Gefühle ?!

In dieser Themenreihe geht es um Gefühle, die wir haben, die Jesus evtl. hatte und um das was wir mit unseren Gefühlen so machen. Was können wir Opfern, was müssen wir unserer Gefühlswelt entgegenstellen und wie können wir unseren Gefühlen freien lauf lassen.

woman on park

1. Vorbemerkungen

Was braucht es dazu, Anbeter zu werden?  Wie geht das? Braucht es eine bestimmte Form, einen bestimmten heiligen Ort, irgendwelche Vorbereitungen von meiner Seite aus, vielleicht nur einen bestimmten christlich angehauchten Wortschatz? Wie kann ich Anbeter werden und bleiben?

Ein Blick in das Buch der Anbeter macht deutlich, um was es geht. Auch Jesus hatte diesen Blick auf Anbetung bzw. auf uns, die Anbeter. Schau rein und staune, wie einfach es  geht, Anbeter zu werden und zu bleiben. Und probiere es selbst aus, werde kreativ und erlebe Gott, denn er liebt Anbeter. 

2. Zielgedanke

Das Thema Anbetung persönlich erleben 1. durch den Blick auf das Buch der Psalmen anhand eines konkreten Anbeter-Vorbildes (= Bibelarbeit) und 2. durch das Testen verschiedener praktischer Anbetungs-Möglichkeiten (= Kreativangebot).

3. Teaser – Werde Anbeter!

Jesus lädt sie ein: Werde Anbeter!

Eine Frau am Rand der Gesellschaft, isoliert, ausgegrenzt, von allen gemieden. Okay, mag sein, dass sie an der Situation selbst schuld war, aber wie konnte man so eine Frau einladen, Anbeter zu werden?

Jesus tut es, einfach so. Er kennt diese Frau, ihr Verhalten, ihr Versagen. Und er hält es ihr nicht vor, verurteilt sie nicht. Was Jesus macht? Er lädt sie ein:  Werde Anbeter! Wow.

Jesus sagt ihr:

„Aber die Zeit kommt, ja, sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten“ (Johannes 4,23).

Gott wünscht sich keine Anbetung!

Vorsichtig, bitte nicht falsch verstehen. Gott geht es nicht um die Form, nicht um Tradition oder bestimmte Rituale, Worte oder Handlungen.

Gott wünscht sich Anbeter!

Ihm geht es immer um die Menschen, um dich und mich.

Er ist aus auf Beziehung zu uns Menschen – auch mit Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen, ja sogar offensichtlichen Fehlern; aber Menschen, die persönlich und authentisch (erfüllt durch Gottes Geist) in Beziehung zu Jesus stehen und ihn kennen bzw. immer besser kennenlernen.

Anbeter sagen zu Gott, dem Schöpfer der Welt: Vater.

Was für eine tolle Perspektive.

Und diese Perspektive gilt nicht nur der Frau, die Jesus damals am Jakobsbrunnen getroffen hat. Diese Perspektive gilt dir, heute!

Jesus lädt dich ein:  Werde Anbeter!

Lust darauf, rauszufinden, wie das konkret aussehen kann? Dann lass uns reinschauen in das Buch der Anbeter!

4. Methodik für die Gruppe

4.1 Einstieg / Das Buch der Anbeter

Das Buch der Anbeter, besser bekannt als das Buch der Psalmen, ist eine einzigartige Sammlung von Gebeten, Liedern, Gedichten; von Antworten der Menschen auf Gott, seine Taten, das Erleben von ihm; von Fragen, Klagen, lautem Rufen.

Die Psalmen schildern den Glauben des Einzelnen, so wie ein Blick in das Herz des Autors. Und dieser Blick zeigt eine ehrliche, authentische, offene, ja ungeschminkte Perspektive aus dem Alltag, der aktuellen Situation und Stimmungslage heraus. Das macht das Buch der Psalmen so alltagsnah und tief gehend, gefühlsecht und voll Gottesbeziehung!

Man könnte auch sagen: Hauptsache in Verbindung mit Gott – egal wie, egal wo, einfach ehrlich überall, lass es raus, Gott hält es aus, denn auch Heilige haben Gefühle!

