen Basislager umgebunden. Auf dem Weg dahin muss man sich am Befreier festhalten, kann aber jederzeit vom Gegner wieder entführt werden.

Das Spiel endet, wenn eine Mannschaft keine freien Mitglieder mehr hat.

Entfesselungskünstler:

Zwei Kinder stehen sich gegenüber. Das erste Kind bekommt eine starke Schnur um beide Handgelenke gebunden. Je ein Ende der Schnur um ein Handgelenk. Bitte nicht zu fest!

Das zweite Kind bekommt eine zweite Schnur ebenso um seine Handgelenke gebunden. Das wird aber vor dem Festbinden hinter der Schnur des ersten Kindes durchgeführt (siehe Skizze zum Download). Die Kinder sind nun aneinandergefesselt.

Die Aufgabe ist nun, sich voneinander zu lösen, zu befreien, ohne einen Knoten am Handgelenk zu lösen, ohne eine Schnur zu zerreißen oder zu zerschneiden.

Ein Mitarbeiter hat nach langen Versuchen die Lösung:

Eine Schnur wird in der Mitte genommen und von der Innenseite des Unterarms kommend durch die Schlinge am Handgelenk des anderen Kindes hindurchgeführt und über dessen Hand geführt. Wenn man das richtig gemacht hat, löst sich die Verflechtung.

Viel Spaß beim Knobeln!

Rätselhaftes

Kreuzworträtsel (siehe Arbeitsblatt)

(T)Extras

Lieder

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt (Lothar Kosse)
Ich bin von innen, außen, oben, unten (Text und Verfasser unbekannt)
Jesus kam für dich (Text und Musik: Hella Heizmann)

Spiele

Geländespiel: A zerlatschen

Bei diesem Versteckspiel geht es darum, gefangen zu sein und erlöst, befreit zu werden.

Zu Beginn des Spiels wird das Spielgebiet festgelegt und ein „A“ aus Stöcken in die Mitte des Spielgebiets gelegt.

Dann werden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt, die Verteidiger und die Angreifer. Die Verteidiger sammeln sich am A, die Angreifer verstecken sich. Auf ein Kommando beginnt das Spiel. Die Angreifer versuchen nun, das A zu zerstören (zu zerlatschen). Die Verteidiger können die Angreifer abschlagen, diese sind dann aus dem Spiel, bis das A zerlatscht wurde. Evtl. sollten noch zusätzliche Abstandsregeln für die Verteidiger eingeführt werden, damit die Angreifer auch eine Chance haben.

Wichtige Hausaufgabe für die Kinder: Sie sollen ihre Eltern nach deren Liebesgeschichte fragen und in der kommenden Gruppenstunde erzählen!

Weiterführende Hinweise:

Buchtipp: Unter dem Buyubaum (Paul White): Geschichte: Man kann nicht alles selber tun

Herstellen von Knete

Zutaten:

Für 1 Portion:

500 Gramm Mehl (Typ 405)              mit

175 Gramm Salz                                 und

2½ EL Zitronensäure Pulver               vermischen

7 EL Sonnenblumenöl                         dazu mischen

500 Milliliter Wasser (kochend!)       mit dem Knethaken nach und nach unterkneten.

Alles gut durchkneten.

Einfärben der Knete:

Die Gesamtmasse in Einzelmengen teilen. In diese jeweils eine Mulde drücken, ein paar Tropfen der gewünschten Lebensmittelfarbe hineinträufeln, gut durchkneten. Dazu Einmalhandschuhe tragen, damit die Hände nicht eingefärbt werden (luftdicht verpackt hält sich die Knete mehrere Wochen formbar). Aus dieser bunten Knete werden nun alle Figuren und anderes geformt.

Das Ziel

Starter

Der Wunsch „Vergelt’s Gott“ ist nicht nur eine nette Floskel, sondern wir wünschen dem anderen, dass Gott ihn belohnt. Nämlich mit seinem Segen.

Checker

Ein größeres Geschenk für eine empfangene Freundlichkeit als den Lohn, den Segen Gottes, können wir nicht machen. Er beinhaltet all das Gute, das Gott geben kann.

