Bibelgespräch – Der Weinstock und die Reben
Tutorial: Mit dem Bibelgespräch hast du einen Leitfaden, um eine Gruppe mithilfe von konkreten Fragen durch einen Bibeltext zu leiten. In den eckigen Klammern stehen (mögliche) Antworten auf die Frage, als Stütze für dich und um spannende Hintergrundinfos geben zu können. Du wirst bemerken, dass die Fragen so gestellt sind, dass bei den Teilnehmenden Denkprozesse angestoßen werden.
Du wirst entdecken, dass es verschiedene Arten von Fragen gibt:
- Beobachtungsfragen – die Antworten stecken direkt im Text und helfen, diesen genau zu lesen und die Situation zu verstehen.
- Verständnisfragen – hier werden die Teilnehmenden gefordert. Was könnte eine Passage bedeuten? Sie können eigene Gedanken äußern und versuchen zu deuten. Du kannst stets mit den Antworten nachhelfen.
- Anwendungsfragen – hier wird der Text aufs Heute übertragen, wo es oftmals kein richtig oder falsch gibt.
Es empfiehlt sich, wenn du die Fragen kurz im Voraus durchgehst. Je nach Gesprächsverlauf kannst du spontan manche Fragen weglassen oder andere stärker betonen. Nur du kennst das Skript und es dient DIR!
Einstieg:
Was passiert eigentlich, wenn man zum Glauben an Jesus gekommen ist? Ist das eine einmalige Sache? Etwas das verloren gehen kann, oder was muss ich tun? Wie wirst du zu dem was Gott sich gedacht hat?
Das Thema: Rein und gereinigt werden.
Heute: Johannes 15,1-8 – Wer liest den Text? Oder – Wer möchte, liest einen Abschnitt.
Beobachtungsfragen:
- Welche Personen/Personengruppen werden genannt?
[Ich = Jesus; Vater = Gott; Jünger] - Welche Bilder werden den einzelnen Personen/-gruppen zugeordnet?
[Jesus = Weinstock; Vater = Weingärtner; Jünger = Reben]
Verständnisfragen:
- Um welche Art Geschichte handelt es sich? Ist Jesus wirklich eine Pflanze?!
[Gleichnis = Bildsprache und Geheimnis, um etwas zu erklären] - Was ist eigentlich ein Weinstock? [Die Pflanze/der einzelne Baum]
- Was ist eigentlich eine Rebe? [Das Teil an dem die Traube wächst]
Anwendungsfragen:
- War jemand von euch schon mal dabei, als an einem Weinberg etwas gearbeitet wurde?
1. Die Arbeit eines Weingärtners (V. 1-2)
Beobachtungsfragen:
- Beschreibt sich Jesus als irgendein Weinstock?
[Nein, als der „wahre“ Weinstock]
Verständnisfragen:
- Was könnten andere Weinstöcke sein, neben dem wahren Weinstock?
[Damals gingen auch andere Männer umher, die behaupteten, der „Messias“ also der von Gott erwählte Retter zu sein. Auch andere Dinge können wir heute als Lebensquelle betrachten, die uns Kraft und Leben geben sollen.] - Wieso würde ein Weingärtner Reben ohne Frucht abschneiden?
[Ihre Äste entziehen dem Weinstock unnötig Nährstoffe.] - Weißt du wie so ein „Reinigen“ einer Rebe aussieht und wieso das gemacht wird?
[Gerne ein Video dazu suchen und zeigen. Kleine Ästchen und Triebe, die nicht zur Frucht führen, werden entfernt. Dadurch werden die Früchte mit den wichtigen Nährstoffen versorgt und können noch besser wachsen.]
Anwendungsfrage:
- Was könnten so kleine Triebe und Ästchen sein im übertragenen Sinne, also in deinem Leben?
[Versuchen, die Teilnehmenden Dinge nennen zu lassen. Gerne mit Beispiel aus dem eigenen Leben: schlechte Eigenschaften, Egoismus, Geiz, böse Gedanken, Gewohnheiten, bremsende Dinge aus der Vergangenheit …] - Vertraust du Gott, dass er weiß was gut und schlecht für dich ist?
[Würdest du deinen Weinstock eher einem guten oder einem schlechten Weinbauer anvertrauen?]
2. Rein werden durch die Botschaft und mehr! (V. 3-5)
Beobachtungsfrage:
- Sind die Jünger schon rein oder nicht? Wenn ja, wodurch?