Und das ist auch das, was die unterschiedlichen Psalmen alle gemeinsam haben!

Nach dieser Kurzeinführung in die Psalmen gibt es die Wahlmöglichkeit tiefer zu gehen und Hintergrundinfos über die Psalmensammlung zu bekommen – im Fakten Check (siehe extra Dokument!). Oder du gehst direkt weiter zu dem Punkt: Der persönliche Blick – ein Anbeter, wie er im Buche steht!

Der Hauptteil kann komplett durchgeführt werden oder die einzelnen Teile unabhängig voneinander angeboten werden. 1. Teil ist eine Bibelarbeit mit Leseplan, für alle, die mehr wollen (siehe extra Dokument); der 2. Teil ein Kreativangebot, um den 1. Teil praktisch und persönlich erlebbar werden zu lassen.

4.2 Hauptteil

1. Der persönliche Blick – ein Anbeter, wie er im Buche steht

Wie kann die Psalmensammlung uns heute dabei helfen, Anbeter zu werden?

Schauen wir uns eine Person, einen Autor, genauer an. Schauen wir rein in sein Leben und wo genau und wie er einen Psalm schreibt, singt oder vielleicht sogar schreit.

Der Psalm als ein Ausdruck der Beziehung zu Gott macht deutlich, wie dieser Autor seine Beziehung mit Gott gelebt hat bzw. wie sein Glaubensleben aussah.

Es ist ein Blick auf einen Mann, der als Mann „nach dem Herzen Gottes“ (1. Samuel 13,14) bezeichnet wurde. Wow! Was für eine Formulierung. So wie Gott einen Mann auf dem Herzen hat, so einen finden wir in den Psalmen? Na dann: Schnell nachlesen und selbst zu so jemandem werden, oder?

Der persönliche Blick auf David, diesen besagten Mann, bringt keinen Superhelden hervor, sondern einen Mann mit Ecken und Kanten, Fehlern, Versagen, Angst und Schwäche. Ein Mann, der sich deswegen hervorragend als Vorbild eignet.

Vorbilder brauchen wir. Menschen, an denen wir uns orientieren können, deren Leben uns vertraut scheint. An die wir uns anlehnen können, die wir verstehen und mit denen wir mitfiebern wollen.

Also, here we go:

David, der große König Israels, der das Volk weise regierte, es zu Wohlstand kommen ließ und außenpolitisch die Grenzen erweiterte und absicherte. Ein Mann, wie du und ich?

Hä, wo bitte schön soll das ein Vorbild für mich heute sein?

Von David kennt man gern die Geschichte als König, vielleicht noch die Geschichte, als er Goliath besiegt hat. Aber wer kennt die Geschichte seiner Flucht? Jahrelang auf der Flucht vor Saul, und das, obwohl er bereits als neuer König gesalbt wurde und somit feststand?

Und dann am Ende seines Lebens nochmals auf der Flucht vor seinem Sohn Absalom.

Das Leben von David war abwechslungsreich und spannend, geprägt von Höhen und Tiefen.

Aber was mich an diesem Mann so fasziniert, ist sein Leben mit Gott.

Von den 73 Psalmen, die man in der Bibel David zuordnet – er muss literarisch und musisch ziemlich talentiert gewesen sein – enthalten 14 Psalmen genauere Angaben, wann bzw. wo dieser Psalm entstanden ist.

Und das zeigt einen Mann, der permanent mit Gott unterwegs war, der in jeder Lebenslage mit Gott in Verbindung stand, den Höhenflüge nicht überheblich gemacht und Rückschläge nicht aus der Bahn geworfen haben. Einen Mann, der durch und durch in der Beziehung mit Gott lebte und so erlebte: es gibt nichts Besseres, als Anbeter dieses Gottes zu sein. Gott stets im Blick zu haben und ihm das zu sagen, was mich gerade bewegt.