Der Text an sich

Die ganze Geschichte der Rut liest sich wie eine schöne Liebesgeschichte.
Zuerst wird der Mann vorgestellt. Schon sein Name spricht für sich: Boas – „in ihm ist Kraft“
Als Rut dann anbietet, auf einem Feld liegengebliebene Getreideähren zu sammeln, schickt Noomi sie nicht auf ein Feld des Verwandten Boas. „Zufällig“ kommt Rut aber auf eines seiner Felder. Sofort entsteht die für Liebesgeschichten typische Spannung.
Schon hier beginnt Gottes Führung zum Wohl aller Beteiligten.

Das Ährensammeln ist ein verbrieftes Recht der Armen (3. Mose 23,22).
Gerste ist das klassische Getreide der Antike. Es war das Grundnahrungsmittel. Gerstenmehl war das bevorzugte Mehl für Brot. Heute hat Weizen diese Bedeutung übernommen.

Vers 12:

Luther übersetzt diesen Vers mit „Der Herr vergelte dir deine Tat.“ Vergeltung ist eine Gegenleistung für erwiesene Dienste (Wikipedia). Es ist das Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit. Es gilt also für das Gute und das Böse. Bei der Vergeltung für das Böse spricht man auch von Rache, beim Guten von Belohnung. Deshalb legt die GNB den Vers so aus: „Der HERR vergelte dir, was du getan hast, und belohne dich reich dafür.“ Dieser Wusch ist die positivste Art, sich für eine gute Tat zu bedanken. Es liegt so viel Gutes darin.

Vers 17:

Ein Scheffel ist ein Raummaß. Die Größe eines Scheffels ist landschaftlich sehr unterschiedlich. Er kann von 17,38 bis hin zu 310,25 Liter beinhalten, je nachdem, was abgefüllt wurde. Bei Getreide entsprach das in der Antike etwa um die 8 Liter. Für ein damals übliches Fladenbrot braucht man ¼ Liter.

Vers 19+20:

Noomi weiß, dass dieser reiche Ertrag ungewöhnlich ist. Sie sieht darin das freundliche Entgegenkommen des Feldbesitzers. Sie segnet ihn unbekannterweise. Als der sich später als ihr Verwandter Boas herausstellt, segnet sie ihn noch einmal ausdrücklich. Dieser Segen ist auch ein „Vergelt’s Gott“. Segnen bedeutet, all das Gute, das von Gott kommt, dem anderen zu wünschen, ihm zuzusprechen. In diesem Geschehen sieht Noomi die Barmherzigkeit Gottes. Anders als in Kapitel 1,20+21 spricht Noomi wieder voller Hoffnung und vertraut auf die Barmherzigkeit Gottes.

Der Text für mich

Die Aussagen aus Vers 12 und 19 sind für mich der Kern der Geschichte. Die beiden, Boas und Noomi, bringen das Geschehen mit Gott in Verbindung. Was von uns manchmal als pure Floskel benutzt wird, „Vergelt’s Gott“, füllt Boas mit Inhalt. Für das Gute, das Rut getan hat, kann sie nur Gott selbst richtig belohnen. Er weiß, dass es für Rut als Witwe und Ausländerin die beste Belohnung ist, dass sie Schutz findet. Und er weiß, dass der beste Schutz unter den Flügeln Gottes ist. Der Wunsch auf die Vergeltung Gottes ist deshalb eine bessere Erwiderung auf eine gute Tat, als es alle irdischen Vergeltungsgeschenke sein könnten. Wobei Boas dann mit diesen irdischen Vergeltungsgeschenken nicht geizt.

Der Wunsch des Segens Gottes ist in diesem Sinn ein Geschenk, der Lohn, die Vergeltung für etwas Gutes, das uns ein anderer getan hat.

Der Text für dich

Starter

Vergeltung bedeutet: Ausgleichende Gerechtigkeit.

Leider verbindet man in unserem Sprachgebrauch mit Vergeltung oft Rache, Heimzahlung, Strafe. Aber es gilt ebenso im Guten. Wer etwas Gutes getan hat, darf mit einer Belohnung rechnen. Davon kommt übrigens die Wortbedeutung von „Geld“ als Tausch- und Zahlungsmittel.

Rut hat sich für ihre Schwiegermutter eingesetzt. Sie hat mit ihr ihre Heimat verlassen und setzt sich nun fleißig für sie ein. Dafür erbittet Boas von Gott eine Belohnung, die Vergeltung. Das Gute, das von Gott kommt, nennt man Segen. Indem man jemanden segnet, wünscht man ihm, dass das Gute von Gott zu diesem Menschen kommt.

