Auf in den Kampf!

1. Erklärungen zum Text

Dieser Text ist nicht ein Zusatz für die, die besonders an geistlichem Kampf interessiert sind. Paulus richtet sich an die ganze Gemeinde als eine Armee, die von Gott ausgerüstet wird. Es geht um Verteidigung, nicht um Angriff: Wir haben durch Gott schon eine sichere Stellung, wir müssen sie nicht erst noch erobern.

V.10: Stark werden ist hier passiv gemeint, also nicht wir sollen uns starkmachen, sondern Gott stärkt uns.

V.11: Gott will uns vollständig ausrüsten für alle Anfechtungen. Wir müssen uns nicht selbst eine Rüstung schmieden: Sie ist schon da und Gott hat sie bestens ausgewählt! Übrigens sollen wir uns nicht selbst gegen den Teufel wehren. Wir dürfen uns einfach auf den Schutz von Gottes Rüstung verlassen.

V.12: In der Antike war der Glaube an Dämonen und unsichtbare Mächte weit verbreitet und durchaus Furcht einflößend. Auch wenn uns der Gedanke heute eher fremd ist, zeigt Paulus deutlich, dass es mehr gibt als die sichtbare Welt. Dafür brauchen wir die Rüstung.

V.13: Es geht darum, den Grund und Boden zu verteidigen, auf dem wir stehen, nicht ein neues Land einzunehmen. Jesus hat den Angriffskrieg durch seinen Tod schon geführt und gewonnen. Die Macht des Teufels ist gebrochen. Unsere Aufgabe ist jetzt, uns nicht wieder zurückdrängen zu lassen in Gesetzlichkeit und Trennung von Gott. Der Tag des Unheils ist vermutlich nicht erst der Tag, an dem Jesus wieder kommt, denn schon jetzt ist die Zeit dunkel und böse (vgl. 5,16; 6,12).

V.14: Gottes Wahrheit über uns ist, dass er uns liebt, uns vergibt, wenn wir etwas falsch machen und in uns lebt. Durch und vor Gott sind wir „gerecht gesprochen”. Dieser Brustpanzer schützt vor Zweifeln und Fragen.

V.15: Gott schenkt uns mit seiner Rüstung die Stiefel der Bereitschaft, das Evangelium zu verkünden. D.h. wir sind fähig von seiner Liebe weiter zu erzählen. Ein wichtiger Punkt: Wir sollen Frieden verkünden. Ziel ist also nie gegen andere zu kämpfen, sondern ihnen zu sagen, dass Gott Frieden mit uns geschlossen hat.

V.16: Feurige Pfeile waren eine gefährliche Waffe: mit Werg umwickelt, in Pech getaucht und angezündet wurden sie brennend abgeschossen. Mit diesen großen Schilden konnte man sie abhalten, sogar löschen. Genauso wirksam ist der Glaube, den Gott uns schenkt (vgl. Eph 1). Selbst ein senfkorngroßer Glaube kann Berge versetzten! (Mt 17,20)

V.17: Der Helm steht für die Erlösung, die wir durch Jesus Christus haben. Mit „Wort Gottes“ kann damals noch nicht die Bibel gemeint sein, so wie wir sie kennen. Vielmehr geht es um das, was Gott uns durch den Heiligen Geist sagt und darum, dass Jesus der Christus, der Retter, ist.

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

2.1 Angegriffen!

Wir erleben heute die unsichtbare Welt vielleicht weniger als Dämonen und Geister, weil sie unserem Denken sehr fremd sind. Die Bibel redet jedoch offen davon, dass es einen Gegenspieler von Gott gibt, der uns von Gott abhalten will. Wir erleben das zum Beispiel durch schlechte Gedanken oder Ablenkungen (z.B. nehmen wir uns vor, zu beten und kommen doch nicht dazu). Manchmal äußert sich das in Selbstzweifeln: „Was kann ich denn schon?“ „Mag mich Gott überhaupt?“ „Ich bin hässlich/dumm/untalentiert …“ „Ich bin ein Versager“. Wir erleben Anfechtungen, z.B. Zweifel an Gott: „Gibt es ihn wirklich? Kann er wirklich alles tun?” Ängste können auch Formen sein, wie wir den Gegenspieler Gottes erleben: „Wenn ich das tue, wird Gott mich dann noch mögen?” „Kann er mir überhaupt vergeben?” „Gott übersieht mich doch, oder?” Die Rüstung, die Paulus beschreibt, kann uns auch vor heutigen Angriffen schützen.

2.2 Gut geschützt!

Gürtel, Brustpanzer, Stiefel, Schild, Helm und Schwert sind eine vollständige Ausrüstung, mit der man gut gesichert ist.