Die nachfolgende Auflistung zeigt ansatzweise, wie das Glaubensleben des Mannes aussah, der „nach dem Herzen Gottes“ lebte:

Diese 14 Psalmen haben genaue Hintergrundinfos über den Anlass bzw. Ort des Psalms. Entstanden in einer bestimmten Situation. Aus dem Alltag direkt zu Gott!

Psalm 3               … als er vor seinem Sohn Absalom floh.

Psalm 7               … wegen der Worte des Kusch, des Benjaminiters

Psalm 18             … als ihn der Herr errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls …

Psalm 30             … zur Einweihung des Tempels.

Psalm 34             … als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn von sich trieb

und er wegging.

Psalm 51             … als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen

war.

Psalm 52             … als Doeg, der Edomiter, kam und zeigte es Saul an und sprach: David ist in

Abimelechs Haus gekommen.

Psalm 54             … als die Männer von Sif kamen und zu Saul sprachen: David hält sich bei uns

verborgen.

Psalm 56             … als ihn die Philister in Gat ergriffen hatten.

Psalm 57             … als er vor Saul in die Höhle floh.

Psalm 59             … als Saul hin sandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.

Psalm 60             … als er mit den Aramäern von Mesopotamien und mit den Aramäern von

Zoba Krieg führte; als Joab umkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, 12.000 Mann.

Psalm 63             … als er in der Wüste Juda war.

Psalm 142           … als er in der Höhle war, ein Gebet.

Momente der Angst und Unsicherheit, Momente des Triumphs, Momente, in denen Fehler deutlich werden und Menschen ihn verraten haben, es sind Momente die das Leben schreibt, und diese Momente erlebt David mit Blick auf Gott – ausnahmslos. Wow! Das begeistert mich an ihm!

Wenn man die Geschichte Davids in der Bibel liest, gibt das schon ein spannendes Bild über den Charakter des Mannes und die Art und Weise, wie er seine Gottesbeziehung gelebt hat.

Wenn man aber in die entsprechende Geschichte (so gut es eben geht) die passenden Psalmen ergänzt, dann zeigt sich das Bild eines Mannes, der in jeder Lebenslage mit Gott rechnet, mit ihm vertraut agiert und alles von ihm erwartet und ihm hingibt. Wow.

Hast du Lust selbst nachzulesen, dann schau in den Leseplan. Hier geht es um die Geschichte Davids inklusive passender Lieder, Gebete (= Psalmen) von ihm selbst, als Ausdruck der Beziehung zu Gott!

Lies so viel du willst! Je mehr, desto deutlicher wird die Beziehung zwischen Gott und David.

Wenn es schnell gehen muss, dann kannst du das Kapitel aus 1. Samuel 22 lesen: David ist auf der Flucht, und diesem Lebensabschnitt kann man 3 Psalmen zuordnen. Es zeigt einen Mann, der mit Gott alles bespricht und erlebt!

Oder ein anderes Beispiel, wie David mit Versagen und Schuld umgeht: Lies 2. Samuel 11 – 12,13a und dann im Anschluss Psalm 51. Wow, ein faszinierender Blick auf diesen Mann.

Unterm Strich bleibt:

Du hast einen Einblick in das Leben eines Mannes bekommen und wie er in jeder Situation mit Gott in Verbindung stand. Egal ob Krise oder Kummer, Angst oder Sorge, Hoffnung oder Freude, Verfolgung, Flucht, Palast oder Revolte, Fehler oder Glück. Ein Mann nach dem Herzen Gottes.

Ein Vorbild für dich und mich.

2. Das Erleben-Experiment – Teste und staune

Und jetzt du!

Mach es so wie David.

Bring Gott, was dich bewegt, wo du gerade stehst, so wie du es empfindest.

Schreibe, vertone, dichte oder reime, klage und rappe. Egal wie. Hauptsache du! Bleib dran.

Krise? Halt fest.

Freude? Gib sie weiter/zurück an Gott.

Kummer? Schrei ihn heraus.

Angst? Flüstere sie Gott zu.

Hoffnung? Bleib dran an Gott, es lohnt sich!

Probiere deine Form.

Es gibt unterschiedliche Zugänge zu Gott und unterschiedliche Begabungen. Gut, dass wir nicht alle gleich sind.