Checker

In Süddeutschland gibt es das geflügelte Dankeswort „Vergelt’s Gott“. Damit wünscht man dem, der einem etwas Gutes getan hat, dass Gott ihm das vergelten, ihn also dafür belohnen möge. Als Antwort sagt man dann „Segne es Gott.“ Gott soll also aus der Tat Gutes entstehen lassen. Das sind sehr schöne Wünsche.

Eine interessante Beobachtung zum Nachdenken: In nördlichen Gegenden Deutschlands antwortet man neuerdings auf das „Dankeschön“ mit „Nicht dafür.“

Die segnende Vergeltung wünscht Boas der Rut. Auch Noomi segnet den Boas, spricht ihm alles Gute Gottes zu. Auf diese Art verweben beide das gute Wirken Gottes mit dem Leben.

Der Text erlebt

Hinführung

Idee 1

Der Erzähltisch aus Lektion 1 wird weitergeführt:
Im Bereich Juda wird ein Gerstenfeld gestaltet: Mit gelben Tüchern oder Papieren wird der Boden gestaltet. Mit Stroh aus dem Bastelgeschäft oder vom Bauern wird das Getreide angedeutet. Als Rastplatz werden einige Bäume aufgestellt. Die Bäume und auch die handelnden Personen werden aus Knete hergestellt (siehe Ende des Artikels).

Benötigte Figuren: Boas, einige Feldarbeiter, Noomi, Rut

Idee 2

Die Gruppe unterhält sich über die Frage: Was hast du schon einmal dafür bekommen, dass du…

  • einem kranken Freund jeden Tag die Hausaufgaben gebracht hast?
  • bei einer alten Nachbarin regelmäßig den Gehweg fegst?
  • im Zeugnis gute Noten hattest?
  • bei Nachbarn, die im Urlaub sind, die Katzen gefüttert hast?
  • usw.

Verkündigung

Verkündigungsart: Spielen mit den Erzählfiguren

Die Gruppe liest sich die Geschichte aus Rut 2 in einer modernen Bibelübersetzung durch.

Jetzt werden die Rollen verteilt: Noomi, Rut, Boas, viele Feldarbeiter

Jetzt liest sich jeder, der eine Rolle übernommen hat, die Geschichte noch einmal durch. Hier kann der nachfolgende Text verwendet werden. Dann begeben sich die Figuren an ihre Plätze: Noomi und Rut in ihr Haus, die Feldarbeiter auf das Getreidefeld, Boas nach Bethlehem. Die Geschichte wird nun gespielt, indem jeder mit seiner Figur seine Rolle spielt, dabei wird die dazugehörende wörtliche Rede benutzt.

Rut beginnt: „Guten Morgen, liebe Schwiegermutter. Hast du dich von der langen Reise erholt? Ich will heute mal losgehen, um uns etwas zu essen zu besorgen. Ich will auf ein Gerstenfeld gehen, das gerade abgeerntet wird. Da will ich die Ähren auflesen, die beim Ernten runtergefallen und liegengeblieben sind.“

Noomi: „Das ist gut. Geh los und mach genau das.“

Rut geht auf das Feld. Dort arbeiten die Feldarbeiter. Rut beginnt, Ähren aufzusammeln.