[Sie sind rein aufgrund des Wortes, das Jesus zu ihnen gesprochen hat. Aber sie müssen scheinbar immer noch gereinigt werden.] - Was ist entscheidend für eine Rebe, um Frucht zu bringen?
[Sie muss mit dem Weinstock verbunden bleiben, da sie sonst keine Nährstoffe aus dem Boden mehr bekommen kann.] - In welcher Zeitform spricht Jesus, wenn es darum geht wie die Jünger mit Jesus verbunden sind? [Gegenwart! Sie SIND verbunden. Seid, bleibt -> nur „Frucht bringen“ steht in einer Zukunftsform]
Verständnisfrage:
- Was bedeutete es damals rein zu sein, verglichen zu „sich reinigen“?
[Damals wurde man kultisch unrein, was bedeutet, dass man (wieder) durch die Sünde getrennt von Gott war. Im AT gibt es sehr viele Gesetze die beschreiben, durch was man alles unrein wird, z. B. Blut. Durch aufwändige Rituale/Opfer konnte man wieder kultisch rein werden. Trotzdem musste man sich immer wieder besonders waschen, um z. B. zu essen.] - Wodurch wurden die Jünger nun ein für allemal rein?
[Durch das Wort = die Botschaft Jesu. Bzw. dass sie seiner Botschaft und ihm Glauben schenkten = ihm vertrauten. Das ist das, was wir heute als „zum Glauben kommen“ bezeichnen.] - Was ist mit Frucht gemeint?
[Wichtig: Lest Galater 5,13-24. Die Früchte werden in Vers 22-23 genannt.]
Anwendungsfrage:
- Warum muss man nun trotzdem noch gereinigt werden?
[Die Trennung zwischen Gott und Mensch ist aufgehoben. Trotzdem gibt es noch viele Dinge, die man aus dem „alten Leben“ dabeihat.] - Lest dazu die Stelle: Johannes 13,10. Welche Informationen bekommen wir hier?
[In der Fußwaschung erklärt Jesus, dass die Jünger rein sind, aber sie sich trotzdem noch reinigen müssen, immer wieder. Also ein täglicher Prozess.] - Was muss man nun tun (als Rebe), damit Frucht wachsen kann?
[„Nur“ mit Jesus verbunden bleiben! Gott sorgt dafür. Dazu ist es jedoch wichtig, dass man Gott hier Stück für Stück alle Bereiche anvertraut und immer wieder fragt: Was ist dein Wille? Bin ich auf der richtigen Spur?]
3. Entweder oder (V. 6-8)
Beobachtungsfragen:
- Was passiert mit Reben, die nicht mit dem Weinstock verbunden sind/bleiben? [Hinausgeworfen, verdorrt, verbrannt]
- Wer muss wo bleiben, damit man Jesus um etwas bitten kann?
[Wir in Jesus bleiben und Jesu Worte in uns] - Wodurch wird Jesu Vater verherrlicht?
[Jünger werden und viel Frucht bringen]
Verständnisfragen:
- Was passiert mit Menschen, die nicht mit Jesus verbunden sind/bleiben?
[Man entscheidet sich dagegen und kann nicht mehr mit ihm in Verbindung leben. Das Feuer ist ein Bild für das Gegenteil des Ewigen Lebens: In Ewigkeit getrennt von Gott.]
Anwendungsfrage:
- Was bedeutet es “in Jesus zu bleiben und seine Worte in uns”? Was ist die Gefahr? Was kann sich ändern?
[In Beziehung mit Jesus bleiben, täglich; weiterhin das tun was Gottes Wille ist = Tat; in seiner ‚Lehre‘ bleiben, also nichts verfälschen, sondern das von/über ihn lernen, was wir in der Bibel lesen können. Ihn durch dick und dünn zur Priorität 1 machen.] - Was sind die Dinge, die der Weingärtner bei dir noch wegschneiden müsste/sollte?
Ende:
Die verschiedenen Schwerpunkte des Textes können individuell weiterverfolgt werden. Sei es im Gebet, in einer Challenge für die kommende Woche, als Bekenntnis, als Sehnsucht:
- Sage Gott was du über ihn denkst und falls du möchtest, bitte ihn darum, dich rein zu machen.
- Bitte Gott darum, dass er dich weiter reinigt und du zur besten Version deiner Selbst wirst!
- Bekenne Gott, falls du in letzter Zeit nicht mit ihm verbunden gelebt hast und bitte ihn, das wieder zu ändern.
- …
- Autor / Autorin: Robin Zimmerman, Jugendreferent
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