Also entdecke deine Sprache, deine Form.

Schreib ein Gedicht – klassisch gut.

Mach ’nen Poetry Slam – was gerade hip ist.

Setzt dich an dein Instrument und spiel eine Melodie – bekannt oder neu – auch manche Psalmen wurden für schon bekannte Melodien gedichtet.

Schreib eine Liedzeile, ’nen Refrain, vielleicht auch einfach nur ’nen Einzeiler.

Am Laptop arbeite mit Bildern, mit Grafiken, mit Emojis.

In Form einer Collage – drück dich aus, wie geht es dir gerade.

Nutze Sportgeräte um dich auszupowern, alles zu geben, den Kopf frei zu bekommen, dich ganz hinzugeben.

Probier es aus.

Nimm dir Zeit!

Es geht um dich. Und Gott.

Nur um dich und Gott!

Sei ehrlich, du selbst.

Ungeschminkt vor ihm.

Mit Blick auf ihn.

Werde Anbeter!

Und dann?

Staune, wie Gott wirkt.

Wie er dir begegnet und dir nahe ist.

Erlebe ihn und wie er sich freut, wenn du zu ihm kommst.

Und dann wiederhole es immer und immer wieder. Es kann nie genug sein.

Hör nicht auf.

Schreib deine eigenen Psalmen.

Immer neu.

Immer entsprechend der Situation und deinen Gefühlen.

Aber lass alles raus, denn Gott hält es aus.

Auch Heilige haben Gefühle!

Wie kann dies kreativ und praktisch aussehen?

Ein wenig liegt das an euren Räumen oder Begebenheiten. Wie viele seid ihr? Wie viel Platz habt ihr?

Aber macht es kreativ und praktisch. Hier ein paar Beispiele für Stationen:

Klagemauer: Steine aufeinandergesetzt mit der Möglichkeit Klagen, Kummer und Sorgen auf einen Zettel zu schreiben und in die Steinritzen zu stecken – ein Klagepsalm.

Kreuz: Bring deine Angst, dein Versagen zu Gott, er freut sich, wenn du zu ihm kommst und hier am Kreuz wurde deine Angst und dein Versagen bereits besiegt – ein ganz persönlicher Psalm (mit der Möglichkeit, diese je nach Kreuz auch anzunageln).

Kerze: Zünde eine Kerze an und denke daran, wo Gott dich geführt hat, dir geholfen hat, dir eine Tür aufgeschlossen hab. Danke ihm dafür. Stell die Kerze hin und schreib es dir auf – ein Dankespsalm.

Hometrainer (wenn vorhanden): steig auf den Hometrainer und drehte richtig schnell in die Pedale. Gib alles. Wow, was für ein tolles Gefühl. Alles zu geben. Gib dich so auch Gott hin, er ist es wert! In welchem Bereich deines Lebens gelingt dir dies, wo ist es vielleicht noch ausbaufähig. Mach eine kurze Pause und schreib es auf – ein Hingebungspsalm.

Nimm dir eine Folie und schreib mit einem wasserlöslichen Stift das drauf, was du deinem schlimmsten Feind wünschst. Bring diese Gedanken Gott. Er kennt sie bereits. Und er hält es aus. Formuliere nur für dich und Gott. Besprich es mit ihm. Und bitte ihn um Hilfe für dein weiteres Vorgehen im Umgang mit dieser Person. Wasch das Aufgeschriebene im Wasser weg. Übergib es Gott und trau ihm zu, dass er die Situation verändert, dich bewahrt bzw. Heilung passieren kann. Ein Ganz-ehrlich-vor-Gott-Psalm.

Instrumenten-Eck: Setzt dich mit einem Notenblatt an die Seite und schreibe und reime, dichte und formuliere was dich mit Blick auf Gott bewegt. Vielleicht wird es ein neuer Hit – eine Hymne, ein Loblied nur für Gott.

Und dann spiel eine Melodie, bekannt oder neu, an deinem Instrument. Vertone, wenn du willst!