Da kommt Boas auf das Feld. Er begrüßt seine Arbeiter: „Der Herr sei mit euch!“ Sie antworten: „Der Herr segne dich!“ Da sieht Boas die Rut und fragt die Arbeiter: „Wer ist diese junge Frau dort? Ich habe sie hier noch nie gesehen.“ Die Arbeiter antworten: „Das ist eine Moabiterin.“ – „Sie ist mit Noomi aus Moab gekommen.“ – „Sie hat uns darum gebeten, dass sie Ähren sammeln darf.“ – „Sie ist schon den ganzen Tag da.“ – „Sie hat pausenlos gearbeitet.“ Boas geht zu Rut und spricht sie an: „Ich mache dir einen Vorschlag: Du brauchst nicht auf ein anderes Feld zum Ährenlesen zu gehen; bleib hier bei meinen Erntehelferinnen. Wenn du Durst hast, dann geh ruhig zu den Krügen dort und trink von dem Wasser, das meine Männer geschöpft haben!“ Rut wirft sich vor Boas auf die Knie. „Womit habe ich das verdient? Warum beachtest du mich, obwohl ich eine Ausländerin bin?“ Boas antwortet: „Man hat mir berichtet, wie du seit dem Tod deines Mannes deiner Schwiegermutter beigestanden hast. Deine Eltern und dein Land hast du verlassen und dich einem Volk angeschlossen, das du vorher nicht gekannt hast. Du bist zum Herrn, dem Gott Israels, gekommen, um bei ihm Schutz und Zuflucht zu finden. Gott möge dir deine Tat vergelten und dich reich belohnen und dir geben, wonach du gesucht hast.“ Rut antwortet: „Mein Herr, ich danke dir für deine große Freundlichkeit! Deine Worte geben mir Mut und Hoffnung.“ Boas richtet sie auf und sagt: „Komm, es ist Zeit für eine Pause. Setz dich zu uns und bediene dich von unserem Brot und Wein.“ Rut setzt sich zu den Leuten und isst sich satt. Dann arbeitet Rut mit den Arbeitern weiter bis zum Abend. Dann klopft sie die Ähren aus. Sie geht nach Hause zu Noomi und zeigt ihr die Ernte. Noomi staunt: „Wo hast du nur so viel sammeln können? Erzähl mir, wo du gewesen bist. Gott segne den, der so freundlich zu dir war!“ Rut berichtet: „Der Mann, der mich auf sein Feld gelassen hat, heißt Boas.“ Noomi ruft: „Der Herr segne ihn! Er ist ein naher Verwandter von uns. Ein Gesetz in Israel verpflichtet ihn, uns zu helfen. Jetzt sehe ich: Gott hat uns nicht vergessen. Er hat dich auf das richtige Feld geführt.“

Die andere Idee

Der Text aus Idee 1 wird mit verteilten Rollen gelesen.

Benötigte Leser: Erzähler, Rut, Noomi, Boas, 1 bis 5 Feldarbeiter

Der Text gelebt

Wiederholung

Die Rollen werden jeweils an andere Kinder abgegeben. Die Geschichte wird noch einmal gespielt. Aber um die besondere Freundlichkeit Gottes mit Rut in der wahren Geschichte herauszustellen, wird Boas als böser, ausländerfeindlicher Großgrundbesitzer dargestellt.

Dann wird die Geschichte mit noch einmal neu besetzten Rollen richtig wiederholt.

Gespräch

In der Geschichte kam der Ausspruch vor: „Gott möge dir deine Tat vergelten.“ In Bayern sagt man als Dankeschön für eine gute Tat: „Vergelt’s Gott!“ Als Antwort sagt man dann „Segne es Gott.“ Was heißt das? Was ist „Vergeltung“?

„Als Vergeltung bezeichnet man im weitesten Sinn jede Reaktion auf eine vorhergegangene Aktion auf Gegenseitigkeit. Ursprünglich verstand man unter Vergelten eine Gegenleistung oder Belohnung (Entgelt) für erwiesene Dienste.“ (Wikipedia 11.06.2021)

Was bedeutet es nun, wenn Boas wünscht, dass Gott der Rut ihre gute Tat vergelten möge? Es gibt kein größeres Geschenk als die Vergeltung, die Belohnung Gottes. Der Segen ist die Belohnung. Das ist auch keine leere Floskel. Sondern Gott steht als allmächtiger Gott in Person dahinter. Bei Rut war die Vergeltung, dass Boas ihr sehr großzügig geholfen hat. Das war schon segensreich. Später segnet Noomi den Boas. So fließt Gottes Kraft, Hilfe, Fürsorge … zu dem gesegneten Menschen.

Wenn wir von Gott gesegnet werden, darf das keine Sackgasse bleiben. Sondern der Segen soll weiterfließen, indem wir das Gute weitergeben. So wird sichtbar, dass das „Vergelt’s Gott“ keine leere Floskel ist, sondern gefüllt ist mit all dem Guten, das Gott schenken möchte.

Merkvers

Am Ende der Jungscharstunde bilden alle einen Kreis.

Ein Mitarbeiter hebt seine Hände über die Kinder und spricht Absatz für Absatz den „Aaronitischen Segen“ aus 4. Mose 6,24-26. Alle wiederholen jeweils den Absatz:

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Gebet

Danke, großer Gott, dass du ein guter Gott bist. Und all das Gute willst du uns zukommen lassen. Danke für so viel Gutes, das du in der langen Geschichte der Menschen mit dir geschenkt hast. Und wir gehören dazu. Bitte hilf uns, dass wir deinen Segen nicht für uns behalten, sondern weitergeben.