Wir bekommen von Gott Wahrheit, Gerechtigkeit, die Botschaft von seinem Frieden, Glaube, Erlösung und das Wort Gottes. Diese Dinge sind Geschenke Gottes. D.h. aber nun nicht, dass wir immer die Wahrheit sagen und nicht lügen. Das heißt aber z.B., dass wir uns auf Gottes Wahrheit über uns verlassen können. Nicht unsere Gerechtigkeit gegenüber anderen schützt uns, sondern dass wir in Gottes Augen gerecht sind. Man könnte dafür auch sagen, dass unsere Beziehung zu Gott in Ordnung ist, weil er dafür gesorgt hat. Es ist nicht unser eifriger Einsatz bei Missionseinsätzen, der uns hilft, sondern Gott hat uns seinen Frieden gegeben und deshalb können wir davon weitersagen. Glaube ist Vertrauen auf Jesus Christus. Auch hier ist nicht die Größe unseres Glaubens entscheidend, sondern die Größe von dem, an den wir glauben. Das Wort Gottes steht nicht für unser Bibelwissen, sondern was uns hilft, ist, dass der Heilige Geist uns im entscheidenden Moment beisteht (vgl. Lk 12,11 f.).

2.3 Krieg!

Wenn Gedanken uns von Gott wegdrängen, uns einreden, dass wir schlechte Christen oder schlechte Menschen sind, dann dürfen wir diesen Gedanken den Kampf ansagen und ihnen die Rüstung entgegensetzen! Egal was passiert: Gott liebt mich, er hat mich längst angenommen, mir wirklich alles vergeben, er gibt mich nie auf und kann mich genauso, wie ich bin, gebrauchen! Das erinnert mich an die Jahreslosung von 2012: „… denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.”

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Spiel: Tempo-Krieg

Material: Taschentuchpäckchen (ca. 3/Person)

Material für Rüstung: Pappkartons, Fahrradhelme, dicke Wollsocken (und was die Fantasie sonst noch hergibt)

Vorbereitung: Man macht zwei Gruppen, denen je eine Hälfte eines Raumes zugeteilt wird. Sie dürfen mit Tischen/Stühlen etc. eine „Festung” bauen.

Ziel: Möglichst alle aus der gegnerischen Mannschaft mit den Taschentuchpäckchen abzuwerfen.

Regeln: Jeder bekommt zu Beginn drei Taschentuchpäckchen. Man darf Taschentuchpäckchen, die auf der eigenen Raumhälfte sind, wiederverwenden. Wer getroffen wurde, kommt „in Gefangenschaft”, darf sich also nicht mehr an der Schlacht beteiligen. Man kann zwei Durchgänge machen. Nach der ersten Runde dürfen die Verlierer sich mit dem oben genannten Material eine Rüstung machen. Solange nur die Rüstung getroffen wurde, zählen die Spieler nicht als getroffen.

„Icebreaker” fürs Gespräch:

  • Stell dir vor, du müsstest in den Krieg ziehen. Wie würde es dir damit gehen?
  • Musstet du schon mal Schutzbekleidung tragen (Motorrad, Chemielabor, Baustelle, Kampfsport, Höhle …)? Wie hättest du dich gefühlt, wenn du sie nicht angehabt hättest?
  • Wenn man das Spiel gespielt hat: Wie hat die „Ausrüstung” das Spiel verändert?

3.2 Text gemeinsam lesen

  • Lest den Text gemeinsam und sprecht darüber. Was heißt es, von Gott gestärkt zu werden?
  • Sprecht über die einzelnen Teile der Rüstung und klärt eventuelle Rückfragen.
  • Erklärt dann, welche Art von Angriffen es heute noch gibt und dass diese Art von „Kampf” nicht etwas ist, was der Vergangenheit angehört.
  • Bildet Kleingruppen von nicht mehr als vier Personen, da das Gespräch in der Kleingruppe sehr persönlich werden kann.

Fragen für Kleingruppe

  • Welche Art von Angriffen kennst du?
  • Wie können dir bei diesen Angriffen die einzelnen Teile der Rüstung Gottes helfen?
  • Können die anderen Teilnehmer der Kleingruppe (oder andere Personen) dir in irgendeiner Weise helfen, dass du in solchen Situationen schneller zu der Rüstung greifst.

Am Ende solltet ihr auf jeden Fall noch den 18. Vers lesen und ihn gemeinsam umsetzen. Betet füreinander. Betet dafür, dass alle in der kommenden Woche spüren, dass sie diese Rüstung Gottes haben. Betet für die einzelnen Punkte, an denen ihr Angriffe in eurem Alltag kennt und erlebt.

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