Ball an einer Schnur: Nimm die Schnur in deine Hand und dann wirf oder schieß den Ball weg (vorsichtig natürlich, du willst dir ja keine neuen Feinde machen). Der Ball kommt wieder zurück. Wo erlebst du so etwas mit Gott? Wo kannst du nicht richtig loslassen, bei Fehlern vielleicht? Vielleicht bei Dingen, die immer wieder hochkommen?

Warum kommt das immer wieder? Wie kannst du es loswerden?

Lege die Schnur bewusst auf die Seite und dann wirf bzw. schieß ein letztes Mal (auch hier wieder vorsichtig sein ;). So wie der Ball nun weg ist, so möchte  Gott dir die Dinge, Situationen, Menschen, die immer wiederhochkommen und dir womöglich Angst machen, wegnehmen. Sag es Gott, vertraue ihm und dann … lass los – ein Vertrauenspsalm.

Trampolin (wenn vorhanden): Geh aufs Trampolin und spring. Wow, das fühlt sich gut an. Diese Freiheit, diese neue Perspektive. Spring und denk dabei an Gott: Wo bringt er dich zum Springen? Wo bist du mit ihm über Mauern und Zäune gesprungen? Wo schenkte er dir eine neue Perspektive?

Oder brauchst du wieder mal eine neue Perspektive? – ein Veränderte-Perspektive-Psalm.

Sitzecke: Setzt dich hin und schlag deine Bibel auf. Was dir gerade in den Sinn kommt, einfach mal so, oder dein persönlicher Klassiker – dein Lieblingsabschnitt in der Bibel. Schau rein und lies nach. Gott, wie bist du eigentlich? Und warum liebst du gerade mich? Gott ich möchte dich neu entdecken, über dich nachdenken und über dich ins Staunen kommen. Wenn dir nichts einfällt, dann lies Psalm 119 (zugegeben, der könnte etwas dauern), oder Psalm 23 oder Psalm 121. Lies und rede mit Gott, denk darüber nach und schreib es auf, was dir wichtig wurde – ein Lehrpsalm!

Laptop oder Handy: Bring durch Emojis deine Gefühle ans Licht – ein Gefühls-Psalm.

Oder mach Bilder: Fotografiere alltägliche Situationen (nachgestellt), in denen du heute Gott entdeckt hast – ein Erinnerungs-Selfie bzw. ein Erinnerungs-Psalm.

Kollage: mach eine Kollage aus alten Zeitschriften oder Zeitungen mit Bildern und Texten. Drück das aus, was in dir steckt und dich bewegt. Welche Farben wählst du, welche Bilder, welche Textzeilen tauchen auf?  – ein Farbenreicher-Psalm.

Dies sind ein paar Ideen, wie du auf kreative Arte und Weise ganz praktisch zu deinem eigenen Psalm kommen kannst. Sag Gott, was dich bewegt. Werde dadurch zu einem Anbeter. Teste es und staune. Gott lebt und er ist erlebbar. Jetzt und hier, von dir!

4.3 Abschluss / Heliumballon – Abspann

Auch Heilige haben Gefühle, lass sie raus, Gott hält das aus und noch mehr: Ein vertrauensvoller Blick auf Gott, egal mit welchen Worten und aus welcher Situation heraus, das ehrt Gott!

So unterschiedlich die Menschen sind, in ihrer Wahrnehmung, ihren Gefühlen, ihren aktuellen Situationen, so unterschiedlich sind ihre Gebete, Lieder, Gedichte zu bzw. über Gott.

Leb deine eigene Anbeter-Story mit Gott! Immer wieder, jeden Tag neu.

„Weil ich ihn kenne, sage ich ihm alles“ – sei dauerhaft mit ihm im Gespräch.

„Weil ich Gott kennen, sage ich ihm, was mich bewegt“ – gefühlsecht, aus dem Alltag.

Werde und bleibe Anbeter!

So wie ein Heliumballon die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht und in den Himmel steigt, sei so mit Gott im Kontakt. Blick auf ihn, egal was um dich herum gerade los ist.

Viel Spaß und gute Erlebnisse mit IHM, dem Schöpfer der Welt:

„Lobt den Herrn, all ihr Völker, preist ihn, all ihr Nationen!