Kreatives

Backen von Gerstenbrotfladen:

Reines Gerstenbrot wird heute fast nirgends mehr gebacken. Meistens ist Roggen oder Weizen untergemischt. Es ist auch kein luftiges Brot, sondern eher knuspriger Fladen.

Zutaten:

1 Teil Wasser

2 Teile Mehl aus Nacktgerste (aus dem Bioladen, Reformhaus oder per Internet bestellen)

1 Prise Salz

Zubereitung:

Das Mehl mit dem Wasser und dem Salz 10 Minuten lang gut verkneten

Den Teig 30 Minuten durchziehen (rasten) lassen.

Den Teig in kleine Portionen teilen. Diese Teigstücke noch einmal gut durchkneten.

Diese Teigstücke zwischen den Handflächen zu einem 4mm dicken Fladen drücken.

Backen:

Auf heißen Steinplatten im offenen Feuer oder in einer sehr stark erhitzten Eisenpfanne ohne (!) Fettzugabe beidseitig backen.

Rätselhaftes

Anzahl der Körner raten:

Im Reformhaus oder einem Bioladen kann man ganze Getreidekörner kaufen. Diese werden in ein Glas geschüttet (ein Mitarbeiter hat sie vorher gezählt). Nun sollen alle eine Schätzung abgeben darüber, wie viele Körner wohl in dem Glas sind.

Gewicht schätzen:

Dazu braucht man eine Waage, die kleine Gewichte misst. Der Gruppe wird jeweils eine bestimmte Menge an Körnern gegeben. Sie sollen zuerst schätzen, wie schwer diese Menge ist. Dann wird sie abgewogen.

Getreidearten erkennen:

Dafür braucht man Körner von unterschiedlichem Getreide: Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Mais, Reis, Hirse, Dinkel.

Zum Identifizieren der Körner braucht man eine Schautafel mit den aufgeführten Getreidesorten oder digital etwas wie Google Lens.

(T)Extras

Lieder

Der Vater im Himmel segne dich (Text und Musik: Mike Müllerbauer)
Gott, dein guter Segen (Detlev Jöcker)
Egal was kommt, verlass dich auf den Herrn (Text und Musik Ute Rapsch)
Gott ist gut (Text: Hans-Jürgen Mang, Musik: Klaus Heizmann)
Der Her segne dich (Text und Musik: Daniel Pepper)

Spiele

Körner picken

Auf dem Tisch werden viele Körner ausgeschüttet. Die Kinder verteilen sich rund um den Tisch. Sie bekommen einen Strohhalm (echtes Stroh aus dem Bastelladen) und ein Schälchen. Auf Kommando versuchen sie, mit dem Strohhalm Körner anzusaugen und die dann auch per Strohhalm in ihr Schälchen zu legen. Wenn der Tisch leer ist, werden die Körner in den Schälchen gezählt.

Aktionen

Die Kinder bieten in ihrer Gemeinde an, dass sie gegen eine kleine „Vergeltung“ Gemeindegliedern ihre Hilfe anbieten. Das kann sein

  • im Garten helfen
  • den Hund ausführen
  • gemeinsam ein Brettspiel spielen
  • Besuch gegen die Einsamkeit
  • Hilfestellung bei Handyeinstellung o. Ä.
  • usw.

Kreatives

Körnerbilder gestalten

Auf den Filzplatten werden Bilder und Ornamente gestaltet. Dabei werden die verschiedenen Sämereien flächig zu Ornamenten oder Figuren angeordnet. Diese Kunstwerke werden fotografiert. Dann können die Körner für andere Bilder oder Aktivitäten wiederverwendet werden.

Herstellen von Knete

Zutaten:

Für 1 Portion:

500 Gramm Mehl (Typ 405)              mit

175 Gramm Salz                                 und

2½ EL Zitronensäure Pulver               vermischen

7 EL Sonnenblumenöl                         dazu mischen

500 Milliliter Wasser (kochend!)       mit dem Knethaken nach und nach unterkneten.

Alles gut durchkneten.

Einfärben der Knete:

Die Gesamtmasse in Einzelmengen teilen. In diese jeweils eine Mulde drücken, ein paar Tropfen der gewünschten Lebensmittelfarbe hineinträufeln, gut durchkneten. Dazu Einmalhandschuhe tragen, damit die Hände nicht eingefärbt werden (luftdicht verpackt hält sich die Knete mehrere Wochen formbar). Aus dieser bunten Knete werden nun alle Figuren und anderes geformt.

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