Denn überwältigend ist seine Gnade, die er uns erweist, und die Treue des Herrn bleibt ewig bestehen. Halleluja!“ Psalm 117

1. Vorbemerkungen

Die meisten der Teens werden das Wort „Taufe“ schon mal gehört haben. Eventuell gibt es hier gedankliche Verbindungen zu Schiffstaufe. Sie werden wissen, dass es ein Ritual der Kirche ist, das die meisten Menschen in Deutschland als Baby erfahren haben. Keiner wird sich an seine Kindertaufe mehr erinnern. Doch es wird auch einige geben, die nicht getauft sind, und andere, die vielleicht als Teenager getauft wurden.

Anstatt der Taufe haben einige Teens vielleicht die Jugendweihe erlebt. Sie ist besonders in Ostdeutschland bekannt und markiert den Übertritt vom Teenager- ins Erwachsenenalter. Die Jugendweihe ist von der gesellschaftlichen Stellung auch mit der Konfirmation gleichzusetzen, die viele Jugendliche als Übertritt in das eigenverantwortliche Leben erfahren.

Viele Teens werden schon Taufen erlebt haben. Da sich die Kleinkindertaufe meist deutlich im Ablauf von einer Erwachsenentaufe unterscheidet, werden einige Teens hinterfragen, ob hier ein- und dasselbe am Menschen vollzogen wird. Die Gemeinsamkeit wird manchen nicht klar sein. Einige Teens werden die Taufe eventuell für ihr Christsein nicht als notwendig halten. Andere wiederum werden vielleicht sagen, dass sie getauft und gerade deshalb Christen sind.

2. Zielgedanke

Die Teens sollen verstehen, dass Taufe und Glaube untrennbar zusammengehören, und dass die Taufe mehr als ein ausgehöhltes altes Ritual ist.

3. Einführung incl. Exegese

Die christliche Taufe geht zuerst auf den Taufbefehl Jesu in Matthäus 28 zurück. Dieser wiederum hat seine Wurzeln in der Taufe des Johannes. Ob Johannes wiederum die Taufe als Ritual von anderen jüdischen Traditionen übernommen hat, ist geschichtlich nicht eindeutig zu klären. Eventuell geht hier geschichtlich die Proselytentaufe voraus. Dies war ein Aufnahmeritus für einen zur Religion Israels übergetretenen Heiden, einen „Hinzugekommenen“.

Johannes der Täufer rief zur Taufe als Ausdruck der Umkehr und der Vergebung der Sünden auf (Mt 3,1-8). Die Taufe selbst war dabei nur die äußerliche Bestätigung dessen, was sich in den Menschen vollzogen hatte. Und sie sollte sich im Alltag bewähren (Mt 3,8). Auch Jesus ließ sich von Johannes taufen, obwohl Johannes sich anfänglich dagegen wehrte. Denn Johannes war sich bewusst, dass Jesus nicht umkehren musste, sondern er eigentlich von Jesus getauft werden müsste. Die Taufe an Jesus ist deshalb als Berufungsereignis Jesu zu verstehen, in dem sich Gott zu ihm stellt und ihn für seinen Auftrag mit der Kraft des Heiligen Geistes ausstattet.

Jesus hat nie selbst mit Wasser getauft. Johannes kündigte aber an, dass er mit Heiligem Geist taufen werde. Die Jünger Jesu folgten nun Jesu Worten und tauften die Menschen auf den Namen Jesu. Für sie war klar, dass der Glaube, die Geistes- und die Wassertaufe zusammengehören. Wie auch schon im Missionsbefehl (Mt 28) und an vielen anderen Stellen zur Taufe, wird hier eine wichtige Abfolge deutlich:

  • Die Menschen verstehen das Evangelium und bekennen ihre Sünde. (Buße)
  • Sie entscheiden sich für ein Leben mit Jesus und glauben an ihn. (Bekehrung)
  • Sie lassen sich taufen und werden erfüllt mit der Kraft des Heiligen Geistes. (Wiedergeburt)
  • Sie werden zu Zeugen für Jesus in ihrem Umfeld und leben als Jünger. (Jüngerschaft)

Der dritte Punkt kann in sich auch gedreht sein. So wurden bspw. die Menschen im Haus des Kornelius nach der Predigt des Petrus mit dem Heiligen Geist erfüllt, und erst daraufhin von Petrus getauft (vgl. Apg 10,44 ff.).

Die Taufe ist hierbei immer das äußerliche Zeichen der innerlichen Verwandlung des Menschen.

In Römer 6 behandelt Paulus die Taufe ausführlich. Dort verbindet er den Ritus der Taufe, das Eintauchen ins Wasser (a), das komplett unter Wasser sein (b) und das Auftauchen aus dem Wasser (c) mit dem Handeln Gottes an Jesus Christus. Jeder, der im Glauben Jesus nachfolgt, ist wie er gestorben (a), begraben (b) und auferstanden und wird in Ewigkeit leben (c). Das alles bewirkt die Kraft des Heiligen Geistes.

Die Taufe hat damit eine solch starke Symbolkraft für den Glauben, dass sie nicht als nebensächliches Glaubensritual abgetan werden sollte. Jeder Mensch erlebt in ihr noch einmal spürbar am eigenen Körper, was Christsein bedeutet:

Die Gemeinde vergegenwärtigt mit der Taufe Gottes unbedingte Liebe zum Menschen und die geschehene Sündenvergebung. Sie symbolisiert mit dem Wasser die Reinigung von der Sünde, die sich im Glauben an Jesus ereignet hat.

Die Gemeinde ist der sichtbare Leib Jesu auf der Erde. Durch die Taufe erfüllt sie seinen Auftrag und spricht dem Täufling eindeutig zu, dass er zur Familie Gottes gehört.

Der Täufling selbst ist dabei aktiv und passiv zugleich – er lässt die Taufe an sich geschehen, bekennt aber zugleich vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt seinen Glauben. Bei der Kindertaufe machen dies stellvertretend die Paten und die Eltern.

Die Taufe ist somit ein unwiederholbarer Akt der christlichen Gemeinde.

Teens, die als Baby getauft wurden, werden vielleicht den Wunsch entwickeln, sich noch einmal taufen zu lassen. Sie wollen diese symbolische Handlung freiwillig und bewusst erleben, so wie die ersten Christen. Im Neuen Testament wird in der Tat nicht explizit von Kindertaufen berichtet. Allerdings finden wir auch keinen Hinweis, der gegen die Kindertaufe ist oder sie verbietet. Es spricht sogar einiges dafür, dass zu den Familien, die sich zusammen taufen ließen, auch kleine Kinder gehörten (vgl. Apg 16,33).

Die evangelischen Kirchen betonen zu Recht, dass der Glaube ein Geschenk Gottes ist, und der Zugang zum Heil ausschließlich an die Gnade und bedingungslose Liebe Gottes geknüpft ist. Dies wird an keiner Stelle so sichtbar wie an der Taufe eines neugeborenen Kindes, das noch nichts in seinem Leben geleistet hat, außer einfach zu „sein“. Somit soll man Teens darin bestärken, diese bedingungslose Liebe Gottes für sich gelten zu lassen und die an sich geschehene Taufe anzuerkennen und aus ihr heraus zu leben.

4. Einstieg

Der Raum ist aufgeteilt in mehrere Stationen. Sie sind farblich gekennzeichnet, z. B. mit blau und gelb. Die blauen Stationen können in der ersten Phase genutzt werden. Die gelben Stationen werden im späteren Verlauf des Abends genutzt.

Als Einstieg in das Thema wird ein Video gezeigt (8 Min.), das verschiedene Gemeindemitglieder zeigt, die über ihre Erfahrung mit der Taufe berichten. Als Leitfragen bieten sich an:

  • Wann wurdest du getauft?
  • Wieso wurdest du getauft?
  • Wie verstehst du heute die Taufe?
  • Welche Auswirkungen hatte sie bisher in deinem Leben?

Nach dem Video werden die blauen Stationen eröffnet (15 Min.).

  1. Diskussionsstation: Wofür sind Rituale (wie die Taufe) da? (Flipchart)
  2. Deine Meinung: Die Taufe bedeutet mir … (Flipchart)
  3. Male ein Bild davon, was dir die Taufe bedeutet. (Zettel und Stifte bereitlegen)

Danach geht der Leiter des Abends zu den Stationen und benennt einige Highlights, die er spontan findet und liest sie laut vor.

5. Hauptteil

Zu diesem Thema bietet sich ein Input an, der den vielen Facetten von Taufe gerecht wird. Man könnte diesen Input als Interview mit einem kompetenten Gast machen, der zum einen von seiner persönlichen Taufe erzählt, der aber auch wichtige theologische Punkte zum Thema benennen kann. Deshalb sollte es in diesem Fall ein ausführliches Vorgespräch geben.

Vorschlag zur Gliederung eines Inputs:

Taufe ist …

  • Glaubensstärkung: So real, wie ich das Wasser spüre, so real ist auch meine Vergebung und mein neues Leben.
  • Glaubenszuspruch: Du gehörst zu Jesus. Jesus verspricht mir in der Taufe, dass ich zu ihm gehöre und sein Kind bin. Er vergibt mir meine Schuld und hält dieses Versprechen bis in alle Ewigkeit. Mein Taufspruch ist ein Bibelwort, das mich an dieses Versprechen von Jesus erinnert.
  • Glaubensbekenntnis: Ich bekenne vor der ganzen Welt meinen Glauben. Mit der Taufe oder Konfirmation habe ich mich öffentlich zu Jesus bekannt. Das haben meine Freunde und meine Familie gehört. Und es ist ein Bekenntnis vor der unsichtbaren Welt. Jesus hat das gehört und stellt sich zu mir.
  • Glaubensschutz: Denn Glaube wird oft herausgefordert. Die Taufe ist wie ein Schutzmantel für den Glauben. Wenn mir der Teufel einreden möchte, ich gehöre nicht zu Jesus, dann kann ich ihm antworten: ICH BIN GETAUFT!
  • Glaubensgemeinschaft: Ich bin nicht allein unterwegs. Durch die Erinnerung an meine Taufe bekomme ich Kraft, meinen Glauben im Alltag zu leben, da ich nicht allein unterwegs bin, sondern zur Familie Gottes gehöre.

Nach dem Input werden die gelben Stationen eröffnet. Sie bieten die Möglichkeit, den eigenen Glauben und die eigene Taufe zu vertiefen, oder aber erste Schritte auf die Taufe zuzugehen:

  • Fußwaschung: Hier können Teens gegenseitig ihre Füße als Zeichen der Reinigung waschen.
  • Tauferinnerung: Ein kleines Wasserbecken lädt ein, seine Hände darin zu waschen.
  • Sündenbekenntnis: Die Teens können mit einem wasserlöslichen Stift auf eine transparente Overheadfolie ihre Sünden aufschreiben. Sie können ein bereitgelegtes Bekenntnisgebet sprechen und danach die Folie in einer Wanne mit lauwarmem Wasser abwaschen. Ein Mitarbeiter sollte für eine Segnung hinterher bereitstehen.
  • Übergabegebet: An einer Wand wird auf DIN A1 ein Gebet ausgehängt, das die persönliche Entscheidung, Jesus ab jetzt nachzufolgen, formuliert. Die Teens können dieses Gebet mit einem Mitarbeiter zusammen laut beten.
  • Entscheidungskerze: Wer heute eine Entscheidung für Jesus getroffen hat, kann hier eine Kerze anzünden.
  • Taufwand: Auf einem Plakat steht die Überschrift „Ich möchte mich taufen lassen“. Hier kann jeder Teenager seinen Namen draufschreiben.
  • Plakat mit Stiften: „So kann ich im Alltag meinen Glauben besser leben:“

6. Abschluss

Als Abschluss kann hier ein einfaches Gebet reichen. Es sollte nach dem offiziellen Abschluss noch Zeit sein, mit den Teens ins persönliche Gespräch über ihre Gedanken zu kommen.

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